Here´s To Future Days (Auf Die Zukunft)

Ein gemütlicher Wochenend-Abend, Josephine und Herr Chaos gemeinsam auf der Couch vor´m Fernseher…

Herr Chaos: „Josie…!“

Ich: „Hm…?“

Die Kiste flimmert….

Herr Chaos (wenig lauter): „Josie!“

Ich (angestrengt): „HM-HM?“

Herr Chaos (bisschen genervt): „Josephine – heulst du???“

Ich (schniefend): „Ja! Der Film ist so traurig!“

HC (irritiert): „Das ist Leathal Weapon! Ausserdem läuft gerade Werbung. WAS ist los?“

Ich schneuze mir lang und ausgiebig die Nase, seufze lang und ausgiebig vor mich hin – was soll ich sagen…

Ich: „Es ist – weil…Also, wegen… – du weisst schon! Mein BABY!!!“

Jetzt ist es an Herrn Chaos, lang und ausgiebig zu seufzen. Ich wusste schon, dass das kommt.

Ich *FlunschZiehend*: „Waaaaaaaaas???“

HC: „Was ist denn mit dem Baby?“

Als ich darüber nachdenke, was mit dem Baby ist, schiessen mir schon wieder die Tränen in die Augen. Dankbar nehm ich das dargebotene Taschentuch entgegen und schneuze kräftig hinein.

Ich: „Weil – es doch bald weg geht….“ *HEUL*

HC (zärtlich bemüht): „Josephine – das Baby ist jetzt VOLLJÄHRIG, hat sein Abitur in der Tasche, muss sich regelmässig rasieren – was willst du? Es war klar, dass das eines Tages kommt!“

Ich (aufheulend): „Aber er ist doch noch SO KLEIN!…“

HC (hustend): „Er ist einen Meter siebenundachtzig gross…!!!“

Ich (völlig unbeeindruckt): „…und weiss noch gar nichts von der Welt! Er war da noch nie alleine!“

HC (wo nimmt der Kerl nur die Geduld her???): „Ja – und deshalb muss er da jetzt mal raus. In die Welt. Allein. Ohne Mama!“

Ich (völlig hinüber): „Aber er war NOCH NIE ohne Mama… – Siehst du, der Hund versteht mich!“

Mit tränenverschleiertem Blick beobachte ich gerührt, wie Shepherd mir tröstend die Hand abschlabbert.

HC (trocken): „Von wegen! Der riecht nur die Lyoner-Stulle, die du vorhin gegessen hast.“

PFFF – Männer…!

Ich (erneut ansetzend): „Aber – Amerika ist SO WEIT WEG!“

HC (frech grinsend): „Sei froh, dass er nicht Australien genommen hat! Oder den Dschungel von Borneo…“

Ich (aufheulend): „Bring ihn ja nicht auf dumme Gedanken, du! Ich warn dich!“

Dann wein ich noch ein bisschen an Herrn Chaos starker Schulter.

Wenn sie flügge sind, muss man sie ziehen lassen, ist schon klar. Aber keiner sagt, dass das leicht wird…

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28 Kommentare zu “Here´s To Future Days (Auf Die Zukunft)

  1. Männer verstehen sowas einfach nicht *tröst*. Bin ich froh, dass mein Sohn erst 10 wird, so hab ich noch ein bisschen Zeit, mich ans Loslassen zu gewöhnen. Aber ich befürchte auch, dass das nicht leicht werden wird (obwohl – die harte Pubi-Zeit liegt ja noch vor uns *g*).

    Liebe Grüße,
    Jessica

  2. *hihi*
    Ich mein, das ist natürlich schlimm und ich kann das vollstens nachvollziehen. Ehrlich.
    Aber …. *hihi*
    Irgendwie ist es witzig, dass so gut wie jede Mama erstmal so reagiert.
    Und – irgendwie bleibt man halt immer das „kleine Kind“. Notfalls auch noch mit 30, 40 oder 60.

  3. Liebste, liebe Josephine! Nun gut, es ist soweit….dein erstes Chaos-Kind darf vor die Tür und über den großen Teich. Das ist schwer für Mamas, ABER denk doch mal…..was würdest Du der Welt vorenthalten, wenn du ihn zu Hause lassen würdest?!? Betrachte es so: Die Welt braucht den Kleinen *ähem* Großen (auch wenn sie es vielleicht noch nicht weiß)! – Und da ich mal davon ausgehe, dass eine Mama mit gehörig viel Selbstbewusstsein (eben Du) und gesunden Ansichten (eben DU-HU) und ´ner ziemlich sicheren Antenne für -sagen wir mal- „Zwischenmenschliches“ (jaaaaaaa….auch DUUUUUUUUU) das alles an die entsprechende Mannschaft daheim zu verklickern in der Lage ist, darfst du ihn ziehen lassen! – Du hast immens viel auf die Reihe bekommen und er ist dein Kind (naja….zu 50:50), also trau ihm das auch zu! Los jetzt! Taschentuch raus, Tränen trocknen und…wenn ich richtig gelesen habe….da sind noch so ein paar Chaoskinder, ein recht grundentspannt erscheinendes Männchen und ein HAUFEN Chaosabenteuer (das auf dich wartet). Du packst das!!!! Herzliche Grüße, diekleinecouch

  4. Meine Kids sind zwar noch lang nicht volljährig, aber ich erinnere mich an den ersten Kindergartentag meines ältesten Sohnes.
    Bin heuled nach hause gefahren g*
    MEIN kleiner Junge den gaaaanze Vormittag ohne Mama!!!! Und ich soooo lange ohne keinen Knirps!!

  5. Hallo Josephine,

    als meine Tochter letztes Jahr zwecks Studium in eine andere Stadt zog ( 60 km entfernt) habe ich stundenlang einen Weinkrampf nach dem anderen gehabt.
    Immer wieder wie vom Erdbeben durchgerüttelt.
    Nun ist es Alltag.
    Ich freue mich immer wenn sie heimkommt, und bin immer ein klein wenig traurig, wenn sie wieder geht. Aber das ist nur noch kurz……
    Man gewöhnt sich wirklich an so vieles……..

    Ich schicke mal ein tröstendes Kopf streicheln.
    Alles wird wieder gut.
    LG Claudi

  6. Wie es mir mal damit gehen wird meine Kinder ziehen zu lassen weiß ich auch noch nicht. Aber ich erinnere mich gut an meine Mutter, die beim ersten Kind das auszog auch eher zu Tränen gerührt war. Beim vierten und letzten Kind hat sie dann abends die Flasche Sekt geköpft – endlich allein!!!
    Aber sie freut sich immer wenn wir alle da sind genießt die Zeit dazwischen umso mehr.
    Also, Kopf hoch und frohe Ostern noch

  7. Sowas koennen nur Muttis und Doggies nachvollziehen! Bei uns steht das auch bald vor der Tuer, noch zwei Jahre, aber das ist doch schon so ganz bald, oder? Es wird ihm bestimmt gut bei uns in den USA gefallen. Ausserdem ist das doch auch der perfekte Anlass zu haeufigeren Besuchen, oder? Genug zu sehen gibt es hier ja.

  8. Oh nein wie herzerweichend!
    Das ist schon ein großer Schritt, sowohl für dein Baby als auch für dich. Aber so ist der Lauf des Lebens. Irgendwann muss man aus der Familienhöhle entschwinden, die Welt erkunden, Sonne und Regen erleben, ein Fräulein finden und eigene Wege beschreiben. Trotzdem wird er immer wieder zu dir zurück kommen, du wirst immer sein Anker und Bezugspunkt sein.
    Und so technikoffen wie du bist, mit eigenem Blog und so, werdet ihr auch die Zeit, die er in Amerika verbringt, gemeinsam überstehen. Denk doch mal! Videochatten, schicke Postkarten von drüben, vielleicht auch mal ein „Westpaket 2.0“ und riesengroße Wiedersehensfreude danach. Und die Fotos erst!

    Alles wird gut. Ächt!
    Liebe Grüße,
    die Nickel

  9. Meine Tochter (17) möchte irgendwann nach Amerika auswandern. So zumindest ihr Plan zur Zeit. Jetzt soll sie erst mal ihre Schule fertig machen und eine Ausbildung. Ja, auch das Loslassen wird für mich nicht einfach werden. Der Sohn (14) hat da noch ein bisschen Zeit. Er ist „erst“ in der 8. Klasse. Dauert also noch ein bisschen länger.

  10. Das Loslassen ist wie das Kinderkriegen: Beim ersten ist es immer am schwersten – aber sei froh, du hast noch drei zuhaus, die dich brauchen. Manchmal auch vier und fünf (Hund).
    Und bis das letzte Baby geht und nur noch Hund und Mann zum Bemuttern dableiben, hast du Übung im Gehenlassen. Dann ist es gar nicht mehr so schwer. Wirklich.

  11. Ich würde heute meinen 3-Jährigen liebendgerne samt 1-jährigem Bruder in den Flieger nach Amerika stecken – aber auch nur heute ;-)
    In 15 Jahren werde ich wahrscheinlich bestreiten, dass ich das jemals gesagt habe und meinen Söhnen auch Rotz und Wasser hinterherheulen…

  12. och *kopfstreichel*
    ich kanns dir nachfühlen, auch wenn mein größter grad erst mal 12 wird…dafür fürcht ich mich auch schon a bissel!
    so sind wir halt, wir mamis..:-))

    gruß, heike

  13. haha … das könnte glatt „Ich“ sein XD
    mein „Baby“ hat zum glück noch reichlich Zeit, bis auch er das Nest verlässt.
    Aber den ersten Tag im Kindergarten werde ich auch so schnell nicht vergessen.
    Ich sag nur so viel … TaTü’s mussten neu beschafft werden ;)

    Liebe Grüße
    *Daumen drück*

  14. Ach jeh wie süß, das kenne ich irgendwo her …. lange ist es her.
    Mach dir keine Sorgen, das wird schon werden!
    Falls dein Baby hier in L.A. sein wird, ich bin da für alle Fälle :)

    LG Anja

  15. Unterhalten sich drei Männer (ein evangelischer, ein katholischer und ein konfessionsloser) darüber, wann genau das Leben beginnt. Der Katholik ist der Meinung, es beginnt im Moment der Zeugung. Der Evangelische Mann hält den ersten Schrei bei der Geburt für den Anfang. Der dritte winkt ab und meint: „Das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus und der Hund tot ist!“

  16. Hi Josephine,
    Aus Sicht von jemandem, der selbst mit 16 für 4 Monate in die USA ist und die letzten 4 Jahre (bin jetzt 23) mehr irgendwo anders als daheim war kann ich dir nur sagen, dass das für ihn echt das allerbeste ist! Mein kleiner Bruder war gerade eine Jahr in Neuseeland und ich habe vorher zwei Grundregeln für meine Eltern aufgestellt – vielleicht hilft‘ s dir ja :-).
    1) Es wird Situationen geben, wo alles scheiße und ganz schlimm ist. Ist es nicht. Spätestens eine Woche später geht‘ s ihm wieder super!
    2) No news are good news. Wenn ihr nichts von ihm hört, heisst das nicht, dass er tot ist sondern, dass er den Spaß seines Lebens hat und im Kopf alles hat, außer die eigenen Eltern anzurufen (egal wie sehr man sie liebt).
    Viele Grüße
    Phil

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