Von Käfern, Vier-Füßlern und HockerSitzern…

Da ich gerade dabei war, Menschen in Kategorien einzuteilen, möchte ich dies bei einem Thema, welches mir sehr am Herzen liegt, weiter auf die Spitze treiben – GEBÄRPOSITIONEN!

Aber zuerst die Schubladeneinteilungen – wir stellen uns also eine Kommode – ähnlich diesem netten Modell eines bekannten gelb-blauen Möbelhändlers (nein, ich werde weder von denen noch von MamiWeb gesponsert – letztere verlinken nur *ggg*) – vor und teilen sie wie folgt ein: 

In Schublade

A landet die gut informierte Schwangere, die weiß was sie will und mit genauen Vorgaben in die Klinik kommt. Schublade

B ist für die gut informierte Schwangere reserviert, die alles wesentlichen Details zur Geburt kennt aber die Umsetzung erst der jeweiligen Situation angepaßt und in Rücksprache mit ihrer Hebamme, vornimmt. In

C packen wir alle schlecht informierten Schwangeren, die sich von einer motivierten Hebamme immer noch in alle möglichen Richtungen führen lassen. In Schublade

D landen schlecht informierte Schwangere, die nur wissen, was sie NICHT wollen (und dies aber vehement und rezidivierend kund tun…) und ganz unten, Schublade

E ist für die Schwangere, die nur will, daß das Kind möglichst bald raus fällt, aber bitte ohne irgendetwas dazu beitragen zu müssen.

So! Kategorie B ist das, was Hebamme und Geburtshelfer sich am sehnlichsten wünschen, dicht gefolgt von C. A ist wie die berühmte Box of Choclate – du weißt nie, was du bekommst. Kann super werden, kann im Fiasko enden. D geht gar nicht, und E braucht eine Hebamme mit Nerven wie Drahtseilen und stoisch wie eine 1000jährige Eiche.

Lustig ist nun die Verteilung der Gebärpositionen innerhalb der unterschiedlichen Schubladen.

A sind Frauen, die unbedingt in der Badewanne ODER am Seil ODER auf dem Hocker ODER im Stehen entbinden wollen, am liebsten unter regelmäßigem Tönen und mit begleitender Ganzkörpermassage durch Partner oder Hebamme. A kommt schon in Woche 12 zur Kreißsaalbesichtigung und will zuallerst Gebärwanne und Sprossenwand sehen, verkündet derweil dutzendfach, daß sie nicht gewillt sei, ihr Kind in der Käferposition zur Welt zu bringen, da das ja völlig wider jeder Natur sei. Hat sie Recht. Aber sowas von! Lustig ist nur, das Frauen der Kategorie A zu 85% NICHT so entbinden, wie sie sich das vorgestellt haben, sondern in der Tat platsch auf dem Rücken, oder noch besser – per Sectio! Ächt jetzt!!! Warum das so ist? Ich hab keine Ahnung!

Ich hatte mal eine Armani-durchgestylte Anwältin, voll die Powerfrau, 1,85m groß, schlank, umwerfend gut aussehend, die ihr Leben so durchgezog, wie sie es sich bereits als strebernde 1.Klässlerin vorgestellt hatte: Bestes Abi, bestes Examen, Karriere bei angesehener Großkanzlei, tollen Mann mit viel Kohle geheiratet, schniekes Haus, mit Ende Dreißig schwanger – BamBamBam! Zum ersten Mal über die Füße gelaufen ist sie mir bei der Kreißsaalführung, wo sie (wie oben angedeutet) missionarisch von Studien zur richtigen Gebärposition berichtete und keinen Zweifel daran ließ, wie sie NICHT zu entbinden gedächte: Im Bett auf dem Rücken liegend.

Fakt war, daß Supermutti am Tag der Entbindung bereits bei Muttermund Fingerkuppe einlegbar nach PDA und Vollnarkose schrie, sich nur unter größten Mühen dazu bewegen ließ, von der Aufnahmeliege zum Kreißbett zu laufen, dort dann für geschlagene 5 Stunden nahezu bewegungslos (nein, dieses Mal war nicht der Gasmann Schuld, die PDA lag wie ´ne eins, die Frau hätte ohne Probleme und Schmerzen laufen können!!!) auf dem Rücken lag, und schlußendlich drohte, uns alle zu verklagen, wenn wir sie nicht augenblicklich zu sectionieren gedächten. Was wir selbstredend umgehend getan haben. Soviel also zu Kategorie A!

Mit Frauen aus Schublade B kannst du indessen wirklich alles machen – hier wird gevierfüßlert, gehockert, gebadet und gehüpfballt, daß es nur eine Freude ist. Und dementsprechend gut kommen die Kinder dann auch zur Welt. Denn jetzt mal Butter bei die Fische – jeder, der auch nur kurz im Physikunterricht der 7. Klasse aufgepaßt hat, kann etwas mit dem Begriff der SCHWERKRAFT anfangen. Onkel Newton bekam einen Apfel auf den Kopf und fand heraus, daß alle Dinge auf der Erde von OBEN nach UNTEN fallen. Wenn man sie denn läßt. Mit dem weiblichen Becken ist es nun so, das dieses ähnlich einem Löffel geformt ist: in der Mitte ist die tiefste Stelle, nach den Seiten geht es aufwärts. So, wenn frau nun also auf dem Rücken liegt, muß das Köpfchen quasi erst in die Mulde hinein, um dann an der Richtung Scheidenausgang entlangführenden Beckenwand wieder NACH OBEN zu steigen. Wir erinnern uns – Schwerkraft zieht NACH UNTEN, also ist diese Lage nix physiologisch. Okidoki??? Fragen dazu?

Studien haben gezeigt, daß eine aufrechte Position der werdenden Mutter die Dauer der Geburt deutlich verkürzen kann. Und da ist es relativ egal, ob die Frau sich an Seil/Partner oder Sprossenwand festhält, auf dem Hocker sitzt oder im Vierfüßlerstand kniet.

Höchst interessant auch folgendes Detail: eine amerikanische Hebamme namens Ina May Gaskin hat ein geburtshilfliches Manöver etabliert, welches in über 50 % der Fälle zu einer spontanen Lösung bei eingeklemmter, kindlicher Schulter führt: die Frauen werden hierfür lediglich aus der Rückenlage in den Vierfüßlerstand verbracht. Der Chef einer großen deutschen Klinik, welche sich unter anderem auf spontane Beckenendlagenentbindungen spezialisiert hat, wirbt mittlerweile sogar auf Kongressen für die Durchführung dieses (lange Zeit als „HebammenHokusPokus“ abgetanen) Manövers. Auch hier ist der Mechanismus klar: durch die Stellung von Beinen und Hüfte sowie der zusätzlichen Hilfe der Schwerkraft ist für mehr Platz und besseres Durchtreten gesorgt. É voilà!!! :)

Ich weiß, ich hatte dieses Thema schon einmal in den Untiefen meines BlogArchivs bemüht, und damals bemerkte eine Kommentatorin kritisch, die Frauen würden schließlich nur so (schlecht) entbinden, wie man (= Hebamme/Geburtshelfer) sie anleitet. Das mag nur zum Teil stimmen – ich für mich habe aber im Laufe meiner Tätigkeit fest gestellt, daß eine Schwangere unter Entbindung nur sehr schwer wieder aus dem Bett zu holen ist – schon gar nicht, wenn sie unter Kategorie D und oftmals auch E fällt. Diese Frauen legen sich nämlich gern wie das Lamm auf die Schlachtbank und hoffen, es möge alles irgendwie von selbst vorüber gehen.

Ich persönlich habe den Käfer (auf dem Rücken liegend, Beine in die Höh) bei Kind Nummer 1 mitgemacht – ungewollt, da es aufgrund des CTGs per Zange entbunden wurde. Bei Nummer 2 bin ich dann vorsichtshalber erst gar nicht aufs Kreißbett gestiegen – hätte man mich sectionieren müssen, ich wäre dennoch stehen geblieben! Ich schwöre!!! Dat Kindele kam also auf dem Hocker zur Welt, was okay, aber (für mich) immer noch nicht das non plus ultra darstellte. Nummer 3 wurde dann im Vierfüßler geboren, in meinen Augen die schmerzärmste und angenehmste Variant, da der fiese Druck auf das Kreuzbein gänzlich ausgelöscht schien. Und ja, ich hab dreimal ohne PDA entbunden, war also mobil ohne Ende. :)

Ganz zum Schluß noch ein Wort zur Wasserentbindung – jahrelang DAS TopThema bei allen Kreißsaalführungen, ist mittlerweile fast völlig in der Versenkung verschwunden. Ich selbst hätte gerne im Wasser entbunden, bin dann aber doch ganz schnell wieder an Land gekrochen, da es mir da drin schlicht und ergreifend ZU KALT war! Zum entspannen und Muttermund weiten bei weniger Schmerzempfinden ist es immer noch Mittel der Wahl, viele Frauen möchten zum eigentlichen Entbinden jedoch schleunigst wieder ins Trockene – die meisten mit der Begründung, es fehle irgendwie „der Halt“.

Soviel nun also zu meinem Lieblingsthema Entbindungspositionen. Euch allen da draußen ein schönes Wochenende  – und immer schön aufrecht bleiben!!!…

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60 Kommentare zu “Von Käfern, Vier-Füßlern und HockerSitzern…

  1. Hallo Heldin, ich bin schwanger, gut erst in der 6. Woche ;-) . Habe mir aber schon vor der Schwangerschaft Gedanken zu den Gebärpositionen gemacht. Hoffe ich werde die Schublade B und nicht A. Möchte eigentlich wenn’s soweit ist alles Mögliche ausprobiere. Ob mir aber dann noch danach ist weiss ich noch nicht.
    Was mir aber mehr Sorgen macht ist die Reaktion der beteiligten Personen auf unsere etwas „andere“ Familienkonstellation.
    Wir sind zwei Frauen. Was denkst du, ist es notwendig die Klinik schon vorgängig darüber zu informieren? Man weiss ja leider nicht vorher welcher Arzt und welche Hebamme dann gerade Dienst haben…

    • hallo queerfamily
      sucht euch eine hebamme, mit der ihr könnt und die mit euch kann, der rest ist dann quasi egal. welcher arzt zum zeitpunkt der entbindung da ist kann man sowieso fast nicht beeinflussen und ich geh mal davon aus, das die meisten kollegen sich soweit im griff haben, daß ihnen auch dann nicht die gesichtszüge entgleisen, wenn sie mit gleichgeschlechtlichen eltern NICHTS anfangen können *ggg* mir persönlich macht es z.b. überhaupt nichts aus, allerdings wär es ein stück weg von der schweiz hierher… ;)

  2. Hier in den USA glaubt einem das immer fast keiner, wenn man erzaehlt, dass man ohne PDA entbunden hat. Bei meinem Sohn mit Hocker und meiner Tochter auf dem Ruecken. Das kommt doch immer darauf an, wie man sich am wohlsten fuelt und auch die beste Situation fuer das Kind.
    Ich denke nicht, dass ich mich da vorher „festlegen“ koennte. Aber Typ A kann das ja wohl (oder auch nicht!). Witzig.

  3. Kind Nr. 1 habe ich ebenfalls in „Käfer“-Position entbunden. Scheint die Erstgebärenden-Position zu sein.
    Bei Kind Nr. 2 konnte und wollte ich weder liegen noch sitzen, noch hocken, sondern nur Stehen.

    Letztlich habe ich Nr. 2 aber doch in der Käferposition entbunden. Ich wollte nämlich nur noch mal schnell für kleine Mädchen, als die Preßwehen eingesetzt haben. Und unter Preßwehen aufstehen ist meiner Erfahrung nach nahezu unmöglich… leider war es Punkt 6.00 Uhr, was bedeutet, das soeben die Schichtübergabe anstand. In seiner Panik hat mein Mann nämlich nicht nach der Hebamme geklingelt, sondern ist losgerannt um sie zu holen. Hat etwas länger gedauert, weshalb mich die Hebamme, als sie endlich da war, mich nur geschnappt hat, mich aufs Kreißbett geschmissen hat und nicht mal 1 Minute später unsere Tochter in Empfang nahm.
    Zum Glück…die Alternative hätte ich niemandem erzählen mögen ;o)

  4. Mir erscheint ja völlig logisch dass es auf dem Rücken keinen Sinn macht… trotzdem bin ich völlig und absolut sicher, wenn ich denn so doof gewesen wäre mich fortzupflanzen, hätte ich definitiv zu Kategorie E gehört, mit rumkreischen und mit Anwalt drohen und allem drum und dran. Und anschliessender Scheidung, falls ichs in verheiratetem Zustand probiert hätte.

  5. Hallo,

    als bisher stille Leserin muss ich nun doch aber auch mal was zu deinen immer wieder echt klasse Blogeinträgen schreiben.

    ich gehöre wohl zur Kategorie b.:-)

    ich wollte alles ausprobieren damals .. als Erstgebärende wusst ich ja nicht was auf mich zu kommt und da ich mich auf eine lange Geburt eingestellt hatte. habe ichs einfach auf mich zukommen lassen. naja es kommt ja immer anders als man denkt.

    die Geburt meiner Tochter ging insgesamt 3 stunden. eine davon war ne stunde Autofahrt in meine Wunschklinik. hätte ich gewusst das dann alles so schnell geht hätte ich das Risiko nicht in kauf genommen, naja aber nun zu meiner eigentlichen frage…. ich habe ja dann wirklich schon starke schmerzen gehabt und bin mit komplett offenem Muttermund in der Klinik angekommen und konnte nur noch auf rücken liegen.

    aber mir wurde immer wieder gesagt das Autofahren für die Geburt auch nicht schlecht sei. kann das Geburtsfördernd sein oder war das nur Zufall?!?!

    mfg

    • also – ich weiß nur, daß autofahren unter wehen ganz schön schei**e ist – aber jeder jeck ist ja bekanntlich anders… *ggg*
      und ja, wenn man ohne stoßdämpfer über´n kartoffelacker fährt, kann das durchaus geburtsfördernd sein – aber welche geburtsklinik liegt schon mittig auf dem kartoffelacker… ;))

      • es war auch nicht angenehm. …. und als mein Mann dann noch meinte mir etwas gutes tun zu müssen als er das Radio anmachte … wurde ich wohl sehr laut und ungehalten…

        den Xavier Naidoo mit „dieser weg wird kein leichter sein“ will man nicht hören wenn man wehen hat.

      • Och, ne verkehrsberuhigte Zone mit entsprechend vielen „Berliner Kissen“ oder anderen Bremsern kann da auch helfen…

    • „den Xavier Naidoo mit „dieser weg wird kein leichter sein“ will man nicht hören wenn man wehen hat.“

      Da mußte ich schon fast laut lachen (fast, weil ich niemanden aufwecken wollte), weil es stimmt. :-)) Ach ja, die Geburt… meiner Meinung nach am Besten in der Retrospektive.

  6. :-)
    Ich finde diesen Beitrag sehr amüsant und er ist denke ich auch zutreffend (wenn auch etwas übertrieben geschildert …).
    Ich weiß nicht, in welche Schublade ich gehöre. Ich hatte zwei Hausgeburten und plane nun die dritte. Bei allen Geburten war ich aber immer darauf vorbereitet, daß es nicht so laufen könnte wie geplant – also eher Schublade B. Allerdings hatte ich trotzdem sehr genaue Vorstellungen, was ich unter der Geburt machen möchte und habe es auch umgesetzt.
    Kind 1 kam in der Hocke auf die Welt (trotzdem Dammriss 2.Grades, aua !), Kind 2 im Stehen (ging gar nicht nicht anders, da 4400 g, sehr breite Schultern und ein mords Schädel …). Bin schon gespannt, was bei Kind 3 kommt :-)
    Liebe Grüße,

    Katrin (die sonst eher still mitliest und lächelt)

  7. Gibt es auch noch eine Schublade für mich? Ich war die gut informierte (obwohl ohne GVK) Schwangere, der am Tag der Geburt alles sch… egal war. Mein Motto war „Wat kütt dat kütt“ – „Sagt mir nur was ich machen soll“ ich glaube selbst ne Sectio wär mir egal gewesen. Blöderweise war ich auf ne Einleitung angewiesen und bekam einen Wehensturm, der mich erstmal kötzeln ließ. Die Hebamme entschied sich dann für die PDA. Und was soll ich sagen – ich danke ihr und den netten Anästhesisten heute noch. Verdammt tat das gut. Ich konnte wieder Mittagessen, Karten spielen etc. bis ich das Bedürfnis hatte auf Klo zu gehen und die Hebamme der Meinung war, dass das wohl eher mein Sohnemann wäre, der da nun unterwegs sei. Ein paar Minuten später war meine erste Frage dann „War das jetzt schon alles?“ Und das ganze in der Käferstellung – aber dank PDA ;-)
    Beim nächsten Kind werde ich wohl Richtung Typ A tendieren und beim Betreten des Kreißsaals nach einer PDA schreien. Obwohl vom Rest lasse ich mich dann auch wieder überraschen.

  8. hihi, sehr witzig!
    also ich bin bei kind nr. 1 als A in krankenhaus, dort aber sofort vor lauter angst total unfähig geworden irgendetwas zu äussern.
    2 cm MM, Hebamme fragt ob ich ne PDA will, ja will ich, oder? wird schon richtig sein, wenn die Hebamme das vorschlägt, dann lag ich 12 std als käfer herum bis mein töchterlein mit der zange herausgezogen wurde. danach habe ich min. 3 monate geheult weil ich uns 2 (kind u mich), so bemitleidet habe.
    Nr. 2 fluppte dann super mit ihren 4450 g, vielleicht auch weil ich da als B ins krankenhaus gegangen bin.
    achja, lustige musik hatten wir auch. im radio kam: „big girl you are beautiful“ von mika und natürlich „love hurts“ !

    Liebe Grüße

  9. Ich war E definitiv.
    Und nein, es ist mir nicht peinlich.
    Ich war einfach nur muede und abgekaempft und wollte es endlich hinter mich bringen, nachdem ich schon 5 Tage im Krankenhaus lag und wehenfoerdernde Mittel bekam.
    Hab auch gerne die PDA in Anspruch genommen. Ich weiss nicht, warum man stolz darauf sein soll, furchtbare Schmerzen auszuhalten, wenn es voellig ueberfluessig ist..
    Nachdem die Geburt aber nicht so richtig in Fahrt kam, klemmte mich die Hebamme 3h bevor das Kind dann raus kam, von der PDA ab.
    Als 15h nach dem Platzen der Fruchtblase dann mein mit 37cm Kopfumfang und 4kg gesegnetes Baby dank der Saugglocke zur Welt kam, hatte ich einen Dammriss, einen Scheidenriss und eine Haemorrhoide.
    Und ich hab geschrien.
    Hat mir naemlich gut getan und den Druck abgebaut.
    Mir egal, was die Hebamme gedacht hat. Mir hat es gut getan, zu bruellen.
    (Und es hilft beim Atmen)

    • ganz ruhig – frauen, die meinen permanent auf kontrakurs unterwegs sein zu müssen (ICH hab aber weil ICH aber will und MIR doch egal) machen mich so ein ganz klein wenig ungeduldig…

      • Nunja, wenn du es als Kontrakurs ansiehst, dass es mir nicht peinlich ist, bei starken Schmerzen auch mal rumzujammern, anstatt nur daran zu denken, der Hebamme (die keine Schmerzen hat), das angenehmst moegliche Leben zu machen.
        Und keine Sorge, ich hab eine Engelsgeduld. Jahrelang bewiesen als Mathe-Nachilfelehrer.

      • kontrakurs hat nichts damit zu tun, ob mir (oder dir) schmerzen peinlich sind, sondern das man permanent demonstrativ bestätigen muß, daß man nur macht, was man will. und das hat mit der hebamme genau gar nichts zu tun – mathe hin oder her… *hust*

      • Ich nur machen, was ich will?
        Schoen waers.
        Ich wollte aufstehen und durfte nicht.
        Ich wollte essen und durfte nicht.
        Ich wollte auch nicht schon Tage vor der Geburt stundenlang am CTG haengen, wo mir nach kuerzester Zeit furchtbar der Ruecken weh tat.
        Ich hab alles brav gemacht, was die Hebamme wollte.
        Aber schreien musste sein.
        Und irgendwann hat man einfach genug.
        Wenn einen morgens die Hebammen im Kreissaal zum ersten CTG des Tages mit „Wie? Das Kind ist immer noch nicht da???“ begruessen ist das einfach kein Spass mehr.
        Und dann will man auch nicht mehr.
        Dann will man einfach nur, dass es vorbei ist, dann will man auch nicht mehr viel machen, weil man eh keine Kraft mehr hat.
        Was ist verwerflich daran, wenn man sich wuenscht, dass die Geburt einfach ist?
        Natuerlich ist es fuer das Klinikpersonal nervig, wenn die Klienten quengelig sind. Aber die Klienten sind auch in einer Ausnahmesituation und geistig weggetreten von den Schmerzen.

      • mei, jetzt komm mal wieder runter! unglaublich für eine mathematikerin, soviel in irgendetwas rein zu interpretieren. klinikpersonal ist prinzipiell gewohnt, das klientel quengelig ist, und hebammen gleich dreimal. wenn die bei jeder jammernden schwangeren ein problem hätten, kämen sie aus den problemen nimmer heraus. jammer gerne, soviel du willst – ist nur die frage, ob es nachträglich noch hilft…

  10. interessante beobachtungen :)

    kind nummer 1 kam im geburtshaus zur welt und sollte in der wanne geboren werden – während der wehen war die wanne mit allerlei wehenförderndem ätherischen zeug (*höchst* wirksam! ;) wunderbar, aber dann war das kind schneller als die neue ölfreie wannenfüllung.
    im endeffekt wars die käferposition, aber vorher ein einziges drehen und wenden und hocken und wippen und vierfüßlern.
    kind 1 also: sechs stunden, käfer, keine medikamente.

    kind 2 war schon immer eigensinnig und wollte partout in beckenendlage bleiben. so kam es dann auch zur welt – mit dem hintern zuerst, im krankenhaus, in käferposition, weil diese ganzen manöver (bracht & friends) nunmal so gedacht sind.
    kind 2, das sture: unter drei stunden, käfer, keine medikamente.

    keine ahnung, was das nun heisst. wahrscheinlich eine mischung aus A und B? informiert habe ich mich bei beiden, ich wusste auch sehr genau, was ich wollte (und nicht wollte, z.b. sectio, wenn ir-gend-wie vermeidbar ;), habe aber im endeffekt in der situation entschieden – was im krankenhaus deutlich schwieriger war als im geburtshaus.

  11. Zähl ich falsch oder müsste bei der abgebildeten Kommode noch F kommen?

    Ich weiss nicht, in welche Kategorie ich mich einordnen soll. Kein GVK, aber alle Bücher gelesen.

    In der 32. Woche das erste Mal im Kreissaal vorgestellt.

    Die Entbindung lief dann so, dass ich zuerst schön an der Sprossenwand hing und auch fest plante, da zu bleiben aber dann von der Hebamme in die Käferposition geführt wurde. Und da wurde meine Tochter dann auch geboren.

    Fürs nächste Mal ist Kategorie B angeplant, aber mal sehen….

  12. Der Beitrag hätte 1 zu 1 von unserer Hebamme aus dem Vorbereitungskurs kommen können. Wenn auch nicht in Ihrem grandiosen Schreibstil. ;) Seitdem die uns das nämlich noch mal so deutlich gemacht hat, würde ich mich auch zur Kategorie B zählen. Wie es letztenendes sein wird, werde ich in der nächsten Zeit erfahren (heute ET -12), aber ich werd alles geben, damit ich nicht noch spontan in Schublade E rutsche. :)

  13. Ich habe beide Kinder in der Käfer-Position geboren. Beim ersten konnte ich die Wehen nur im Liegen ertragen, schon das Krabbeln vom Bett aufs Kreißbett (es war nachts und die Hebamme meinte, das Stationsbett wäre bequemer als das Kreißbett) war für mich eine Tortour, weil mittendrin eine Wehe kam und ich mich an meinem Mann festhalten musste. Besser gesagt, ich hing an ihm, wie ein nasser Sack und krallte meine Finger in seinen Nacken. Dass ich ihm dabei nicht das Genick brach oder wenigstens einen Wirbel ausrenkte, grenzt an ein Wunder (er hatte hinterher 2 Tage übelste Nacken- und Kopfschmerzen).

    Beim zweiten Kind konnte ich die Wehen im Laufen/Stehen besser verarbeiten. Da ich aber einen Wehentropf bekam (nachdem der Cocktail null Wirkung zeigte), musste ich zur Dauerüberwachung ans CTG und mein Jammern half nicht, die Hebamme blieb stur ;-) Schlussendlich wurde das Kind per Saugglocke geholt, weil die Herztöne plötzlich abrauschten.

    Beim ersten Kind hatte ich eine nette Steißbeinprellung von der Geburt und konnte mehrere Tage nur unter größten Schmerzen laufen. Beim zweiten Kind gings komischerweise, da hat mir nur der Dammriss zu schaffen gemacht.

    Ich selbst würde mich als Gebärende in Kategorie B einsortieren. Gut informiert, aber ohne konkrete Wünsche für den Geburtsverlauf, weil ich ja selbst noch nicht wusste, was mir am besten passen würde unter den Schmerzen.
    Oder doch, eins wusste ich ganz genau: Ich wollte keine Wassergeburt, weil ich dieses schrumpelige Hautgefühl nicht mag und die Vorstellung, nach den Strapazen dann auch noch aus dem warmen Wasser raus zu müssen, nicht leiden konnte.

  14. WOW, du bist Assistenzärztin und hast drei Kinder? Oder hab ich da was falsch verstanden?

    Akademiker mit Kindern muss man ja schon mit der Lupe suchen, aber dann gleich drei?!

    Find ich super. Ich (als Biologe) wurde ja schon schief angekuckt, als mein (bislang einziges) Kind zur Welt kam. So nach dem Motto: „Schade, die große Wissenschaftlerkarriere wirds dann wohl nichts mehr“

    • jepp, drei :) und nein, die große wissenschaftskarriere wird es auch bei mir nicht mehr werden… *ggg*

  15. hui, noch ein paar wochen und ich darf mir auch eine schublade aussuchen;o) aber ich glaub ich mache alles, solange mich nur niemand aufschneiden will *würg*

  16. Ich gestehe: Ich wäre A gewesen. Wenn, ja WENN mein Kind denn zum Termin geboren wäre. So war ich B. Ich habe brav an den Hilfestellungen der Hebamme entlang gearbeitet. Die sich aber wegen meiner guten Laune und meinem geringen Schmerzpegel leider so wohl bei uns fühlte, dass sie es nicht eilig hatte – und mich 90% der Zeit doch auf dem Rücken liegen ließ, auf dem ich es nach mindestens (man weiß ja nicht so genau…) 5 Stunden bei fast-vollständig einfach am reizvollsten fand (siehe auch E).
    Zur Beschäftigung bin ich gelegentlich zur Toilette gegangen… so zwei bis dreimal pro Stunde. Ansonsten gehöre ich zu den verflixten 85% von A, die dann eben doch als Käfer herumlagen…

    Aber nächstes Mal wird alles anders ;)

  17. Bei der Geburt von Nr. 1 sagte die Hebamme später, es hätte auch schneller gehen können, wenn ich nur mehr mitgemacht hätte. Ich kann mich selbst nur sehr verschwommen daran erinnern, weil ich so müde war (am vorigen Morgen um 6:30 geweckt worden, dann seit Nachmittag immer mal Wehen, nachts wurden die Abstände kleiner, so daß ich nicht zwischendurch schlafen konnte, und um 5:42 war das Würmchen dann da – wegen Frühgeburt „zum Glück“ klein). Mein Mann hat hinterher immer erzählt, daß ich die Geburt beinahe verschlafen hätte…
    Nr. 2 ging wirklich schnell: Am Morgen habe ich mich von meinem Mann ins KH fahren lassen, er mußte arbeiten. Ich wollte vorsichtshalber da hin, weil ich so ein Ziehen fühlte und mir nicht sicher war, ob’s Wehen waren. Da er erst am Abend wiederkommen würde, wollte ich nicht allein zu Hause sein, kurz nach dem Umzug kannte ich auch noch keine Nachbarn gut genug. Im KH wurde ich dann ans CTG gelegt, und dann haben sie auch gleich meinen Mann zurückgerufen: „Wenn Sie dabei sein wollen, kommen Sie gleich – Mittag wird’s nicht mehr!“
    Ich würde mich zwischen B und C einsortieren – habe zwar vieles mal gehört, mir aber keine besonderen Gedanken dazu gemacht. Ich vertraue einfach auf die Erfahrung der Hebamme, die schlägt mir vor, was sie für sinnvoll hält.
    Letztlich lag ich dann bäuchlings über das hochgestellte Kopfende des Bettes. :) War etwas merkwürdig, aber ich hatte das Gefühl, als wären meine Arme aus Gummi, da hätte ich mich nicht halten können. Aber es dauerte wirklich nicht mehr bis zum Mittag, dann war Nr. 2 da.
    Und die Schmerzen vergißt man nach ein paar Tagen, oder verdrängt sie!

  18. :D ich liebe deine Einteilungen!

    Aber irgendwie habe ich mich auch geärgert, beim lesen (nicht über dich)
    Es GIBT diese Kategorien A-D und wie unglaublich bezeichnend ist es für die Geburtshilfe heutzutage, dass in den meisten Häusern trotzdem gefühlte 98% aller Frauen, ob aus A oder aus D, auf dem Rücken entbinden?!

  19. Vor knapp 26 Jahren bin ich als überzeugte „A“ in die Klinik, Hebammenkontakt vorher kannte man einfach noch nicht. Und als ich nach den Aufnahmeformalitäten kurze Zeit später in „Käferposition“ auf dem Kreissaalbett lag, wollte ich bestimmen, was mir leider nicht mehr gelang, weil der Kopf meiner 4680g-Tochter schon herauslugte und Minuten später war sie draußen. Das „A“ gelang mir auch nicht bei Kindern Nr2-4 …
    Einfach keine Zeit für Diskussionen oder Bedarf an PDA oder Positionswechsel. Ich habs noch nicht mal bis zur „Kommode“ geschafft …
    Trotzdem toller Blog, hier lese ich immer wieder gern.

  20. Meine Lieblingsstellung ist: knieend auf unserem Sofa und dabei über der Lehne hängend. Das ist für den Oberkörper schön entlastend. Irgendwie angenehmer als ganz runter in den Vierfüßlerstand. Leider habe ich in den bisherigen Kreißsälen noch kein Gerät gefunden, was adäquat dazu wäre.

    • Mir haben sie dafür bei Nr. 2 das Kreisbett ganz hoch gestellt. Da konnte ich mich gegen lehnen. So hockend wollte die Kleine dann auch ganz allein raus und das KH Personal musste sich ganz schoen beeilen.

    • … man kann auch den in jeder Klinik vorhanden großen Gummi-Sitz-Ball vor sich ins Kreißbett legen und darauf „rumlümmeln“

  21. ich war damals in der klinik offenbar die 1. auf-der-seite-gebährende. FAST hätte man mich zu schauzwecken fotografiert :lol:

    liebe grüße, katerwolf

  22. Lustig, erst gestern habe ich drüber nachsinniert, dass eine stehende oder hockende Position bei einer Geburt doch wohl das sinnvollste wäre. Schwerkraft und so.
    Und heute lese ich diesen Beitrag. ;-)

    Ich hab noch keine Kinder, hoffe aber, dass ich eine B werde. :)

  23. Ich war immer B, leider habe ich es nie bis zur Geburt geschafft, daher weiß ich nicht in welche Schublade ich dort gerutscht wäre.
    Warum gerade bei A so leicht alles schief geht kann zumindest ich mir leicht erklären. Man ist zu verkrampft, wenn man völlig unflexibel auf eine bestimmte Methode pocht, denn der Körper ist nun mal kein Automat.

  24. Oh Gott, so rückblickend…ich war eine E. Sorry, liebe Hebamme, aber ich hätte auch sicher was anderes gemacht als rumliegen und jammern, wenn Du vor einsetzen der Presswehen hinter Deiner Zeitung vorgeschaut hättest.
    Beim nächsten mal nehme ich mir ganz fest vor eine B zu sein!

  25. Ich hätte noch Kategorie F zu bieten:

    Die Schwangere, die die Hebamme (und die Ärztin) zu Zaungästen „degradiert“ und alles alleine wuppt.

    Mein erstes Kind habe ich als ABE-Schwangere bekommen. Ich kam rein mit einem guten Plan (A), wurde dann vom Schmerz überrascht und überwältigt – so schlimm hatte ich mir das nicht vorgestellt – und ließ mich von der Hebamme leiten (B) und war irgendwann vor Schmerz so irre, dass ich nur noch schrie „macht was, holt das Kind da raus“ (E).

    Beim zweiten Kind dann war ich besser informiert und – wichtiger noch – hatte das Vertrauen in mich, dass ich das auch ohne Hilfe von außen schaffen kann. So wars dann auch. Das Klinikpersonal stand eigentlich nur da und schaute zu, wie ich mein Kind gebar. Ohne CTG oder Anleitung. Lag sicher auch daran, dass mein Kind mit einer temporeichen Urgewalt zur Welt kam, die schon beeindruckend war. ;-)

  26. Und dann gibt es noch Kategorie F:

    Die Frau, die ein einziges Mal (BITTTTTTTTTTTE) nur normal entbinden würde (ursprünglich Kategorie B) und beim 1. Kind von Einleitung, Wehensturm und überdosierter PDA derart ausgeknockt wurde, das Zwerg mit Saugglocke und Ärztin auf Bauch in Käferposition geholt werden mußte, während Kind 2 Mumie gespielt hat und während der Sectio noch im Bauch abgenabelt werden mußte.

    Hach, was wäre ich gerne eine Kategorie B gewesen *seufz*…

  27. Danke Danke Danke dass endlich mal eine Gynäkologin genau das sagt was wir Hebammen schon jahrelang predigen!! Es war eine Wohltat für meine teilweise schon sehr geschädigt „maikäfer-Seele“ diesen Eintrag hier zu lesen.
    Hab allerdings seit meiner Ausbildlung fast keine käfergeburten mehr gehabt ;-) gott sei dank!
    Nochmals vielen vielen Dank, hoffentlich lesens viele kollegen von ihnen!
    lg

  28. Oh, ich war vor 10 Tagen irgendwas zwischen A und B – eher aber B. Ich war eigentlich bereit, alles zu tun, was mir die Hebamme sagt, hätte aber dann als es soweit war, diese verdammten Wehen die ganze Zeit gern weiter im Stehen übers Fensterbrett gebeugt veratmet – so lange ich stand, ging’s mir ja fast gut. Wozu kriegt man schließlich im GVK diese ganzen tollen Haltungen gezeigt, wenn man dann doch die ganze Zeit auf dem Rücken bzw. auf der Seite liegen muss (oder wahlweise von einer Seite auf die andere geschmissen wird) , weil sonst kein CTG angelegt werden kann? (Welches bei mir dann auch nicht einmal funktionierte – Kind zu tief – und dann diese – unschönes Wort – Kopfschwartenelektrode benutzt wurde.)
    Also innerlich war ich A – „ICH WILL MICH HINSTELLEN“, aber es bestand ja keine Chance, das durchzusetzen und ich hab’s gar nicht probiert.

    Okay, dazu muss man sagen: Ich hatte auch keine Vorwehen, bei mir gings von Null auf Hundert nach Blasensprung los (Muttermund von vier cm zu ganz auf in knapp 2 h), und endete 3h nach Blasensprung doch in Sekundärsectio, weil die Maus sich nicht richtig eindrehte und die Herztöne bei jeder – gefühlt minütlichen – Wehe bedenklich abfielen. Ich war übrigens noch nie so dankbar über einen wildfremden Mann wie über den Anästhesisten! :-D Also war ich zum Schluss auch E *cassie die hand reich*

  29. Ich war irgendwas zwischen B und C – und hatte auch dank meiner Hebamme eine echt unproblematische Geburt (übrigens keine Beleghebamme, sondern einfach die diensthabende – ich hatte echt Glück. Danke!). Entbunden habe ich schließlich, wie Su es beschrieben hat – in aufrechter Hocke, über dem hochgestellten Kopfteil des Kreißbetts hängend. Und habe erst gemerkt, dass mein Kind jetzt da ist, als ich`s schreien hörte…
    Zuvor wollte ich am liebsten die ganze Zeit herumlaufen, was die Hebamme gut fand. Und als es während der Presswehen nicht weiterging, meinte sie, ich solle mich einfach mal auf die Toilette setzen. Das war der perfekte Tipp.

    Nur der Dammriss II war ein kleiner Wermutstropfen… aber bei 36,5 KU auch nicht sooo verwunderlich.

    Wir haben übrigens ganz bewusst ein Krankenhaus ausgesucht, in dem der Personalschlüssel hoch ist und die Gyns mit PDAs sehr zurückhaltend umgehen und am allerliebsten alles spontan entbinden – BEL, Zwillinge und so. Da hatte ich dann auch das nötige Vertrauen, um nicht mit festen Vorstellungen anzukommen.

  30. Also ich hab im GVK alles mögliche ausprobiert und mir vorgenommen, dass ich es bei der Geburt dann auf mich zukommen lasse. Hab auch brav alles gemacht was die Hebammen mir vorgeschlagen haben. Allerdings waren die Wehen so dermaßen brutal schmerzhaft, dass ich schon nach zwei Stunden nur noch wollte, dass es endlich vorbei ist. Egal wie. Notfalls sterben. Auf Schmerzen war ich vorbeiretet gewesen, aber ich hatte mir nicht vorstellen können, dass irgendwas (was nicht auf eine schreckliche Krankheit oder einen schauderhaften Unfall zurückgeht) so dermaßen wehtun kann.

    Weil der Muttermund nicht aufgehen wollte musste ich dann noch ne Stunde in der Badeanne verbringen, nach der ich dann endlich in den Kreissaal durfte — zur PDA. Da war ich schon so verkrampft und am Ende, dass ich nur noch gezittert habe. Leider hatte ich dann meinen Anamnesebogen etwas zu sotrgfältig ausgefüllt was dann zu einer 15-minütigen Diskussion, ob man die PDA jetzt riskieren kann, geführt hat. Gottseidank hab ich sie dann gekriegt, k.A. was sonst passiert wäre.

    Naja, dann ging’s mir endlich gut, und 15 Minuten später war dann auch der Muttermund soweit offen, dass die Hebamme was tasten konnte … und die meinte dann nur: „Stirnlage, geburtsunmögliche Lage“. Nach kurzer Diskussion gab’s dann kurz nach Mitternacht ne Sectio. Einerseits war ich enttäuscht, weil ich das nun wirklich nicht wollte, aber andererseits auch froh, dass es nun endlich vorbei war.

    Bin mir nicht sicher was ich bin. Wahrscheinlich ein B, das einfach zu weicheirig ist :>

  31. Ach ja. Ich mag ja Gynäkologinnen, und Ihren Blog auch. Aber dieses Krankenhauslertum, so wichtig Krankenhäuser auch sind – naja. Ich denke jetzt mal weniger über Ihre Schubladen nach. Vielleicht zur Inspiration: Kind 1 kam in vorher besichtigter und neben 2 anderen für gut befundenen Kliniken zur Welt. Aufnahme bei 6cm MuMuÖffnung. Pda gan es dann nicht mehr. Dafür Wanne (schön!), ach nee, doch nicht, das CTG geht nicht. Lieber da mal aufs Bett legen. Aber ich wollte doch? Nix da. Hinlegen, ich komm dann später noch mal rein. 4 Stunden später, nach heftigstem Schmerz ohne Hilfe (oder PDA), kam dann auch mal ne Gyn. Och. Das dauert aber. Machen wir mal Saugglocke. Nee, schön liegenbleiben.
    Sehr blöd war das. Und der fette, besch… Dammschnitt schmerzte 6 Wochen lang.
    Kind 2 kam dann zu Hause. Nach schönen, veratembaren Wehen. 1 Stunde lang waren die Wehen heftig, dann platzte die Fruchtblase, und dann war nach 2 Presswehen das Kind da. Apgar besser als bei Nr. 1. Aber das lag vielleicht auch an der Hausgeburtshebamme, mögen Ärzte jetzt sagen. (Eine Notfallklinik lag in 5 min. Nähe, sonst hätte ich nicht zu Hause entbunden, übrigens.) Und heil und froh wie der Mops im Haferstroh.
    Welche Schublade bin ich denn nun, strandete ich mit Kind Nr. 3 bei Josephine?
    Unterschätzen Sie einfach den Klinikalltag und die damit schwindende pers. Betreuung nicht (durch Hebammen). Da wird aus Schublade A ganz schnell D. Oder so.

    Beste Grüße,
    Dr. Mama

  32. 36std wehen, ich war offen für alles aber es tat sich nichts. am ende eine sehr schwere spontane geburt aufm bett (glocke rutsche ab, 2 ärzte, 3 hebammen, ein arzt mit tücher um meinen bauch – geprellte rippen, alles gleichzeitig…).
    und ja:: ich hätte allzu gerne fröhlich aufm hocker oder sonstwie entbunden- aber dazu hatte ich einfach keine kraft mehr als es dann nach 5!! std presswehen soweit war. vielleicht ja beim nächsten – ich gehe da mal positiv ran!

  33. Mal eine bloede Frage (hab noch keine Kinder, deshalb keine Erfahrung): Verstehe ich das richtig, dass rumlaufen, hocken was auch immer wesentlich entspannender (wenn man das unter Geburt so nennen kann), hilfreicher und sinnvoller (Schwerkraft) ist, aber CTG nur im Liegen geht? Und wenn man hier so mitliest, ist CTG ja heutzutage ziemlich Standard, oder? Waere es nicht sinnvoll mal eine rollbares CTG oder sowas zu erfinden, oder gibt’s das schon?

    • Also
      1. Nee, CTG geht durchaus auch mobil (damit kam frau dann kabellos bis vor die kliniktür gehen – oder in die Badewanne!), im kreißsaal selbst ist die Schnur in der Regel so lang, das es für rumlaufen/hocken/4-füßler allemal reicht und
      2. Braucht es meistens gar keine Dauer-CTG-Überwachung und
      3. Ja, CTG ist deutscher klinikstandard

  34. Keine Ahnung, was ich war, gefühlt natürlich B, aber da müsste man ehrlicherweise doch die Hebammen fragen :-)
    Den Tag über bin ich auf Wunsch der Hebamme mit meinem Mann im Treppenhaus des Krankenhauses spazieren gegangen: Mit dem Aufzug hoch in den 11. Stock und dann brav die Treppen runter zum Erdgeschoß, und die Wehen immer schön am Fenster veratmet. Zwischendrin gab’s dann immer mal wieder CTG und dann weiter Treppensteigen. Irgendwann abends durfte ich dann in den Kreißsaal und bin dort auch als Käfer gelandet. Ob ne andere Position vielleicht besser wäre, wurde erst gar nicht thematisiert. Im GVK eigentlich auch nicht… und als die Hebamme am Ende, als der Kleine beim Pressen einfach immer wieder ganz zurückrutschte, was von Vierfüßler erzählt, war ich schon so fertig, dass ich den Kleinen bei der nächsten Wehe rausgedrückt habe. Ich wollte einfach nur zum Ende kommen und nicht noch lang rumturnen :-)
    Mal sehn, vielleicht probier ich’s beim nächsten Mal doch ohne Käfer, das Treppenlaufen hat mir auf jeden Fall gut getan.

  35. Ein wundervoller Beitrag, liebe Heldin! Bei Kind 1 war ich eine hoffentlich für alle Beteiligten gut erträgliche A: Ich wollte Wassergeburt, es wurde Wassergeburt, und der Doc sagte später, für eine Premiere sei alles sehr, sehr gut gelaufen.

    So wollte ich es auch für Kind 2. Kam aber anders, so dass ich eine Express-B wurde. Glücklicherweise hatte ich mir diesmal eine wundervolle Beleghebamme ausgesucht, die uns schon beim GVK immer wieder davor warnte, uns auf eine Methode zu versteifen.

    Gut, dass sie dabei war, als dann alles anders kam als bei Kind 1: Die Wehen waren von Anfang an ziemlich stark, ich wollte sofort in die Wanne, doch das CTG ließ es nicht zu. Meine Hebamme sagte immer wieder, das wird viel schneller gehen, als Du denkst. Bis die Wanne voll wäre, ist das Kind da. Und weil ich sie so gut kannte, habe ich ihr geglaubt. Und sie hatte tatsächlich recht, es war kurz und heftig.

    Ich habe dann die meiste Zeit gestanden (bzw. stehend abwechselnd an meinem Mann und Tüchern gehangen). Das war viel angenehmer, als es sich jetzt liest. Daher bin ich auch nach der notwendigen manuellen Untersuchung sofort wieder vom Kreißbett geklettert (trotz gerade geplatzter Fruchtblase). Mein Mann hat mich auch massiert (bei Kind 1 habe ich ihn beim ersten zaghaften Massageversuch angefaucht „nicht anfassen“…).

    Geboren habe ich Kind 2 dann auf dem Hocker. Das „flutschte“ wirklich sehr schnell und war – im Vergleich zur Wassergeburt in dezent-apricotfarbener Wanne – eine überraschend blutige Angelegenheit. Außerdem hatte die junge Dame nicht nur die Nabelschnur um den Hals (daher wohl das maue CTG), sondern auch noch die Hand elegant neben das ohnehin große Köpfchen gelegt. Aua! Beim ersten Mal wollte ich auf keinen Fall einen Dammschnitt (war auch nicht nötig), beim zweiten Mal hätte ich drum gebettelt, wenn Hebamme und Ärztin nicht von selbst auf die Idee gekommen wären.

    Bei Kind 1 war ich übrigens relativ still, und bei Kind 2 habe ich erst vornehm getönt (wie im GVK gelernt), um wenig später so laut zu brüllen, wie ich es noch von keinem Menschen gehört habe. Es war mir sehr unangenehm – wusste ich doch, dass just in diesem Moment der nächste GVK meiner Hebamme zur Kreißsaalführung vor der Tür stand. Mir hat das Brüllen echt geholfen. Ich fürchte nur, in dem nächsten Kurs haben einige Paare in dem Moment über geplanten Kaiserschnitt nachgedacht.

  36. Tja, was soll ich sagen. Ein wirklich sehr super amüsanter Blog.
    Schubladen, ja. Aber zu welcher gehöre ich.
    Kind 1 – kein GVK, um 23 Uhr: Wird schon werden. Relativ entspannt. Hebamme sagt: Kind kommt dann noch am gleichen Tag, aber nicht mehr in ihrer Schicht.
    Frage meinerseits: Wie lange geht denn ihre Schicht?
    Antwort: Bis 7 Uhr.
    Okay, denk ich. Leg mich in das Bett ins Zimmer. Veratme meine stärker und reglemäßiger werdenden Wehen und denke, die Hebamme wird wohl recht behalten.
    Hebamme kommt nochmal rein, um jemand neues dazuzulegen und fragt nach den Wehen.
    Ich: so alle 2 -3 Minuten.
    Sie: Jetzt aber schnell in den Kreißsaal.
    Sie konnte noch meinen Mann anrufen und die Kleine war dann nach 2 Presswehen um 3.30 Uhr da. Schnell, unkompliziert, nicht schmerzfrei, aber ertragbar. Dammschnitt und Riss, Scheidenwände gerissen. Viel viel Blut verloren, aber alles okay. Bin sehr ruhig gewesen, keine Schreie nur beim Schnitt, aber ansonsten lieb und brav.
    Hebamme: Naturbegabt. Der GVK wäre rausgeschmissenes Geld gewesen.
    Ich war stolz auf mich und Kind. Selbst das Nähen war hinterher angenehm.
    Ich dachte: So gerne wieder.
    Ach ja, übrings genau aufn Termin gekommen ;)

    2. Kind, aber komplett andere Geburt.
    Wehentätigkeiten seit 2 Wochen, aber nicht stark, unregelmäßig bis regelmäßig.
    Meine Werte werden immer schlechter, mittlerweile 6 Tage über Termin. Gyn: Ab ins KH.
    Also auf zum KH. Angekommen: Erstmal Untersuchung, dann Wehenfördernde Mittel und erstmal 2 Stunden ab in die Stadt spazierengehen.
    Nach dem die ich 7 der 8 Hebammen des KH kennernlernen durfte/musste, aber nach weiteren Wehenmitteln, geöffneter FBlasenöffnung, div. Geburtsstellungen und Gymnastikübungen keine Neuheiten aufzeigten. Die Werte von mir und dem Kind schlechter wurden (Warum nur? Wenn man mich hier durch die Gegend scheucht und die Hebamme vor mir irgendwie keine Ahnung vortäuschte) ab an den Wehentropf.
    Aber warum sanft, wenns auch schnell geht und die Hebammen gleich noch eine Führung durch den KS haben?
    Kind war innerhalb von 10 Minuten da unter sehr starken sehr unverhofften Schmerzen. Und hätte die Hebamme nach der 8 Presswehe nicht von alleine endlich geschnitten, hätte ich es ihr tatsächlich gesagt: Und jetzt schneiden!!!
    Kind da – aber keine Reaktion, keine Atmung. Hektik! Alles wird ganz schnell. Totale Panik wird verbreitet. Mein Mann kriegt die totale Flatter – kein Wunder.
    Ich ruhig, denke nur: Lass den armen kleinen doch mal ankommen. Der muss sich erstmal von dieser gewaltsamen Auf-die-Welt-holen-Aktionen erholen und ankommen.
    Kurz darauf dann: Kinderarzt soll kommen, aber nicht mehr mit Blaulicht. Kind atmet.
    Fazit: Nie wieder so! Schrecklich.

    Kind 3 – jetzt keine Wehentätigkeiten. Kurz vorm Termin, ist das CTG auffällig. Also wieder ab ins KH. Diesmal aber ein anderes KH.
    Hebamme: Wir werden einleiten, aber keine Sorge, dem Kind geht es gut.
    Diesmal hat die Einleitung 3 Tage gedauert.
    Ich blieb geduldig, kaum Wehentätigkeit, wenn dann abends und morgens waren sie wieder weg. Befund: 2 -3 cm MM offen, sehr weich. Zwischendurch Gespräche mit den Hebammen, Wunsch geäußert: Bitte nicht nochmal Wehentropf von null auf 100 – Danke!
    Nach 3 Tagen gehörte man schon zum Inventar, da man ja doch jede Stunde zum CTG kam (lästig!)
    Ärztin meinte, wir tun da heute mal was. Ihr Kind wird heute Nacht auf die Welt kommen.
    Ich: Okay. Ich ruf mal meinen Mann an.
    19 Uhr ab in den Kreißsaal. Wehentropf, diesmal aber langsam und bedacht mit 10 angefangen.
    Wehen etwas stärker.
    Tropf erhöhen, damit es weitergeht. Jetzt heißt es über die Flure wandern – witzige Gespräche mit meinem Mann: Mal sehen wie es diesmal wird. Obwohl noch stärkere Wehen auftauchen??? Lachen, Spaß, aber wir müssen warten.
    Erst kommt noch unter viel Geschrei um 23.30 Uhr im 2. KS ein Kind zur Welt: Ej, warum die und ich tänzel hier immer noch rum??? Gemein! Aber wir bleiben geduldig.
    Untersuchung der Gyn, sie öffnet einfach mal die Fruchtblase – Hebamme: Hab ich was nicht mitbekommen? – Aber: Ja, da sind ja mal Wehen!! Juchu!
    MM öffnet sich weiter, Tropf erhöhen. Weiter. Bis ca. 4 Uhr – jetzt gehts nicht weiter bei ca. 8 cm.
    Ich immer noch geduldig.
    Hebamme: Man muss aber auch genau hinsehen, ob du überhaupt Wehen hast. Hier immer so klammheimlich wegpusten.
    Wat will die eigentlich – soll doch froh sein.
    4.30 Uhr Entschluss zur PDA seitens der Gyn und Hebamme. Mir egal. Macht ihr mal.
    5.00 Uhr Anästhesist endlich da. Er setzt die PDA.
    Ich leg mich kurz hin – und zack: Kind ist um 5.15 Uhr da. Die PDA gut fürs anschließende Nähen. Grins.
    Kind atmet nicht, aber diesmal keine Aufruh, keine Panik. Kind darf ankommen und siehe da. Es fängt ganz von alleine anzuatmen.
    Die Nachgeburt war dann noch etwas schwierig, weil einfach zu viele wehenfördernde Mittel vorher, aber auch das haben wir dann noch hinbekommen.
    Fazit: Zwar anstregend, aber gut betreut. Vorher nie eine PDA, aber das Setzen hat es dann wohl gebracht.
    Man kann sich gut in die Hände von Gyn und Hebamme geben. Sollte vorher aber mal mit denen sprechen und wissen was man will. Nicht blindes Vertrauen.
    Und gut, wenn man sich, seinem Körper und dem Kind vertraut.

    Welche Schublade – keine Ahnung.
    Keine GVK, dafür aber viel gelesen. Vertrauen an mein Körpergefühl. Schlechte Wehentätigkeit, aber ich wollte nie Sectio, wenn es sich vermeiden lässt. Und man darf auch mal Wünsche äußern, aber geduldig bleiben, auf Hebammen gelegentlich hören – es ist ihr Beruf und Frau weiß nicht alles besser.
    Geburten vergißt man nicht, auch nicht, wenn das Kind dann da ist.

    und wichtigste Erkenntnis: Es ist ein Ammenmärchen, dass man die Schmerzen vergißt, wenn Kind da ist – ich weiß noch alles und mich tröstet nichts darüber hinweg.
    Trotzdem würd ich bis auf Geburt 2 alles nochmal so machen. Alle Kinder in Käferhaltung bekommen – für mich persönlich die beste. Nach dem ganzen hin und her bei Kind 2 und den tausend Positionen, die nur schlechterung statt besserung gebracht haben – aber vllt. lags an der Geburt selbst. Wer weiß das schon.

    Nichts ist schlimmer als besserwisserische Hebammen und Ärzte, die grad viel besser wissen, wie es einem geht und was gut für einen ist. Aber egal.

  37. Hm. Hm. Hm. Der Comment kommt zwar spät, aber zu meiner Entschuldigung: ich hab dieses Blog erst jetzt entdeckt… ;)

    Welche Schublade ist nun die meine? Irgendwas A-B, vermutlich. Ich habe quasi schon bei der Zeugung mein erstes Buch durchgelesen… (Nein, eigentlich nicht, Nachwuchs war ein Spontanentschluss, nix Geplantes), und ca. zwei Drittel meiner Schwangerschaft mit Lesen und Surfen und in irgendwelchen Foren für werdende und frischgebackene Mütter verbracht. Das restliche Drittel verbrachte ich zur Hälfte mit Kotzen, der Rest ging im Krankenhaus drauf. ;)
    Dort fasste ich dann auch – von der Klinik superangekotzt und frei von jeglichem Vertrauen in Ärzte, nimm’s nicht persönlich – den Entschluss, im Geburtshaus zu gebären. (Ich werde nie vergessen, wie mir eine Klinikhebi unter vorgehaltener Hand bestätigte, dass meine Entscheidung gut sei: „Haben Sie Recht. Bei uns ist das alles nur noch Pathologie!“) – Abgecheckt, durchgecheckt, eingecheckt, alles ok, gesagt getan.

    Nun, natürlich war als ebenso hysterische wie informierte Erstgebärende war mein großer Traum – Tusch! – DIE WANNE. Yay! Und ich bin regelrecht beruhigt, dass ich offenbar nicht die einzige Mutter bin, bei der es dann irgendwie doch ganz anders kam…
    Ich habe es dann (noch zuhause, es war noch am Anfang – „Schick sie mal in die Wanne, zum Entspannen!“) ganze zwei Wehen lang im Badezuber ausgehalten, und als dann unter der Geburt meine Hebamme nichts Böses ahnend frug: „OfTragedy, magst Du in die Wanne?“ kam nur ein leidendes „NEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIN!!!“
    Ja, genau, auch mir fehlte irgendwas zum Festkrallen, und ich hatte im Wasser mehr das Gefühl, gleich zu explodieren, als an Land.

    Naja, rausgeschlüpft ist der Kleine dann wahrhaftig in einer Art Vierfüßlerstand – das heißt, irgendwie über der Gebärbettlehne hängend und halb das Polster fressend. Hocker ging in dem Moment auch nicht, ich musste irgendwie nach vorne hängen…

    Und – Freude! – alles ohne Riss, ohne PDA, nur ein paar homöopathische Kügelchen und ein bisschen Buscopan. Bin ich tapfer, oder was?

    (Mit meinem blümchenlosen Geburtsbericht habe ich dann üprings noch die Hebi ebenso wie die Kinderärztin zum Gackern gebracht… ;))

  38. Danke für den hübschen Blogeintrag :-)

    Ich war Kategorie A (1. Entbindung – Tochter) und Kategorie B (2. Entbindung – Sohn). Bei meiner Tochter habe ich mich so gut wie gar nicht bewegt. Wie ein gestrandeter Wal lag ich da. Hab noch einer Frau zugehört, die im Zimmer nebenan ihren Sohn zur Welt brachte – fast geräuschlos. Hatte 2x PDA – weil sich nix eröffnet hat und habe letztlich irgendwie auf der Seite (glaube ich) entbunden. Es war im Nachhinein so in meiner Erinnerung, dass ich es SO nicht wieder machen wollte und es beim 2. Kind komplett anders machen wollte. Das ist mir mehr als gelungen. 6 Uhr ging es richtig los mit Wehen und veratmen. Schon vorher bin ich viel gelaufen und immer mal fein in die angedeutete Hocke gegangen. Hab dann am Strick gehangen – stehend – und habe (natürlich) auch nach einer PDA gerufen. Die Hebamme hat sich fein Zeit gelassen mit der Vorbereitung (Papiere und so) – dann sagte sie, dass es zu spät für die PDA war. Rauf aufs Bett – Vierfüssler und dann Anfeuerung der Hebamme, dass ich jetzt mein Kind rauspressen solle. Herztöne waren wohl nicht so und Kindlein war wohl auch blau, als es geboren war. Hab ich aber nicht mitbekommen. Jedenfalls hat die Entbindung 2h und 45 Minuten gedauert. Kindlein war ganz empört, als es vor mir lag und ich voller Adrenalin. Jedenfalls – mein Tip an alle werdenden Mamas – Bewegung, Bewegung, Bewegung. Hilft dem Kind ungemein, es auf die Welt zu holen.

    Mein Mann flüsterte mir mitten in einer Presswehe tröstend ins Ohr: „Es ist das letzte Mal.“ (Unsere Familienplanung ist abgeschlossen auf Deutsch) Hat mich aber nicht so getröstet in dem Moment.

  39. Ich fand den Artikel sehr witzig.

    Ein Typ fehlt noch: die ängstliche (bis hypochondrische), auch über Alternativen zum KH viel zu gut informierte Schwangere. Die sich mit fetalen und maternalen Mortalitäts- und Letalitätsrisiken beschäftigt. Die wissen will, ob bei einer vaginal operativen Entbindung die Geburtszange, eine normale Saugglocke oder eine Kiwi-Saugglocke verwendet wird, wie viele Oberärzte der Geburtsstation, der Neonatologie oder der Anästhesie auch an Feiertagen Dienst haben, wie hoch die Rate sekundärer Kaiserschnitte ist, wie lange der Mumu vollständig eröffnet sein darf bevor Kaiserschnitt droht, wie lange mit der natürlichen Entwicklung der Plazenta gewartet wird etc. Und die sich aus Angst vor schmerzhaften Komplikationen (z.B. Schulterdystoktie, protrahierte Austreibungsphase) evtl. gleich die PDA geben lässt etc.

    Bei meiner ersten SS war ich überrascht, dass es zigtausend Hebammen gibt – aber nur zur Vor- und Nachsorge, ins Krankenhaus kommt keine mit. Hä? Eine Hebamme, die keine Geburt begleitet? Wozu soll ich die dann vor der Geburt kennenlernen? Und wieso heißt die dann Hebamme? Für mich ein absolutes Paradoxon. Ich brauche eine Geburtsbegleiterin, der ich vertraue. Wie soll ich Vertrauen während einer Entbindung aufbauen zu einer vollkommen Fremden? Habe dann doch noch eine Beleghebamme gefunden, die mich ins KH begleiten durfte (in der Großstadt, in der ich wohne, gibt es nur 2). Allerdings brachte mir der Bonus (bis auf die ohne Bettelei gegebene Pda bei 7 cm) nix: die Frau hatte parallel noch eine andere Gebärende zu betreuen, so dass sie von meinen 5,5 Stunden gerade mal ca. 30 Minuten bei mir im Kreissaal war. (Also eher wie eine klassische angestellte KH-Hebamme.) Es kam auch sonst keiner vorbei. Ich wusste nicht, wie weit ich war. Hatte zwar Pressdrang, aber: durfte ich denn überhaupt pressen? Was mache ich, wenn das Baby einfach rauskommt?
    Am Ende, nachdem die andere Schwangere im OP-Saal geendet war, kam die Hebamme samt Ärztin hereingestürmt, sagte, ich sei viel zu lange komplett eröffnet (na, gut zu wissen…) drehte mich auf den Rücken (bis dato saß ich), führte mir einen Blasenkatheter ein (obwohl ich kurz vorher noch alleine auf Toilette gewesen war) und forderte mich zum Pressen auf. Mit letztem Wiederstreben gegen diese Art der „Vergewaltigung“ schaffte ich es, mich auf die Seite zu drehen. Denn auf dem Rücken liegen finde ich so etwas von absolut sch…., davon wird mir auch beim Zahnarzt immer schlecht. Emotional war ich total allein gelassen. Sie unterhielt sich auch nur mit der Ärztin („Die macht nicht mit. Das wird ein Kaiserschnitt“u.ä.) und gab mir Befehle („Pressen“). Wie gern wäre ich aufgestanden und hätte im Vierfüßler oder im Stehen entbunden! Die Kraft in den Beinen hatte ich und auch so war ich total fit. Saß ja vorher nur gelangweilt herum. Durfte wegen CTG nicht aufstehen (die Schallköpfe verrutschten), nur als ich aufs Klo ging.
    Aber egal. Wenigstens hatte ich keine Schmerzen. Bis auf den Damm-, Scheiden- und Labienriss beim Herauspressen, der trotz Betäubung weh tat.

    Jetzt bei der zweiten SS bin ich leider viel aufgeregter und nervöser als beim 1. Mal. Will nicht wieder wie ein Objekt behandelt werden. Und möchte ohne Partner, Freundin o.ä. zur Geburt. Habe zunächst über eine Hausgeburt nachgedacht, aber keine, aus meiner Sicht ausreichend erfahrene Hebamme mehr abbekommen. Habe mir 7 Krankenhäuser (in der Stadt und in den Nachbarstädten) angeschaut und bin immer noch nicht glücklich. Ich möchte eine 1:1 Hebammenbetreuung (senkt nachweislich die Komplikationrate im KH, da sie einem einen Teil der Angst nehmen kann), aber dort, wo das möglich ist, gibt es entweder keine PDA bei Vaginalentbindung (nur für Kaiserschnitt) oder nicht in jedem Kreißsaal eine Gebärwanne (beides würde ich mir gern als Option offen halten, je nachdem, wie die Geburt verläuft). Es sind 3 KH in die engere Wahl gekommen und ich werde mich wahrscheinlich überall anmelden und dann spontan entscheiden, je nachdem, wie motiviert, ausgeschlafen und kräftig ich an dem Tag für eine natürliche Entbindung bin, wie groß das Kind wird (das erste war bereits etwas über 4 kg) und wie stark die ersten Wehen ausfallen.
    Leider gibt es bei uns keine Hebammenkreißsäle. Und auch keine Doulas. Sehr-sehr schade.

    Und zu den Schubladen: da gibt es auch einige Einteilungen für Ärzte und Hebammen. Und man muss echt suchen, bis man den/die/das zur eigenen Person kompatiblen Arzt / Hebamme / KH findet.

  40. Der Arzt hat´s so gesehen schwerer. Der kann sich natürlich seine Patienten im Normalfall nicht aussuchen. Aber dafür wird er zumindest finanziell (gut oder weniger gut) entschädigt.

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