VII. Zu guter Letzt…

****ACHTUNG+++NICHTS FÜR ZARTE GEMÜTER++++ACHTUNG****

Es ist wie im schlechten Film – das Orchester gibt die Variation in Moll, der Technische Assistent fährt Slow-Mow und gedämpftes Licht, während um mich herum Menschen mit verwischten Konturen und abgehackten Bewegungen durchs Bild flimmern.

2 Sekunden nur, dann ist´s gut. Genug gedacht – JETZT arbeiten!

„Frau Drei kommt in den OP – SOFORT! Eine Ampulle Methergin geben und Naladortropf fertig machen. Im Saal dann drei Siebe bereit stellen – Nahtset,  Curette und Hysterektomie. Sobald sie gelagert ist, gebt ihr Bescheid. Sandmann – du bist der Chef, bis ich dazu komme. Oder – so der Herr will – mein Oberarzt endlich mal auftaucht!“

So, Nummer 1 – Verzeihung: Nummer Drei ist abgehakt, somit ist Nummer Vier die Nummer 2 auf der Liste – kann mir noch irgendjemand folgen?

Ich sprinte also nach Kreißsaal Vier, wo meine kleine Patientin mit dem riesen Bauch laut stöhnend und schnaufend auf ihrem Kreißbett liegt, während die Herztöne des Kindes immer noch weeeeeeiiiiiiit im Keller sind. Naja – Australien trifft es eher. Tief halt.

Das Babyköpfchen ist im Scheidenausgang schon deutlich zu erahnen – tiefschwarzes Haar, nass und kringelig. Eigentlich eine schöne Aussicht.

„Wie lange sieht das CTG jetzt schon so bescheiden aus?“

„Acht Minuten…“ Soli steht in ihrem eigenen Saft – Schweißränder, groß wie Russland, zieren ihren Hebammenkittel sowohl vorne, als auch hinten, während die Graulöckchen auf ihrem Kopf munter vor sich hin tropfen.

Acht Minuten, Kopf tief Beckenmitte, der OP voll, kein zweiter Arzt und die Blutung hat Vorrang. SCHEISSE! Das muss jetzt mal gesagt werden!

„Soli – ruf den Chef an!“

„Okay!“

Es macht mir ein bisschen Angst, dass noch nicht einmal der Versuch einer Gegenfrage kommt. Der Chef hat keinen Hintergrunddienst. Nie. Dafür ist er der Chef. Wenn man ihn anruft, ist Holland in Not. Land unter. Aller Tage Abend – sucht euch etwas schönes aus. Das weiss die Hebamme. Und der Chef auch.

„Chefarzt – hier ist Hebamme OsoleMia! Sie müssen kommen – Sofort!“

Nach dem Zeitfenster zwischen „Sofort!“ und *aufgelegt* zu schließen ist unser Chef von der schnell merkenden Sorte, denn da war höchstens Zeit für ein „Okay!“ – mehr nicht.

„Was jetzt?!“ Soli schaut mich erwartungsvoll an, den Hörer immer noch fest in der Hand.

Die Herztöne sind noch da, wo sie schon die ganze Zeit waren – und ich hab keine Ahnung, warum. Keine Dauerwehe, keine Blutung, keine Nabelschnur. Einfach nur total beschissene Herzfrequenz und sekündlich blauer werdende Kopfhaut unter schwarzem Babyhaar.

„Kiwi!“

Ich ziehe jetzt. Pfeif auf dickes Kind in kleiner Frau, auf Schulterdystokie und alles, was es sonst noch gibt – das Kind muss da jetzt raus. Und zwar pronto!

Ach so – für alle nicht Eingeweihten: Kiwi ist kein Obst – zumindest nicht im Kreißsaal – sondern eine Plastik-Einhand-Saugglocke, die mittels Unterdruck am Babykopf befestigt wird. Sobald das Teil sitzt, kann man dann am integrierten Griff ziehen und in aller Regel das Kind so in die Welt befördern. Hervorragend geeignet bei Frauen im akuten Erschöpfungszustand und/oder bei schlechten, kindlichen Herztönen.

Dagegen äußerst zurückhaltend zu gebrauchen bei groß geschätzten Babys in kleinen Müttern. Harhar – wie schade, dass letzteres gerade völlig irrelevant ist – das Kind muss raus – JETZT!. Ich wiederhole mich gerne.

Die Glocke zu befestigen ist überhaupt kein Problem, da das Köpfchen bereits so tief sitzt, dass ich locker dran komme. Leider haben wir jetzt aber aktuell keine Wehen mehr, da Soli ja – aufgrund der miesen Herztöne – ein wehenhemmendes Medikament gespritzt hat…

TOOOOOC …………….Pause…………………….. TOOOOOOOOOC ……………………….Pause……………………

Okay, dann halt ziehen ohne Wehen. Während Soli sich von oben mit Schmackes auf den wirklich ausladenden Fundus der kleinen Frau schmeißt, ziehe ich vorsichtig von unten am Hebel meiner Glocke. Frau Vier schreit. Korrektur: Frau Vier brüllt wie angeschossen – aus Angst, vor Schmerz und ich weiss nicht, was noch alles und ich würde gerne ein bisschen mit schreien, denn ich kann sie sehr gut verstehen. Aber für solche Mätzchen haben wir jetzt leider keine Zeit und so brüll ich statt dessen zurück, sie solle jetzt gefälligst pressen, Himmel noch mal, schreien können wir alle später noch.

Das Köpfchen bewegt sich Millimeterchensweise, während das TOOOOOOOOOOOOOOOOOC des vermaledeiten Wehenschreibers sich unendlich in die Länge zieht und scheinbar im Nichts verschwindet.

……………………………..TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOC………………..

Komm schon, Baby, komm schon……!!!

Ich schwitze. Das Wasser fließt mir in Strömen den Rücken hinunter und von der Stirn übers Dekolté, am Bauchnabel vorbei in die Unterhose. Meine Wäsche ist klatschnass, das Haar klebt in wirren Strähnen auf meiner Stirn, während meine Zunge staubtrocken am Gaumen klebt.

Komm schon, Baby, komm schon….!!!

Beschwörend flüstre ich dieses Mantra vor mich hin, während der schwarzbehaarte Babykopf sich nur mühsam weiter bewegt und das Toc des Wehenschreibers verstummt ist.

Ich habe noch kein Kind verloren – Dreimalaufholzgeklopft – bis zum heutigen Tage hab ich sie noch alle heil heraus bekommen und das wird sich verdammtnochmal auch jetzt nicht ändern!!!!

Komm schon, Baby, komm schon…..!!!

„KOMM SCHON, BABY!!!!!!!……“ Ich schreie. Brülle es hinaus, die Angst, den Stress, den Horror dieser Nacht.

Und dann kommt es. Ganz plötzlich merke ich, wie die Glocke leicht und geschmeidig nachgibt, das Köpfchen höher und höher steigt, schließlich sanft über dünn gewalzten Damm ploppt und so den Blick auf leuchtendblaues Babygesicht frei gibt. Und während die Hebamme vom Fundus steigt, um den kleinen Bläuling in Empfang zu nehmen, dreht der auch schon brav weiter, läßt zuerst die vordere, dann vorschriftsmäßig die hintere Schulter entwickeln und flutscht anschließend sauber und in einem Stück in Solis ausgebreitete Arme. Jetzt ist auch plötzlich glasklar, wo das Problem lag – seine geschätzt 150cm lange Nabelschnur hat der kleine Mann um alles gewickelt, was ihm in den 9 Monaten seiner Schwangerschaft so in die Quere kam: Rechtes Bein, linkes Bein, zweimal um den Arm, dreimal Hals, und abschließend – modisch völlig auf dem neuesten Stand – lässig um die Hüfte geschwungen.

Kein Wunder, das dieses CTG abschließend aussah, wie es aussah – der Junge hatte sich mit seiner Wickelaktion schlichtweg den Saft abgedreht. Solch eine Aktion ist extrem selten, denn in der Regel ist ausreichend Nabelschnur vorhanden, um die ein oder andere Verwicklung problemlos weg zu stecken. In diesem Fall hatte Houdini sich jedoch fast um Kopf und Kragen gewickelt. Er sollte sich definitiv ein anderes Hobby zulegen…

Ich überlasse das Baby der Hebamme sowie der gerade eingetroffenen Kinderärztin und renne nach Kreißsaal 1 wo – wir erinnern uns – Frau Öko gerade ihr erstes Kind via Beckenendlage zur Welt zu bringen gedenkt. Als ich die Tür öffne, seh ich auch schon zwei kleine, dunkelblaue Pobacken im Beckenausgang stehen. Verdammt – DAS nenn ich Timing. Hätte das Kind sich nicht ein bisschen beeilen können?!

Beckenendlagengeburten sind wie afrikanische Elefanten: vom Aussterben bedroht. Und da keiner sie mehr macht, kann auch keiner sie mehr lehren. Was ganz schön blöd ist, wenn man denn eine – wie ich jetzt – notfallmäßig machen muss. Okay, ich hab es natürlich im Trockendock geübt. Auf Fortbildungen nämlich, mit künstlichen Beckenmodellen und komisch aussehenden Puppen. Wie muss ich den Po halten? Und was, wenn kurz vor knapp die Arme hochschlagen und festhängen? Wer drückt wann von wo und was mach ich, wenn der Rest vom Kind da ist, aber der Kopf nicht folgen will?

„Mehr Wehen oder weniger? Wann muss sie nochmal drücken? Beine erst nach oben anheben oder nach unten absenken….?!“

„WAS willst du? Ich versteh kein Wort von deinem Gebrummel?!“ Wütend blafft Gloria mich an  – auch ihr Hebammenkittel sieht aus, als hätte man sie gerade aus dem nächstbesten Pool gefischt.,

„Still – ich rede mit mir selbst! Weisst du noch, wann du drücken mußt?“

„Musst DU mir das nicht sagen? DU bist doch der Arzt?!“

Ich will heim zu meinem Mann…. denke ich sehnsüchtig!

„Ich will, dass jetzt endlich mein Oberarzt kommt!“ sage ich laut und ein bisschen weinerlich.

„Ich will, dass du jetzt die Klappe hälst und dieses Kind entbindest!“ sagt die Hebamme!

Frechheit!

Und dann ist alles ganz einfach – denn auf einmal presst Frau Öko in Kreißsaal I wie eine eins mit, ich bekomme den Po samt hochgeschlagener Beine ganz vorschriftsmässig zu fassen und geleite ihn – ohne  zu ziehen, Josie, OHNE zu ziehen!!! – aus der Mama heraus. Und dann, als der kleine Babynacken vor meiner Nase auftaucht, Babybauch auf den rechten Unterarm gepackt, rechter Zeigefinger in den Babymund, suprasymphysärer Druck durch die Hebamme – und mit einer einzigen, durchgängigen Bewegung hebel ich das Köpfchen um den Scheinbeinbogen herum aus dem Scheidenausgang heraus und den kompletten kleinen Klops der Mama auf den Bauch. Verkehrt herum, versteht sich.

WHOW! DAS war ja so cool!!!!

Gloria schaut mich sprachlos und ein bisschen stolz an und auch ich würde mir jetzt gerne ein bisschen aufmunternd die Schulter klopfen, doch da ist ja immer noch Frau Drei auf dem Weg in den OP – DIE Nummer muss jetzt auch noch zu Ende gebracht werden. Ich stürze also weiter, aus Kreißsaal I, quer über den Flur durch die Automatiktür in den OP – und jetzt würde ich gerne ein bisschen weinen, denn hier stehen, Schulter an Schulter, Doc Napoli, der OberArsch und Chef, und starren zufrieden auf die stehende, vaginale Blutung meiner Patientin aus Kreißsaal Drei! Keine Ahnung, wer diese Nummer gerettet hat – das Cytotec, das Nalador oder die reine Anwesenheit soviel geballter, gynäkologischer Macht – aber es hat irgendwie funktioniert. Frau Drei hat aufgehört zu bluten. Hurra!

Und während die Anästhesie-Tante vorsorglich zwei Blutkonservenbeutel an meine Patientin andockt, blinzelt Sandmännchen mir fröhlich über seinen Mundschutz hinweg zu und streckt seinen behandschuhten, rechten Daumen in die Höhe.

Ich grinse ein bisschen und winke matt zurück, ehe ich abdrehe und den OP durch die leise summende Tür verlasse.

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96 Kommentare zu “VII. Zu guter Letzt…

  1. Bei der Überschrift dachte ich schon, jetzt muss jemand sein Leben lassen – an der Tischkante festhalten. Aber nein, sie hat es geschafft!!! Gratulation zu diesen Extrem-Entbindungen.

  2. Whoa Happy Endings sind doch immer noch die schönsten. Ich habe gehofft, gebangt, geschwitzt und nun bin ich erleichtert, dass alles gut ausgegangen ist. Eine sehr schöne Geschichte.

  3. Du meine Güte – da bekomme ich ja allein vom Lesen schon Herzrasen.
    Puuhh, was bin ich froh, dass alles letztendlich doch noch gut gegangen ist .
    Ich hatte echt schon befürchtet …..

  4. Whow! Vielen Dank für den sonntäglich guten Ausgang.
    Und ein „Hoch“ auf das geschriebene Wort – SOWAS kann man nicht verfilmen, das muss man lesen.

  5. wowowowow, gut gemacht *schulterklopf* ich hab mit blut und wasser geschwitzt und am ende mit offenem mund und wässrigen augen laut losgelacht ;-)

  6. Vielleicht sollte ich 4 Wochen vor der Entbindung meines ersten Kindes solche Dinge nicht mehr lesen – allerdings bin noch entspannt. Zu viele eigene Notdienste lassen die Hemmschwelle für Panik stark ansteigen.

    Super spannend, so richtig zum mitfiebern. Danke!

  7. Puuuhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh. Überstanden! Ich freue mich! :D

    (Finde ich schade, daß Beckenendlagen nur selten vaginal entbunden und dementsprechend wenig gelehrt werden. Wenn man dem Netz glaubt, haben Geübte damit gar nicht so viele Probleme. Wahrscheinlich ist es dem KH aber ein zu heißes Eisen, oder? Gyn-Versicherungspruamien sind eh schon so hoch… In jedem Fall Gratulation zur erfolgreich angewandten Dummy-Trainingsstunde! Die nächste kann kommen. Hoffentlich aber nciht als Notfall-Massenevent so wie hier.)

  8. Ich wusste doch, dass alles gut wird. Trotzdem… Gänsehaut pur! Da bekomme ich gleich wieder ein großes Gefühl der Dankbarkeit für mein eigenes gesundes Kind! Hoffe, der kleine Bläuling hat es auch gut überstanden…

  9. uff uff uff….. Herzfrequenz wird langsam wieder normal…. Nach so einer Aktion möchte man nur noch weg, gell?? Wenn da nicht noch der ganze Papierkram wäre…. *mitleidigguck*

  10. Haben dich Cheffe und Oberarsch wenigstens beglückwünscht? Dir den Orden für den übelsten Dienst ever verpasst? Wurdest du von den nächsten 3 Diensten freigestellt, um dein angegriffenes Nervenkostüm wieder zu reparieren? Fragen über Fragen…

    LG

  11. Aufatmen.
    Aber was Du da gesagt hast „Beckenendlagengeburten sind wie afrikanische Elefanten: vom Aussterben bedroht. Und da keiner sie mehr macht, kann auch keiner sie mehr lehren.“ … bestätigt das Gefühl das ich hatte, als man mich über die Varianten der Geburt bei Junior aufklärte: Das macht man eigentlich nicht mehr, Kaiserschnitt wäre angesagt, wenn das mit dem Drehen vorher nicht klappt, aber … wenn sie sich entscheiden würden eine natürliche Geburt mit BEL zu wagen … wir machen das auch! (Und im Hintergrund mitschwingend … „Toll, da können ein paar was von lernen …“)

  12. Was bin ich froh, dass ich DAS nicht lesen konnte, bevor ich vor genau 35 jahren meine Tochter in BEL auf ganz natürlichem Wege zur Welt bingen musste. Allerdings war das auch für mich alles andere als lustig….
    Aber Deine Dienste möchte ich schon mal gar nicht tauschen…
    Ja – ansonsten bin ich fast süchtig nach Deinen irren Berichten ;-)
    Liebe Grüße – Regina

  13. Wow! Was für eine gute Teamarbeit! Schade das die Damen nicht alle nacheinenander IN RUHE gebären können…
    So ne BEL macht nämlich eigentlich wahnsinnig viel spaß (besonders im Vierßüler). Ich wünsche dir mehr davon!!!
    Aber eine Frage hab ich noch, wie schwer war dein KIWI?
    Was freue ich mich schon heut Abend auf meinen Nachtidienst ;-)

    Schönen erholsamen Sonntag noch, Corinna

  14. „“Acht Minuten…” Soli steht ihn ihrem eigenen Saft – Schweißränder, groß wie Russland, zieren ihren Hebammenkittel sowohl vorne, als auch hinten, während die Graulöckchen auf ihrem Kopf munter vor sich hin tropfen.“
    Acht Minuten, Kopf tief Beckenmitte, der OP voll, kein zweiter Arzt und die Blutung hat Vorrang. SCHEISSE! Das muss jetzt mal gesagt werden!

    “Soli – ruf den Chef an!”

    “Okay!”

    Es macht mir ein bisschen Angst, dass noch nicht einmal der Versuch einer Gegenfrage kommt. Der Chef hat keinen Hintergrunddienst. Nie. Dafür ist er der Chef. Wenn man ihn anruft, ist Holland in Not. Land unter. Aller Tage Abend – sucht euch etwas schönes aus. Das weiss die Hebamme. Und der Chef auch.“

    *grins* und „Beckendenlagen sind wie afrikanische Elefanten: Vom Aussterben bedroht.“ ;)

    *schweiß von der stirn wisch* Das war Glück – für alle Mütter und alle Babys – besonders für Houdini.

    VhG

    Andrea

  15. Spannend bis zum letzen Satz! Respekt, Respekt!
    Die einzelnen Mütter werden den Stress zum Glück nicht so extrem erleben, nur das, was sie selbst erdulden müssen (das wird der ein oder anderen sicher reichen…). Aber DU hast Dir echt eine Auszeichnung verdient!!!

  16. puhhhh.. Du verursachst hier mittelschweres Herzflattern und Schnappatmung. Also nach Ende des Tagesberichts. Vorher habe ich keine Luft holen können. Und sag jetzt bitte, dass das kein gewöhnlicher Tag war, sondern nur die Ausnahme der Ausnahme der Ausnahme. Das hält ja kein Mensch durch… ;)

    GLG Elawen

  17. Wahahansinn…

    Ich habe dich erst vor ein paar Wochen entdeckt und hoffe, dass du nie mehr gehst ^^

  18. *schwitz*
    Meine Güte … da fehlen mir echt die Worte ..
    Wobei, halt: „Gut gemacht“ fällt mir noch ein .. auch wenn’s nicht ansatzweise das ausdrückt und würdigt, was du da geschafft hast!

  19. Alle Kinder und Muttis fit und munter. Keiner abgetreten. Nur ich hab jetzt Blutdruck..
    Dr. Josephine, gut gemacht!

  20. ES gibt ja den blöden Witz, wo eine Patientin, der ein Backenzahn gezogen werden soll, schreit: „Da bekomme ich ja lieber ein Kind“ und der Arzt meint, sie solle sich entscheiden, dann müsse er den Stuhl in eine andere Position bringen. – Aber für den Arzt ist so ein Geburtsmarathon, vor allem, wenn noch eine Steißlage dabei ist, bestimmt anstrengender als Zahn ziehen.
    Chapeau!

  21. der Hammer…
    voll mitgefiebert, spannender als der sonst so obligatorische Sonntagabendkrimi den ich „verschmät“ habe, zum Ärgernis meines Liebsten :).

    Herzlichen Glückwunsch.. und nun? Kur? Urlaub?… auf jeden Fall Luftholen ;)

  22. Und danach Pause und duschen für alle fleißigen Kittelträgerinnen? Da könnte Cheffe ruhig mal ne große Packung Kekse zur Beruhigung für alle spendieren!
    Musstet ihr danach denn noch weiter entbinden oder haben euch die Schwangeren in Frieden gelassen?

  23. Sag mal, bei so einer Hektik, gebt ihr der werdenen Mutter da noch Bescheid („ihr Kind muss raus, ich nehm jetzt die Saugglocke, dat wird nicht schön“) oder macht ihr das einfach wortlos, weil es ja eh gemacht werden muss?
    Und gab es auch schon mal Mütter, die dich (oder die Hebamme) NACH der Geburt noch angekeift haben? Oder stecken die das echt alle so weg, wenn da ne Hebamme auf ihnen rumhüpft?

    • Ich kann nur von mir sagen, ich war einfach froh, als es vorbei war. Das Kind war (mit großer Saugglockenbeule am Kopf und Nabenschnur um den Hals) endlich draußen und der Arzt stieg von meinem Bauch – welch himmliches Gefühl! Ich fühle mit Frau Vier!

      Und natürlich: Respekt an Josephine.

  24. Hammer!!! Danke, danke, danke für so viel Spannung und Gänsehaut und Mitgefühl… und überhaupt: DANKE!!
    Herzlichen Glückwunsch und ehrlichen Respekt für deine Leistung und die Leistung der anderen Beteiligten :-)

    Liebe Grüße,
    Conny

  25. respekt den docs und hebammen die trotz komplikationen während der geburt sich das nicht anmerken lassen und ihre werdenden mütter und den drum rum hampelnden werdenden vätern das gefühl geben alles ist in ordnung :)

  26. Josephine, Sie und die Kolleginnen von der Hebammenfront können gar nicht so viel Geld bekommen, wie Sie alle es verdienen würden!

  27. Eine sehr bildhafte Darstellung der Situationen. Meine Phantasie hatte fast nichts mehr zu tun.

    Besonders gut gefällt mir die detaillierte Beschreibung der Hauptakteurin:

    „Ich schwitze. Das Wasser fließt mir in Strömen den Rücken hinunter und von der Stirn übers Dekolté, am Bauchnabel vorbei in die Unterhose. Meine Wäsche ist klatschnass, das Haar klebt in wirren Strähnen auf meiner Stirn, während meine Zunge staubtrocken am Gaumen klebt.“

    Ist bei solchen Gelegenheiten eigentlich ein Spiegel in der Nähe?
    ;-)

  28. Mein Gott, das wäre echt kein Beruf für mich!
    Tiefsten Respekt und Glückwünsche an alle Beteiligten. Ich hoffe, der kleine Bläuling hat sich auch noch erholt?

  29. Was für ein Krimi! Und alles gut ausgegangen. *erleichtert bin*
    Danach war aber erstmal eine lange Dusche fällig, oder?

  30. Glückwunsch! Du hast es erfolgreich überstanden, und alle anderen Beteiligten auch!

    Und rein nach der Wahrscheinlichkeit müßtest Du davon ausgehen können, daß eine solche Häufung mit so vielen Problemen so schnell nicht wieder vorkommen dürfte, das ist doch schon mal beruhigend!

    (Was mich da noch interessieren würde: Wird so etwas später im Team nachbesprochen? Gelobt oder beredet, was man sonst hätte machen können? Und wenn ja, wie war das?)

  31. Nachbesprechung in der Form von Nachfrage seitens OA und Chefchen „und weswegen haben Sie uns jetzt beide gerufen“? ;-)
    Aber Gloria sieht Dich jetzt wahrscheinlich erstmal immer in hautengem blauem Jumpsuit mit rotem Umhang, roten Stiefeln und einem grossen rot-gelben „J“-Emblem auf der Brust…

  32. Liebe Josephine, wieso gibt’s eigentlich keine geile deutsche Arztserie. Das Drehbuch hast Du doch schon fertig …..

  33. Puh, ist ja grad nochmal alles gutgegangen!

    So eine Nabelschnurverwicklung o.ä. ist allerdings auch eine meiner Hauptängste jetzt, wo es langsam auf den Endspurt zugeht. Leider hab ich davon halt auch schon öfters gehört. Und manchmal auch mit schlechterem Ausgang… Naja. Wird schon schiefgehen.

    • Ohwei, liebe iLilly, bring sie nicht auf den Gedanken, uns mit noch einer Serie auf die Folter zu spannen :-), sonst heißt es hier bald wieder: Stay tuned!!! und so Sachen…

  34. Das war ja mal wieder hyperspannend! Habe ich es richtig verstanden, dass die Frau ihre Gebärmutter behalten durfte?

  35. —OFF TOPIC—
    ich hab erst kürzlich dieses tolle blog entdeckt und innerhalb weniger tage alle (mir verfügbaren) einträge mit absoluter begeisterung gelesen (medizin zu studieren hab ich mir nich zugetraut – mein abi-schnitt hätte das auch nich ohne weiteres zugelassen. dennoch verfüge ich über gefährliches halbwissen aus grey’s, in aller freundschaft & co *haha*).
    was muss man denn als neuling für das HEIßBEGEHRTE PASSWORT tun?

  36. *durchschnauf* super mitreißend geschrieben!

    Hast du noch rausbekommen, wie die Blutung gestoppt wurde? Und was meinte die geballte Kompetenz in Form von Hintergrund und Chef zu der Nummer?

  37. Ich schließe mich allen an, hatte auch Herzrasen und hoher Puls beim Lesen!
    Alles gut ausgegangen, alle Babys lebend, alle Mamas lebend, schön!

    Und immer wieder: Josephine, deine Art zu schreiben ist einfach mitreißend!

  38. Meine Hochachtung vor Dir und anderen Personen, die in einer solchen Situation doch noch genug innere Ruhe haben, um alles zu meistern.

  39. Mich würde neben dem Ausgang der Bläulings-Geschichte v.a. mal interessieren, was an der Geschichte wahr ist. Glaubt man dem Disclaimer, ist ja alles mehr oder weniger erfunden. Aber das tue ich eigentlich nicht. Ich glaube eher an eine Art künstlerische Verdichtung…

  40. Unvergessen bleibt mir der Spruch eines Chirurgen waehrend des Klinkpraktikums meiner RS-Ausbildung:
    „Irgendwann steht jede Blutung von selbst“

    • Das erinnert mich an einen Entspannungs-Scharlatan. „Entspannung senkt den Blutdruck, reduziert Puls- und Atemfrequenz und es gibt keine Grenze wie tief sie damit gehen können“. „Eh Alter, es gibt da eine ganz harte Grenze.“

  41. Puh, bin hier heute zum ersten Mal durch Zufall (naja, durch Blogliste in einem anderen Blog) gelandet und bin jetzt völlig fertig mit den Nerven nach dem spannenden Bericht! Bei der Geburt meines Sohnes hat sich die zwischenzeitlich mal vorbeischauende Ärztin (es sollte evtl. ein Dammschnitt durchgeführt werden) so gelangweilt, dass ich dachte, sie würde gleich beginnen, sich die Nägel zu lackieren. ;-) War aber allen Beteiligten definitiv lieber so. Lieber 100 langweilige Schichten für die Ärzte (und die Patientinnen) als 2x so `ne Horrorschicht!
    Bleibe als Leserin wohl nun erhalten. :-)

  42. Super spannend! Schön, dass alles gut ausgegangen ist. Mein erstes Kind wurde auch wegen pathologischem CTG mit der Saugglocke geholt und Kind 2 war ne Beckenendlage, auch spontan entbunden. Beide kamen extrem schnell, keine Zeit für ne PDA. Muss für die Ärzte und Hebammen auch aufregend gewesen sein.

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