Safety first…?! Oder: wo bekomme ich mein Kind?

Meine Lieblings-Blog-Pädiatrie-KollegIN (=weiblich – damit der KinderDoc sich nicht zurückgesetzt fühlt… *ggg*) Sophie veröffentlichte gestern einen sehr interessanten Post über den „richtigen“ Entbindungsort. Sprich: WO sollte Frau nach fachfrauischer Ansicht am besten entbinden? Uniklinik mit angeschlossener, maximalversorgender Kinderklinik? Kleinkrankenhaus mit-ohne Kinderklinik, dafür inklusive heimeliger Atmosphäre? Oder gar Geburtshaus, bzw. gleich ganz im trauten Heim?

Verdammt gute Frage, würde ich mal sagen…

Bis auf die Hausgeburt habe ich eigentlich alle o.g. Örtlichkeiten schon einmal durchexerziert. Also – nicht selbst, aber in meiner Tätigkeit als Ärztin. Und wie Sophie schon sagt, hat alles seine Vor- und Nachteile, wobei meine Präferenzen durchaus anders gelagert sind, als die der Kinderheilkundler… *ggg*

Fangen wir ganz oben an, auf dem Berg des Olymp, geheiligte, universitäre Hallen mit Perinatalversorung vom Feinsten. Hier steht per Dekret gerne mal eine ganze Armada Pädiater unterschiedlichster Ranghöhe Gewehr bei Fuss, um ein Kind im Empfang zu nehmen, das dann erst einmal in einem Wust aus Instrumentarien quasi „verloren“ geht. Nicht böse sein, liebe Kollegen aus der Kinderabteilung, ich weiss ja, dass ihr es auch nur gut meint, aber oft habe ich gedacht, dass wenig manchmal durchaus MEHR sein kann!

Muss man wirklich jedes Kind bis zum Anus absaugen, obwohl das arme Ding noch gar nicht ganz entwickelt ist , nur weil das Fruchtwasser mal grün oder das Köpfchen ein bisschen blau war? Und muss es dann – endlich geboren – wirklich binnen 3 Hundertsteln von der Nabelschnur losgestöpseln sein, danach direktamente – und ganz ohne Umwege über Mamas Bauch – ersteinmal unter die Wärmelampe geworfen, mit dem Stethoskop auf der Brust herumgehört, Sauger in Körperöffnungen versenkt oder gar Pizzateig-gleich durch die Luft geschleudert werden? Mal ehrlich – muss es wirklich nicht! Oder?

Universitätskliniken neigen ja – egal welche Fachrichtung – immer dazu, erst einmal an Zebras zu denken, wenn Hufgetrappel vor dem Fenster laut wird. Man verlässt sich viel mehr auf Maschinen-Gepiepse, Hygiene-Abstriche und das „English-Journal-Of-Medicin“, denn auf Erfahrung und gesunden Menschenverstand.

Beispiel gefällig?

Kommt ein Baby zur Welt, 41+2te SSW, etwas verlängerter Geburtsverlauf, grünes Fruchtwasser, da der kleine Mops zwischendrin ein wenig Stress hatte, zur Geburt dann ein dem CTG und Verlauf entsprechender pH-Wert (7,24, BE -7 – nicht grottenschlecht aber eben auch nicht sauschön…) bei guten Apgar-Werten (8-9-10).

An der Uniklinik wird (bzw. wurde – zu meiner Zeit) das Kind der Mutter umgehend von der Nabelschnur gepflückt, im Nebenzimmer ausführlich untersucht, anschließend eingepackt und „zur engmaschigen Kontrolle“ 48h auf der Neugeborenen-Intensiv eingedost. Gerne auch Verbunden mit Blutabnahme, Zugang, Infusion und allem sonstigen Schnick-Schnack. Mama + Papa dürfen ihr Neugeborenes dann später (oder sehr viel später) im Wärmebettchen besuchen kommen. Was ist eigentlich Bonding…?! *hust*

Im Provinzkrankenhaus wird dasselbe Kind der Mama erstmal auf den Bauch gepackt, denn Apgar und pH bescheinigen, dass JETZT, trotz stressiger Geburt, alles gut ist! Anschließend darf es dann mit ins mütterliche Zimmer, wo in den ersten 24h regelmässig die Stationsschwester bzw. eine der Hebammen ein Auge darauf hat. Und nach 3 Tagen werden beide Kinder nach Hause entlassen. Welches ist wohl für alle Beteiligten die bessere Variante…?!

Sicher ist es toll, wenn im Notfall ein Kinderarzt zur Stelle ist. Aber sind wir doch mal ehrlich – ein erfahrener Geburtshelfer (egal ob Arzt oder Hebamme) WEISS in 98% der Fälle im Vorhinein, ob es einem Kind schlecht gehen wird, oder nicht. Oder kann es sich zumindest vorstellen. Und dann wird die Frau entweder schon vor Entbindung an ein entsprechendes Zentrum verwiesen, ODER eben der Kinderarzt vorab informiert. Denn in der Medizin gilt nun einmal der Spruch: seltenes ist selten! Die meisten Babys KOMMEN gesund zur Welt und die Problemkinder (Mütter mit Diabetes oder Bluthochdruck oder vorzeitiger Wehentätigkeit/Blasensprung bzw. sonstigen gesundheitlichen Beschwerden) werden zuvor aussortiert und entsprechend verlegt.

Was ist denn nun mit Geburtshäusern und Hausgeburten?

Nun – ich habe schon sehr viele Frauen mit unauffälligem Schwangerschafts- und komplikationslosem Geburtsverlauf entbunden und ich kann mich an keine erinnern, die anschließend notfallmässig einen Kinderarzt gebraucht hätte. Die Geburtshäuser sind in der Regel ja auch nicht wahnsinnig – die wollen AUCH gesunde Kinder bekommen und achten demzufolge schon darauf, dass das Klientel entsprechend „passend“ ist. Und selbstverständlich wird jede verantwortungsvolle Hebamme jederzeit die Entbindung vom Geburtshaus in eine Klinik verlegen, wenn es auch nur annähernd nach Katastrophe riecht. Verantwortungsvoll hätte ich gerne dick unterstrichen, denn wie überall im Leben gibt es auch in der Geburtshilfe schwarze Schafe, die sich einfach hemmungslos selbst überschätzen und ohne Rücksicht auf Verluste ihr Ding durchziehen – selbst wenn das dann auf Kosten von Mutter und Kind geht. Und widersinniger Weise gibt es auch immer wieder Eltern, die dieses Risiko aus mir unerfindlichen Gründen in Kauf nehmen. Und Entbindungen in Geburtshäuser hinlegen wollen, die selbst ich, olle Spontan-Gyn, lieber im OP einer Uniklinik sehen würde.

Das einzige, womit ich wirklich ein Problem habe, sind Hausgeburten. Aber nicht, weil ich die für besonders gefährlich halte, sondern weil ich weiss, wieviel Dreck bei solch einer Geburt entstehen kann. Dreck, den ich nicht wirklich in meiner Badewanne, dem Wohnzimmer und hinterher der Mülltonne haben möchte. Weil ich weiss, wie laut es oftmals wird und ich mir nicht vorstellen könnte, ungehemmt herum zu brüllen, während Herr Müller drei Türen weiter sein Feierabendbier schlürft. Andere Menschen sehen das sicher anders :)

In jedem Fall ist ein großes, medizinisch voll ausgestattetes Haus meiner Meinung nach gerne mal „gefährlicher“, als ein kleiner, überschaubarer Laden. Für Mutter UND Kind. Denn hier wird man schon mal reaktiv invasiv: Schneiden, stechen, ziehen, absaugen, ansaugen… Bei der großen Anzahl risikoschwangerer Patienten, sowie bekannt kranken Säuglingen und generell komplizierten Verläufen verliert man doch recht schnell aus den Augen, dass es auch die ganz normalen Frauen gibt, die völlig unkompliziert gesunde Kinder gebären!

Aber das ist nur meine Meinung und darf gerne widerlegt werden… :)

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92 Kommentare zu “Safety first…?! Oder: wo bekomme ich mein Kind?

  1. Da werd ich schon verlinkt… wie könnte ich da anders, als gleich einen Kommentar bei meiner Lieblingsgynäkologin zu hinterlassen (*murmel*… nicht dass ich nicht gehofft hätte, mein Post würde… motivierend-animierend sein, die Sichtweise aus gynkäkologischer Sicht zu ergänzen… so ganz subtil).

    Das Beispiel… ja. Wir sind keine Uniklinik, haben aber besagtes Perinatalzentrum und dennoch läuft´s bei uns ebenso wie für das Provinzialkrankenhaus beschrieben. Dennoch bin ich völlig sicher, dass es auch so gehen kann, wie du schon sagtest… mag ich nicht. Überhaupt seh ich inzwischen viele Dinge deutlich entspannter als früher noch… als Anfänger hat man ja auch permanent die Angst im Nacken Dinge in der eigenen Verantwortung könnten schief gehen. Wir müssen per chefärztlichem Dekret zB bei einigen Sachen leibhaftig anwesend sein… Frühgeburten unter 36+0, Vakuumextraktionen und noch so ein paar Dinge. Früher war ich tatsächlich im Kreissaal und habe mir das Kind noch vor der Mama geschnappt, heute begnüge ich mich in der Regel damit im Hebammenstützpunkt rumzusitzen, damit ich bei etwaigen Problemen nicht erst durchs Treppenhaus sprinten muss… ja, das Alter^^. Wenn nix ist, dann warte ich mit einem Kaffee auch mal 10 Minuten… fürs erste Bonding und um keine Dramatik zu vermitteln, wo es keine Dramatik gibt. Ich weiß aber, dass das nicht alle so machen… auch die Kollegen im eigenen Haus nicht.

    Für meine eigene Geburt, sollte es mal so eine geben, bräuchte ich im Grunde noch nicht mal die Anwesenheit eines Gynäkologen (sorry *lacht*). Mir täte ein Kreissaal, der werdende Vater und die Hebamme reichen. Aber dennoch kann ich mir nicht helfen… ich könnte nicht ohne den Rest, für alle Fälle der Fälle :) .

    • Ächt jetzt???? Du willst mich noch nicht mal bei der Geburt dabei haben? ABER die Kinderabteilung?
      *Pfffffffffffttttt*

      ;)

      Neee, Spaß! :)

      • Aber nein… die auch nicht ;) . Aber das Gefühl, dass sowohl als auch im Hintergrund warten… gefällt mir ganz gut :) .

    • Liebe Josephine,

      ich habe meinen ersten Sohn unfreiwillig zu Hause auf dem Klo bekommen, weil er es so eilig gehabt hat. Vorher hatte ich noch im KH angerufen und die Hebamme meinte, dass das beim ersten Kind dauert! Insgesamt hatte ich ca. 3 1/2 Stunden Wehen, die ich, wie vorher schön geübt, weggeatmet habe. Und dann setzten die Presswehen ein und ich musste aufs Klo….
      Bubi hatte es dann so eilig, dass der heraneilende werdende Papi die Geburt gar nicht mitbekommen hat. Das Kind entschwebte dann mit Christoph 6 ins KH Links der Weser.
      Wobei vor unserer Haustür sich der Malteser Hilfsdienst, die Polizei und diverse Nachbarn versammelt hatten. Die Geburt war superklasse! Schreien musste ich nicht – habe nur ziemlich geschnauft….
      Beim zweiten Kind ging es ins KH, aber zu Hause war es weder so anstrengend noch so langwierig wie im Kreissaal.

      Lache mich manchmal schlapp, wenn ich hier lese!

  2. „Aber das ist nur meine Meinung und darf gerne widerlegt werden… :)“
    Nö. Also ich will gar nicht. Darf ich mich deiner Meinung auch einfach anschließen?
    Ich mein .. ich so als nicht – Hebamme und nicht – Mutter und so .. ich weiß zumindest, dass wenn ich aus unerklärlichen Gründen plötzlich doch in den Wehen liegen sollte .. dann hätte ich gerne einen „angepassten“ Geburtsort. Also entweder mit zig Ärzten, wenn ich mir Sorgen machen muss .. oder eben die ruhigere Variante, wenn ich davon ausgehen kann, dass erstmal alles komplikationslos verläuft.
    Und zuhause geht eh nicht .. ich wohn in so ’ner Sandburg, wenn ich hier mal richtig losschreie, dann bricht die Decke ein und ich lieg bei meinen Untendrunternachbarn im Zimmer. Und das ist ebensowenig prickelnd und wünschenswert wie den Müller beim Feierabendbier zu stören ;)

  3. .. ich selbst habe LEIDER!!! vor 5 Jahren meine Tochter in einer sogenannten Uniklinik mit Anschluss Kinderklinik entbunden .. selbst wenn es der einzigste Ort auf der Welt wäre nochmals zu entbinden, würde ich lieber direkt neben meinem doofen Nachbarn entbinden, oder gar auf der Strasse im Sitzen..

    Meine Tochter wurde nach normalem ! Geburtsverlauf nach 15 Min in die Kinderklinik trotz sehr guten Apgar Werten verfrachtet ..

    Begründung :

    – Geburtsgewicht 4.550 gr – 50gr über 4500gr – also angeblich Gefahr von Neugeboreneninfektion ( mein Ki-arzt hat bis dato noch nicht mal von dieser Infektion gewusst)

    – und grünes Fruchtwasser

    .. ich habe meine Tochter nur einmal täglich auf der Intensiv besuchen können, da viele Kinder noch daheim, und keine Möglichkeit der Mitnahe der Kinder oder Betreuung

    Tochter wurde verkabelt, intensivst mit Antibiotika zugeschüttet und nebenbei noch als *Versuchskanickel – da keine Gegenwehr (*ach Gott ist die Brav*) für diverse Studenten und Assistensärzte benutzt :/

    auf Nachfragen und auch Nachhaken meinerseits wurde mir
    immer ein schlechtes Gewissen gemacht ..* tja und wenn ich Tochter versterben sollte?? können Sie dies verantworten ??*

    das Ende vom Lied nach mehr als 10 Tagen konnte ich ein immer noch sehr schweres aber kerngesundes Kind nach Hause nehmen, das nunmehr aber leider sich nur schwer stillen liess – denn die Nippelsauger für meine Muttermilch wurden v den Schwestern nicht angenommen :(

    Übrigens- bis auf ein Kind ( von insgesamt 7) waren alle zwischen 4350 und 4750 gr schwer –

    alle kerngesund , Meine Jüngste kam mit 4500 gr in einem Geburtshaus zur Welt- neben zwei tollen Hebammen. Dazu eine entfernt stehende Ärzte und ihrem kleinen Sohn ,der neben mir im Babysafe brabbelte

    GLG

  4. Aus dem Herzen gesprochen – dank Dir!

    Und nachdem Geburt 1 etwas unschön verlief, die Ärzte sich bis zum Anruf meines völlig entspannten Blutspezialisten gegen eine vag. Entbindung gewehrt haben, haben sie zumindest eingelenkt. Gebracht hats nix. Naja. Man wird ja schlauer und wählt für Kind 2, 600 km weiter weg von Tatort 1 eine Ökoklinik – Du weisst schon, gibt nicht viele von in Deutschland. Und was passiert? Bei der Risikoschwangeren-Anmeldung trifft man justamente DIE Ärztin, die schon Kind 1 auf die Welt geholt hat. Beide etwas verblüfft, dann erfreut – hat sie ja nicht damit gerechnet, dass dieses Kind den Termin jemals erreichen würde. Naja, ich schweife ab. DIE Ärztin muss auf der Fahrt von Stadt 1 zu Stadt 2 einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein – vag. Geburt bei meinen Blutwerten? Ich bitte Sie… Vag. Geburt bei meinen Blutwerten und Sectio davor? Ich bitte Sie… Dank Dir, Göttin in weiss – MEINE MEINUNG!

    Geburt war toll, aber die Kinderklinik, die dann noch im Abo enthalten war? Nix mit Öko. Der Mensch im Vordergrund? Der Student im Vordergrund, der nachts die kranken Babys weckt und irgendwelche Übungsuntersuchungen macht. Öko-Ärzte, die sich voreinander fast die Augen auskratzen oder sich bei Patienten ausheulen. Naja, nach ein paar Tagen auf der Neugeborenen-Intensiv ist man auch dankbar für ein wenig Aufmunterung – sei es diese…

    Ich sach es Dir. Für Kind 3 muss ich mir was besseres einfallen lassen. Aber irgendwie bleibt nur noch das Geburtshaus, doch die wehren sich sicher mit Händen und Füßen. Bliebe noch die Geburt im Wald – kennst Du nicht? Da bleibt Dir die Spucke weg!

  5. Historisches= Die Geburt meiner Onkel, Tanten und Eltern lief anno… Anfang 20.Jahrh. folgendermaßen ab:
    Oma A:Bäuerin, 21 Jahre jung, bekam 11 Kinder in 20 Jahren.(alle zu Haus) Ihr eigener Kommentar zu einer Geburt:“Ich habe ein wenig gestöhnt, damit der Franz(Ehemann) meint, es hätte weh getan.“
    Tragischer Weise fiel ihr älteste Sohn am selben Tag und fast zur selben Stunde im WK I, als die jüngste Schwester geboren wurde.
    Oma B:Heiratete mit 28 und bekam jedes Jahr ein Kind (1-6) bis zum Kind Nr.7, ließen sie sich 3 Jahre Zeit.Am Abend vor der Geburt wurde die Verbindungstür zwischen Eltern- und Kinderzimmer zu gemacht. Keines der Kleinen wurde wach,als Schwester Nr.7, in der Nacht geboren wurde. Sie wurde ihnen am nächsten Tag als echtes Wickelkind präsentiert.
    Bin SEHR froh, dass sie wieder schreiben. Habe jeden Tag auf ein Lebenszeichen gewartet. hüpf , freu, jubel! :-)))
    Ihr Buxinchen

  6. Hallo Josephine,

    Ich bin Hebamme und Mutter und widerspreche auch garnicht, bis auf die Hausgeburten.

    Meine drei Kinder sind alle drei Zuhause geboren und der Dreck hielt sich sehr in Grenzen, mit einem Müllsack und 1-2 Maschinen Wäsche hatte sich das…
    Dafür der Luxus, postpartum nach der Dusche ins eigene, frisch bezogene Bett zurück zu krabbeln und da auch nicht mehr weg zu müssen die nächsten Tage…
    Und ich bin sehr fest davon überzeugt, dass meine Babys auch deshalb immer so entspannt waren, weil sie ihr Geburtszimmer erstmals nach mehr als einem Tag verlassen mussten und niemand außer mir selbst und unserer Familie an ihnen rumgefummelt hat.
    Herr Müller hat sich übrigens bei seinem Bier nicht stören lassen (und in bin laaauuut!), aber die Nachbarn sind mit ihren Kindern mal spontan auf einen Ausflug gefahren *g*
    Falls ich jemals noch ein Kind bekommen sollte und wieder eine unkomplizierte Schwangerschaft haben sollte, dann würde auch dieses Kind wieder Zuhause geboren werden, es gibt nichts schöneres!
    Liebe Grüße
    Anna

  7. Ich habe zweimal eine RIESEN sauerei gemacht. das erste mal platzte die Fruchtblase mit einem „knall“ während einer presswehe und das fruchtwasser schoss fast drei meter durch den raum an die wand (kein witz), beim zweiten mal hab ich noch stunden vor mich hin koagelt (und wäre fast abgekratzt, mal nebenbei) – aber ich würde nie das kleine krankenhaus missen wollen. DAS als hausgeburt, neeeee iiih. auch wenn mich keiner hören würde, da eigenheim.
    süß übrigens die hebamme nach schichtwechsel, die mich bei geburt 2 dann endlich nach 7 stunden überwachung aus dem kreißsaal schieben wollte und voll entgeistert zu meiner tochter sagte „du liebe güte, dich hat ja noch nicht mal jemand angezogen“. ja DAS war kuscheln extrem. *schmacht*

  8. Mmmhh, also auch mein Kind ist zwei Tage vermutlich völlig unnötig auf der Neo verschwunden. Trotzdem war ich froh, ganz vorsichtig in einem Zentrum der Maximalversorgung entbunden zu haben, denn ich weiß nicht, ob ich sonst noch die Chance auf ein zweites Kind hätte… Mein Gyn, der ebenso wie die Hebamme bei Auswahl des KKH (Uniklinik) sagte: Man könnte da auch ambulant entbinden (fand ich eine Superidee), hat mich wegen hoher Leberwerte in die Ambulanz überwiesen (Verdacht auf HELLP-Syndrom). Dort wurde dann geschallt und u.a. festgestellt, dass die Nabelschnur mit offenen Blutgefässen an die Plazenta angebunden war, also wohl das Risiko bestand, dass das Kind bei der Geburt verblutet (genaue Diagnose: Placenta bipartita mit velamentöser Gefäßbrücke). Daher wurde ein Kaiserschnitt angesetzt, bei dem sich herausstellte, dass die Plazenta fest angewachsen war (Placenta accreta, Blutverlust 1400ml, nicht lustig). Ich bin mir nicht sicher, ob ich in einer kleineren Klinik mit weniger Personal (Ruck-Zuck Oberarzt Anästhesie da, d.h. Ass.Arzt bereitet Vollnarkose vor, Oberarzt überwacht und zwei Gyn-Oberärzte entscheiden, wie sie die Blutung stoppen) das alles so glimpflich ausgegangen wäre. Und wenn nicht alle Beteiligten so vorsichtig gewesen wären, wäre ich vielleicht fröhlich ins Geburtshaus gegangen.

    Wenn ich aber nicht diese – vermutlich wirklich seltenen – Probleme gehabt hätte, sondern eine ganz normale Entbindung gehabt hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich wahnsinnig schimpfen, dass ich auf dieser fürchterlich überfüllten Wöchnerinnenstation gelegen habe und zwei Tage mein Kind auf der Neo besuchen musste, obwohl eigentlich alles gut war.
    Liebe Grüße
    MM

  9. Ich muss der Mehrheitsmeinung hier leider widersprechen. Mir sind aus jüngster Vergangenheit zwei sehr „unschöne“ Fälle im Gedächtnis. Zum einen eine Bekannte, die unbedingt darauf bestand im Geburtsthaus zu entbinden. Risikoschwanger war sie soweit nicht, allerdings allein, da weder Vater des Kindes noch Freundin oder Mutter vor Ort sein konnten. Nachdem die Geburt sich in die Länge zog, würde das Kind schließlich einigermaßen heil entbunden. Allerdings blutete es weiter aus dem unverkrampften Uterus heraus. Die Geburtshelferin, eine von der anti-Schulmedizin-Sorte, gab erstmal Globuli und rief dann wohl nach dem 2. Liter Blut doch mal die Rettung. Die Freundin war natürlich längst nicht mehr bei vollem Bewußtsein und konnte so die Situation überhaupt nicht beeinflussen. Die Moral von der Geschichte: junge Mutter fast verblutet, per RTW zur nächsten Uniklinik. Dort mit Müh und Not Uterus gerettet, der sich dann postnatal allerdings noch entzündete mit samt Wiederaufnahme ins KH (diesmal gleich die Uniklinik) für 2 Wochen. Bonding blieb darüber natürlich ein wenig auf der Strecke, aber immerhin hat das Kindchen noch eine Mama.
    Im zweiten Fall kam es bei Zweit-Para mit Gemini-Gravida zu Hause unerwartet zur Frühgeburt. Das erste Kind kam auf der Toilette zur Welt, das zweite entband der Vater auf dem Flur. Der herbeigerufene RTW hatte leider keine Ahnung von Neo und verfrachtete das wertvolle Gut lediglich unter O2 in eine kleine Kreisklinik, weil man könnte sich ja nicht denken, dass man für zwei (!) Extremfrühchen (!) eine gesonderte Versorgungslage benötigt. Die in der Kreisklinik hatten leider nicht viel mehr Ahnung, merkten das aber erst nach 1h, in der dann endlich mal die Uniklinik gerufen wurde. Das Neo-Team traf dann auf extrem azidotische, hypotherme Kinder mit grottiger Sättigung. Leider geht es den Kindern inzwischen nicht besser, Details erspare ich.
    Will sagen: ohne Neo im Haus entbinde ich kein Kind mehr. Wobei ich aber zugeben mag, das man einen etwas anderen Umgang mit geburtsbegleitendem Personal pflegt, wenn man ein bißchen vom Fach versteht.

  10. Ich hatte eine Hausgeburt, ohne Sauerei (1 kleiner Müllsack und 1 Waschmaschine mit 3 Handtüchern) und ohne anwesenden Arzt, der kam erst nachher um ein bisschen zu nähen. Hätte die Hebamme auch gemacht, aber die Ärztin wollte doch so gerne kommen…..
    Kind bei 41+2, gross und schwer, grünes Fruchtwasser und genau so wie Du es schön beschrieben hast. In der Klinik hätten sie mir ihn weggenommen, daheim hatte er 3 Tage rund um die Uhr Mama und Brust.

    Es war herrlich daheim zu sein, 5 Uhr morgens, alle Nachbarn schliefen, die Kinder auch, ein herrlicher Maitag begann. Wenn es noch eine Nummer 4 gibt, dann wird es auch daheim geboren werden. Meine beste Hebamme der Welt hielt es aber für nötig 2 Tage vor der Geburt noch einmal ein Check in der Klinik machen zu lassen mit Doppler und allen SchickSchnack.

    In eine Uniklinik würde ich auch nicht freiwillig gehen, nur wenn es absolut nötig ist, denn deine Worte sind sooooo wahr. So habe ich es ja auch in meiner Ausbildung gelernt. Viel hilft viel…

    Schönen Feiertag
    Cris

  11. Nun, ich war ganz froh mit meinem mittelgroßem Krankenhaus. So zu hause oder im Geburtshaus wäre es (nach völlig unkomplikationsloser) Schwangerschaft dann doch kompliziert geworden, weil sich die Gebärmutter nicht zusammenzog und ich munter vor mich hin blutete….das konnte irgendwie keiner voraussehen, aber dank guter versorgung war das auch schnellstmöglich geregelt…

    Und ja, eine Bekannte von mir hat zu hause ihr kind bekommen…und Herr Meier war nicht vorgewarnt worden, deshalb stand dann plötzlich die Polizei bei der Geburt dabei…das beschrieb sie auch nicht als sehr entspannend.

    • Aha, die Polizei hat also die Wohnun gestürmt und stand neben der Gebärenden, ja? Entschuldigung, aber wer soll das glauben? Wenn man schon bei einer „geplanten“ Hausgeburt keinem Bescheid sagt und keinen Zettel an die Tür macht, dann klingelt die Polizeit, die Hebamme sagt kurz Guten Tag und Auf Wiedersehen….da kommt kein SEK und stürmt die Bude …. *lol*

  12. Ich werde in „meinem“ Kh entbinden – Uniklinik mit allem Schnickschnack und Neugeborenenintensiv direkt auf der Wöchnerinnenstation. Und Blutbank.
    Wieso? Weil das Einzige, wegen dem ich mir wirklich Sorgen mache, die Gesundheit meines Baby’s ist – auch, wenn nach absolut unkompliziert verlaufener Schwangerschaft dazu bisher ( 34+5) null Grund besteht. Ich will dennoch nichts riskieren. Und ja – es ist mir egal, ob ich dort ein „schönes Geburtserlebnis“ haben werde oder nicht, ich bin da sehr pragmatisch.

    Zumal ich mich der Aussage einer Kommentatorin in Sophies Blog, die da lautet:

    „zugegeben, ich gehöre nicht zu den frauen, die das geburtserlebnis geradezu hysterisch überhöhen und für die die welt zusammen bricht, wenn sie nicht “frau” genug waren, das kindelein auf natürlichem wege zur welt gebracht zu haben – ehrlich gesagt, geht mir dieser frauenschlag sogar gewaltig auf die nerven. kann denn etwas wichtiger sein, als die gesundheit des kindes?“

    absolut anschließe. Ohne jetzt jemandem zu nahe treten zu wollen…

    Hausgeburt würde für mich auch aus hygienischen Gründen nicht in Frage kommen.

    • Aber ist die psychische Gesundheit des Kindes nicht wichtig?

      Klar, wenn die Schwangerschaft problematisch war und das Kind vielleicht krank ist, sollte man alles nötige tun, um direkt mit medizinischer Hilfe für es da zu sein. Aber wenn doch alles ohne Komplikationen abgelaufen ist und man mit einer normalen Geburt rechnen kann… ist es dann nicht wichtiger, dem Kind eine stressfreie Umgebung zu bieten, in der es sofort zur Mama kommt, statt dass zehn Hände an ihm rumfummeln, es verkabelt und schließlich einsam in einen Brutkasten gelegt wird? Das kann meiner Meinung nach nicht gesund sein.

      • Ich war selbst ein Kaiserschnittkind (BEL und erste Schwangerschaft meiner Mom) und mußte – weil ich angeblich so leicht war – noch ein- zwei Tage im Wärmebettchen sein. Auch war es in den 70ern noch nicht üblich, dass die Babies rund um die Uhr bei der Mom waren (meine Schwester – auch sectio wegen Querlage – haben wir beim Besuch im KH dann auch nur immer hinter der Glasscheibe des Säuglingszimmers betrachten dürfen, zur Mutter kam sie nur zum Stillen).
        Ich betone es immer wieder: Wir alle drei haben das ohne irgendwelche bleibenden Schäden überstanden. Weder psychische noch körperliche.

        NATÜRLICH möchte ich mein Baby nach der Entbindung bei mir haben. Und natürlich ziehe ich eine „normale“ Geburt mit anschließendem Kuscheln allem anderen vor. ABER ich weiß, dass das in „meinem“ KH auch in der Regel so gemacht wird (trotz Uniklinik mit Schnickschnack), deswegen gehe ich ja da hin ;)

        Aber ich finde eben die Sicherheit wichtig, dass alles da ist, wenn was passiert. Und man nicht für ne Sectio – oder danach, wenn Blutungen auftreten, die nicht so einfach zu stillen sind – noch quer durch die Stadt transportiert werden muß. Da kann es nämlich dann tödliche Komplikationen geben – für Kind UND Mutter. Und da verzichte ich im Notfall dann lieber auf die „natürliche“ Umgebung. Auch wenn’s psychisch vielleicht schöner wäre.

    • wow, ich habe auch mal so gedacht. Dann wurde nach einer gut angelaufenen Einleitung ein Geburtstillstand und die Herztöne waren in den Wehen nicht mehr so schön. Sekundärer Kaiserschnitt – leider auch noch Vollnarkose – gesehen habe ich mein Kind nach der OP nur ganz kurz, ich war noch total verpeilt, wusste gar nicht was passiert ist. Dann nach 2,5 Stunden habe ich erst mein Kind in den Arm nehmen können. Im Krankenhaus war auch noch alles gut, hauptsache wir sind beide gesund.
      Wohl dem der der Meinung ist, dass er diese Gefühle und Emotionen die danach bei einigen aufwallen kontrollieren kann. Der Verstand weiß, dass die Gesundheit BEIDER immer vorgeht aber wenn die Seele ein anderes Lied singt, dann hilft auch kein Zusammenreißen. Wünsche ich doch jedem dass er diese Erfahrung und diesen Weg nicht gehen muss.

      • Wenn Du genau gelesen hast, dann sind wir da gar nicht so unterschiedlicher Meinung. Ich wünsche mir schon auch eine „normale“ Entbindung mit allem, was dazugehört, Bonding etc. Aber wenn es eben nicht hinhaut – wie bei Dir – dann will ich nunmal Maximalversorgung. Darum ging’s doch eigentlich. Denn – mal im Ernst – as hättest Du denn gemacht, wenn man Euch nicht so schnell hätte helfen können? Wäre deine Seele dann besser dran gewesen, wenn wirklich was daneben gelaufen wäre?
        Nein. Eben.
        das das dann am Ende vom tag alles nicht so einfach ist, weiß ich auch. Im Übrigen hatte meine Schwester eine tolle Entbindung, alles wie es sein sollte. Und litt trotzdem unter heftigen Postpartalen Depressionen. Garantie gibt’s auch bei ner „normalen“ Entbindung in Bezug auf die Psyche für nix.

    • Ich habe mich auch eher auf deinen ersten Post und den dortigen zitierten und unterschriebenen Kommentar bezogen. Dieser ging mir gegen den Strich. Einfach weil ich mir vorher auch nie vorstellen konnte, dass es mir mal so gehen wird.
      Es spielt auch noch soviel mehr mit rein aber dafür müsste ich hier einen Roman schreiben.
      Ansonsten hast du recht, Maximalversorgung mit Bonding ist eine super Sache. Leider wird in unserem KH das Bonding bei Kaiserschnitt nicht wirklich durchgeführt. Da habe ich mit der nächtlichen Sectio noch eher das „Glück“ gehabt gleich auf Station zu kommen, wenn auch ohne Kind. Bei einer geplanten Sectio wird das Kind kurz gezeigt und dann gehts alleine für bis zu 3 Stunden in den Aufwachraum. Im GVK klang das noch ganz anders.
      Eine Garantie gibts im Leben wahrlich für nichts. Ich wünsche dir eine angenehme Restschwangerschaft – ganz langweilig und ohne Komplikationen – und dass bei der Geburt alles gut läuft :-) . Ich hoffe deine Schwester gehts wieder besser.

      • Bei uns im KH wird schon versucht, nach einer Sectio auch Bonding zu schaffen. Da läuft’s in der Regel ähnlich wie hier: http://37quadrat.wordpress.com/2012/05/26/la-naissance-de-samuel/
        Natürlich nur, wenn’s geht. Notkaiserschnitt etcetc ist dann halt doch was anderes – vor allem, wenn es Baby oder Mutter danach schlecht geht. Aber auch in dem Fall wäre es mir wichtiger, dass alle überleben. Das selbe gilt für Blutungsfälle bei der Frau nach der Entbindung. Ohne Blutbank ist man da wenns doof läuft dann halt aufgeschmissen. Und das Bonding klappt dann wohl auch nicht so, wie geplant.
        Anyway, ich wünsche mir natürlich eine ganz „langweilige normale“ Entbindung ohne
        irgendwelche physischen oder pychischen Probleme danach. Aber ich will halt alles im Hintergrund haben, ohne lange Anfahrtswege.
        Danke für die Wünsche :-)
        Meiner Schwester geht’s wieder besser – allerdings nur mit medikamentöser Hilfe. Zum Glück gibt es Psychopharmaka, mit denen man auch normal weiterstillen kann.

  13. Ich war beide Male in einer Geburtsklinik und fand das sehr entspannt. Hab auch gar nicht geschrieen außer bei der Wehe wo ich nicht pressen durfte, und die Hebamme meinte hinterher sogar, ich darf gerne wieder kommen… ;-) Betreut wurde ich hauptsächlich von Hebammen, beim ersten Kind war mein Gyn (=Belegarzt) in der heißen Phase dabei, beim zweiten Kind steckte der im Stau und es standen trotzdem gleich zwei Ärzte da als der Murkel stecken blieb und haben ihn rausgedreht. Schulterdystoktie, Nabelschnur um den Hals und 4500g und trotzdem durft ich ihn so lange im Arm halten wie ich wollte bevor er gewaschen wurde – von meinem Mann.
    Ich mag ruhige Geburten ohne medizinisches Rundumbrimborium. Aber ich mag mir gar nicht ausmalen was aus dem Murkel geworden wär wenn ich daheim entbunden hätte und er wäre steckengeblieben. Zu wissen, dass die Ärzte und OPs bereitstehen und ansonsten mich und ne gute Hebamme in Ruhe allein lassen finde ich wirklich die beste Lösung.

    Und über solche Nummern wie die hier http://blog.esowatch.com/?tag=waldgeburt baruchen wir glaub ich nicht zu diskutieren…

  14. Treffend beschrieben! Meine Erfahrungen: Kind 1 zwar in Provinzklinik, aber mit Kinderklinik im Haus bekommen. Zwei Stunden Überwachung im Kreißsaal dann kam Sohnemann direkt für die nächsten 5 Tage auf die Neugeborenen-Intensiv zur Überwachung der Nieren. Für nix und wieder nix. Daraus habe ich gelernt und mir bewusst für Kind 2 ne Provinzklinik ohne Kinderklinik ausgesucht und alles war soooo schön. Kind halb im Schlaf bekommen mit relaxter Hebamme und relaxter Ärztin. Ewig bei gedämpften Licht im Kreißsaal mit Kind 2 gekuschelt und es auch die nächsten 3 Tage nie aus den Händen gegeben bis es nach Hause ging. Hach, schön… Jederzeit wieder. Hausgeburt ist für mich auch ein No-Go. Allein weil mir die PDA fehlen würde ;-)

  15. Ich trete an zur Ehrenrettung der großen Unikliniken mit Kinderintensiv und Maximalversorgung ;o) Habe zwei von drei Kindern dort bekommen, und war dort prima aufgehoben. Obwohl beide Kinder vorher als sehr groß und schwer geschätzt wurden (und mit 4,3 und 4,6 kg dann auch recht schwer waren) hat man mich ganz normal und friedlich entbinden lassen. Der entscheidende Punkt sind die Hebammen! Die Ärzte waren durchaus mal etwas übereifrig („Frau Sie, wollen wir nicht am Termin einleiten? Sonst bleibt das Kind noch stecken, wenn es noch weiter wächst…“ oder „Ah! Ihr Kind liegt knapp an der Grenze für Zucker, da wollen wir sicherheitshalber mal Glukose geben udn alle paar Stunden den Blutzucker checken.“), aber die Hebammen haben die Ärzte immer zurückgepfiffen und Situationen relativiert und mich und das Kind vor dem Übereifer manches Arztes beschützt – ok, und ich selbst habe auch den Mund aufgemacht und verkündet, was ich mitmache und was mir zu weit geht. Das konnte ich, weil ich mich vorher gut informiert und den Hebammen vertraut habe. Ich würde jederzeit wieder da entbinden!

  16. Ich muss auch mal zur Ehrenrettung der Uni-Kliniken beitragen. Ich habe beide Kinder in einem großen Uni-Klinikum bekommen. Ein Kind bei 37+0, also knapp kein Frühchen mehr, dazu vorzeitiger Blasensprung, Kopf vom Kind nicht im Becken… in die Klinik kam ich mit dem Rettungswagen…Die Geburt war völlig unspektakulär, nur von einer Hebamme geleitet, die Ärztin stand als Statistin herum, einen Kinderarzt habe ich erst bei der U2 (also nach 2 Tagen!) erstmals gesehen. Bei Kind 2 war es ähnlich….Obwohl er als Riese geschätzt wurde (und es auch einer war), wurde ich bei der Geburt in Ruhe gelassen. Der Nabel-ph-Wert war nicht ganz top, aber das hatte nur eine kleine Diskussion zwischen Hebamme und Gyn zur Folge, es wurde kein Kinderarzt geholt. Und wieder habe ich erst zur U2 einen Kinderarzt gesehen. Und das obwohl eine ganze Neonatologie in dieser Klinik theoretisch sprungbereit war. Aber anscheinend springen die in der Klinik nur, wenn es ernsthaft nötig ist (vielleicht haben sie genug echte Problemfälle, so dass sie normal Schwangere in Ruhe gebären lassen?).

    In eine Klinik ganz ohne Kinderarzt würde ich persönlich nicht gehen. Ich kenne eine, der der seltene Fall passiert ist, dass trotz unkomplizierter Schwangerschaft eine sehr komplizierte Geburt daraus wurde. Kurz gesagt, es wurde ein hektischer Notkaiserschnitt in Vollnarkose. Als sie wach wurde, war das Kind bereits in einer anderen Klinik auf der Neugeborenen-Intensiv. Und sie wurde nicht mitverlegt, sondern zum Stillen mit einem Krankentransport rübergefahren. Soviel zum Thema Bonding…

  17. Wo ich meine Kinder bekam, das war eigentlich wurscht, wichtig war, mit wem.
    Der erste kam in einem Krankenhaus mit angeschlossener Perinatalstation zur Welt. Dabei waren natürlich ich, der werdende Vater und im Laufe der Stunden 3 verschiedene Hebammen, die viel zu tun hatten und eine sichtlich gestresste Ärztin. Das ganze war eine sehr unschöne Veranstaltung.
    Beim zweiten war wieder natürlich ich dabei, der Vater und eine wundervolle Freundin, die auch Hebamme war. Beleghebamme. Und nach 30 Minuten im Kreissaal war der kleine Watz geboren, die dort anwesende Ärztin kam 5 Minuten nach der GEburt, sagte nur Hallo und ging wieder, sehr angenehm. Beim dritten war die Besetzung die gleiche wie beim zweiten, es dauerte etwas länger, die Gebärmutter hatte sich dazu entschlossen, als träges Stück in die Geburtsgeschichte einzugehen.
    Aber auch dort ein gutes Gefühl und alles lief rund, trotz doppelter Nabelschnurumschlingung um den Hals (bei Muttermund 6 cm hat meine Freundin aus einem Gefühl heraus die Fruchtblase platzen lassen und 15 Minuten später war das Lütte da, ein bisschen blau aber eigentlich guter Dinge).
    Ich habe gemerkt, wichtig war mir diese Frau, meine Freundin, meine Hebamme, der ich mich komplett anvertrauen konnte, die mich durch diesen Sturm „Geburt“ mit ruhiger Hand führte und so konnte ich loslassen.
    Also, ich finde, wo ist egal, es ist entscheidend, von Personen umgeben zu sein, denen man vertraut und mit denen man verbunden ist.
    Ausnahmen sind natürlich die Zebras, will heißen, wenn Gefahr im Verzug ist, dann her mit allem intensivmedizinischen Schnickschnack.

  18. Nichts ist perfekt, aber fast immer gibt es einen Kompromiss bei dem man sich auch wohlfühlt. Zum Wohlfühlen gehört auch die Sicherheit aber auch Erreichbarkeit und persönliche Kontakte.
    Wer endlos nach der SuperWellnessDesignKlinik sucht, landet am Ende mit Sturzgeburt im Krankenhaus um die Ecke.

  19. Das Problem sind leider wirklich oftmals die Ärzte. Wie schon bei Sophie beschrieben kam mein Kind in von mir ausgesuchter Klinik mit Kinderklinik nebenan zur Welt, spontan und ohne irgendwelche Mittel. Und mit meiner eigenen Hebamme dabei.
    Aber nur weil ich so unglaublich stur bin und schon im Vorfeld abgeklärt hatte das der erste der mir ohne meine ausdrückliche Erlaubnis eine Nadel in den Körper schiebt verklagt wird.
    Asthma, Allergien bis zum Abwinken und noch so einige Kleinigkeiten haben bei allen Ärzten die Alarmglocken läuten lassen, mir wars schnuppe. Ich wusste mein Körper und mein Kind kriegen das hin, aber falls nicht.. Ja eben. Darum habe ich ganz bewußt eine wirklich gute Klinik ausgesucht, deren Kreißsäle auch alles hatten, vom Hocker bis zum Seil. Aber eben auch die Kinderklinik in „0,0 Sekunden“ erreichbar. (Ich wußte die brauche ich nicht, aber mein Mann….)

    Aber: Ich wollte eigentlich zu Hause entbinden. Das ich mich für die ambulante Geburt entschieden habe lag an meinem Mann, dem unglaublich schlecht war bei dem Gedanken was alles passieren könnte.
    Hätte ich ein 2tes Kind bekommen hätte mich niemand mehr von einer Hausgeburt abhalten können. (Ich war erstaunlich leise unter der Geburt, sagt mein Mann, die Nachbarn hätte ich also nicht gestört)

    Bei all den Möglichkeiten heutzutage ist doch für jeden was dabei. Ich finde das gut.

  20. 2 Tage nach dem errechneten Termin in freudiger Erwartung auf das dritte Wunder kommt der Beitrag gerade recht. Ich bin „nur“ Mama, nicht medizinische Fachfrau, aber exakt so sehe ich die Chose auch. Vielen Dank von Herzen, jetzt bin ich noch mehr bestärkt, hier in der Provinz ohne viel fachliches „Schischi“ im kleinen Krankenhaus zu entbinden. OHNE angeschlossene Kinderklinik usw. Pöse Rabenmutter ich. :-)

  21. Hach, das ist ja mal so ganz nach meiner Schnauze gewesen :-).

    Vor 10 Jahren kam mein erstes Kind mit Saugglocke im KKH zur Welt. Grauenvoll habe ich das empfunden und ich habe IMMER das Gefühl gehabt, hätte die Hebamme mich machen lassen, wie ich gewollt hätte, wäre das ganz anders gelaufen. Boah, war ich frustriert (fühlte mich wie ein Versager) und sauer, weil ich so fremdbestimmt wurde. Ich durfte ja nichtmal auf diesem blöden Kreisbett liegen, wie ich das bequem fand, sondern musste rückenschonend für die Hebamme total bekloppt da liegen (kein Wunder, dass das Baby nicht rauskam von alleine – ging so gar nicht).

    Dann 2 Jahre später wollten wir ein zweites Kind und ich habe schon VOR der Empfängnis gesagt: NUR, wenn ich eine Hausgeburt machen darf. Ich durfte von meinem Mann aus, aber frage nicht, was ich mir alles anhören durfte von allen möglichen Leuten. Der einzige, der das toll fand, war ein Mann aus dem Baumarkt bei dem ich die Malerfolie zum Abdecken gekauft hatte :-).

    Und was soll ich sagen? Diese Geburt war ein Traum und die Hebamme war so super. Das war alles so toll, dass ich mitten im Babyblues der Hebamme einen vorgeheull habe, dass das SOOOOOO schade ist, dass wir nur zwei Kinder wollen und ich sowas schönes nie wieder erleben werde. Und übrigens: dreckig war da gar nichts – nach der Geburt hat die Hebamme nur die Malerfolie zusammengefaltet und alles war prima. Nachbarn haben wir auch nicht belästigt, da wir ein eigenes Haus haben ;-).

    Aber fast jede Mutter, die das anschließend gehört hat, musste mir dann erzählen, dass IHR Baby ja solche Probleme hatte und fast gestorben wäre und wenn die nicht im KKH gewesen wären, dann wäre das ganz böse ausgegangen. Tja, das Gefühl wurde mir beim ersten Kind im KKH auch immer vermittelt (hab ich aber außer während der Geburt nie geglaubt, in dem Moment hätte ich mich bis zum Bauchnabel aufreißen lassen, damit mein Kind das überlebt). Tja, das war beim zweiten ganz anders, da war alles easy locker flocker und die Hebamme hat mich machen lassen und mir und Baby ging es sogar während der Presswehen super.

  22. Da freut sich das Hebammenherz über so nen netten Artikel! Und das von einer Ärztin zu hören… :-) Danke dafür!
    Kurz noch ein Kommentar zu oben wg schöner geburt etc., Meine Geburt war alles andere als schön, eilige Sectio wg akutem Hellp in der 31.SSW! Ich hab sie noch nicht mal gezeigt bekommen obwohl sie nicht intubiert war! Nach 6 Stunden hab ich sie das erste mal GESEHEN. Nach über 2 Tagen durfte ich mein Kind das erste Mal in den Arm nehmen!!! Und diese 2 Tage werden mir den Rest meines Lebens fehlen! Die beste Entscheidung meines Lebens war, dass ich mein Kind nach 5 Wochen auf eigene Verantwortung mit nach Hause genommen hab! Dort haben wir zumindest versucht ein bisschen was nachzuholen mit Bondingbad und ganz viel nackt kuscheln und stillen. Und jetzt sagt mir einer, dass das nicht wichtig sein soll…. Mann mann mann…

  23. Meine Hausgeburt mit dem wenigsten Müll ergab ein paar Handschuhe, eine einsame kleine Unterlage und ein Handtuch, das zwar nass war und gewaschen wurde, aber Flecken oder so gab es da nicht zu entfernen.

    Meistens ist es eine Waschmaschine voller Handtücher, Mullwindeln und zwei, drei Babymützen. Dazu eine kleine (ja, die gibt es zu Hause auch in klein, Kliniken kleckern nicht die klotzen gleich) Mülltüte mit zwei, drei Handschuhpapieren und ein paar Unterlagen. Bumbs, fertig.

    Das sich das Müllgerücht so hartnäckig hält ist mir ein Rätsel. Vielleicht sollte ich auch einen Blog aufmachen. Einen, wo ich postpartal den Mini-Müllberg fotografiere. Nur leider kriegen dann die Kreißsaalkolleginnen womöglich das Heulen wenn sie ihren Putzberg sehen und daneben meinen.

    • Ich rede nicht vom anorganischen Müllberg, sondern von hauptsächlich körperlichen Sekreten (und zwar völlig egal, WELCHE! ICH bin da sicher nicht pingelig…) die je nach Fruchtwassermenge, Riss und Plazentalösung gerne mal im fast zweistelligen Literbereich liegen kann… – möchte ich, gerade im Hochsommer, sicher nicht in meiner Mülltonne lagern…

  24. Ich hab jetzt gerade mal lange überlegt und rausgekommen ist dabei.
    Ja, auch mein 5. Kind würde ich wieder in einer Klinik mit Kinderstation zur Welt bringen.
    Die erste Geburt war sicher nicht die Schönste, sie war lang, schwer und endete mit der Saugglocke.
    Alle anderen waren so wie ich es mir vorgestellt hatte in einer Klinik zu entbinden.
    Ich fühlte mich dort weder schlecht aufgehoben noch zu viel bewacht.
    Nach Kind zwei habe ich mal über eine Entbindung im Geburtshaus nachgedacht, aber mein Göttergatte wollte das auf keinen Fall so mitmachen. Also fiel das aus, weil meinen Gatten wollte ich doch dabei haben.
    So kam Nummer drei auch in der gleichen Klinik mit meiner Lieblingshebamme zur Welt.
    Bei Nummer 4 war diese dann Beleghebamme am Krankenhaus und so stellte sich die Frage nicht mehr.
    Eine andere Sache war dann mein Blutdruck, bei Nummer 4, der mir dann nicht sehr viel Möglichkeiten lies.
    Die Ärtzte haben sich, bis auf Nummer 1, zurück gehalten.
    Die Babys landeten auf meinem Bauch und ich konnte sehen wie sie sich mit Leben füllten.
    Mein Mann durfte dann die Nabelschnur kappen und hat dann später die Babys zum vermessen und anziehen begleitet.
    Die Nummer 5 bleibt aus, weil genug Kinder und zu alt.
    Ne, und ne Hausgeburt wollte ich nie, nicht wegen des Dreckes sondern mit der Entspannung.
    Das wäre mir zu Hause sehr schwer gefallen. Die nächste Klinik war mir viel zu weit weg.
    Und was wäre wenn dann doch was schief gelaufen wäre. Da war mir die Gesundheit meiner Kinder und mir viel zu sehr im Vordergrund.
    Aber das empfindet ja jeder anders.

  25. nee, ich möchte eine planzenta auch nicht in meiner mülltonne wissen und auch nicht im garten verbuddeln…
    was ich aber sagen wollte, ich habe alle drei kinder in einer klinik mit perinatalzentrum level 1 direkt im schluterschluss, also wirklich nur einen gang weiter bekommen und obwohl irgendwas immer schief ging (kind in beckenmitte steckengebleiben-> zange, kind kurz vor der geburt fast keinen herzschlag mehr, da knoten in der nabelschnur und lauter umschlingungen – ph eher schlecht, kind bläulich – kind in beckenmitte steckengeblieben und nabelschnurumschlingungen, schlechtes ctg- ph: 7,11 – und kind bläulich – kam nie ein kinderarzt dazu und alle kinder waren direkt nach der geburt auf meinem bauch und alles war ganz schnell wieder gut- bei mir und auch den kindern. frauenärtze musten gegen ende mit dabeisein, weil es eben komplikationen gab, aber das sagen hatte immer die hebamme ;-) und die ganze atmospähre ware auch immer eher heimelig…würde ich immer wieder so machen, da es schon schön ist zu wissen, dass es eben einen background in nächster nähe gibt, der aber wirklich auch nur dann antrittt, wenn es wirklich nötig ist!
    ist ein hebammengeleiteter kreißsaal….

  26. ööhm, und was passiert dann anschließend mit vollgeschieterten Windeln? Sind die auch Sondermüll? Was ist denn ekeliger? Ne Stinkewindel oder ne Plazenta, die monatelang jemanden ernährt hat?

    • Gammelnde Plazenta finde ich ekliger. Genährt hin oder her, dass sehe ich ganz gerne mal ohne Heiligenschein, Sorry.

      • Hier frage ich mich ein bischen, wie du die Plazenta siehst und welches Gefühl du an die Mutter weitergibst.
        Bei meinen Geburten war ich von dem respektvollen Umgang der Hebammen mit der Plazenta sehr angetan. Vor meiner ersten Geburt war mir die Plazenta eher unheimlich. Doch das umsichtige und irgendwie besonders wirkende Untersuchen durch die Hebammen hatte mich überrascht und neugierig gemacht. Ich wollte einfach wissen, was mein Baby die letzten Monate gespürt hatte. Und so habe ich sie berührt. Sie war ganz anders, als ich erwartet hatte, nicht glitschig eklig, sondern angenehm, wie dichter Samt.
        Hätte eine der Hebammen ein angewidertes Gesicht bei der Untersuchung gemacht, dann hätte ich eine Berührung nicht gewagt und würde immer noch glauben, eine Plazenta wäre etwas unangehmes und ekelig. Ich bin sehr froh, über die umsichtige Art der Hebammen.

  27. Also der Müll und der Schweinkram bei der Hausgeburt halten sich in Grenzen, wenn man gut vorbereitet ist, und dass sollte man einer Hausgeburt sowieso sein.

    Zur Plazenta im Hausmüll:
    Was ist der Unterschied zwischen Plazenta in der Mülltonne und anderen Fleischresten?
    Aus meiner Erfahrung als Joggerin kann ich allerdings sowieso nur sagen:
    Nichts stinkt schlimmer als die gelben Recycling-Müllbeutel im Sommer, zumindest in Niedersachen, wo sie nur alle 4 Wochen geleert werden *wuerg* dagegen ist eine normale schwarze Mülltonne (Leerung alle 2 Wochen) echt nix.

    Hier in den USA geht der Trend allerdings sowieso anscheinend dahin, die Plazenta nicht zu entsorgen, sondern zu würzen, zu trocken und zu verspeisen (echt jetzt!) womit sich das Problem dann also auch von allein gelöst hatte (und nochmal *wuerg*). MAAAHLZEIT! (*wuerg*)

    http://www.mercurynews.com/health/ci_20637783/placenta-power-bay-area-moms-tout-benefits-eating

    viele Grüße
    Tina

    • dr. josephine wird wohl kaum mit nasenklemme und spitzen fingern und möglichst noch einer hand vor den augen angewidert in der plazenta rumstochern – aber ein kult darum muss man ja nun auch nicht veranstalten, abgegangenes fruchtwasser stellt man sich ja auch nicht im
      fläschchen auf den kaminssims…

      • oje, hab’s gerade beim zitat in der email rot blinken sehen: „einen kult“ und „kaminsims“ meinte ich natürlich- weshalb fallen fehler immer erst nach dem absenden auf, beim überfliegen jedoch nie?
        dann kann ich aber auch gleich noch mal was fragen- lassen sich eigentlich viele die plazenta mitgeben? ist ja immer das, was bei den alternativeren schwangerschaftsbüchern unbedingt mit in die kiniktasche gehört (so man denn dort entbinden MUSS, wird ja immer dargestellt wie ein absolutes no-go): einen eimer mit deckel für die plazenta….

  28. Da hast du Recht. Jedem das Seine! Ich erinnere mich noch gut, wie ich damals hochschwanger im Geburtshaus vorstellig wurde. Als ich zur Voruntersuchung auf einem großen Wasserbett lag und die Hebamme mir mit einem großen Holzdingsbums die Kindsherztöne abhörte, schaute ich mich in dem schönen, großen Raum um, und plötzlich kam mir der Gedanke: “ Wo sind eigentlich all die medizinischen Geräte? HILFE!“ und die brutale Einsicht, dass ich für ein Geburtshaus gänzlich ungeeignet bin und vielmehr eine Armada an Technik benötige. Wie gesagt, jedem das Seine!

    Viele Grüße aus dem Cluburlaub;-)

  29. Na dann bin ich ja froh, dass die Uniklinik in der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt großen Wert auf Bonding und natürliches Beebiegeplänkel gelegt wird.
    Ja sie hatte mal einen schlechten Ruf, aber sie hat sich zur Geburtsfreundlichsten Klinik in der Stadt gemausert und von meinen drei KS-Geburten war keine so schön wie die letzte in der Uni :)

    Okeh KS-Geburten sind nicht schön, aber wenn Frau keine andere Wahl hat, dann ist es schon schön, trotzdem den ersten Schrei und die ersten Blicke aufs Kind (Untersuchung des Beebies wird in Sichtweite der Mutter gemacht) unendlich schön, wenn man nur Vollnarkose kennt und dann in den Genuß einer Spinalen kommt. Das mein Beebie rumgeschlänkert und bis zum Anus abgesaugt wurde, nee davon habe ich nix gesehen. Er hat ja auch gleich ohne Gurgelgeräusche gebrüllt wie ein kleiner Löwe, vielleicht deshalb???
    Mal ne PRO Meinung zur Uni (in Mainz zumindest ;))

    • Von der Uniklinik Ulm habe ich bisher auch nur Gutes gehört. Alle mir bekannten dort entbundenen Damen singen Lobeshymnen auf die Hebammen. Arztgeschichten kenne ich nur von einem Fall, wo das Kind wirklich in schweren Nöten war.

      Ich persönlich bin etwas vorbelastet durch frühe Lebenserfahrung. Durch familiäre Umstände war ich als Kind oft von Gleichaltrigen mit schweren Behinderungen umgeben. Die meisten hatten genetische Ursachen, aber es waren auch immer mal wieder ein paar dabei, die Schäden bei der Geburt erlitten hatten. Das Wort „Sauerstoffmangel“ bekommt eine ganz andere Dimension, wenn man es mit Bildern von achtjährigen Kindern in riesigen Rollstühlen assoziiert, die geistig voll fit sind, aber nicht mal allein essen können…

      • Bei mir auch, früher in der Nachbarschaft, eine Familie bekam, als ich ca 10 war, Zwillinge, zwei Jungs, die ich dann jahrelang habe aufwachsen sehen. Der eine war ein ganz normaler, gesunder Junge, ein sehr pfifiges Kerlchen, der andere körperlich gesund aber geistig schwerstbehindert. Grund: Sauerstoffmangel während der Geburt. Finde ich besonders heftig, wenn man wie in diesem Fall direkt daneben den Vergleich hat, wie das Kind hätte sein dürfen, wäre die medizinische Versorgung eine bessere gewesen.

  30. Ich glaube, man kann das auf alle Krankenhauserfahrungen übertragen. Wir haben vergessen, wie heilsam auch ein seelisches Gleichgewicht sein kann. Wir sind so stolz auf unsere Apparatemedizin und belächeln die Länder wo die ganzen Familien mit auf dem Bett sitzen – mir kommen da manchmal Zweifel, ob nicht eine Mischung aus beiden das echte wäre. Ich lese sie zu gerne Deine Beiträge, sie perlen so wunderbar daher. Frohe Pfingsten mit einem jubelnden Herzen.

  31. Also ich habe sowohl Geburten in der Klinik und Zuhause als Papa erlebt und muss sagen, dass die Hausgeburten (inkl. Hebamme), bei allem „positiven“ Stress für Mutter und Kind, die schönsten Erlebnisse für alle Beteiligten waren! Das ist schon viele Jahre her, aber alle Kids und die Mutter sind wohlauf und geniessen das Leben ;-)

  32. Ich lese hier schon geraume Zeit mit. Diesen Artikel finde ich einfach wunderschön!
    Ich habe zwei Geburten hinter mit. Beide in einem eher kleinem Krankenhaus OHNE kinderstation. Würde ich immer wieder machen. Die zweite Geburt war sehr viel schöner, da alles sehr viel entspannter war als beim ersten (Hebamme zwischendurch überfordert, mein Mann musste dem Arzt das Nähmaterial anreichen!). Der erste wurde auch sofort abgenabelt und mir weggenommen, weil er etwas bläulich war. ABER das dauerte nur kurz, er blieb immer im Kreißsaal.

    Bei der zweiten Geburt war auch die Nabelschnur um den Hals gewickelt. Und zwar mehrfach. Ich sehe heute noch die Hebamme, wie sie die Schnur abwickelt. Der Kleine war auch etwas blau, aber er wurde mir direkt auf die Brust gelegt, und alles war gut. Die Nachsorge im Krankenhaus wurde von den dort ansäßigen, selbstständigen Hebammen gemacht. Einen Arzt habe ich nur direkt zur Entbindung gesehen. Danach nicht mehr. Ich würde immer wieder in dieses Krankenhaus gehen.

  33. Hm, da ich selbst noch nicht entbunden habe, melde ich mich bloß ganz leise zu Wort.

    Die Vorstellung, dass – im Fall, dass ich mal ein Kind bekomme – mir selbiges direkt nach der Entbindung entrissen werden würde, find ich abstoßend. Geht gar nicht.

    Aber ich kenn mich auch selbst gut genug: Nummer Sicher-Sicher ist grade sicher genug.
    Ich habe eine Bekannte, die in einem Geburtshaus entbunden hat und begeistert war. Beide Söhne wohlauf, alles gut gelaufen.
    Da ich aber so eine kleine Schisserein bin, konnte mich ihr überschwänglich begeisterter Bericht über die beiden Entbindungen nicht vollends davon überzeugen, dass eine Geburt auch etwas ganz, ganz Tolles ist. Ich finde, dass Geburt sicher etwas Schönes (vom Ergebnis her) ist, aber eben auch anstrengend, stressig und schmerzhaft.
    Vielleicht seh ich das wieder anders, wenn ich erstmal schwanger bin ;-)

    Ich glaube aber, dass es nicht nur drauf ankommt, wie groß das Haus ist, in dem man entbindet, sondern hauptsächlich auf die Hebammen, Schwestern und Ärzt ankommt. Doc Josefine ist sicher ein guter Partner an der Seite einer Entbindenden – egal, ob in großer oder kleiner Klinik.

    Zur Hausgeburt: sofern es nicht zufällig passieren sollte (hoffentlich nicht!!!), würde ich davon absehen. Zuhause will ich solche Schmerzen überhaupt nicht ertragen müssen.
    Zur Entsorgung von Handtüchern o.Ä. bzw, zur Entsorgung der Plazenta… Hm, ich finde, Josefine hat da nicht ganz Unrecht (ist ja auch Profi darin), dass sowas in der Sommerhitze schon starke Gerüche entwickeln kann. Ich weiß berufsbedingt, wie totes menschliches Fleisch riecht – das muss einfach nicht sein, dass das vor meiner Haustür so riecht. Auch wenn vollgemachte Windeln deutlich stinken (sorry, ist ja nunmal so), so reicht das an den anderen Geruch bei weitem nicht heran!!
    Abgesehen davon – bin mir gar nicht sicher, ob man „menschliche Reste“ (tut mir leid, weiß nicht, wie ich das anders formulieren soll) überhaupt in den Hausmüll geben darf?!

    Ich leiste mal präventiv Abbitte – falls sich jemand auf die Füße getreten fühlt, tuts mir leid. Ich schreib ja nur meine Sicht der Dinge.

    Grüße,
    Conny

    • Tip: Man kann die Plazenta gut in einen Plastiksack einpacken und bis zur nächsten Müllabfuhr einfrieren – da stinkt nix!

  34. ich würde hier gerne die belegkliniken ergänzen. ich weiss nicht wieviele es davon in deutschland gibt, aber für mich war es zwei mal extremst wichtig zu wissen mit wem ich entbinde. und zwar mit meiner beleghebamme und meinem belegarzt. die ich beide schon in der schwangerschaft kennen gelernt habe und die hebamme auch jeweils vom geburtsvorbereitungskurs bis zur rückbildung hatte. da konnte man vorher alle fragen, ängste, sorgen mit hebamme und arzt besprechen. beide male wurde bei mir eingeleitet und es war so entspannt, der ganze ablauf. beide wussten was mir wichtig war und ich wusste, dass ich eine hebamme habe dir mir sagt wo’s langgeht (auf kuschelkurs bin ich unter der geburt nämlich nicht…) und einen doc der extremst entspannt neben dran steht und sich so wenig wie möglich einmischt. und trotzdem hatte ich die sicherheit ich hab einen doc da, der bei der 2. geburt auch leider nötig war und eine entspannte, erfahrene hebamme, die mir meinen schlumpf (der leider einige tage blau blieb…) auf den bauch legte und sich dann erstmal um die „rettung“ der mama kümmerte. und hätte ich die beiden nicht gekannt oder einschätzen können, dann hätte ich sicher irgendwann während oder nach der geburt panik bekommen. Aber so war’s auch unter schwierigen umständen für mich relaxed. und so wenn ich mir vorstelle, ich müsste in meinem bett gebären, tschuldigung, aber ich glaube ich könnte keinen sex mehr dort haben :D nachbarn und müll hin oder her. alleine die emotionale verbindung zum schlafzimmer (küche/bad/keller) würde mich total kirre machen. bei jedem betreten des raumes irgendwie zu denken: daaaa habe ich mein kind geboren… für viele sicherliche eine wunderbare erfahrung, die hausgeburt, für mich dann bitte lieber wieder einen raum in einem krankenhaus :D

  35. Hey Josephine, ist gut dich wieder zu lesen :)
    Hab dich vor ein paar Minuten wieder gefunden nachdem ich mal auf gut Glück gesucht hab :D

  36. War im letzten Jahr als Assistenzarzt auf einer Neugeborenenintensivstation. Keine Uni-Klinik, aber Level 1. Also alle Frühchen, auch die ganz ganz kleinen.

    Natürlich will ich mit der Geburt nichts zu tun haben. Wenn alles in Ordnung ist mit dem Neugeborenen. Leider kann sich das sehr schlagartig ändern. Und dann möchte ich in der Nähe sein. Selbst 5-10 Minuten mit Blaulicht durch die Stadt zur Geburtsklinik ohne angeschlossenen Kinderklinik sind zu lang, wenn Kind (und Mutter) wegen einer vorzeitigen Plazentalösung fast verblutet sind.

    http://www.springermedizin.de/hausgeburt-verdreifacht-neonatale-sterblichkeit/334568.html

    „Frauen haben das Recht zu wählen, wie und wo sie gebären; sie haben aber nicht das Recht, ihr Baby einem Risiko auszusetzen.“

    Ich gebe ohne weiteres zu, dass auch meine Kollegen und ich schon Kinder auf unsere Intensiv- und Normalstation aufgenommen haben, ohne dass es absolut zwingend notwendig gewesen wäre. Für die Eltern war das sicher oft belastend und manchmal ein Schock. Leider wachsen erfahrene und umsichtige Ärzte, Schwestern und Hebammen nicht auf Bäumen.
    Fehler und Übertherapie aus Unerfahrenheit und Angst heraus kann man natürlich wunderbar vermeiden, wenn man sich zu Hause auf sein Sofa legt und dort sein Kind bekommt.

    Ich habe größte Hochachtung vor jeder Schwangeren, die sich gegen die in unserer Gesellschaft normale medizinische Versorgung entscheidet. Ich könnte die Verantwortung für das Risiko, dem ich meinem Kind damit aussetze nicht tragen.

  37. Hallo!
    Auch ich möchte für die Belegkliiken plädieren! Vor Kind 1 haben wir uns mehrere Krankenhäuser, u.a. auch eine renommierte Uni-Klinik mit angeschlossenem Perinatalzentrum angesehen und uns schließlich für ein kleines Haus mit gutem Ruf und Belegarztsystem entschieden. Die Tatsache, dass mich die Gynäkologin und die Hebammen bereits die ganze Schwangerschaft betreuten, habe ich als extrem vertrauensbildende Maßnahme empfunden und mich unter der Geburt, auch als sich dann aufgrund eines Geburtsstillstands leichte Komplikationen einstellten, die in eine Sectio mündeten, immer gut betreut gefühlt. Bis es zum Kaiserschnitt kam, blieben die Ärzte im Hintergrund. Sobald sie benötigt wurden, waren sie jedoch sofort da. Und obwohl der Kreißsaal im ersten Anschein angenehm „apparatefrei“ war, war alles vorhanden (nur ein bisschen „versteckt“, der Atmosphäre willen). Fraglos habe ich Kind 2 auch dort entbunden.

    Eine Hausgeburt kam für mich nie in Frage. Dafür schätze ich es zu sehr, für die 2-3 Tage nach der Geburt in ein (von anderen Leuten als mir) gemachtes Bett zu steigen, das Bad gereinigt zu bekommen und Essen nach meiner Wahl vor die Nase gesetzt zu bekommen. Diesen „Hotelservice“ habe ich daheim nicht! Und nachdem ich weiss, wie übel udn wieviel(!) man nach einem Blasensprung „leckt“, möchte ich mir nicht vorstellen, dass das ganze Zeug in mein heimisches Bett läuft. *schauder*

  38. Da hatte ich ja Glück. Mein Sohn hatte einen pH von 7,16, und die einzige, die sich darüber offenbar Gedanken gemacht hat, war ich selbst. Alle anderen haben sich über den Apgar von 10-10-10 und das gesunde Kindlein gefreut und uns ambulant heimgelassen – trotz Perinatalzentrum. Aber ich habe mir die Entbindungsklinik im Vorfeld auch nach genau solchen Kriterien ausgesucht…

    Vielen Dank für diesen Post, ich werde ihn beim nächsten Kind im Hinterkopf behalten und gleich nochmal etwas entspannter sein.

  39. oh mein gott – sie sind wieder da und ich habs verpasst. dank sei gott oder wem auch immer – jetzt aber schnell lesen, lachen, weinen und freuen auf neue posts.

    ninifee

  40. erste geburt: großes haus – kaiserschnitt – 30 minuten bis die nadel im kreuz war, so sie hin sollte (dass musste der erst mal lernen) – lange naht (die von der gyn auch – lehrkrankenhaus) – alles sehr unpersönlich (aber damals notwendig wegen gestose) –

    zweite geburt: kleines haus – kaiserschnitt – den pieks nicht mal gemerkt (dauerte keine 2 minuten, hat der chefanästhesist selbst gemacht) – die naht knappe 10 cm (mein gyn hätte auch ein super chirurg werden können, meinte die op-schwester) – service wie im hotel – vom stillen geplagte brustwarzen wurden gelasert –

    wenn es nochmal schnaggelt, dann hoffentlich wieder ins kleine feine krankenhaus der stadt….

  41. ich hab beide varianten erlebt, kind1 auf der säuglingsintensiv im wärmebettchen, damals noch 5 min. mit dem auto, durfte erst 3 tage später zu ihm, weil ks
    kind2 sofort auf dem bauch, sie dürfen raten welches das kuschelkind ist noch heute und welches schlecht bis garnicht über gefühle reden kann und unheimlich viel geduld brauch damit er sich öffnen kann
    ich finde wenigstens einen kurzen ersten kontakt brauch jedes baby, wenn es auf die welt kommt

    • Da hab‘ ich ja richtig Schwein gehabt ;-) Trotz Kaiserschnitt in Vollnarkose und fehlendem „Erstkontakt“ kuschelt meine Süße auch nach fast 20 Jahren noch fast genauso gern wie am ersten Tag. Es geht also auch anders :-)

  42. Sehr interessantes Thema! Ich selber habe keine Kinder. Ich hätte mich aber wahrscheinlich eher an ein kleineres, überschaubareres Krankenhaus gewandt. Eine Hausgeburt hätte ich nicht gewollt.

    ~Anja~

  43. Ich habe beide Kinder nach insulinpflichtiger Gestationsdiabetes in einem Krankenhaus mit Neonatalogie und Entbindungsstation auf einer Etage entbunden und würde dort auch ohne Diabetes jederzeit wieder entbinden. Die Ärzte habe ich erst nach den Entbindungen wahrgenommen, beim Nähen. Durch Zufall hatte ich sogar bei beiden Kindern die selbe Hebamme an meiner Seite und konnte so meinen Sohn allein auf die Welt bringen. Mein Mann, die Hebamme und die Hebammenschülerin standen wie von mir gewünscht meterweit weg, der Arzt kam wohl auch erst mit der letzten Presswehe in den Kreisssaal, es waren nur drei. Beiden Kindern wurde natürlich Blut abgenommen, um den Blutzuckerwert zu kontrollieren, aber auch das passierte mit ihnen auf meinem Bauch. Ins Schwesternzimmer kamen die zwei nur zur täglichen Blutwertkontrolle. SO kann Krankenhaus mit Kinderstation also auch laufen.
    Es war entspannt, ohne Stress, aber ich wusste immer, wenn, DANN.

  44. Finde das Thema auch sehr spannend, wobei ich meine persönliche Entscheidung dazu ja schon vor einigen Monaten treffen musste. *g* Mir war von Anfang an klar, dass ich gerne eine Beleghebamme hätte. Da es davon nur eine Handvoll in der Stadt gibt und jede davon nur mit bestimmten Kliniken zusammenarbeitet, war die Auswahl an Krankenhäusern von vornherein eingeschränkt. (Fand ich aber super: Keine Besichtigungstour durch zig Hospitäler) Die Hebamme meiner Wahl arbeitet mit zwei Kliniken zusammen, wobei eine davon auch ein Perinatalzentrum Stufe 2 hat. Gleichzeitig ist das eine anthroposophische Klinik, in der man im Hebammenkreissaal entbinden kann, die erste Stunde nach der Geburt in Ruhe gelassen wird usw., wo es z.B. aber neben dem Kreissaal auch direkt einen OP gibt. Meine Hebamme sagte, dass dort gerne noch mal ein Tickchen länger probiert wird, ob es nicht auch auf natürlichem Wege geht. Für mich war das die perfekte Kombination aus Sicherheit (für mich und das Kind) und einem „sanften“ *räusper* Start ins Leben.

  45. Meiner -beruflichen- Erfahrung (arbeite auf der anderen Seite des grünen Tuches) nach, wird in der „netten kleinen Provinzklinik“ gerne mal vorsichtshalber um 16:00 Uhr eine Sectio gemacht, weil da noch ausreichend Personal da ist und nachts erst diverse Hintergrunddienste anreisen müssten.
    Kinder, die irgendjemandem auch nur ansatzweise verdächtig vorkamen, wurden sofort zu dem 50km entfernten Maximalversorger verlegt. (da keine Pädiatrie vor Ort). Ohne die Mütter natürlich.
    In der Uni dagegen wird auch mal entspannt abgewartet, da auch nachts um 1 noch eine Sectio ohne Zeitverzug gemacht werden kann.

    Meine persönliche Erfahrung (Uniklinik) bestätigt das, hatte eine -im Rahmen des Möglichen :-)- relativ entspannte Zeit in der Badewanne und war hinterher keine Sekunde von meinem Baby getrennt!

    Ich persönlich würde nie irgendwo entbinden, wo die Gefahr besteht, dass mein Kind ohne mich sonstwohin verlegt wird! Oder ich unter der Geburt verlegt werde (was in Geburtshäusern nicht gerade selten vorkommt).

  46. Wesentlich ist das „runde Gefühl“, das man mit seiner Entscheidung hat. Und Vertrauen in die Hebamme. Ich sah meine Schwangerschaft nie als Krankheit oder Risiko. Kind 1 kam im Geburtshaus. Kind 2 hätte ich zu gern (mit der selben Hebamme) zuhause entbunden, um mir den Fahrtweg zu sparen. Allerdings haben unsere Wände Ohren. Und wenn ich schon vorher weiß, das beim Tönen die versammelte Nachbarschaft mitfiebert, wird das nix. Also wieder ins Geburtshaus,
    gerade so geschafft. Beide Geburten waren ein schöner Auftakt.
    Aber empfehlen kann man das keinem. Wer sein 5*Haus mit angeschlossener Armada für den eigenen Weltfrieden braucht, muss sich dort einquartieren. Wem sag ich das.
    Schön, dass deine Gedanken darüber so differenziert ausfallen. Ich dachte immer, Gynäkologinnen könnten nur mit „größtmöglicher“ Sicherheit Kinder kriegen, weil sie eben am besten wissen, was in ein oder zwei Prozent aller Geburten vorfallen kann.

  47. Ich hatte zwei völlig unkomplizierte Schwangerschaften und Geburten. Beides Mal genau so lange, bis die Kinder da waren. Beim ersten Kind kam die Plazenta unvollständig und ich hab wohl ziemlich geblutet. Jedenfalls waren alle im Raum (Ärtzin, Hebamme, Hebammenschülerin) plötzlich sehr hektisch und der Anästhesist war schon angefordert. Bis der da war, hatten sie es geschafft die Blutung zu stoppen. Dann gab’s Vollnarkose und Nachkürettage. Fand ich nicht schlimm, schließlich ging’s dem Baby gut. Außerdem hat das Krankenhauspersonal es geschafft, dass ich mich völlig sicher gefühlt habe. Dass das für mich eigentlich gefährlich war, ist mir erst Wochen später klar geworden.
    Beim zweiten Kind wollte die Gebärmutter sich nicht richtig zusammenziehen und aus den geplanten 2 Stunden im Kreißsaal nach Entbindung wurden dann 7 bis die Hebamme zufrieden war. Geblutet hab ich auch sehr stark. Ich weiß nicht, wie das im Geburtshaus gelaufen wäre, bin aber froh, dass ich beide Male im Krankenhaus war.

  48. Gibt es ein einheitliches Vorgehen in einer „Provinzklinik“ ohne Kinderklinik, wenn es dem Kind nicht gut geht? Wer macht die Erstversorgung? Sollte solch eine Klinik in der Lage sein, ein Kind bis zum Eintreffen des Babynotarztes am Leben zu erhalten bzw. Schäden zu verhindern, also beatmen, wäremen etc.? Habe bei meinem zweiten Kind die Erfahrung gemacht, dass alle überfordert waren und frage mich, wessen Aufgabe das ist. Das Traurige waren die Vorwürfe, die uns als Eltern gemacht wurden.

  49. Kreisklinik mit angeschlossener Kinderklinik inkl. Neugeborenenintensiv. Meine richtige Entscheidung vor über 23 Jahren. Zwillinge, beide BEL, SW 36+0, Sectio bei Vollnarkose, 3160 und 2700 gr., Mutter 2Tage, Kinder 4 Tage Intensivstation und 3 Tage Wärmebett. Danach noch eine gemeinsame Woche im KH. Alles Gut.

  50. Zum Thema Hausgeburten möchte ich noch anmerken, dass auch nicht jeder Nachbar gerne der Geburt von Klein-Tabita-Janina-Ann-Kathrin beiwohnen möchte, wenn auch nur akustisch.
    Mag sein, dass man die Zeit gerne Zuhause verbringt und zur Feier des Tages eine Extragroße Portion Globuli im heimischen Bette einnimmt…ich für meinen Teil entscheide aber gerne selbst, wie sehr ich in das Privatleben meiner Nachbarn involviert werde.

    • Unsere Nachbaren klangen eher enttäuscht darüber, dass sie gar nichts von der Geburt unseres letzten Babys mitbekommen hatten.

  51. Hallo,
    Ich bin nochmal die Anna von oben, die mit den Hausgeburten…
    Ich wollte noch deutlich machen, dass natürlich jeder selbst entscheiden muss, wo sein Kind geboren werden soll. Und ich habe auch schon im Perinatalzentrum ganz wunderbare Geburten begleiten dürfen. Für mich war Zuhause der beste Ort. Und ja, da sind mir meine eigenen Bedürfnisse und die meines Kindes näher, als die Angst meines Nachbarn vor lauten Geräuschen. Der fragt mich ja auch nicht, ob ich seine Gartenzwerge mag.
    Und zum gemachten Bett: mein Mann ist durchaus in der Lage, Betten zu machen und Bäder zu putzen. Außerdem gab es eine Haushaltshilfe und meine Mutter. Das nennt sich Wochenbettkultur und gerät leider zunehmend in Vergessenheit…
    Liebe Grüße!

    • Naja, so ein Gartenzwerg ist ja schon irgendwie was anderes als wenn in der Nachbarwohnung stundenlang, gerne auch die Nacht durch, jemand im 2-Minuten-Takt so schreit, dass die Wände wackeln. Vielleicht hat der Nachbar auch 1-2 kleine Kinder, die sich vor so einer (nächtlichen) Geräuschkulisse durchaus ordentlich fürchten können… .
      Also wenigstens den Gedanken an die Nachbarn in das Nachdenken über eine Hausgeburt mit einzubeziehen, schadet bestimmt nicht.

  52. Anna nicht so zickig. Es darf doch jeder selbst entscheiden,was für ihn Wochenbettkultur ist.
    Ich mochte die Ruhe die ich im Krankenhaus hatte in meinem Einzelzimmer.
    Und die hatte ich wirklich.
    Für 3 Tage war das echt toll, einfach mal alles gemacht zu bekommen ohne den Lärm meiner anderen geliebten Kinder. Das hätte ich auch mit Hilfe zu Hause nie so genutzt wie im KH.
    Aber es ist doch schön wenn es andere können.
    Ich habe mich im Geburtshaus eben nicht zu Hause gefühlt und konnte mir eine Hausgeburt überhaupt nicht vorstellen.
    Deshalb hatte ich aber auch ein schönes Wochenbett.
    Zu Hause hatte uns der Alltag bald wieder ein.
    LG

  53. Hallo Stulle,

    das war nicht zickig gemeint! Ich bedaure tatsächlich nur, dass diese Wochenbettkultur, wie ich sie bei meinem dritten Kind erleben durfte, so wenig gelebt und unterstützt wird.
    Drei Tage umtüddelt werden reicht halt in meinen Hebammenaugen oft nicht aus und die Wöchnerinnen werden oft viel zu wenig unterstützt.
    Für MICH war eben Zuhause bleiben das Beste, ein Zimmer im KH wäre das Gegenteil von Entspannung für mich.
    Und der leicht ironische Unterton bezog sich nur darauf, dass es weiter oben irgendwo so klang, als sei Zuhause nur ein selbstgemachtes Bett möglich. Himmel, direkt nach den Geburten hatte ich wahrlich anderes zu tun, als das Bett frisch zu beziehen! Das haben andere (Hebamme?Mann? Ich weiß es nicht) getan, während ich duschen war…
    Liebe Grüße

  54. Ja, aber die Wirklichkeit ist einfach eine andere und mit 4 Kindern, sind 3 Tage KH die reinste Erholung gewesen.
    Sicher kommt es dabei auch auf das KH an.
    Ich finde es schön wenn andere unter den Umständen zu Hause entspannen können.
    Bei mir gínge das nicht, aber nicht weil ich nicht gekonnt hätte, weil ich keine Hilfe hatte.
    Da kommt einfach der Alltag und hat dich wieder.
    Schule; Kiga usw.
    Mein Mann hat mich trotzdem toll unterstützt, aber er konnte ebend nicht zu Hause bleiben.
    Da ja meine Großen schon älter sind, haben sie geholfen wo sie konnten.
    Die waren echt Spitze, aber so richtig Ruhe war das dann ebend nicht mehr.
    Im KH konnte ich Besuche toll abwähren, zu Hause ging das nicht.
    Entschuldigung wenn ich das falsch verstanden habe.
    Ja und Betten machen hätte mein Mann locker geschafft.
    LG

    • Jaaaa brüller in breitwand. Das ist genau der Weg, wie man an die Sache rangehen muss.
      Zu dem Thema muss ich als kiddies Doktor dann doch nochmal die Hand heben: klar entbinden viele zu Hause, und jeder muss dem Sicherheitsempfinden nachgehen, den sie braucht, aber: die paar Hausgeburten, bei denen wir als Kinderaerzte hinzugeraten wurden, waren horrormaessig schlecht von der Hebamme, Sorry, geplant und geleitet.
      Unsere bescheidene Provinzkinderklinik arbeitet komplett standby, da werden die Neugeborenen, oberste Priorität zwecks Bonding, bei der Mutter gelassen. Blutzuckermessen bei schweren Jungs kann auch die Schwester im Kinderzimmer, und die magischen Geburtsgewichtsgrenzen hatten wir auch schon vor Jahren auf den Müll geworfen.

      Aber Uniklinik: wer etwas gegen Studenten bei der Entbindung hat, ob Paeds oder Gyns, darf gleich wieder in der Höhle verschwinden.

  55. Acb je, das mit dem gemachten Bett schlägt aber Wellen! – *Ich* hatte das geschrieben, um den „Hotelservice“ im Krankenhaus (Einzelzimmer) herauszustreichen, den ich zugegbenermaßen sehr genossen habe! Zur Ehrenrettung meines Mannes: *Natürlich* kann er Betten machen. Aber nicht jedem Partner ist es möglich, zur Geburt seines Kindes Urlaub zu nehmen. Manchmal erlauben es die Umstände nicht. Und dann hätte ich mit einem Neugeborenen ganz allein zu Hause gesessen. Essen hätte es gegeben, wenn *ich* gekocht hätte. Kind 1 war bei meinen Eltern, die waren also nicht abkömmlich. Und Schwiegermama oder Schwägerin hätte ich nicht so nah um mich haben wollen. Außerdem gehöre ich zu den Leuten, die ausstehende Arbeiten einfach nicht liegen lassen können. Also war für mich die Klinik die beste Lösung und ich kam erholt nach Hause zurück, wo ich entsprechend enstresst den Alltag und 2 Kinder wieder anpacken konnte.

  56. nachdem ich jetzt so ziehmlich alle meinungen gelesen hab geb ich einfach mal meinen senf dazu :) ….. meine vier kinder hab ich samt und sonders alle in einen *provinz-krankenhaus* bekommen. sohn 1,3 und tochter im kreiskrankenhaus, sohn zwei im städtischen KH unserer hansestadt die allerdings kein H im kfz-kennzeichen hat ….kind 3+4 per kaiserschnitt , sohn 1erblickte unter viel gebrüll nach ca.10 std. das licht des kreissaals . sohn 2 brauchte 14 std. er war das einzigste kind bei dem ich eine örtliche narkose bekam. zwei meiner vier kinder hatten ein geb.gewicht von 2450 bzw.2575 gramm … mit apgarwerten 9-9-10 .
    der erste kaiserschnitt hat mir 1,5 liter blutinvusion eingebracht und ich war drei tage kaum ansprechbar … nach dem zweiten war ich nach vier stunden fit wie ein turnschuh trotz infusionsschlauch und sandsack auf dem bauch !
    auch ohne rooming in hatte ich intensiven kontakt zu meinen babys …. ich glaube nicht dass wir psychische schäden davon zurück behalten haben nur weil sie die nacht im säuglingszimmer des KH verbracht haben . ehrlich gesagt , ich war trotz aller liebe zu meinen kindern froh dass ich wenigstens diese tage im KH in ruhe geniessen konnte , soweit man halt einen krankenhausaufenthalt geniessen kann.
    zu hause wollte ich nie entbinden , schon deshalb weil man da keine ruhe hat.

    angeschaut hab ich mir die placenta auch … sieht irgendwie aus wie frische rinderleber,nur etwas runder …… meine hebamme erzählte mir dass die später in der kosmetikindustrie verarbeitet würde , vorausgesetzt es wäre alles in ordnung damit ! placentubex läßt grüßen :)
    gruß
    wolfcat

  57. Es mag sein, dass – manche – Statistiken belegen, dass Geburten zu Hause oder im Geburtshaus genauso sicher sind als in einem KH. Mir persönlich bringt aber diese Statistik dann nichts, wenn ich gerade diese Ausnahme darstelle, bei der das Kind oder die Mutter bei der Geburt deshalb geschädigt oder gestorben ist, weil es nicht im KH stattfand. Ersteres könnte ich mir niemals verzeihen und im zweiten Fall würde ich mein beretis gesund geborenen kleinen Sohn ohne Mutter zurücklassen was ich auch nicht verantworten möchte.

    Deshalb steht für mich auch in der zweiten Schwangerschaft fest, dass ich das Kind im KH bekommen werde. Dazu muss ich auch noch anführen, dass alle drei KH die ich jetzt angeschaut habe, allesamt wunderschön eingerichtet waren und nach dem WHO Standard Babyfreundliches Krankenhaus arbeiten.

  58. Nach einer Zangengeburt, die mein niedergelassener Gyn. im Nachhinein als „Abrechnungs-Forceps“ bezeichnete, kam Tochter No2 vollkommen entspannt als Hausgeburt zur Welt. Dank einer der vielen „weltbesten Hebamme(n)“ mit viel Erfahrung und psychologischem Geschick, denn es war aufgrund der ersten traumatischen Geburt viel Angst im Spiel!
    Meine Biertrinkenden Nachbarn waren um 2.35 längst zu Bett gegangen und behaupteten, lediglich die Haustür gehört zu haben, haha :-)
    Ich glaub‘ den Müll hat die gute Heabmme sogar mitgenommen, nur die Plazenta lag noch einige Tage im 3*Gefrierfach ;-)

    M-g-v-N

  59. Ich hatte auch Glück, in der Erlanger Uniklinik. Späte Erstgebärende mit SIH im 3. Drittel, wurde 4 Tage vor Termin wg fraglicher Präeklampsie zum Pipisammeln und Einleiten „einkassiert“. Sectio hat man mir auch angeboten, hab ich aber dankend abgelehnt. Nach „unschönem“ CTG unter ordentlichen Wehen, Abbruch der Einleitung, 12h Überwachung am Dauer-CTG gefolgt von erneuter Einleitung, durfte ich trotz wieder unschönem CTG unter ordentlichen Wehen dennoch spontan entbinden – wenn auch mit Kopfelektrode am Wurm und MBU (7,3 pH), wonach ich aus der Steinschnittlage auch nicht mehr raus kam. War im nachhinein auch besser so, da das linke Bein von der PDA taub war. Söhnchen hat super mitgespielt, kam flott von jwd raus mit Apgar 9/10/10, direkt zum Bonding auf meinen Bauch, und hat die Pädiaterin erst zum Neugeborenenscreening gesehen. Hätte mir Geburtsbeginn und -verlauf sicher anders gewünscht, aber war trotzdem ein schönes Erlebnis. Gesunde Mischung zwischen dem von dir beschriebenen Uniklinik-Technik-und-Eingriffswahn und dem Provinzkrankenhaus :-)

  60. Pingback: Aus dem Ampullarium einer Suchmaschine | Narkosearzt unterwegs.

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