Von Partys und Scheidenpiercings

„Hallo! Du bist Josephine, richtig?“

„Uh-huh…“

Ich steh am Geburtstagsbuffett meines Schwagers und versuche gerade, einen weiteren Fleischklops zwischen Gurkensalat und gefüllten Champignons zu platzieren, ohne das mir die Oliven vom Teller vor die Füsse fallen, als mich diese Frau von rechts anspricht.

Kein gutes Timing, Lady – gar kein gutes Timing…!

Es ist 21.40 Uhr, und wir sind spät. Weil der Babysitter auch schon spät dran war, das zu hütende Baby dann kurz vor elterlichem Abgang noch einmal wach wurde und ganz dringend fünf Züge aus Mamas eigentlich schon Geburtstagsparty-fertig-verpackter und -parfümumnebelter Brust haben musste. Sich dann einen akuten Jährzornanfall nahm, weil ihn der fremde Geruch völlig wuschig gemacht hat, weswegen ich das Zeug mal eben runter waschen musste – und zwar ohne mich aus meinem letzten, noch passenden Abendkleid zu pellen. Und jetzt – 21.40 Uhr, ich wiederhole mich gerne – stehe ich ausgehungert und -gesaugt vor dem bereits große Lücken aufweisenden Buffett und bin minimum in Amokstimmung. Denn es gibt zwei Momente, in denen ich tunlichst nicht angesprochen werden möchte: Vor dem ersten Kaffee und wenn die letzte Mahlzeit länger als 5 Stunden her ist. Die Frau neben mir kann das nicht wissen – wie auch…

„Ich bin Karin – Arbeitskollegin von Linda“ spricht es und hält mir lächelnd ihre Hand entgegen. Linda ist meine Schwägerin. Und ich bin schwerstens genervt.

„Hi!“ erwidere ich gequält lächelnd und schüttel die angebotene Hand, während ich aus den Augenwinkeln verfolge, wie die letzte aller heute Abend verfügbaren Oliven durch die Gurkensalat-Sahne-Sauße hindurch vom Teller rollt und – einen weisse Spur auf meinem schwarzen Kleid hinterlassend – zu Boden geht. Karin wird gleich auch zu Boden gehen, ich schwöre!

Und dann kommt, was kommen muss…

„Linda sagt, du bist Gynäkologin?“

Karin hat Talent. Ganz beiläufig lässt sie es fallen. Gynäkologin. So, als wäre es ihr gerade wieder eingefallen, beim Anblick der vom Teller hüpfenden Olive.

Vergiss es, Schwester. Auf den Trick fall ich nicht herein!

„Ich hätte da mal eine kurze Frage – wenn es dir nichts ausmacht…?“

Ich grunze abweisend, während ich Tomate-Mozarella und kalte Lasagne neben mein Gurkensalathäufchen klatsche. Theoretisch könnte ich auch laut schreiend im Kreis rennen, Karin würde dennoch tun, was sie tun muss:

„Also – meine Periodenblutung…“

Das ist der Punkt, an dem ich regelmässig mental aussteige. Immer seit, sagen wir: dem dritten klinischen Jahr meines Studiums. Freundlich nicken, hin und wieder zustimmend grunzen – fertig. Mehr gibt es nicht ausserhalb der vier grün gekachelten Wände meiner gynäkologischen Ambulanz.

Eine Dreiviertelstunde später bin ich immer noch hungrig, dafür weiss ich jetzt alles über Karins Zyklus, die mittzyklische Spinnbarkeit ihres Zervixschleimes, ihre erste Schwangerschaft, die zweite Schwangerschaft, den komischen Ausschlag auf dem Penis von Franz – Karins armer Ehemann, welcher keine Ahnung hat, warum ich ihn seit zehn Minuten immer wieder mitleidig anglotze – und die Gürtelrose der Schwiegermutter. Nach einem detaillierten Bericht des Geruches, Aussehens und Konsistenz von Karins Stuhlgang nach exzessivem Genuss lactosehaltiger Nahrungsmittel ist es dann aber doch gut – und mit dem leeren Teller als Entschuldigung flüchte ich mich zurück zum Buffett – welches jetzt, bis auf ein Häufchen wenig ansprechend aussehender Selleriestangen und welkende Basilikumblätter auf angetrocknetem Mozzarella, gänzlich geplündert ist. Okay – dann eben Alkohol! Mit einer Flasche abgepumpter Milch als Zwischenstopp bleiben meiner Alkohol-Dehydrogenase genau 8 Stunden Zeit zur Oxidation, das reicht für ein Bier und einen Aperol-Spritz!

An der Alkohol-Theke haben sich bereits kleine Grüppchen gebildet – mittelprächtig gelaunt stelle ich mich mit meinem orangefarbenen Sekt-Getränk zu einer Gruppe Männer, die ich flüchtig von vergangenen Schwager-Parties kenne. Männer sind sicheres Terrain für eine Gynäkologin – hier will mir bestimmt keiner etwas erzählen. Und sieh an – genau so ist es. Wir reden über Autos (groß, schnell, viele PS), über die Apple Watch, Tennis und Fahrrad fahren. Ich esse Chips gegen den Hunger und trinke noch ein kleines Bier, die Stimmung ist prächtig und alles gut. Bis…

„Was machst du eigentlich beruflich, Josephine?“

Daniel ist Banker. Anfang vierzig, frisch verheiratet – nett. Bisschen langweilig, aber nett.

„Ich bin Gynäkologin“ strahle ich und nippe an meinem Bier. Das Zauberwort – ich habe es gesagt. Gleich fachsimpeln wir noch über Düngen oder Neu-Einsaat nach Rasen vertekutieren.

„Gynäkologin? Echt?“

„Ganz echt. Hast du dieses Jahr schon deinen Rasen vertekutiert?“

„Wie? Rasen? Nein! Aber weisst du, wenn du Gynäkologin bist, dann hätten wir da mal ein paar Fragen an dich – LISA?“

Zwei Minuten später bin ich umfassend über den gerade stattfindenden zweiten IVF-Zyklus von Lisa und Daniel, sowie sämtliche Eckdaten ihrer Kinderwunschbehandlung ins Bild gesetzt. Um 23.30 Uhr habe ich zwei Privatrezepte für die Pille ausgestellt, Bilder vom Ausschlag der Heidenreich-Zwillinge begutachtet und mir das entzündete Scheidenpiercing einer gewissen Madelaine angeschaut. Ihr gehört der Catering-Service, welcher für das Essen zuständig war.

Es ist 00.30 Uhr, als der Mann und ich uns auf dem Weg nach Hause befinden.

„Und, Schatz – hattest du einen schönen Abend?“ fragt Herr Chaos und legt mir liebevoll die Hand auf den Oberschenkel.

„Super!“ raunze ich genervt „Es war wie immer super!“

Vielleicht sollte ich zur nächsten Party endlich mal das mobile Abrechnungsgerät mitnehmen…

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37 Kommentare zu “Von Partys und Scheidenpiercings

  1. Josephine! Lass Dich erst mal von Herzen drücken! Echt jetzt! Je weiter ich gelesen habe umso mehr tat es mir leid! Da wundert man (= Aussenstehende etc. …) sich, warum frau manches Mal seine gute Erziehung vergessen will und nur noch nach „Steinzeit-Art“ reagieren möchte! Is doch klar! Morgens: Ruhe und bitte lasst einen erst mal was essen! Mit ausgeglichenem Blutzuckerspiegel ist man einfach friedlicher!!!! Hoffe Du hattest danach noch eine Pizza zuhause, die man noch in den Ofen schieben konnte!

  2. Oh ja. Oder wenn man als einer, der mit LINUX ganz wunderbar zurechtkommt, immer wieder um hilfreiche Tips zu WIndoof-Problemen gefragt wird … Mittlerweile empfehle ich jedesmal: Installier ein LINUX, dann gibt es das Problem nicht mehr, dann sind alle Windoof-Bugs gefixt. Endgülzig.“

    Nur: Jetzt mag keiner mehr mit mir smalltalken ;-)

  3. Liebe Josephine! Du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen! Ich habe hier noch ein ganz leckere Tortellini für Dich zu Hause und das ganze ohne Gyn-gespräche :D. Es gibt so Dinge, die will man einfach gar nicht wissen.
    Ein Kommilitone von mir (Pathologe) sagt auf Partys immer, er wäre Gas- Wasser- Sch.. Installateur. Aus Deinen genannten Gründen ;)

  4. Das mit dem mobilen Abrechnungsgerät scheint mir eine richtig gute Idee – wow, das nenne ich mal Party-Smalltalk. Da bin ich gnadenlos ehrlich: froh, wenn auf mich oberflächliches Gewäsch einprasselt … Danke fürs Teilen

  5. Tröste dich, da bist du nicht allein. Wenn raus kommt, dass ich Ergotherapeutin bin gibt es auch kein Halten mehr und ich darf mir anhören welche Probleme Willem-Alexander beim Schreiben, Schakkeline bei der Konzentration haben und wie weit Dschastin entwicklungstechnisch hinterherhinkt. Ratschläge erbeten……..kreisch!

  6. Ich kenn das auch, total furchtbar!
    Man ist froh die Kinder irgendwie zum schlafen oder zu Omas und Opas gebracht zu haben. 😁
    Hat sich so richtig schön in die Reihe geschafft💁🏽 ( soweit das die Funde von der letzten Schwangerschaft zulassen) und ist endlich als PAAR auf der Party angekommen.
    Ich neige das wenn ich Hunger habe nicht zur Diva zu werden sondern zum Hulk😈
    Wenn dann raus ist das ich Zahnmedizinische Fachangestellte bin ist es aus.
    „De käävin bekommt grad Zähnschje, wat kann mer da da mache?“
    „Ich hab da letztens so ein Bläschen gehabt ist normal“
    „Hach, bei kalt,warm,süß,sauer what ever tut mir der oben, unten, links, recht, vorne, hinten weh“
    😱😱😱😱😱😱😱
    Highlight des Abends ist, wenn mir dann noch jemand seine Prothese unter die Nase hält weil die so drückt oder spannt oder nicht mehr hält oder auch alles gleichzeitig.
    Ich sag nur guten Appetit man ist es ja schon gewohnt und einen schönen Abend noch.
    😜

  7. Oh nein, wie grauenhaft. Geht mir als Logopädin ähnlich. Ich darf auf keinem Kindergeburtstag/Spielplatz erwähnen, was ich beruflich mache. Da kommt mit Sicherheit aus irgendeiner Ecke „Ich hab da mal ne Frage“ oder ähnliches.
    Die Wenigsten verstehen, was Feierabend und Freizeit bedeutet. Leider.
    Herzliche Grüße!

  8. Verleg doch deinen gynäkologischen Schwerpunkt mal auf Geschlechtskrankheiten – vielleicht ist dann Ruhe im Karton! ;-)

  9. Mit der Gegenfrage antworten: „Haben Sie Ihre Versichertenkarte dabei?“

    Oder einen Arbeitszeitvordruck dabei haben, auf dem draufsteht, daß die angefangene Stunde zwischen 180 und 240 Euro kostet, je nach Frage…

  10. Kommt mir ziemlich bekannt vor – ich bin Lehrerin und Kind war schließlich jeder mal – oder er kennt zumindest eins.

  11. oh Gott, wie ich das kenne!!
    allerdings wunderbarerweise i.d.R. nicht mit Menschen, sondern mit Tieren (die eigenen, die des Nachbarn, eins, das man mal gesehen hat, eins, von dem man mal gehört hat, eins, was man sich rein hypothetisch vorstellt, usw)…

    Du hast mein vollstes Mitgefühl. grauenhaft und ein echter Stimmungs- und Partykiller -.-

    Ich glaube aber, dass das in jeder „Branche“ vorkommt, und es immer gleich nervig, wenn auch nicht gleich intim und, ähm, erschreckend ist…
    ich frage mich außerdem, wieso die Leute nicht wirklich zum Arzt gehen (oder gar zu Dir als Ärztin, wenn sie das Bedürfnis verspüren), wenn sie kein Problem damit haben, diese Themen in ihrer Freizeit zu erörtern.

    (und das beste ist dann, wenn die Leute herum erzählen, man würde nie Feierabend machen und *abschalten* und wäre geistig immer im Job, und würde über sonst nichts sprechen… hä?!)

    PS.: sorry, wenn das hier nun 100000000000000 mal erscheinen sollte, irgendwas stimmt hier nicht und er will es dauernd nicht senden… oder eben doch -.-

  12. Genau DAS ist der Grund, weswegen ich freiwillig morgens über eine halbe Stunde mit dem Auto fahre, um zum Dienst zu kommen. Das verhindert äußerst effektiv, dass ich mich an meinem freien Samstag Morgen im Supermarkt an der Käsetheke über die Menge, Farbe und Form des Ausscheidung von Frau Müller und die nässende Wunde von Herrn Schmidt unterhalten muss .. die zufällig im gleichen Markt einkaufen -.-

  13. ich bin aus der inneren, da hat man bei gleichaltrigen noch seine ruhe, aber WEHE auf den familienfeiern…..hat auch jeder seine baustellen und schon mal zehn verschiedenen ärzte konsultiert- und was meinst DU jetzt dazu?

  14. Ich glaub ich hab schon gefühlt 300 Baufinanzierungspläne auf Partys erstellt weil ich Architektin bin 😜 aber fast genauso oft hab ich mich, meist bei der Gastgeberin, unbeliebt gemacht die eine detaillierte Aussagen/ professionelle Meinung über ihre vermeintlichen Inneneinrichtungskünste haben wollte….Naja was soll ich sagen, es wurde meist schnell das Thema gewechselt da sich über Geschmack bekanntlich hervorragend streiten lässt, oder auch nicht 😁

  15. Mein Beileid für den versauten Abend. Für die meisten ist es wenig erholsam, auf Partys über die Arbeit zu sprechen, aber es gibt Berufe, die eignen sich einfach überhaupt nicht, sie beim Abendessen auszuüben xD
    Ich kenne übrigens nur das Gegenteil… wenn ich erzähle, was ich beruflich mache, sehen alle zu, dass sie vor meinen Augen NICHT an ihren Kindern rumerziehen und auch KEINE Fragen stellen. Will ja keiner hören, was man so alles falsch macht xD Dabei würde ich mich manchmal so gerne einmischen :-D

  16. Aber ich könnte mir vorstellen dass die schlimmsten Partygäste für Gynäkologen gar nicht Otto-Normal-Frau ist, sondern Schwangere. Ich glaube wenn mir eine Gynäkologin während meiner Schwangerschaft auf ner Party begegnet wäre…die arme Frau/Mann wäre nicht mal auf dem Klo sicher vor mir gewesen 😁 sorry Frau Chaos!

  17. Was es doch für dreiste Leute gibt. Daß es denen nicht peinlich ist, vor Wildfremden auf einer Party intimste Details auszubreiten. Liebe Josephine, sollte diese Geschichte wahr sein, lernen Sie aus reinem Selbstschutz bitte den situationsgerechten Einsatz des Wortes „Nein“. Dem Vernehmen nach lässt sich dieses sogar mit einem freundlichen Lächeln verbinden. 😉

  18. Oh man, ist ja unglaublich. ich würde aber auch ganz höflich nach der Versichertenkarte fragen – es könnte ja schließlich länger dauern, und man will ja eine fachkundige Antwort haben. Also augenscheinlich. Und dann die „Patientin“ einfach mal bitten, der Gastgeberin steriles Besteck abzuverlangen. Braucht man ja schließlich gleich. Und vielleicht auch noch ein paar Handschuhe dazu.

    Und dann einfach weitergehen, Teller vollmachen und einen guten Platz zum Essen suchen …

    Ich glaube, das kommt in (fast) jeder Berufssparte vor. Ich halte es da ähnlich wie oben mit dem Linux-Hinweis sowie einen Hinweis auf den Stundenlohn und erwähne noch, dass es dann einer ausführlichen Analyse bedarf, die ca. 3 h dauern wird. Dann hat man seine Ruhe.

  19. Hm. Ich kenn das auch, wenn ich erwähne, welchen Job ich hier mache, dann gelte ich als Spontan-Retter-in-der-Not.

    Aber: Kannst Du Dich denn so wenig abgrenzen? Wenn Du schon Privatrezepte ausstellst, dann heißt das ja auch, dass Du den Rezeptblock dabei hattest.

  20. Geht mir ähnlich. Alle fragen mich (Computer), dann denk ich manchmal, warum frage ich nicht?
    „Kannst Du mir mal einen Tipp geben, wie ich das am besten versteuer?“
    „Was kann ich bezüglich meines tropfenden Wasserhahns unternehmen?“
    „Darf ich mit Dir mal über ein frauenspezifisches Problem reden?“ (Auch Ärzte gehören zu den Leuten, die gerne mal einen kostenlosen Rat haben möchten ;-) )

    Leider bin ich immer zu (höflich) gehemmt, entsprechende Gegenfragen zu stellen.
    Das wäre mal ein Seminarthema, das sich lohnt: Wie reagiere ich auf fachspezifische Fragen auf gleicher Ebene? (Sprich: Wie schaffe ich es, genauso dreist zu sein, wie die Leute, die mich nerven?)

    Es lebe das Selbstvertrauen! Dreist sein!
    Jeder ist Profi auf seinem Gebiet. Also Gegenfragen stellen. Keine Antwort ohne Lösung für eigene Probleme.

    Hach – wär das schön, wenn man es könnte!
    Wünsche Dir viele Ideen für Gegenfragen und den Mut, sie zu stellen :-)

  21. Da fehlt dir wohl noch ein schickes Assecoire für solche Anlässe:
    eine Kette mit den Buchstaben N I D (Nicht Im Dienst) oder J A F E! (Jetzt Aber Feierabend, Endlich!)
    Deren Bedeutung kannst du dann bei Bedarf mehr oder weniger dezent erklären ;-)
    VLG!

  22. Ich fühle mit dir. Zwar bin ich noch „nur“ Medizinstudentin, aber das reicht schon für Fragen aller Art. Und zu jeder Fachrichtung, weil man im Studium ja alles lernt.
    Klar, deshalb ist auch jeder nach dem Studium sofort Facharzt für alles, weil man alles so detailliert und tief lernt und die Erfahrung gibts umsonst obendrauf…..

  23. ich kenne das…bin Apothekerin. Besonders spannend ist es, wenn man schon yiemlich angetrunken ist, wenn solche Fragen kommen…da wird man kreativ (nix wildes oder ernstes, keine Sorge). Habe aber einmal nachts um 3 und gut angeheitert einem Hausstauballergiker noch allerlei Hinweise zur nichtmedikamentoesen Allergenvermeidung gegeben. Mein Mann war beeindruckt ^^

  24. Hier auch das gleiche in grün, da wollten mir doch schon Fremde Leute auf nem Agility-Turnier die Blutwerte von ihrem Pferd unter die Nase halten. Zum Glück kenn ich mich mit Pferden nicht aus… hab ich gesagt…und das war auch nur ein wenig geflunkert.

  25. Kenn ich.
    Nur, bei mir heißt es: „Physiotherapeutin? Super, dann kannst du mich doch mal massieren, ich habs da so im Rücken.“, während sie sich schon den Pulli übern Kopf ziehen.

  26. Zwei Strategien die nicht so schlecht funktionieren: „Ich bin Versicherungsvertreter – kann ich Dir etwas verkaufen?“ oder “ Hm, da kenn ich mich nicht so gut aus… Vielleicht ist es ja KREBS!“ Zugegeben, Variante 2 ist etwas unethisch, aber ich bin ja Anästhesist, was kann ich schon über komische Hautveränderungen wissen?

  27. Mein Beileid! Ich kann aufwarten mit „Du, ich hab da so ein Problem mit meinem Vermieter…“ (Geburtstagsparty meines Cousins um 23.30 Uhr), „Mein Bruder, der Bartholomäus, muss jetzt bald seine Steuererklärung und wir steigen da nicht durch…“ (Haushaltshilfe meiner Eltern, welche ich über’s lange Wochenende besuchte, während meines Urlaubs und ihrer Arbeitszeit) und „mein Sohn hat da im Internet irgendwas gemacht und gestern ist jetzt ein Brief vom Gericht gekommen, da steht Mahnbescheid drauf und dass wir xxx € bezahlen sollen! Was mach ich denn da jetzt?“ (nochmal die Haushaltshilfe). Fachgebiet ist bei den Anfragen meist auch völlig egal, schließlich „kannst Du ja mal schnell…“.
    Ich hätte echt Papyrologie studieren sollen…

    • PS Leider hält mich der engere Familienkreis gerne mal von der Antwort ab, die ich eigentlich gern geben würde:

      „Klar mach ich Deine Steuererklärung/das Schreiben an den Vermieter/ans Gericht/an sonstirgendwen fertig. Dafür brauch ich so ungefähr 2 Stunden. Mach ich dann Samstag, während Du vorbeikommst um meine Wäsche zu waschen/meine Wohnung zu putzen/meinen Wocheneinkauf zu erledigen.“

  28. Na da hab ich ja Glück: Wenn ich sage, was ich mache muß ich das meistens nur erklären, weil kaum jmd. was damit anfangen kann, was man als UX-Designerin wohl den ganzen Tag so macht. Daß ich auf einer Party jemandes App oder Website optimieren sollte ist noch nie vorgekommen ;D

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