How To Talk To Human Beings…

Diesen Blogeintrag *KLICK* habe ich gerade bei der Veterinär-Kollegin gefunden und ich gestehe – ich musste ein wenig schmunzeln…

Es geht darin um den richtigen Umgangs-Ton mit Kindern und wie man so unnötige Diskussionen und Trotz-Reaktionen vermeiden kann. Ich gestehe – bei uns hat das nicht wirklich funktioniert…

——————-SCHNIPP———————

Long-Long-Time-Ago, 7.30 Uhr, Frühstück an einem ganz normalen Morgen:

Kind 1 – 6 Jahre : „Ich will Nutella auf Brot!“

Kind 2 – 3 Jahre: „Isch auch Nutella!!!“

Kind 3 – 2 Jahre: „Jaaa! Tella!!!“

Ich: „Nee, es ist Mittwoch, Nutella erst wieder Samstag!“ – Ist schon klar, kapiert keiner. Kommt gleich

Kind 1 (muffelt) – „Abba der Luka-Sergè darf IMMER Nutella. Auch mittags. UND abends!“

Kind 2 (muffelt mit) – „Ja! Nutella abends!“

Kind 3 (immer noch froh gelaunt – hat es noch nicht kapiert): „Jaaaa! Tella!“

Ich: „Kinder, wir müssen los. Esst eure Cornflakes. JETZT!“

Kind 1 (mault offensiv): „Menno, IMMER muss ich Cornflakes!“

Kind 2 (echot…): „…IMMER Cornflakes…!“

Kind 3 (hat es immer noch nicht geblickt): „JAAAA! Tella!“

Ich: „Oh ja, ihr wollt Nutella. Ich verstehe das. Ich will auch gerne Nutella haben!“

Kind 1 (empört): „Siehste – DU darfst immer Nutella. Ich MUSS immer Cornflakes!“

Kind 2 (entrüstet): „Wieso darf MAMA Nutella???“

Kind 3 (möchte jetzt doch mal auf den Punkt kommen): „Tella???….“

Ich: „Wir müssen jetzt gehen. ICH muss arbeiten. IHR müsst in den Kindergarten. MORGEN dann Nutella!“

Kind 1 (echt angefressen): „IMMER musst du arbeiten und ich darf NIE Nutella! Der Luka-Sergè darf IMMER…“

Kind 2 (ECHO): „…IMMER…“

Kind 3 (jetzt langsam böse werdend): „TELLA?!“

Ich (minimal genervt und schon 5 Minuten über die Zeit): „Wir gehen jetzt!“

Kind 1: „…und Leonie-Mareike darf sogar Nutella UND Fruchtzwerge!“

Kind 2 (aufschreiend): „…UND Fruchtzwerge? UND Nutella? UND ICH?!“

Kind 3 (brüllt): „TELLA UN´ TWERGE!!! JAAAA!!!“

45 Minuten und einen Kampf mit einem brüllenden, sich windenden Zweijährigen später lade ich zwei muffelnde, schlecht gelaunte Kindergartenkindern in der Dinosauriergruppe ab. Wo Luka-Sergè  gerade sein liebevoll geschmiertes Nutella-Brot auspackt.

Kind Nummer 3 holt schon mal tief Luft, während ich, nass geschwitzt und schwer entnervt, durch den Notausgang verschwinde.

Irgendwie hatte ich das mit dem Human-Being-Talk damals noch nicht so verinnerlicht… ;)

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38 Kommentare zu “How To Talk To Human Beings…

  1. Kleiner Tipp von meiner Mutter als ICH nur nutella wollte. Es gab nur Nutella. Morgens, Mittags UND Abends. Und nur mit weißbrot, damit auch nix den Geschmack verfälscht. Drei Tage ging das, ich ess bis heute keines mehr…

  2. Danke. Ich musste sooo lachen! Hab auch einen Fünf- und einen Zweijährgen, und die Dynamik hast du perfekt eingefangen. Bin wohl auch nicht so der Knaller beim Human-Being-Talk ;-)

  3. Oh wie gut ich das kenne – hier gibts auch unregelmäßig braunes Fett mit Zucker (Nutella) aber essen könnten sie es täglich mehrmals (ich glaube auch, das würde länger als drei Tage so gehen). Die Methode, die Deine Freundin beschrieben hat hat einen Namen, auch wenn ich grad keine Ahnung hab welchen.. argh

    Ich habe jedenfalls Spaß beim Lesen Deines Beispiels gehabt (-^_^-)

  4. Der Artikel war übrigens von mir, dem Ehemann der Veterinär-Tierärztin-Schnickschnack-Jana. Ich fand’s zumindest plausibel nachvollziehbar. Andererseits: Amis halt…

    • Sorry – ich hatte gesehen, dass es dein Artikel war! Und es HÖRT sich immer noch plausibel nachvollziehbar an… ;)

      • Wir Software-Entwickler lecken uns die Finger nach Logik. Ich vermute beim Umgang mit „Human Beings“ werde ich die Logik irgendwann in die Tonne treten müssen.

  5. Muhahaha, wie geil :)) Das ist ja der Knaller – Hammer geschrieben!!! :-)) Danke für den Lacher :-))

  6. Hallo Josephine,
    königlich gelacht über die Frühstücksszene. Kommt mir bekannt vor (ersetze Nutella mit „Äpplerechner“ und „eigener Fernseher“) Dieses Buch habe ich sogar aus meiner Erziehungsratgeberphase zur kurzfristigen Überlebenshilfe. Das kann man gut weglesen und sich – wie bei jedem Werke dieser Art – so einiges rauspicken und verinnerlichen. Ich glaube, die Autoren machen sogar Extreme-Eltern-Coaching, aber man kann es auch übertreiben. Positive Parenting heißt das wohl auf Neudeutsch. Ist doch klasse gelaufen, das Frühstücksgespräch :-)
    Wie geht es Dir übrigens mit Nr. 4?
    Ganz liebe Grüße, Silke

  7. köstlich, schööön beschrieben! ja, so isses, immer wieder.

    talk to human beeings – manchmal hilft das wirklich! ich hab schon mal mit meinem schluchzenden sohn im bus gesessen, der mit einem gejaulten „ich will aber schuhe kaufen – jetzt!“ (es war sonntag) die gesammelte busaufmerksamkeit auf uns zog … das war ein problem, für das ich echt verständnis hatte und habe: „ja, du willst schuhe kaufen. ich will das auch. oft. aber es geht eben nicht immer“ …. maul, jammer … einwurf der oma von hinten links „ich würd auch gerne öfter schuhe kaufen, aber schöne schuhe sind ja so teuer geworden“ … wir haben alle sehr gelacht und junior hat sich wirklich in rekordzeit beruhigt.

    eine erzieherin sagte auf dem höhepunkt von juniors trotzphase mal:
    – antworten immer gaaanz ruhig mit „ja“ anfangen (das beruhigt einen auch selbst)
    – das gehörte erst mal wiederholen und zeigen, dass man alles verstanden hat (verschafft
    einem zeit, um sich ggf. lösungen auszudenken, kleinere kinder in sicherheit zu bringen …)
    – verständnis für die unbill des lebens zeigen (ja, is‘ schwer, kampf gegen die schwerkraft und so)
    – argumentieren kannst man später – in ca. 10 jahren – reeeichlich ;-)

    kluge frau. doch, hilft wirklich. manchmal.

    • Also streng genommen – vier Seiten einer Nachricht und schön die Ich-Botschaften beachten, nicht?! ;-) Die Erzieherin hat ja gar nicht so unrecht.
      Ich kann mir aber lebhaft vorstellen, dass ich in einer Szene wie oben dargestellt, sämtliche Kommunikations-Grundsätze spontan vergessen würde ;-)

    • Immer mit Ja antworten? Ja ne, is klar. Das Ergebnis solcher Erziehung habe ich seit ein paar Jahren immer mal wieder am Hals. Da laufen dann angeblich halbwegs Erwachsene bei mir auf, um im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum zu absolvieren. Denen hat im Leben bis dahin noch niemand die Bedeutung des Worts Nein erklärt.

      Im Extremfall sieht das so aus:

      [beim ersten Beschnuppern, nachdem er beim Chef seinen Vertrag bekommen hat]
      Praktikant: Ist das OK wenn ich um 10 Uhr komme?
      Ich: Nein.
      P: Ich komm dann Morgen um 10.
      I: Nein, wir beginnen hier um 8 Uhr.
      P: [sichtlich verwirrt] Äh,
      I: [still, leicht böse schauend]
      P:
      I: [böse schauend] Dann bis Morgen um 8. [Abgang]

      [Am nächsten Tag um 8 Uhr, der Praktikant ist nicht da]
      I: [Anruf beim Chef] Der neue Praktikant ist nicht gekommen.
      Chef: . Weiß er, dass er um 8 Uhr …
      I: Ja, dass weiß er. So richtig begeistert war er nicht, er wollte um 10 kommen.
      C: Ich lass‘ dann mal die Papiere fertig machen.

      [Der Praktikant schlägt fröhlich um 11 Uhr, nicht etwa um 10, in meinem Büro auf]
      P: Tach.
      I: Guten Morgen. Gehen Sie bitte runter in die Personalabteilung. Da liegen Ihre Papiere.
      P: [dumm schau] Äh?
      I: Ja, gehen Sie schon.
      [und tschüss]

      Jetzt weiß ich, wo das herkommt. Zu viel Nutella und zu wenig Nein als Kind.

      • Es ging glaub ich nicht um „Ja, du kriegst Nutella.“ sondern um „Ja, ich verstehe, dass du lieber Nutella magst.“

      • Auch wenns leider wahr ist – ich musste breit grinsen, als ich den Extremfall-Dialog gelesen hab.
        Ich kenne solche Exemplare leider ebenso.
        Hm… bei mir gabs als Kind NIE Nutella. Und lieber drei Neins zu viel ;-) Oh, und ich bin (ernsthaft!!) in der Regel 45 Minuten ZU FRÜH im Dienst. Und bekomme schon ein echt schlechtes Gewissen, wenn ich „nur“ 15 Minuten zu früh da bin.
        Daraus könnten wir ja jetzt eine Logik ableiten, nicht?! ;-) *hihi*

      • @Frank: Sowas ne´nne ich „Produkte“ der antiautoritären Erziehung. Wenn die’s nicht auf die harte Tour irgendwann lernen, haben die echte Probleme im (Berufs)leben…

  8. *grins* Der Artikel gefällt mir. Ich weiß schon, warum ich keine eigenen Kinder haben möchte – da hüte ich ja lieber einen Sack Flöhe.

    @Silke

    Wie kommst du auf Nr. 4 bei Josephine ?

    VhG

    Andrea

  9. …..bei mir würde es gar keine Diskussionen geben….ich würde nein sagen und dann erklären, daß das Nutella-Kind aus dem Kindergarten fett und zahnlos aussehen wird…und das schon sehr bald.

    • Hast Du 3 Kinder? Ich glaube auch, daß ich das sagen würde – dann besuche ich wieder meine Freundin und weiß, daß an „choose your battles“ was dran ist….

    • Haha, wenn DAS funktionieren würde, würde ich noch mehr Kinder kriegen, dann wär das ja easypeasy :-)

    • sowas erzeugt trotz als gegenreaktion. ich weiss nicht, ob das sinn der sache ist. evtl sollte man sich ueberlegen, wie man sich sein gegenueber wuenscht, und dann so mit anderen menschen, auch kindern, sprechen.

  10. hehe, eine grandiose szene, die sich ziemlich genauso an meinem frühstückstisch abspielen könnte. und ganz ehrlich: als mother of 3 haste keine chance ohne prinzipien aber auch nicht ohne lange leine. choose your battles ist ein wichtiges motto für mich: wenn ich mir nicht vorher überlege, was mir jetzt wichtig ist, werde ich mit diskutieren gar nicht mehr fertig. danke für diesen artikel!

  11. Da habe ich wohl die falschen Kinder für…. Sobald ich bestätige, dass ich die Wünsche akustisch verstanden habe, kommt die Forderung, die Welt zu ändern; Jetzt, sofort und gleich, damit der Wunsch in Erfüllung geht. Das geht dann nicht und dann gibt es wieder Gemaule. Dieses bestätige ich auch usw. usw. usw. … Auf diese Art und Weise sind wir mal zum Bohrschen Atommodell am Frühstückstisch gekommen… weia… DAS brauche ich nicht!
    Da finde ich „Nein“-Sagen mit einer fundierten Begründung und einer Sturheit seitens des Elternteils weeeeeesentlich angenehmer.

  12. Von denselben Autoren gibt es auch das „Wenn Kinder streiten. Ratschläge für erschöpfte Eltern“, das war eines der wenigen Kindererziehungsbücher, die mir wirklich geholfen haben.

  13. Häh? Ich versteh das Problem nicht. Warum dürfen die Kinder kein Nutella? Göttergatte und ich sind wahre Nutella-Junkies und essen mindestens 1x täglich Nutella. Junior, 3 Jahre darf auch Nutella wann er möchte. Er will aber nicht. Er nimmt lieber Käsebrot und Rohkost mit in den Kiga. Macht bei den Erziehern natürlich ein super Bild von gesunder Ernährung zu Hause :-) Wir hoffen jetzt auf Junior, 6 Monate – aber der darf auch noch nicht ;-)

    • Ganz einfach – weil ich sage, dass sie nicht dürfen. Oder wie meine Eltern früher zu sagen pflegten: was andere Leute machen ist uns egal. Wir machen so! So! :)

  14. *hüst*
    irgendwie kommt mir diese Diskussion so gaaaahaaaar nicht bekannt vor: Zweijähriges Kind, noch leicht verschlafen am Frühstückstisch, beschwert sich mit ähnlicher Diskussion dass sie keinen „Strunheiten“ (Strohhalm! für alle Ausgewachsenen :D)/Brot statt Brötchen/nicht das richtige Brötchen oder überhaupt was essen soll… Und das dann im Dreierpack? O_o Hilfe! Bei einem Kind stell ich auf Durchzug, es ist halt einfach so und aus die Maus. Nicht das es was hilft…:D
    Danke für den Post!
    LG Elawen

  15. Mit Samba und Erdnussbutter mit Honig sind wir vom Nutella abgekommen. Und mit Braunmühl von der Erziehung. Mit guter Erfahrung kann ich im Nachhinein sagen.

  16. Sehr amüsant zu lesen :)
    Obwohl ich gar nicht verstehen kann, was alle an Nutella finden, ich find Nusspli viiiiel besser. Warscheinlich können die lieben kleinen Nutella besser aussprechen ;-)

  17. Ich bin ja mal gespannt, was der BabyChief so will. Wenn er nach uns kommt dann lieber Steak blutig schon zum Frühstück ;)
    …aber naja. Bei uns zuhause war ein „nein“ dann immer ein „nein“. Irgendwann haben meine Schwester und ich es auch kapiert – oder wir waren früher braver als die Kinder heute. Keine Ahnung…

  18. Ich musste sehr schmunzeln, als ich dieses Gespräch mitgelesen habe. Vor allem wundert es mich, dass Kind Nr. 3 nicht schon früher losgebrüllt hat. – Wie? – Ohne „Tella“ in den Kindergarten? – Das geht doch nicht, wenn man jetzt schon so lange über „Tella“ redet! Da kriegt man doch Appetit drauf. ;)

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