Tag-Archiv | Urlaub

Yippee Ki-Yay from the USA…

Asche auf mein Haupt! Ich komm zu gar nichts mehr. Habt Ihr gemerkt, oder? Erst war es der Letzte-Schulwochen-Stress. Letzte Arbeiten, Klassenfeiern, Sportfeste. Ausserdem der Großes-Kind-geht-ins-Ausland-Stress. Pass beantragen. Visum beantragen. Klamotten kaufen, Einführungsveranstaltungen besuchen, Abschiedsfeste feiern und nicht zu vergessen: Tonnen Taschentücher kaufen & benutzen… *schneuz*

Jetzt isser dort und wir auch und da ich jetzt wirklich erstmal dringend Urlaub brauche, wird es auch noch etwas dauern, bis es weiter geht. Aber Ihr kennt mich – “I’ll be bäck!!!”

Stay tuned!

Du weisst, dass Du dringend mal wieder Urlaub vom Arzt-Job brauchst…

10. …wenn Du mehr persönlichen Kram in Deinem Dienstzimmer deponiert hast, als Zuhause im Wohnzimmer!

9. …wenn die Nachtschwester dich zu Schichtbeginn mit einem freundlichen “Wie war dein Tag, Liebling?” begrüsst.

8. …wenn die Küchenhilfe genau weiss, was du am liebsten isst und wie du deinen Kaffee trinkst.

7. …wenn du deine Gäste mit den Worten: “Hallo – was haben sie denn für Beschwerden?” begrüsst.

6. …wenn du nachts im Pyjama in den Kreissaal und tagsüber im OP-Kittel in den Supermarkt gehst.

5. …wenn du zwar genau sagen kannst, wie man am schnellst von Station 8B über das Labor, die Röntgenabteilung und an der Cafeteria vorbei nach internistisch 3F kommt, Zuhause aber schon seit Wochen die Waschküche nicht mehr gefunden hast.

4. …wenn du versuchst, die Apgar-Werte deiner halbwüchsigen Kinder zu bestimmen

3. …wenn du der schwangeren Nachbarin im Garten nebenan dringend ein CTG anlegen möchtest.

2. …wenn du deinen Mann nur noch mit “Guten Tag, Chef” begrüsst.

Und ganz sicher weisst du, dass du dringend mal wieder Urlaub vom Arzt-Job brauchst, wenn…

1. …du am Wochenende, pünktlich um 9 Uhr, zur Visite in den Zimmern deiner Kinder aufschlägst!

I`ll be back soon!!!!

…versprochen!!!!!!

Im Moment weile ich leider – gaenzlichst ohne Internet-verbindung (okay, ausser gerade JETZT) am quasi komplett entgegengesetzten Ende meines Blogs! Ich freu mich sehr ueber all euren Zuspruch und verspreche hoch und heilig, dass ich in kuerzester Zeit mit gefuehlten 1,5 Millionen Urlaub/Sonne/StrandBildern zurueck sein werde. Ich schwoere!

Bis dahin – bleiben sie mir gewogen, und schauen sie auch morgen wieder rein, wenn sie Dr. Josephine sagen hoeren wollen: Leben ist kein Ponyschlecken! Aecht jetzt…. :))))))

Esst mehr Chips…!!!

Saublöde Überschrift – sollte eigentlich heißen: Leute, redet mehr miteinander – aber ihr wißt, ich stehe auf reißerische Aufmacher (Note to self: “Dringend noch der Bluna-Liste anfügen!” … *ggg*), die “Esst mehr Chips”-Geschichte ist eine ganz andere und soll deshalb auch ein andermal erzählt werden.

Dies ist die Story, bei der FrauVonSinnen und ich einander näher gekommen sind (NEIN!!! Nicht so wie MANCHE jetzt denken! Pfui, watt für´ne fiese Charakter… ;)) und unsere kleinen Reibereien nach einem reinigenden Morgengewitter (5 Uhr in der Früh, um genau zu sein) beigelegt haben. Und bevor ich von meinem heutigen, ersten Arbeitstag nach dem Urlaub berichte (ja, auch Helden brauchen Auszeit – deshalb auch die ganzen OffTopicThemen) muß ich diesen Part noch kurz vorweg schicken:

Es begab sich also vor nicht allzu langer Zeit, daß ich des abends im Kreißsaal meine Runden drehte und just in eine schwer schnaufende, offensichtlich hoch schwangere Frau lief, die mit Mann, Köfferchen und Krankenschwester im Schlepptau den Kreißsaalflur entlang gewatschelt kam.

Schwester: “Dr. Josephine, daß ist Frau XY, 39. SSW mit Wehen, Frau Von Sinnen ist die Hebamme, weiß Bescheid, steckt noch auf der Autobahn fest und kommt sobald sie kann!”

Ich: “Alles klar, Herzlichen Willkommen, wir kümmern uns um sie!”

Frau ans CTG gepackt, bisschen Small Talk, alles gut.

Jetzt ist es ja mit Hebammen so eine Sache – die eine mag es gerne, wenn man die Frauen MIT-untersucht (zwei mal zwei Finger haben einen besseren Überblick als einmal zwei), der anderen ist es grundsätzlich hoch wie breit und die Dritte macht immer alles selbst. Fehlt noch, daß sie einen Stacheldrahtzaun um ihre Schwangere zieht, mit Selbstschussanlage und allem Drum und Dran – nur für den Fall der Fälle.

Frau Von Sinnen gehört zur letzteren Kategorie. Was mir prinzipiell egal ist – soll jede machen, wie sie will. Aber diese Frau hier liegt nun einmal japsend und schnaufend vor mir, ihr Körper weiß obendrein nach 3 vorangegangenen Geburten ganz genau, was zu tun ist (und in der Regel fackeln gebärfreudige Frauen ab dem zweiten Spontanpartus auch nicht mehr soooo lange mit dem Niederkommen), sodaß ich trotz aller Vorgaben todesmutig zum Äußersten schreite – und vaginal untersuche. Bevor ich das Kind unvorbereitet UND ohne Hebamme VORM Kreißsaal bekomme. Doch siehe an – alles noch im grünen Bereich, 2 cm MM – wir haben Zeit.

Ich mach es mir gerade im Kreißsaalstützpunkt gemütlich, als FvS übellaunig und wortkarg einfällt und - nachdem sie sich von allem unnötigen Ballast befreit hat – auch schon wieder hinaus stürtzt. Stirnrunzelnd wende ich mich erneut “Plants vs. Zombies” (=Lieblings-iPhoneApp) zu und habe gerade die erste Reihe Sonnenblumen gepflanzt, als die Hebamme – wutschnaubend und Feuer spuckend – erneut vor mir steht und drohend knurrt:

DU hast meine Frau untersucht!?!?”

Ich: “Ist das eine Frage oder eine Feststellung?”

Sie: “Und warum sagst du mir das nicht????”

Okay, Feststellung!

Ich: “Ich hatte nicht einmal Zeit, Guten Abend zu sagen, wie hätte ich da noch “Die Frau hat 2 cm Muttermund, Cervix erhalten, weit sakral, Fruchtblase steht” unterbringen sollen???”

Ächt jetzt, oder?

Es entspann sich ein kleiner, kindergartenniveauähnlicher Wortwechsel, den ich hier nun wirklich niemanden zumuten will, und aufgrund dessen ich recht flott beschloss, meine Zombies für den Rest des abends im Dienstzimmer zu meucheln – was sich als so ermüdend erwies, daß ich mich bereits gegen 0.00 Uhr in komaähnlichem Tiefschlaf wiederfand.

01.25 UhrTELEFON!!!!

Ich (völlig verstrahlt): “Ja????? Es ist Nacht????”

FvS (immer noch SEHR sparsam): “Können wir eine PDA machen?”

Ich (schlaf immer noch): “Nee, ich zumindest nicht – aber frag doch mal die Anästhesisten…?!”

FvS hat aufgelegt…?!

02.30 UhrTELEFON!!!

Ich: “Grmpf?!”

FvS: “Kannst du mal kommen? Das CTG ist nicht so schön?”

Ich (aber sowas von über die Uhr): “Wie hoch hast du denn das Oxi laufen (=Wehentropf)???”

FvS (ehrlich empört): “WIE? Wehentropf??? Die Frau HAT GAR KEINEN Wehentropf???….”

Autsch….

Zu meiner Ehrrettung sei gesagt, das FvS bekannt dafür ist, nachts um 3 Uhr am anderen Ende des Diensthandys zu erscheinen und in den blumigsten Tönen von “nicht ganz schönen CTGs” zu flöten, welche sich als – nun ja: nicht wirklich schöne CTGs entpuppen, und wenn man mal genauer hinschaut, läuft halt schon der Wehentropf, damit “da mal ein bisschen mehr Druck drauf kommt!” SOOOO unberechtigt war meine Frage also gar nicht.

Ich reiß mich dennoch am Riemen, stelle mein Großhirn zwangsmäßig auf WachModus um und eiere in den Kreißsaal, wo Frau XY in der Tat spontan und ohne weiteres Zutun ein höchst unschönes CTG hingelegt hat. Schöne Schei**e aber auch!

Also – was machen wir bei schlechtem CTG und fortgeschrittenem Muttermundsbefund? Sie dahinten in der dritten Reihe mit dem weißen Kittel? RICHTIG: MBU!!!

Mach mal bitte mitten in der Nacht, frisch aus dem Bett gerupft mit keinem Kaffee weit und breit, eine Untersuchung, bei der du in 15 cm Tiefe und unter miesesten Sichtverhältnissen mit einer 2 mm – Kapillare einen Blutstropfen von der Größe eines Stecknadelkopfes finden UND aufsaugen mußt, und das während das stark behaarte Köpfchen permanent wie eine Unruh von rechts nach links routiert und einer übelst gelaunten Hebamme im Kreuz – SUPER SCHAUSPIEL, ich sach es euch!!!

To make a long story short – wir haben die ganze Nummer noch dreimal hingelegt, immer mit TipTop-Werten, das Kindele wollte dann gegen 4.45 Uhr doch noch geboren werden, und um 5 Uhr saß ich bräsig wie Horst auf der höchsten Palme überhaupt im Kreißsaalstützpunkt und hätte am liebsten mit Sachen um mich geworfen. Und dann kam FvS. Und fragte, was um alles in der Welt mir einfalle, sie nach einem Tropf zu fragen, den sie gar nicht angehängt hatte – und DANN kam eins zum anderen und in keiner Zeit hatten wir uns so derartig in der Wolle, das die Nachtschwester schnellen Schrittes um die Ecke gerannt kam, um zu sehen, was da wohl los sei…?!

Und dann fragte sie (=FvS) plötzlich mit großen Augen, erschrecktem Blick und völlig aus dem Zusammenhang gerissen: “Meinst du denn, ich mache schlechte Geburtshilfe?”

Da mußte ich dann doch erstmal nachdenken….-  Schlechte Geburtshilfe? Definitiv NEIN! Ich bin mir sicher, das Frau von Sinnen eine der wenigen, berufenen Hebammen ist, die die Welt noch hat. Aber ihre Umsetzung und das Timing sind manchmal einfach Schei**e – vorsichtig formuliert. Es läuft nämlich immer nach demselben Schema F: Frau kommt, Wehen mäßig, PDA rein, Tropf drauf, CTG mässig, bisschen rumgeömmelt, Kind kommt, alles gut aber irgendwie ist das Gesamtgefühl nur “Naja”… – und genau so hab ich es ihr auch gesagt. Danach bin ich vorsichtshalber auf Tauchstation gegangen, denn das, was jetzt kommen mußte, konnte nur ein mittelprächtiger Hurrikan werden. Als ich nach 2 Minuten Totenstille vorsichtig aus meinem Versteck lugte, sah ich aber erstaunlicherweise nur eines: fassungslose Einsicht!

Meine Kritik war an FvSs sonst so rauher Schale nicht einfach abgeprallt sondern offensichtlich eingedrungen, und hatte dort – ganz im Gegensatz zum Großteil der Menschheit (mich im übrigen eingeschlossen) -  mitnichten Wut und Trotz aktiviert, sondern war auf dem wundersamen Weg des Verstehens direktemang ins Zentrum der Erkenntnis gedriftet. Frau von Sinnen hatte es Verstanden. WHOW! Was für eine Frau! Was für eine Größe, Kritik anzuhören UND vor allem anzuNEHMEN – noch dazu von jemanden mit deutlich weniger Berufserfahrung als man selbst. Hätte ich einen Hut gehabt, ich hätte ihn an diesem Morgen gerne gezogen.

Mit frischem Kaffee und einer halben Packung Merci haben wir unser Kriegsbeil dann mittig im Kreißsaal begraben, Frieden und mittlerweile beinah Freundschaft geschlossen. Die Frau Von Sinnen und ich. Und DAS sind Geschichten, die das Leben schreibt. So schön!

Alles hat ein Ende…

Mein Urlaub nähert sich bedrohlich seinem Ende entgegen – woher ich das weiß? Nun, abgesehen vom Blick auf den 5-farbig-, mehr-spaltig- und rappel-vollgeschriebenen Wand-Kalender (hängt direkt neben unserem begehbaren Kühlschrank, damit frau auch immer alle 45 Myriaden Wochentermine unter Kontrolle hat) vom Gefühl absoluter Urlaubsreife. Ächt jetzt – ich bräuchte dringend zwei Wochen iPod-auf-die-Ohren, Sonne, Strand und All-Inclusive-Buffett, um für die nächsten Monate Dauer-Dienst einigermaßen fitt zu werden…

Irgendetwas hab ich falsch gemacht… *seufz*

Dabei wurde noch nicht mal ein Bruchteil all meine imaginären To-Do-Listen abgearbeitet – die Wäsche dümpelt schon wieder auf 8-Tausender-Niveau in sauber aufgereihten, nach Temperatur und Farbe sortierten Körben vor sich hin, der Keller ist aufräumtechnisch noch nicht mal ansatzweise angegangen, und zig Blumenkübel warten aufs bepflanzt werden. Egal – für nächste Woche ist sowieso wieder Schnee gemeldet… *headshot*

Deshalb hasse ich Urlaub Zuhaus! Auf Malle, im Allgäu, Timmendorfer Strand oder auf Bali kann man locker drei Wochen lang nichts anderes tun, als Schlafen, Essen und Trinken – und der einzige Zwang besteht darin, zu bestimmten Uhrzeiten die Location zu wechseln: Schlafen im Hotelbett – Essen und Trinken auf der Morgenterrasse – Schlafen am Meer – Essen am Pool – PowerNap auf dem Balkon – Essen auf der Abendterrasse. Und alles völlig ohne schlechtes Gewissen. Dazwischen liest man seichte Lektüre und hört die Apple-Music-Box hoch und runter.

Daheim fühlt man sich irgendwie schon genötigt, nicht nach 9 Uhr aus dem Nest zu fallen, jeden Tag eine sinnvolle Tat zu vollbringen und nach Möglichkeit nicht pausenlos Essen in sich rein zu stopfen. Vom regelmäßigen Alkoholkonsum am Abend ganz zu schweigen… *ggg* Komisch – keiner schreibt mir wirklich vor, daß ich all das TUN MUSS – aber ich kann mich in meinen eigenen Wänden einfach nicht adäquat entspannen…

Dafür gibt es dann aber ab Montag wieder regelmäßig Berichte aus dem KlinikChaos. Fängt auch übermorgen schon direkt mit dem Besuch der Schulklasse meiner Tochter an – “Angewandter SexualkundeUnterricht für Anfänger” oder so…! Das kommt davon, wenn man unter chronischem Helfersyndrom leidet und bei Elternabenden einfach nicht die Klappe (bzw. den Arm unten) halten kann.

Lehrerin: “Würde sich denn jemand bereit erklären, den Kindern einen Einblick in Klinik oder Praxis zu ermöglichen und ein paar Fragen zu Sexualität, Schwangerschaft und Geburt zu beantworten?”

TOTENSTILLE

Ich meine – unsere Schule liegt im Einzugsgebiet einer Klinik, d.h. eigentlich alle Eltern haben mehr oder minder direkten medizinischen Bezug! Ärzte aller Fachrichtungen, Schwestern, Pfleger, MTAs – wenn sich ein Kind zum Schulfest das Knie blutig schlägt, können wir binnen 5 Minuten das komplette Equipment für eine mittlere Organtransplantation stellen. ThoraxChirurgischer Chefarzt inklusive! Aber in solch einem Moment geht dann immer nur eine Hand in die Höhe: MEINE!!! Weil ich einfach nicht abgebrüht genug bin, 10 Minuten lang in vollkommene Stille hinein den Schnitzer im Holz der vor mir liegenden Tischplatte zu betrachten, oder auf meine Schuhspitzen zu starren, oder, oder, oder – während die kleine, rotbackige Lehrerin meiner Jüngsten zunehmend verzweifelt “Keiner – wirklich keiner möchte das übernehmen?” ruft.

Nee, keiner, mich eingeschlossen – aber ich mach es dann halt. Ich bin doof. So. Aber wenigstens mein Kind ist glücklich. Kreuz im Kalender – gute Tat vollbracht. Schalten sie auch nächste Woche wieder ein, wenn sie Bob sagen hören wollen: “Doofer Fehler – wirklich doofer Fehler…!” *seufz*

Urlaub Zuhause ist wie kein Urlaub…

Ich bin FERDDISCH!!! FIX & FERDDISCH!!!

Und Schuld daran sind einzig und allein: mein Urlaub und das Wetter!

War ich Fahrrad fahren? Joggen? Reiten??? Hab ich mir einen langen Spaziergang durch eben frisch erwachende Natur gegönnt oder zumindest einen 5-Stunden-Shopping-Marathon durch meine Lieblings-Einkaufsstadt? Hab ich? HAB ICH?????

Mitnichten – nachdem ich das kleine Kind heute morgen zum Ferienvergnügen gebracht und mich auf dem Rückweg noch mit gefühlten 2 Millionen anderer Leute um so Dinge wie frisches Obst, frische Wurst und keine Schokolade geschlagen habe, dacht ich – man könnte doch mal im nahe gelegenen Heimwerkermarkt ein bisschen FrischPflanzZeug erstehen…?!

Also das Mittelkind eingepackt und ab dafür – im Männer-Paradies fall ich dann als allererstes über eine komplett Wasser-kompatible TerrassenSchrubb-und-FensterWasch-Anlage…. – vergangenes Jahr hab ich das Billig-Aldi-Teil nach einem Gang Rund ums Haus bereits komplett zerlegt gehabt, dieses Jahr, so hab ich mir geschworen, gibt es etwas anstäniges…!

Das Problem ist nämlich – wir verfügen über Fenster und Terrasse. ZU VIEL Fenster und Terrasse! Und diese sehen nach 6 Monaten DauerMistWetter aus wie noch nie gemacht.

Ich hätt es lassen sollen….

Nachdem ich noch fünf 60l-Rindenmulchsäcke, zwei Mal dieselbe Menge Blumenerde und diversen anderen Kleinkram in meinem Familienschiff verstaut habe, fragt mein Mittelkind mich neugierig, wo denn all die Blumen seien, die ich doch zu kaufen gedachte???

*FLUCH*

Okay, ich hab keine Lust mehr, mich zurück unter all die bauwütigen Männer in regenbogenfarbener Ballonseide und Muttis mit Kittelschürzen in Pril-Blau zu begeben – mir wird schon irgendetwas lustiges einfallen, was ich mit diesem angefangenen Tag und seinem Wetter anstellen kann.

Hätt ich mich mal nur auf die Couch oder Respektive den Liegestuhl geparkt – dann wär jetzt alles gut.

Aber nein, Sturkopf, der ich bin mußte ich allen Ernstes probeweise den neuen Schrubber mit integriertem Wasseranschluß und SeifenKammer testen!!! Und nachdem dann nach An-schrubben des ersten Quadratmeters vormals grünglibbriger Terrasse selbige wieder in altgewohntem Glanz erstrahlte, blieb mir (und meinem Ehrgeiz) leider nichts anderes übrig, als die restlichen 19 999 qm auch zu bearbeiten. Was mich geschlagene drei Stunden gekostet hat!!! Anschließend war ich so fertig, das ich gerne auf der Terrasse zusammen gebrochen wäre – was mir jedoch nur noch deutlicher vor Augen geführt hätte, daß die Terrassen-Schrubb-Orgie die Terrassen-GLASTÜREN übelst in Mitleidenschaft gezogen hatte…

Also das FensterSauberDingens ausgepackt und für weitere zwei Stunden Jalousien geschrubbt, Fensterbänke gewienert und Fenster geputzt sowie anschließend streifenfrei abgezogen. Was für eine SCHEI**-Idee, heute in den HeimwerkerHimmel zu fahren….!

Nachdem also Terrasse und angrenzendes Gebiet strotzend vor Sauberkeit im milden Frühlingslichte vor mir liegen – fällt mein flüchtiger Blick auf´s dezent angeschnodderte Garten-Mobiliar…

“NEIN” denk ich noch entsetzt, als mein innerer Schweinehund sich schon enthusiastisch von der Leine reist…

Nach zwei weiteren Stunden schaff ich es gerade eben noch, mich zur Kaffeemaschine zu schleppen und den “GibMirKoffeeinJETZT”-Knopf zu betätigen. Dann liege ich eine gefühlte Ewigkeit völlig zerschossen auf der Couch und bin zu keiner noch so kleinen Bewegung mehr imstande.

So muß ich auch völlig hilflos mit anschauen, wie die Katze lustig mit ihren um-die-Terrasse-herum-aufgeweichten-Regenwurmhaufen-Matsch-Pfoten auf die hier und da die Scheibe herunter rinnenden Wassertropfen  eindrischt. Auch egal – HEUTE geht definitiv gar nichts mehr!!! Und meinen nächsten Urlaub verbringe ich auf den Fidschis  - oder NOCH weiter weg…

OsterSonntag(sDienst)….

Es ist Ostern und im Kreißsaal sitzt OsoleMia bei fast gleich geartet schlechter Laune mit einem vorzeitigen Blasensprung am Termin fest, während Zuhause ihre Familie um den nicht fertig bekommenen Braten hockt – das Leid der Hebamme kann ich da nur sagen. Sag ich aber nur euch – Soli würde mich heute für solche Sprüche auf altitalienische Weise mit Beton an den Füßen in der nächstbesten Pfütze ertränken. Frau Ei bekommt das erste Kind und weht sich stetig aber zeitintensiv durch ihre Eröffnungsperiode – dies jedoch wenigstens bei vorzeigbarem CTG!

Auf Station dümpelt eine vorzeitige Wehentätigkeit, eine Vielgebärende mit Hypertonus und ein fraglich beginnendes HELLP im Wochenbett vor sich hin. Letzteres leider derart sinnbefreit, daß es mich nun schon geschlagene zwei Stunden beschäftigt – kein Ende absehbar! Frau Brot ist ungelogen so hell wie ein Kilo Dunkelbrot und möchte partout nicht verstehen, daß ich ihren 180 zu 115- Blutdruck nicht so richtig lustig finde. Das sie obendrein nur ihre eigenen Nepresol-Tabletten nehmen mag (und kein Schwein weiß, ob sie die auch tatsächlich nimmt) ist nochmal eine andere Wurst – aber nein, lustig ist das kein Stück!!!

Frau Brot möchte von mir wissen, wo denn das Problem überhaupt sei?! Ich erkläre ihr, daß die größtmögliche Komplikation bei solch einer Konstellation ein akuter Krampf-Anfall sein könnte.

*FragenderBlick*

Sie: “Äh – Krampfanfall? Wo? In der Wade?????…….

*Kopf -> Tischkante*

Okay, ich erkläre also weitschweifig, welche Sorte Kramfanfall ich gemeint habe – und werde unwirsch mittig in der schönsten Ausführung unterbrochen:

“Nee, nee, das kann so nicht sein! Meine Omma hat auch schon immer Blutdruck, abba die hat noch niiiiiiiiiiiiiiiieeeeeee ´n Krampf inner Wade gehabt!!!”

Is´ nicht wahr….

Nach einem weiteren Exkurs in die PhysioPathologie des schwangerschaftsassoziierten Hypertonus klärt mich Frau Brot ihrerseits über das Brot-sche Bluthochdruck-Management auf: KNOBLAUCH!!!!

Ich: “BITTÄÄÄÄÄ?????”

Sie: “Knoblauch hilft gegen Blutdruck – aber ich hab schon 8 Zehen gegessen – hat NIX geholfen…!!!”

*HUST*

*AtemschutzAuspack*

Das erklärt jetzt immerhin die enorm schlechte Luft im Patientenzimmer…

Nachdem ich Frau Brot mit ihrem Gestank allein und in Richtung o.g. Dienstzimmer verlassen habe, dort dann gerade dabei bin, genüßlich in mein korallenrotes Osterei-chen zu beißen, bimmelt wie auf Stichtwort das olle Diensthandy:

Ich (kauend und Eigelb prustend ins Telefon nuschelnd): “Josephine – beim Essen! Wer stört????!”

FvS: “ICH!!!!”

Ich (erstaunt auf die Uhr blickend): “FrauVonSinnen – hast du jetzt wirklich den Verstand verloren – es ist TAG!!! Was willst du schon hier????”

FrauVonSinnen, Lieblings*hust*hebamme, entbindet in der Regel nie vor 2.30 Uhr morgens und läutet dann aber gerne mal kurz vorher durch, um den diensthabenden Arzt mit einem abgedrehten, weil hochpathologischen CTG aus dem Bett zu jagen…!

 Ich versuche mich vergeblich zu erinnern, ob und wenn ja wann ich Frau von Sinnen jemals bei Tageslicht zu Gesicht bekommen habe…?! – Wie schon gesagt: vergeblich!!!

FvS ist nun also mit einer privaten Erstgebärenden am Termin in “meinem” Kreißsaal aufgeschlagen, was ich absolut unhöflich finde – “Privat” ist nämlich gleichbedeutend mit “der Hintergrund kommt” und das wäre am heutigen SuperSonntag meine Lieblings*hust*Oberärztin. Womit hab ich DAS verdient????

OÄ Dr. O HASST es, an Sonn- und Feiertagen in der Klinik aufschlagen zu müssen. Außerdem nachts und nach (offiziellem) Dienst-Ende. Das es anderen Menschen ähnlich geht und diese DENNOCH ohne viele Worte ihrer Pflicht nachkommen ist hier mal nebensächlich - für Dr. O gibt es nur einen Nabel der Welt, und das ist sie selbst, des weiteren passieren alle Ungerechtigkeiten auch immer nur dem ärmsten Schäfchen vor dem Herrn: IHR SELBST!

Bedeutet für mich: ich darf mir nachher beim Eingeben der Geburt stundenlange, vor Selbstmitleid triefende  Monologe über das Seelenheil meiner Oberärztin anhören – vielleicht sollte ich doch die “OsoleMia-mit-Beton-an-den-Füßen-Nummer” nochmal aufgreifen…?!

——————————————————-Cut——————————————————–

To be continued….

“Männer die auf Ziegen starren….!”

…maaaaaaaaan, was für ein völlig kranker Titel! Großartig krank!!! SOLCHE Titel sollten mir auch einmal einfallen, würde der Sache ganz neuen Schwung geben (denn ich gestehe, nach etwas über einem Jahr Bloggerei gehen mir hin und wieder die entsprechenden Überschriften aus…).

Ich habe Urlaub. Theoretisch. Praktisch bin ich hundemüde – weil mich meine Lieblingshebamme Frau von Sinnen tatsächlich um 4 Uhr in der Früh mit glockenhellem Stimmchen aus dem Bett gebimmelt hat “Frau L. ist bei 8cm, 5. Kind – kannst du bitte zur Geburt kommen?!”

das XY-te Kind nach XY-1 spontanen Entbindungen kommt in der Regel recht flott daher, wenn es nun nicht gerade quer oder mit dem Po voran aus der Mutter heraus will, und auch die Rate der Damm-Risse und Schnitte ist bei diesem Personenkreis recht übersichtlich gehalten – im Grunde genommen sind solche Frauen mittig in der Nacht eine Strafe. Warum? Nun – du quälst dich zu Unzeiten aus dem Bett, um einem Vollprofi beim Pressen zuzuschauen, mußt nichts tun als milde lächeln und einigermaßen wach aussehen, dabei die ganze Zeit den Mund geschlossen halten (schließlich ist bei 5.-6.-7.-Gebärenden mit fast vollständigem Muttermund keine Zeit mehr, noch fix die Zähne zu putzen…), und wenn nach 10 bis 15 Minuten erst Baby und dann Plazenta wohlbehalten (und völlig ohne dein Zutun) geboren sind, kannst du wieder im Bett verschwinden. Wo das Problem ist? Ich kann dann nimmer schlafen! Ist so! Egal wann ich mich tagsüber hinlege (oder auch nicht hinlege) – ich schlafe. Sofort und auf der Stelle, auch mit dem Kopf auf dem OP-Aufenthaltsraum-Tisch, im Garten unterm Apfelbaum oder bei ALDI an der Kasse. Aber wenn man mich NACHTS zwischen 1 und 6 Uhr morgens aus den Federn bimmelt (und sei es nur zur telefonischen Auskunft”) – dann ist Schluß mit Schlaf.

So auch heute.

Und da mein Urlaub offiziell erst mit Ferienbeginn meiner Kinder beginnt, hab ich hier ganz normalen Familien-Alltags-Wahnsinn – nur in unausgeschlafen: Einkaufen, Wäsche waschen, Kinder von der Schule abholen, Kinder bekochen, Hund Gassi führen, Kinder zum Sport fahren, Kinder vom Sport abholen, mehr Wäsche waschen, Wäsche zusammen legen, Diktat üben, Mathe üben, Vokabeln abhören, Pferd bewegen, noch mehr Wäsche waschen, Essen machen, Kinder zu Bett bringen…

Ich schlaf ja schon beim Aufzählen ein *gäääääääääääähn*

Unglaublicherweise hab ich es ja in jungen Jahren noch geschafft, direkt NACH dem Dienst normal weiter zu arbeiten. Da hatte ich einen Chef der die irrsinnige Meinung vertrat, Freizeitausgleich für (D!!!-)Dienste sei nur etwas für Schnorrer und Weicheier. Gab es somit nicht. Punkt, aus, Ende! Wahrscheinlich sehe ich DESHALB heute noch so alt aus… *ggg*.

Zurück zu George und den Männern (die auf Ziegen starren LOLOL – ich krieg mich heute nicht mehr ein über diesen Titel!!!…) – später am Abend parke ich mich dann mit einem wunderschönen, eiskalten Hefeweizen auf die Couch und freu mich auf Dr. McDreamy in der neuesten Staffel von Grey´s Anatomy. Und meinen Urlaub. Und Nachtschlaf ohne Anrufe…!!!

PROST!

Countdown…

Noch 12 Stunden, 47 Minuten bis zum wohlverdienten Urlaub!!! Dann wird es zweieinhalb Wochen lang nur noch olle Kamellen und Bluna- bis FamilienChaos geben. Also - ich werde weiterhin schreiben, allerdings müßt ihr mal ein paar Tage ohne frische OP- und Geburtsstories auskommen! Hab allerdings noch ein paar alte Geschichten von früher auf Lager – DIE pack ich dann mal aus… :)

Jetzt gilt es noch den Dienst einigermaßen unbeschadet zu überstehen – sieht aber gerade alles sehr gut aus!

Ich bin ja ein ganz komischer Mensch – ich MAG meine Dienste! Gerade jetzt, wenn es draußen wieder lange dämmert und man auch nachts ohne akute Erfrierungsgefahr an geöffneten Fenstern vorbei stiefeln kann – GROSSARTIG! Überhaupt hat ein Krankenhaus bei Nacht ein ganz anderes Flair – die geballte Hektik und das hühnerhaufenartige Dauergeschnatter des Tagbetriebs ist dem leisen Schlurfen crocsbeschuhter Nachtschwärmer gewichen, und nur auf den internistischen Stationen hallt der menschenleere Flur hin und wieder von dementem Wehgeschrei und Bettpfannen-gegen-Bettgitter-Geschepper wieder.

Nachts kann ich Briefe schreiben und OP-Berichte diktieren, ohne das alle Nase lang der schwarze Kasten bimmelt, ich kann mit Gottfried von Station 8b um die Wette “Merci” essen oder beim Fremd-Baby-schokkeln auf der Wöchnerinnenstation ein wenig im Schaukelstuhl dösen.

Im Sommer sitzen wir bisweilen auf dem Dach herum, die nackten Füße aufs Balkongeländer gelegt, und während uns die Abendsonne aufs Haupt brezelt und die Cola langsam in der Flasche vor sich hin gärt, wähnt man sich doch fast im langersehnten, wohlverdienten Karibikurlaub…

Manchmal, wenn Don und Quichotte, meine Lieblings-OP-Schwestern, gemeinsam mit mir Dienst schieben, werde ich bekocht – 5-gängig nach Strich und Faden, und zusammen mit den Betäubern und deren guten Geister kommt beinahe so etwas wie Party-Stimmung auf.

Immer wieder gern erzählt auch folgende Dienst-Geschichte: Sitzen wir des Samstags vollzählig im Aufenthaltsraum und wollen Essen bestellen: Cholesterintreibende Kalorien in Form lecker belegter italienischer Flachspeise. Rufen beim Pizza-Dienst an und ordern oben genanntes in rauhen Mengen, rufen anschließend beim Pförtner an, um ihm die drohende Ankunft des (schwer beladenen) Essens-Kuriers zwecks Weiterleitung anzumelden – und erhalten die trockene Antwort: “Das geht nicht, ihr OP ist wegen einer länger andauernder OP abgemeldet!”

OP-Oberschwester Don *pikiert*: “DAS kann nicht sein, DAS wüßte ich nämlich am besten und vor allem als ERSTE!!!

Der nette Mensch am anderen Ende der Leitung beharrt aber weiterhin hartnäckig auf der Tatsache, der OP sei für die nächsten Stunden mit allem außer Essen fassen beschäftigt. Die Betäuberin wird mißtrauisch, zückt ihrerseits das Telefon und ruft den Feind (=Chirurgische Ambulanz) an – in der Tat, der Metzger und sein Assistent sind bereits mit einer 180 kg-Verdacht-auf-akuten-ischämischen-Ileus-Patientin unterwegs hierher…

Ich hab mich dann eine ganze Nacht lang von diversesten Pizzen, Pasten und Salaten ernährt, während Anästhesie und OP-Schwestern fluchend am Tisch standen…!

Okay – zum eingewöhnen also jetzt schonmal olle Kamelle. Ab morgen dann erfolgt die Abarbeitung des Ferienprogrammes: Garten auf Vordermann bringen, Keller entrümpeln, Parkett-Boden wachsen, sonstiges angestautes abarbeiten…

Ach, was mag ich meine Dienste gerne… *ggg*

Urlaub minus 11…

Sonntag, 4.10.2009 – und ich sitze in der Klink :(

Dies ist mein viertes von insgesamt fünf aufeinanderfolgenden Arbeitswochenenden, und ich hab sowas von den Kanal voll, das ich – entgegen meiner sonstigen Gesinnung – nur noch übelst gelaunt und miesepetrig dreinschauend durch die Gegend laufe. Das Schlimmste: ich hab noch nichtmal ausreichend Zeit, anständig und regelmäßig zu ESSEN – dabei weiß jeder, der mich auch nur vom sehen kennt, daß ich hungrig NOCH gefährlicher bin, als ein angeschossener Tyrannosaurus Rex. Is´ wahr!

Zehn Dienste haben mir den diesen Monat “versüßt” (wir wiederholen für alle neu-eingestiegenen und nicht-mehr-auf-dem-laufenden: ich arbeite TEILZEIT!), im nächsten werden es sechs Dienste in zwei Wochen – aber ab nächste Woche hab ich dann immerhin Urlaub, Yipphie!!!

Und da ich vor lauter Kinder-Taxi-Hausaufgaben-Überwachen-Klassenarbeiten-Vorbereiten-Hund-Gassi-Führen-Pferd-Versorgen-Und-Reiten-Garten-Herbstfest-Machen-Wäsche-Waschen-Bügeln-Wegräumen-Einkaufen-Haushalt-UND-Arbeiten irgendwie zu gar nichts mehr komme, liegt derzeit auch mein Blog brach – aber ja doch, ich gelobe Besserung!

Die letzten Wochen waren schwer ereignisreich – “meine” Reanimatin hat das Krankenhaus vergangene Woche auf ihren eigenen zwei Beinen und bei physischem (!!!) Wohlbefinden verlassen – wir haben im Laufe ihres Aufenthaltes noch viel miteinander geredet, was uns beiden irgendwie ein bisschen geholfen – aber nein, was sie jetzt durchmacht wünscht man seinem ärgsten Feind nicht…

Dann ist eine ehemalige Arbeitskollegin verstorben – junge Frau, kleines Kind, Cervix-Ca. Schlimme Kiste :( Da hab ich dann doch gedanklich Abbitte geleistet und zwei Tagen lang klaglos mein Pensum bearbeitet.

Doch auch ich bin keine Heilige, und so mußte am Tag drei dann doch mal wieder ein bisschen Dampf abgelassen werden: Uns steht eine Zertifizierung ins Haus (alle Jahre wieder), und wie immer steht die Hälfte des Personals Kopf, während der Rest sich völlig hemmungslos einer Panikattacke nach der anderen hingibt. Okay, so eine Überprüfung sollte man bestimmt nich auf die leichte Schulter nehmen, aber es gibt Sachen, die MUSS ich einfach nicht verstehen. Und schon gar nicht einsehen. Beispiel?! – Bitte:

Ich hab kürzlich im Dienst eine Patientin aufgenommen – Frühschwangerschaft mit V.a. Magen-Darm-Infekt, hat nichts, was oben rein ging, bei sich behalten. Also Infusionstherapie angeordnet:

Sterofundin 1000ml 1-1-1

Heißt nichts anderes als das die gute Frau dreimal am Tag (morgens, mittags, abends) eine 1l-Flasche Kochsalzlösung als Infusion verabreicht bekommt. So weit, so logisch. Jetzt kommt die Vorzertifizierungsfrau (der Probelauf sozusagen) und versucht mir klar zu machen, daß diese Anordung – getätigt abends um 19 Uhr – missverständlich sei. Die diensthabende Schwester müsse annehmen, das ALLE DREI 1l-Infusionen noch am selben Abend verabreicht werden sollten. Ich müsse mich schon deutlicher ausdrücken. ÄH -HÄÄÄÄÄÄ???? Jetzt Ernst oder was??? Seit jahrmillionen werden Medikamente auf diese Art und Weise angeordnet, und keine bis drei-zählen-könnende Schwester würde auch nur im entferntesten auf die Idee kommen, einer Frau drei Liter Wasser im Schuss einlaufen zu lassen.

Nee, trotzdem, das müsse ich mir anders überlegen. *HEADSHOT*

Weiteres Problem: an jenem Abend war keine 1000ml-Flasche NaCl mehr auf Station vorrätig, die Schwester fragte mich also, ob sie stattdessen auch 2x500ml anhängen könne? Klar doch – kann sie.

*MÄÄÄÄÄHP* – is´ nicht, wegen geht nicht! Dann müsse ich gefälligst auch 2×500 ml anordnen. Sonst könne ja jeder kommen… *indietischkantebeiss*

Ich glaube, am Tag der Zertifizierung muß ich ganz dringend frei nehmen, sonst könnte es sein, daß ich mich vergesse. Und mein Chef ohne Zertifikat bleibt. Oder so….

Gut! Genug aufgeregt. Ich schieb mir jetzt meine lecker-selbstgemachte Lasagne in die Mikro und schaue ein wenig anderen Menschen beim unqualifizierten Auswandern zu. In Bälde dann mehr – von der englischen Woche!!!