Chaos gegen Notfall: Over and Out!

„…DANN KÖNNEN SIE ETWAS ERLEBEN!!!“

*BRÜÜÜÜL*

Ich habe keine Ahnung, WAS genau ich erleben kann, denn Romeos rezidivierendes Herumgetatsche auf meinem Ultraschallmonitor hat mich völlig raus gebracht. Nachfragen ist leider auch nicht mehr, da es am anderen Ende meiner Leitung nur noch aufgeregt vor sich hin tutet. Napoli hat in seinem Wahn offensichtlich den Hörer aufgelegt. Oder den Löffel abgegeben, man weiss es nicht genau.

„Isch ein Junge. Gell, Doc? Das isch ein Junge. Das isch sein Penis, Doc, gell? Da isch der Penis von dem Jungen, Doc, isch doch so! Doc?“

Romeo patscht immer noch völlig entfesselt auf meinen Bildschirm ein und hinterlässt dicke, fettige Fingerabdrücke überall dort, wo eventuell ein kindlicher Penis zu sehen sein könnte. HILFE! Ich bin ein Arzt – holt mich hier raus!!!…

Ich: „NOTFAAAAALL!“ *brüll*

Notfall (offensichtlich vom entgegengesetzten Ende der Klinik zurückbrüllend): „KANN JETZT NICHT!“

Ich (weinerlich): „DU MUSST! ICH BRAUCHE HILFE UND UNTERSTÜTZUNG!“ Ausserdem einen doppelten Martini auf Eis und ´ne Familienpizza Quattro Stagioni. Aber wen interssiert das schon?!

Romeo (völlig aus dem Häuschen um mich herum hüpfend): „Ein Junge isch´s. Yeah! Romeo hat voll den Treffer gemacht. ALDA! Das isch sooooo abgefahren!“

Einundzwanzig….zweiundzwanzig…dreihundertneunundfünzigtausend….

Von links kommt jetzt Notfall mit mürrischem Gesicht zur Tür herein getrottet, zieht mir das tutende Handy unterm Kinn heraus und bugsiert anschließend Klein-Romeo zum nächsten Stuhl, wo sie ihn energisch hinsetzen und stillsein heisst. Ich wende mich derweil der jungen Mutter zu, die mit ihrer laufenden Nase und den rot geheulten Augen gerade keinen wirklich souverän-mütterlichen Eindruck hinterlässt.

Ich (sanft): „Julia, ich fürchte wir haben ein Problem – dieses Kind ist schon verdammt groß…!“

Doch Julia blickt mich nur verständnislos aus großen, wassergefüllten Baby-Augen an. „ABER…“ sagt es dann, sich in feinstes Crescendo schraubend, während die erste Träne die Wimperngrenze überschreitet „…ICH WILL DAS NICHT!“

Nach Tonlage und Lautstäre zu urteilen könnte dies hier auch gut die Tochter des Obercholerikers Napoli sein

Ich (bisschen weniger sanft): „Schätzelein. Das ist jetzt aber leider völlig schnuppe, ob du das wolltest oder nicht. Fakt ist: DU HAST ES SCHON. Und es ist ziemlich genau…“

…mit zusammen gekniffenen Augen positioniere ich die blinkenden Cursor des Ultraschallgerätes auf den beiden äußeren Enden des Embryos, den ich mithilfe der Freeze-Taste formschön auf dem Bildschirm gebannt habe, und schon spuckt der Computer brav die errechnete Schwangerschaftswoche aus…

„…ZWÖLF plus VIER Wochen alt!“ WHOW… – Houston, wir haben ein Problem. Und WAS für eins….!

Romeo (wild auf seinem Stuhl herum zappelnd): „Und was heischt das jetzt? Ischts ein Junge, Doc? Häh? Isch doch ein Junge, gell? DOC?“

Ich (schwer ein- und ausatmend. Immer ein- und aus…): „Romeo, ich habe keine Ahnung, welches Geschlecht dieses Kind hat. Aber das es ziemlich sicher zwölfeinhalb Wochen alt ist, darauf geb ich dir Brief und Siegel!“

Das hat gesessen. Mit offenem Mund lässt der kleine Macho sich auf den Stuhl zurück fallen und ich sehe, wie es in seinem Kopf zu arbeiten beginnt. Die Stirn in angestrengte Falten gelegt zählt er nun imaginäre Wochen an seiner linken Hand ab und stoppt beim Ringfinger. Das könnten in der Tat ein paar Tage zu wenig sein…

Und auch bei Julia scheint die Erkenntnis ihren Bestimmungsort erreicht zu haben, denn das monotone Gegreine verstummt so plötzlich, wie es gekommen ist. Stattdessen blickt sie mir zum ersten Mal an diesem Abend direkt in die Augen.

„Das kann nicht sein!“ Sagt sie. Und es ist klingt kein bisschen weinerlich mehr. Verblüfft trifft es wohl eher…

In diesem Moment – wie sollte es anders sein…

*RIIIIIIING*

„Menno – ich KANN SO NICHT ARBEITEN!!!“

Süffisant grinsend hält meine Schwester mir das scheppernde Handy unter die Nase. „Es ist für dich!“

Nee, ist klar. Für wen sollte es auch sonst sein? Als ich den Namen auf dem Display lese, möchte ich gerne ein bisschen weinen…

„Ja. Hallo. Dr. Josephine? Sie sind doch Dr. Josephine?“

Nein, ich bin die Königin von England – sie müssen sich verwählt haben…

Ich (freundlich. ÄCHT! Ich schwöre!): „Hallo Frau Bleuler – ja, ich bin Josephine. Wie kann ich ihnen helfen?“

Bleuler (bisschen verstrahlt. Gaaaanz wenig): „Also, ja – äh. Hallo! Hier ist Bleuler. Von der Psychiatrie…!“

Mach Sachen…

Ich so: „Frau Bleuler – ich weiss, wer sie sind. Es steht auf meinem Display. Wo brennt´s denn?“

Mir deucht fürchterliches…

Sie so: „Ach ja. Das Display. Sicher. Sie wissen ja, wer ich bin. Also – ich bin von der Psychiatrie…“

Das Kind auf meinem Ultraschallmonitor ist gerade eine Woche älter geworden…

Sie immer noch so: „…und ich hätte da eine Patientin, die ich ihnen gerne schicken würde!“

Ich (gefasst): „Okay! Und – was hat die Frau?“

JETZT_KOMMT_ES…

Bleuler: „Ja. Gut. Okay. Also – es ist…Nein, es handelt sich um eine Frau. Ähm…fünfunddreissig…-NEIN! Verzeihung! VIERunddreissigjährige Frau. Mit Schmerzen seit…mit akuten Unterbauchschmerzen seit…moment!“

Jetzt hält sie offensichtlich die Sprechmuschel ihres Telefons mit der Hand zu, während sie Fragen an eine Person im Hintergrund stellt. Dann…

Bleuler: „Dr. Josephine? Ja – hier ist Bleuler…“

Tischkante! Was gäbe ich drum, jetzt nur ein winzig kleines Stück aus der Tischkante vor mir abbeissen zu dürfen…

Ich (gewollt empathisch): „Dr. Bleuler – ich WEISS, wer sie sind! Was ist jetzt mit der Patientin…?!“

Bleuler (offensichtlich schwer verwirrt): „Sicher. Das Display. Die Patientin. Also, fünfunddreissig… – NEIN! Falsch – VIERunddreissigjährige Frau mit Unterbauchschmerzen….also – genau: akuten Unterbauchschmerzen seit…

Noch ein bisschen länger, und wir können das Julchen gleich hier auf dem Stuhl entbinden…

Bleuler (ich hör sie durchs Telefon schwitzen): „…dem dritten September!“

*AAAAAAAAAAAARGHLLLLLL*

Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Notfall monoton mit der Stirn gegen die Wand zum Nachbarzimmer schlägt, ausserdem Romeo, der immer noch gebannt auf die sich öffnenden und schließenden Finger seiner linken Hand stiert und dann den Embryo, der lustige kleine Purzelbäume auf seinem Bildschirm vollführt. Wenigstens einer, der mich ein bisschen aufzuheitern versucht….

Ich: „Hömma, Schwester! Das GEHT jetzt nicht! Zum einen habe ich Frau Fontane heute schon gesehen, zum anderen stecke ich gerade mitten in einer wichtigen Untersuchung.“ – Im wahrsten Sinne des Wortes… *räusper* – „Ich fürchte, sie werden versuchen müssen, alleine mit der Frau klar zu kommen!“

Ich höre, wie es am anderen Ende der Leitung trocken schluckt. Bleuler und ich sind uns noch nie persönlich begegnet, aber aus unzähligen Telefonkonsilen VOR Frau Fontane weiss ich mit ziemlicher Sicherheit, dass die kleine Psychologin nichts unversucht lassen wird, die Patientin an mich weiter zu turfen. Nicht aus Bosheit, das nicht, denn Klein-Bleuler ist ehrlich eine Seele von Mensch. Und gäb auch bestimmt eine tolle Psychiaterin ab – wäre da nicht ihre Angst vor Patienten im Allgemeinen und psychiatrischen Patienten im Speziellen…

Bleuler: „Aber – wenn sie doch solche Schmerzen…“

Romeo (fertig gerechnet aus dem Off): „DAS GEHT JA GAR NICHT!“

Au-Ha – war irgendwie klar, das Zwölfplus-Wochen und vier Finger nicht wirklich zusammen geht…

Romeo: „Abba wir sind doch erscht seit vier Wochen z´sammen! Da kann der Bub doch gar nisch so alt sein? Zwölf Wochen irgendwas. Da hascht du disch abba übel verzählt, Doc! Der isch viel jünger!“

Wie sag ichs nur dem Kinde…

Bleuler: „…deshalb wirklich gerne schicken würde…!“

Ich (schwer schnaufend): „NEIN! NICHT schicken! Over and Out!“

Mit diesen Worten lege ich auf. Dann heisse ich das Julchen, sich wieder anzuziehen und Platz zu nehmen, während Romeo ununterbrochen auf mich einredet.

…geht das voll nischt. Isch doch klar….Vier Wochen alt… Escht jetzt, Doc, weischt du…..*brabbel*

Als beide endlich vor mir hocken, hol ich tief Luft und…

*RIIIIIING*

Ich (wild in den Hörer schreiend): „Bleuler – JETZT NICHT!!!“

Nach fünf (!) weiteren, erfolglosen Ansätzen, Romeo und Julia die Gesamtsituation auseinander zu bröseln (weil Bleuler fünf Mal telefonisch dazwischen gefunkt ist) gebe ich schließlich klein bei:

Ich (mit schwachem Stimmchen): „Schick sie einfach rüber, Bleuler. Einfach zu mir rüber schicken…“

Besiegt von einem Häschen mit psychiatrischer Grundausbildung und Global-Angst. Herzlichen Glückwunsch, Josie, das war ganz großes Tennis! Und als wär alles nicht schon verfahren genug:

Romeo (leidlich verzweifelt): „Abba das verschteh isch nisch! Wie kann datt Kind denn schon so alt sein, wenn wir doch erscht seit vier Wochen miteinander… na – du weischt schon!“

Fast tut er mir ein bisschen leid…

Julia: „Weil es eben nicht VON DIR ist!“

So, da isses raus. Komisch, Klein-Jule ist gerade irgendwie kein bisschen greinig mehr. Und das Heulen hat schon vor einer gefühlten Ewigkeit aufgehört. Dagegen scheint ihr Loverboy gerade schwer getroffen…

Romeo: „Du meinscht – du hascht mit einem andern Kerl rum gemacht? Und kriegscht jetzt den sein Sohn?“

Jule puhlt ganz angestrengt in einem größer werdenden Loch ihres Mini-Mini-Mini-Rockes herum bevor sie kaum merklich nickt. Die Stirn in tiefe Runzeln gelegt beisst Romeo sich die Unterlippe wund. Dann:

Romeo: „Abba – wenn du jetzt MEIN Mädschen bischt, dann darf ISCH auch den Namen von den Jungen aussuchen, is´ klar?“

Und bumms: jetzt strahlt das Jule wieder -zugegeben noch ein bisschen verschnupft – und hüpft dann von seinem Stuhl DIREKT auf Romeos Schoss.

Julia: „Wir können den doch Tschäisn-Tschimmi-Pluu nennen! Das ist VOLL der schöne Name! Und dann kaufen wir ihm so Baggy-Pants und ´nen Schnuller mit Totenkopf und so!“

Jetzt strahlt auch Romeo

Romeo: „Ja, Alda, voll abgefahren! Und der kann immer mit zu meine Kumpels gehn – voll abhängen und so!“

Während Notfall immer noch an ihrem Loch in der Wand zum Nachbarzimmer herumhämmert, verlasse ich still das Ambulanzräumchen samt Romeo & Julia, die gerade wieder willenlos übereinander her fallen. Weia – ich bin einfach zu alt, für den Scheiss, ächt jetzt! Das hält doch kein Mensch im Kopf mehr aus…

Doch Flucht nutzt nicht wirklich viel, wenn man imaginär an dieses vermaledeite Telefon gekettet ist.

*RIIIIIIINGGG*

Ich (geladen): „VERDAMMT! LUIGI! WAS IST???“

Luigi: „Ich nehm sie! Fontane! Schick sie mir rüber, Josie, okay?“

HÄH? Wie jetzt….?

Ich: „Luigi – was ist los? Hast du was schlechtes geraucht?“

Luigi (betont unbeteilig): „Nein. Nöö. Neee! Ehrlich. Alles gut! Schick die Frau einfach rüber zu mir, ja?“

Ich: „Aber ich hab sie gar nicht mehr – sie ist über O-WE bei Bleuler gelandet und dann…!“

Luigi: „Alles klar – Tschüss!“

Und aufgelegt! Verwundert starre ich den tutenden Hörer an, drücke das „Aufgelegt“-Knöpfchen, als…

*RIIIIIING*

Alter Verwalter – ganz schlechtes Chakra heute, ganz schlecht…

Ich: „WAS_IST?!“

Obermeier-Wendig (genannt: O-WE): „Heeeeeey, Josephine….!“

Heeeeeeey mit fünfundelfzig „e“ – da stimmt doch irgendwas nicht…

Ich: „Jaaaaaaaaaa? Juliaaaaaaane?…“

O-WE: „Liebes….“

BITTÄÄÄÄ???…

O-WE: „…es tut mir so leid, dass ich dir vorhin Ärger mit dieser Patientin gemacht habe, ganz echt, du…“

Hmhm….

O-WE: „…aber als Wiedergutmachung würd ich dir jetzt anbieten, dass ich sie zurücknehme. Also, die Patientin. Jetzt gleich! Okay?“

…..?!?!?!?!?!?…..

Ich: „Sach ma, Juliane – du und Luigi habt nicht zufällig Pott zusammen geraucht? Oder sonstwelche bewusstseinserweiternden Drogen eingeworfen?“

O-WE (jetzt ehrlich empört): „NEIN! Josephine, ernsthaft – wie kommst du denn DA DRAUF?!“

Ich: „Keine Ahnung – aber ich finde es seltsam, dass zuerst keiner die Frau wollte, und jetzt will sie mit einem Mal jeder haben? Kapier ich nicht! Aber egal wie – die Frau ist sowieso nicht hier. Bleuler hat sie und…“

….tut….tut….tu….tut….tut….tut….

HALLO?! Falscher Film oder was?

*RIIIIING*

Müde lass ich mich in unserer Ambulanzküche am voll gestellten Tisch nieder, nehme mir einen Apfel aus der Obstschale und beisse genüsslich rein, bevor…

Ich: „…Hmpf?…“

Bleuler: „Dr. Josephine? Sind sie das?“

Ich: „…Hmpf!…“

Bleuler: „Wissen sie – ich bin es – Bleuler, aus der Psychiatrie…!“

*RUUUUUUUUMMS* (Kopf -> Tischkante)

Bleuler: „Ja, genau – ich wollte fragen – Frau Fontane…also – die Patientin, die ich ihnen vorhin angekündigt hatte….Sie wissen doch, fünfund… – nein: VIERunddreissigjährige mit Unterbauchschmerzen – DIE Patientin! Also – wenn DIESE Frau wieder bei ihnen ankommt – könnten sie sie dann eventuell gleich wieder zurückschicken? Hierher. Zu mir. In die Psychiatrie. Weil – ich würde sie dann doch gerne behalten wollen, weil…

Den Grund erfahre ich nicht mehr, da justamente in diesem Augenblick die Schwester zur Tür herein gestürmt kommt, wild mit einem Zettel wedelnd.

Notfall (triumphierend): „Ich WEISS jetzt, was lost ist!“

Ich: „SCHIESS_LOS! Ich bin gespannt wie´n Presslufttacker!“

Notfall (hinterhältig grinsend): „Ich will ´ne Pizza dafür!“

Ich: „Bitte – WAS? Wieso Pizza? ICH bekomme die Pizza, weil ICH hatte MEHR Treffer als du. So sind die Regeln!“ Hallo? Da kann ja jeder kommen…

Notfall (betont gelangweilt): „Na gut – dann nicht. Wie du willst. Aber glaub mir – DIESE Pizza wird dich verdammt teuer zu stehen kommen…“ Und faltet das Stück Papier, mit dem sie mir gerade noch vor der Nase herum gewedelt hat, betont sorgfältig auf Briefmarkengrösse.

Soso – teuer zu stehen…Irgendetwas wirklich wichtiges muss es ja sein, wenn plötzlich alle so auf Frau Nervensäge abfahren, nachdem sie zuvor noch jeder dringend loswerden wollte. Vielleicht sollte ich ja doch…

„Bleuer“ rufe ich ins Telefon, wo der kleine Psychiatrie-Hase immer noch in Monster-Schachtel-Sätzen vor sich hinsabbelt und meine Abwesenheit gar nicht bemerkt zu haben scheint. „Bleuler, sorry, aber ich behalte Fontane dann doch lieber selbst. Mach´s gut und ruf mal wieder an!

Und drohend zur Schwester gewandt: Wehe du hast mich verschaukelt!“

Denn dann hätte ich ein ernsthaftes Problem: Patientin mit null gynäkologischen Beschwerden aufgenommen für nix – dafür wird man ans Westtor genagelt, vor Sonnenaufgang, so wahr ich hier stehe. Doch die Schwester hält Wort. Akribisch faltet sie ihren Briefmarkenzettel auseinander und hält ihn mir dann mit einem aufmunternden „TATAAAAA“ ins Gesicht.

OOOOOH JA! Alles ist gut! Die Nacht gerettet und Schwester Notfall bekommt eine Familienpizza mit Sonderbeilage. Ganz ächt jetzt!

Des Rätsels Lösung? Nun – wie sich wohl erst im dritten Anlauf (und bei Ummeldung der Patientin in die Vierte und bis dahin letzte Abteilung) herausgestellt hat, ist Frau Fontane tatsächlich PRIVAT VERSICHERT! 5-Sterne-Deluxe-Patientin, Einzelzimmer und Chefarzt-Behandlung im Preis inbegriffen. Heisst auf deutsch: jeder Tag, den die Gute jetzt stationär bleibt, gibt es Kohle dafür. Was selbstredend ein jedes Chefarzt-Herz erfreut. Und da sich die frohe Kunde des Versicherungsstatus wohl in Windeseile unter den Kollegen der anderen Fachabteilungen ausgebreitet hat, wollte nachträglich jeder dem jeweils eigenen Chef eine Freude machen. Und ganz nebenbei ein paar Steine ins imaginäre Brett klöppeln.

Und auch wenn Frau Fontane IMMER noch kein gynäkologisches Korrelat zu ihren Schmerzen vorweisen kann, bekommt sie jetzt wenigstens ein leidlich bequemes, höhenverstellbares Bett mit Fernbedienung. Und jeden Tag zweimal vom Chef persönlich die Hand geschüttelt. Ich denke, das wird ihr gefallen…

So ist das eben, die einen gehen für ihr Geld gerne in ein hübsches Hotel, die anderen ins Krankenhaus ihrer Wahl. Oder wie Omma immer zu sagen pflegt: „Jeder Jeck ist anders!“

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26 Kommentare zu “Chaos gegen Notfall: Over and Out!

  1. Ich bin die Erste?
    Coooooool!

    Die Story mit Romeo und Juia ist soooooooooo lustig!
    Ächt jetzt!

    Und die Sache mit Frau Fontane!
    *grins* mehr sag ich nicht.

    Du schreibst soooooooooooooo coool, so lustisch und so herrlich normal! Danke, dass du mein Leben lebenswert machst!

  2. Muhaha – wie geil ist das denn?!

    Irgendwie war Romeos-Julias-Kuckucks-Kind (fast) absehbar. Aber wirklich nur fast!! Es wäre nicht das Leben, wenns von ihm gewesen wäre *grinst*
    Und hey – ich weiß, warum ICH nicht privat versichert bin. In den Fängen der Ärzte… der totale Run auf den Patienten… *quiekt und rennt weg* ;-)
    Sind ja nicht alle so lustig wie du, diese Ärzte ;-)

    Wünsch dir ein schönes Wochenende,
    Conny

  3. Es ist doch schön zu lesen, dass das Wohl der Patientin im Mittelpunkt des ärztlichen Schaffens steht, und nicht der schnöde Mammon.

  4. *hihi* DAS war mir ja fast klar, dass die gutste privat ist…zumindest als sie auf einmal soooo begehrt war!! *giggel*

    durftest du sie denn dann auch behalten? oder darf dann nur noch der cheffe ran?

    ich bin nun einmal von hinten nach vorn durch (=> den blog!)…vielen dank für ein paar seeeehr unterhaltsame tage…und nun brauch ich leider, leider jeden tag mehr davon… :-))
    also neue beiträge *achnee*

    gruß und schönes woe,
    heike

  5. Herrlich, ächt jetzt! :D Romeo ist zwar nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber definitiv Comedy-Preis-würdig! ;)

    Josephine, ich liebe dich. Zumindest das kleine, geniale Schriftsteller-Hirn in dir! :D
    Liebe Grüße,
    Celsy

  6. “Abba – wenn du jetzt MEIN Mädschen bischt, dann darf ISCH auch den Namen von den Jungen aussuchen, is´ klar?”
    Waaaah, Romeo, ich könnt dich knuddeln. Ich hoffe, er kriegt seinen Wunschjungen.

  7. Ich beneide Dich um Deine Nerven. Meine sind nicht so stabil.

    Bin über Pharmama zu Dir gekommen und schau (fast) täglich bei Dir rein, ob Du einen neuen Eintrag verfasst hast. Danke für die witzigen Einträge. Wahrscheinlich sind sie aber real gar nicht so lustig, wie Du sie hier beschreibst.

  8. Irgendwie tut mir das Kind – allein wegen des Namens, Chantalismus par excellence – jetzt schon leid… aber die Schau, die Romeo da abzieht, ist einfach zu lustig :D

  9. Also das mit der Versicherung bemerkt man erst zum Schluß? Werden die Daten nicht gleich zu Anfang aufgenommen? *mal ein wenig Spaßbremse spielend*

    Und Romeo und Julia sind ja wirklich alleszusammenziehend. Ich kann mir das so richtig plastisch vorstellen, wie er 12 Wochen auf die 4 versucht runterzubrechen. Hat er dabei nicht zu hohe Temperatur bekommen? ;)

    • Das Zauberwort könnte private ZUSATZversicherung heissen.

      Oder künstlerische Freiheit, das darfst Du Dir aussuchen… :)

  10. Ächt jetzt? Gibt es tatsächlich noch diese Begeisterung bei „PKV“ bei den Doctores? Oft, zu oft, heißt das nichts anderes als „Selbstzahler, insolvent“.
    Viel Spaß dann der Rechtsabteilung ;-)

    Zu Romeo und Julia – ohne Worte…

  11. Einfach nur herrlich…ächt jetzt! Ich „folge“ dann jetzt mal dem Blog…dann verpass ich auch nichts…..you made my day :-D

  12. Ich lag also gar nicht so falsch, dass das Kind nicht von Romeo ist :)
    Dass er den Wurm adoptieren möchte ist echt nett. Bin mal gespannt, ob er tatsächlich so lange durchhalten wird, bis der den Jungen zu seinen Kumpels mitnehmen kann.
    Und was ist, wenn es ein Mädchen ist?

    LG Anja

  13. Fehlte eigentlich nur noch von Romeo der Hinweis das das doch gar nicht sein könnte, schließlich wäre er der erste gewesen………………

  14. …bin grade wieder über diesen Artikel gestoßen und musste ihn gleich nochmal lesen, weil ich ihn damals so klasse fand!
    Inzwischen müsste Julia doch entbunden haben… das hat sie nicht zufällig bei Dir?

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