Erdanziehungskraft

16 Uhr, Dienstbeginn.

Im Kreißsaal ist OsoleMia aktuell mit einem Häs_Schen zu Gange, welches in Kürze vom ersten Kind entbunden werden soll. Die Kleine ist gerade mal süße 16 Jahre alt, gebaut wie Twiggy und vor lauter Angst jetzt schon völlig dekompensiert – während ihr Macker, Typ Extra-Cool-Und-Extra-Doof, Gameboy spielend auf dem Kreißbett rumlümmelt. Ich stelle mich vor, schüttel beiden die Hand, und nachdem Sunnyboy keinerlei Anstalten macht, seine Position zu wechseln und das Bett für die Mutter seines zu erwartenden Kindes frei zu machen, streif ich mir ein paar Handschuhe über und bau mich in voller Größe und Autorität vor ihm auf:

„So – dann mal Hosen runter!!!!“

Er: „…????????????????????…“

Ich: „Sie liegen auf dem Kreißbett, also sind sie schwanger, also werde ich sie jetzt vaginal untersuchen!“

DAS hat er verstanden, und keine 30 Sekunden später liegt Häs-Schen, statt seiner, schlotternd und bleichgesichtig vor mir, während ich meine üblichen Befunde erhebe. Und die sind für so ein kleines Persönchen gar nicht mal übel: 3 Zentimeter Muttermund, Cervix fast verstrichen, Kopf tief auf Beckeneingang, Fruchtblase steht. Das die Kleine dünn wie eine Zaunlatte ist, beunruhigt mich nur wenig, denn nach dem bisschen Bauch zu urteilen, den sie da vor sich her trägt, ist das Baby ähnlich zierlich geraten. Das passt schon…

Allerdings muß ich zusehen, das Schnucki ein bisschen ruhiger wird, sonst endet das Ganze früher oder später in einem Hysterie-bedingten Inkompatibilitäts-Kaiserschnitt. Und das will keiner. Deshalb tu ich, was ich sonst eher seltener mache: ich empfehle eine PDA. Aber sieh an – Rechnung ohne den Wirt gemacht, datt Häs-Schen hat ANGST vor der PDA. Das sie danach gelähmt sein könnte – oder so!

„Eye, datt is´ ächt voll Scheiße, du, wenn man nisch mehr laufen kann, eye! Da hat die Frau voll Schiss vor, eye!“ Sunnyboy tätschelt seiner „Frau“ beruhigend den Arm, zieht geräuschvoll die Nase hoch, und widmet sich wieder seinem Gameboy-Baller-Spiel. Danke auch, Kleiner, haste voll toll gemacht…

Ich erkläre lang und breit, daß die Risiken und Nebenwirkungen einer PDA wirklich verschwindend gering sind, ich in den Jahren meiner Tätigkeit noch nie einen Zwischenfall mit anhaltender Lähmung gesehen hätte, und mich noch nicht mal daran erinnern könnte, davon GEHÖRT zu haben. Häs-schen schaut weiterhin wie ein angeschossenes Kalb, während sich Sunny zwischen Grunz- und Stöhnlauten rezidivierend kommentierend einschaltet:

Die will datt nisch mit der Rücken-Dings-Bums. Datt geht abba auch so, sacht meine Olle…!“

Sehr schön, Schnucki, wenn du nicht gleich die Klappe hälst, führ ich dir datt Gameboy-Dingens anal ein, datt schwör ick dir…. *schnauf*

Wir kommen überein, Häs-Schen ein bisschen durch die Flure hoppeln zu lassen, und in ein bis zwei Stunden erneut beratend zusammen zu kommen. Ich brauch jetzt erst mal Abendessen – und ein wenig Abstand zu Sunny-Bunny.

21.45 Uhr

Soli ganz kleinlaut am Diensthandy, ob ich denn mal schnell kommen könnte? Ich spurte los, denn im Hintergrund hat man zweifellos ein völlig hysterisches Häs-Schen schreien hören. Was zum Geier ist denn nur passiert? Keine 30 Sekunden später steh ich schwer schnaufend und beinah reanimationspflichtig vor einem Häufchen PDA-Elend: Unser Anästhesie-Spezialist *HUST* hat wie immer alles gegeben und den unteren Körperteil des Mädels für die nächsten Stunden komplett Out-Of-Order gesetzt. Ich würd ihn gern ein wenig mit seinem Katheter-Set foltern, denn ganz davon abgesehen, daß die Lähmungs-Phobikerin gerade nicht mehr ansprechbar ist, macht es wenig bis gar keinen Spaß, zum Pressen anzuleiten, wenn die Schwangere unterhalb der Gürtellinie überhaupt GAR KEIN Gefühl mehr hat.

Aber damit nicht genug – zwei Stunden später erneutes Handy-Gebimmel, selbe Hebamme – ob ich nochmal schnell kommen könnte?

Im Kreißsaal erwartet mich eine rotgetränkte Vorlage – Soli hat gerade die Vorblase geöffnet, um dem Köpfchen die Möglichkeit zum Tiefertreten zu geben – und entgegen kamen ihr geschätzte zwei Liter blutiges Fruchtwasser. AAaaaaaaah – ich war doch immer ganz brav, was SOLL das denn alles heute??? Ein Blick zur völlig unauffälligen Herztonkurve auf grünkariertem CTG-Papier zeigt, daß wir es momentan (noch?) nicht mit einem akuten Notfall zu tun haben, trotzdem hätte ich gerne eine MBU um ganz sicher zu gehen, daß mit dem Baby alles in Ordnung ist. 20 Minuten später dann Gewissheit – egal woher es blutet, Mutter und Kind sind derzeit nicht gefährdet, wahrscheinlich ist nur ein Blutgefäß am Muttermund aufgegangen – daran läßt sich gerade mal nichts ändern und es sieht auch schlimmer aus, als es ist.

Sonst alles prima, Köpfchen kommt tiefer, Häs-Schen hat sich ein wenig beruhigt und jammert nur noch hin und wieder ein klein wenig, und Sunny hat es sogar geschafft, sich längerfristig von seinem Spielzeug los zu reißen!

0.30 Uhr – Im Kreißsaal nebenan ist Gloria-Victoria (= Lieblingshebamme! :)) mit einer Viertgebärenden eingezogen und das CTG des Häs-Schens vermeldet Pressphase. Schade, daß Häs-Schen selbst überhaupt gar nichts davon mitkriegt, die PDA sitzt immer noch bombenfest – ich würd gerne den Anästhesist aus dem Bett schütteln und an den Haaren zum Kreißbett schleifen, dort festbinden und nach jeder Wehe, die ich von oben mit kristellern muß, ein bisschen verhauen, nur damit er weiß, was er beim nächsten Mal auf GAR KEINEN FALL mehr machen darf! Im dritten Anlauf haben wir es dann aber doch geschafft und mit vereinten Kräften einen kleine, dürren Jungen auf die Welt gepresst. Es ist

1.30 Uhr als ich nach Dammriss-Nähen müde ins Bett falle und

2.15 Uhr als Goldstück mich zur nächsten Geburt telefoniert. Nein, ich jammer ja gar nicht. Ich liebe meinen Job…. *gäääääääähn*

Frau Klein-Mittermann, Anfang 30, Lehrerin ohne Chefarzt-Ambition und mit unglaublichem Organ, ist bereits im Treppenhaus deutlich zu hören – im Kreißsaal angekommen überlege ich kurz, mir irgendwo ein paar Ohrenstöpsel zu organisieren, denn in unmittelbarer Nähe zur Patientin scheint durchaus akute Schädigungsgefahr für die Sinneszellen des Innenohres zu bestehen! Weil: Frau Klein-Mittermann ist laut. Was sag ich – Die Frau ist eine Urgewalt im Luciano-Pavarotti-Ausmaß! Und in jeder Wehe, so scheint es, steigt das Crescendo ihres Wehklagens noch eine Oktave höher – während ein leicht verstört dreinblickendes Goldstück erfolglos versucht, gegen die stimmgewaltige Paukerin anzuschreien. Herr Klein – oder Mittermann, frau weiss es nicht – ein farbloser, unscheinbarer Kerl, Typ Finanzberater ,sitzt derweil irgendwie geistesabwesend daneben und tätschelt seiner Frau, nur monoton unverständliches Zeug brummend, die schweißnasse Stirn.

Nach der dritten durchgebrüllten Wehe wird es mir dann doch zu bunt, und da ich mit drei eigenen, redefreudigen und ebenfalls lautstark veranlagten Kindern in einer ganz anderen Liga spiele als die alleinstehende G-V, kann ich vom Lautstärkepegel her locker mit der Patientin mithalten:

Ich: „FRAU Klein-Mittermann – SCHLUSS JETZT MIT BRÜLLEN – PRESSSSSSSSSEN!!!!!! SOFORT!!!!!!!“

Siehe da – das Überraschungsmoment ist mein! Erschrocken und offensichtlich beeindruckt hält Frau K-M kurzfristig inne, um direkt anschließend – nur noch leise knurrend – all ihre Kraft von den Stimmbändern in die Bauchmuskeln zu verlagern. Und keine zwei Wehen später flutscht ein kleines, dickes Baby völlig komplikationslos in vorgewärmte Tücher. Meine Patientin schreit schon wieder ein bisschen – dieses Mal jedoch das hochfrequente Begrüßungskreischen, und ich frag mich noch, ob ihr Mann jetzt einfach komplett die Nerven verloren hat, oder weint, oder einfach nur keine Lust mehr auf Schreien hat und deshalb den Kopf auf die auf dem Kreißbett verschränkt liegenden Arme legt – als er auch schon mit einem tiefen Seufzer rittlings vom Hocker fällt und, weiß wie die Wand, hart auf dem Boden aufschlägt.

WHOW! DAS hatte ich auch schon ewig nicht mehr! Vater mit erhöhter Erdanziehungskraft! Glück, das es ihn erst jetzt überman(n)t (*harhar*) hat, denn kollabierte Männer in der Pressphase müssen leider unbeachtet liegen bleiben, bis das Kindelein draußen ist. So kann ich mich jedoch fast augenblicklich um ihn kümmern, und es dauert geschlagene 5 Minuten und OsoleMias zusätzliche Kräfte, den Kerl wieder einigermaßen auf die Füße zu bringen. Arme Socke, sobald sein Verstand wieder halbwegs zu funktionieren scheint, ist klar, daß ihm die Geschichte end-peinlich ist. Und daran ändert auch nichts, daß wir – nach kurzem Check, ob auch wirklich alles in Ordnung ist – gemeinschaftlich so tun, als wäre das gerade gar nicht passiert. Ist aber immer so – Männer fallen nunmal nicht so gern in Ohnmacht. Schon gar nicht allein unter lauter Frauen. Armer Kerl – ich hoffe, er hat keine bleibenden Schäden davon getragen… ;)

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41 Kommentare zu “Erdanziehungskraft

  1. Och, nach meiner Erfahrung kann man auch mit bombenfest sitzender PDA prima pressen! Die hatten sie nämlich mir verpasst, als ich nach 1,5 Tagen Eröffnung mit Wehentropf und Zäpfchen dermaßen pissed war, dass ich um Holzhammernarkose und Längsöffnung des Bauches mit dem nächstbesten halbwegs scharfen Instrument gebeten habe.

    In der PDA öffnete sich der Muttermund dann auch recht entspannt und leider haben sie erst nachgespritzt und dann geguckt, wie weit er denn schon sei.

    Da voll eröffnet war, habe ich dann die Pressphase total betäubt erlebt und gepresst wie eine Weltmeisterin. So doll, dass ich während des Pressens nichts mehr gehört habe; auch nicht die Ansage „Jetzt nicht mehr pressen!“ Alles was noch durchdrang, war „…pressen“.

    Mein Mann ist heute noch dankbar für die Erfindung der Nabelschnur, da seiner Meinung nach anderenfalls das Kind von der gegenüberliegenden Wand abzukratzen gewesen wäre… ;)

    P.S.: Für den Damm war das natürlich doof, ebenso wie die Tatsache, dass der Bratz beide Hände neben dem Kopf hatte… :shock:

  2. Pingback: Tweets that mention Erdanziehungskraft « Heldin im Chaos: Im Kreißsaal ist OsoleMia aktuell mit einem Häs_Schen zu Gange, welches in K... -- Topsy.com

    • Das wollte ich auch grad schreiben. Wird in meinen Wortschatz aufgenommen!

      Super Artikel im übrigen, da kann ich ja heute gut gelaunt in den Urlaub fahren. ;-)

  3. Äh, ja. Da hats meinen Beitrag ja gründlich zerlegt… (memo to self: keine größer/kleiner-Zeichen in Beiträgen mehr verwenden…)
    Geschrieben hatte ich eigentlich folgendes:
    Zitat: ‚Ich: “Sie liegen auf dem Kreißbett, also sind sie schwanger, also werde ich sie jetzt vaginal untersuchen!”‘
    Loooool – kann man bei dir Kurse in Schlagfertigkeit buchen? Ich will das auch können…

    Zitat: ‚Frau K. ist eine Urgewalt im Luciano-Pavarotti-Ausmaß!‘
    Joa… ist manchmal durchaus nützlich wenn man mit pubertierenden Kids zu tun hat (da schließe ich meine Studenten jetzt mal mit ein ^^)

    Zitat: ‚Vater mit erhöhter Erdanziehungskraft!‘
    :D

  4. Was zum Geier habt Ihr für Anästhesisten? In sechs Jahren habe ich es nicht hingekriegt aus Versehen komplett zu betäuben. Absichtlich zur Sectio ja, aber so… scheint bei Euch aber öfter vorzukommen, ich glaube mich zu erinnern, dass Du das schonmal geschrieben hast. Vielleicht sollten die mal ihre Dosierungen überdenken? Frag den Künstler doch bei nächster Gelegenheit ob er schonmal was von „walking epidural“ gehört hat?

    • hatter nich… – und es ist immer derselbe, der es einfach nicht auf den appel bekommt. irgendwann verhau ich ihn, ich schwöre…!!!

      • Eigentlich schade, weil er ja schafft das Ding an die richtige Stelle zu wummsen wie der durchschlagende Erfolg zeigt. Du solltest ihn also solange verhauen bis er bereit ist über die Dosis nachzudenken. Vielleicht sollte man ihm mal erklären, dass es durchaus einen Unterschied gibt zwischen grosser Bauchchirurgie und einer Entbindung… also bei jedem Schütteln laut und deutlich „WENIGER, DU DEPP!“ schreien…

      • “WENIGER, DU DEPP!” schreien…

        ich seh schon – wir verstehen uns!!! *ggg*
        ich teste es demnächst aus…!

  5. Na, da lob ich doch mal meinen Mann, bei dem Kaiserschnitt bei unserer Kleinen war er dabei und hat sogar verbotenerweise übers Tuch gelinst…..ein bisschen blass war er ja, aber dafür kennt er mich jetzt in und auswendig *g*

  6. Muss Patrick recht geben. Meine PDA war super, ich hab alles gespürt, aber es hat nicht mehr weh getan. Leider gab’s dann wegen Stirnlage doch nen Kaiserschnitt …

  7. welcher sunny spieltn heut noch mitm gameboy???

    wie wäre es denn wenn der gameboy n Verhütungsspiel inne hat :D

    dann werden nachfolgende Häs_schen geschont, hahaha.
    also ganz ehrlich…da denkt man sich doch „wie triebgesteuert ist die Menschheit? Pimpern kann scheinbar jeder dahergelaufene Oger“
    und wegen der Erdanziehung…hm… hätt nich gedacht dass es das echt gibt. Mein Mann ist bei Nr.1 nach über 30h Wehen nur mal rausgegangen weil er ne Pause brauchte.. hat mich aber nicht gestört:) schliesslich musste er danach immernoch gute 10h durchhalten *gg*

    • gameboy, portable ps – whatever! auf alle fälle hat das ding mehr kugeln abgegeben als ne kompanie schützen auf dem schießstand…

  8. Der Spruch mit der vaginalen Untersuchung ist einfach ZU geil! :D Echt, um die Schlagfertigkeit beneide ich dich.

    Der Vater mit erhöhter Erdanziehungskraft hat mir auch ein Lachen ins Gesicht gezaubert :)

  9. danke danke danke
    nachdem das wochenende echt bescheiden angefangen hat und ich leichte lust verspüre alles lebendige in meiner nähe zu meucheln…..konnte ich gerade herzhaft lachen:-))

  10. Es scheinen doch mehr Männer umzukippen als ich dachte. Gestern mußte ich mir vom Prof. höchstpersönlich die Erlaubnis holen, dass mein Mann mit in den OP darf und versichern, dass er nicht umzukippen gedenkt. Ich dachte bisher immer das sei absoluter, nicht zu diskutierender Standart!?

  11. Wieso laufen all deine Artikel eigentlich nach dem Schema „Böse Welt vs. Heldin“ ab? Deine Dialoge wirken ebenso gestellt wie deine scheinbare schlagfertige Art.

    • keine ahnung…?! that´s life? aber warum liest du hier, wenn es dir nicht gefällt, hm? Und dann auch gleich MEHRERE einträge… *ggg*! gibt doch noch millionen anderer blogs!

  12. Habe gestern einen Verbesserungsvorschlag einer Patientin, die eine Sectio bekam, vernommen.

    Sie schlug vor, die doofen grünen OP Hauben wegzulassen. Das wäre so fürchterlich unpersönlich, da sehen ja alle Beteiligten gleich aus!! *Kopf Tischkante*

  13. @pell:
    ich als Beamtin *hüstel* finde Bürger doof; die Verkäuferin ist von ihrem Kunden genervt und dem Arzt gehen seine Patienten auf den Keks. Das ist eben so – ungeschriebenes Gesetz.
    ;-)))

  14. Pingback: Google sucht Heldin II… « Heldin im Chaos

  15. Hallo.
    Ich war während meiner PDA auch gänzlich ohne Gefühl im Unterleib. Ich konnte mich nicht mal selbstständig im Bett aufsetzen, von stehen oder gar laufen ganz zu schweigen. Tot bis unter die Brust sozusagen.
    Da es meine einzige PDA war, dachte ich das gehört so…schlimm. Während der Pressphase haben mehrere Leute inkl. Kinderarzt, Anästhesist, Chefarzt, leitende Ärztin und natürlich Hebamme mit geschoben und gepresst, weil ich zwar gepresst habe, aber beim besten Gewissen nicht wusste „wohin“ ich da presse.
    Gaanz schlimm. Ich glaube, es war nur den Goldhänden meiner Hebamme zu verdanken, dass dabei das 37,5cm-Bollerköpfchen meines Sohnes meinen Damm unbeschadet ließ. Dafür ging sein Schlüsselbein zu Bruch.
    Offensichtlich ist das nicht nötig. Wieso engagieren Krankenhäuser solche schlechten Handwerker? Verstehe ich echt nicht. Wie kannst Du Dir das tatenlos mitanschauen? In so einem verantwortungsvollen Beruf, wäre doch ein wenig Kompetenz nicht zu viel verlangt?

    • Wie kannst Du Dir das tatenlos mitanschauen?

      naja – was soll ich machen? ich stell die betäuber nicht ein, und selbst wenn ist es hier wie dort: es GIBT einfach kaum noch fähige mediziner auf dem markt, da ist man froh um jeden, den man bekommen kann! traurig aber wahr.

      • Eieiei, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass es an Medizinern fehlt.
        Das ist ja schlimm, kein Wunder meinen viele deshalb, sie können sich alles erlauben. Aus-, Weiter und Fortbildung sind offensichtlich häufig für die Tonne.

        Natürlich stellst Du sie nicht ein, aber Du kannst ihre Arbeit beurteilen und mußt damit selber arbeiten. Ist Dir nie der Gedanke gekommen, das zu melden? Ich meine es geht ja hier nicht um verantwortungsbewußten Umgang mit Büromaterialien, oder so.

        …kaum noch fähige Mediziner auf dem Markt…ich bin geschockt! Da kann man nur hoffen, dass die alle schon angestellt sind und es auch eine Weile bleiben…

      • ja, wem soll ich es melden? dem chefanästhesisten? der sagt mir dann „bringen sie mir einen gescheiten kollegen, dann stell ich ihn ein…!“
        und doch, fähige gibt es schon, aber die sind halt immer als erstes weg, und zwar meist GANZ WEIT WEG (ausland, lukrative forschungsjobs, all sowas… – kein kleines provinzkrankenhaus).

      • I see, nichtsdestotrotz schwindet bei solchen Aussagen „aus erster Hand“ bei mir das (eh schon angeknackste) Vertrauen in die deutsche Gesundeitsversorgung. Vor allem was bevorstehende Geburt(en) angeht, werde ich mir diesmal Alternativen überlegen. Ich werde mich bestimmt nicht ein zweites Mal freiwillig der Gefahr aussetzen, mich in die Hände eines drittklassigen Mediziners zu begeben.

        Und wenn man Euren Betäuber schon nicht auswechseln kann, sollte man ihm vielleicht eine Fortbildung spendieren…und sag mir jetzt nicht das Geld dafür wäre auch nicht da…das kriegt Ihr doch mit einem Kaiserschnitt wieder rein ;)

      • marla – zum einen ist es NICHT die aufgabe des gynäkologen, den anästhesisten zu finanzieren. das sind zwei paar völlig unabhängige schuhe. der anästhesist verdient sein geld durch das abrechnen der anästhesie, der gynäkologe durch seine gynäkologischen tätigkeiten. da wird nix hin- und hergeschustert, das ist von vorne herein ganz klar, wem welches geld gehört. ich verlange ja auch nicht vom radiologen (der unsere mammographien macht), daß er meinen sonographie-lehrgang bezahlt. dafür gibt es in deutschland die sogenannten abrechnungsziffern, und die sind streng nach fachgebieten sortiert.

        die andere geschichte ist – anäshtesie ist eine eigene fachrichtung mit eigenen leitlinien, eigenen chefs und, und, und. da hab ich als gyn genau GAR NIX zu melden. ich kann mal zum kollegen sagen „fand ich jetzt nicht gut, wie du die pda so hoch gespritzt hast“, und entweder es interessiert ihn, dann macht er es vielleicht beim nächsten mal besser, oder es interessiert ihn nicht – dann zeigt er mir hintenrum den vogel und macht weiterhin, was er will.

        ganz davon abgesehen, daß das bei der walking-pda ein problem ist, ist diese fach-unabhängigkeit jedoch auch ganz gut. denn wo käme ich da hin, wenn mir jeder „dahergelaufene“ ;))) hno-ler, dermatologe oder internist erzählen würde, wie ich meinen job zu machen habe. arzt heißt heute nicht mehr, daß jeder alles kann, sondern die fachrichtungen sind so umfassend geworden, daß nur noch alt eingesässene chefärschezte meinen, sie hätten wirklich von allem eine ahnung.
        es liegt in diesem fall wirklich an den patienten, sich im nachhinein nochmal mit dem anästhesisten rück zu koppeln und zu sagen, das ihr es SO_nicht gut fandet!

      • Alles klar, aber wenn die Wahrscheinlichkeit da ist, dass Du als Kollegin schon nicht ernst genommen wirst mit Deiner Kritik, was wird den Anästhesisten meine Rückmeldung jucken… Ich bleibe desillusioniert und bei meiner Vorstellung, dass Ihr als Ärzte (verschiedener Fachrichtungen) doch immer noch an dem Meschen (als Ganzes, bitte) arbeitet, und daher am Besten zusammen! Kein Wunder wird die Medizin und die Gesundheitsversorgung von vielen Seiten kritisiert, wenn die eine Fachrichtung nicht weiß was die andere Fachrichtung macht. Ich meine nicht im Allgemeinen, sondern z.B. an einem Patienten. So zum Beispiel kommen unnötige Röntgenaufnahmen, falsche Diagnosen oder eben wie in Deinem Fall erschwertes Arbeiten zustande.
        Naja und mit Ihr zahlt das, meinte ich auch eher sowas wie das Krankenhaus oder wer auch immer dafür aufkommt.
        Danke im Übrigen, dass Du Dir die Zeit nimmst mit mir ein wenig zu diskutieren, und vor allem meine Anschuldigungen (allgemeiner Art) nicht persönlich nimmst. Du kannst ja schlussendlich nichts dafür, weiss ich ja.
        *kleinlaut* obwohl ich immer noch denke, Du solltest Deine Einschätzung über den Kollegen öffentlich machen, und nicht anonym und kleinlaut in einem Blog.*isjagutichhörschonauf*

      • marla – du kennst den spruch: mit den mokassins (ich HASSE IHN): urteile nicht über etwas, was du nicht beurteilen kannst! DU als patient bist kunde (noch dazu privat, wenn ich das richtig verstanden habe), du hast bei einer beschwerde allemal mehr aussicht auf erfolg, als ich kleines assistenten-licht. und was ich wem wann sage, das lass mal bitte meine sorge sein :)

      • Es IST meine Sorge, wenn ich mich (als Kassenpatient, übr.) Ärzten augeliefert sehe, die Scheiße bauen und nicht einmal die Kolegen im Bewußtsein darüber sich trauen dies zu kritisieren.

      • jetzt wird es langsam ein wenig unsachlich… – sag das doch alles bitte erstmal DEINEM anästhesisten und gynäkologen, bevor du auf wildfremde leute losgehst!

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