Und eines Tages wachst du morgens auf und bist tot…

Eigentlich toll. Kein Leiden, keine Schmerzen – einschlafen, aufwachen, tot sein – fertig ist die Laube! So in etwa wünscht sich doch ein jeder sein Ende, wenn es denn nun einmal zu Ende gehen muss.

Aber in diesem Fall kam das Ende gerade mal 4 Tage nach dem 41sten Geburtstag und riss einen Ehemann und Vater mittenmang aus dem Leben ins Nirvana. Bitte-Danke, dass braucht nun wirklich gar kein Mensch.

Die meisten werden  Thorsten Schlösser – wenn überhaupt – von der seicht-unterhaltsamen VOX-Nachmittagsshow „Mieten-Kaufen-Wohnen“ kennen. Und nein, ich möchte keine Diskussion über Sinn und Unsinn einer solchen Sendung vom Zaun brechen – es hat mich einfach tief getroffen, dass dieser junge, sympathische Kerl von jetzt auf gleich stirbt. Ende-Aus-Fertig. Und da ist es kein bisschen hilfreich, dass ich als Medizinerin mit dem Tod quasi per Du bin. Und das ich Herrn Schlösser kein bisschen privat kannte.

Allein die Vorstellung, morgens neben MEINEM toten Mann aufzuwachen – und dann? Wie sagt man es den Kindern? Freunden? Familie? Wie geht man damit um, das die Welt sich ungefragt einfach weiter dreht? Sonne auf, Sonne unter. Und um 20 Uhr die Tagesschau? All die ungesagten Dinge, nicht erlebten Momente. Abiball der Kinder, Hochzeiten, Enkelkinder – aus und vorbei? Wer schaut jetzt mit mir „West Wing“ zu Ende? Kauft mir Sauerkirschen und Milka-Noisette-Schokolade? Wer weiss genau, wo ich am liebsten gekrault werden möchte, riecht nach Liebe und Heimat, nach Geborgenheit und Glück?

Wer liest den Kindern Gute-Nacht-Geschichten vor, bringt den Hund zum Tierarzt und weiss immer, was ich mir am allermeisten zum Geburtstag wünsche?

Frau Schlösser, sollten Sie jemals den Weg auf meinen Blog finden so seien Sie versichert: Ich leide mit Ihnen. Ganz, ganz ehrlich! Mit Ihnen und all den anderen Menschen, die eine große Liebe ziehen lassen mussten. Es gibt keine Worte, die diesen Verlust auch nur annähernd beschreiben könnten.

Und all den Anderen, Glücklichen, Unverlassenen möchte ich gerne sagen: Geniesst das Leben! Liebt einander! Habt Zeit für einander! Denn schon morgen könnte wieder jemand aufwachen und tot sein…!

Gute Reise, Thorsten Schlösser! :(

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38 Kommentare zu “Und eines Tages wachst du morgens auf und bist tot…

  1. Bri unserer Hochzeit wurde sehr passend gesagt „Bis der Tod euch scheidet heißt : mehr Zeit habt ihr nicht!“ Stimmt…wir versuchen danach zu leben.

  2. Ach Josephine, du hast geschrieben, was ich fühle.
    Ich finde es auch ganz furchtbar schrecklich und es tut mir- obwohl ich ihn AUCH nicht persönlich kannte, unsagbar leid.
    Mehr Worte habe ich gar nicht. Danke für dein Posting.
    Steph

  3. Ähnliche Gedanken gingen mir auch durch den Kopf, als ich vom Tod dieses Mannes las.
    Ich stelle mir vor, wenn es einen schönen Tod gibt, dann ist es so einer, bei dem man friedlich einschläft und einfach nicht mehr aufwacht. Wünscht sich das nicht jeder?
    Denn sterben ist oft ganz schön schwer, wie ich hilflos miterleben mußte.
    Natürlich ist 41 zu früh zum sterben.
    Aber wann ist das richtige Alter dazu? Gibt es das überhaupt?
    Jedenfalls hat der Verstorbene es hinter sich, um es mal so salopp auszudrücken. Die Hinterbliebenen, für die fängt es dann erst an…

  4. In meinem nahen Umfeld hat sich ein solches Ereigniss vor wenigen Tagen genau so abgespielt. Eine Frau, um die 40 – schlafen gelegt und nie wieder aufgewacht. Was mich dabei interessiert: Welche Ursachen kann sowas haben? Hört einfach das Herz auf zu schlagen? Man stirbt doch nicht „einfach so“. O.o

  5. Mich hat die Nachricht vom Tode Thorsten Schlössers auch sehr traurig gemacht, zumal ich gerade eine lieb gewonnene Bekannte auf diese Art (also ins Bett gehen und nicht wieder aufwachen – allerdings befand sich die Frau bereits im Krankenhaus, die Ursache, warum es ihr schlecht ging, war aber noch nicht gefunden) verloren hatte.
    Man sollte das Leben jeden Tag wirklich genießen, aber leider vergisst man das im stressigen Alltag einfach viel zu oft *seufz*.
    Ich wünsche Familie Schlösser viel Kraft für die Zukunft.

    Nachdenkliche Grüße,
    Jessica

  6. oh mann, unser glück ist aus glas und wie oft sind wir uns dessen so gar nicht bewusst, 41 – das ist doch gemein, da kann man doch nicht einfach so aus dem leben gerissen werden.
    ebenfalls mit 41 ist hier in der nähe vor ein paar wochen eine mama verunglückt, sie ist mit ihren beiden 4+6jahre alten kindern beim straße überqueren von einem auto erfasst worden, hochschwanger zudem. sie und das ungeborene baby habens nicht überlebt, die kinder sind schwerverletzt, da wurde innerhalb von sekunden eine komplette familie zerstört :-( dieser vater tut mir so unendlich leid!
    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Boerde-und-Burgdorfer-Land/Lehrte/Schwangere-stirbt-nach-schwerem-Unfall

  7. Ich fühle da ganz ähnlich wie du. Sein Tod hat mich sehr berührt, mehr als es das bei anderen Promis bisher tat. Woran das wohl liegt? An seinem Alter? Seiner sympathischen Art? Seiner rheinischen Frohnatur?

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen,dass es genauso ist wie du schreibst.
    Geburtstag,Weihnachten,Abiball…Ich will mir gar nicht vorstellen, wie wohl erst die Hochzeit seien wird.
    Es ist ungerecht, und erwischt meistens die Guten viel viel viel zu früh!!

  8. Ich kenne nicht mal die Sendung. Aber ebenfalls eine Frau, deren Mann von heute auf gleich starb, mit 35 Jahren, und 3 kleine Kinder hinterliess. Die nahm ich in den Arm, als ich sie sah, und sagte „Was soll ich sagen!?“, denn wie du schreibst, es gibt keine Worte dafür. Niemand hat gesagt, dass das Leben gerecht ist, aber manche Dinge sind einfach sehr, sehr ungerecht.

  9. wirklich sehr sehr schlimm, man will sich das garnicht vorstellen, wenn es einem selber…. nein ich kann nicht ohne Mr.TimeBandits leben…. genau aus den Gründen die du gebloggt hast… traurig für den Partner der dann zurückbleibt und das Leben geht einfach so weiter … ohne den liebsten Menschen an seiner Seite *schnief*

  10. Ich glaube, wir haben noch einen kleinen anderen Blick auf dieses Leben. Nur leider vergessen wir nach gewisser Zeit das alles wieder, der Tritt kommt wieder, bei dem einen früher, bei dem anderen später. Doch trotzdem sollten wir mehr leben, mehr lieben und nicht nur auf uns selber schaun.

  11. Mein Sohn kämpft seit Samstag in einem Krankenhaus darum, zu bleiben. 16 Jahre, eigentlich kerngesund, kommen ihm der Blinddarm und der Pseudomonas und der E-Coli und eine Blutung in die Quere. Das Leben ist eine sehr seltsame Veranstaltung.

  12. (die tagesschau beginnt um 20 uhr … *duck*)

    danke für den text. wir sind im moment etwas kriselnd unterwegs, der gatte und ich, aber deine zeilen haben mich nun wieder wachgerüttelt.

  13. Mein Vater ist mit 55 tot umgefallen. Einfach so. Was bleibt, ist der Schock und die Gewissheit, dass es in jeder Sekunde zu Ende sein kann.

  14. Ebenfalls berufsbedingt treffe ich auf viel zu viele junge Menschen, die viel zu früh sterben .. leider bei uns in den meisten Fällen nach langer oder kurzer Krankheit und nicht ganz so friedlich einschlafend.
    Trotzdem hinterlässt es jedes Mal ein ganz übles Gefühl .. der Gedanke, es könnte vielleicht irgendwann die eigene Familie, die eigenen Freunde treffen .. das ist grenzwertig.
    „Lebe jeden Tag wie deinen letzten“ .. in den meisten Fällen kann man das eh nicht umsetzen .. aber grad was den Umgang mit seinen Liebsten betrifft, sollte man sich vielleicht doch dran halten. Irgendwie.
    Ansonsten: Schön .. und traurig gut geschrieben .. dem ist nicht viel mehr hinzuzufügen *seufz*

  15. „Der Tod ist groß, und wir sind die Seinen…“ (Rilke)

    Furchtbar ist so ein plötzlicher Tod für alle Hinterbliebenen. Doppelt furchtbar in diesem jungen Alter. Am Schlimmsten ist all das Ungesagte, das Unerledigte, der fehlende Abschied. Das, was im Leben wichtig ist, darf man nicht aufschieben. Richtig: Habt euch lieb, sagt es euch, tut Gutes.

  16. Das hat mich jetzt wirklich betroffen gemacht, als ich das las.
    Ich hab die Sendung immer gerne geguckt und fand, dass Thorsten Schlösser sehr nett rüberkam. Sehr menschlich, nett, freundlich und mit schönem Humor.
    Es macht mich sehr traurig, das zu erfahren.
    Ich wünsche seiner Familie, dass sie Hilfe in der schweren Zeit jetzt hat.
    Ich denke an sie.

    Und gut, dass du den letzten Absatz so geschrieben hast. Du hast Recht.
    Viel zu oft beschweren wir uns über Kleinigkeiten, die zu etwas Großem aufgeblasen werden. Das ist es nicht wert, denn unsere Zeit hier auf Erden ist eigentlich viel zu kurz.
    Danke fürs Aufwecken, Joseqhine.

    Conny

  17. Ich habe leider im Februar meine Frau verloren, knapp vier Wochen nach der Geburt unserer Tochter. Das was immer hilft sind Familie und Freunde. Verstanden habe ich das noch nicht und begriffen auch noch nicht.
    Verändert sich viel, v.a. der Umgang miteinander. Probleme werden offener angesprochen, man geht viel ehrlicher miteinander um. Man begreift, wie kurz das Leben sein kann und dass es niemals lohnt im Streit oder mit Konflikten auseinander zu gehen.
    Wie die Welt weitergeht habe ich noch nicht verstanden, zumindest habe ich zwei Kinder, für die man gerne jeden Morgen aufsteht.
    Mit 35 Jahren war das immer so weit weg. Entweder waren die Leute schon so alt oder eben so weit weg, also Fremde. Da schüttelt man zwar den Kopf und denkt sich wie schlimm. Wieviel das wirklich bedeutet und welche Auswirkungen (sowohl negativ als auch positiv – es gibt immer wieder Lichtblicke) kann man sich gar nicht vorstellen.

    • Lieber Olli,
      Das tut mir sehr leid! Viel Kraft für Dich und alles Gute Dir und Deinen Kindern!
      Josephine

  18. Soviele Schicksalsschläge bei den Kommentaren :-(
    Ich wünsche allen viel Kraft.

    Der Tod von Hr. Schlösser hat mich auch berührt, obwohl ich ihn ebenfalls nicht kenne, ich denke es liegt an seinem Alter. Wenn man mitbekommt, daß jemand mit 41 „einfach so“ gestorben ist macht es nachdenklich. Man kann versuchen mehr zu leben, manchmal gibt es aber auch Umstände die es verhindern mehr und bewusster zu leben, das finde ich sehr schade.

  19. Ich habe ja auch quasi beruflich mit dem Tod zu tun. Und kann von daher sagen, daß es die Angehörigen auch bei einem Hundertjährigen als sehr schmerzhaft erleben, wenn er quasi unvorbereitet umfällt. Unvorbereitet sind zwar meist nur die Hinterbleibenden, denn der Sterbende fühlt es oft auf irgend eine Weise, aber die müssen ja auch damit leben, daß sie sich nicht verabschieden konnten, nicht auf den Tod einstellen, möglicherweise im Streit auseinandergegangen sind, weil morgen ja auch noch ein Tag ist…

    Und Jacques Brel trifft ins Schwarze, wenn er singt: die, die bleiben – die sind es, die in die Hölle gehen…

  20. Das zeigt wieder wie sehr wir dankbar sein sollten für das was wir haben und das wir jeden Tag den Menschen, die wir lieben, das auch sagen sollten. Am schrecklichsten finde ich, daß man sich bei solchen Fällen nicht verabschieden kann. Und ich kann nur hoffen, daß die Familie liebevoll zu Bett gegangen ist…ohne Streit am Abend davor.

  21. Thorsten Schlösser ist tot? Jetzt bin ich geschockt. Weil er es ist, weil er so jung war.
    Das Leben ist manchmal ein Arschloch

  22. Es macht mich auch sehr betroffen, das zu hören/lesen. Leider kann ich es nur zu gut nachvollziehen, wie sich Frau Schlösser jetzt fühlt. Nur war mein Gatte damals erst knapp 23 – das Baby nicht mal 7 Monate alt. Wenn ich heute – 25 Jahre später drüber nachdenke, was er alles verpasst hat, nicht miterleben durfte……und der Sohn, der so gar keine (eigenen) Erinnerungen an seinen Vater hat…… mir kullern gerade wieder die Tränen. So etwas braucht echt niemand. Ich wünsche Frau Schlösser viel Kraft und gute Freunde/Familie.

    Liebe Josephine – du hast es wirklich wundervoll ausgedrückt – ich könnte es, obschon selbst erlebt – nicht besser. Vielen lieben Dank dafür!

    Herzliche Grüße, Birgit

  23. Vor fast einem Jahr starb eine Freundin an einem Herzinfarkt.. SIe war nicht viel älter als ich selber, hatte noch keine Kinder aber einen Ehemann. Die Nachricht kam per Karte und wir waren erschüttert. So eine junge Frau einfach gestorben. Immer ist es weit weg, immer kann man sich nicht vorstellen das es einen selber trifft und dann, trifft es jemanden der nahe gestanden hat.
    Ich kann damit bis heute garnicht umgehen, habe offt Angst auch einfach zu sterben, jedes ziepen, jede Übelkeit alles verbinde ich direkt mit einem Herzinfarkt. Ich habe keinerlei Risko einen zu erleiden und doch ist es meine größte Angst. Der Mann unserer Freundin sagte das er so sehr froh war das sie am Abend einmal nicht gestritten haben und glücklich zusammen eingeschlafen sind. Nur aufgewacht ist er …alleine :-(

  24. Liebe Josephine,
    ich finde du hast das ganz wunderbar und berührend geschrieben. Auch wenn ich weder Herrn Schlosser noch die Sendung kannte. Meine „Schwiegeroma“ ging mit gut 80 ganz ähnlich – vor dem Mittagessen noch ihrer Schwester über den Gartenzaun gewunken, zur Kaffeezeit war es schon zu spät, das Herz)
    Du hast so recht mit dem was du in deinem letzten Absatz geschrieben hast… Laßt euch nicht vom täglichen Kleinkram ärgern- es könnte schon morgen zu Ende sein… Danke dafür.
    Und jetzt brauch in ein paar Taschentücher

  25. Auch wenn wir es oft nicht vor Augen haben, der Tod ist immer gegenwertig. Mich hat dieses Wissen immer schon begleitet, da ich früh Großeltern und Verwandte verloren habe. Schon als Kind war klar, das Leben ist vergänglich und die Menschen gehen irgendwann. Ich persönlich bin froh dass wir nicht wissen wann wir gehen. Natürlich hofft man auf ein langes, erfülltes Leben und einen schmerzfreien, schnellen Tod. Doch wer will wirklich wissen wann es Zeit ist zu gehen? Ich ganz sicher nicht!
    Das Leben leben so wie es kommt und jeden Moment genießen. Den Menschen die man lieb, das auch sagt. Träume verwirklichen und nicht auf morgen verschieben. Niemals im Streit auseinander gehen… es gibt viele Dinge die man beachten sollte und sie doch im Alltag vergisst. Jedes Mal wenn ich vom Tod eines Menschen höre wird mir das wieder bewusst und ich versuche es nicht wieder im Alltag untergehen zu lassen.

  26. Schön und sehr passend geschrieben!
    Und so viele Schicksale hier von Menschen, die urplötzlich ihre Lieben verloren haben. Leider auch hier. Bei mir hat es meinen Großvater getroffen: er ging raus – draußen arbeiten und kam abends nicht wieder nach Hause. Oma und Mama haben ihn dann dort gefunden, Schlaganfall…. ohne vorher irgendwie gesundheitliche Auffälligkeiten gehabt zu haben. Er war sogar kurz zuvor erst zum Check beim Hausarzt…..

  27. Opa #1 starb, als ich in den Schulferien dort zu Besuch war. Ein Tag in der Stadt, Bibliothek, Busfahren, ein wenig Kopfweh. Aufs Sofa gelegt, Klein-Punkt nebenan vor dem Fernseher, es lief Asterix. Werbepause, Klo, der Krankenwagen kam gerade. Asterix vorbei, Oma mit ihrer Schwester weinend im Flur… Nicht über Nacht, aber friedlich, ohne Schmerzen, ohne Kampf. Tragisch, aber perfekt.
    Opa #2 wurde mit Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert, als seine Frau mit der Patientenverfügung ankam hing er schon an den Schläuchen. 5 Tage später ist er gestorben. Solche Dokumente sind lebenswichtig. Oder sterbenswichtig?
    Er ging gerne auf Beerdigungen, nach dem Motto „Solange ich Gast bin lebe ich doch noch!“
    Ich würde auch bei vollkommen Fremden anfangen zu heulen, aber diese unglaublich positive Einstellung ist ein Geschenk.

  28. Ein Posting das wirklich zum Nachdenken anregt, denn so ist es leider. Man denkt nur leider nicht daran, bis es dann passiert. Im günstigsten Fall nicht einem selber. Klingt jetzt hart, aber so ist es doch.

    LG

  29. Du hast ja so recht! Leider muss immer so etwas passieren, um festzustellen, dass man das Leben genießen sollte und nicht immer alles auf später zu verschieben.

  30. Mein Vater legte sich mittags und bekam mit 30 einen Herzinfarkt – meine Mutter hörte noch über 15 Jahre danach das Röcheln, als er um seine letzte Atemluft rang, es ging so schnell, dass keiner helfen konnte. Ich kann mich noch an den Sarg im Flur, den Kranken- und Leichenwagen erinnern, ich war fünf. Meine Mutter trauerte über 15 Jahre lang, hatte massive Schlafstörungen, meine Oma weigert sich heute noch zu uns zu ziehen (ist inzwischen über 80), weil sie ihren „Buben“ (mein Vater wäre jetzt 60) nicht alleine lassen kann, sprich sie geht mehrmals täglich auf den Friedhof, keine der beiden hat das Ganze je verarbeitet. Mein Schwiegervater hat als frühzeitiger Pflegefall mit Ende 50 beschlossen, sich den Sauerstoff aus der Nase zu ziehen und friedlich aus eigenem Willen zu sterben. Mich haben beide Fälle gelehrt, dankbar und demütig jeden Tag hinzunehmen, froh zu sein, mit 30 nicht alleinerziehende Witwe zu sein und meinen letzten Willen schon seit Jahren geregelt zu haben. Ich bin über jeden Tag froh, der mir mit meiner Familie bleibt und hoffe, es werden noch viele werden.

  31. Möge Herr Schlösser in Frieden ruhen. – Stimmt, man soll jeden Tag nützen, genießen etc. morgen kann es zu spät sein. – Und dennoch: Die Erinnerung an die schönen Stunden kann einem niemand nehmen.

    VhG

    Andrea

  32. schnüff. echt? ich schaue mir die sendung immer mal ganz gerne an. und thorsten schlösser war mir immer besonders sympathisch.

    eine betrübte frau katerwolf

  33. Pingback: Was wäre, wenn ich morgen aufwache und tot bin? |

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