Chaos-FAQ’s – Dammschnitt

Im Kommentar-Gefolge meines ersten Chaos-FAQ’s kam die Frage auf, warum Gynäkologen (und Hebammen)

a. so schnell schneiden, bzw.

b. überhaupt schneiden und

c. auch noch übers schneiden reden müssen…?!

Zu a. – viele Kollegen schneiden, weil es z.B. der Chef der Abteilung es so will. Früher hieß es standardmäßig schneiden, dann kann es auch nicht doof reißen oder schneiden, damit das Köpfchen schneller und schonender (fürs Kind) durchtreten kann oder damit man z.B. im Falle einer Schulterdystokie mehr Platz für jedwede Manipulation zur Lösung der Schulter hat.

Bei Chef-Will-Das-So hat man als kleiner Assi leider nicht viel zu melden. Würde ich mich jeden Tag mit meinem Boss anlegen wollen? Nein, würde ich nicht, da gibt es wichtigeres im Leben und der „Alte“ sitzt nunmal am längeren Hebel. Kann es auch böse reißen, obwohl man geschnitten hat? Jawoll, kann es – Studien belegen, daß ein Dammriss 3.-Gradig und höher durchaus auch nach anlegen einer Episiotomie (=Dammschnitt) noch passieren kann. Also nix mit „vorsichtshalber Schnitt“. Und was die Schulter angeht – mei, auch da ist man mittlerweile von ab gekommen – für das Lösen der Schulter ist es relativ unerheblich, ob ich den Damm geschnitten habe oder nicht, vielmehr Platz bekomme ich so auch nicht…

Zu b.ich schneide, wenn der Damm so straff ist, daß das Köpfchen permanent zurück federt und das CTG nicht mehr so ganz astrein aussieht. Generell vertritt UNSER Chef nämlich die Ansicht, daß wir keine Vorgabe bezüglich schneiden-oder-reißen-lassen haben, denn es kommt immer auf die jeweilige Situation an. Und damit hat er verdammt recht. Wie blöd ist das denn, wenn ich (als Abteilung) sage: „Bei uns wird NIE geschnitte, auf gar keinem Fall, überhaupt nicht, never-ever-fertig!“ – es GIBT Fälle, da macht es einfach Sinn, und da ist es in meinen Augen auch Quälerei, das Gewebe so weit zu malträtieren, bis es von selbst reißt, wenn ich nach einem kleinen Schnitt mit der nächsten Wehe das Kind bekomme. Genauso doof ist es, von vorne herein auf „So oft schneiden wie möglich – gerade beim ersten Kind“ zu plädieren. Wir entbinden hier so viele Frauen Damm intakt (auch bei Erstgebärenden) – das MUSS einfach nicht sein.

Aber – und das hätte ICH als Schwangere auch nie für möglich gehalten – wenn es eben KEINE hausinternen Vorgaben gibt, dann wissen die meisten Kollegen (und Hebammen) in der Regel, ob man intervenieren muß oder nicht. Die wenigsten säbeln dann einfach blind drauflos! Allerdings – was die Mähr von „Risse lassen sich besser versorgen als Schnitte“ angeht – DA muß ich mittlerweile als Quasi-Fachfrau doch ein bisschen lachen, denn wer DAS geschrieben hat, kann noch nicht allzuviele Dämme genäht haben. Es GIBT Risse, die hast du wirklich zack-zack in keiner Zeit versorgt. Und solche, da klöppelst du dir ein halbes Chanel-Kostüm, bis endlich wieder alles dort ist, wo es hin gehört.

Abschließend noch zu c. – über einen Schnitt muss nicht lamentiert werden, und ich mach es auch in der Tat nicht gerne, aber per Definition MUSS die Frau über solch eingreifende Methoden INFORMIERT werden, ob sie will oder nicht. Denn wenn Frau sagt „Nee, will ich nicht“, dann bin ich der Depp – und darf eigentlich auch nichts mehr machen. Streng genommen. Klar ist es doof, wenn Arzt und Hebamme erstmal lauthals darüber palavern, ob jetzt wie und wann wie breit und mit welcher Schere geschnippelt werden soll. Aber eine kurze Ansage á la: „Der Damm ist sehr straff, wir müssen ein klein bisschen Platz schaffen!“ – DAS muß drin sein!

Und ganz ehrlich – wenn im richtigen Moment an der richtigen Stelle geschnitten wird, dann merkt Frau das nicht!!! Ich schwör! Ich weiß das! Bin selbst zweimal ohne PDA und örtliche Betäubung geschnitten worden und es tat NICHT weh!!! Sicher muß manchmal auch vor diesem optimalen Zeitpunkt interveniert werden (z.B. bei Zangen oder SaugglockenGeburten, allerdings ist auch das kein „muss“ mehr) – aber dann wird jeder halbwegs seriöse Gynäkolge eine örtliche Betäubung vorweg schicken!

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39 Kommentare zu “Chaos-FAQ’s – Dammschnitt

  1. 1. Kind 1976 im Krankenhaus entbunden,mit Einleitung Dammschnitt ( sowas von schmerzhaft) + Saugglocke

    danach Schnauze voll, aber restlos!
    irgendwann das Buch v. Dick Read in die Hände bekommen und verschlungen und wieder Mut gefasst

    2. Kind 1979 Hausgeburt mit Dammschnitt (kein Schmerz!) + Nähen auf der heimischen Couch ( Scheiße weh getan hat), Nachbarin mußte kommen auf Mutter und Kind aufpassen, weil Hebamme kein Nähzeug mit hatte und Göttergatte sie in die Klinik fuhr zum Nadel und Faden holen.

    3. Kind 10992 Hausgeburt, ohne alles, mal abgesehen davon, dass Vater, eine halbe Stunde nachdem Kind auf der Welt war, die Treppe runtergefallen und sich den Arm gebrochen hat.

    4.Kind 1994 Hausgeburt, unspektakulär… bis auf die Tatsache, dass Hund am Nachmittag auf der Terrasse lag und, die zunächst vergrabene, Nachgeburt ausgebuddelt hat und diese gerade verspeiste.

  2. Hmm, dann war das bei mir wohl zur falschen Zeit an der falschen Stelle.. :D Ich hab den Schnitt sehr wohl gemerkt, trotz PDA und dass unter Wehe geschnitten wurde. Aber dann war die Maus eeeendlich da und gut war. Und für ne örtliche war wohl keine Zeit mehr… Auch ok. Is eh rum *ggg* und es gibt schlimmeres.

  3. Jo, kann ich haargenau so bestätigen: Geschnitten worden, weil das Gewebe zu straff war und das Kind nicht mehr so die schönsten Herztöne hatte. Und: Schnitt in der Wehe habe ich überhaupt nicht gemerkt, nur das Geräusch war *bäh*…

    Josephin, so wie du das Schneidethema erzählst, könntest du glatt meine damalige begeleitende „Ärztin zur Geburt“ gewesen sein…. ;o)

  4. So wars bei mir auch. CTG schon die ganze Zeit eher unschön und Gewebe zum zerreißen gespannt. Hebamme sprach: Ich schneide mal eben, das reißt eh.
    Mir wars wurst, ich wusste, da kommt ein großer Kopf, ich reiße eh, PDA lag auch schon….
    Schnitt ist 1A verheilt. Der Labienriss leider nur sehr zögerlich und war erst nach ca. 8 Wochen komplett zu…
    Also beim nächsten isses mir echt wurscht ob die schneiden oder nicht. ch vertraue da einfach auf die Erfahrung.

  5. Ich fand das reißen schlimmer als das schneiden, muss ich sagen…
    Beim ersten Kind wurde ich geschnitten und habe es nur daran gemerkt, dass es sich anhörte wie ein kaputtgegangenes Gummi- und am spritzenden Blut ;-)
    Es wurde genäht, und auch das war nicht soo schlimm.
    Beim zweiten Kind bin ich an 11 Stellen gerissen und das war echt schmerzhaft. ich wurde hinterher zusammengeflickt – wegen anderer Geschehnisse aber unter Vollnarkose.

    Aber:
    Hinterher war allerdings die Naht des Schnittes deutlich schmerzhafter, ich konnte mehrere Tage nicht sitzen. Die Patschworkarbeit danach ist definitiv besser verheilt, auch, wenn es SICHER nicht einfach war, die Fetzen zu vernähen…

  6. Für die Statistik:
    1. Kind: PDA, Damm intakt, aber ziemlich tiefe Scheidenrisse. AUA! Nähte haben noch viiiiele Tage ordentlich gezwickt.

    2. Kind: im Schweinsgalopp entbunden, keine PDA, nach kurzer Ankündigung vollkommen schmerzloser Dammschnitt, suuuuper Heilung ohne Schmerzen und Probleme.

  7. Hallo!

    1. Kind: Geschnitten, von der Hebamme, Geburtsverlauf suboptimal. Schneiden hat KEIN BISSCHEN wehgetan (keine PDA, nix), aber während des Nähens bin ich fast gestorben – Schmerzen ohne Ende (hätte ich nicht gerade ein Baby bekommen, ich wäre versucht gewesen, der blöden Ärztin in die Fr**** zu treten…)
    Nach der Geburt viel Spaß mit der spannenden Narbe…
    (Die Ärztin mochte mich nicht, weil sie nicht wollte, dass ich nach der Geburt die Biege mache (ambulante Geburt) obwohl noch nicht mal ein Bett frei war, weil irre viel los war auf der Wochenbettstation – sie war etwas, äh, speziell ;-)
    (Dafür hat mir hinterher jemand erzählt, ihre Tochter hätte eine bis zur 30 SSW nicht bemerkte Schwangerschaft verheimlicht – selbst Mutti hätte nix gecheckt – das war die Strafe *g*)

    2. Kind: Hausgeburt.
    Nach der Geburt: Ich: Bin ich gerissen?
    Hebamme: Ja, hast du den Knall gehört?
    (Nein, hatte ich nicht).
    Mit einem Stich im Muskel genäht, den Rest so heilen lassen (2. Hebamme – Beleghebamme der ersten Geburt – sagte, im KH hätte man mir eine 3fach-Naht in 45 Minuten gelegt).
    Wunderbar geheilt.
    3. Kind: Hausgeburt, auch gerissen, mit 3 Stichen genäht – keine Probleme.
    Mit anderen Worten: Ich hätte beim Dammschnitt weniger Angst vor dem Schnitt (wie sagte die Hebamme: wenn das Gewebe schön straff gespannt ist, merkst du nix *g*) als vor dem Nähen danach….
    Und ich finde die Einstellung bei euch gut: Was nützt es mir, vorher zu schreien ich will dieses oder jenes (nicht), wenn die Situation dann letztendlich ganz anders ist?
    Die Geburt ist das, was passiert, während du dir andere Pläne / Gedanken machst *g*
    (Hätte auch nie geglaubt, dass ich bereit wäre, „ja!“ zu brüllen, wenn mir zu einem gewissen Zeitpunkt jemand anböte, die Geburt wäre sofort beendet, wenn er oder sie mir jetzt sofort 4 Spritzen in jeden Augapfel geben würde – aber ich war schon an Punkten, wo ich dem mit Freude zugestimmt hätte….)

  8. Das ist doch so was von egal. Hat der irgendeinen Nachteil hinterher. Wie zum Beispiel der überanspruchte Beckenboden. So ein Drama immer um diesen doofen Schnitt. Unglaublich. Bei mir gab’s einen Scheidenriss und einen Dammschnitt und es war alles überlebbar und ja es hat weh getan, aber was soll’s. Ich habe sicher auch die Geduld meiner Frauenärztin auf die Probe gestellt, weil ich einfach nicht ruhig liegen bleiben konnte. Aber es gab ein Kind dafür. Bedauert habe ich nur die Ärztin, die den Schlamassel wieder flicken musste. Und das hat lange gedauert und es war mitten in der Nacht. Alles nichts für mich, aber sie hat es gemacht und das fand ich super.

  9. Macht es eigentlich einen Unterschied, ob man den Damm vorbereitet (mit Damm-Massageölen) oder gar mit diesen Dehnungsdingern? Oder reisst das dann genau gleich?

    • In der nächsten Schwangerschaft werde ich die Dammmassage auch mal ausprobieren. In meiner letzten Schwangerschaft dachte ich, dass das alles Blödsinn sei und hab gar nix gemacht. Das Ende vom Lied: Dammschnitt plus Dammriss IV Grades. Das Nähen hat ganze 2 Stunden gedauert. Jetzt 1,5 Jahre später merke ich immer noch je nach Wetterlage die Naht vom Schnitt. Also ich hab nix zu verlieren wenn ich das nächste Mal einfach ein paar Ölchen oder Tees ausprobiere.

  10. Ich biete Kind 1:

    leicht gerissen, nur geschürft. Wurde mal eben geklammert. Hätt ich mein Baby nicht auf dem Arm gehabt oh ich wär der Hebamme entgegen gesprungen!! Und das nach fast 3 Tagen Wehen. Na danke.

    Die Mist Dinger sind fein ein gewachsen und musste im KKH schmerzhaft entfernt werden.

    Kind 2:

    Kaum im Kreißsaal gebrüllt legt die Tacker weg. Am Ende ist garrrr nix passiert trotz 30 Minuten Geburt.

    Macht was ist wollt aber schafft die Tacker ab *g*

      • Nööhöö. Das war in Deutschland. Sogar in diesem Jahrtausend *g*

        Sämtliche anderen KKH in der großen Stadt, tackern nicht. Nur dieses eine was einen verdammt guten Ruf hat. Tjaaaa bis aufs Tackern halt. Natürlich ohne Betäubung!! 2 mal Tacker würde schneller vorbei gehen als erst Spritze und dann Nadel *bla bla*

        Ja Kind 2 kam da auch. Mit Zettel im Mutterpass, Geschrei von mir und Notiz in der schon vorbereiteten Akte. NIX TACKERN *g*

      • tackern ohne betäubung nach entbindung würd ich noch nicht mal bei einem tier machen…. – wie man mit solch mittelalterlichen methoden noch seinen guten ruf verteidigen kann ist mir ehrlich gesagt ein ganz großes rätsel….?!

  11. Danke für die Ausführungen.
    Zwei Geburten, beide Male ziemliche Angst vor Dammschnitt.
    War heilfroh, daß keiner sein mußte, bin beide Male ersten Grades gerissen, wurde sofort vernäht, kaum war die Naht zu nie wieder Probleme gehabt.
    §2 von b glaube ich dir sofort. Nimm Leuten Verantwortung weg und sie werden wurschtig (alles wurscht)
    Wie weit reist du für eine Geburtsbegleitung ;-D

  12. KU 35einhalb, der Damm blieb glücklich, die rechte Labie hingegen beschloss, einen auf Diva zu machen.
    Bei geschäftlichen Tätigkeiten brannte das ganz wunderschön.

    Ich habe weiland übrigens den guten Schwangerschaftstee-mit-Himbeerblättern nach Ingeborg ;) hektoliterweise runtergewürgt, nachdem mehrere Leute (davon 2 Hebis) meinten, dass dadurch das Gewebe lockerer wird…

  13. Kind 1: 33. SSW, Kopf so groß wie ein kleiner Apfel, aber „bei uns wird immer geschnitten!“ Währenddessen habe ich’s nicht gemerkt, aber die nächsten Wochen konnte ich kaum sitzen (immer seitlich) und es verheilte so komisch, daß ich wie zugenäht war – und nach 1/2 Jahr wollte ich meinem Mann langsam mal wieder etwas näher kommen – ohne Schmerzen! Dann wurde die Narbe von einer Frauenärztin nochmal neu geöffnet, und nach 1 Woche war alles paletti.
    Bei Kind 2 war dann alles problemloser (anderes KH), aber das Nähen tat auch weh…

  14. 2008 Kind 1 – sec. Sectio – Damm intakt ;)

    2009 Kind 2 – schnelle Geburt mit 2,5 Std. nach Einleitung, KU 38cm, DR 3° und Scheidenriss – nix geschnitten, Assi hat genäht – hat zwar sehr lang gedauert, aber 1a genäht – NIE Probleme gehabt, nach 2 Wochen hab ich mal geschaut – ich hab nix gesehen. Vorher hab ich mich nicht getraut zu schauen aus Angst, die Psyche spiegelt mir Schmerzen vor, die ich nicht hab ;)

    Fazit: den Riss und das Nähen (ohne Betäubung) hab ich nicht gemerkt – würde es wieder so machen (lassen).

    Aber gute Einstellung von wegen situationsbedingter Entscheidung ob Schnitt oder nicht. Top.

  15. Liebe Josephine,
    zunächst einen großen Dank für die vielen vergnüglichen Zeilen und dem erkennen in diesen, dass man mit vielem garnicht so alleine steht, wie es in den einzelnen Situationen den Anschein hat. Anbei eine kleine Gegengeschichte, deren Zuordnung natürlich in Euren Händen liegt.
    Angeregt vom Lesen der Texte war es mir ein Bedürfnis es zu Papier zu bringen:

    Hausgeburt aus Männersicht
    Aber dennoch zum Ausgleich der Sichtweisen einen kleinen Text der Dinge aus männlicher Sicht:

    Irgendwie hab ich gerade das Gefühl von Einseitigkeit in diesem Blog ;-)

    Wo bleiben eigentlich wir? Die Väter. Wir bekommen genau zu gleichen Zeit die Kinder wie unsere Frauen!
    UND wir haben irgendwie das Gefühl Schuld zu sein.

    Fehler möge man mir verzeihen, ich bin ein kreativer Mensch und da sehen selbst Fehler irgendwie richtig aus, von der Daseinberechtigung eines solchen mal ganz abgesehen. Oder sollte man gleich alles eleminieren weil es böse oder falsch ist?! (Eine Logik der wir im Grunde unser Dasein verdanken).

    Aber zurück zum Thema. Ich man kann auf zwei, naja wenn ich meine Eigene dazu zähle, auf drei Geburten zurückblicken (davon gern später einmal mehr). Das sind vielleicht der Tagesdurchschnitt unserer Heldin, aber dafür sind meine Berichte komplett subjektiv und dazu aufgeladen mit emotionaler Männlichkeit – will sagen, hatte Schiss, fühle mich Schuldig und überlegte ob es noch einen anderen Weg geben könnte.

    Diese Kurse sind schon allein eine Geschichte wert, aber wir wollen bei dem bleiben was mir gerade gang ganz wichtig ist: die Geburt meines Sohnes.

    Es war unser zweites Kind und wir dachten (sorry an unsere Heldin) nach unseren/meinen Erfahrungen bei dem Ersten über eine Hausgeburt nach. Das bedeutet noch mehr Engagement, nochmehr Kurse und dieses Mal definitives Zuhören UND behalten.

    Wir waren bei dem ersten Treffen bei der freien Hebamme 12 Paare, der kleine Raum war gefüllt bis zum Rand – nicht nur Emotional sonder auch räumlich gesehen.
    Es gab zunächst eine Einführung, dann die Vorstellungsrunde, schon spannend war das. Keiner gab zu warum er eigentlich wirklich sein Kind zu Hause zur Welt bringen wollte und bis auf eine junge Alternative hatten alle ihren Mann dabei.

    Schon nach den ersten Berichten, was für eine Hausgeburt notwendig war und welche Probleme auf treten konnten lichteten sich von Kurstag zu Kurstag die Reihen auf letztendlich sieben hausgeburtswillige Paare. Nein eigentlich sechs – unsere Alternative hatte erstaunliche Standhaftigkeit bewiesen und verfolgte ihr Ziel wie damals die Demonstranten in Gorleben.

    Unsere Frauen waren eigentlich alle ganz nah beieinander mit ihren Terminen und wir fragten natürlich nach was wir den tun sollten wenn bei mehreren von uns die Wehen einsetzten?
    Die labidare Antwort der Hebamme: die Männer (die Fragestellung entsprach ja einem strategischen Männerhirn) sollten einen Arzt aufsuchen und die Frau nacheinander ihre Kinder bekommen.

    Am Ende gab es nur noch zwei Hausgeburten, die Alternative (zählt in diesem Zusammenhang eine Bauwagensiedlung auch im weitesten Sinne zu einer Hausgeburt? Na ich weiß
    es nicht wahrscheinlich wohnte sie doch im Blankenese) und wir. Ob es meinem Bestechungsversuch zu verdanken ist, dem lieben Gott oder anderen Einrichtungen, wir hatten die Hebamme für uns allein, sie hatte keinen anderen Termin und ich stellte mich auf einen 24 Std.-Begleitdienst wie beim ersten Mal ein.

    Es war Wochenende und wir saßen auf der Couch und warteten zusammen mit Mc Gyver auf die Tag der Tage. Mc versuchte gerade mittels eines Kaugummipapieres seine Fesseln durchzusägen,
    als meine Frau sagte: Es geht los! Recht hatte sie, jetzt geht es los dachte ich, Kaugummipapier hatte Zähne, war silbrig – war aber keineswegs ein Sägeblatt – wie sollte DAS also funktionieren?

    Nun ich habe bis heute nicht erfahren wie er es denn nun gemacht hat. Schnell wurde mir klar dass es weniger hier um Mc Gyver in der Glotze ging, sondern um den der das im Bauch rumturnte.

    Ich sprang also auf, lief einige Zeit wirr im Wohnzimmer rum und fragte nach ob es jetzt wirklich losgehen würde – nun gut sie hätte
    sich ja auch geirrt haben können!? Also Hebamme angerufen und gleich Aufgaben bekommen: „Sie hatten sich ja für eine Wassegeburt entschieden. Ist die Geburtswanne schon aufgestellt? Haben sie genügend warmes wasser? Okay dann komme ich jetzt zu ihnen.“

    Nun begann der Wettlauf gegen die Hebammen Uhr. Der Karton mit dem aufblasbaren Geburtsbecken stand noch unter der Gardrobe. Also ran an die Ventile – es dauerte eine halbe Stunde und 47maliges-Frau-beruhigen-die-hebamme-kommt-gleich bis die Wände so einigermassen standen. Meine Frau war unsicher, ob dieses Gebilde funktionieren würde.
    Das geht schon wenn erst einmal warmes Wasser drin ist! Warmes Wasser! Tja wir hatten damals einen 80-Literbowler. Vor zwei Stunden beide geduscht! Das Geburtdbecken fasst 300 Liter schätzte der McGyver in mir – DAS könnte problematisch werden! Nun ich fand eine Lösung, mit zwei sterilisierten Plastikeimern stand ich vor der Tür meiner Nachbarin und sagte „meine Frau gekommt ein Kind, hätten sie vielleicht ein bischen heißes Wasser?“ Und sie hatte! Sogar einen Durchlauferhitzer! Praktisch für jede Wassergeburt, wenn die Zeit mal knapp werden sollte.

    So kam es das die Hebamme, wegen einer Stauwarnung die Realität wurde, erst nach knapp anderhalb Stunden mich mit meinen beiden Eimer dampfenden Wassers auf dem Treppenabsatzund erwischte. Sie wirkte fassungslos – aber das Wasser kockt ja! Nein nein meinte ich versuche nur das Wasser wieder aufzuwärmen, wir hatten früher mit Ihnen gerechnet. Asche auf mein Haupt, ich hätte auch die Wahrheit von Mc Gyver und dem Wasserbowler erzählt, wenn sie plötzlich nicht so bedrohlich ausgesehen hätte!

    Also von dieser Stelle aus eine große Abbitte an alle aktiven, zur Ruhe gesetzten oder vielleicht schon zur ruhegebetteten Hebammen der letzten 10.000 Jahre. Wir Männer bemühen uns, aber auch MyGyver bekommt mal eine Fessel angelegt oder vergisst das Geburtsbecken rechtzeitig aufzublasen! Darum verzeiht uns bitte von Herzen.

    Nach einer kurzen Untersuchung der werdenden Mutter und des aufblasbaren Geburtsbeckens lief es mit der Hebammenbeurteilung nicht
    so gut – Mutter völlig okay, sehr weit schon, obwohl der Muttermund nur wenig geöffnet ist. Das Becken war noch nicht okay – das warme Wasser dehnte die im Becken befindliche Luft nicht genügend aus.

    Ein Rechenfehler der wohl auch mal bei Mc Gyver aus der Scene geschnitten worden war! So passierte es, dass meine Frau in der Wanne saß und ich von draußen die Wände mit purer Atemluft verstärkte. Am Ende war mein Kopf roter als ihrer und der Muttermund immer noch nicht weiter auf.

    Dann kam ein Hebammengeheimnis zum Einsatz! Jasmin wurde gespritzt! Ein Segen der Natur! Während ich bei der ersten Geburt, davon gern später, ja zur Untätigkeit verdammt war, arbeitete ich hier im Akkord. Und als
    ich damit durch war – stand der Muttermund offen und mein Sohn wurde geboren. Wahnsinn, er schwamm im Wasser – ich schwöre er hat am Beckenrand eine Rolle macht und steuerte auf Mamas Schoss zu. Seine Kraulbewegungen stellte er erst ein als er zwischen ihren Brüsten lag. Kein Schreien, er begann einfach zu atmen.

    Die Hebamme untersuchte ihn auf Mamas Bauch und alle waren glücklich es geschafft zu haben.
    Ich besonders. Und alles in 2,5 Stunden! In unserer Familie ein Rundenrekord!

    So nun ist es trotz weglassens deatilreicher Einzelheiten doch ziemlich lang geworden. Unsere Heldin kann es wohl doch besser auf den Punkt bringen.

    So ich muß weg – Recherche bei Wiki, ob Mc Gyver eigentlich auch Vater geworden ist und ob er sich besser angestellt. ;-)

    Liebe Grüße

  16. Ich würde einen Dammriss immer vorziehen (außer, daß Kind bleibt so lange stecken, bis ich nicht mehr kann …).
    Bei Kind Nr.1 (geplante Hausgeburt) hatte ich nach einer Stunde erfolgloser Presswehen (KU 36 cm, sehr straffes Gewebe) einen Dammriss 2.Grades – die Hebamme war gerade dabei, die Schere rauszuholen, da habe ich nochmal alles gegeben, ohne Rücksicht auf Verluste …
    Sie nähte nur leicht adaptierend, ich hatte kaum Schmerzen, alles verheilte super.
    Bei Kind Nr.2 merkte ich, daß ich genau die Stelle, an der ich bei der ersten Geburt gerissen war, nicht massiert hatte. Also wurde die Narbe intensiv gedehnt und massiert. Ergebnis – leichte Schürfungen, kein Riss, keine Schmerzen (bei 37 cm KU) :-)
    Ich kann eine gute Dammvorbereitung nur empfehlen. Neben der Massage habe ich noch Himbeerblättertee literweise getrunken, Heublumendampfsitzbäder gemacht und Leinsamenschleim getrunken (schmeckt widerlich, wirkt aber Wunder).

  17. Erste Geburt geschnitten, nichts davon gemerkt. Wurde auch kein bisschen drüber diskutiert (jedenfalls nicht für mich merkbar). Ärztin und Hebamme haben sich da stumm drüber verständigt, was ich von einem einigermaßen eingespielten Team auch erwarte. Dass ich in die medizinisch notwendigen Maßnahmen einwillige, hatte ich vorher schon unterschrieben, so dass ich zum Glück nicht noch „informiert“ wurde, was da jetzt passieren würde. Das Nähen war schrecklich (ich würde fast denken, die hat das ganz ohne örtliche Betäubung gemacht, aber das kann ja eigentlich nicht sein…). Naht hat ca. zwei Wochen ziemlich genervt und dann zwei Jahre lang mit schöner Regelmäßigkeit einmal im Monat doof gezogen.

    Zweite Geburt gerissen (auch nicht gemerkt), Arzt sagte aber, wenn er geschnitten hätte, dann sicher doppelt so weit. Von der Verständigung über Schneiden oder nicht habe ich wieder nichts mitbekommen. Zum Nähen eine ordentliche Spritze reingehauen, so dass ich echt nichts gemerkt habe. Heilungsverlauf bisher deutlich einfacher, konnte nach einem Tag wieder gut sitzen. Langzeitfolgen kann ich noch nicht sagen, da erst vier Wochen her. Momentan ist es aber top.

    Beide Male Kopfumfang 36 cm und keine PDA. Kind 2 zwar fast 800 g schwerer als Kind 1, aber für den Damm spielt wohl eher der KU die entscheidende Rolle?

  18. Also gut, wenn hier so viel über private Teile geredet wird, werf ich meine dazu :-)

    1999 Kind 1, KU 38 cm und über 9 Pfund, mit PDA entbunden. Angekündigten Schnitt wg. PDA nicht gemerkt, nur gehört. Nähen wg. PDA nicht gemerkt. Gedacht, Schmerzen nach einer Entbindung wären normal. Sitzen und stehen ganz schlecht, liegen am besten. Am 4. Tage Entlassungsuntersuchung „oh, sie haben da ja ein schönes Hämatom“. Autschn. Der Dok pokelte mit einem Werkzeug drin rum und ich hob vom Stuhl ab und kreuzte für immer (war mein Plan) die Beine. Mit Sitzbad-Rezept entlassen worden.
    Nachsorge-Hebamme entsetzt über ein fein eingenähtes Hämatom, sie holte noch eine Menge raus :-)
    Hatte 6 Wochen gut davon. An manchen Tagen noch heute dort eine leichte Schwellung zu sehen. Ja, hätte vielleicht zum Arzt gehen sollen, aber ich war sowas von bedient!

    Das mit den gekreuzten Beinen hat nicht geklappt, daher nur 16 Monate später
    2000 Kind 2, KU 36, nur 7,5 Pfund, flott entbunden dank flotter Hebamme. Tochter steckte mal kurz fest und ich durfte einmal Beine schwingen und turnen und fertich! 18 Minuten im Kreißsaal, alle begeistert, Tochter am Brüllen, nur kleine Schürfung am Damm. Der Dok wollte das lieber nähen, Hebamme rollt mit den Augen. Fragt er mich „merken Sie das?“ und sticht mal kurz mit der Nadel zu. Er wich meinem Tritt gegen sein Sternum geschickt aus. Bekam also eine lokale Betäubung und er nähte mit viel Faden und Pfadfinderknoten wie anno damals James Herriot. Sagt die Hebamme „Nimm doch nicht so viel Faden, sie ist doch kein Pferd!“

    Wie auch immer, 10 Tage später frage ich den Frauenarzt, was da so zwickt und ob das Kunst ist oder weg kann. Er schnappte den Knoten auf und zog auuaaaaah ca. 8 cm Faden aus mir raus.

    Es war dann alles gut und nach den zwei Kinder-Überraschungen hab ich mir dann eine Spirale einsetzen lassen :-)

    • Der Dok wollte das lieber nähen, Hebamme rollt mit den Augen. Fragt er mich „merken Sie das?“ und sticht mal kurz mit der Nadel zu. Er wich meinem Tritt gegen sein Sternum geschickt aus.
      Der Dok pokelte mit einem Werkzeug drin rum und ich hob vom Stuhl ab und kreuzte für immer (war mein Plan) die Beine.
      …was da so zwickt und ob das Kunst ist oder weg kann.

      *LOL…*
      hab gut gelacht, sehr erfrischend beschrieben -kriegst Konkurrenz, Josephine!!!!!!!!!!!.

      • Neee, Konkurrenz is nicht, es kann nur eine Heldin hier geben! Schreibe ja nur aus „User-Sicht“ :-) Schön, wenn es amüsiert hat!

  19. Ich kann nur schreiben: Nie wieder Dammschnitt. Mein Dammriss beim 2. Kind ist viel besser verheilt und ich danach auch keine Schmerzen mehr beim Sex. Beim Dammschnitt dagegen schon :(

  20. Erstes Kind mit Dammschnitt und Riss, da Saugglocke nötig war. Nähen war nicht schlimm, die Naht heilte anschließend problemlos. Zweites Kind Sectio
    :-/. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann doch lieber den Dammschnitt.

  21. Hi

    ich habe zwei Kinder und beide Male hatte ich einen Dammschnitt. Allerdings hat mir vorher keiner etwas gesagt. Ich habe aber auch nichts gespürt. Gar nichts. Ich war scheinbar so mit den Wehenschmerzen beschäftigt, daß ich nicht einmal wahrgenommen habe, daß sie dabei war. Das Nähen war auch beide Male durchaus erträglich.
    Hinterher hatte ich leider über ein Jahr lang Probleme und habe es heute noch ab und an. Aber nun gut, es gibt schlimmeres. Mein zweiter Sohn kam so schnell und so verdreht auf die Welt, daß sogar sein Schlüsselbein gebrochen war.
    LG

  22. Auch ich bin dann froh 3 KS gehabt zu haben, wenn ich das so lese.

    Aber das hier :)

    „da klöppelst du dir ein halbes Chanel-Kostüm, bis endlich wieder alles dort ist, wo es hin gehört.“

    Hat mich vor Lachkrämpfen glatt vom Hocker gehauen

    LG
    Frau M.

  23. Hallo!
    Bin durch Zufall auf Dein Blog gestossen und habe gründlich diesen Post gelesen!
    Bin gerade mit meinem 2. Kind in der 8.SSW! Mir ist bewußt, dass noch vieles offen ist, aber auch, dass ich mir über viele Dinge Gedanken machen muß: Fruchtwasser-Untersuchung? *örgs*(bin 36Jahre alt) Schaffe ich diesesmal normal zu entbinden? (Meine Tochter war ein Notkaiserschnitt nachdem ich 3 Tage lang Wehen in jeglicher Form eingeleitet habe und mich ständig gegen Kaiserschnitt gestreubt hab!) Dammschnitt?*örgs*

    Ich lese mal bei Dir weiter! Danke für die Infos!!!!
    LG
    sonia

  24. Kind 1: Riesen Schnitt wegen nachhelfen mit Geburtszange, weil das Kind irgendwie keine Lust hatte. AUA! Von dem Geräusch mal abgesehen. Örtliche Betäubung (Wohl keine Zeit zum wirken gehabt?!), keine PDA. Konnte 6Wochen nicht sitzen. Was ein Spaß.
    Der zuständige Gynäkologe hat den Schnitt angekündigt, war mir aber in dem Moment schnurzpiepegal!

    Kind 2: Leicht gerissen, mit drei Stichen genäht. Keine PDA, hab vom Reißen selbst nichts gemerkt (Mal ehrlich, da waren andere Schmerzen…) Konnte an Tag 3 schon wieder den Staubsauger schwingen und an Tag 5 ein großes Möbelhaus unsicher machen.

    Kind 3: Nur ein paar Abschürfungen. Alles wunderbar. Bin danach noch im Kreissaal durch die Gegend spaziert.

    Btw, ich oute mich hiermit auch mal als begeisterte Leserin :)

    LG

  25. Erstes Kind, Frühgeburt, mit einer Wehe geschnitten–>NIX gemerkt. Der Wehenschmerz war viel schlimmer!

    2. und 3. Kind ohne Schnitt oder Riss spontan nach 5 bzw. 4 Stunden.

    FALLS es jemanden interessiert. :o)))

    Dammmassage: Halte ich, mit verlaub, für ganz großen Quark (genau wie dieses Epi No Teil) und einige Ärzte auch.

  26. Mit Dammschnitten /-rissen habe ich bisher keine Erfahrung (respektive Erinnerung: mein Kopf war bei meiner Geburt wohl auch etwas zu gross, nicht zuletzt wegen der Hand an der Stirn…), aber ich würde gerne ein paar Fragen stellen und hoffe, die sind hier am richtigen Ort und ausserdem nicht allzu Dr.-Sommer-mässig.

    Was ich nie ganz kapiere, sind Intimhygieneempfehlungen, in denen „Scheide“ auch mal die Vulva bezeichnen kann, und wo dann zusätzlich mit innen, aussen oder sonstwas operiert wird. Hier mal ein sogar halbwegs verständliches Beispiel von gofeminin.de:

    „Übertriebene Hygiene in Verbindung mit parfümierten Intimpflegeprodukten schwächt das Scheidenmilieu und ermöglicht es den Hefepilzen, sich auszubreiten. Deshalb sollte zur Pflege höchstens pH-neutrale Seife verwendet werden. Im Grunde genügt jedoch lauwarmes, klares Wasser. Von Scheidenspülungen ist abzuraten.“

    Dass Scheidenspülungen Quatsch sind: logo! Aber ist nun gemeint, dass man die Vulva nur mit Wasser waschen soll? Oder gibt es tatsächlich Frauen, die versuchen, die Vagina mit Seife zu reinigen?! (Mit klarem Wasser komme ich da allerdings auch nicht wirklich hin…)

    Und dann würde mich interessieren, ob Gynäkologen tatsächlich Tampons aus Frauen evakuieren müssen, die diese nicht mehr selbst entfernen können (also nicht: sie vergessen haben; davon hast du ja schon berichtet). Kann man tatsächlich so kurzfingrig und verkrampft sein?

    Vielen Dank für deine toll geschriebenen Berichte,
    Anna

  27. Liebe Josephine,
    erstmal muss ich sagen wie toll ich diesen Blog finde! Die Begeisterung mit der Du von Deinem Beruf sprichst ist einfach faszinierend!

    Der Grund, wieso ich hier gelandet bin, ist leider weniger schön. Ich habe im August mein erstes Kind entbunden. Die Schwangerschaft lief völlig komplikationslos. 10 Tage über ET war aber klar, das trotz ausreichend Fruchtwasser und nahezu kalkfreier (Zitat der diensthabenden Ärztin „schöner“) Plazenta nicht mehr länger abgewartet werden sollte. Also wurde mit Cytotec eingeleitet. Trotz dieser Vorzeichen wurde es eine Spontangeburt ohne die befürchtete Interventionsspirale. PDA wollte ich nicht, statt dessen gab es Lachgas und nach nur 5 Stunden Eröffnungswehen war der Muttermund offen. Entgegen aller Tipps wollte ich auf dem Rücken entbinden (ich war zu erschöpft für eine andere Position, bin zwischen den Wehen immer wieder eingeschlafen). Im Großen und Ganzen habe ich die Geburt in guter Erinnerung, es ist alles prima gelaufen, bis auf eine Sache, die mich nicht loslässt:

    In mehreren Wehenpausen bin ich gerissen, ein Schmerz tausendmal schlimmer als die Wehen. Ich hatte einen Dammris I. Grades, einen Scheidenriss und einen Labienriss. Aus medizinischer Sicht – wie man mir versicherte – nichts schlimmes und etwas was in 5-10 Tagen ohne Probleme verheilt. Ich hatte aber Probleme. Ich kam mir verstümmelt vor und hatte über Moante (psychosomatische???) Schmerzen. Bis heute bin ich mir nicht sicher was eigentlich passiert ist. Mein MAnn, der bei der Geburt dabei war und ich – wir sind uns beide sicher, dass die Hebamme ein Werkzeug benutzt hat und das Gewebe reißen ließ. Aber im Geburtsbericht des Krankenhauses steht nichts davon,

    Ich wüsste einfach gerne, was genau sie gemacht hat und warum sie sich gegen einen Schnitt entschieden hat. Leider wurde ich weder vorgewarnt, noch hatte ich hinterher Gelegenheit darüber zu sprechen.

    Viele Grüße,
    Katharina

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