ISCH KOMM NISCH MEHR HINTERHER…

Okay, aufgepaßt  – akutes, absolut medizinfremdes Herumgejammere (wer diesen Teil gerne überspringen möchte, steige ein paar Absätze weiter unten wieder ein… :)): ich komm gerade zu gar nichts mehr! Ernsthaft!

Die Kinder hatten zwei Wochen Ferien, und ich eine davon mit ihnen. Will heißen: wir tauschen die Schulzeitfahrerei (Klavier, Karate, Ballett, Schwimmen, Tennis, Reiten…) gegen die Freizeitfahrerei (Freunde besuchen, Schwimmbad, Reithof, immer noch Tennis) sowie diverseste andere „Kleinigkeiten“ (Fenster putzen, Garten sommerfein machen, Terrasse schrubben, Gartenmöbel schrubben, Liste-beliebig-erweiterbar) und ein bißchen Freizeitstress. Die gesamte letzte Woche ging eigentlich für Zeit am und ums Pferd herum drauf (was ja super ist, weil ich es gerne mache und gerne dort bin) – aber es zwackt halt empfindlich viel zusätzliche Zeit meiner sonst schon so kostbaren 15 Stunden Tagesablauf ab. Und das nervt.

Chef meinte am Montag: „Sie sehen irgendwie erholt aber gehetzt aus…?!“ Und so fühl ich mich gerade auch. Gehetzt. Verfolgt. Pistole auf der Brust.

Sommer ist toll, es gibt nichts schöneres, als nach Monaten tristem Einheitsgrau das Leben plötzlich aus jedem Strauch explodieren zu sehen, wenn der Kaffee plötzlich wieder am allerbesten in der Morgensonne schmeckt und das Bier in der lauen Abendluft. Aber wer bitteschön erledigt all den zeitraubenden, ungeliebten aber absolut notwendigen Mist drumherum? Wer mäht mein Gras, jätet mein Unkraut, räumt Winterklamotten aus und Sommerklamotten in die Schränke? Wer besorgt Rasendünger und Rasennachsaat und düngt und sät mir dann auch? Und warum muß so ein Frühjahrseinbruch eigentlich so brutal TEUER sein? Nehmen wir die Kinder: ich war letzte Woche Kinderschuhe kaufen – 6 Paar Sommerschlappen für läppische (haltet euch fest): 300 Öcken. Und das war mitnichten weder Gucci noch Chanel, noch nicht mal Naturino (für die Eltern unter den Mitlesern ;)) – aber die Brut wächst stetig weiter, und zwar in rasender Geschwindigkeit, was bei den Jungs jeweils eine, beim Mädel sogar zwei Nummern pro Fuß ausmacht :-0. Da kannste die Schuhe vom Vorjahr komplett in die Tonne kloppen. So. Und von kurzen Hosen, Shirts und haste-nicht-gesehen will ich erst gar nicht anfangen – da ist leider auch schon wieder alles viel zu klein…

Und damit nun die Überleitung zum eigentlichen Blogthema: MEDIZIN!!! (hier kann nun gerne jeder einsteigen, der mit Haus, Hof und Nachfahren nicht allzuviel am Hut hat… ):

Um den familiären Wahnsinn zumindest in Ansätzen mitzufinanzieren, geh ich ja nun nebenbei noch arbeiten (mein ehemaliger Oberarzt hat mich immer „Hobby-Gynäkologin“ genannt – auch sehr charmant… *grmpf*). Und da Dienste ja bekanntermaßen das Budget zumindest ein bißchen anheben, verbringe ich diese Woche quasi komplett in der Klinik: den ersten Dienst hab ich bereits hinter mir, zwei weitere folgen Freitag und Sonntag (erwähnte ich es bereits – ich HASSE Wochenenddienste…). Und gestern morgen haben wir es doch tatsächlich fertig gebracht, LANGE, LANGE  vor dem nächsten Ersten des Monats den Dienstplan auf die Beine zu stellen (also – zumindest für unsere Verhältnisse lange – normalerweise zimmern wir das Teil am morgen vorher notdürftig zusammen, um es dann bis zur Monatsmitte noch drölfzig Mal willenlos zu revidieren). Und es war gestern SO einfach, daß es schon fast unheimlich war: Ruck-Zuck hatten wir die 30 Tage unter Dach und Fach, und das, obwohl sich die zweite neue Kollegin irgendwie alle Wochenenden und Feiertage unter den Nagel gerissen hat…

Nächstes Stichwort: neue Kollegin. Nach Dr. Multisozialversagens Weggang (ich berichtete mehrfach *ggg*) hat Cheffe in wahrhaftiger Rekordzeit einen neuen Mann und eine Frau eingestellt – beide mit längerer bis langjähriger Berufserfahrung, beide somit schon was älter *hust* und mit Kindern mittleren Alters wahrscheinlich auch außerhalb der Fortpflanzungsphase. So weit, so gut. Kollege eins ist fleißig, seeeeeehr gesprächig, ein wenig sehr von sich überzeugt, aber erträglich. Und macht Dienste.

Die Kollegin – heimlich „Schnegge“ getauft – hat bereits nach einer Woche gezeigt, wo ihre ganz große Stärke liegt: im Arbeit-aus-dem-Weg gehen. Sieht aus wie folgt: 4-6 Dienste pro Monat (mehr geht nicht, wegen der (15 und 17 jährigen) Kinder), keine Feiertagsarbeit (Ostern – jaja, die Kinder halt, Christi Himmelfahrt wegen ihres Mannes, weil der ja schließlich Vater ist, Pfingsten sowieso nicht, da ist das Wetter immer so toll) – und überhaupt hat sie für Juli/August drei Wochen Urlaub eingetragen, ungeachtet der Tatsache, daß dort bereits drei (von sieben) Kollegen im Urlaub sind. Wir hatten uns vor Schnegges Eintritt ein wenig gewundert, warum sie in 2 Jahren insgesamt 6 Mal das Haus gewechselt hat – jetzt wundern wir uns nicht mehr.

Nun denn – diesen Monat hat sie noch Schonfrist, ab dem nächsten Dienstplan wird dann aber zurück geschossen :)

Ich genieße jetzt noch ein wenig das schöne Wetter – bevor morgen wieder die Kaltfront zuschlägt. Freitag dann mehr – aus dem hoffentlich ruhigen Dienst…!

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4 Kommentare zu “ISCH KOMM NISCH MEHR HINTERHER…

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