Tag-Archiv | Weihnachten

Have Yourself A Merry Little Christmas…

Ihr Lieben,

ich mache es mir heute mal ganz einfach

und sage es mit meinem Lieblings-Weihnachtslied:

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Have yourself a merry little Christmas
Let your hearts be light
From now on
Our troubles will be out of sight

Have yourself a merry little Christmas
Make the Yuletide gay
From now on
Our troubles will be miles away

Here we are as in olden days
Happy golden days of yore
Faithful friends who are dear to us
Gather near to us once more

Through the years
We all will be together
If the fates allow

Hang a shining star
Upon the highest bough,
And have yourself
A merry little Christmas right now

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Und weil´s so schön ist – häng ich noch mein Lieblings-Weihnachts-Video dran. Anderes Lied – genauso schön :)

Frohe Weihnachten, Euch allen da draussen!!!

Eure

Josephine

Hier bin ich und hier will ich sein!

Es gibt Situationen, Momente, Augenblicke, die sind einzigartig! Großartig! Wunderbar mitzuerleben. Sicher – Hochzeiten, Taufen, Geburten, Liebe auf den ersten Blick… – doch das mein ich noch nicht einmal. Es geht um die kleinen Momente des Alltags, wenn alles um einen herum so absolut stimmig ist, das man vor Freude fast geneigt ist, ein wenig herumzujauchzen.

Der perfekte OP-Tag zum Beispiel, wenn frühmorgens schon dein Lieblingsteam die erste Laola gibt, weil du den iPod mit der richtigen Mukke dabei hast, vorher noch schnell die Prä-OP-Tasse Kaffee mit dem anästhesistischen Oberarzt, der noch persönlich miterlebt hat, wie Scarlett O´Hara in wagenradgroßen Taftröcken anno 1860 über die Kriegsschauplätze von Atlanta watete, und anschließend: entspanntes operieren mit dem Lieblingschef. Wenn letzterer dann mal wieder völlig entfesselt und absolut bewegungsletharg zu einem alten Abba-Song abhottet, während du liebevoll die letzte Hautnaht setzt – und anschließend brüderlich seine Schokoladenration unter allen mitwirkenden verteilt – DANN ist alles klar, DANN war das ein schöner Tag!

Auch immer wieder gern genommen – Dienstnächte. Die unruhigen mag ich tatsächlich am liebsten, gerne zwei oder mehr-Gebärende hintereinander weg, dazwischen ein bisschen Ambulanz, kurzer Tratsch mit der Nachtschwester von Station 8B und die obligatorische Gute-Nacht-Cola mit Dr. Gammel (Chirurg. Nette Sorte). Wenn es im Kreißsaalstützpunkt richtig gemütlich, weil brechend voll wird, denn jede Hebamme hat mindestens ein Laptop dabei, außerdem Essen in rauhen Mengen, Kissen Keks und Klatsch-Journale. Und all das untermalt von monotonem CTG-TockTock in Stereo-Dolby-Sourround – mal ernsthaft, wer will da schon zuhause schlafen? ICH NICHT!!!

Ich liebe Feiertage in der Klinik, hauptsächlich die großen Geschichten: Weihnachten, Silvester, sowas eben. Mag es an den bunten Lichtern, den KitschEngeln am KitschKunstWeihnachtsbaum oder Wham´s in die Jahre gekommenen „Last Christmas“ liegen – in diesen Tagen sind durch die Bank weg alle ein bisschen weich gespült. Runter reguliert. Und so gibt es morgens statt des täglichen Einheits-Gemotzes vom OberDrachen erstmal Semmeln mit Wurst und Käse, Ei und SchokoWeihnachtsmänner. Anschließend rollt der VisiteKonvoi schwerfällig und glänzend gelaunt über die wenigen Patienten hinweg, die entweder zu krank oder zu frisch entbunden zum heimgehen sind. Und danach trifft man sich in froher Runde zum zweiten Gang. Ach, könnte es doch immer so sein…

Das schöne an diesen besonderen Tagen: man kann sie nicht vorbestellen. Unverhofft fliegen sie dich an, und häufig gerade dann, wenn du sie am wenigsten erwartest, aber am nötigsten hast. Und dann sitz ich da und denke: „Niemals und auf gar keinen Fall im Leben nicht möchte ich irgendwo anders arbeiten als genau an dieser Stelle hier. Und wenn ich noch bis zur Rente Feiertage und Wochenenden opfern muß, dann sei es drum. Hier bin ich und hier will ich sein.

Mei, ist DAS schön… :)

Heidnisches Feiern zu kirchlichen Festtagen…

Zwischen Entbindung Nummer 2 und 3, außerdem inmitten meines wirklich lecker und mit viel Liebe vom Ehemann eingedosten (Abend)Essens möchte ich kurz ein paar Zeilen zu Benedictas Kommentar auf meinen letzten Eintrag loswerden:

Die genaue Fragestellung war, warum ein Atheist (und lustig – ich BIN gar keiner) unbedingt kirchliche Hochfeste begehen muß – noch dazu Zuhause, Ostereier suchend mit Mann und Kindern, während gläubige Katholiken ggf. verdonnert wären, Dienst zu leisten.

Mal abgesehen davon, daß mitnichten nur die Katholiken dem Brauch des Osterfestes folgen hab ich mir die Sache mal ganz in Ruhe für mich überlegt (und zwar zwischen zwei wirklich schönen OsterSonntagSchnapszahlTagGeburten *ggg*) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Ich bin gläubig im Sinne von „ich glaube an eine höhere Macht“, welche mitnichten irgendeiner kirchlichen Organisation untergeordnet ist, sondern quasi losgelöst ihr Eigenleben führt – und damit komme ich hervorragend klar. Ich sah mich weder genötigt, in einem Traum aus Rüschen und weißer Seide vor den Trau-Altar zu treten, noch zwinge ich meinen Kindern irgendeine (religiöse) Weltanschauung auf. Hätte ich das dringende Verlangen gehabt, als weißer Sahnebaisser zu heiraten, hätte ich das garantiert auch ohne Kirche drumherum geschafft – und wenn meine Kinder morgen zum Buddhismus übertreten wollen, oder Hinduismus, oder Papst werden – nun denn: dann sollen sie mal ;)

ABER: ich behalte mir durchaus vor, ihnen eine Kindheit zu bereiten, die von Festen und Bräuchen geprägt ist – Ereignisse, auf die man sich freuen kann, in denen die Familie zusammen kommt und gemeinsam einen besonderen Anlass begeht. Ich behalte mir vor, ihrer Kindheit einen Hauch Zauber mitzugeben – und baue dies in der Tat auf die bereits vorhandenen, übers Jahr verteilten Festlichkeiten auf.

Hat die Kirche einen Rechtsanspruch auf die alleinige Vermarktung z.B. des Weihnachts- oder Osterfestes? Mache ich mich strafbar, wenn ich statt des „heiligen Nikolauses“ einen Milka-Schoko-Weihnachtsmann in die sauber geputzten und erwartungsfroh vor dem Kamin aufgestellten Schuhe packe? Ist es egoistisch, wenn ich mich auch im Jahr 16 meines ältesten Kindes noch diebisch über die Freude freue, die sich in seinem Gesicht breit macht, wenn er eines der vielen von uns versteckten Ostereier im Blumentopf findet? Ist es das??? Vielleicht – aber damit kann ich leben, denn es gibt manchmal so wenig zu lachen auf dieser Welt, daß es ganz sicher legitim ist, ein klein wenig heile Kinderwelt zu bewahren, solange es eben möglich ist.

Und nein – dazu brauche ich weder Kirche noch Gottesdienste, ich könnte mir auch meine eigenen Feste ausdenken und dazu passende Symbole herstellen – aber wozu??? Meiner höheren Macht ist es völlig schnurz, was ich mit den diversen (kirchlichen) Feiertagen so anfange – solange jeder etwas davon hat. Und meine Kinder haben etwas davon: VorFreude, Spaß am überrascht werden und selbst überraschen, Zusammensein genießen. Zusammengehörigkeit! Ist es nicht das, was solche HochTage ausmacht? Gemeinschaft? Meine Gemeinschaft sitzt Zuhause und wäre froh, ich wäre da! Denn auch ohne Kirche ist dies ein besonderer Tag für uns alle – gerade WENN man auch außerhalb der regulären Dienstzeiten arbeitet.

Wir werden auch weiterhin besondere Anlässe auf unsere Art und Weise begehen – in der Hoffnung, unseren Kindern eine Kindheit zu ermöglichen, von der sie auch dann zehren können, wenn das Leben mal keine bunten Eier und Schokoweihnachtsmänner parat hat. Auf das die Magie fort besteht…

Alle Jahre wieder…

..ist Weihnachten.

Und egal, wie alt ich in diesem Leben nochmal werde, gibt es nur zwei Dinge auf dieser Welt, die mich so unglaublich augenblicklich und ohne wenn und aber in völlige Hochstimmung versetzen, daß ich auf der Stelle heulen und singen zugleich könnte: MEER und WEIHNACHTEN. Schade nur, daß ich sowohl das eine als auch das andere selten öfter als einmal im Jahr bekomme. WENN es denn aber mal Weihnachten (oder Meer) IST, dann Gnade Gott, wird es zelebriert, als gäb es kein morgen mehr: Die Teelichte-Industrie kann ab Anfang November locker von mir allein leben, ebenso die Hersteller verschiedenster Advents- und Weihnachtsdekorationsartikel. Und selbstverständlich läuft jeder halbwegs erträgliche Weihnachtssong in der Endlosschleife rauf und runter – der OP kann auch ein Lied davon singen, da lost das Personal ab Anfang Dezember immer aus, WER mit mir operieren muß… *ggg*