von i-Föns und vag-HEs…

Welch wunderbarer Tag!

Dabei sieht es Anfangs noch nicht mal im entferntesten nach einem solchen aus. Denn: Irgendwer (KEINE AHNUNG, WER!!!) hat tatsächlich Dr. Malucci zum Oberarzt befördert! Ich glaub es nicht! Der Welt faulster Klugschei**er wird jetzt fürs ungefragte verbreiten drittklassiger Halbwahrheiten auch noch besser bezahlt – man möchte weinen ob solcher Ungerechtigkeit auf Erden. Doch immerhin – er hat sich jetzt erstmal für 2 Wochen in den Urlaub verabschiedet, direkt im Anschluß bin ich dann für weitere zwei Wochen out of service, d.h. bis wir uns wieder sehen, hab ich ausreichend Zeit, diesen Schock zu verdauen. Oder zu kündigen. Mal sehen… ;)

Die zweite dunkle Wolke an diesem April-Wetter-tropischer-Regenwald-Klima-Tag verwandelt sich im Laufe des Vormittags urplötzlich in ein wunderschönes, himmelblaues Sonnenscheinchen: eine waschechte vaginale Hysterektomie für Dr. Josephine – einziger Wermutstropfen: meine geliebte Oberärztin steht als erste Assistenz auf dem OP-Plan, und hier fängt mein Problem an:

Dr. O. ist kompliziert. Menschlich und beruflich gesehen. Wie das geht? Okay, Beispiel: Normalerweise schaff ich eine primäre Sectio bei einer erstgebärenden Patientin in ungefähr 30 Minuten. Bauch auf, rein, Kind raus, Bauch zu – Pflaster drauf. Das ist keine Hexerei, mit ein bisschen Übung bekommt das jeder so hin. Bei der OÄ läuft das ganze ein wenig anders: „Koagulieren sie hier!“ „Schneiden sie da! -Nein, nicht so, lieber so. Oder doch so! Nein – ganz anders! Nee, so auch nicht!“ „Die Naht hierhin. Fünf Millimeter weiter rechts! Noch einen Millimeter! Nein – einen halben zurück!“… *indietischkantebeiss*

Sie meint es nicht bös und will auch niemanden ärgern – sie hat es nur gerne GANZ GENAU! Und somit dauert eine Sectio bei ihr nicht selten 1 bis 1 1/2 Stunden. Macht nichts, daran hab ich mich mittlerweile gewöhnt, ich hab mich sogar schon auf 50 Minuten hochgearbeitet, weil ich langsam weiß, was sie wie von mir will – aber im vaginalen Hysterektomieren bin ich einfach noch unglaublich unsicher – und der Eingriff an sich dauert normalerweise schon was länger. ARRGHL – ich hab Angst!

Und dann – ist plötzlich alles ganz anders: O hat einen guten Tag – und assistiert, daß es ein Traum ist! Erklärt mir jeden Schritt und jeden Schnitt, lobt und feuert an (fast hätte sie die Pompoms ausgepackt… ;)), und nach einer Stunde 25 hab ich einen 250 g schweren Uterus fachgerecht abgesetzt, morcelliert und ausgebaut, die Scheide fachmännisch wieder dort fixiert, wo sie eigentlich hin gehört – und möchte Dr. Omeprazol am liebsten nehmen, und knutschen. Mach ich nicht. Dafür bedank ich mich artig, und hüpf anschließend in Kindergartenkindmanier durch die Umkleide, pralle beim heraustänzeln gegen J.S. Bach, den immer gutmütig grinsenden Oberarzt der Aufschneider und grinse noch glücklich vor mich hin, als ich den 5. Entlassbrief diktiere. OP-Endorphine sind mit die Besten, ich schwöre!!!

Jetzt ist es 19.30 Uhr, im Kreißsaal wartet eine Zweitgebärende mit 6 cm Muttermund und eingeleiteter Wehentätigkeit aufs Entbunden werden, und ich frage mich zum wiederholten Male, WIE die Welt eigentlich all die Jahre ohne iPhone existieren konnte?! Ja, dem geneigten Leser mag wohl jetzt akut mein Macken-Blog-Eintrag einfallen: Okay, ich gestehe – ich hab ´nen Elektronik-Spleen. Und eben dieser – gepaart mit meiner großen Liebe für Schönes im allgemeinen und Apple im speziellen, hat mich pünktlich zu Beginn des deutschlandweiten 3GS-Verkaufs zum Erwerb eines ebensolchen genötigt (okay, ich hatte vorher auch schon eines – aber das war ein Erstgeneration-Gerät. Dat zählt nisch…!!!). Und dank dieses wunderschönen Spielzeuges kann ich jetzt IM DIENST Tetris spielen. Oder mit „WorldView“ durch die WebCams meiner Lieblingsstädte tingeln. Ich kann jederzeit Bilder und Videos schauen, E-mails checken, noch kurz vorm Kreißsaal meine Lieblingshits grölen – und wenn ich den Weg ins Gebärzimmer mal nicht mehr finden sollte, lotst mich GPS-MotionX sicher und komfortabel bis vors Kreißbett! Noch Fragen? Immer her damit – mein iPhone kann auch Wikipedia…. *gggg*

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4 Kommentare zu “von i-Föns und vag-HEs…

  1. Dein Faible für technische Spielereien kann ich nachvollziehen. IPhone ist toll… und ein Netbook sollte frau auch haben, oder? ;)

  2. schöööööööööööööööööööööööööööööööööön :-)

    auch ein iphonefreak :-)

    (sind die dinger nicht klasse für zwischen 2 ops im dienst mal eben etwas icq durchbrummen lassen – ich liebe es :-) )

  3. Oh mein Gott, ich kenne diese Oberärztin, 100%ig! Und wenn nicht diese, dann einen ihrer Klone, der willkürlich über Deutschland verstreut wurde, um alle, aber auch wirklich alle, die mit ihr zu tun haben in den Wahnsinn zu treiben! Man kann auch mehrere Minuten zubringen, um sich zu fragen auf welchem Quadrat-Millimeter man neben dem Overholt einstechen möchte – ach ne, doch erst nochmal saugen, bitte………*Instrumente-aus-der-Hand-reißen-möchte*!!!! Vielen Dank für die gute Unterhaltung (ich hatte eigentlich nach nem hübschen Paper zu HES bei Sectiones gesucht…)

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