Neulich im Supermarkt…

Es gibt Kollegen, die haben es tatsächlich noch nie erlebt. Kein einziges Mal während ihrer gesamten Laufbahn. Und die sind teilweise schon uralt!

Mir hingegen passiert das ständig. Am laufenden Meter. So häufig gar, dass meine Kinder nur noch genervt die Augen verdrehen, wenn es mal wieder so weit ist. Und dann jammern sie auch schonmal – unmotiviert, aber durchaus berechtigt – herum:

„Och nöööö, Mama, ich muss doch dringend

– zum Klavier

– dem Kieferchirurgen

– Karate-Unterricht

– der Freundin

– dem Weihnachtsessen

– meinem Abitur…!“

Bitte gewünschtes Ziel aussuchen und einsetzen

„…kann da nicht wer anders hin gehen?“

Nun, offensichtlich nicht. Denn wann immer die Durchsage „Sollte sich ein Arzt im Haus befinden, möchte er bitte gaaaaaanz dringend nach hier-und-da kommen!“ erschallt, bin ich offensichtlich weit und breit die einzige Person mit gültiger Approbation. Und somit auch der einzige Hansel, der sich um verknackte Füße, dehydrierte Ömkens, blutende Kinder und Angina-Pectoris-geplagte Männer kümmern muss. Immer! Ächt jetzt!

Selbstverständlich kommt diese vermaledeite Ansage ausschliesslich dann, wenn ich mich am komplett entgegengesetzten Ende von „hier-und-da“ befinde. Oder nach stundenlangem Warten an der Fleischtheke endlich an der Reihe wäre. Oder gerade den kompletten Inhalt meines Einkaufswagens aufs Band packen will, nachdem ich selbstredend eine Ewigkeit gewartet habe, überhaupt bis zur Kasse vorzudringen….

Komme ich dann nach langwierigem Einsatz zurück zu Wursttheke oder Kassenband, kann sich plötzlich niemand mehr an mich und meinen heroischen Einsatz erinnern und die Warterei geht von vorne los. Saudämlich ist das! Und danke sagt auch keiner – im Leben nicht! Aber warte – es ist ja sowieso nur eine Frage der Ehre…

Neulich jedoch – da war alles irgendwie anders. Ich höre die Durchsage, kämpfe kurz den Kampf böse Josephine – gute Josephine und ömmel dann los zum genannten „Bedürftige-Person-Auffinde-Punkt“. Wie immer ist auch heute ein kleiner Kurzsprint durch den Großmarkt angesagt, aber wenigstens musste ich keine Poleposition an Fleisch- oder Käsetheke aufgeben.

Während ich da so durch die Gänge flitze, gesellt sich plötzlich von links kommend ein durchaus athletisch anmutender Kerl in weisser Hose, ein Paket Kaffee unter den Arm geklemmt, zu mir und so sprinten wir gemeinsam die nächsten 15 m weiter.

„Hm“ denke ich mir „das wird doch wohl nicht…?!“

Der Kerl schaut nun ebenfalls interessiert zu mir rüber, nickt freundlich grüssend und meint dann tatsächlich: „Na – Kollegin?!“

Ich glaub´s ja nicht – das ist mein Glückstag heute!

„Ja! Und wissen sie – ich muss gleich noch meine Kinder von der Schule abholen, es wäre ganz toll, wenn sie vielleicht…!“

Doch der Kerl ist wahrscheinlich Chirurg, denn völlig ungalant fällt er mir ins kühl ins Wort: „Lassen sie uns doch erst einmal sehen, was wir haben. Vielleicht brauch ich sie ja noch!“

HÄH? Du bist doch schon groß und kannst bestimmt alleine praktizieren. Soll ich mitkommen zum Stirn tupfen, oder was?

Leidlich angefressen zuckel ich nun neben Doofnase her, der auf Höhe des Eierregals schon ordentlich ausser Puste ist.

Nee, Chirurg kann der nicht sein – die laufen alle Marathon. Wahrscheinlich Internist – Caddy-Fahren ist tödlich für die Kondition…

Nach der Backmischung-Einheit sind wir auch schon da – inmitten einer Traube schaulustiger Einkäufer sitzt eine ältere Dame mit hochrotem Kopf und reichlich Schweiss auf der Stirn gegen einen Karton mit Milka-Schokolade gelehnt, während ihr die Schoko-Auspackerin fürsorglich Frischluft mit einer Monster-Tafel Noisette zufächelt.

Mein dynamischer Laufpartner schaut – nun schwer schnaufend – auf die offensichtlich blutdruckproblematische Patientin, dann zurück zu mir und ein Leuchten geht über sein Gesicht.

„Fachrichtung?“ fragt er mich ganz unvermittelt und mit pokerverdächtigem Gesichtsausdruck.

„Gyn“ gebe ich völlig ahnungslos und ein bisschen überrumpelt zurück. Ich meine – sollten wir vielleicht erst nach der Patientin sehen und dann ein bisschen fachsimpeln?! Doch noch bevor ich erneut zu einer Ansage ausholen kann, verdichtet sich das Leuchten im Gesicht des Mannes zu einem ausgewachsenen Strahlen, dann, mit einem triumphierenden „HAH – Dermatologe!“ dreht er sich auf dem Absatz herum und ist schon fast hinter dem Cerealien-Regal verschwunden, als ich ihn von fern noch rufen höre: „Ihre Patientin, Frau Kollegin!“

So ein Vollpfosten, so ein dämlicher…!!!

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64 Kommentare zu “Neulich im Supermarkt…

  1. Tja, was soll man da nun zu sagen?
    Mein Chef würde nun feststellen: „Mal verliert man, und mal gewinnen die anderen…“
    Scheint aber wirklich so zu sein ;-) aber mach dir nix draus, du bist nicht die einzige, die in solchen Lagen reagiert.
    Besser als wegsehen und die Pole an der Käsetheke zum Sieg heimfahren ist das auf jeden Fall!

    Grüße vom Nobelix

  2. Der muss Dich angelogen haben! Es gibt keine gut aussehenden, muskulösen Dermatologen. Einstellungsbedingung ist bei den Kortisonschmierern weiblich, Single, Absätze >5cm.
    Tippe auf Unfallchirurg.

  3. Wieder klasse geschrieben. Ich konnte mir das richtig gut vorstellen. Es gab eeben einen Kurzfilm in meinem Kopf :D

    Ich habe aber (zum Glück!!!) noch nie diese Durchsage gehört. Also ich bin keine Ärztin, aber in mir breitet sich dann immer gleich Panik aus. Sobald ich auch sehe, dass ein Krankenwagen vor einem Haus steht, drehe ich mich um und gehe einen anderen Weg.
    Ich bin sowas von NICHT zum Gaffer geboren…

    • Ich schon weit öfter, als mir lieb wäre. Mit wirklich blöden, blöden und ernsten Fällen. Herzinfarkt mit Reanimation und schlimm gestürztes Baby, beispielsweise. Glücklicherweise gib es bei uns auf der Arbeit ein gut geschultes Ersthelferteam. Trotzdem wird mir seit diesen Vorfällen jedes Mal ein bißchen anders, wenn ich die Durchsage höre und manchmal ein hinzugerufenes Notarztteam auf den rechten Weg bringe…

      • Ich hoffe, es klang bei mir jetzt nicht so, als würde ich nicht helfen, wenn ich die erste am Unfallort/Notfallort wäre. Ich würde natürlich auch sofort den Notarzt rufen und gucken, was ich im ersten Moment machen kann.
        Aber wenn schon alles in die Wege geleitet ist, Ärzte da sind und ich eh nichts machen kann, dann gehe ich ganz schnell weg. Da habei ch enen Flucht-Reflex :D

      • Unten drunter geht irgendwie nicht, also oben drüber ;)
        Bücherherz, so hab ich das nienimmernicht aufgefasst! :)
        Außerdem ist es durchaus hilfreich, wenn nicht alle immer zooofott! gucken müssen, was da wohl los ist.
        Viele größere Unternehmen, die selbst Ersthelfer haben, rufen das gar nicht mehr „deutlich“ aus. Da gibt es dann ein Codewort, das wird durchgesagt und der normale Kunde bekommt gar nichts davon mit, eben, um keinen Auflauf zu verursachen. Nachdem das in „meinem“ Unternehmen in einer Versuchsreihe mit „Ersthelfer bitte zu…!“ gut geklappt hat, kommt jetzt das als Durchsage. Gemeint sind damit natürlich die hauseigenen Ersthelfer, aber oft fühlt sich eben auch medizinisches Fachpersonal angesprochen und im Zweifel ist es hilfreicher, einen Arzt da zu haben als einen (zwar gut, aber auch nur) geschulten Laien. Deswegen also kein Codewort mehr.

  4. na allein aufgrund des geschlechtes wäre die dame ja eh bei dir gelandet…wie war das noch gleich mit dem turfen?

  5. Nicht nur Heldin im Chaos, sondern auch Heldin im Supermarkt!!! Meine Hochachtung…
    Und NATÜRLICH warst du zuständig. Du machst doch „irgendwas mit Frauen…“ :-)
    Bei einem männlichen Patienten wäre der nette Kollege BESTIMMT stehen geblieben.

  6. Ganz ehrlich? Einem geschenkten Gaul soll man zwar nicht ins Maul schauen, aber wenn sich mal im Supermarkt mein Kreislauf verabschieden sollte und ich die Wahl zwischen Gyn und Dermatologe hätte, würde ich wohl auch eher ersteren wählen.
    Aber ich kann dich auch verstehen. Das Leben ist oft wirklich unfair. Ich hoffe, du konntest wenigstens ein paar Pluspunkte auf dem Karmakonto sammeln, die irgendwann eingelöst werden.

  7. Jetzt ist man vor dem Turfen schon nichtmal mehr im Supermarkt sicher. Wieso ist die Pappnase überhaupt losgesprintet? Für den Fall eines lebensbedrohlichen Hautausschlags?
    Tröste dich, er wird die Pappnase bleiben, die das Weite gesucht hat, während du ein Ömmchen glücklich gemacht hast. Du bist also deutlich der bessere Mensch. ;)

  8. mensch, jo, jetzt stell dich mal nicht so an, schließlich bist du b-e-r-u-f-e-n !
    als kinderdoc kann ich auch nicht abdrehen, wenn jemand jenseits der 18 umkippt.

    wenns dich beruhigt: auch schon erlebt. war kein dermatologischer notfall.

  9. Der arme Kerl hatte sicherlich sein Kortisonpöttchen/-tübchen nicht dabei und war somit seines einzigen Arbeitsgerätes beraubt und völlig hilflos… also so´n bissel Verständnis erwarte ich da doch schon von dir!^^

  10. Uffz, na das nenn ich mal echt fies!!

    Nebenbei bemerkt – ich geh ja echt oft einkaufen, aber dass ein Arzt ausgerufen wurde, hab ich noch nie erlebt. Sind die Menschen hier denn alle so fit?! ;-)

    Liebe Grüße,
    Conny

  11. also 1. sie wissen doch, dermatologische Notfälle bedeutet: Cortisoncreme ist alle!
    2. ein Dermatologe ist doch gar kein richtiger Arzt…;)

  12. Supermarktturfing ist neu, oder? So ein Hirsch.
    Zu den anderen Bemerkungen: GIBT es eigentlich dermatologische Notfälle? Ne, oder???

    • Klugscheissermodus:
      Doch, EINEN Notfall (der mir spontan einfällt) haben die: Toxische Epidermale Nekrolyse aka. SSSS aka. Lyell-Syndrom.
      Das ist dann aber auch meistens gleich so bes*#%^$$en, das der freundliche Intensivmediziner des Hauses konsilliarisch hinzugezogen wird (aka. „Ich brauch ein Intensivbett. Jetzt.“)

  13. *lach* Dein Schreibstil ist einfach so genial :-)
    Diesen Beitrag fand ich so herrlich, dass ich ihn meinem Mann vorgelesen habe. Sorgte für viel Erheiterung, danke :-)

  14. „[…] dehydrierte Ömkens […]“ – Komisch, kein Mediziner konnte mir bisher erklären wo der ganze Wasserstoff dann bleibt, und bei der Behandlung keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind. ;) Sagt ein Ingenieur, der Wasser immer noch für ein Hydrat hält. *duckundweg*

    • Der Chemiker weiß: Hydrate sind Verbindungen _mit_ Wasser. Wasser ist, je nach Betrachtungsweise, ein Hydrid (des Sauerstoffs), ein Oxid (des Wasserstoffs) oder ein Hydroxid (des Protons).

      • Ja ein wenig unsauber gesachrieben, ändert aber nichts an meiner Grundaussage. Würde ein Mensch dehydrieren, müsste er von einer Wasserstoffatmosphäre umgeben sein – zusammen mit der sauerstoffenthaltenden Luft sollte man sich dem Patienten dann nur mit Ex-geschützten Gerätschaften nähern. Die „Verbindung“ Mensch lässt sich wohl relativ gut als ein Hydrat betrachten. Wenn die „Verbindung“ Mensch chemisch dehydriert dürfte dies sicher wesentlich ungesünder sein (mir fallen da spontan nur ganz massive Verbrennungen ein, die zu einer Zerstörung von Gewebe auf molekularer Ebene führen) als wenn er de-hydrat-isiert. Letzteres dürfte sich wesentlich einfacher behandeln lassen – Trinken, Infusionen, ….

    • Der Chemiker dagegen weiß: Hydrate sind Verbindungen _mit_ Wasser. Wasser selbst ist je nach Standpunkt ein Oxid, ein Hydrid oder ein Hydroxid…

  15. Warum ist diese Doofnase eigentlich erst losgelaufen??!! Hautarzt…was dachte er denn, was für ein Notfall ist??!! Aggressive, akute Pickelhaube?!

  16. *g*

    Vielleicht legst Du Dir für solche Situationen eine Notlüge parat und behauptest einfach, Du seist Amtsärztin.

    Claudia

  17. Klug gemacht von dem Herrn, erst die andere Fachrichtung erfragen und dann eine vollkommen unbrauchbare Fachrichtung als Entschuldigung wählen. Dabei war er doch offensichtlich Anästhesist, hatte er doch das Pfund Kaffee schon unterm Arm.

  18. Noch nie in meinem Leben hab ich mitgekriegt, wie ein Arzt ausgerufen wurde.
    Jetzt habe ich aber diese Geschichte gelesen und weiß genau, dass ich das in den nächsten, sagen wir zwei Wochen, erleben werde. Hundertprozentig.

  19. eine assistenzärztin fuhr nie ohne ihr stethoskop auto, denn wenn sie ihn nicht dabei hatte passierte immer was wo sie helfen mußte!

  20. Komisch, ich hab‘ noch nie miterlebt, dass nach einem Arzt ausgerufen wurde.
    Um erste Hilfe leisten sollte das ärzliche Fachgebiet keine Rolle spielen oder?
    Ich find‘ das ziemlich fiese einfach ’ne Biege zu machen. Pappnase.

    ~Anja~

  21. Witzig.
    Gestern gerade ähnliches erlebt.
    Allerdings war die Anästhesie zuerst vor Ort, danach folgten Pädiatrie, Innere und Allgemeinchirurgie (und alle so: Ahhhh, Anästhesie! Dann gehen wir mal wieder!)
    Da fragt man sich, wo das mit dem Ärztemangel herkommt…

  22. Ist wie bei mir auf der Arbeite,
    Eine Produktionsanlage steht still, Der Schlosser sagt: „ist elektrisch!“ und der Elektriker sagt: „ist mechanisch!“ Jeder versucht die Hauptverantwortung abzugeben obwohl bei uns am Ende sowieso jeder dran muss! Der Stromer klemmt ab, der Schlosser baut aus und ein und dann kommt der Elektriker wieder zum anschließen.

    *lg*

    • Dafür wurde der Mechatroniker erfunden. Kann alles nur halb, kostet den Betrieb aber nur ein Gehalt.

  23. lol, du bist halt immer die Heldin im Chaos. Der andere war sowas von ….. Erste Hilfe muss jeder leisten und die Dermatologen brauchen sich echt net zu wundern wenn sie blöde Kommentare bekommen. echt jetzt…..

  24. Wie wäre es denn, wenn sich die Patienten mal die anrennenden Docs aussuchen könnten *grins*
    Stell Dir vor …“hm, *zeig* ich nehm den/die da“ *

    Hehehehe*

    Spaß beiseite, ist echt doof das der Derma die biege gemacht hat. Das Derma´s gut aussehen und muskolös sind, ist mir auch neu :)

  25. Also, im Supermarkt habe ich diese Durchsage auch noch nie gehört, nur einmal im Flieger und da wurde mir schon anders.. „befindet sich an Bord ein Arzt oder eine Krankenschwester“ und äußerst hektisches Gerenne im Flieger, incl. aufhängen eines Tropfes und Notlandung (also, nicht mitten im Feld, aber auf dem nächsten, nicht angepeilten Flughafen) .. das war mir als Nichtmediziner und völliger Laie schon genug… man munkelte dann später einen Herzinfarkt und ob es einen Arzt an Bord gab, weiß ich auch nicht. ..Aber immer gut zu wissen, dass es so Held/innen im Einsatz gibt, das beruhigt mich zu lesen und ich drücke die Daumen, dass die nächsten Supermarktbesuche unbehelligt ablaufen ,-

  26. Habe sowas auch bislang nicht erlebt (und ich kaufe viel und gerne ein, dabei bin ich doch ein Mann!).
    Losgelaufen ist er sicher, weil man ja vorher nicht weiß, ob es noch einen Kollegen gibt. Dann aber einfach abzuziehen finde ich schon dreist.

    • mmmh, und wenn josephine nicht da gewesen wäre, dann hätte er auf einmal helfen können? wirklich dreist da einfach umzudrehen, und irgendwie auch traurig.

  27. „Lach..“

    Ich konnte Dermatologen noch nie leiden! So…!

    Ich hoffe, sollte ich jemals in einer Situation sein wo ich ein Arzt in der Öffentlichkeit brauche, dass du dann kommst… Aber wahrscheinlich würde ich dich gar nicht erkennen.
    Mich dann aber vielleicht wiedererkennen wenn du hier davon schreibst. Hmm…

  28. Josephine, auch wenns die A-Karte war, du hast einen wunderbaren Schreibstil und ich musste doch lachen.
    Nächstes Mal sagst du halt „Dermatologie“ und mit der weißen Hose finde ich, hat er sich schon als Lügner entlarvt. Gutaussehend sowieso. Dermatologen sind entweder alt und rund oder sehen aus wie aus der Barbiefamilie.

  29. Tja, wo das Chaos, da die Heldin. ;) – – Spass beiseite: Der Mann ist sowas von ein ****. Gut, dass du wenigstens Hilfe geleistet hast, liebe Josephine.

    VhG

    Andrea

  30. wie geil! du hast das so plastisch beschrieben, dass ich den typ vor mir sehe und herzlich lachen muss. kannst du das nächste mal nicht lügen und statt gyn so etwas sagen wie: zehennagel oder wimpern?

    liebe grüße, katerwolf

  31. Groß – ar – tig. Nicht nur eine tolle Story, sondern auch super erzählt.
    Bei „Hah, Dermatologe“ bin ich spontan laut in Gelächter ausgebrochen. You made my day! :-)

  32. Aber was hatte Ömchen denn nun?

    Danke für Ihre Geschichte und danke für alle Dermatologen-feindlichen Kommentare, über die ich sehr schmunzeln konnte.

    Und würde ich an der Wursttheke arbeiten, kämen Sie immer als erste dran UND bekämen ein Wienerle umsonst, Josephine!

  33. Ich finde das auch absolut dämlich und von dem Hautarzt. Aber das sich keiner bedankt, ist genauso doof. Ich nehme mal an, dass die Patienten in dem Moment so mit sich selber beschäftigt sind, dass keiner auf diese Idee kommt. Doof ists‘ trotzdem.

    • In dem Moment sind die Leute meist schlichtweg zu perplex, konfus, etwas verwirrt… Und hinterher ist der gute Geist, der damals geholfen hat, nicht mehr aufzufinden. Zumindest bei einer typischen Supermarktaktion, leider.

      Dass es auch anders geht, sehe ich ab und an, wenn Kunden mir Dankekarten und Mercipackungen überreichen, zur Weitergabe an die Ersthelfer im Haus, die ihnen geholfen haben. Legendär auch die Geschichte mit der Spontangeburt, da kommen auch nach Jahren noch Bilder und Postkarten *gg* Allerdings ist das hier auch einfacher, da nicht so anonym.

  34. Hm, deswegen bin ich neulich bei ’nem freiberuflichen NA-Dienst so komisch angeguckt worden, als ich auf die NAchfrage des freundlichen Rettungsassis, der mich die nächsten 24h durch die Gegend kutschieren sollte, auf seine Frage hin geantwortet habe, ich sei Dermatologe ;-)

    Und, Josephine, geh nie zu Ikea. Persönliche Bilanz: 3xACS in 2 verschiedenen Häusern innerhalb eines Jahres. Und – wie sollte es auch anders sein – natürlich war kein anderer Kollege da. Oder hätte sich zu erkennen gegeben ;-)

    „Guten Tag, ich hätte gerne den Tisch Applarö, das Beatmungsgerät Apnö und den Koronararterienverschluss Rivazuoje….“

  35. Ich habe so `ne Durchsage auch schon im Flugzeug erlebt. War wohl nix Dramatisches, es gab jedenfalls keine unplanmäßige Zwischenlandung.
    In der Reihe vor mir ein Paar mit Kleinkind auf dem Sitz zwischen sich. Mama schwanger (letzter großer Urlaub vor Touchdown vermutlich), schon ziemlich fertig, das Mädel genervt von dem langen Flug. Papa als Bespaßer. Dann die bekannte Durchsage und ich wußte sofort, dass da vor mir ein Arzt sitzt. Mama: ein langer Seufzer inklusive „das ist jetzt nicht wahr“-Blick. Papa zusammenzuckend und sofort den Entschuldigungsblick in Richtung seiner Frau. Slapstick im wahren Leben. Er stand dann auf und verschwand, was die Tochter ziemlich unwitzig fand, was wiederum die Länge des Fluges für die Mutter/Arztehefrau ins Unendliche zog. Ich hatte spontan mit allen Dreien Mitleid. War wohl nicht das erste Mal… . Offensichtlich war er kein Dermatologe! :-)

  36. Ach was für ein schöner Beitrag! Ich habe so gelacht denn ich musste dabei daran denken, dass ich vor einiger Zeit mal am Flughafen reanimieren musste. Neben mir kam noch ein Kollege auf besagte Durchsage angesprintet. Wir verstanden uns auf Anhieb, alles funktionierte reibungslos, Patientin tatsächlich MIT suffizientem Kreislauf an den Notarzt übergeben. Der Kollege (Allgemeinmediziner) hyperventilierte dann allerdings kurz als er erfuhr, dass ich „nur Pathologin“ bin ;-)

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  39. Da fällt mir eine vor Jahren erlebte Sache ein:
    Schlange an der Kasse im (kleinen) Supermarkt, Plötzlich fällt eine Frau um, liegt auf dem Rücken am Boden und verdreht irgendwie die Augen. Ich glaube in dem Moment hat jeder gewartet, dass ein anderer was tut. Wahrscheinlich nicht mal aus Trägheit, sondern aus einem Gefühl der Inkompetenz und Hilflosigkeit heraus. Mir kamen dann Erinnerungen an den (übrigens extremst lustigen) Erste-Hilfe-Kurs der Fahrschule, bei dem uns eingebleut worden war, niemand, der ohne Bewußtsein ist, auf dem Rücken liegen zu lassen. Und obwohl ich mir sehr komisch vorkam, als erste etwas zu tun, trat ich auf die Frau zu, bückte mich, um zu versuchen sie auf die Seite zu drehen (äääh, ich bin kein Mediziner und weiß gar nicht, ob es wirklich das Richtige gewesen wäre). Grad als meine Hand noch 5 cm von ihrer Schulter entfernt war, kam sie zu sich, rappelte sich auf und sah mich ziemlich böse an. Wahrscheinlich hat das ganze keine 20 Sekunden gedauert, aber mir kam es bedutend länger vor.

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