„An einem Morgen im Frühling…“

An einem Morgen im Frühling ist mal wieder das totale Chaos über mich herein gebrochen. Muss das sein? Ich meine: MUSS DAS WIRKLICH SEIN???

Das Stück fängt schonmal in Unterbesetzung an – Chef nicht da, Oberarzt Zarewitsch nicht da, Wilma im Dienstfrei – und die Bude voller Leben! Im OP wird schon mit den Hufen gescharrt, macht mal eben minus eine Oberärztin PLUS minus zwei Assistenten auf der heutigen Gynäkologenrechnung. Bleibt nix übrig außer mir und der übrigen, anfallenden Arbeit. Welche sich zusammensetzt aus 24 Grundschulkindern inklusive Hilfs- und Lehrerin (nennt sich: sexualkundebezogener Sachkundeunterricht), einer 15jährigen Erstgebärenden mit Wehentätigkeit, Blasensprung und schlechtem CTG, (nennt sich realitätsbezogener Sexualkundeunterricht…),  diversesten Ambulanzgeschichten sowie 2 Stationen Visite, Entlassungen UND Aufnahmen.

Die Schulkinder sind witzig. Und nett. Und irgendwie nicht wirklich informiert – was die Sache um so lustiger macht. So schallen wir zum Beispiel eine schwangere Patientin in der 28. SSW, und während ich versuche, Licht in das schwarz-grau-weiß des Ultraschallmonitors zu bringen (will sagen – denen DAS KIND da drin ein bisschen näher zu bringen) stelle ich die ein oder andere Frage. Beispiel:

„Wie bekommt das Baby da drin denn etwas zu essen?!“

Antwort: „Durch BEFRUCHTUNG!!!“

Oooookaayyyyyyy – ich denke auf DIESEN Teil der  Story muß in der nächsten Stunde nochmal genauer eingegangen werden *hust* Dann lachen sich die Mädels noch über den vermeindlich winzigen Penis des Ungeborenen scheckig, was den männlichen Part der Truppe verständlicherweise in solidarische Empörung versetzt, und nach einer halben Stunde ist der Spaß auch schon wieder vorbei! Alle bedanken sich artig und ziehen dann vergnügt weiter in die nächste Ambulanz.

Währenddessen ist Gloria-Victoria im Kreißsaal mit „meiner“ Erstgebärenden zu Gange – das CTG war bei Übergabe in der Früh schon nicht wirklich lustig anzusehen, JETZT wird es grad irgendwie immer gruseliger. Bei der vaginalen Untersuchung zeigt sich jedoch, daß der Muttermund durchaus auf hoffnungsfrohe 6-7 cm eröffnet hat. Also MBU (Mikroblutuntersuchung zur Überprüfung des Sauerstoffgehaltes im kindlichen Blut) gemacht – eine der, wie ich finde, wiederwärtigsten Untersuchungen überhaupt, aber dennoch völlig daseinsberechtigt:

Zuerst führt man ein siffonähnliches Teil in die Scheide der auf dem Rücken liegenden Schwangeren ein, bis man durch die kreisrunde Öffnung direkt mehr oder weniger behaarte Babykopfhaut vor der Nase hat. Diese wird dann desinfiziert, getrocknet, mit Paraffinöl abgerieben UND (jetzt kommt der gemeine Teil) mit einem Lanzettmesserchen eingeritzt. Im besten Fall bildet sich nun ein Blutstropfen, welcher (den Siffon immer noch mit der linken Hand am Säuglingshinterhaupt fest pressend) mit rechts und mittels einer dünnen Kapillare an einem laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangen Haltegerät aufgesogen und an die bereitstehende Hebamme übergeben wird. Die sprintet dann wie der Teufel zum Astrup-Gerät, betet derweil zu allen heiligen Geburtshelfern, daß das Blut trotz Heparins nicht gerinnen möge, die Kiste nicht gerade am Kalibrieren oder sonstwie anders beschäftig  und deshalb willig ist, besagtes Blut einzuziehen und auszuwerten.

Wenn alles optimal klappt, spuckt der Kasten zwei Minuten später den Schein für „Spontanentbindung in Ruhe“ „Spontanentbindung bisschen eilig“ oder „Sectio JETZT“ aus. Wir haben Glück und ziehen einen Zeitschein – heißt: pH super, Kontrolle in einer Stunde!

Die Stunde überbrücke ich dann mal locker mit Aufnahmen, Entlassungen, Ambulanzkram und Briefe schreiben – kaum ist sie rum, spielen wir das MBU-Spiel ein zweites Mal. Auch jetzt grünes Licht vom Gerät – ab in die nächste Runde Stunde!

Die Eieruhr ist gerade am Ablaufen, das CTG macht mir immer noch dezent Bauchschmerzen, und ich will gerade das Lanzettmesser ansetzen, als M. (die 16jährige) ein megamäßiges Gebrüll von sich gibt – und blonder Haarflaum kurzfristig im Scheideneingang aufblitzt. SUPER!!! Keine Ritzerei mehr – JETZT bekommen wir ein Kind!

Doch da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht – kaum ist das MBU-Zeugs fachgerecht abgebaut, fängt M. das Zicken an: „Wann kommt es denn?!“ – „Kommt es jetzt!?“ – „Ist es schon da?!“ „Wie oft noch pressen?!“ „Einmal pressen?!“ „Zweimal???!“ „DREIMAL…?!“

ARRRGGHLLLLLLL   *Kopf ->Tischkante“©

„M. – du kannst nicht an einer Tour reden – du mußt jetzt mal PRESSSEN!!!! Sonst sitzt dein Kind morgen noch da drin!“ (…und ich kriech gleich ´nen Föhn…!!!!)

M. will nicht oder kann nicht verstehen – ihr Redeschwall bleibt von meiner klaren Ansage völlig ungebrochen. Die Zeit drängt – das CTG ist zwar nicht katastrophal schlecht, aber wenn die Mutter jetzt das letzte bisschen Sauerstoff noch verbabbelt, dann haben wir gleich ein Problem. Also schmeiß ich mich in der nächsten Wehe mit vollem Körpereinsatz auf den Fundus und schiebe selbst mal eine Runde mit. Was die werdende Mutter derart beeindruckt, daß die Loghorrhoe kurzfristig versiegt. Und siehe an – selbst von hier oben sehe ich den Blondschopf eindeutig tiefer treten.

Nach drei weiteren Runden bin ich klatschnass geschwitzt, hab akute Muskelkrämpfe im Arm – und das Kind fast alleine raus gedrückt. Die Mutter hat ihre Sprache wieder gefunden und jammert jetzt in den höchsten Tönen:

„Es tut weh!“ „Hol es da raus!“ „Es tut weh!“ “ Ich kann nicht mehr!“ „Es tut weh!“ „Ich will nach Haus!“

Könnte man fast einen Rapp draus machen…

Gefühlte 20 Presswehen später ist das Kind dann geboren – und wird direkt übergangslos vollgelabert. Kein Wunder das es da nicht raus wollte – dachte sich wahrscheinlich: „Wenn das hier drin schon so nervtötend ist – wie mag es sich dann erst draußen anfühlen…?!“

Der Vater hat übrigens meiner Erinnerung nach nicht ein Wort gesagt. Vermutlich verbraucht sie seinen Tagessatz an Wörtern immer automatisch mit…?!

Gegen Nachmittag kehrt dann langsam Ruhe ein, und nur eine typische Chirurgengeschichte läßt mich zum wiederholten Male an der Zurechnungsfähigkeiten der Aufschneider zweifeln:

Telefon bimmelt und kündigt den chirurgischen Dienst via Display an:

Ich: „Jaaaaaaa?!“ (die Chirurgen rufen nie „nur mal so“ an – die wollen immer irgendwas…)

Er: „Ich hätte da ein dringendes Konsil für eine Frau AB XY!“

Ich: „Ähm – Frau AB XY wurde gestern von meiner Kollegin mit Bauchschmerzen im Dienst aufgenommen, konsiliarisch bei Euch (=Chirurgen) vorgestellt, und ihr habt sie dann auch direkt übernommen – FREIWILLIG!!!“

Er (hüstelt): „Jaaaaaaaaaaaa – mein Oberarzt meinte jetzt, die Frau sei doch nicht chirurgisch, sie möchten sie doch bitte untersuchen und dann ggf. zurück übernehmen…!“

Ich (streng): „Und warum sollten wir so etwas dummes tun?!“

Er (überlegend – dann kleinlaut triumphierend): „Na – weil sie doch SCHWANGER ist!!!“

Tadaaaaaaa

*FanfarenStöße*

*KonfettiSchmeiss*

(Man erinnere sich – „Abba Headbängääää – isch bin doch schwangäääääää“….)

Ich (knapp): „DAS war sie gestern auch schon! 4+1 Schwangerschftswoche!!!“

Er (ich hör ihn ins Telefon schwitzen): „Aaaabaaabaaaber – Eileiterschwangerschaft…..?!“ *flüster*

Jetzt würd ihn jetzt gerne einmal durchs Telefon ziehen und dorthin treten, wo die Sonne niemals scheint. Aber er KANN ja irgendwie auch nix dafür, daß sein Oberar*** genau DAS IST – ein Ar***, der seinen Hintern im Dienst keinen Millimeter vor die eigene Haustür bewegt, demzufolge alles erstmal aufnehmen läßt, was er auf die Entfernung nicht eindeutig abklären kann, um am nächsten Tag die nicht OP-würdigen Patienten dorthin zurück zu turfen, wo sie hergekommen sind. Macht er natürlich nicht selbst, sondern für die Drecksarbeit ist wie immer das kleinste Licht im Leuchter verantwortlich – der Assi! Und der hat im GynKurs nicht aufgepasst, sonst wüßte er, das eine Schwangerschaft in Woche 4+1 so relevant ist, wie ein umgefallener Sack Reis in China. Und mitnichten schonmal eine aktue Eileiterschwangerschaft verursacht. Das arme Ei hat den Leiter wahrscheinlich noch gar nicht verlassen KÖNNEN, weil es noch auf der langen Plattenepithel-Autobahn gen UTERUS unterwegs ist!!! Menno – Schnarchsack!!!

Ich bin dann mal eine Wand und schmetter die geplante Übergabe resolut ab – soll der Ar*** doch toben, ich bin schon groß, ich kann das ab!

Aber ganz zum Schluß gibt es dann doch noch ein kleines Schmankerl – sozusagen als versöhnlicher Abschluß eines ÄCHT langen Tages: Viertgebärende Frau am Termin, dreimal schwere Kinder entbunden, jetzt wieder groß geschätztes Baby. Als mich OsoleMia in den Kreißsaal ruft, sind wir bei hyperfrequenter Wehentätigkeit und 6-7 cm Muttermund. Die kleine, wirklich sehr hübsche Frau quält sich stumm und nur hin und wieder leise aufstöhnend, während ihr hühnenhafter Mann brav VOR der Kreißsaaltür Wege ins Linoleum läuft. Nachdem wir die Wehen durch ein bisschen Basiswehenhemmung (sozusagen fahren bei gezogener Handbremse) einigermaßen in den Griff bekommen haben, untersuche ich erneut – Muttermund vollständig, aber der Kopf ist Jott-We-De (Janz weit draußen) und tritt auch in der Wehe nicht unbedingt tiefer…

Also tu ich – mit einem Blick auf die völlig erschöpfte, nassgeschwitzte Frau das, was ich sonst eher selten mache: Ich biete ihr eine PDA an! Und sie willigt sichtlich erleichter ein (nein, ich war unschuldig – sie WOLLTE vorher in der Tat keine Betäubung!!!). So heiße ich also Soli, Mütterchen Geburt vorübergehend in den Vierfüßlerstand zu bringen, um dem Köpfchen das Tiefertreten ein bisschen zu erleichtern – und informiere den diensthabenden Anästhesisten. Kaum aufgelegt – wilde Rufe aus dem Kreißsaal! Ich stürme hin, seh das Mütterchen zurück auf den Rücken rollen, höre Soli brüllen  „STOOOOOOOOOOOOOOOOOPPPPP – NICHT PRESSEN!!!“ – und denk, ich seh nicht richtig: Schiebt die kleine Frau den ganzen Kerl auf einen Rutsch (und ohne einmal Luft zu holen) von Beckenein- direktamente durch auf Beckenausgang. Rest ploppt nach – FERTIG!!! 4300 g mit einer einzigen Presswehe. Reschpekt!!!

Jetzt schmeiß ich mir noch meinen Auflauf in die Mikro und bete zum heiligen Geburtshelfer, das FrauVonSinnen nicht schon wieder um halb drei in der Früh die entgegengesetzte Leitung meines Telefons besetzt. denn SO wär es schlußendlich DOCH noch ein schöner Tag im Frühling… :)

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31 Kommentare zu “„An einem Morgen im Frühling…“

  1. Gäb es deinen Blog als Buch, wäre ich die Erste, die es kaufen würde. Genial geschrieben!
    Danke, dass du uns daran teilhaben läßt.

  2. Liebe Josefine, mit Begeisterung lese ich deinen Blog. Was machst du, wenn bei einer „deiner“ Geburten ein Kind mit Down Syndrom das Licht der Welt erblickt. Ist dir das schon „passiert“? schöne Grüße

    • klar ist das schon passiert, mehrfach sogar – und noch deutlich „heftigere“ dinge. aber – was genau soll ich denn da machen? du meinst, wie ich mich den eltern gegenüber verhalte…?!

  3. echt spitze, liebe heldin im chaos. als würde man scrubs im fernsehen anschauen. hast du eigentlich keine schiss, dass deine kollegen das lesen und dich „entlarven“? ;-)

    liebe grüße, katerwolf

    • Keine Sorge, das ganze ist soweit verfremdet, das man schon ein paarmal um die Ecke denken muss *ggg* außerdem lesen die keinen Blog…;)

  4. tja, was habt ihr die gute nicht schon viel früher in den vierfüßler geschickt?! weiß doch jeder, dass man als krabbelkäfer auf dem rücken kinder nur schwer rausbekommt… *mecker* *nörgel* *aus der ferne klugscheiß* ;o)

    • Bitte Blog komplett lesen, DANKE! ;)

      ernsthaft:
      wenn es nach mir ginge, würden die alle im 4-füssler entbinden, aaaaber: da muss die Hebamme AUCH mitspielen! UND die schwangere, denn ob man es glaubt oder nicht, die meisten Frauen wollen aus der Rückenlage gar nicht raus! Magst mal schätzen, wieviele Frauen FREIWILLIG die Rückenlage verlassen…?!

      P.s.: die frau kam übrigens gar nicht erst in den 4-füssler sondern hat ja schon beim drehen auf die Seite das pressen angefangen…!

      • *g* weiß ich doch – hab doch dein blog in einem tag am stück verschlungen, als ich es entdeckt hab! ;) sind wir hier eigentlich bei wünsch dir was? ich hätte dann gerne noch 2 geburten mit doppelter portion kompliziert…. sowas wie schulterdystokie oder BEL vielleicht?

      • Das macht mich neugierig! Mir als Laie leuchtet der Vierfüsslerstand zum Entbinden nämlich gar nicht ein…. wegen Schwerkraft und so.
        Mir wird immer gesagt, ich soll (während der Schwangerschaft) ab und an in den Vierfüsslerstand gehen, um den Druck vom Becken zu nehmen, quasi zur Entlastung.
        Wieso geht dann das Entbinden in der gleichen Position gut? (Warum die Rückenlage nicht optimal ist, verstehe ich!)

      • das becken ist (ungefähr wie eine schaufel) nach vorne gewölbt – d.h. im vierfüßlerstand ist es dann, als würde man die schippe verkehrt herum halten. der druck wird vom kreuzbein genommen und eher auf den muttermund zentriert (wo er ja auch hingehört). ich hoffe, daß war einigermaßen verständlich…!

  5. Ich glaub dir, dass du gar nichts gegen etwas anderes als Rückenlage hättest. Aber das mit dem „freiwillig“ der Frauen ist so ne Sache. Es kommt auch auf die Einrichtung des Kreißsaals und das Verhalten der anwesenden Personen an.
    Jedenfalls verlassen bei uns (so gut wie) ALLE spontan entbindenden Frauen freiwillig die Rückenlage.
    Du merkst schon, ich arbeite in der ökologisch abbaubaren Klinik, in der der Arzt auf allen Vieren in den Kreißsaal kommt. ;-)

      • *lach* willst du nicht – du bist ja ärztin und nicht hebamme – und in dem „biologisch abbaubaren“ krankenhaus, in dem ich zweimal entbunde habe „darf“ der/die ärztin nur bei notfällen oder auf ausdrücklichen wunsch der gebärenden in den kreissaal… das willst du so doch nicht wirklich? und wir leser auch nicht!!!! *zugeb*

  6. Mene dritte Entbindung war BEL.

    Da ich eher Angst vor einer Sectio hatte wollte ich auf Teufel komm raus eine spontane Geburt.
    Als es soweit war, Wehentätigkeit einmal in dreißig Minuten *g* karrte mich mein Mann direkt in die Klinik.
    Dort angekommen, eine Wehe, wie erwartet, mir war schon nach nachhause gehen zumute.
    Die Ärztin aber legte mir direkt einen Zugang und befahl mir schön im Kreisssaal zu bleiben.Muttermund war bei 4cm und das Risiko einer Infektion war zu hoch.
    Tja, ich hatte irgendwie das Gefühl die hatten eher Angst das ich am Ende als drittgebärende mit BEL kurz vor knapp wieder auftauche.
    Also blieb ich brav im Kreisssaal, mein Mann karrte die Kinder zu Oma.
    Die Hebamme saß im Zimmer der Schwestern und ich stand quasi im Flur herum. Hatte ja nur eine Wehe ab und zu.
    Um 16.00Uhr willigte ich ein das die Hebamme den Wehentropf einsetzt.
    Hat mir doch versprochen das dann mein Kleiner in 2 Stunden geboren wird.
    Wie recht sie doch hatte *g*
    Nur zehn Minuten nachdem der Wehentropf lag ging es los mit Weeeeeeeeeeeeeeeeeeehen. Es war die Hölle kurze Zeit später jagte eine Wehe die nächste.
    Während der Übergansphase flehte ich die Hebamme an mir eine PDA legen zu lassen. Ich könne nimmer und sei am Ende und was man da sonst noch so sagt und fühlt,hihi.

    Als es dann darum ging den Anästhesiebogen auszufüllen, dachte ich bei mir entweder jetzt oder ich spring ausm Fenster.
    Jepp, war echt schmerzhaft.
    Mein Mann stellte mir allen ernstes Fragen wie:“Schatz, bist du momentan erkältet?“
    Ich sagte nur „Gib den Wisch zum unterschreiben jetzt bitte her!“

    Dachte der Anästhesist kommt doch ohne Unterschrift nie.

    Und dann gings los mit dem Pressdrang. So schnell konnt ich garnicht gucken wie die mich aufm Kreissbett auf den Rücken legten und meine Beine in Beinschalen legten.
    Ich konnte nicht mal sagen das ich so garnicht entbinden WILL *g*
    Assistenzarzt kam, fummelte und an mir rum, entwickelte und die Hebamme schmiss sich von oben auf mich und der Kopf wurde problemlos geboren.

    Wenn du mal eine spontane BEL entwickelst, schreiben.
    Davon liest man so selten :-)

    • spontane bel hatten wir erst vor kurzem – ich überleg mal, ob ich sie noch zusammen bekomme, ich war nur zuschauer :)

  7. Ja, danke! Leuchtet ein.
    (Dann ist aber der Tip, den eine Hebamme mir wegen vorzeitiger Wehen gegeben hat, zur Entlastung in den Vierfüsslerstand zu gehen, doch Quatsch, denn da will ich doch gerade keinen Druck auf den Muttermund?)

    • nee, ist kein quatsch! die hauptprobleme hat man ja während der letzten schwangerschaftswochen hauptsächlich mit dem kreuzbein, da wirkt der vierfüßler tatsächlich entlastend. und ohne wehentätigkeit hat diese position auch keine direkte (negative) auswirkung auf den muttermund!

      • 1000 Dank für die ausführlichen Erklärungen!
        Jetzt versteh‘ ich das wenigstens – und werde bemüht sein demnächst im Kreissaal auch mal in den Vierfüssler zu wechseln… :-)

  8. Ich hab auch auf dem Rücken entbunden. Als mich die Hebamme mit Pressdrang aus der Toilette aufgesammelt hat, legte sie mich zum Untersuchen auf die Liege und weil der MuMu ganz offen war, bin ich gleich so liegen geblieben und hab munter losgepresst
    Damm intakt, absolut problemlos. Hätte ich vorher auch nicht so gewollt aber im Nachhinein wars vollkommen super.

    Heißt hyperfrequente Wehentätigkeit, dass die in einem sehr kurzen Abstand kommen? Wird da dann immer gebremst?
    Ich hatte Wehen im 2 Minuten Takt und hätte mich über etwas mehr Erholung dazwischen sehr gefreut. Habe aber von der Hebamme nur einen Lappen bekommen durch den ich atmen sollte, weil mir schon dauerschwindelig war. hmm

    egal, war trotzdem lustig *gg*

  9. Nachdem ich die neue Adresse dieses Blogs auch endlich mitbekommen habe, bin ich immernoch schwer begeistert von den hier beschriebenen Fällen. Immer interessant und vielfach auch lustig zu lesen.

  10. Also, der Vierfüßlerstand wird irgendwann in fünf bis zwölf Wochen dann ohne Wenn und Aber durchgefochten. :>

    Wie alt war eigentlich der Kindsvater zu der sechzehnjährigen Kindsmutter?
    (Und war der überhaupt gefragt worden, ob er mit ihr in die Kiste… bin ja schon ruhig!)

  11. Sorry für die direkte Antwort – aber ich hab ehrlich nicht gewusst, dass der selbst in den Kommentaren Youtube-Videos direkt umwandelt :shock: Tut mir lied, wenn ich hier jetzt irgendwas sprenge oder so :(

    • ja, irgendwie macht wordpress das so…
      sitze gerade im dienst und kann deshalb auch nicht verlinken – mach ich morgen dann, okay? :)

  12. sind spontane BEL wirklich so selten?

    ich sah mich schon auf dem op-tisch, als die jungs vom rettungsdienst mich nicht mehr in die uniklinik bringen wollte, mit der die spontangeburt abgesprochen war, sondern ins nächstgelegene krankenhaus mit geburtshilfe.

    praktischerweise (in diesem fall…) war ich damals privat versichert, und so rückte der chef an, seiner aussage nach „fan von spontanen BEL-geburten“. glück gehabt.

    glücklicherweise lag das cerclage-pessar noch und verhinderte vermutlich die BEL-geburt im rettungswagen (und verschaffte mir die schönsten schmerzen ever… fast so schön wie eine verrutschte thorax-drainage).
    die rettungsjungs und die notärztin haben ganz schön geschwitzt, die waren so froh, mich noch rechtzeitig im krankenhaus abgeben zu können…. :o)

    das mädel kam schnell und ohne weitere komplikationen zur welt, nachdem das pessar raus war :)

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