10 kleine Negerlein…

Guten Morgen! Ich weiß – nicht politisch korrekt, die Überschrift. Aber genau so fühl ich mich manchmal – wie bei den 10 kleinen Negerlein! Denn am Ende war immer nur noch einer übrig…

Mein Kollege E. – nennen wir ihn mal Malucci (die faule Socke aus Emergency Room…) – ist in seinem tiefsten Inneren bestimmt kein schlechter Kerl. Nee, gar nicht. Aber die Arbeit hat der nicht erfunden, echt jetzt! An Montagen ist Malucci generell mal garnicht da, da hatter frei – an jedem verdammten Montag – und ich erfahr es immer dann, wenn ich mit der nicht-deutsch-sprechenden Gastärztin (Tsatziki) und einer Studentin allein unterwegs bin. Wenn er denn mal da ist, beginnt der Tag mit einem Kaffee und ´ner Kippe – an und für sich kein Problem, ich liebe Kaffee, hab lange, lange geraucht – aber jeden morgen zwei Stunden Kaffeeklatsch, während Visite, Chemos, Aufnahmen und Entlassungen zu machen sind, ist einfach nicht drin!!! Außer man hat Kollegen, die einem die Arbeit freiwillig wegschaffen. Hat er! Wir sind echt doof…

Wenn Dr. Malucci denn mal Dienst hat, muß er grundsätzlich „für ein, zwei Stündchen dringend weg“ – was bedeutet: von 9 bis 15 Uhr ist er unterwegs, und wenn man Glück hat, nimmt er einem das Diensthandy kurz vor 17 Uhr wieder ab.Dauert aber auch schonmal was länger…!  An Wochenenden kann man sicher sein, daß keine Visite gemacht und keine Patienten entlassen sind, das Dienstbett muß man sich selbst beziehen, und sein dreckiges Geschirr steht regelmäßig (selbstverständlich ungespült) im Waschbecken herum. Danke auch. Maluccis Standardspruch ist: „Ich mach da mal ein Hand-Out für fertig!“ – für richtiges Verhalten im Notfall, kritische Situationen im Kreißsaal, Dokumentation oder einfach über die gemeine Antibiose.

Gemacht hat er noch nie etwas, aber im Arbeit delegieren ist er wirklich großartig. Unsere Studentin hat er kürzlich allen Ernstes dazu verdonnert, die fehlenden Arztbriefe fertig zu machen. Aufgeflogen ist das Ganze nur, weil die Arme so verzweifelt war, das sie sich bei der Oberhebamme ausgeheult hat, und DIE hat Malucci dann beim Chef verpfiffen.

Der Chef wiederum ist das zweite Problem der ganzen Geschichte – bzw. der Grund, warum es überhaupt so weit kommen konnte: der Kerl ist einfach zu nett! Jeder andere Vorgesetzte hätte Malucci schon vor Ewigkeiten abgemahnt oder vor die Tür gesetzt – aber unser Chef ist von der diplomatischen Sorte: „Laß uns mal drüber reden!“.

Schade nur, daß Kollege Malucci so gar kein Interessse an Reue und Einsicht hat – tagelang verschwunden bleibt, und wenn er denn mal auftaucht, nur heiße Luft verbreitet. Vor kurzem hat er nun seinen Facharzt gemacht, und meine kleine Lieblingskollegin meinte nur resigniert: „Das Einzige, was sich jetzt ändert, ist das er NOCH_WENIGER arbeiten wird…!“  Wahre Worte…

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Ein Kommentar zu “10 kleine Negerlein…

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