*KOPF->TISCHKANTE*

Für *Kopf->Tischkante*nfälle sollte es eigentlich eine eigene Rubrik geben. Ächt jetzt. Ich denk mal drüber nach…

Der aktuelle *Kopf->Tischkante*nfall liegt schon einige Jahre zurück, fiel mir aber just vorgestern ein, als ich mich (zum wiederholten Male diese Woche) nur mit Mühe zurückhalten konnte, LaberLarry (unser PJ-Geschenk Gottes an die Menschheit… *HUST*) an seinem 250€-Armani-Hemdkragen zu packen und eine Runde durchzuschütteln.

Wir hatten damals einen Famulanten (nennen wir ihn der Einfachheit halber „Heini“) im 1. klinischen Semester, der wirklich ein nettes Kerlchen, aber leider nicht das hellste Licht im Leuchter war. Will sagen: der Geist war sowas von willig, aber den Rest konntest du getrost in die Tonne kloppen. Es ist mir ein Rätsel, wie Heini sein Physikum bestanden hatte (okay, erst im dritten Anlauf, aber immerhin), denn genau genommen bin ich mir nicht einmal sicher, ob der Kerl des Lesens und Schreibens mächtig war. Egal was man ihn fragte, die Antwort war immer falsch. Oder haarsträubend. Oder haarsträubend falsch. Unfassbar!

Aber Heini war ein Überlebenskünstler, und so machte er sein theoretisches Manko in der Tat durch praktische Überlegenheit wett. Und zwar mit solch einer unschuldigen Ignoranz und Selbstsicherheit, daß es beinahe an ein Wunder grenzte.

So nahm ich Heini einmal zu seiner allerersten OP-Assistenz mit, und nachdem der Oberarzt vom Tisch abgetreten war, um dem niederen Fußvolk (UNS) das verschließen der Bauchdecke zu überlassen (großer Baucheingriff bei Ovarial-Ca), ergriff ich die Gelegenheit beim Schopfe und weihte Heini in die Geheimnisse der IntrakutanNaht ein. Das ist der Verschluß der obersten Wundschicht, und da wir Gynäkologen sind und keine (chirurgischen) Grobmotoriker, wird die Haut mit einem haarfeinen Faden fortlaufend so vernäht, daß hinterher fast nichts mehr vom ehemaligen Eröffnen der Bauchdecke sichtbar bleibt. Die Chirurgen tackern da gerne einfach mal zwei Dutzend Klammernadeln in willenloser Reihenfolge rein, sodass man hinterher meint, Frankenstein persönlich hätte sich des Wundverschlusses angenommen….aber:

Zurück zu Heini! Ich hab ihm also anhand einer 5ZentimeterStrecke gezeigt, wie es geht, ihm danach Nadelhalter samt Faden und Pinzette in die Hand gedrückt und mich entspannt zurück gelehnt. Nähen bei Anfängern kann dauern. Aber siehe da – Heini war ein Naturtalent. Mit absolut ruhiger Hand hatte er in Rekordzeit eine Naht hingelegt, die Lagerfeld nicht schöner hätte nähen können. Ich war BEGEISTERT!!! Und so begann Heinis Siegeszug durch die geheiligten Uni-Hallen. Was auch immer es praktisch zu erledigen gab, unser Famulant sah es sich einmal an und KONNTE es schlichtweg. Ein fotografisches Motorik-Gedächtnis sozusagen. PHÄ-NO-ME-NAL!!! Wenn der Kerl nicht so doof gewesen wär, er hätte einen zweiten Christiaan Barnard abgeben können…

Nach langer Vorrede JETZT aber endlich zu meiner Geschichte: Es war eines schönen Tages, mittig in Heinis 4-Wochen-Famulatur, als ich ihn bat, bei einer schwangeren Patientin mit vorzeitiger Wehentätigkeit und anstehender i.v.-Tokolyse (=Wehenhemmung) ein EKG anzufertigen und es mir anschließend zur Kontrolle vorzulegen. Heini verschwand frohen Mutes gen Wöchnerinnenstation – und wart nicht mehr gesehen. 10 Minuten vergingen, eine halbe Stunde, eine Stunde, zwei… – irgendwann funkte mich der Kreißsaal an, und eine ziemlich angefressene OberHebamme schnautzte ins entgegengesetzte Ende meines Hörers, wann ich ihr all die CTG-Geräte zurück zu bringen gedächte, die wir uns nun schon seit Stunden ausgeliehen hatten…?!

Ich stotterte ins Telefon daß ich völlig ahnungslos ob des Verbleibes der Geräte sei und legte mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn auf. In meinem Hinterkopf tockerte plötzlich der Heini-Alarmwecker – ist genauso wie Zuhause, wenn du plötzlich realisierst, daß seit einer halben Stunde kein Laut mehr aus dem Kinderzimmer zu hören ist. DAS kann NICHTS Gutes heißen!!!

Ich ließ also alles stehen und liegen und begab mich auf die Suche nach meinem Famulanten. Und FAND ihn schlußendlich auch… – was ich dann zu sehen bekam, stellte alles bisher gehabte mühelos in den Schatten und ich war mir im ersten Moment nicht einmal sicher, ober ich lachen oder lieber weinen wollte…!

Vielleicht habt ihr ja schonmal ein EKG gemacht bekommen, oder zumindest gesehen, wie das von statten geht – SO in etwa sollte es an der Brustwand aussehen, und dann gibt es noch je eine Elektrode an jedes Hand- und Fußgelenk.

So weit so gut – Heini hatte wirklich sein Bestes gegeben und stand mit hochrotem Kopf und Schweißflecken, groß wie Bayern, unter den Armen, im Zimmer meiner Patientin, die wiederum – mit fragendem Blick und misstrauischer Miene in ihrem Bett lag, umgeben von einem Wust aus CTG-Geräten, grün-kariertem CTG-Papier und Kabeln. Ich stand wie vom Donner gerührt und starrte auf dieses Chaos, als Heini zögerlich zwei Schritte auf mich zu machte, mir – vorsorglich den Kopf einziehend – ein Stück CTG-Papier entgegenstreckte und kleinlaut meinte:

„I-iiiiich bin mir nicht sicher oo-oob das ssssoooo gut ist, ii-iiirgendwie sssiiieht das gagagaaar nicht wiiieee ein EeeeKG aus….?!?!“…

Ich *SCHWER-SCHNAUF*: „Heini – mit mir! Vor die Tür!!! SOFORT!!!

Was war geschehen? Nun – ersteinmal für alle Nichtkenner medizinischen Fachgerätes: Ein EKG ist ein ElektroKardioGraphie-Gerät, zeichnet die Aktivität der menschlichen Herzmuskelfasern auf und spuckt ein (laufendes) Bild aus, anhand dessen die Herzfunktion beurteilt werden kann. Ein CTG zeichnet (unter anderem) die kindliche Herzfrequenz bei schwangeren Frauen auf, hat mit EKG nichts weiter gemein, als drei Großbuchstaben und das „G“, es gibt nur ZWEI Ableitungsknöpfe (einmal für die Herztöne, einmal für die Wehentätigkeit), und diese beiden Knöpfe sind – im Gegensatz zu den zierlichen Teilen des EKGs – ungefähr handtellergroß und fingerdick.

Heini, dessen letzte InternistenStunde schon ein Semster und etliche Studentenkneipenbesuche her war, hatte sich nur noch schemenhaft erinnert, daß ein EKG-Gerät ein kleiner, graußer Kasten mit Kabeln und „Knöpfen“ war – und solche hatte er doch in rauhen Mengen im Kreißsaal gesehen…?! Achja, außerdem wußte er noch, daß „ein paar“ Knöpfe munter auf dem Bustkorb verteilt werden müssen, der Rest irgendwo an Unterarm und -bein. Jetzt gibt es an jedem CTG-Gerät jedoch nur ZWEI Kabel (außer den Zwillingsgeräten, die haben DREI Knöpfe…), aber da Heini ja ein heimlicher Heimwerkerkönig ist, hatte er es GOTT-WEISS-WIE fertig gebracht, insgesamt 6 Köpfe an ein einziges Gerät zu basteln und die (handtellergroßen) Wehen- und Herztonabnehmer irgendwo auf dem zierlichen Brustkorb der Patientin zu verteilen. Es war ein BILD FÜR DIE GÖTTER!! Vor allem die Aufzeichnungen des CTG-Gerätes waren eigentlich einen eigenen Brüller wert – und so mußte ich mich nach anfänglichem Ärger doch sehr zusammenreißen, um auf dem Flur vor dem Patientenzimmer nicht lauthals los zu lachen.

Heini bekam anschließend mildernde Umstände wegen absolut außergewöhnlicher Improvisationskunst und obendrein einen Extra-EKG-Einzel-Kurs bei meinem internistischen LieblingsStudienkollegen.

Ich hab ihn kürzlich – nach etlichen Jahren – mal wieder getroffen (Heini – nicht den Kollegen) und siehe an: er hat das Medizinstudium nach zwei weiteren Semestern tatsächlich geschmissen und ist Bauingeneur geworden. War ja auch irgendwie abzusehen… :)

Advertisements

52 Kommentare zu “*KOPF->TISCHKANTE*

  1. KÖSTLICH wie immer!

    Obwohl mir der Heini, die arme Sau, echt leid tut.
    Ich denke gerade so an Prof.Dr. Mang, der hat doch immer reichlich zu nähen, dat wär bestimmt für Heine eine Oase.

    Nun hat er soviele Jahre seines jungen Lebens vertrödelt um dann Bauingenieur zu werden. Ob er da mit seinen näherischen Begabungen am richtigen Ort ist?
    LG sweetkoffie

  2. Danke, Danke, Danke! Ich sehe ein absolut köstliches Bild vor mir. Bewundernswert, daß du nicht losgelacht hast – ich zerkugel mich gerade :-)

  3. Schade – ich dachte, er hätte doch eine Schneiderlehre absolviert und wäre jetzt Profidesigner, wär doch auch was gewesen… Uiuiuiuiui – ich überlege gerade, wie er es wirklich geschafft hat, das CTG auf so viele Elektroden umzubauen… Wär ja mal was für ’nen Wochenenddienst zum Tüfteln *rotfl*

  4. Herrlich, sowas ähnliches hatte ich mal mit einem Famulanten und einer PiCCO-Messung, das wuerde hier aber zu weit fuehren, muss ich bei Gelegenheit mal zusammenschreiben…

  5. Mache gerade ein kleines Päuschen während ich sonst den ganzen Tag am Schreibtisch sitze und für das in 2 Wochen anstehende Hammerexamen lerne, diese Geschichte versüßt mir die Pause sehr! :-)

  6. Hm… als ich Dein Blog entdeckt hatte, hab ich wirklich gern die ganzen älteren Berichte gelesen, weil sie witzig geschrieben und meist auch recht interessant waren.
    Aber ich letzter Zeit macht mir das Lesen hier irgendwie immer weniger Freude.
    Das liegt einerseits daran, dass die Artikel, die ich besonders gern mag, nämlich die mit interessanten und spannenden medizinischen Geschichten irgendwie immer weniger werden zugunsten von Storys über persönliche Querelen, Klamotten und iPhones etc. Das ist ja an sich völlig ok, ist ja schließlich Dein Blog ;)
    Der zweite Grund allerdings ist der, dass von der engagierten, sympathischen, frechen, klugen Ärztin, die ich von früheren Einträgen her kenne, irgendwie nicht mehr viel übrig ist …
    Aus vielen Deiner Einträge spricht ein Menschenbild, das .. naja, fragwürdig ist. Du wirkst auf einmal arrogant und überheblich, und Leute, die irgendwie anders ticken als Du, scheinen keinerlei Respekt verdient zu haben.
    Besonders negativ aufgefallen ist mir das in der Geschichte über „LL“, wie Du ihn genannt hast. Da blieb mir echt die Spucke weg! Für einen angehenden Arzt, der offenbar Probleme hat, sich aber offensichtlich Mühe gibt, hattest Du nur Verachtung übrig. Im obigen Artikel war es wieder ähnlich, mit unsäglicher Arroganz machst Du dich über einen Kollegen lustig, der einfach nur fachliche Anleitung braucht und keine gehässigen Kommentare.
    Ich muss ehrlich sagen, von einem Arzt mit einer derartigen Selbstgerechtigkeit und Arroganz möchte ich nicht behandelt werden. Die kam in Deinen Artikeln nebenbei bemerkt nämlich auch gegenüber Patienten zum Vorschein. Fachlich magst Du gut sein, das will ich Dir gar nicht ansprechen. Aber für mich gehört zu einem guten Arzt auch ein bisschen menschliches Verständnis und Einfühlungsvermögen.

    • liebes parisquest
      dieses blog erzählt mein leben, mal langweilig, mal spannend, ich schreibe über mein iphone, meine klamotten und persönlichen querelen. wenn ich arrogant und überheblich rüber komme, dann mag das ggf. tatsächlich so sein. ich bin, wie ich bin und obendrein viel zu alt, um mich noch großartig zu verbiegen. ich muß mich nicht mit allen leuten gut verstehen, und ich hab es auch keinesfalls darauf angelegt, daß jeder MICH mag. alternativ mein blog. insofern kann ich leider nur sagen: es steht dir selbstredend frei, dir jederzeit ein neues blog zu suchen. das www ist voll davon – nur zu! :)

    • Heini ist doch gar nicht schlecht weggekommen in der Geschichte. Wenn du das für Gehässigkeit hältst, hast du wahrscheinlich noch nicht sehr viel erlebt.

    • ich frag mich gerade, wo du Arroganz und Selbstherrlichkeit rausgelesen hast… Sicher, dass es der gleiche Blog war? ;)
      @Josefine: Bitte so weitermachen, deine Post muntern mich hier immer auf und ich hibbel jedem neuen Post entgegen. Deine angedachte Rubrik „Kopf–>Tischkante“ wird dann aber wahrscheinlich übelst schnell voll ;) vielleicht alternativ noch eine Rubrik „hier ist dein Schild“?

      Lachende Grüße
      Elawen

    • Hä, Verachtung oder Gehässigkeit? Wo?

      @Josefine: Bitte nicht zu Herzen nehmen, ich finde das Weblog klasse und freue mich auf jeden neuen beitrag!

  7. Wie genial – ich mache auch gerade während des Lernens eine Pause und die Geschichte hat mich richtig zum Lachen gebracht :-) Auf die Idee muss man erst mal kommen – einfach medizinische Geräte umzubasteln :-)))

  8. Herrlich,
    mehr Knöpfe ans GErät zu bekommen als drangehen ;)

    Aber das beste ist natürlich der Schluß — er wurde Bau-Ing. Ja, manchmal braucht es eine Weile, bis man den passenden Beruf zu seinem Können gefunden hat. Das ist wirklich nicht immer einfach.

  9. Herrlich liebe Chaotin, ich mag deine Berichte immer wieder gern. Ich bin nun ein paar Jahre aus dem Alltag einer Klinik raus, war Krankenschwester, aber vieles kommt mir *bekannt* so Typen wie LL gibt es immer wieder.
    Heini ist auch genial.

  10. Ich hab hier bisher ohne Kommentar gelesen aber nun möchte ich auch mal*g* Was parisquest
    geschrieben hatte, hatte ich ANSATZWEISE auch gedacht. Du schreibst toll, es macht Spaß zu lesen aber ich möchte kein Patient von dir sein. Wie du zum Teil über Patienten geschrieben hast, hat mich schlicht abgeschreckt. Wenn ich zu einem Arzt muss habe ich meist ein gesundheitliches Problem und wenn ich darüber grübele es wäre jemand der so denkt wie du …… *iiiiirg*
    Aber schreiben kannst du wirklich klasse
    LG Marina

    • Jeder Arzt zu dem du gehst, ist in allererster Linie ein Mensch mit einem eigenen Innenleben und eigenen Gedanken. Und die allermeisten regen sich dann und wann über nervige Patienten oder Kollegen auf. Nicht jeder in Blogform und nicht jeder so amüsant und pointiert wie Josefine, aber sie tun es.
      Klar kann man sich, wenn man zum Arzt geht, der Bequemlichkeit halber vorstellen, dieser würde keinerlei eigenen, persönlichen Gedanken über was oder wen auch immer nachhängen. Ist aber eher unwahrscheinlich.

    • der Punkz ist doch,
      Jeder, der irgendiwe mit Menschen zu tun hat, gerät immer auch mal an sehr „spezielle“ Exemplare. Und während der freundliche Kundenberater in der Telefonzentrale (auch Call-Centre genannt) nachdem er einen besonders unfreundlichen Kunden am Telefon hatte, eine auflegen und einfach mal „Arschloch“ sagen kann, bleibt einem in einem Beruf, wo der Kundenkontakt von Angesicht zu Angesicht stattfindet, häufig nichts anderes üblich, als sich das für abends oder aber sein Tagebuch oder Blog aufzusparen.
      Und nur diese „speziellen“ Exemplare geben lustige Geschichten ab, auch wenn das dann manchmal, möglicherweise etwas arrogant klingt.

    • Damals… mein Zivi-Dienst in der ambulanten Psychiatrie: Da hätten die Patienten auch nicht hören dürfen wie wir Zivis, Schwestern & Ergotherapeuten weit außer deren Hörweite mit den über die Patienten (und behandelnden Psychiater) ausgelassen haben. Spätestens danach wären sie wohl suizidgefährdet gewesen. Aber diese Unterhaltungen waren ein wichtiges Ventil, denn sonst wären wir wohl alle selber zu reif für die Klappse geworden. Nicht arrogant, sondern SELBSTSCHUTZ! Änderte aber nichts an einem geduldigen und höflichen Umgang mit den Patienten.
      In meinem Blog beschreibe ich nun als Patient meine Sicht der Dinge zur Reproduktionsmedizin. Da ist auch alles bei von Wut und Trauer bis zu beißendem Spott über unfähige Ärzte (Spitzname „Euroscheck“), denen ich erklären muss welche Diagnose aus den Untersuchungsergebnissen zu stellen ist und welche Therapieoptionen es gibt. klarer Fall von: Kopf -> Tischkante

      • Ich frag mich da, ob die ganzen Pfleger etc. eigentlich wissen wie wir selbst über uns reden, wenn wir in der Psychiatrie sind.. und wie böse wir uns selbst durch den Kakao ziehen um das alles zu überstehen.. Ohne Galgenhumor geht das gar nicht.. und ohne sich selbst manchmal für komplett bescheuert zu erklären auch nicht…

        Nach einem mittleren Blutbad bei meinem letzten Aufenthalt war der erste Kommentar einer Mitpatientin und mir.. „Dann ist ja jetzt wieder nen Einzelzimmer frei…“ Und ja.. natürlich steckt da ein Einzelschicksal hinter… und ja.. natürlich tat mir entsprechende Frau auch leid… und ich habe sie auch sehr geschätzt… aber wie bitte sonst soll man damit umgehen, wenn die gesamte Station in Blut schwimmt und man das erste Mal so etwas sieht…

        a) muss man nicht jeden mögen… und b) braucht man ein Ventil… in diesem Fall der Blog… ^^

  11. Exzellent! Hätte es damals doch schon Dein iPhone ggeben – davon hätte ich gerne ein Bild gesehen! (So etwas sieht man ja auch nur einmal im Leben, wenn überhaupt). :)

  12. Liebe Josephine!

    Auch ich mag deinen Blog und die geschichten sehr, aber auch ich dachte diesmal: Hui, warum so bissig-verachtend? Selbstironie ist super, andere ironisch auseinandernehmen ein bisschen eine Gratwanderung… Hier bist du m.E. ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen.

    Verbieg dich nicht für andere, aber als Vorschlag: Mach es doch so wie Oberhebamme XY (Name vergessen), die dich irgendwann mal gefragt hat: Mensch, meinst du etwa, ich mache schlechte Geburtshilfe??“ Frag dich selbst mal, ob Patienten und Kollegen in letzter Zeit zu sehr als Witzzielscheibe herhalten müssen…

    Ganz liebe Grüße!

  13. Danke, danke, danke für diesen genialen Beitrag!!!

    Selten musste ich so mitfühlen und lachen wie bei deinem Blog!!

    Du hast einen neuen Leser gefunden!!

    Ich werde jetzt immer kommen *freu*

    Gruß:

    Physioblogger

  14. Ein paar Kommentare kann ich hier nicht ganz nachvollziehen.
    Wieso ist es denn verachtend (oder was anderes), wenn man feststellt dass jemand zwar eine grandiose praktische Intelligenz zeigt (und offensichtlich tatsaechlich besser Bau-Ing als Arzt wird), aber sonst leider doof wie Bohnenstroh ist. Solche Leute gibt es wirklich, das setzt sie aber weder in ihrer Wuerde oder sonstwas herab. Und mal ehrlich wer als angehender Arzt aus mehreren CTG ein EKG zu basteln versucht, der wird auch damit leben muessen noch die naechsten 5 Jahre als lustiges Beispiel dafuer zu gelten wie man es nicht macht.
    Heini ist doch nach Josephines Schilderungen offensichtlich ein lernwilliger aber leider mitunter merkbefreiter Famulant, der dann ja aber noch seine Berufung gefunden hat.

  15. @Zauberin
    Hinter jedem dieser speziellen Exemplare wie du es nennst, stehen auch mehr oder wenige persönliche Schicksale. Ich sehe da vielleicht einfach mehr den Menschen mit seiner Kranken/Leidensgeschichte egal wie speziel er ist. Manche Beiträge fand ich obwohl sehr gut geschrieben schon an der Grenze zum „nichtmehrkomisch“. Das war gar überhaupt nicht böse gemeint, ich mag diesen Blog und lese ihn gerne nur als Ärztin hätte ich lieber jemanden der nicht ganz so viel Humor und dafür etwas mehr ernst hat.
    LG Marina

    • @ Marina – denk nicht, daß Dich jemand *ohne Humor* und mit *mehr Ernst* auch zwangsweise besser behandelt. Das ist leider eine Illusion.
      Komik ist eine sehr individuelle Sache, was einem selbst nahegeht, findet man oft nicht (mehr) komisch. Als Student gehen mir z.B. andere Sachen nahe als einem Nicht-Studenten, aber man muß sich selbst auch mit Humor nehmen können! (Auch jemand, der früher „herumgetrottelt“ hat kann später oft über solche Anekdoten lachen, ist doch menschlich.)
      Grenzenloses Verständnis von Anderen zu erwarten ist irgendwie nachvollziehbar, aber ehrlich – wake up and smell the coffee – nimm’s leicht und aktzeptiere, daß andere Menschen genau das sind, Menschen eben. Zu Bloggen ist eine ganz andere Sache, als Leuten gegenüber direkt ein A**** zu sein (was J. bestimmt nicht ist, es sei denn, sie hätten es echt verdient. ;-> )

    • „als Ärztin hätte ich lieber jemanden der nicht ganz so viel Humor und dafür etwas mehr ernst hat.“
      Wie naiv. Träum weiter.

    • Ich selbst bin an der Uni (nicht Medizin) und sitze für einen freundlichen Hilfskraftlohn als studentische Hilfskraft an einer Bibliotheksaufsicht daselbst.
      Zudem habe ich aber auch einen guten Teil meines Lebens in Krankenhäusern und Arztpraxen verbracht … und in Kirchengemeinden, da mein Vater bei Kirchens arbeitet.
      Mir ist bewusst, dass da ganz viele Einzelschicksale und Persönlichkeiten täglich meinen Weg kreuzen, ob nun auf der Arbeit, im Seminar oder anderswo. Ich fahre schließlich jeden tag auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
      Und es gibt da draußen in der Welt echt schwere Schicksale, Krankengeschichten und Probleme.
      Meiner Erfahrung nach sind das aber nicht die Leute, die einen wirklich aufregen oder in den Wahnsinn treiben. Und auch nur manchmal diejenigen, die zu „lustigen“ Geschichten hinreissen. Viel „schlimmer“ sind die , die sich durch Dummheit/Uneinsichtigkeit gepaart mit Arroganz hervortun. Oder eben jene mit einer ausgeprägten Macke (wobei ich von tatsächlich krankhaften „Macken“ gar nicht rede, sondern von den Spinnern). An guten Tagen kann ich auch nach 8 Stunden optimistisch lächelnd, sagen „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“ und es gut sein lassen. Aber wenn es geballt auftritt, dann muss es auch mal raus. Bei mir weniger im Blog, als zuhause bei Liebstem und Fellbällen, aber trotzdem.
      Und ich mag Menschen wirklich gerne und glaube an sie.

    • Also ich werde lieber von Ärzten behandelt die nicht so stocksteif nur ihr Fachgedrösel runterleiern und einen behandeln als wär man ein Auto in Reparatur. Ich find das wesentlich entspannter wenn Ärzte Humor haben und auch mal den ein oder anderen sarkastischen oder ironischen Spruch ablassen. Gerne auch gegen mich – aber Achtung ich wehre mich. ;)

      Klar sollte man nie die Ernsthaftigkeit div. Erkrankungen unter den Tisch kehren, aber wenn man ein wenig Witz mit in’s Spiel bringt, geht’s einem vielleicht auch dadurch schon besser.

  16. Also mir sind Ärzte suspekt, die den Anschein erwecken überhaupt keine menschlichen Regungen zu kennen. Humor und manchmal einen gesunden Sarkasmus ziehe ich da allemal vor!
    Und die menschlichen Schicksale dahinter sollten doch eigentlich auch froh darüber sein, als Mensch gesehen zu werden. D. h. nunmal auch, dass einem nicht jeder Firlefanz nachgesehen wird. Nur ‚Dinge‘ sollte man wie solche behandeln: gefühllos.

    @Heldin: ich find’s gut wie Du schreibst!

    Gruß
    S.

  17. 1) Ohne Humor ist man in dieser Branche völlig verloren. Der Humor mag manchmal auf Kosten anderer gehen – seien es Kollegen oder Patienten – aber ich habe lieber einen Arzt, der still in Gedanken an mich vor sich hin grinst, als einen Arzt, der das nicht kann und seelisch vor sich hin krepiert.

    2) Was hier als „verachtend“, „arrogant“ oder „nicht ernsthaft“ genug bezeichnet wird, kann ich aus meiner Sicht absolut nicht nachvollziehen. Ich kenne genug Menschen, auch aus dem klinischen/präklinischen Bereich, die ich genau so einstufen würde – aber rein vom Schreibstil her kann ich Doc Josephine in dieser Liste sicher nicht einreihen. Sie schreibt, wie sie denkt – und ist das nicht der Grund, weshalb wir alle dieses Blog lesen?

    3) Und mal ganz ehrlich – wer von uns hatte noch nie einen Kollegen wie LL oder Heini?? Und wer hat noch nie das selbe über eben jenen gedacht, wie Josefine geschrieben hat?

    Also, nix für ungut – ich finde dieses Blog in Ordnung, so wie es ist. Ganz genau so, wie es ist.

  18. Wenn man die letzten Blogeinträge als arrogant etc., sich über andere lustig machen… einschätzt, dürfte man zu keinem Arzt noch in irgendeinem Laden gehen. Jeder der mit Menschen zu tun, hat und sei es nur privat, denkt sich doch manchmal seinen Teil und teilt seine Ansichten mit anderen.

    Ich arbeite beim Anwalt. Ich bin immer nett zu unseren Mandanten, aber wenn das Telefonat beendet /der Mandant weg ist, wird auch mal gelästert und sich aufgeregt. Der Chef ist da nicht anders.

    Bitte weitermachen wie bisher. Ich lese hier sehr gern mit.

  19. Grandios *weglach*
    Ich KANN als Medizinstudentin im 10. Semester gerade NICHT glauben, dass jemand im 1. Klinischen wirklich so wenig Plan von der Materie haben soll, dass er wirklich EKG und CTG verwechselt?!?! Bzw – man muss doch spätestens beim anbringen merken, dass das definitiv KEINE EKG-Elektroden sind.. :-D
    Gabs diese Geschichte und den Famulanten WIRKLICH???! o_O
    Du meine Güte ;-)

  20. Pingback: Top Posts — WordPress.com

  21. @svuechiatrie Nein, das habe ich nicht erlebt. Es war „nur“ die ambulante Therapie – alles Patienten die (wieder) zu Hause wohnten. Aber vom Alki auf seinem zehnten Entzug bis zum Borderliner war da alles dabei. Oh, mit den Erlebnissen hätte ich auch täglich ein Blog füllen können, aber das Bloggen war da noch nicht „erfunden“…

  22. Kann da Patrick nur zustimmen. Das mit dem Arztbild aus der Schwarzwaldklinik. Als ich Studentin war, haben sich sicher auch genug meiner Mentoren über mich aufgeregt. Wahrscheinlich sogar mit Recht. Von meinen Patienten dann später mal ganz zu schweigen.

    • Einfach nur genial!

      Erstmal so viele Knöpfe an ein CTG-Gerät zu bekommen- wie hat er das gemacht, soviele anschlüsse sind doch da gar- muß ich im nachtdienst bei unseren geräten erkunden, einfach nur genial.

      Ich komme täglich zu deinem blog- FIN IHN TOTAL KLASSE BITTE
      BLEIB SO!!

  23. …eigentlich schade, dass man nach all den Semestern Medizin (und vor allem nach dem schweißtreibenden Physikum) noch hinschmeißt.

    Eine schöne Nische für den „Bastlerkönig“ hätte sich bestimmt gefunden -zum Beispiel Unfallchirurg…oder wenns mehr ins Technische rein soll -Radiologe…oder er hätte noch auf Zahnarzt mit kieferchirurgischen Ambitionen umschwenken können…

  24. boah Leute ganz ehrlich, zeigt mir den Arzt, der NICHT hinterm Rücken des Patienten/Angestellten/Kollegen sowas denkt wie Dr. Jo hier schreibt. Ich als Arzthelferin kann da so einiges berichten, echt. Und das hat nichts damit zu tun, dass man den menschen hinter der Person nicht sieht.

  25. Heinis Papa war bestimmt ein ganz doller Arzt und daher musste Sohnemann nun in seine Fußgstapfen treten…Schade, wenn die Begabungen dann auf einem ganz anderen Gebiet liegen.

    Aber Gynäkologie-sei-Dank hat er sich ja noch eines Besseren belehrt oder vielleicht wurde es ihm ja auch sachte nahegelegt, einen anderen Berufsweg einzuschlagen. Als Bauingenieur ist er bestimmt spitze :-)

    Bin übrigens immer wieder begeistert von Deinem Schreibstil.

    LG Sylvi

  26. Kleiner Tipp an die HeldinImChaos: Wenn due clever bist (wovon ich ausgehe), dann haust du nicht deinen eigenen Kopf gegen die Tischkante, sondern immer nur den von der Person, die dich gerade ärgert. *gg*

    Und ich wollte hier auch nochmal sagen, dass dein Blog hier einfach großartig und derzeit mein absoluter Lieblingsblog ist!! :-)

  27. Bin ganz neu, hab ein bisher nur ein wenig gelesen und hat mir gut gefallen, möchte aber auch zu bedenken geben, dass hochemotionale stilistische Schriftelemente und Satzzeichen zur Verdeutlichung schnell zur Abnutzung führen und sich über andere Dumme/Langsame/Studenten aufregen auf Dauer auch nix bringt.
    Ich bin übrigens Bauingenierin und muss doch ein wenig über den arroganten und selbstgefälligen Ton bezüglich dieses Berufsbildes in den Kommentaren lächeln. Sone und solche gibt es nämlich erstaunlicherweise überall!
    Mit freunlichen Grüßen
    Isi

    • okay, ich merks mir – aber an den „hochemotionalen stilistischen schriftelementen und satzzeichen zur verdeutlichung“ kann ich leider nichts machen – das überkommt mich einfach so… *ggg*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s