Wie schreibt man eigentlich „Hierarchie“?…

Ich arbeite an einem sehr großen Haus in einer Stadt irgendwo in Deutschland. Früher konnte man als Frau mit Teilzeitstelle höchstens an drittklassigen Provinzklitschen anheuern, wurde vom Chef und den Kollegen mehr recht als schlecht durch die Jahre der Ausbildung geschleift, um dann nach Erreichen des Facharztstatus umgehend in die nächste (Provinz)Praxis abgeschoben zu werden. Dort tümpelte man dann bis zur Rente zwischen Vorsorgeuntersuchungen, Scheidenpilz und Harnwegsinfekten herum. Fertig -Aus- Ende! Karriere machen? Neeeeiiiin! Operieren? Auf gar keinem Fall! Chefarzt werden? Never-Ever!

Viele Professoren meiner Universitätszeit zum Beispiel waren der festen Überzeugung, Frauen könnten gar nicht operieren, weswegen uns immer und immer wieder empfohlen wurde, frauenadäquate Fachbereiche, wie Augenheilkunde oder Dermatologie zu wählen. Oder besser noch: einen Kollegen heiraten, Kinder bekommen und dem Gatten die Praxis schmeißen. Quasi als approbierte, gerne auch promovierte Arzthelferin. Damit man keinem männlichen Kollegen die Broterwerbsstelle wegnimmt. Echt jetzt! 21. Jahrhundert!

Mittlerweile herrscht jedoch europaweit eine ausgeprägte Mediziner-Flaute, die selbst die antiquiertesten Professoren zum Umdenken gezwungen hat. Und mit dem Status der vom Aussterben bedrohten Rasse finden sich mittlerweile selbst für Leute wie mich – Klinik-begeisterte Teilzeitstelle mit aktiver Beteiligung an der Kindererziehung – Jobs an mittelgroßen bis großen Häusern.

Aber wie immer im Leben – wo viel Schatten, da viel Licht: Zu Zeiten schlecht(est)er Bezahlung waren 24-Stunden-Dienste für viele Kollegen die einzige Möglichkeit, ihr mageres Budget ein wenig aufzustocken. Und nein, ich möchte jetzt nicht zum millionsten Mal das Klischee vom Porsche fahrenden Upper-Class-Doc widerlegen  – wer will bekommt gerne meine letzte Lohnabrechnung zugeschickt! Während also in den goldenen Zeiten gerne mal alle Wochenenden und ein Großteil der übrigen Dienste an Familienväter und geldgeile Jung-Assistenten ging, geht es heutzutage eher um die Frage, was tun, wenn am Ende der Bereitschaft noch soviel Dienst übrig ist?

Freizeit wird groß geschrieben, seit man seine Kohle online auch nach 18 Uhr und unter Umgehung der regulären Banköffnungszeiten unters Volk bringen kann. Während mein Ex-Kollege Axel Streber vor 10 Jahren noch 5 Dienste pro Woche runterriss – und das ganz ohne Freizeitausgleich am nächsten Tag – möchte Bambi heute gerne Montags zum Yoga, Mittwochs ins Kino und hat außerdem jeden zweiten Donnerstag Zumba-Kurs. Blondie hingegen kann ihren wöchentlich frisch manikürten Fingernägeln keinesfalls mehr als 3 Dienste pro Monat zumuten und die neue Kollegin ist gleich in ihrer ersten Woche bei uns schwanger geworden.

In Zeiten von steigender Arbeitslosigkeit und sinkendem Bruttosozialprodukt wohl immer noch jammern auf hohem Niveau, aber mal ehrlich – ich bin einfach zu alt für so viele Dienste. Klar hat man früher 350 Stunden pro Woche geschuftet und dann nachts, statt zu schlafen, noch Vorträge für seine Chefs und Doktorväter gebastelt. Dafür gab es aber nach Erreichen des Facharztstatus auch eine Praxis mit integriertem Goldesel, Respektive bei klinischer Karriere die Aussicht auf ein 6-stelliges Chefarztgehalt. Diese Zeiten sind leider schon lange, lange vorbei…

Immer noch up-to-date und kein bisschen fortschrittlich ist das hierarchische System einer jeden großen und vieler kleiner Kliniken: Ganz oben steht da, wie sollte es auch anders sein, der Chefarzt. Chefarztstellen in Deutschland werden auch heute noch überwiegend durch Männer bedient. Hypertrophe Männer meist, nicht selten bösartig und mit einer gesunden Portion Selbstliebe ausgestattet. Der italienische Typ „Mamas Liebling“ in etwa. Immer schön cholerisch rumbrüllen, immer schön die Ellenbogen ausfahren, den Pool nicht teilen und dafür von Mutti abends noch die Backe getätschelt bekommen. Das die Jungs heute, wie oben schon beschrieben, oftmals wesentlich schlechter verdienen, als Generationen von Chefärzten vor ihnen, macht die Sache auch nicht wirklich besser.

Dem Chef direkt nach- aber nur selten untergeordnet, ist der Oberarzt. Hier gibt es klassisch eigentlich nur zwei Gruppen zu unterteilen – die netten Jungs steigen irgendwann aus der Mühle aus und suchen sich eine schöne, immer noch profitable Praxis, die bösen werden – ihr könnt es euch denken: Chef!!!

Dann kommt die gemeine OP- bzw. Intensivschwester und im gynäkologischen Bereich: Die Hebamme! An meiner ersten Klinik z.B., wo dieser Hierarchieaufbau bis zum Exzess betrieben wurde, hatte man während der ersten Dienste als unwissender, verängstigter Jung-Arzt mehr Angst vor diesen OP-Schwestern und Hebammen, als vor Patienten und Umweltkatastrophen. Ich fand z.B. einmal eine junge Kollegin heulend und triefend in der Damen-OP-Umkleide vor, die sich hartnäckig weigerte, den Saal nochmals zu betreten, da sie von der diensthabenden Schwester geschlagene 10 Minuten lang angeschrien worden war. Der Grund? Nun, das arme Ding hatte vergessen, die OP-Tafel für den nächsten Tag sachgemäß zu beschriften…

So, jetzt aber zurück zu unserer Hierarchie-Pyramide: den Schwestern und Hebammen folgt der Arzt mit abgeschlossener Facharztausbildung, aber (noch) ohne Oberarzt-Status. Ein wirklich blöder Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Zustand, denn aus der verschworenen Riege der Assistenzärzte wurde er schon raus geschmissen (traue keinem, der mehr verdient, als du selbst!), darf aber noch nicht bei den Oberärzten mitspielen. Und da dümpelt er also im Niemandsland herum, bis der Chef sich erbarmt, ihn doch noch zum OA zu erheben – oder er packt seine sieben Sachen und geht.

Dem Facharzt direkt auf dem Fuß folgt die Chefsekretärin, wobei diese, je nach Dichte der Haare auf den Zähnen, durchaus auch mal VOR dem Oberarzt rangiert. Lustig zu wissen: eine anständige Chefsekretärin ist immer fortgeschrittenen Alters, kann problemlos selbst einen Tsunami daran hindern, zu ihrem Arbeitgeber vorzudringen, frisst Assistenten zum Frühstück und Oberärzte als Nachschlag, hat NIE Urlaub, NIE Feierabend und versteht NIE und unter gar keinen Umständen Spaß! In meinem tiefsten Inneren bin ich davon überzeugt, dass alle Chefperlen eine Ausbildung bei den US Marines durchlaufen haben und dir im Ernstfall ohne mit der Wimper zu zucken die Birne wegblasen können.

Okay, Josephine, ruhig, alles wird gut!

Die nachfolgenden Mitglieder der Liste sind jetzt nicht mehr ganz so spektakulär: es kommen die „gewöhnlichen“ Schwestern und Pfleger (in der Regel um ein vielfaches pflegeleichter als ihre komplizierten Fachkollegen), gefolgt von allem was „Medizinisch“ vorne und „Angestellte“ hinten stehen hat, dann die Techniker, die Reinigungskräfte, der Pförtner, Küchenangestellte und der Botendienst. Mal kurz nachdenken – noch irgendjemanden vergessen?

Klar – den Assistenzarzt!!!

Dieser belegt auch heute noch in vielen Häusern den untersten Rang der Hackordnung und wenn man bedenkt, dass man immerhin 13 Jahre zur Schule gegangen sein und anschließend Minimum 6 Jahre studiert haben muß, nur um sich in der Folge über 5 Jahre zum Affen zu machen – fragt man sich doch hin und wieder, warum man sein Wissen nicht cleverer angelegt hat. In einem Anwaltsjob für 150 Euro die Stunde, zum Beispiel.

Bevor ich jetzt jedoch vom heranziehenden Entrüstungssturm aller unterbezahlten Juristen hinweg gefegt werde, ziehe ich für heute den Vorhang und mich zurück :)

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43 Kommentare zu “Wie schreibt man eigentlich „Hierarchie“?…

  1. Oha, ja diese Chefperlen sind echt der Hammer, und von diesen göttergleichen Chefärzten durfte ich auch den ein oder anderen kennenlernen…ich freu mich schon auf mein Staatsexamen…*schluck

  2. Huiii, harter Tobak :-/
    Und ja, ich wollte grade sagen, dass das Klischee der super-reichen Rechtsanwälte bzw. Juristen allgemein eine urbane Legende ist. Viele von denen kommen mit eigener Kanzlei grade mal so über die Runden.

    Aber gut, dass das hier kein Juristen-Blog ist – also back to topic :-D
    Ich finds echt heftig – vor allem, was du am Anfang schreibst. In der heutigen Zeit solch antiquierte Vorstellungen von Frau und Beruf zu haben?! Gut, dass ich nicht Medizin studiert habe. Ich glaub, ich wär die erste gewesen, die man aufgrund lautstarken Protests zwangsexmatrikuliert hätte *gnihihihi* ;-)

    Hm, ich mag mich irren, aber Assistenzärzte sind doch durchaus sehr beliebt bei den Patienten, oder? Zumindest jung, dynamisch, engagiert, patientenorientiert – das dürfte doch sehr gut ankommen.
    Ist vielleicht kein Plus auf dem Konto oder im Ansehens-Ranking im Klinikum, aber immerhin ;-)

    Liebe Grüße,
    Conny

  3. GENAU so isses!!! Aber je nach Fach kann man noch Glück haben…
    Tja, und warum tut man sich das eigentlich an???
    Ich weiß, um Menschenleben zu retten! ;-)

  4. Ich habe nach 13 Jahren Schule und sechs Jahren Uni noch zwei Jahre mies bezahlte Praxisausbildung gemacht und verdiene nun auf einer halben Stelle (die man auch nur als hochqualifizierter Akademiker bekommt) 1800 brutto – bei einer Wochenarbeitszeit von grundsätzlich und selbstverständlich über 20 Stunden, ohne Überstundenausgleich, geregelte Arbeits- und Urlaubszeiten etc.
    Insfoern willkommen im Club – wie man`s nimmt, entweder dem Club der Dummen oder aber derer, die einfach SEHR viel Spaß am Job haben. Bei mir ist es auch eher Letzteres. Und immerhin gibt es bei uns flache Hierarchien ;-)

  5. Ach, wenn ich das alles so genüsslich mit den Augen verschlinge und mit dem Geist verarbeite – dann weiß ich, was mir soooooooo lange hier gefehlt hat: Die medizinische, sehr kluge Bissigkeit!

  6. Tja, warum gibt’s wohl so viele Ärzte (eigene Erfahrung) in der unternehmensberatenden Branche bei den „üblichen verdächtigen“ Unternehmen…? Die Arbeitszeiten dürften etwa vergleichbar sein und das Gehalt ist deutlich besser. Aber ok, Teilzeit ist dafür halt nicht möglich…

  7. Wie jetzt: Bei euch Schwanger geworden…
    Die Hackordnung ist wirklich gut beschrieben, auch wenn ich das Pflegeleicht bei den „normalen“ Schwestern und Pflegern etwas skeptisch sehe, Schöne Grüße vom kompliziertem Pflegevolk…

  8. Du machst mir Mut!
    Ohje, ich glaube ich kriege nochmal ein Kind, da kann ich noch 3 Jahre daheim bleiben und mich drücken…
    Meine Zukunft ist mich bald auf eine Assistenzarztstelle zu bewerben.

    Ich dachte immer als Mama hat man immer die A…Karte, aber ich habe dazu gelernt: Als Mama und Assistenzärztin hat man noch schlechtere Karten.

    • als mama und Assistenzärztin rangierst du noch UNTER Bodensatz ;) keine sorge – ich habe es ja auch überlebt!

      • Wobei ich als Assistenzärztin im 1.Jahr gerade gefühlt noch tiefer als der Bodensatz gesunken bin.
        Du hast meinen Tag gerettet. Jetzt lass ich mich von allen heute ein bisschen lieber anraunzen und werde einfach gar nicht damit rechnen, daß jemand zu mir freundlich ist. Obwohl….vielleicht ist ja zumindest ein Patient nett zu mir ;-)

  9. Jep!
    So isses, die volle Wahrheit! Der Assi darf sich von allen anpöbeln lassen. Von den Patienten, weil er zu wenig Zeit hat. Von den Angehörigen, weil er nicht da ist (vielleicht arbeitet er grad). Von den Oberärzten, weil man einfach immer schuld ist (an anatomischen Gegebenheiten kann zwar auch ich nichts ändern, aber gut). Von den Hebammen, weil man zu schulmedizinisch ist und sich an die Leitlinien hält. Von den Oberärzten, weil man zu großzügig ist. Vom Codierassistenten, der einem sagt, wann man seine Patienten zu entlassen hat (auch wenn die noch weit entfernt von Mobilität sind). Von den Niedergelassenen, weil die Briefe zu spät kommen (liegen vielleicht beim Oberarzt, der seine eigene Interpretation der neuen deutschen Rechtschreibung versucht an die Assistenten weiterzugeben). Von den Schwestern, weil die Arbeit nicht erledigt ist (Is klar, hab den Morgen im OP nur Kaffee getrunken).
    Und abends von der Familie, weil ich zu spät heimkomme!
    Warum darf ich nicht ein normaler Mensch sein? Also auf die Toilette gehen, wenn ich muss! Wenn ich fast umfalle vor Hunger, darf ich mal in meine trockene Semmel beißen! Und warum darf ich nicht mal einfach meine Arbeit am Patienten machen ohne gleich zwanzig Formulare auszufüllen? Und warum muss eigentlich ich den Patienten verkaufen, wenn was falsch lief? Warum ist da keiner meiner Vorgesetzten da?
    Weil das schon immer so war und die 5 Jahre Assistenzzeit einfach hinter sich zu bringen sind!

    • Auwei – zu dir ist gerade auch keiner lieb, oder? lass uns doch zusammen eine assi-Klinik aufmachen. Da dürfen dann keine anderen doofis rein, okay?
      Wie lange hast du denn noch?!

    • Das kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Wer achtet eigentlich darauf, dass es dem Assi auch gut geht. Richtig, nur der Assi selbst!!

  10. manchmal hält das nicht immer einfache medizinische Assistenzpersonal aber auch zu den Mutterassistenten, denn auch auch unter Assistenzpersonal gibt es „doppelt mit Arbeit versorgte“ Leutchen, die die Not der Assistenten, die sie wirklich immer von allen Seiten kriegen, verstehen.

    Asnonsten unterschreibe ich die oben erzählte Hackordnung….. Also, Augen zu und durch, oder?

  11. Oh Mann, das kommt mir irgendwie alles verdammt bekannt vor. Als Naturwissenschaftler an einer Uniklinik steckt man ungewollt mitten in dieser Hierarchie. Die Professoren ignorieren sogar den ehrlich erworbenen Doktortitel und wollen mir dann auch noch erklären, wie ich meine Arbeit zu machen habe. Weil sie ja soooo viel Laborerfahrung haben. Mit Oberärzten und allem was darunter ist kann man meist, nach einer kurzen Gewöhnungsphase ganz gut zusammen arbeiten. Spätestens wenn sie merken, dass man was von seiner Arbeit versteht und die Fronten geklärt sind, kann daraus eine fruchtbare Zusammenarbeit werden.

  12. also irgendwie hab ich grad ein déjà-vu … steht dieser artikel nicht schon so ähnlich im archiv??? hab ich geträumt?

    (und zum anwalt: der muss von seinen 150 euro seine miete bezahlen, seine sämtlichen angestellten, büromaterial und -geräte usw. … zumindest der, der eine eigene kanzlei führt)

  13. Hi Josephine!
    Cool stuff! Beim letzten Absatz würde ich aber doch etwas widersprechen! Ganz unten, noch unter den Reinigungskräften, den Bauarbeitern und den Lieferanten, befinden sich die Stationshilfen (verdienen weniger als Schwestern, bewegen sich aber etwas mehr), dann die Zivis (heute: „Bufdis“, verdienen noch weniger als Stationshilfen, machen das was keiner machen will), und noch weiter unten die Medizinstudenten im Pflegepraktikum (verdienen gar nichts, dürfen voll arbeiten, und dürfen vor allem das machen, was nicht mal Zivis/Bufdis gerne machen).
    Was mich aber schon etwas wundert, ist dass Schwestern sogar manchem OA eine verbale Watsche mitgeben. Anstand, hallo? Vor den Patienten, hallooo???
    LG, Mae

  14. Mein Vater arbeitet in einem Krankenhaus im Süden Deutschlands, das bald mit der grlßten Klinik der Stadt zu einem ultra-riesenhaus zusammengelegt wird.
    Der Chef dieses (bereits jetzt) großen Hauses ist gleichzeitig Chef des kleineren Hauses, anstelle jemand anderen eine Chance zu geben, werden die höchsten Stellen anscheinend auch noch in einer sehr elitären Riege hin- und hergeschoben.
    Davon abgesehen, dass ich mich frage, wie zum Henker man ZWEI Kliniken managen kann (eines scheint mir schon zu viel, aber okay), frage ich mich, warum da niemand was dagegen tut. Ist das überhaupt legal?

  15. Ich mag Assistenzärzte. Beonders von unserer Gyn. Jung, knackig, extrem darauf bedacht, was der Patient nun gerade braucht und wenn es sein muss, wird auch mal eben schnell das Bett der Patientin hergerichtet.
    Bei den Patienten kommt sowas natürlich sehr gut an. Und das ist doch auch schonmal was.

  16. In den Kommentaren wurde ja schon fast alles gesagt, deshalb hake ich einfach mal bei einer Nebensächlicjkeit ein:
    „In Zeiten von steigender Arbeitslosigkeit und sinkendem Bruttosozialprodukt wohl immer noch jammern auf hohem Niveau“ – wann hast Du den Text denn geschrieben?? ;-)) Dem Arbeitsmarkt ging es fast nie besser.
    Von daher: lass alles raus! Du hast jeden Grund zu Jammern! Es ist kein Wunder, warum Ärztemangel herrscht!!
    Auch ich hab‘ es mir nicht ohne Grund anders überlegt, nachdem das PJ mit Kind der absolute ALPTRAUM war. Ich hab‘ die Medizin jedenfalls abgehakt, und das, wo ich der erste Jahrgang ohne AiP gewesen bin, was eigentlich ein echter Anreiz war. Aber nichts wiegt seelische Gesundheit auf.

  17. Du hast es auf den Punkt gebracht!!! Genau so schaut es aus. Am besten konntest Du sehen wie die Rangfolge war, wenn Chefarztvisite stattfand und Schwester Mascha dem Chefarzt der Chirurgie die Kadexe halten musste…..hinter ihm ein langer Schwanz bestehend aus Oberärzten, Fachärzten, PJlern usw. Wer wo zu stehen hatte war fest im Drehbuch eingraviert und es war jedesmal ein herrliches Schauspiel.

    • viel besser finde ich es, wenn alle aus dem kleinen zimmer wieder rausmuessen.. dann machen sich die pjler und praktikanten ganz ganz duenn, damit die aerzte zu erst rauskoennen :D

  18. treffende Beschreibung der Chefsekretärin!!!
    wir hatten zu studienzeiten mit einem exemplar zu tun, die uns ums verrecken keine audienz bei ihrem chef einräumen wollte.
    dabei wollten wir ihn dran erinnern, dass wir seit geraumer zeit im hörsaal auf sein erscheinen zur vorlesung warten.

  19. Ich habe deinen Blog auf der WordPress-Ausstiegsseite wegen des Titels angeklickt, denn viele Leute suchen „Rechtshierarchie“ und landen auf meinem Blog. Die Blogstatistik klärt mich darüber auf, dass selten jemand „Hierarchie“ korrekt schreiben kann. Dein Artikel hat mich dann so fasziniert, dass ich ihn ganz gelesen habe. Als Mädchen vom Lande musste ich mir Abitur und Hochschulstudium in späteren Jahren erkämpfen. In einer Vorlesung bekamen wir Frauen zu hören, dass der hohe Frauenanteil von 20 Prozent Agro-Studentinnen schon beunruhigend sei. Niemand hatte widersprochen, ich auch nicht. An vielen Schweizer Hochschulen gibt es nur 100-Prozent-Professoren-Stellen. Die Zeiten haben sich geändert, aber vieles ist beim Alten geblieben. Ich habe kürzlich Alice Schwarzers „Lebenslauf“ gelesen. Beeindruckt hat mich besonders wie Alice systematisch beschimpft und falsch zitiert wird. Wieder einmal Emma lesen? http://www.emma.de/

  20. Als Mitleser muss ich mal die Juristen verteidigen. Es gibt zahlreiche, gerade junge Kollegen, die mit einem mittelmäßigen Examen keine Anstellung finden und sich dann selbständig machen, ebenfalls mit mäßigem Erfolg. Am frühen Morgen bzw. in der Nacht Zeitung austragen und dann ins eigene Anwaltsbüro ist da keine Seltenheit (auch zahlreiche „Aufstocker“ sind dabei). Leider bietet ein akademischer Abschluss keine Garantie fürs Geld verdienen mehr. Da geht es den Juristen wie den Ärzten.

  21. „.. und die neue Kollegin ist gleich in ihrer ersten Woche bei uns schwanger geworden.“
    ist „das“ etwa doch ansteckend? :-D

    Aber mal im Ernst: meine (glücklicherweise nicht all zu grossen) Erfahrungen im KH zeigen immerhin, dass der Patient (in meinem Fall und dem meiner Angehörigen!) nicht unter dieses „Umständen“ zu leiden hat.
    .. und das ist erstaunlich und zeugt von menschlicher Grösse.

  22. Jo, den Artikel hab‘ ich auch – so ähnlich – im Archiv gelesen. – Und wo ist der PJ ? Noch über der Küchenschabe oder darunter ?

    „Freizeit wird groß geschrieben, seit man seine Kohle online auch nach 18 Uhr und unter Umgehung der regulären Banköffnungszeiten unters Volk bringen kann. Während mein Ex-Kollege Axel Streber vor 10 Jahren noch 5 Dienste pro Woche runterriss – und das ganz ohne Freizeitausgleich am nächsten Tag – möchte Bambi heute gerne Montags zum Yoga, Mittwochs ins Kino und hat außerdem jeden zweiten Donnerstag Zumba-Kurs. Blondie hingegen kann ihren wöchentlich frisch manikürten Fingernägeln keinesfalls mehr als 3 Dienste pro Monat zumuten und die neue Kollegin ist gleich in ihrer ersten Woche bei uns schwanger geworden.“ *looooool* – Lustig formuliert .

    Und wo genau in der Hackordnung bist du Josephine ? Ärztin oder Assistenzärztin ?

    VhG

    Andrea

  23. Cooler Artikel ;) Ich bin auch so ne Chefsekretärin….. aber nicht in einer Klinik und vor allem ohne Haare auf den Zähnen ;) (Vielleicht, weil ich erst Anfang 30 bin oder so, wer weiß. Hier darf auch immer jeder rein, sofern der Chef da ist).

    Liebe Grüsse

  24. du hast den praktikanten vergessen! der steht ganz unten und darf nach feierabend 30 jahre alten dreck von infusionsstaendern mit lauwarmen wasser kratzen!

  25. Hmm…bei uns sind die Praktikanten immer diejenigen, die um Punkt 15.30 aufstehen, auf ihre Uhr zeigen und sagen: „So, für heute habe ich Feierabend“ und gehen ;)

  26. Ich muss mich outen – ich habe nur diesen einen Text gelesen und dich sofort „gefollowt“ (ich liebe eingedeutschte Anglizismen!). Extrem unterhaltsam!
    Aber ich kenne diese Hierachie, die mir den Wunsch danach Medizin zu studieren zerstört hat. Ich stimme dir nämlich zu: Wieso soll ich mich nach 13 Jahren Schule und sechs Jahren Studium nochmals fünf Jahre zum Affen machen?
    Und für was habe ich mich letztlich entschieden: Psychologie und Soziologie :D

  27. Und wo bleibt die Hygienebeauftragte? Diese bei allen absolut unbeliebte Person (überwiegend weiblichen Geschlechts)? Sollte Blondie ihre Nägel nicht nur perfekt manikürt, sondern auch gelackt und gestrasst zur Schau tragen, dürften die beiden wohl oft aneinander geraten.
    Hierarchei? Wird immer noch groß geschrieben! Manch Mann lässt sich das gerne auf die Stirne tätowieren, damit es auch Jede(r) sieht.

  28. Du hast eine vergessen, die mindestens genausoweit unten rangiert: die HebammenSchülerin! Die konnte sogar von Assistenzärzten fertiggemacht werden…zumindest im 1.u.2.Lehrjahr :-(
    Gut dass das vorbei ist…

  29. Ich arbeite ja auch in so einem Laden mit ganz straffen Hierachien und kann hinzufügen, dass weit unter den Reinigungskräften und den Doktoranden noch etwas gibt. Nämlich die MTA, CTA, BTA und der Laborant. Arbeitet man wie ich in der Forschung, wird man vom Klinikspersonal skeptisch beäugt, so von wegen „die arbeitet doch eh nichts“ und jeder Doktorand möchte einem weismachen, dass er mit seinen meist theoretischen Minipraktikas genau weiss, wie man in einem Labor zu arbeiten hat. Er kennt natürlich auch jede Methode, kann perfekt pipettieren und lässt uns gerne die Aufräumarbeiten übrig. Manche übernehmen sogar deine Ergebnisse, weil ihre praktische tolle Arbeit doch irgendwie nicht geklappt hat, woran natürlich wir schuld sind. ;-) Und im Gegensatz zu früher, wo wir noch die Herrscher über das Forschungslabor waren, werden wir jetzt auch vom Postdoc als Fussabtreter benutzt. Aber immerhin dürfen wir einen Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeiten übernehmen, damit er Gelder für seine Weiterbeschäftigung einfahren kann. ;-) Wobei ich natürlich dazusagen muss, ich kenne auch nette Postdocs, aber die arbeiten leider in anderen Abteilungen. LG Frau Zausel

    • Bei Hierarchie hat sich das „r“ weggeschlichen, wer es findet darf es behalten. ;-) Und überhaupt bin ich heute morgen wohl noch nicht ganz wach, wenn ich mein Geschreibsel da oben sehe. Der Kaffee hat noch nicht gewirkt.

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