Alles hat ein Ende…

Mein Urlaub nähert sich bedrohlich seinem Ende entgegen – woher ich das weiß? Nun, abgesehen vom Blick auf den 5-farbig-, mehr-spaltig- und rappel-vollgeschriebenen Wand-Kalender (hängt direkt neben unserem begehbaren Kühlschrank, damit frau auch immer alle 45 Myriaden Wochentermine unter Kontrolle hat) vom Gefühl absoluter Urlaubsreife. Ächt jetzt – ich bräuchte dringend zwei Wochen iPod-auf-die-Ohren, Sonne, Strand und All-Inclusive-Buffett, um für die nächsten Monate Dauer-Dienst einigermaßen fitt zu werden…

Irgendetwas hab ich falsch gemacht… *seufz*

Dabei wurde noch nicht mal ein Bruchteil all meine imaginären To-Do-Listen abgearbeitet – die Wäsche dümpelt schon wieder auf 8-Tausender-Niveau in sauber aufgereihten, nach Temperatur und Farbe sortierten Körben vor sich hin, der Keller ist aufräumtechnisch noch nicht mal ansatzweise angegangen, und zig Blumenkübel warten aufs bepflanzt werden. Egal – für nächste Woche ist sowieso wieder Schnee gemeldet… *headshot*

Deshalb hasse ich Urlaub Zuhaus! Auf Malle, im Allgäu, Timmendorfer Strand oder auf Bali kann man locker drei Wochen lang nichts anderes tun, als Schlafen, Essen und Trinken – und der einzige Zwang besteht darin, zu bestimmten Uhrzeiten die Location zu wechseln: Schlafen im Hotelbett – Essen und Trinken auf der Morgenterrasse – Schlafen am Meer – Essen am Pool – PowerNap auf dem Balkon – Essen auf der Abendterrasse. Und alles völlig ohne schlechtes Gewissen. Dazwischen liest man seichte Lektüre und hört die Apple-Music-Box hoch und runter.

Daheim fühlt man sich irgendwie schon genötigt, nicht nach 9 Uhr aus dem Nest zu fallen, jeden Tag eine sinnvolle Tat zu vollbringen und nach Möglichkeit nicht pausenlos Essen in sich rein zu stopfen. Vom regelmäßigen Alkoholkonsum am Abend ganz zu schweigen… *ggg* Komisch – keiner schreibt mir wirklich vor, daß ich all das TUN MUSS – aber ich kann mich in meinen eigenen Wänden einfach nicht adäquat entspannen…

Dafür gibt es dann aber ab Montag wieder regelmäßig Berichte aus dem KlinikChaos. Fängt auch übermorgen schon direkt mit dem Besuch der Schulklasse meiner Tochter an – „Angewandter SexualkundeUnterricht für Anfänger“ oder so…! Das kommt davon, wenn man unter chronischem Helfersyndrom leidet und bei Elternabenden einfach nicht die Klappe (bzw. den Arm unten) halten kann.

Lehrerin: „Würde sich denn jemand bereit erklären, den Kindern einen Einblick in Klinik oder Praxis zu ermöglichen und ein paar Fragen zu Sexualität, Schwangerschaft und Geburt zu beantworten?“

TOTENSTILLE

Ich meine – unsere Schule liegt im Einzugsgebiet einer Klinik, d.h. eigentlich alle Eltern haben mehr oder minder direkten medizinischen Bezug! Ärzte aller Fachrichtungen, Schwestern, Pfleger, MTAs – wenn sich ein Kind zum Schulfest das Knie blutig schlägt, können wir binnen 5 Minuten das komplette Equipment für eine mittlere Organtransplantation stellen. ThoraxChirurgischer Chefarzt inklusive! Aber in solch einem Moment geht dann immer nur eine Hand in die Höhe: MEINE!!! Weil ich einfach nicht abgebrüht genug bin, 10 Minuten lang in vollkommene Stille hinein den Schnitzer im Holz der vor mir liegenden Tischplatte zu betrachten, oder auf meine Schuhspitzen zu starren, oder, oder, oder – während die kleine, rotbackige Lehrerin meiner Jüngsten zunehmend verzweifelt „Keiner – wirklich keiner möchte das übernehmen?“ ruft.

Nee, keiner, mich eingeschlossen – aber ich mach es dann halt. Ich bin doof. So. Aber wenigstens mein Kind ist glücklich. Kreuz im Kalender – gute Tat vollbracht. Schalten sie auch nächste Woche wieder ein, wenn sie Bob sagen hören wollen: „Doofer Fehler – wirklich doofer Fehler…!“ *seufz*

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4 Kommentare zu “Alles hat ein Ende…

  1. Gruß von einer anderen Oberpfadfinderin, allzeit bereit und bekennende Arm-hoch-Schleuder(er)in. Fünf Jahre Elternbeirat in 2 Klassen, ständig Ausflüge begleitet, alle Kinder fotografiert und die Bilder verschenkt . Unterrichtsstütze, Hochleistungshausfrau, meine Sitzungsprotokolle sind legendär und werden sogar von den Vätern gelesen.
    Irgendwann. IRGENDWANN wird es einem mal gedankt. Bis dahin müssen wir uns für uns tun :-)
    Übrigens ist mir neulich eine meiner Pfadfindermädchen vom Baum gefallen, Oberarm gebrochen. Gott sei Dank war meine Hochleistungsnachbarin und Rettungshelferin da, auch so eine …

  2. hallo Josephine,
    ich versichere Dich meiner uneingeschränkten Anteilnahme:
    Du befindest Dich in bester Gesellschaft ;-)

    Aber was den begehbaren Kühlschrank betrifft: ist der nur für S-Typen geeignet oder auch für XXXL :-D
    LIebe Grüsse
    Hajo

    • geht auch für xxxl – schließlich habe ich hier drei männer (zwei davon in der pubertät – du weißt, was das essenstechnisch heißt… ;)) und ein kleines weib, das ihren brüdern an verfressenheit in nichts nach steht. in unserem kühlschrank könnte man völlig problemlos eine eingelegte elefantenkuh unterbringen – UND hätte noch platz für einen kasten kühles weizen *ggg*

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