Bitte be-pusten sie in keinem Fall das Kind!

Whow – erst wochenlang gar nichts, und dann gleich zweimal am selben Tag… ;)

Aber wie es der Teufel so will, habe ich heute tatsächlich einmal Zeit, durch das WWW zu streunen, als ich über einen Artikel *KLICK HIER* auf der Seite des geschätzten Kollegen Kinderdoc gestolpert bin, der mich dann doch hat stutzen lassen. Erst. Dann aufmucken. Dann protestieren… :)

Leider funktioniert die Kommentar des Kinderdocs nicht – oder er hat mich gesperrt, wer weiss *ggg* – jedenfalls war mir ein Antworten nicht möglich, deshalb also von hier aus, eine Lanze gebrochen für die uralte Tradition des „Wunde bepustens“:

Okay….
meine 5 Geschwister und ich sind mit „Pusten-auf-Wunden“ aufgewachsen, und ausnahmslos alle sind völlig unversehrt im Erwachsenenalter angelangt. Ohne Staph-Aureus-Superinfektion oder sonstige Wundheilungskatastrophen. Ganz im Gegenteil sind wir *dreimalaufholzklopf* allesamt ausnahmslos gesund. Mag es nun miteinander zusammenhängen, oder nicht.
Und weil es so ist, und wir so aufwuchsen, keine schlechten Erfahrungen damit machten, habe auch ich meinem Nachwuchs die kleinen und großen Wunden gepustet. VOR Octanisept, Pflaster und Co. Mittleres gab es nur im Falle größeren Blutverlustes, da unser alter Kinderarzt (also MEIN Kinderarzt, der bestimmt noch den Kollegen Semmelweiss persönlich kennengelernt hatte) immer zu sagen pflegte: „Luft und Liebe braucht so eine Wunde zum heilen – sonst nix! Nur Luft und Liebe!“
Ersteres – also Octanisept – gibt und gab es bei uns gar nicht. Habe ich noch nicht einmal im Haus. Und mit „Wasser spülen“ hätte man weder mir, noch den Geschwistern, bzw. Kindern kommen müssen – BÄH! Datt BRENNT DOCH!

Im Zeitalter der Antibiotika-Resistenzen, MRSA- und ESBL-Superinfektionen beschleicht mich immer mal wieder das Gefühl, man kann es auch übertreiben. Also – überhaupt. Nicht nur mit Schürfwunden. Und wenn meine Kinder es mir dereinst nicht klar untersagen, werde ich wohl auch noch die Enkelkinder be-pusten.
Never change a running system… :)

In diesem Sinne!
Eure Josephine

So, das musste raus. Jetzt geht es mir besser :) Und wie seht Ihr das? Pusten? Ja? Nein? Ganz anders? Gleich in die Klinik? Und machen das eigentlich nur die Deutschen, oder wird auch in Großbritannien, Somalia, Ost-West-Kaledonien auf Weh-Wehs gepustet? Ich bin gespannt!

 

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49 Kommentare zu “Bitte be-pusten sie in keinem Fall das Kind!

  1. In Berlin und Mainz wird gepustet! Zur Not auch durch’s T-Shirt oder Hose. Hilft sensationell gut und ist immer griffbereit. In schlimmen Fällen gibt es hinterher noch einen Kuss drauf!

    LG
    Zottellotte Sonja

  2. Pusten!!! Ganz unbedingt! Meine diversen Blessuren als Kind haben genau ein einziges Mal Desinfektion gesehen – man war halt der Meinung, dass es unschön werden könnte, wenn man den Rollsplit aus der Wunde rauseitern lässt. Ansonsten wurde, wenn überhaupt, grob oberflächlich gereinigt, bepustet und gut… Und siehe da, ich lebe noch (und die Kinder meines Alters sind auch alle erwachsen geworden).

  3. hier (in Hannover) wird auch gepsustet, ist ein Reflex. Meine Kinder haben auch alle kein Karies, obwohl ich ab und zu aus ihren Trinkflaschen getrunken habe ;-)

  4. Im Rheinland wird definitiv auf Wunden gepustet. Und hier hat sich bisher noch keine Infektion der schlimmen Sorte durch Pusten gebildet.
    Die Hinwendung zum verletzten Kind.
    Die Hinwendung zur verletzten Stelle.
    Und mit einem kleinen Luftstoß zeigen, ich bin hier, ich sehe deine Schürf- oder was auch sonst immer für eine -wunde, ich tröste dich.
    Und schon tut es viel weniger weh.

    Ich glaube nicht, dass Pusten problematisch ist.
    Schwieriger fände ich: Mach Spucke drauf.

  5. Pusten! Auf jeden Fall! Und bei den ganz kleinen Mäusen das Aua dann auch noch wegfliegen lassen (hach, was fand ich das immer süß, wenn sie vor lauter Bemühen, das fliegende Aua zu sehen, das Brüllen vergaßen :-D)
    Liebe Grüße,
    Mona

  6. Bei solchen Artikeln (vom Fachverband, beispielsweise) denk ich immer: Cui bonum ? Tja, und dann wird er schon nicht mehr so heiß gegessen wie gekocht.

  7. Pffft… klingt für mich nach einer ABM eines Verbandes der gern dafür sorgen möchte, dass noch mehr Patienten in die überfüllten Praxen kommen und so vielleicht ein paar Kollegen eine Zulassung bekommen (was ich nebenbei gut fände!).

    Ansonsten: Klar wird gepustet, Pflaster gibts bestenfalls bei großflächigen Wunden oder Nachts damit nicht „aus versehen“ der Schorf abgekrazt wird. Und gelegentlich – je nachdem wo es ist – gibts es mal eine Wund-/Heilsalbe drauf.

    Und in die Klinik? Ich hab‘ sie doch noch alle! Nach groben Funktionstest ob sich Finger, Beine, Zehen, wasauchimmer, sinnvoll bewegen lassen geht es im Alltag weiter – gern im Schongang für das Kind (und für meine Nerven ;-) ). Aber wozu soll ich bitte das Kind und mich in ein Wartezimmer zwischen verrenkte Kiefer, Babys ersten Husten mit 37,3°C Fieber und den verschnupften Zweitklässler ohne Taschentücher setzen?

    Klar, wenn es dick und rot (=entzündet) wird und sich keine Besserung zeigt wäre der Gang zum Arzt nicht verkehrt. Hatten wir trotz vieler „Flugübungen“ des Turbosohnes in den letzten 7 Jahren zum Glück nie.

  8. Im Süden der Republik aufgewachsen und wohne jetzt auch im Süden: immer gepustet. Ob bei mir als Kind oder bei meinen eigenen Kindern. Ich bin inzwischen gross geworden (ohne Blessuren vom Pusten) und meine Kinder sind jetzt 18 und 15 und haben vom Pusten auch keine Schäden behalten.

  9. Nachdem ich aus dem pustenden Rheinland nach Westfalen zog, muss ich feststellen, dass auch hier gepustet wird. Ja und das immer wieder, ich puste nun auch schon das ein oder andere Jahr mit. Und wenn ich bei jedem Dingens in die Klinik gehen würde, ich hätte sicher schon einen eigenen Kaffeeautomaten.

    Also pusten, das heilt alle Wunden.

  10. Klar wird gepustet! Und zum Thema „Superinfektion“: ich erinnere mich, dass wir als Kinder regelmäßig mit den Rollschuhen einen Colt-Seavers-Gedächtnis-Sturz (für allem die nach den 80ern Serien gesehen haben: das ist der Held aus „ein Colt für alle Fälle“) hingelegt haben und einen blutigen Kratzer mit ordentlich Straßendecke drin zugezogen haben. Das ganze haben wir pragmatisch gelöst – wir haben die aufgeschürften Finger einfach in den Mund gesteckt und sowohl den Straßendecke in den Mund, als auch die bakterienverseuchte Mundflora auf die offene Wunde übertragen. Es ist für mich bis heute ein Wunder, wie die Menschheit die letzten Jahrtausende mit dieser Methode überleben konnte – ich fürchte, bei der kommenden Generation könnte es eng werden!

  11. ich gestehe ich gehöre auch zur Pust-und-Küsschen-drauf-Fraktion :D Das einzige wo ich von Küsschen drauf Abstand nehme, ist ein akuter Lippenherpes ;) Meine große Tochter lebt auch noch (verweigert bis auf tiefste und schwerste Verletzungen aber Pflaster ;) ) Nuja, und die Zwillinge können mit 8 Monaten noch nicht sooooo viel anstellen, dass ich großartig Wunden versorgen muss. (Hoffe ich. Bei Zwergenmädel bin ich mir grad nicht so ganz sicher..)

  12. Bei uns wird nicht nur gepustet, es MUSS auch immer ein Pflaster sein. Ob’s blutet oder nicht, ob man was sieht oder nicht – sobald der erste Klebeansatz die Haut berührt, ist jeder Schmerz gestillt ;-)

    • genauso ist es bei uns. das beste heilmittelin alltagsdingen ist zuwendung und die psychische wirkung von pflaster.

  13. Auf jeden Fall pusten!
    Mein Opa hat dann immer noch Talkumpuder drauf getan und dann kam der Spruch: „Bis du heiratest ist es wieder gut!“. Noch unverheiratete aber trotzdem vollständig verheilte Grüße aus Berlin.. :-)

  14. „Never change a running system… :) pusten, damit der Arzt geschont werden kann.“
    Und dazu singmurmeln: Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Sonnenschein, dann wird die Wunde heile sein!“

  15. Also hier an der Grenze von Westfalen nach Niedersachsen wird auch gepustet und geküsst. Und ich lebe immer noch, bin recht groß und im großen und ganzen gesund :) Und trotzdem, dass ich die Mitte 20 gerade hinter mir gelassen hab, puste ich meine eigenen Verletzungen und gebe notfalls sogar ein Küsschen drauf. Und das wird auch so bleiben. Gut, wenn die Wunde all zu dreckig ist, zücke ich auch ausnahmsweise schonmal die Octenisept-Flasche. Zur Gewohnheit wird es aber nicht (brennt dafür viel zu sehr weh ;) )

  16. Im Osten der Republik wird auch gepustet, wenn man die Wunde denn zu Gesicht bekommt. Großer Sohn ist nämlich sehr eigen, was seine Verletzungen angeht. Sie werden gerne besprochen, aber in die Nähe kommen dürfen Mama und Papa nur im äußersten Notfall. Und Pflaster darf es schon gar nicht geben. Auch nicht beim Impfen. Wahrscheinlich ein im Unterbewsusstsein befindliches Überbleibsel aus seiner Zeit auf der Frühchenintensivstation. Da hat er anscheinend genug Pflaster für den Rest seines Lebens abbekommen.

  17. mir hat man noch beigebracht das speichel desinfizierend wirkt…. der eigene bestimmt, kommt ausm körper geht innen körper..oder so. bei mama oder papa hätt ich auch keine bedenken …familienkeime….also: pro pusten! und EIGENE wunden lecken!
    grüße von frau namenlos

  18. Ich – als Kind in Südbaden – wurde bepustet UND!!!!!!!!! bekam Gummibärchen aufgelegt. Half bestens.
    Jetzt wird hier in Hessen bei Mini auch gepustet. Und Gummibärchen aufgelegt ;-)

  19. Nachtrag:
    ich mag unsere Kinderärztin, wirklich. Die ist toll. Trotzdem will ich nicht mit einer offenen Wunde am Kind zwei Stunden im Wartezimmer sitzen während sich rechts und links jeweils ein Kind erbricht, Großfamilien von Läusen rumturnen und mehrere Scharlachverdachtsfälle begeistert die Zungen vergleichen. Da halte ich das Gummibärchen für hygienischer …

  20. Pusten! Hilft immer und überall. Notfalls Ganzkörperpusten .. einmal am Haaransatz losgelegt bis zu den Füßen runter. Oft kommt auch ein „Aua .. Papa, du musst mal pusten kommen!“ (Dann kommt Superpapa natürlich sofort angefliecht und verpustet alles und jeden der sich der Heilwerdung widersetzt gnadenlos .. GNA-DEN-LOS!)

  21. In Österreich wird auch gepustet!;-)
    Jedenfalls in meiner Kindheit und sehe es auch bei meiner Familie bei denen die gerade Kleinkinder haben. Habe mir davor noch nie Gedanken darüber gemacht das das schädlich sein könnte, bin aber auch der Meinung das wir in der heutigen Zeit, in der wir auch unser Essen nicht nur waschen sondern regelrecht desinfizieren, zum Übertreiben neigen.
    Auch wenn das jetzt eine gewagte Theorie ist, ich wohne selbst am Land, habe als Kind im Dreck gespielt, und ungewaschene Karotten frisch aus der Erde gegessen – habe heute keine Allergien oder Gebrechen, wärend meine Freundin aus der Stadt, die seeehr gut behütet aufgewachsen ist, gegen so gut wie alles allergisch ist (Äpfel, Erdbeeren wenn sie nicht noch mal nachgeschrubbt wurden, Pollen…). Ich bilde mir ein das ein wenig Dreck (und Speichel beim Draufpusten) eher abhärtet und das Immunsystem stärkt anstatt die Kinder krank zu machen. Das ist nur meine bescheidene Ansicht.

  22. Definitiv pusten!!
    Meine Beiden sind auch gesund und munter im Erwachsenenalter angekommen trotz Pusten.
    Seehr hilfreich, weil das „Aua“ damit ja auch weggeblasen wird („guck mal, da hinten fliegts.. ist schon gaaanz weit weg“)
    Bei Schürfwunden gabs ab und an ein winziges Kleckschen Bepanthen. Die „gute Creme von Frau Doktor“.. half damals auch gelegentlich schon mal gegen Bauchweh ;o)

    LG

  23. Also meine Kinder finden es toll, wenn ich puste! Wobei ich gestehen muß, daß ich es nicht bei einem schlichten Pusten belasse, sondern so tief Luft hole und so doll puste (mit der entsprechenden Grimasse), daß bisher noch jedes angefangen hat zu lachen :-)

  24. Hier in Kleinluxiland wird auch gepustet .
    AAAAber , da wir kleinluxiländisch reden, wird bei uns nicht gepustet sondern …………
    geblasen ! SORRYYYYYY, ist nun mal so :-) !
    Hauptsache es erfüllt den Zweck und der Schmerz und die Tranchen sind schnell vergessen , egal in welcher Sprache !!!

  25. In Freiburg wird auch gepustet und alle sind wir damit groß geworden. Außerdem hatte meine Mutter ein sehr zuverlässiges Mittel zur Schmerzlinderung und Heilungsbeschleunigung: Sie legte einen Schokoriegel (Kinderschokolade, Duplo o.ä.) auf/neben/in die Nähe der Wunde und sagte uns, wir dürften es erst essen, wenn es nicht mehr weh tut. Man glaubt gar nicht, wie schnell dann so ein Schmerz abklingt :-)

  26. aus Mangel an Schürfwunden-Erfahrung (warum eigentlich? *kopfkratz*) kann ich nur theoretisch pro Pusten sein ;-) aber bei Beulchen und anderen Auas frage ich immer „Küsschen drauf?“ was bisher noch nie abgelehnt wurde und danach folgt auf die Frage „jetzt besser?“ immer ein Nicken und oft sogar wieder ein Lächeln. Küsschen auf Schürfwunde gibt es aber sicher nicht. Und auch keine Globuli, nope…

  27. Da ich schon ein wenig rumgekommen bin kann ich die Puste und Küsschenpraxis von folgenden Orten bestätigen: Oldenburg, Hannover, Essen, Karlsruhe, Wien (Österreich), Burgenland Forchtenstein (Österreich), Kaiserslautern, Rostock und Berlin. Und da ich selbst bald Jungmama sein werde, wird sich die Kette wohl fortsetzen ;) hilft auf jeden fall besser als tausend Salben, oder Pflaster. Ich werde mal die Verwandtschaft in Mexiko bei Gelegenheit dazu befragen, bin ja mal gespannt ob die das dort auch kennen 😊

  28. Hm. Pusten IST Ablenkung!
    Übrigens: In Thüringen wird auch gepustet. Ich habe auch so mit meinen zweien eine „Schrankwand in der Notaufnahme“ stehen – die ist aber halt für dringende Fälle: „Bleiben Sie gleich hier – das opperieren wir HEUTE ABEND noch…“
    Alles andere wird gepustet.

  29. Nein, sorry, kein Pusten.
    Aber in den Arm nehmen und „Heile, heile Gänschen“ singen. Zur Not beide Strophen (oder waren es 3?). Anschließend, wenn Blut floss, Pflaster. (Auch bei mir hilft heute noch ein Pflaster gegen Schmerzen. Es lebe Placebo.)
    Nummer drei war nachher so groß, dass er ankam und sagte: „Du brauchst nicht singen, ist nicht schlimm.“ Oder aber: „Kannst Du bitte singen ?!?!“

  30. Je nach Schwere der Verletzung wird gepustet, „Heile Segen“ gesungen, dedrückt, Schmutz und Aua abgeklopft, auf den Schoß gesetzt, evtl. Desispray und Pflaster (aber nur, wenn es gaaar nicht anders geht), ansonsten hilft die „Zaubersalbe“ über Nacht. Wenn es ganz großes Geheule gibt frage ich, ob wir einen Notarzt brauchen, dann hört es schon auf und es wird gekichert. Aber zum Glück sind auch die schlimmsten Auas, die wir bisher hatten ohne Arzt, Entzündungen und Narben auch so verheilt! :)

  31. Natürlich wird gepustet – was denn sonst? Bei etwas größeren Wehwehchen gibt es eben ein Pflaster.
    Ich bekomme eine Krise, wenn ich diese Sag.rotan – Werbung für 99.9%ige Desinfektion im Haushalt sehe. Wir haben frisch vom Acker oder dem Gemüsegarten gemampft und sind auch kerngesund groß geworden.

  32. Pusten und dann – das scheint aber nicht sehr verbreitet zu sein?- ein „Trostpflaster“ in Form von einem Stück Schokolade. Und ganz viel Liebe und Mitleid…..

  33. Pusten und Küssen hilft hier sogar über mehrere Meter Abstand. Oder gerne auch in der verbalen Form „Pust, pust, Kuss, Kuss!“ , man ist schließlich schon groß mit 6 Jahren… ;-)

  34. Meine Feldstudie hat ergeben: auch in Irland wird gepustet und geküsst! In meiner Heimat – dem Rheinland – wird auch jede kleine bis mittelgroße Blessur geküsst und be-/weggepustet. Und meine Kinder haben ihrer Meinung nach viele Wunden nur überstanden, weil sie mit so viel Liebe/Puste behandelt wurden … Ein überdimensionales Pflaster mit Prinzessinnen/Elefanten/Flugzeugdruck erledigt dann die restliche Heilung.

  35. Auch von mir auf alle Fälle ein klares JA! zum Pusten! Es hilft bei Kinderkataströphchen aller Art, und darauf kommt’s doch an. Wenn Kind weint, hat es in dem Moment ein Problem. Es tut weh und es ist ganz schlimm, auch wenn’s kaum oder gar nicht zu sehen ist. ;-) Kind will ernst genommen werden. Durch Pusten zeigt man: Ich nehme deine Gefühle wahr, ich rede sie nicht weg, ich helfe dir, so gut ich kann, und ich hab dich lieb! So akzeptiert Kind eventuell sogar die Ansage, dass die kleine Wunde an der Luft viel besser heilen kann als mit Pflaster. ;-) Ziemlich viel, was so ein einfaches und überall greifbares Mittel vollbringen kann. Es hat sich zu unseren Kinderzeiten schon bewährt, es bewährt sich jeden Tag wieder bei meinen eigenen Kindern, negative Folgen habe ich noch nie beobachtet. Ich wüsste wirklich nicht, warum man das abschaffen sollte! Da lass ich mich auch nicht vom Fachmann überzeugen. ;-)

  36. So, nachdem ich den Ausgangsartikel nun noch genauer durchgelesen habe, fällt mir noch was dazu ein. Da geht es ja um Fälle, in denen tatsächlich richtig was IST. Große, schlimme Wunden. Und mal ehrlich, wer würde in so einem Fall pusten und es dabei bewenden lassen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das aufmerksame, liebevolle Eltern tun. Ich jedenfalls denke bei größeren Unfällen nicht zuerst an Pusten. Mit der strömenden Platzwunde des Sohnes ging es natürlich direkt in die Notaufnahme. Und das aufgeschürfte Gesicht der Tochter nach einer Nasenbremsaktion wurde natürlich gereinigt und wäre natürlich dem Arzt vorgestellt worden, wenn es nicht ruckzuck geheilt wäre. Was das Pusten in solchen Fällen angeht, wage ich mal eine Gegentheorie aufzustellen: Wenn jemand, um über den ersten Schreck hinwegzuhelfen, tröstend pustet, interessiert der sich so für sein Kind, dass er auch alle weiteren nötigen Maßnahmen ergreift. Wenn es schlimm wird, dann doch eher, weil gar nichts getan wird, und nicht, weil als erstes gepustet wurde? Oder lässt sich da ein direkter Zusammenhang wissenschaftlich nachweisen?

  37. Ich habe überlegt, und dabei fiel mir auf, dass ich allenfalls und nur auf ausdrücklichen Wunsch puste und das nur auf unverletzte Haut. Instinktiv. Oder vielleicht, weil ich berufsmäßig mit dies und jenem konfrontiert werde. MRSA und ESBL… tja, gut, der Zug ist naus, das Zeug haben wir jetzt am Hals. In Kliniken (und wahrscheinlich auch in Arztpraxen) werden noch immer erstaunlich schnell Antibiotika verordnet. Als käme es gar nicht mehr darauf an….
    Ach ja, ich bin übrigens kein Verfechter dieser oder einer anderen Medizin, ich fühle mich dahingehend sehr unabhängig ;-)

  38. natürlich pusten, schließlich hilft atmen ja gegen Schmerzen… wissen die Geburtshelfer schon seit????
    erstens kann eine pustende Mama selber schlecht hyperventilieren, zweitens pusten die meisten Kinder mit und entspannen sich so nach dem Schock der Verletzung und drittens ist pusten, küssen etc. immer zur Hand, genau wie Mamaliebe, die ja ganz von selbst aufs pusten gekommen ist….
    meine Kids sind inzwischen schon größer und sie pusten selber, das hilft noch genau so….

  39. Bei uns wird auch immer erst mal gepustet, in den Arm genommen und dann –
    das ist vom Kind abhängig.
    Kind 1 ist (warum auch immer) tablettengläubig. Also bekommt er eine (Traubenzucker-) Tablette.
    Kind 2 ist pflastergläubig. Also bekommt er ein Pflaster.
    Kind 3 ist salbengläubig. Also Salbe.

    Eigentlich dachte ich, dass ich alle drei gleich geliebt, behandelt, gehändelt habe – ABER – Jedes Kind ist anders.
    Also kriegt jedes Kind, was es braucht.

    Aber Pusten und liebhalten sind immer (!) die Notfallbehandlung.

  40. Hier in Leipzig gab und gibt es puuuuuusten,was denn sonst?
    Ob ihr es glaubt,oder nicht,das klappt sogar bei unserem Hund!!!

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