Schweizer Schoko-Spende für Japan – ja, wie find ich das nur…?!

Im Netzt läuft gerade die Spendenaktion einer (Schweizer) Schoko-Blog-Firma auf Hochtouren, die nach dem guten alten Schneeballsystem SchokoladenGutscheine an Blogger verteilt, welche im Gegenzug mit Verlinkung auf eben jene Seite weitere Blogger anfixen. So weit, so gut, noch hört sich alles irgendwie nach Fake an, aber die schokoladigen Schweizer versprechen immerhin, pro verlinktem Blogger 2 Schweizer Franken an ein für Japan eingerichtetes Spendenkonto zu überweisen. Die Summe solle mindestens 1000.-, maximal 10.000 Schweizer Franken betragen.

Und HIER stößt mir die Aktion nun doch etwas sauer auf, denn wenn man zumindest der Grundrechenarten einigermaßen Herr ist (und nicht mehr, eher weniger kann ich von mir behaupten), und man obendrein den Namen und die Aktion eben dieser Firma bei Google eingibt, bekommt man UNMENGEN Blogs ausgespuckt, welche sich (nach bestem Wissen und Gewissen, da bin ich mir sicher) an dieser Nummer beteiligen wollen. Die Milchmädchenrechnung hierbei ist folgende:

1. Die Anzahl der verlinkten (und somit geworbenen) Seiten übersteigt bereits nach kürzester Zeit den angegebenen SpendenHöchstbetrag um ein Vielfaches – somit billige Werbung für wenig Kohle!

2. WENN ich denn Gutes tun möchte – und offensichtlich ausreichend Budget übrig habe, 10.000 Öcken PLUS Schokolade PLUS Porto und Verpackung unter´s Volk zu bringen – WARUM muß ich das über Werbung für´s eigene Produkt machen? Und spende nicht die 10.000 PLUS Gegenwert der Schoki PLUS Porto & Verapackung? Hm…..?!

Okay, auch RedNoseDay und wie sie sonst alle heißen, finanzieren sich ja schlußendlich über Werbeinblendungen und ZuschauerZahlen, dennoch bin ich mir nach wie vor unsicher, ob ich dieses Stöckchen jetzt weiter werfen soll, oder lieber nicht…?!

Was meint ihr denn dazu? Alles was hilft ist legitim, oder Spenden ja, aber SO NICHT…?!

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57 Kommentare zu “Schweizer Schoko-Spende für Japan – ja, wie find ich das nur…?!

  1. Also ich bin kein Fan dieser „Tue Gutes und rede darüber“-Mentalität. Mit derselben Taktik versucht ja die BLÖD-Zeitung Prominente für ihre Werbung zu ködern (sagen Sie uns Ihre Meinung über BLÖD und wir spenden 10kEUR an einen wohltätigen Zweck Ihrer Wahl), und ich fand die Antwort von Judith Holofernes von WSH da schon so mit das Beste, was ich da in letzter Zeit gelesen habe.

    [rant]
    Wir saufen für den Regenwald mit Krombacher, wir rauchen gegen den Terrorismus und bald werden wir bestimmt auch pro produzierter Kaliber .45 Patrone einen Cent an die Organisation zur Bekämpfung von Landminen abführen…

    Manchmal könnte ich gar nicht soviel fressen…

    [/rant]

  2. 1 Meldung für „Neee…. las ma“. Ich ab dieses Stöckchen jetzt durch so einige Blogs wandern sehen und reflexartig gedacht „das meinen die jetzt aba nich ernst, oder?!“ Irgendwie suspekt und: Eigenwerbung auf Kosten einer Tragödie hat einen besonders fahlen Beigeschmack…

  3. nein, liee Josephine, bei humanitären Hilfen hören m.E. die kommerziellen Interessen (qua Werbung) auf.
    Wenn Du Dich dem verweigern würdest, hätte ich Verständnis, denn wenn „die“ spenden wollen, dann bitte auf anderen Wegen und ohne diese „populistische“ Art.
    Grüße
    Hajo

  4. Ich bin da auch sehr skeptisch. Meine beiden Einladungen dazu habe ich ausgeschlagen. Die Kosten für den Versand von 1 Tafel Schoki + die Tafel wäre in Japan besser aufgehoben. Trommeln auf diese Art und dazu im Schneeballprinzip mag ich nicht. Für mich eher ein Grund, solche Hersteller zu meiden.
    murmel

  5. Warum denn den Betrag nicht direkt spenden, warum zusätzl. Kosten durch Porto und Verpackung. Siee Punkt 2 UND :Wenn jeder der 10 und wieder 100 genannten nur 3 Euro spenden würde, da käme was zusammen. Warum also auf die Art eines eh verbotenen Kettenbriefes.
    Grüße Anni

  6. Hallo Liebe Heldin im Chaos

    nocheinmal toll das Du wieder da bist. Ich habe ganz gewaltig den Eindruck, auf den Zug, wir sammeln für Tokio und umzu, springen im Moment ganz viele auf. Heute klingelten bei mir 2, ich will sie mal Höflichkeitshalber eigenartige Männer. Der eine von ihnen, hatte in der Hand ein gelbes Sparschwein.Als ich die Tür öffnete wurde ich mit den Worten begrüßt: „Guten Tag, wir sammeln für die Notleidenden in der Welt.“ Die Notleidenden gibt es leider schon sehr lange. Nicht ohne Grund habe ich ein Patenkind in der Dritten Welt. Ich gebe gerne für Haiti, Japan, die Kinderkrebshilfe, DKMS, das Kinderhospiz und viele mehr. Ich spende mein Geld aber bewußt nur Organisationen bei denen ich 100% sicher bin, dass mein Geld auch ankommt. Ich laufe und schreibe für keinen Werbung. Ich finde der Hersteller der Schokolade, hat eine ganz gute Werbeabteilung, die ihr Geld Wert ist. Ich persönlich sehe die Sache aber genau wie Du überaus kritisch.

    Viele Grüße

    Britta

  7. Hallo Josephine, auch von mir, schön, wieder von Dir zu lesen.

    Habe die Werbeaktion vor ein paar Tagen schon gesehen und muss sagen, es ist ne Schweinerei.
    Du hast recht, die komplette Summe zu spenden wäre ein feiner Zug, aber daraus noch tausende Links mit einem weitaus höheren Gegenwert als die Spendensumme zu machen, ist schon sehr dreist.

    Schade nur, dass die wenigsten sich die gleichen Fragen stellen, die du Dir gestellt hast.
    Das sagt uns aber auch einiges über den geistigen Horizont der meisten.

  8. Josephine, du hast es auf den Punkt gebracht. Und ganz offensichtlich kann man meiner Meinung auch dann sein, wenn man zu den Begünstigten gehört… (Hatte mich leicht im Verdacht, nur neidisch zu sein.)

  9. Nee lass mal Josephine, ich finde es eher anstoßend seine eigene Marke bekannter zu machen auf dem Rücken einer solchen Katastrophe.
    Irgendwo habe ich gelesen „Süß auf der Zunge, bitter im Nachgeschmack“ ich find das trifft es ganz gut.
    LG
    Britta

  10. Jaja, die Moral! :) Ich finde es moralisch unbedenklich so etwas zu tun – tut es weh? Nein! Und ganz ehrlich: Ich finde die Idee, wer auch immer in dieser Firma sie hatte, genial. Da denken bestimmt ganz viele andere Firmen: Hätten nur wir diese Idee gehabt. Die Firma ist nun in aller Munde (und die Tafel Schoki bald in meinem), Marketingtechnisch super, Nebeneffekt 10.000 Schweizer Franken in Japan.

    Klar wäre es besser gewesen, wenn sie statt die Schokolade zu versenden dies auch noch gespendet hätten, aber dann hätte ja auch kein Hahn danach gekräht…

    Ich habe mich zum Medium gemacht und kein schlechtes Gewissen, warum auch?!

    Liebe Grüße,
    Kirsten

  11. Ich finde deine Reaktion ok und bin ganz deiner Meinung. Mich als Blogleser stört es in den letzten Tagen überall das gleiche zu lesen.

  12. Hallo und welcome back ,-)
    Mein Freund hatte schon angefangen deine Postings in Word zu kopieren damit wir noch später darüber lachen können. Das ist ja jetzt nicht mehr nötig.Gott sei Dank ;-)

    Ich mache bei solchen Aktionen grunsätzlich nicht mit. Besonders große Unternehmen haben es nicht nötig so billig Werbung zu machen. Wem die Tragödie es wert ist der spendet und macht nicht so eine billige Aktion.

    Ich finde es moralisch und ethisch bedenklich eine solche Masche zu fahren.

    Pascal

  13. Okay, also im Grunde finde ich diese Aktion gut, weil es eben gespendet wird. Und das ist doch schonmal besser als nichts, oder? Und wenn die Firma spendet, kann für sie ja auch erwas gutes rausspringen.
    Nur du hast Recht, dass die Masse des Gegenwerts da moralisch nicht so wirklich vertretbar ist…

  14. Auch meine Reaktion war im ersten Moment: Da ist was faul.
    Allerdings sehe ich das etwas anders als die Mehrheit der Mitkommentierer. Die betreffende Firma ist klein. Wenn man die Angaben im Blog vom Januar 2011 heranzieht von 1.000 Tafeln am Tag, dann kommt man bei 365 Tagen im Jahr und 6 Euro pro Tafel auf optimistisch etwas über 2 Mio Euro Umsatz (nicht Gewinn). Für solch eine Firma sind 10.000 CHF + das Material für Schokis und Versand immer noch viel Geld.
    Natürlich ist das Werbung, aber das ist für den gesunden Menschenverstand deutlich erkennbar. Ich finde das vollkommen o.k., geschäftliche mit caritativen Zwecken zu verbinden. Das für diese Zwecke locker gemachte Geld kommt jedenfalls Japan und den Beschenkten zu Gute, ohne Verluste.
    Krombacher hingegen ballerte Millionen in den Schornstein für Günther Jauch und Werbeplätze im Fernsehen und hat vermutlich nur einen Bruchteil dieser Summen in den Regenwald gesteckt. Das finde ich weniger ehrlich.

    • Wenn es so eine kleine Firma ist, macht die Angabe einer Maximalhöhe etwas mehr Sinn, und ja, es sind immerhin Spenden, die in Japan ankommen (was gut ist). Letztendlich hat die Marketingabteilung wahrscheinlich errechnet, daß sich ab XY beteiligten Blogs die Summe wieder lohnt, um den Schokoladenpreis halbwegs reinzubekommen, wenn der Festbetrag von 10.000 CHF gespendet wird.
      Es wäre aber auch keine Schande gewesen, wenn die Firma eine entsprechende Erklärung irgendwo veröffentlicht hätte, ob und welchen Grund es für die Angabe eines Maximalbetrags gab. Die meisten hätten Verständnis, wenn sich z.B. eine kleinere Firma nicht in den Bankrott spenden will (hypothetisch durch eine unerwartet hohe Menge an zu versendenden Schokoladen), denn das wäre ja auch zuviel verlangt.

      Zweifelsohne gibt es tatsächlich größere Firmen, die mehr verdienen und weniger spenden, im Vergleich sind die natürlich schlimmer.

  15. also ich schmeiss das stöckchen erst dann weiter, wenn ich die schokolade auch wirklich gekriegt habe… frühestens… also vermutlich am St. Nimmerleinstag

  16. ach naja.
    schließlich kam das stöckchen von mir:

    zum einen finde ich die aktion spassig. wegen schokolade. zum anderen möge jeder der kommentierenden hier spenden. danke.
    zum dritten ist jede aktion, die spenden erlöst eine gute. und wie du zu recht sagst: red nose day und andere machen auch primär werbung und erzielen trotzdem spenden.

    zum vierten: muss ja keiner mitmachen.

    zum fünften: ich bin so herrlich naiv.

    • „Zum dritten ist jede Aktion, die Spenden erlöst, eine Gute.“ – Ein klares, absolut definitives Nein. Über diesen Satz würde ich an Deiner Stelle nochmal ein wenig nachdenken…:)

  17. Warum wird nur das negative gesehen.
    Es gibt eine jüdische Erzählung über zwei Thalmud-Schüler, die den Rabbi fragen, ob man beim Thalmud-Lernen rauchen darf. „Natürlich nicht“ antwortet der Rabbi. „Aber darf man beim Rauchen Thalmud lernen?“. „Selbstverständlich“ lautete die Antwort.
    Es kommt also nach dem Verständnis des Rabbis darauf an, welche Tätigkeit im Vordergrund steht.
    Warum sieht man die ganze Aktion nicht als clevere Werbemaßnahme bei der zusätzlich noch Geld für Japan herausspringt. Die Gutscheine nicht zu verschicken kann sich die Firma bei der resonanz nicht mehr erlauben. Es würde ein Aufschrei durch das Bloggerland gehen und dass wäre ganz schlechte Werbung.

  18. Pingback: Spenden für Japan « Der Herr Teddy und das Zwiebeleis

    • Da ich hier schon namentlich erwähnt werde und zu den – offensichtlich – wenigen Befürwortern dieser Aktion zähle, möchte ich nochmals was dazu sagen.
      Das mit Porto und Verpackung ist wohl falsch angekommen – es sollen Gutscheine verschickt werden – und die kann man – wie auf Bahnfahrkarten – mit einem virtuellen Code versehen oder einfach mit einer laufenden Nummer. Dieser Gutschein könnte dann vor Ort eingelöst werden. Die Verkaufsstelle könnte per Computer prüfen, ob diese Nummer schon eingelöst worden ist (durch Mehrfachverwendung eines Gutscheins könnte das ohne weiteres versucht werden) – wenn nicht, kann man seine Schokolade getrost nach Hause tragen. Die Firma hofft vielleicht, dass man dann im Geschäft gleich noch etwas anderes kauft – vielleicht.
      Viele neue Kunden werden sie durch die Aktion wahrscheinlich nicht gewinnen.
      Jetzt gibt es aber noch einen anderen Trend. Viele der mitmachenden Blogs sagen, ich möchte mein Geld für die Schokolade zusätzlich spenden. Dann könnten max. 20.000 CHF = 14.000 Eus gespendet werden, bei der doch al seriös anerkannten Glückskette. – Über diese Art der Verwendung kann aber jeder „Gutscheinempfänger“ selbst auf einer Vote-Liste entscheiden.
      Ich hatte eine Mitbloggerin, die sich auch über die Guiness-Buch-Aktion dieser Firma aufregte. Ich sage nur, diese kleine Firma hat offensichtlich sehr kreative Werbefuzzis, die sich was einfallen lassen.
      Zum Valentinstag haben sie auf einem Flughafen mit ca. 1.500 roten und weißen Schokotafeln „Ich liebe dich“ geschrieben. Zwei(?) Tage später wurden diese Tafeln an Kinder verschenkt! – Was ist hier dran ehrenrührig? Im Gegensatz zu den teils hahnebüchenen Werbefeldzügen des Fernsehens.

      Privat spenden kann jeder zusätzlich – aber warum soll ich den Japanern Geld verweigern, was ihnen jemand spenden will, nur weil er das mit Werbung verbindet. Na und? Dann sind sie eben eine Zeit lang bei G…gle ganz oben im Ranking, wenn es um Schokolade geht. – Ich habe nicht viel Geld, kann nicht viel spenden – aber ich konnte ca. 2 Stunden (oder mehr, mit allen Kommentaren jetzt nachträglich) zwei Stunden meiner Zeit spenden, in der Hoffnung, dass andere finanziell etwas für dieses so stark gebeutelte Land spenden, was weit über 1.000 Eus hinausgeht.
      So, das war’s von meiner Seite.
      Mit Gruß von Clara Himmelhoch
      Und falls jemand meinen Artikel im Original lesen möchte:
      http://chh150845.wordpress.com/2011/03/22/schokolade-fur-japan/
      (und das wird mir jetzt wahrscheinlich auch als Eigen-Werbung angekreidet, aber mit fast 66 stehe ich darüber)

      • die erklärung find ich gut, den nachsatz dann doch nicht so ganz altersentsprechend.
        ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob ich nothilfe um jeden preis gut finde, außerdem glaub ich ebenfalls nicht, daß meine meinung der weisheit letzter schluß ist – darum auch dieses posting.
        warum sich so viele, die (wie übrigens auch eingangs schon beschrieben: in der mehrzahl der fälle garantiert NACH BESTEM WISSEN UND GEWISSEN) daran beteiligt haben, nun irgendwie auf den schlips getreten fühlen, versteh ich nicht.
        ich habe die aktion von seiten der schokoleute in frage gestellt…!

  19. 1. Ich stimme Kirsten, Vorstadtmädchen, Mr.Gaunt und Kinderdok zu.

    2. Im übrigen werden auch Menschen angesprochen die vielleicht nie gespendet hätten und das Geld wäre nie in Japan angekommen.

    3.Zudem sehe ich es auch so, das Fernsehsendungen die allein zum Spenden ausgestrahlt werden genauso viel Geld in Werbung, Produktion, Visagisten, Kameramänner, Gehälter für weitere Angestellte, Technik, Kleidung für die Beteiligten der Sendung, etc stecken. Da macht auch niemand einen Aufschrei und sagt, spendet all das Geld das ihr dafür ausgebt.

    4. Mit den negativen Blogbeiträgen über diese Aktion wird im nachhinein genauso Werbung für diese Firma gemacht. Denn es ist sofort in aller Munde und wird dikutiert. Auch negative Werbung ist Werbung ;-) und manchmal noch viel effizienter.

  20. Das mit dem maximalen Betrag finde ich doof und scheinheilig. D.h. den Rest der kostenlosen Propaganda stecken sie einfach ein?
    Erinnert mich an die Pamperspackungen, die angeblich je eine Tetanusimpfung bezahlen… deren Gegenwert was ist, sechs Cent? Da spende ich ja lieber einen Zehner NUR für Tetanusimpfungen. Die haben schon Nerven, tun alle so unglaublich gönnerhaft und dann sind es Summen, die solche Firmen für eine halbe Werbeminute im Fernsehen ausgeben. :-(

  21. Ich stimme zu – da macht jemand mit dem Leid vieler Menschen nebenbei ein bisschen Werbung für sich.

    In eigener Sache möchte ich noch sagen: DANKE!!! für’s zurück kommen. Hab den Blog leider erst ein paar Tage nach der Schließung über einen anderen Blog und dessen tränenreichen Eintrag über die Schließung hier gefunden, alles innerhalb weniger Tage gelesen und war enttäuscht, dass so ein schöner, lustiger, manchmal sehr trauriger und ans Herz gehender, aber auch witziger und herzerfrischender Blog nicht mehr weitergeht. Nochmal ein ganz großes DANKE!

  22. Eine solche Katastrophe als Anlass zu nehmen um geschickt die Werbetrommel zu rühren, finde ich mehr als zweifelhaft. Geht es wirklich primär darum Gutes zu tun, oder im Endeffekt doch nur um den eigenen Profit? Diese Frage würde ich mir (auch) stellen und im Zweifel eher Abstand nehmen.

    Aber wie KinderDoc ja so treffend bemerkte: Muss ja keiner mitmachen. – und du, Josephine, wirst dich sicher nicht primär von der Meinung anderer beeinflussen lassen … oder?

  23. Es muss ja keiner mitmachen, wenn es ihm nicht passt, aber den Grundsatz „Tue Gutes und rede darüber“ finde ich nicht so verwerflich wie die meisten hier. Jede Firma, die für irgendwas spendet, wird das öffentlich machen und so einen gewissen Gegenwert daraus ziehen. Ich finde das nicht verwerflich. Es kann schon sein, dass in dem speziellen Fall das Marketing im Vordergrund steht und das ganze deswegen etwas „Gschmäckle“ hat, aber grundsätzlich halte ich sowas für relativ normal.

    • „Jede Firma, die für irgendwas spendet, wird das öffentlich machen und so einen gewissen Gegenwert daraus ziehen.“ – Schlag nach bei Wikipedia unter „Mäzen“. Es gibt auch Firmen, die das im Stillen machen ohne daraus Kapital zu schlagen.

    • Ich glaube nicht, dass Mäzene inexistent sind, ich glaube nur, dass es (so gut wie) keine Firmen gibt, die sich als Mäzene betätigen ohne dafür den kleinsten Return zu bekommen. Privatleute, sehr reiche Menschen, das ist eine andere Baustelle. Aber dass eine Firma Geld ausgibt ohne irgendwas dafür zurückzubekommen, und sei’s nur gute Publicity, halte ich für einen seltenen Fall. Eine Firma ist schließlich ihren Eigentümern verpflichtet, gewinn zu machen, und ist keine Einrichtung der öffentlichen Wohlfahrt.

      • Ich habe auch nicht behauptet, dass dies häufig vorkommt. Ich habe lediglich die von Dir aufgestellte absolute Formulierung „Jede Firma, die für irgendwas spendet, wird das öffentlich machen…“ als falsch erachtet. Dann sind wir ja doch einer Meinung. Warum nicht gleich so?

      • Werd Du Dir erstmal mit Deinem alter ego klar, welchen Standpunkt Ihr zwei hier vertreten möchtet, dann sehen wir weiter…;-)

  24. Wenn man schon Bedenken und Skepsis hat, sollte man die Finger davon lassen. Deinen Eindruck kann ich nur teilen. Ich spende auch nur für Orgas, denen ich vertrauen kann. Außerdem sind die Beweggründe moralisch und ethisch wichtig für mich. Ich brauche keine kostenlose Schoki und auch sonst keine Geschenke, wenn ICH doch etwas FÜR jemanden tun will. Tzz… schade, MENSCH ist eben käuflich. :-P
    LG
    tscheeny

  25. Nein, liebe Heldin im Chaos, ich fühle mich nicht auf den (nicht vorhandenen) Schlips getreten, auf keinen Fall von Ihnen. Aber Kommentare bei mir begannen mit „Schwachsinn“ und ließen sich durchaus auf mich beziehen – wenn ich mir die Jacke angezogen hätte.
    Im Gegenteil, ich bin froh, dass jemand ehrlich die Meinungen anderer wissen will und – froh bin ich, dass ich Ihren Blog, den ich lange Zeit gelesen habe, wiedergefunden habe.
    Ausgedachte Vision meinerseits:
    „Alle, die diese Aktion rigoros aus Werbegründen ablehnen, säßen in einem tiefen, tiefen Erdloch, aus dem sie nicht allein rauskönnten. Oben am Rand steht eine Firma und sagt: „Das Geld für ihre Rettung wurde uns verweigert, weil wir auf unserer Ausrüstung Adresse und Logo haben, das wurde uns als Werbung ausgelegt. Wir müssen Sie leider dort unten verhungernverdurstenerfrierenverkommen lassen, tut uns Leid, war nicht so gedacht.“
    Würden nicht viele zu der Werbeaktion ja sagen, säße die Hälfte ihrer Familie dort in Notunterkünften?

    Ich hasse Schneeballsysteme – dieses ausnahmsweise nicht!
    Ein ruhiges Wochenende wünscht
    Clara H.

  26. Ich finde es einfach eine nette Aktion. Die Blogger freuen sich über Schokolade und übers Verlinktwerden, die Firma freut sich über steigende Bekanntheit (die übrigens durch solche Diskussionen noch größer wird. Das heißt: Werbung OHNE Schokolade beim Diskutieren ;) ) und ein paar dringend benötigte Kröten fließen nach Japan. Wenn ich also davon ausgehe, dass das Geld wirklich in Japan und die Schokolade bei den Bloggern ankommt, ist das doch eine Win-win-win-Situation, oder nicht?

    Ich finde die ewigen Spendenaufrufe mit den Abbildungen von halbverhungerten großäugigen Kleinkindern moralisch nicht wirklich besser. Oder die Spendenorganisationen, die ungefragt Postkarten, Aufkleber und Freundschaftsbändchen als „Geschenk“ verschicken, in der Hoffnung, dass man aus schlechtem Gewissen oder überschwänglicher Freude dann etwas dafür bezahlt. Diese Firmen existieren auch nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, sondern machen schon noch ihren eigenen Schnitt damit.

    Ich gönne der Schokoladenfirma die zusätzlichen Einnahmen durch diese wirklich kreative Werbung. Schließlich schadet sie ja niemandem.

    Liebe Grüße,
    Stjama

    • Also bei mir hat diese Firma Ihren Bekanntheitsgrad nicht gesteigert. Ich kenne den Namen immer noch nicht…:)

  27. Liebe Frau Heldin im Chaos,
    ich kann ihre Überlegungen gut verstehen und finde es auch gut, wenn sie ihre Leser um Meinungsäußerungen bitten.

    Jetzt möchte ich auch noch einiges zu dein Kommentaren sagen.
    Mir scheint, alle die hier gegen diese Spendenaktion der Schokofirma sind, haben sich nicht wirklich informiert, was auf der Website der Firma steht!

    Es wird ein GUTSCHEIN für Schokolade verschickt! Ob Ich oder andere teilnehmenden Blogs ihn einlösen steht auf einem anderem Blatt!

    Übrigens ist die Aktion gestern um 18.00 Uhr beendet worden, da die Zahl der Blogs die teilgenommen haben erreicht ist!

    Also, es lohnt sich nicht mehr, weiter darüber zu diskutieren und die Teilnehmer an der Aktion zu „verdammen“! ;-)

    Ich werde die Aktion auf der Seite jedenfalls weiter verfolgen!

    Liebe Grüße
    Lucie :-)

  28. Naja, man kann auch einen Karton Pampers kaufen und damit eine Impfdosis für Kinder in Absurdistan bezahlen.

    Man kann mitmachen, man muss aber nicht.

    Es gibt aber Menschen die sich nicht leisten können, selbst Geld zu spenden weil sie am Existenzminimum leben. Wenn sie dann aber auf diese Art dafür sorgen können dass in Japan etwas ankommt, ist das schlechte Gewissen, selbst nicht spenden zu können nicht mehr ganz so groß.

  29. Pingback: Update zum Schoko-Stöckchen und Blog-Zukunft » Der Krangewarefahrer «

  30. Hm… ich weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Vom Bauchgefühl schöner finde ich jedenfalls die Aktion von Laura Shigihara, die die Musik für Plants vs. Zombies komponierte: sie hat den Soundtrack zum Spiel als Download in hoher Qualität für $3,99 verkloppt. 100% des Verkaufserlöses werden gespendet. Keine Kosten für Porto, Gutscheine oder wasauchimmer – und ohne Gegenlinks, Stöckchen und Schneebälle…

  31. Ganz Deiner Meinung, als ich von dieser Aktion las, habe ich mir nur gedacht: was für eine abgeschmackte Firma! Aber gerade die Foodblogger sind da reingefallen wie Fliegen in den Honig….Ganz schön peinlich, und, klar, Dein Rechenbeispiel leuchtet mir ein, ich hoffe, die Schweizer Aufischtsbehörde macht diesen Verbrechern den prozess!
    Ich persönlich werde die niedermachen, wie es nur geht!

    • Eine Firma darf per se schon mit ihrem sozialen Engagement werben. Nur muss sie darauf achten, keine irreführenden Aussagen zu verwenden – wie etwa: Wenn ihr das Produkt nicht kauft, bekommen die Opfer in Japan keine Hilfe. Irreführend ist es auch, wenn sie den Betrag nachher gar nicht spenden würde oder vielleicht nur ganz wenig. Als Verbraucher können wir folgendes tun, wenn wir mit der Sache nicht einverstanden sind: Kauf verweigern.

  32. Auf den Punkt gebracht und richtiger Instinkt. Da versucht jemand, die Not anderer für eigene (Werbe-)zwecke auszunutzen.

    Wenn man spenden möchte, kann man das tun. Dafür gibts einen Haufen Organisationen, die das auch ohne Schoki machen. Bitte ohne Verwendungszweck spenden, dass machts genau diesen Organisationen erheblich (!) leichter. Was nützt es, wenn für Japan mehr Geld da ist, als aktuell verbraten werden kann und anderswo, wo auch große Not ist (gibt genug Katastrophengebiete aktuell), kann das nicht genutzt werden, weil die Spende zweckgebunden ist? Das Geld liegt dann auf Konten rum und kriegt Junge, anstatt irgendwo nutzbringend verwendet zu werden.

    Aber bei solchen Aktionen ziehts mir regelmäßig die Schuhe aus :(

  33. Bier für den Regenwald, Schoki für Japan, aus Marketing-Sicht ist diese virale „gefühlstbetonte Werbung“ eine gute Idee und wie man auf der Webseite der Schweizer Schoko-Firma lesen darf, auch erfolgreich. Moralisch kann man das anders sehen, aber hier stand ja die Entscheidung frei, ob man sich vor den Werbe-Karren spannen lässt oder nicht.
    Jeder Beitrag, ob positiv oder negativ, bringt Aufmerksamkeit und Klicks.

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