Herr – HIRN! Schnell…!!!!

Wir haben seit vergangener Woche einen PJler. Männlich. Katastrophe.

Nennen wir ihn LaberLarry – oder kurz: LL!

LL trägt vornehmlich Hemd und Krawatte (okay, sein Ding, wenn ihm der erste Schwung mekoniumverseuchtes Fruchtwasser auf seine Hugo-Boss-450Euro-Latschen geschwappt ist, wird er seinen Dresscode vielleicht noch einmal überdenken…), redet mindestens so gestelzt daher wie die Queen bei der Neujahrsansprache an die ollen Briten und KANN NICHTS!!! Ächt jetzt.

Wir haben ihn die erste Woche einfach mal mitlaufen lassen, denn wir sind ein nettes Haus und gut zu unseren Studenten. Er durfte lauter tolle Sachen machen (Laparoskopien assistieren, Schwangere schallen, spät kommen und zeitig heimgehen), jeden Mittag Schlag 12 Uhr wurde er zum Essen geschickt und alle waren freundlich zu ihm. So sind wir nun einmal. Das ist aber definitiv die falsche Masche, wie mir scheint. Denn LL ist eine Gurke, und wenn wir weiterhin auf antiautoritäre Erziehung machen, wird er

a. höchstens als Hilfs-Dermatologe taugen (ich werd eines Tages noch SOOO auf die Fre**e bekommen… *HUST*) und

b. keine große Arbeitserleichterung für uns bedeuten.

Denn LL kann nichts, lernt nichts und traut sich per se auch nichts zu. Dafür kann er dich stundenlang ununterbrochen volltexten. Bis die Ohren bluten.

Gestern morgen z.B. hab ich ihn mit auf Station geschleift, daß Blutentnahmetablett in die Hand gedrückt und wollte ihn schon auf den Weg schicken, als er mich mit großen Augen anschaut und meint: „Neeeein – DAS kann ich noch nicht, das mußt du mir erstmal noch richtig zeigen!“

Ääääääh – HALLO????? Blut abnehmen lernt man in jeder Vorklinik-Famulatur?! Blut abnehmen kann sogar die Krankenhausköchin? BITTÄÄÄÄ???

Nein, LL hat seine Famulaturen bis jetzt ausschließlich auf Nadel-/ OP- und Anamnesefreien Stationen absolviert (Derma, Pathologie, Arbeitsmedizin….), und somit fangen wir GANZ VON VORNE an.

Ich zeige ihm also, wie man standesgemäß Blut abnimmt. Einmal. Zweimal. Dreimal. Er will es an der Hand sehen, in der Ellenbeuge und auf dem ventralen UnterArm, am liebsten auch mal an einem MANN (nicht ganz einfach auf einer gynäkologischen Station *HEADSHOT*), anschließend probiert er es (nach stundenlangem, guten Zureden) tatsächlich selbst, versticht (selbstverständlich) und muß dann NOCH 5mal zuschauen. Ende von Lied: ich habe alle 50 Blutentnahmen selbst gemacht und geh gleich die glatte Wand hoch.

Okay, dann versuchen wir es erstmal mit normalem Behandlungsalltag – Abschlußuntersuchung der zu entlassenden Patientinnen. Frei nach dem Motto „See One – Do One – Teach One“ (Sehen – Machen – Jemand anderem beibringen) geh ich eine komplette Nummer mit ihm durch, drück ihm dann die Akte der nächsten Patientin todesmutig in die Hand und starre in zwei weit aufgerissene, mich ungläubig anstarrende Augen: „Neeeeeeeeeee du, DAS kann ich noch nicht alleine, DA fühl ich mich noch nicht kompetent genug für!“

Ich würde gerne meinen Kopf ein bisschen gegen die nächstgelegene Tischkante hauen, alternativ ein großes Stück davon heraus beißen, aber ich bewahre Ruhe.

Ich: „LL – das ist eine simple Untersuchung, du mußt einmal auf den Bauch fassen, dir die Naht anschauen, der Frau sagen, worauf sie in den nächsten Wochen zu achten hat und den Mutterpass ausfüllen – du sollst KEINE Herztransplantation durchführen!!!“

LL: „Du – ich BIN einfach noch nicht so weit! Da kann man SOVIEL falsch machen, das ist mir einfach zu gefährlich…!“

Das Leben im Regenwald von Sumatra ist gefährlich, oder im Erdbebengebiet von Christchurch. Die Wüste Gobi ist gefährlich und den Mount Everest besteigen. Das hier ist definitiv KINDERFASCHING und KEIN STÜCK gefährlich. Aber sag das mal LaberLarry…

Nachdem der Kerl nun also so gar nichts auf den Appel bekommt, schicke ich ihn in den OP – soll er ein paar vag HE´s halten, dann ist er wenigstens zu überhaupt etwas nütze. Keine Stunde später läutet mein Diensthandy, LL am anderen Ende der Leitung, ob ich denn zum assistieren der nächsten HE kommen könnte, er wäre jetzt „so müde“ vom Stehen und Halten, er könne auf „gar keinen Fall“ noch die nächsten zwei Operationen mitmachen…!!!

Ich *InsHandyBrüllend*: „Hallo??? HALLLLOOOOOO??? Die Verbindung ist gerade ganz schlecht, ich versteh dich gar nicht????… – Halllo??????? *AUFLEG*

Leben ist kein Ponyschlecken – LL hat an diesem Tag ALLE HEs assistiert, und der Chef ist vor Lachen fast vom OP-Höckerchen gekippt… *ggg*

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66 Kommentare zu “Herr – HIRN! Schnell…!!!!

  1. Da fragt man sich doch, wie manche Leute Arzt werden… Ob seine Qualifikation wohl darin besteht, alle Staffeln von „Scrubs“ auf DVD zu besitzen?

    Falls er Angst hat, etwas falsch zu machen, könnte er doch in die Pathologie wechseln. Deren „Kunden“ bleiben selbst bei schwersten Fehlern ganz ruhig und beschweren sich nicht ;)

  2. Umgekehrt wärs aber auch doof. Wenn er alles schon kann und weiß (oder es glaubt).

    Aber ich glaube ich habe mit LL zusammen studiert.

  3. Ach Du Sch…! Was ist denn das für einer?! Ein Glück, daß der nicht in der Orthopädie famuliert… nee, ist ja bereits ein PJler…*schock*!

    Ich muß dazu aber gestehen, daß ich mich auch lange um alle „invasiven“ Famulaturen gedrückt habe (Patho, Neonatologie, hach wie schön war’s da). Aber ernsthaft… viele PJler würden sich nach eurer Station die Finger lecken (nicht wörtlich, ihh)… oft darf man ja zu wenig machen.

    Na mal sehen, was LL noch alles bietet. Was will er eigentlich werden? QM-Beauftragter, Telemediziner? Doch bestimmt nichts Klinisches… (der hat Gyn bestimmt als Wahlfach genommen, weil er dachte, einen Kerl ließen sie da nichts anfassen… ;D )

    • Hemd? Krawatte? Labern?
      Ganz klar => Der wird Unternehmensberater!
      – Nix wissen
      – Nix können
      – Nix mitanpacken
      – Nett aussschauen
      – Die Präsentationen von jemand anders vorbereiten lassen
      – Labern bis die Ohren bluten

      Der verdient in 2 Jahren das doppelte von unserer Heldin! Und wird jedem erzählen, wie man auf der Station mit genau 3,27 weniger Schwestern/Pflegern und 1,73 weniger Ärzten auskommt. Statistisch belegt.

  4. Da sponsor ich doch glatt ne Riesenrunde Schoki für die komplette Station except of LL :)
    Nervennahrung en gros ;)
    Halte durch!

    LG Elawen

  5. LOL *** hab mich grad wieder krumm gelacht!!! Danke! wann schreibst Du ein Buch ? Wäre sofort der erste Käufer von zehn Exemplaren.. :-)

  6. Du lieber Himmel!!! Ich dachte schon, ICH wäre ne Schissbux, aber DAS schlägt echt alles. Abschlussuntersuchungen bei Wöchnerinnen hab ich schon in meiner Famu damals machen dürfen. Ist ja nun auch keine Kunst.
    Du Arme, ich wünsche dir gute Nerven und LL viel Glück und ein langes Leben *gacker*

  7. Genial! Ich schmeiß mich weg! :-D Kenne auch nen LL! Der hat die Frauen nicht untersucht, der wollte sie glaub ich zum orgasmus bringen: rein, raus, rein, raus…ne frau hat mal ganz cool zu ihm gesagt: wenn sie die schuhe ausziehen, dürfen sie ganz reinkommen :-)

  8. Jau ey, den kenn ich auch! Der ist inzwischen Facharzt für Papiermedizin und angewandte Objekttherapie und macht ein Heidengeld als Unternehmensberater für unser Krankenhaus, wo er empfiehlt, die Workforce mehr zu Streamlinen um für die Shareholder mehr Value zu createn

  9. Bin selbst grad im GynBlock, aber nicht als PJ und hoffe, dass ich in meinen PJ-Tertialen auch so viel machen darf…wie geil wäre das denn und das in der zweiten Woche…LL ist echt ein Volldepp

  10. Jep, sowas kann man gebrauchen! *hmpf*
    Sei froh das er wenigstens fragt und nicht alles besser weiß………… wenn ich da an unseren Azubi denke………. kann nix, weiß alles besser

  11. Ich sehe LL vor meinem geistigen Auge, wie er beim Dinner am Abend der Frau Mutti von seiner Tätigkeit erzählt, und Mutti vor Stolz fast platzt, weil ihr 1ser Abiturient das, von ihr erträumte, Medizinstudium so wunderfall absolviert.

    @LL..Mensch LL wach auf, überleg mal was DU eigentlich mit Deinem Leben anfangen willst und mach dir mal die Finger dreckig!

    @HeldinimChaos, KÖSTLICH, deine Stories sind für mich Kult-am-Morgen ;-)

  12. Er ist müde? Nach einer OP?
    Meine Güte, hoffentlich geht der in die Verwaltung. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert wenn er mal fertig ist und mit seiner ersten sehr kritischen Situation alleine klarkommen muss. Sagt der dann der Hebamme. „Machen Sie das mal alleine weiter, ich kann mir das nicht mehr ansehen.“?

  13. bitte nenne den namen…*anbettel* ich führe eine liste der „ärtzte“ in meinem portmonai mit mir herum von denen ich selbst im notfall nie nie niemals behandelt werden möchte!! *schonseeeehhhrrlangist-dieliste*

  14. Ich tipp ja mal eher drauf, dass da jemand genau weiß, wie man sich vor zu viel Arbeit drückt. Vermutlich musste er schon zu Hause nur einen Teller fallen lassen, um nie mehr in der Küche zu helfen.
    Da hilft wirklich nur: Augen zu und durch und zur Arbeit verdonnern, auch wenn’s erstmal mehr Arbeit macht.

    • Oh ja, da erinnere ich mich an einen Spruch meiner Mutter:

      „Fünf Minuten dummstellen spart eine Stunde Arbeit.“

      PS: Also, den bekamen wir Kinder zu hören, das war _nicht_ das Lebensmotto meiner Mutter.

  15. Das mit dem „Hilfs-Psychiater“ mag ich jetzt nicht wirklich kommentieren, allerdings wär es vielleicht nicht schlecht, wenn DU in Psychiatrie ein bisschen aufgepasst hättest.
    LL scheint – ich weiß Ferndiagnosen sind Mist – an einer ängstlich-meidenden Persönlichkeitsstörung zu leiden. Sein outfit ist letztlich nur ein äußerer Versuch all dies zu kaschieren, ebenso sein Gelabere. Wenn er wirklich Arzt werden möchte und dies nicht nur Papi zuliebe werden will/muss, dann braucht er dringend psychotherapeutische Hilfe, damit er aus seinem Vermeidungsverhalten rauskommt.
    … ich verstehe, dass er nervt, aber aus meiner Sicht ist er krank und hilfsbedürftig.

  16. Ich stimmte Dr. Geldgier zu und werfe ein, dass LL auch ein Asperger-Syndrom haben könnte. Wobei der mir dafür nach den Beschreibungen zu „sozial kompetent“ erscheint (immerhin sagt er, dass er sich was nicht zutraut, auch wenn es natürlich für die Mitarbeiter nervig ist).

    Was mich interessieren würde:
    Hat denn jemand von Euch schon mal gefragt, wieso LL Arzt werden möchte? Und was für eine Fachrichtung er sich vorstellt? Immerhin hat er als Wahltertial schon mal Gyn, aber wieso?

    • zeige mir einen bms, der meine arbeit nur verdreifacht, und ich werde ihm die füße küssen – regel 11? … – meinst du das??? :)))

      • da fällt mir ein – zu meinem letzten post passt die modifizierte 12. regel wie die faust aufs auge:

        “ Wenn der Radiologe und der Internist
        auf einer Computertomographie
        etwas auffälliges sehen,
        dann kann dort NICHTS auffälliges sein…“

        *pfeiffff*

  17. HA!
    Unser Letzter hat mir mit jovialem Griff auf die Schulter (igitt!) mein Stethoskop entwendet, kam nach 5 Minuten wieder (was hat er solange gemacht??) mit den Worten: “ Da hört man nix, tut mir echt leid, aber es ist kaputt!“

    Ich hab´ mir ein gezischtes „Volltrottel!“ nicht verkneifen können, als ich vom Kinderende auf die Erwachsenenmembran geklickt habe.

    Immerhin war er mutig – gestochen hat er alles was nicht bei 3 auf dem untersten Ast hing, immer mehrfach, auch laaange nachdem wir ihm gesagt hatten er möge nach dem 2ten Mal bitte andackeln und Meldung erstatten…

    Sit tight, they always pass!

  18. ahhh wir haben im moment auch nur „LLs“

    LL wollt gerne die chefarzt-visiten-zeiten an seine sehr flexiblen arbeitszeiten anpassen… er wolle ja was lernen…wir haben ihn unterstuetzt das doch mal dem chef zu sagen….

    unbegreiflich war mir auch wie LL2 durch sooo viele jahre studium kommen konnte ohne jemals einen aufnahmebogen in der hand gehabt zu haben….der fragte doch glatt wie man das denn jetzt ausfuellt….

    • Na ja, ich komme demnächst ins PJ und habe außer einem Prämedikations-, Notarztprotokoll und dem Gyn-Bogen (Kreißsaal) auch noch keinen „Standard“-Aufnahmebogen in der Hand gehabt (außer denen, die in Krankenakten abgeheftet waren). Wurde bei uns (wie so Vieles) in keinem UaK gemacht und in den Famulaturen kam es auch entweder nie in Frage oder ergab sich nicht (post-op Ortho, Patho, Neonatologie, Rettungsmedizin/Anästhesie). Ich bin auch negativ überrascht wie vieles man imStudium teilweise NICHT macht/zu sehen bekommt, wenn man sich nicht explizit und auf eigene Faust auf der Suche danach macht. :-(

      • mhh… das mag sein… in unseren boegen muss man kaum selbst schreiben, da kann man die komplette untersuchung durch abhaken etc. machen… ist quasi selbsterklaerend… wird sogar gezeigt wie man etwas verneint oder bejat…. ich erwarte ja nicht, dass man alles untersuchen kann (das soll man ja lernen) aber ankreuzen ueben wir unser komplettes studium :)

  19. Ach, wie passend! Wenn ich erst ein Sanatorium für pubertitiskranke Jugendliche eröffnet habe, ganz oben aufm berg, dann schicken wir LL dahin….

  20. Ich muss jetzt auch mal eine Lanze für LL brechen . Ich bin MTA Schülerin und wir haben ein Praxissemester in der Ausbildung aus dem ich gerade raus bin . Ich habe einen ziemlich guten Notendurchschnitt in Theorie und in den Praktika aber „draußen“ in der freien Wildbahn habe ich mich wie eine Reh im Scheinwerferlicht gefühlt. Ich hatte viel zu viel Angst irgendetwas falsch zu machen , eine Probe zu vertauschen , zu verschütten,einen Schnitt zu verfärben… . Hat dann dazu geführt , dass ich mich nicht getraut habe irgendetwas alleine zu tun. Ich habe z.B in meinem Histologie Praktikum bei wirklich jedem Schnitt gefragt ob ich den entparaffinieren soll. In meinem Hämatologie Praktikum war ich froh wenn ich Proben scannen durfte , da konnte ich nichts falsch machen und hatte nicht das Gefühl allen nur im Weg rumzustehen und das Leben schwer zu machen.
    In meinem klinische Chemie Praktikum hat mich dann endlich jemand an die Hand genommen und hat es mir nicht übel genommen wenn ich 3 Mal nachgefragt habe.
    Ich bin kein sonderlich extrovertierter Typ und mir fällt es schwer einfach so draufloszureden und einen Rat hatte ich in einem Praktikum bekommen , versuche mit den Leuten zu reden. habe ich im nächsten Praktikum gemacht . Dort hat man mir dann zu verstehen gegeben , dass ich dort zu viel geredet habe .

    • liebe hannah,

      auch wenn es dich ehrt, daß du ll in schutz nimmst – der gute ist mitnichten praktikant im ersten externat, ll wird in weniger als 6 monaten auf die menschheit losgelassen. und das als vollapprobierter ARZT. dann kann er medikamente verschreiben, ultraschalls durchführen, diagnosen stellen – und im schlimmsten fall menschen umbringen. täglich. er hatte jetzt 6 jahre zeit, daß zu verhindern, aber sonderlich angestrengt hat er sich in dieser zeit offensichtlich nicht. sorry, aber im letzten semester des studiums ist angst und unwissen schlicht nicht mehr angebracht…

    • Hallo Hannah, diese Situation ist überhaupt nicht vergleichbar. Der Typ ist mehr oder weniger komplett fertiger Arzt, der *muss* bestimmte Dinge können. Kann er die nicht, ist er fehl am Platz. Mit allen möglichen üblen Folgen, bis hin zu toten Patienten. Nicht lustig das ganze.

      • Und ich bin mehr oder weniger fertige MTA , klar kann man nicht vergleichen aber die Situation ist ähnlich . Alles was ich machen sollte , muss ich (wenn ich einen Job bekomme) in 4 Monaten auch können. Und trotzdem habe ich mich nicht getraut einen blöden Urinteststreifen zu benutzen .

      • Ja, aber du wirst zugeben das es einen Unterschied macht, ob DU dich nicht traust einen u-stix zu benutzen oder ll sich nicht traut, z.b. Einen Zugang zu legen…- WANN will er es denn noch lernen????

  21. es sollte verpflichtung sein, seine famulaturen mindestens in der inneren, auch chirurgie durchführen zu müssen. derma? psych? arbeitermedizin? hallo?
    … und der wird am ende vermutlich medizinischer berater irgendeiner partei oder regierung oder oder oder.

  22. bin zur zeit auch im pj und finde es eigentlich ganz mutig zu sagen, dass man etwas nicht kann oder sich nicht zutraut. das ist doch besser als diese vollidioten, die meinen, dass sie alles könnten, aber nichts hinkriegen und dabei dann noch den patienten schaden oder verägern. bei uns war einer, der unbedingt viggokönig werden wollte und dann den kleine älteren omis erstmal versuchen ne orangene oder graue in die winzige hand zu schieben. das ist doch auch mist.

    • Okay, wir HABEN ihm ja schlussendlich alles gezeigt, was er machen soll – und wie jetzt weiter? Bestimmte Dinge lernt man eben NICHT vom zuschauen. Und in seinem ersten echten Dienst wird ihm auch keiner mehr Händchen halten. Sorry, Kinder, aber die grundschulzeit ist vorbei, willkommen im leben…

  23. Einspruch!
    Innere und Chirurgie muss man schon im PJ machen, die Famulaturen sind dazu da, sich in der Medizinerwelt umzuschauen und auszuprobieren, was zu einem passt (deshalb bin ich in der Gyn gelandet).
    Die Innere-Famulatur, die ich damals aus genau dieser ungeschriebenen Verpflichung gemacht habe, war total Sch…! Und nach dem Innere-PJ wollte ich alles hinschmeißen. Meine persönliche Erfahrung: Innere ist das Letzte, um als Student was zu lernen! Wahrscheinlich aber das Paradies für alle LL – stundenlanges Aufnahme- / Visitengelaber, nicht zu Potte kommen und wenn der Patient schlecht aussieht – den Chirurgen / Intensivmediziner zum Retten bestellen oder eben den Bestatter…
    (geht jetzt nicht gegen alle Internisten, aber die meisten unserer derzeitigen Innere-Assis gehören in diese Kategorie)

    • du hast recht – famulieren ist zum ausprobieren. aber ich frage dich: arztwerden ohne blutabnehmen zu können?
      bitter für alle pj-betreuer…

      • zugegeben, Anfang des PJs ging Blutabnehmen gerade mal so (war in den Famulaturen nämlich zu ängstlich darum zu bitten, es machen zu dürfen – war immer Schwesternaufgabe)
        Zugänge legen hatte ich nie selbst gemacht und landete im 1. Tertial auf der Onko… meine Betreuerin war ein Ekel und schrie mich immer an, wenn ich es nicht auf Anhieb geschafft habe… hatte danach jahrelang ein Psychotrauma auf Flexülen, auch als ich es dann schon gut konnte. Seitdem liebe ich Ports, die Trefferfläche ist einfach super und die platzen auch nicht weg ;-)

        hatten gerade einen Famulanten, der 1a Zugänge gelegt hat und auch sonst topfit war – Hut ab, davon war ich damals meilenweit entfernt…

  24. Ponyschlecken? Lol Ok so hab ich das noch nie gehört :-)

    Also wenn wir solche Leute da haben, die nichts können und es auch nicht können wollen, dürfen sie so lange irgendwelchen Mist machen, bis sie lust haben das richtige anzugehen. Aber auf dem Weg bist du ja auch schon :-)

  25. Oh Hülfe! Ich hoffe ich werd nicht so ein LL – falls ich denn mein Medizinstudium beginnen darf, ohne 5 Jahre zu warten… Allerdings mal ganz am Thema vorbei: Du hast ( nachdem ich alle Einträge vom Ersten bis zum Letzten übers iPhone gelesen habe) mir wieder meinen Kindheitstraum nahgebracht.. Und das obwohl du mitnichten alles schön redest. Ich bin jetzt schon traurig zu wissen, das mal eben weiterlesen nicht drin ist(ich les einfach alles zweimal :D) aber ich möchte dir danken, dass du mir aufgrund einer deiner Einträge, in dem deine lange Reise zum Studium beschrieben hast, Mut gemacht hast es doch zu versuchen. Langes Gelaber um Nichts. Vielen lieben Dank. Ich werde diesen Blog auf jedenfall weiterverfolgen.

  26. Oh je, der arme Kerl… Was hat ihn wohl so erschreckt, dass er sich so gar nichts zutraut? Vielleicht wirklich eine psychiatrische Grundlage? Aber darum kümmert sich wie immer niemand – auch schade. Aber dann dafür einfach falsches Fach… Gut, und Vorkliniks-Famulaturen gibt es ja leider nicht, sonst hätten wir wesentlich mehr Erfahrung mit Patienten während des Studiums machen können, aber ansonsten hab ich den Beitrag sehr genossen :-) Freu mich auf mehr !! :-)

  27. mal ehrlich, wenn dein mundwerk im realen leben genauso vorhanden ist, dann hast du hiermit einen männlichen fan! du imponierst mir!

  28. Pingback: *KOPF->TISCHKANTE* « Heldin im Chaos

  29. schon traurig, wenn man kein blut abnehmen kann.. ich glaube selbst ich koennte das vom zugucken, wies an mir gemacht wurde.. 3 handgriffe und fertig? sieht jetzt wirklich nicht schwer aus..

    • „schon traurig, wenn mans nicht kann“, aber selbst noch nie gemacht ^^
      es gibt Leute, da kann man sich auf den Kopf stellen und findet trotzdem mehr schlecht als recht ein Venchen, aus dem eine halbe Ampulle rauskommt. Das ist nicht immer einfach Nadel in den Arm und fertig…

  30. Schön das nicht nur bei uns solche Typen gibt, da wäre der Praktikant der dem Kollegen beim anreichen für die Vigo diese immer wieder ruckartig weg gezogen weil sich sonst der Deckel nicht lösen würde, oder der eine der 3 RTW an eine Tag ruiniert hat weil die Türen einfach immer anders herum zuzumachen war als er meinte, oder der der mit „Wisch Du noch das Auto?“ wohl nichts anfangen konnte und dann anfing mit der Desinfektionlösung und dem Wischmob den RTW Aussen zu waschen…!

    Ne ich hör besser auf! :) Meine Nerven

  31. Darf ich dich kurz fragen, was eine HE ist und was ein Hintergrund? Gibts irgendwo ein Lexikon für Medizinerwortschatz? :

    Herzliche Grüße,
    Isa

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