Von Messern und Elternabenden

Ja, ich weiss, ich werde es mir jetzt mit einem nicht unerheblichen Teil meiner Leserschaft verscherzen, aber bitte – es MUSS einfach mal raus, sonst lauf ich demnächst schreiend im Kreis.

Sohn klein, drittgeborenes Kind, kommt heute Mittag mit folgendem Satz aus der Schule: „Ich brauche ein Messer!“

Irritiert starre ich ihn an – ist es JETZT soweit? Pubertät auch bei Kind drei? Wie soll das nun weiter gehen? Heute Messer, morgen Ganzkörper-Piercing, oder schlimmer noch: Dermal Anchors? Skindiver?

„Sohn – ich verbiete Dir ein Messer mit in die Schule zu nehmen!“ proklamiere ich streng „oder überhaupt irgendwo hin. Und gepierct wird auch nicht, verstanden?“

Jetzt ist es an dem Knaben, irritiert zu schauen „Häh? Piercing? Ich bin doch nicht blöd! Aber das Messer, das BRAUCH ich!“

Ja, nee, is´ klar – so wie er iPod braucht. Und das neue Spiderman-Heft. Den Schalke-Schlüsselanhänger. Alles brauchbares Zeug.

„Keiner braucht ein Messer“ wische ich den Einwand resolut vom Tisch und schmeiss ihm stattdessen ein Schnitzel auf den Teller „hier – iss das. Dafür kannst Du gerne ein Messer haben!“

„AAAaaber…“ die Augen des zweitjüngsten Kindes füllen sich auf Befehl mit Wasser, während er gekonnt die Unterlippe nach vorne schiebt. Sehr niedlich – funktioniert fast immer

„Aber Frau Haber-Eiermann hat gesagt…“

„Quatsch“ fahre ich unwirsch dazwischen „Frau Haber-Eiermann hat bestimmt nicht gesagt, ihr sollt ein Messer mit zur Schule bringen. Ein Messer!“ Hah – das wäre ja noch schöner!

„Die machen Seifenschnitzen. Und wenn er sein Motiv nicht rausbeissen soll, wirst du ihm wohl oder übel ein Messer mitgeben müssen!“ schaltet sich jetzt das Mädel mit ein, und der Sohn schnaubt rechthaberisch auf.

„Ihr macht bitte was?“ 

„SEIFENSCHNITZEN“ tönt es wie aus einem Mund, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Klar, Seifenschnitzen. Hätte ich auch selbst drauf kommen können.

„Okay – nur einmal theoretisch angenommen, es handelt sich hierbei um ein tatsächliches Schulfach…“

„Kunst, Mom!“ jault der Kleine jetzt entnervt „das Fach nennt sich Ku-hunst!“

„…WAS für ein Messer muss es denn bitte sein? Und was hat das ganze überhaupt für einen tieferen Zweck?“

Das Mädel zuckt nur desinteressiert die Schultern, während Sohn Chaos an seinem Schnitzel herumsäbelt, als bestünde es aus frischer Schuhsohle, und ununterbrochen „ich hab es ja gesagt“ vor sich hin mault.

Da sind wir auch schon beim Thema: Früher (als es noch mehr Lametta hatte), da musste Muttern sich keinen Kopf darum machen, ob das Kind zum Seifenschnitzen ein Butterbrot- oder doch lieber das scharfe Obstmesser mitnehmen sollte. Da wurde nämlich, wenn überhaupt, in Linol geritzt, und das Werkzeug, mit dem man völlig problemlos durch weichen Handballen bis zum Mittelhandknochen bohren konnte, wurde von der Lehrerin gestellt. Natürlich nach vorheriger Sammlung des dafür benötigten Geldes. Denn mal ehrlich: ICH kann mich nicht um alles kümmern, oder?

Aber heute ist es mit dem Messer ja nicht getan – für Chemie braucht es ebenfalls Seife, und ein Stück Rhabarber (im November!), im Sportunterricht bringt bitte jeder eine funktionstüchtige Hürde mit und an jedem dritten Mittwoch im Juli das Lieblingshaustier.

Nein, mal ehrlich – früher hat man seine Kinder eingeschult, ist zweimal im Jahr zum Elternabend gekommen, hat Bücher-, Material- und Kopiergeld bezahlt, und das wars.

HEUTE muss ich einen Kuchen backen – für jede vergessene Hausaufgabe, Kaugummikauen während des Religionsunterrichts und vor allen zweigestrichenen Feiertagen. Ich muss Kuchen backen, wenn die eigenen Kinder eingeschult werden und für den Folgejahrgang gleich auch. Außerdem Dienst leisten: Getränke verkaufen am Tag der offenen Tür, Auf- und Abbau beim Schulfest, Würstchen drehen zum Sommerabendbeisammensein und selbstverständlich Plätzchen backen am Weihnachtsbasar. Zum Ausgleich für diese geleistete Arbeit an Samstagen und in den eigentlich unterrichtsfreien Abendstunden erhalten Lehrer und Schüler Ausgleichs-Freitage, während kein Hahn danach kräht, ob ich nach fünf Stunden Dienst am Pizzaofen und 24h-Klinik-Dienst am Folgetag nicht auch gerne ausgleichend frei gestellt würde.

Als MEINE Eltern noch Kinder in der Schule hatten, kam man zum Essen, Kaffeetrinken und Erfahrungsaustausch in die Schule, freie Tage gab es nur zur Ferienzeit und eben an Feiertagen und Kuchen wurde noch nicht einmal zum Geburtstag gereicht – den gab es zur Feier Zuhause, wieso sollte man auch noch 25 unbekannte Fremdkinder bebacken?

Ebenfalls ein Quell nie versiegenden Vergnügens: Elternabende! Früher hatte es einen Einladungszettel für alle Klassen der Jahrgangsstufe, der wurde halbjährlich mittels Deckweiss auf den aktuellen Terminstand gebracht und dann achtzig mal kopiert an die Kinder weitergegeben, ungeachtet der Tatsache, dass man die Schrift kaum noch entziffern konnte. Irgendwie würde es sich schon herumsprechen, wann das ganze stattfinden sollte.

HEUTE ist der entsprechende Klassenelternsprecher für die Veranstaltung verantwortlich, und Veranstaltung trifft es tatsächlich vollumfänglich: Es muss ein Schriftstück erstellt werden, um den Elternabend – nachfolgend EA abgekürzt – anzukündigen, danach über Doodle nach einem adäquaten Termin gesucht und der wiederum mittels Twitter, Facebook, Instagram und iMessage weiter geleitet werden. Der Rektor wird informiert, der Hausmeister, zwecks Reservierung des Saales und aufsperrens der Toilettenräume und SELBSTVERSTÄNDLICH wird ein Kuchen gebacken. Oder Häppchen gereicht. Der Klassenelternsprecher begrüsst dann auch die Gäste, hält die Antrittsrede, verteilt in iPage erstellte Jahresübersichtsprotokolle, schlichtet Streithähne und sorgt obendrein dafür, dass sich die Kosten der anstehenden Klassenfahrt in Grenzen halten, auch wenn es sich bitte um einen 14-Tage-Trip in die Schweizer-Alpen mit Aufenthalt im 4 1/2-Sterne-Hotel und kostenfreier WLAN-Nutzung handelt.

Der Lehrer bekommt dafür die ersten zwei Stunden des folgenden Tages frei gestellt, der Klassenelternsprecher ein Magengeschwür.

Kürzlich erzählte mir eine befreundete Mutter, dass sie die Fünf-Tage-Klassenfahrt ihres Sohnes als Aufsichtsperson begleitet hatte – nicht, weil der Sohn das so gerne wollte, Gott bewahre, sondern weil sich aufgrund der prikären Personalsituation leider kein Lehrer auftreiben liess, der diesen Job hätte übernehmen können. Keine Frage, dass diese 5 Tage gnadenlos vom Jahresurlaubskonto der Freundin abgezogen wurden…

„Mom? Geht es dir gut? Dein Kopf ist so rot?“

„Nein Schatz“ presse ich gequetscht hervor „alles gut!“

„Bekomme ich denn nun ein Messer?“ Zwischen den tief gezogenen Augenbrauen des Kleinen befindet sich immer noch eine steile Zornesfalte.

„Jaaaa…!“ seufze ich ergeben und sehe es bildlich vor  mir – 25 Drittklässler, jeder mit einem hübschen, kleinen Messer in der Nutella-verschmierten Faust, wie sie in der Pause die reale Version von „Indiana Jones“ nachspielen….

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27 Kommentare zu “Von Messern und Elternabenden

  1. Hm, ganz neue Richtung. Sonst hört man immer nur, dass die Eltern sich heutezutage ZUVIEL in die Schulbelange einmischen.

  2. Hilfe…Hilfe…Hilfe…hier gibt es drei Schul- und zwei Kindergartenkinder und leider, leider kenne ich diese Situation nur zu gut…aaaahhhh!!! :))

  3. Die Maßstäbe für Kindergeburtstagsfeiern oder Bewirtungen in der Schule werden sehr oft von den Hausfrauen-Müttern und ihrem Ehrgeiz selbst in die Höhe geschraubt – und die arbeitenden Mütter müssen zusehen, wie sie hinterher hecheln. Meine Tochter kauft gnadenlos Kekse oder Kuchen, backen kommt bei ihrem Zeitfonds nicht in frage.

  4. Ab Klasse 5 wird es doch meistens glücklicherweise mit dem Kuchen backen weniger, ich kenne mich bei drei Kindern mittlerweile hervorragend in der Tiefkühlabteilung aus, statt Häppchen gibt es gekaufte Brezeln und ich gelte mittlerweile als notorische Schwänzerin bei Elternabenden (die ich nur überlebe, wenn ich stricke….was auch nicht gut ankommt) Damit gelte ich bei vielen als Rabenmutter, aber mir geht es wenigstens besser und bisher habe ich auch nichts Dramatisches verpasst :) Immer locker durchtraben, Josephine, schlimm wird es doch erst, wenn sie (die Nicht-mehr-Kinder-aber – noch-nicht-Erwachsenen) die Schule schwänzen, die Anwesenheit in der Nacht unbekannt ist und man über den Drogenkonsum auch nicht mehr im Bilde ist. Dann besorge ich doch lieber Messerchen für´s Seifenschnitzen :)

  5. Liebe Josephine,

    vorab: ich liebe dich, deinen Blog, deinen Schreibstil, deine Geschichten! Endlich bist du wieder da! Du hast mir durch so manche dunkle und wache Nacht geholfen.

    Deinen neuesten Beitrag finde ich total spannend. Ich bin Lehrerin… So ganz echt und by heart und liebe meinen Job! Du wärst eine der Mütter,.die ich mir gleich an Land ziehen würde… Ich mag deine Einstellung… Ein bisschen back to Basics. Mich nerven diese Helikopter-Eltern, die ständig um ihre Kinder schwirren und meinen, alles die einzig wahren Alleskönner zu sein. Natürlich muss für Karl-Otto-Friedrich dann auch alles gefeiert werden – advent, die erste Schulgartenernte, das erste mal allein.aufs klo. Aber bitte mit Kuchen und Elternnachmittag. Eine Lesenacht muss dann aber auch sein. Und mindestens 4 tage Klassenfahrt mit Rundumprogramm und Ai und super Ausstattung – aber bitte nicht mehr.als 50€ inklusive Transport. Achja – und dann noch der Schnuppertag, das Weihnachtsfest, der Schuljahresauftakt, der Schuljahresabschluss… Wir Lehrer machen das unentgeltlich. Ich bekomme dafür keine abminderung, keinen mehrarbeitsausgleich, kein Mitleid. Das will ich auch nicht. Es wäre aber schön, wenn manche Eltern mal zur Vernunft kämen. Wenn ich könnte würde ich mit meiner klasse einfach mal in den Wald gehen… Stromern… Geocachen…. Aber dann macht Seraphina-Charlotte sich ja schmutzig.

    Und zu den Messern: die sind auch bei uns verboten. Wenn ich als Lehrerin was schnitzen will, dann hab ich mich auch um das Material zu kümmern. ;)

    Herzliche Grüße :)

  6. Liebe Josephine,

    es geht noch besser, 3 x die Woche Obst schibbeln für das EU Programm (da nur 100 gr. pro Kind geliefert werden und die Kinder keinen ganzen Apfel essen dürfen). Lesemuttis, Fördervereine, etc.

    Wenn ich die Zeit hätte, dann bräuchte ich keine Ganztagsbetreuung und würde nicht arbeiten gehen, sondern den ganzen Tag in der Schule verbringen um die Personallöcher zu stopfen.

    Wir sind in der ersten Klasse und mein Mann schüttelt nur den Kopf über den Austausch in der „Eltern What’s app “ Gruppe für gegenseitigen Austausch vom Schwachsinn.

    Die Lehrerin bekommt man gar nicht zu Gesicht, kommuniziert wird nur über Elternbriefe….

    Ich bin schon auf die nächsten Jahre gespannt…

    Wie man so hört, kommt ab der fünften Klasse noch „Mobbing“ dazu …

    Ich freue mich schon auf Deine nächsten Beiträge..

    • Mala einen kurzen Einwand: Mobbing kann schon ab der ersten Klasse stattfinden :( Grde frisch erlebt. Noch nicht so übel, aber nu ja alles fängt klein an

    • Hallo Mala,

      magst du mir das mal bitte mit dem EU Programm erklären? Wird den Kindern da schlicht Obst gegeben?
      Warum dürfen sie keinen ganzen Apfel essen?

    • Du kannst ja froh sein, wenn erst in der 5. Klasse Mobbing dazu kommt. Bei meinem Sohn und bei meiner Tochter war es schon in der ersten Klasse. Das eine Mädchen brauchte eine Sitzung beim Psy.

  7. Liebe Josephine,
    ich liebe deinen Blog!!! Ich muss immer so lachen… bitte schreib wieder mehr:).
    Ich freue mich auf deine weiteren Geschichten.

    Alles Liebe, Eva

  8. Du hast die Salate vergessen. Oder kleine Snacks, die zum französischen(!) Abend passen. Trockenes Baguette zählt nicht!

    Seitdem der Junior in der 7.Klasse einmal gefragt hat, ob auch Fertigkuchen für das Kuchenbüffet (für das von allen Eltern eine Zwangsspende erwartet wurde) akzeptiert werden würde und sich vor versammelter Klasse mit dem Unverständnis der Lehrerin über diese abwegige Frage konfrontiert sah, trägt er sich nur noch für Knabberzeug & Co ein. Er weiß eben, wie er seiner Mutter eine Freude macht. :razz:

  9. Liebe Josephine,

    darf ich mal fragen, woher Du das mit den freien Tagen und Ausgleichsstunden weißt? Die hätte ich nämlich auch gerne. Bei uns ist es bislang so, dass wir Lehrer solche Angelegenheiten in unserer Freizeit regeln dürfen. Schon klar, Arbeitszeit ist mehr als Unterrichtszeit.

    Aber: Als Teilzeitkraft bin ich bei sämtlichen Konferenzen, Elternabenden, Klassenfahrten (die wir übrigens bis vor kurzem aus eigener Tasche zahlten), Elternsprechtagen, Schulfesten, etc. voll eingebunden. Dazu kommen Besprechungen mit dem Jugendamt, Energiesparberatungen der Stadt (die den Schulen von außen aufgezwungen wurden, dabei gibt es noch nicht einmal funktionsfähige Heizungsventile), den Klassenraum in Eigenarbeit streichen (während die meisten Eltern samt Kinder noch am Strand liegen), Fortbildungen und Wettbewerbe, Unterrichtsgänge bis spätnachmittags (obwohl ich eigentlich nur 3 Stunden hätte), stundenlange Krisengespräche wegen der „Auffangklassen“ für Kinder, die zum Teil kein einziges Wort Deutsch können und auch das lateinische Alphabet nicht beherrschen, blablabla. Nein, ich will nicht meckern, aber in diesem Fall kann ich das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen.

    Wir Lehrer wären sehr glücklich darüber, wenn sich alle Eltern mindestens so weit um ihre Kinder kümmern würden, dass sie pünktlich, in angemessener Kleidung und mit kompletter Ausrüstung auf dem Schulhof stehen. Und wenn es weniger Eltern gäbe, die umgekehrt ihren Sprössling für den Nabel der Welt halten, um den sich alles zu drehen hat.

    LG
    Claudia

    • In all unseren Schulen aller schulpflichtigen Kinder (3) gab es bislang für die an Samstagen stattfindenden Feste, bzw. Tage der offenen Tür einen zusätzlichen, freien Tag. Daher weiss ich das. Und selbstverständlich behaupte ich nicht, Lehrer würde nicht auch Zusatzarbeit und Überstunden produzieren, ich gebe nur zu bedenken, dass man als berufstätiges Elternteil, gerade mit mehreren Kindern, heutzutage wirklich in Schwierigkeiten kommt, die schulischen Zusatzaufgaben auch adäquat erledigt zu bekommen. Und ja, ich mache in meinem Beruf auch Überstunden und Zusatzarbeit, meine Fortbildungen, die gerne mal vierstellige Beträge kosten und die mir die KV verpflichtend vorschreibt (eine bestimmte Anzahl an Fortbildungspunkten muss innerhalb von 5 Jahren erbracht werden) bezahle ich auch komplett selbst – und da ist Unterbringung & Verpflegung noch nicht mit inbegriffen. Und nein, zum Urlaub sage ich jetzt wirklich nichts. Gar nichts… :)

      Viele Grüße
      Josphine

      • Bei uns ist das nicht so, dass es nach Schulfest oder Weihnachtsfeier einen freien Tag gibt. Wenn im Ort Sommerfest ist, wird erwartet, dass die Schule auch eine Station zum Kinderfest beiträgt. Da kommen dann 3 oder 4 Lehrerinnen und Hortnerinnen. Ich bezweifle, dass sie dafür frei bekommen, solange meine Kinder in der Grundschule waren, habe ich nichts dergleichen bemerkt. Vielleicht ist das von Bundesland zu Bundesland verschieden?

  10. Ich habe mich genauso wie mein Mann letzte Woche erfolgreich um den Elternabend meines Erstgeborenen gedrückt, allerdings mit guter Begründung: Geburt von Sohn Nr. 3. Als ich dann einige Tage darauf Sohn Nr. 1 wieder in der Schule angeliefert habe (mit Neugeborenem brüllend im MaxiCosi) wurde uns mitgeteilt, dass wir doch jetzt bitte stante pedes einen persönlichen Termin mit dem Klassenlehrer vereinbaren mögen zwecks Kennenlernen-Sohn hat den Lehrer seit einem Jahr, und ich spreche täglich mit ihm, beim Abholen aus der Nachmittagsbetreuung…. wohlbemerkt, der Lehrer will uns kennenlernen, nicht den Familienzuwachs….

    • @Wortakzente: Das scheint wirklich von Bundesland zu Bundesland verschieden zu sein, In Sachsen müssen oder mussten zumindest die Lehrer ihre Klassenfahrten selber zahlen und es gibt auch keinen Ausgleich für irgendwelche Infotage die am Wochenende stattfinden und wo sie anwesend sein sollen, die gibt es hier auch nicht für die Schüler. Ich bin jetzt zwar schon 10 Jahre aus der Schule raus, aber durch jüngere Neffen weiß ich das es immer noch so ist. auch war es bei uns normal das bei Klassenfahrten immer irgendein Elternteil mit fahren musste, da wurde nie ein zweiter Lehrer abgestellt, den zweiten Lehrer gab es nur wenn eine andere Klasse noch mit gefahren ist. Außerdem frag ich mich gerade seit wann der Elternsprecher den Elternabend organisiert, hier bei uns machen das immer noch die Klassenlehrer, auch haben die Vorgaben das die es nicht über Facebook und ko verlauten lassen sollen, sondern da wird immer noch ein Brief geschrieben oder das einige Zeit vorher in der Klasse angekündigt und die Kinder sollen es dann den Eltern sagen.

  11. SEhr gut geschrieben! Das mit dem Messer gibt es schon in der ersten Klasse. Find es auch immer toll, wenn Utensilien wie Korken und co. innerhalb von 1-2 Tagen mitgebracht werden sollen. Da man ja so viel Wein trinkt ;-)

    • „bitte bringt bis übermorgen pro kind mindestens 3 ausgeblasene eier mit“.
      Bei nem Einzelkind sicher noch okay, aber wenn man dann mit ner Schachtel Eier antanzen soll und grade keine gefräßigen Teens in der Hinterhand hat …

  12. *daumenhoch*
    Kuchenbacken, wenn der Rest der Familie schon schläft. Urlaubstageroulette, um zumindest im Sommer gemeinsam Urlaub machen zu können, weil KiGa und Schule es nicht schaffen die Ferien zu synchronisieren. Der entnervte Blick der Erzieherinnen im KiGa, wenn man um kurz vor 4 dort aufschlägt (Betreuungszeit endet um 16.30 Uhr) und das eigene Kind seit über einer Stunde das letzte dort ist… Willkommen auf dem Land. Hierher ins Neubaugebiet zieht man und ist dann Vollzeit-Mami und Super-Hausfrau mit tippitoppi Haus und Garten und kommt gar nicht mehr auf die Idee jeden Tag in die 50 km entfernte Großstadt zu fahren um tatsächlich selber zu arbeiten, ist ja viel zu weit. Das machen nur die verückten Einheimischen…

  13. Oh, ich muss sagen, das mit dem Materialien mitbringen kenne ich durchaus auch noch aus meiner Schulzeit vor über 20 Jahren – und vor allem die helle Freude meiner Mutter, wenn mir das möglichst schon morgens einfiel, an dem Tag, an dem ich das mitbringen sollte. Aber es kommt ja irgendwie alles zurück, denn das habe ich bei meinen vier auch oft genug erlebt.

    Was die Kuchen angeht, habe ich den Kindern früh beigebracht, selbst welche zu backen. Bis Mittelstufe hab ich etwas für den Geburtstag mitgegeben, und da finde ich Aufbackbrezeln oder Knabbereien durchaus auch in Ordnung. Die hab ich dann auch bei „Zwangsbeiträgen“ mitgebracht. Die „Handyklingel-Strafkuchen“ mussten sie immer selbst backen, selber Schuld.

    Ansonsten ist die Schule, die die Kinder nach der Grundschule besuchen/besucht haben, sehr vernünftig, was diese Dinge angeht. Die Elternabende sind bereits auf dem Terminplaner für’s Halbjahr festgelegt, es gibt nur noch eine Erinnerung per Mail. Sie werden stringent durchgezogen und der Elternbeirat kümmert sich um die wirklich wichtigen Angelegenheiten der Schulgemeinschaft – Pillepalle hat da keinen Platz.

    Es kann also durchaus auch besser werden, was die Schule angeht – vor allem, wenn die Kinder gut zur Selbständigkeit erzogen werden und die Schule auch – solange sie keine gravierenden Probleme haben – ihre Angelegenheit ist.

  14. Moin, moin aus dem hohen Norden,
    ich bin kein Lehrer, bin aber mit vielen selbigen befreundet oder arbeite dienstlich zusammen. Ja, Pauker haben viele Wochen Ferien, aber das heißt nicht auch Urlaub zu haben. Die letzten Tage der Ferien finden regelmäßig Konferenzen usw. statt. Die ersten Tage nach Ferienbeginn muss noch vieles aufgeräumt, sortiert und abgearbeitet werden.
    Pfingstferien klingt Klasse und heißt konkret das Korrigieren der Englischabschlussprüfung für 80 Schüler/innen und Vorbereitung entsprechender mündlicher Prüfungsthemen. Tolle Ferien! Urlaub?
    Freizeitausgleich für die Teilnahme an Elternabende oder Klassenfahrten? Das ist ein Märchen!

    Realität ist Rufbereitschaft auch in Freistunden mit der klaren Vorgabe sich in diese Zeiten keine privaten Termine zu legen! Realität sind regelmäßige unbezahlte Mehrstunden durch Vertretung fehlender Kollegen.
    Ich könnte hier noch Seiten füllen. Kritik an Paukern gerne, wenn das fachliche Nieten sind. Die Kompetenzen mancher Lehrer/innen sind da nicht immer im optimal.
    Eine Neiddiskussion wegen vieler Freizeit ist aber nicht angebracht.

  15. hihihi, ich schmeiss mich weg. Eltern halt…… da gibt es so Exemplare, die nach einem EA nicht in der Lage sind das Schulhaus zu verlassen. Da steh man noch Unsinn labernd i Foyer. Naja, ich hab halt zentral das Licht ausgeschaltet….. Die wären noch um halb eins rumgestanden
    Das Beste war die Frage eines Lehrers: „dürfen wir nach Zehn noch uns unterhalten“ oder so ähnlich.
    Ich guckte den mit einem mittlerweile anschwellendem Hals an und meinte: „nein, die Türen werden abgeschlossen und dann hat sich niemand mehr im Haus aufzuhalten.“ Lehrer ganz erleichtert: „danke“ Ich grinste nur. Naja, viele Lehrkräfte kommen um sieben Uhr morgens. Dann Unterricht et und dann noch EA bis Abends um Zehn?

    Wie die Eltern partoout nicht gehen wollten verkündete ich lautstark so das es der letzte taube Vogel hören konnte: gemäß Tarifvertrag darf ich wenn ihr jetz nicht geht, morgen das Schulhaus nicht aufschließen. Ich muss 11 Stunden Arbeitsfreie Zeit bis zum Dienstantritt haben.

    Hihi, die Gesichter… Und nein, ich mache meine Arbeit gerne, nur das sinnbefreite Gelaber nervt.

  16. Oh ja! *seufz*
    Bisher nur Kindergartenwahnsinn, aber der reicht mir schon und die Schule wird kommen, *grusel*
    Allerdings: Mit einem Messer hätte ich mich selbst nie so dermaßen massakriert, wie mit diesem oberfiesen Linoldruckschaberding! Mann, da ist bei uns Einiges an Blut geflossen, das nennt man wohl „leiden für die Kunst“!
    Bei uns im Kindergarten finden (zumindest in der Theorie) alle naselang Infomationsnachmittage oder -Abend statt. Gehe ich nur hin, wenn`s wirklich interessant ist, aber das wirklich Wichtige hakt man ja mit dem ersten Kind schon ab,
    Im Gegenzug werden andauernd Veranstaltungen wegen zu geringer Anmeldezahlen abgesagt. Ist auch nicht immer gut…
    Letztes „Highlight“: Infoabend zum Thema gesunde Ernährung. Ich mir gespart (höhö), es lebe der Feierabend!
    Wurde auch abgesagt, hielt keiner für nötig.
    Dafür berichtet das Größte dann öfters: „Die Tara, die darf aber Nu-tellbrot mitnehmen!“ oder auch: „heute hatte Jannig Fruutluups mit! Das will ich auch!“ Jaja…

  17. Scheint generell überall gleich zu sein,
    das die Pädagogen meinen,man hat einen mittleren Gemischtwarenhandel zu Hause.
    Erinnere mich,wie ein Sohnemann für den nächsten Tag einen Apfelentkerner brauchte,
    im einzigen Supermarkt vor Ort kreisten alle Eltern um einen zu finden.
    Oder eine „rosafarben Einband“,musste extra dann bestellt werden,weil nirgends lagernd.
    Gleich wie Wollreste etc.

  18. Kenne das auch alles…
    Einmal gab es aber ne Kuchendiskussion, ob man den zu verkazfenden Kuchen nicht selbst kaufen sollte, um den dann unentgeltlich zur Verfügung zu stellen… weil „man wisse ja nicht, wie andere Eltern mit rohen Eiern umgehen… denkt doch mal an die Salmonellen….“
    oder die endlose Diskussion, weil der Hort als Elterninitiative (so was ist so grausam), Elternmitarbeit einforderte, die daraus bestehen sollte, dass Eltern während der Hortöffnungszeiten den Hort putzen. Alternative wäre, man zahle pro Elternpaar 5-8€ mehr im Monat. Die Vorzeigemuttis und Superhausfrauen meinten allesamt, man könne sich das Geld sparen…

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