Tag-Archiv | Hawaii

Oans, zwoa – g´suffa…

Ich liege am Strand von Hawaii – irgendeinem Strand von Hawaii, während das Wasser in sanften Wellen den Strand heraufwellt und weisse Gischt-Krönchen vor sich her schiebt. Die Sonne scheint warm auf meinen Bauch, Möwen kreischen, Kinder lachen, irgendwo hämmert jemand gegen eine Tür…

MÄÄÄÄÄÄÄÄÄP – falscher Film!

“Josephine? Josephine??? Bist du wach???”

Mein imaginärer Traumpazifik löst sich gemächlich in schwarzer Dienstzimmernacht auf, während ich mich widerwillig in einer Realitiät wieder finde, welche fast eben so weit von Hawaii entfernt ist, wie Pluto von der Sonne.

“JOSEPHINE! AUFMACHEN!!!”

Verdammt – das ist Schwester Notfall, die da gerade ungebremst meine Zimmertür einschlägt. Was ist los? Handy überhört? Akku leer? – Nein, ein kurzer Blick aufs Nervgerät zeigt eindeutig funktionierendes, eingeschaltetes Telefon. Es muss etwas furchtbares passiert sein. In nicht ganz einer halben Sekunde stehe ich auch schon an der Tür und schließe auf, zwei hundertstel später hält Notfall mir eine Tasse dampfenden Kaffee unter die Nase, nimmt einen kräftigen Schluck aus ihrem eigenen Plörre-Pott und zwinkert mir zufrieden zu.

What the hell…?!

“Notfall – ernsthaft: Bist du bescheuert? Ich hab fast ´nen Herzinfarkt bekommen! Am Strand von Hawaii! Was willst du hier und vor allem: Was ist los?

Es ist 3 Uhr nachts. Ich hab Dienst. Ich bin müde. Ich will schlafen. Notfall juckt das wenig. Unbeeindruckt drückt sie mir den Henkelbecher in die Hand und schiebt sich an mir vorbei ins Zimmerchen. Dort lässt sie sich mit einem tiefen Seufzer in unseren ausladenden Ex-Chefsessel fallen und nimmt zufrieden grunzend einen erneuten, tiefen Schluck schwarzes Höllengebräu. Die Gute muss etwas komplett falsches gegessen haben…

“Hallo? ich meine: HALLO? Erde an Notfall? Hast du mal auf die Uhr gesehen? Es ist mitten in der Nacht und ich will schlafen! Was tust du hier um Himmels willen?”

“Josephine – zieh dich an, trink den Kaffee und dann kommt mit runter. Glaub mir – du wirst diesen Kaffee brauchen!”

Die alte Ambulanzschwester gluckst jetzt schwer erheitert vor sich hin und ich beginne wirklich an ihrer Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln, aber gut – ich habe keine andere Wahl. Ich steige also maulend und zeternd in meine Hose, ziehe schimpfend und drohend Kittel und Schuhe über, greife den Kaffee mit rechts, die Schwester mit links und verlasse wütend den Ort meiner schönsten Träume.

“Ich warne dich, Notfall – wenn das ein schlechter Scherz sein soll, dann gnade dir Gott! Das wirst du nicht überleben…!”

Doch die Schwester trottet völlig unbeeindruckt und immer noch seelig vor sich hin gickelnd hinter mir her und schlürft enspannt ihren Kaffee.

Wir fahren also mitsamt Kaffee hinunter ins Erdgeschoss, wandern gemeinsam zur Notfallambulanz, um dann vor Untersuchungszimmer 1 gemeinsam stehen zu bleiben. Notfalls Grinsen zieht jetzt fast einmal um den Kopf herum – und ich bin wach und schwer gespannt.

Notfall (jetzt geschäftsmässig aber mit verdächtigem Glitzer in den Augen): “Liebe Josephine – Wenn ich vorstellen darf: Resi und ihre Freundin Rosi,eine davon mit schlimmen Schmerzen. Beide ziemlich jung und beide völlig breit. Et voila!”

Und mit diesen Worten reisst Notfall die Tür zum Untersuchungszimmer auf.

Ich habe schon vieles gesehen in den Jahren meiner Kliniklaufbahn. DAS HIER ist neu. Selbst für mich.

Resi – oder Rosi, wer weiss das schon genau, liegt in einem wirklich entzückenden Mini-Dirndl in embryonalstellung auf meiner Untersuchungsliege zusammen gerollt und nuckelt hingebungsvoll am Vaginalschallkopf des Ultraschallgerätes, während sie offensichtlich tief und fest schläft.

Rosi – oder Resi wiederum hat wohl versucht, es sich auf unserem Gyn-Stuhl bequem zu machen und ist ebenfalls eingeschlafen, weshalb sie jetzt wie Schippe neun mit beiden Beinen in einem Beinhalter hängt und den Kopf in der Auffangschüssel für benutzte Speculae und Scheidentupfer abgelegt hat. Herzlichen Glückwunsch – die zwei sind tatsächlich voll wie die Strandhaubitzen. Wahnsinn! Ratlos schau ich mich nach Notfall um, die die Rückkehr in ihre geheiligte Ambulanz zu einem Zwischenstopp an der Kaffeemaschine genutzt hat und nun mit frischem Koffeeinnachschub milde lächelnd neben mir steht.

Notfall: “Und – ist schön?”

Ich: “Sagenhaft. Ein Träumchen. Und welche der beiden Prinzessinnen ist jetzt mein Problem?”

Notfall: “Die Kleine auf dem Gynstuhl. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die andere freiwillig den Schall rausrückt. Die ist total verrückt nach dem Teil!”

Und als hätte Rosi-Resi jedes Wort verstanden, schmatzt sie genüsslich ein bisschen auf dem runden Ende der Vaginalsonde herum.

Ich bin ja echt nicht empfindlich – ehrlich jetzt. Aber wenn ich mir nur annähernd ausmale, WAS ich mit diesem Gerät schon alles untersucht habe… brrrrrrr

Ich: “Also los – Weckversuch! RESI-ROSI! Hallo! Aufwachen!”

Vorsichtig schüttel ich das Mädel ein bisschen an der Schulter. R-R zuckt noch nicht mal mit der Wimper. DAS kann ja heiter werden…

“HAAAAAALLOOOOO!!! McFLY? Jemand Zuhause????”

Ich schüttel fester. Schreie lauter. Rosi-Resi auf der Liege kaut jetzt offensichtlich auf dem Plastikgehäuse herum und ich mache mir ernsthaft ein wenig Sorgen um den 4000-Euro-Schallkopf, doch noch bevor ich irgendetwas tun kann, erleide ich den zweiten Fast-Herzinfarkt dieser Nacht

BAAAAAAMMMMMMMMMMMMMMM

“NOTFALL!!! Willst du mich UMBRINGEN? Was SOLL DAS?”

“Was denn? Hat doch geklappt!”

Gekränkt zeigt Notfall mit einem der beiden Metall-Piss-Pötte, die sie gerade volle Lotte gegeneinander geschlagen hat, auf unser aus tiefem Rausch erwachtes Rapunzel, welches matt das rotgeringelte Lockenköpfchen aus der Gammelschale hebt. Na gut – eins zu null für Notfall, offensichtlich hat sie Rotlöckchen tatsächlich zum Leben erweckt. Ich wende mich also der recht verwirrt drein schauenden Person zu und frage freundlich und zugewandt, wie es die Berufsehre gebietet:

“Menno – Kind! Was willst du hier? Was hast du? Und warum schläfst du neben meinem benutzten Untersuchungsinstrument?”

Okay – offensichtlich zu viele Wörter für Resi-Rosis alkoholverseuchtes Großhirn. Doch sie versucht immerhin tapfer rechtes und linkes Auge auf einen Fokus zu konzentrieren, während ihr Mund die ersten Worte formt.

“Woooooooooobinnisch?”

“Im Krankenhaus!”

“Woooooooooooisdas?”

“KRAN-KEN-HAUS! Am Rande der Stadt! Hinter den sieben Bergen – na, du weisst schon!”

Was tu ich hier? Und warum bin ich nicht doch Pathologin geworden…?

Rot-Resi-Rosi versteht kein Wort. Ungläubig schüttelt sie den Kopf, während sie immer noch brav versucht, Augenkoordination UND Mundmotorik unter einen Hut zu bekommen. Was irgendwie nur mittelmässig funktionieren will.

“Schabdaweh!” sagt es und zeigt auf den Bauch, dort, wo der Knoten der weissgeblümten Dirndlschütze sitzt. Links. Ist klar.

“Und seit wann hast du da weh?” frage ich und drücke ein bisschen auf der Stelle herum. Fühlt sich weich an. Kann nicht so schlimm sein.

“Schabdadochnischweh!”

Ah, nee, is´ klar. Notfall macht es sich auf dem Stuhl neben Rosi-Resis Liege bequem und versucht probehalber am Schnuller-Schallkopf zu ziehen, was das kleine Dornröschen lediglich veranlasst, noch wilder auf dem Teil herumzunuckeln.

Ich seufze ein bisschen. Irgendwie müssen wir hier jetzt zu Potte kommen.

“Resi-Rosi – du musst jetzt mal dein Höschen ausziehen, dann mach ich einen Ultraschall…”

“…das würd ich so nicht unterschreiben wollen!” nuschelt Notfall aus der Ecke und nickt bedeutungsvoll zur Liege hin.

“…und dann schauen wir weiter, einverstanden?” Irgendwie werde ich diesen vermaledeiten Schallkopf aus dem Kind herausbekommen, das wäre ja gelacht!

Ich zuckel also ein bisschen hilfreich an dem kleinen Rotschopf vor mir herum, die immer noch quer über dem Stuhl hängt, ignoriere dabei das anschwellende Gestöhne des Mädels sowie Notfalls unterdrückten Warnruf “VORSICHT” – als es auch schon passiert ist. Resi richtet sich ruckartig zur vollen Größe auf, glotzt mich mit weit aufgerissenen Baby-Augen an und meint: “Jetzismanimmerweh…”

…und KOTZT!

In ungebremstem Schwall entleeren sich gefühlte 10 Liter angedautes Bier auf mir. Meinem Hemd. Meiner Hose. Meinem Kittel. Meinem Haar.

Und ein bisschen Brathändl war auch dabei.

Resi selbst stösst erleichtert auf, lässt sich dann rittlings quer über den Stuhl zurückfallen und schliesst mit einem geseufzten

“Jetzissesgleivielbesser”

die grünen Äugelein. Rosi nuckelt derweil weiter zufrieden auf ihrem Schallkopf herum, während Schwester Notfall vor lauter Lachen vom Stuhl gefallen ist.

Na dann – ein Prosit, ein Prosit, der Gemütlichkeit…!

OsterSonntag(sDienst)….

Es ist Ostern und im Kreißsaal sitzt OsoleMia bei fast gleich geartet schlechter Laune mit einem vorzeitigen Blasensprung am Termin fest, während Zuhause ihre Familie um den nicht fertig bekommenen Braten hockt – das Leid der Hebamme kann ich da nur sagen. Sag ich aber nur euch – Soli würde mich heute für solche Sprüche auf altitalienische Weise mit Beton an den Füßen in der nächstbesten Pfütze ertränken. Frau Ei bekommt das erste Kind und weht sich stetig aber zeitintensiv durch ihre Eröffnungsperiode – dies jedoch wenigstens bei vorzeigbarem CTG!

Auf Station dümpelt eine vorzeitige Wehentätigkeit, eine Vielgebärende mit Hypertonus und ein fraglich beginnendes HELLP im Wochenbett vor sich hin. Letzteres leider derart sinnbefreit, daß es mich nun schon geschlagene zwei Stunden beschäftigt – kein Ende absehbar! Frau Brot ist ungelogen so hell wie ein Kilo Dunkelbrot und möchte partout nicht verstehen, daß ich ihren 180 zu 115- Blutdruck nicht so richtig lustig finde. Das sie obendrein nur ihre eigenen Nepresol-Tabletten nehmen mag (und kein Schwein weiß, ob sie die auch tatsächlich nimmt) ist nochmal eine andere Wurst – aber nein, lustig ist das kein Stück!!!

Frau Brot möchte von mir wissen, wo denn das Problem überhaupt sei?! Ich erkläre ihr, daß die größtmögliche Komplikation bei solch einer Konstellation ein akuter Krampf-Anfall sein könnte.

*FragenderBlick*

Sie: “Äh – Krampfanfall? Wo? In der Wade?????…….

*Kopf -> Tischkante*

Okay, ich erkläre also weitschweifig, welche Sorte Kramfanfall ich gemeint habe – und werde unwirsch mittig in der schönsten Ausführung unterbrochen:

“Nee, nee, das kann so nicht sein! Meine Omma hat auch schon immer Blutdruck, abba die hat noch niiiiiiiiiiiiiiiieeeeeee ´n Krampf inner Wade gehabt!!!”

Is´ nicht wahr….

Nach einem weiteren Exkurs in die PhysioPathologie des schwangerschaftsassoziierten Hypertonus klärt mich Frau Brot ihrerseits über das Brot-sche Bluthochdruck-Management auf: KNOBLAUCH!!!!

Ich: “BITTÄÄÄÄÄ?????”

Sie: “Knoblauch hilft gegen Blutdruck – aber ich hab schon 8 Zehen gegessen – hat NIX geholfen…!!!”

*HUST*

*AtemschutzAuspack*

Das erklärt jetzt immerhin die enorm schlechte Luft im Patientenzimmer…

Nachdem ich Frau Brot mit ihrem Gestank allein und in Richtung o.g. Dienstzimmer verlassen habe, dort dann gerade dabei bin, genüßlich in mein korallenrotes Osterei-chen zu beißen, bimmelt wie auf Stichtwort das olle Diensthandy:

Ich (kauend und Eigelb prustend ins Telefon nuschelnd): “Josephine – beim Essen! Wer stört????!”

FvS: “ICH!!!!”

Ich (erstaunt auf die Uhr blickend): “FrauVonSinnen – hast du jetzt wirklich den Verstand verloren – es ist TAG!!! Was willst du schon hier????”

FrauVonSinnen, Lieblings*hust*hebamme, entbindet in der Regel nie vor 2.30 Uhr morgens und läutet dann aber gerne mal kurz vorher durch, um den diensthabenden Arzt mit einem abgedrehten, weil hochpathologischen CTG aus dem Bett zu jagen…!

 Ich versuche mich vergeblich zu erinnern, ob und wenn ja wann ich Frau von Sinnen jemals bei Tageslicht zu Gesicht bekommen habe…?! – Wie schon gesagt: vergeblich!!!

FvS ist nun also mit einer privaten Erstgebärenden am Termin in “meinem” Kreißsaal aufgeschlagen, was ich absolut unhöflich finde – “Privat” ist nämlich gleichbedeutend mit “der Hintergrund kommt” und das wäre am heutigen SuperSonntag meine Lieblings*hust*Oberärztin. Womit hab ich DAS verdient????

OÄ Dr. O HASST es, an Sonn- und Feiertagen in der Klinik aufschlagen zu müssen. Außerdem nachts und nach (offiziellem) Dienst-Ende. Das es anderen Menschen ähnlich geht und diese DENNOCH ohne viele Worte ihrer Pflicht nachkommen ist hier mal nebensächlich – für Dr. O gibt es nur einen Nabel der Welt, und das ist sie selbst, des weiteren passieren alle Ungerechtigkeiten auch immer nur dem ärmsten Schäfchen vor dem Herrn: IHR SELBST!

Bedeutet für mich: ich darf mir nachher beim Eingeben der Geburt stundenlange, vor Selbstmitleid triefende  Monologe über das Seelenheil meiner Oberärztin anhören – vielleicht sollte ich doch die “OsoleMia-mit-Beton-an-den-Füßen-Nummer” nochmal aufgreifen…?!

——————————————————-Cut——————————————————–

To be continued….

Aufruf zum Mitmachen: THE BUCKET LIST!!!

Liebe Gemeinde ;)

hättet ihr Lust, euch anzuschließen? Angeregt durch den wirklich grandiosen Film mit Jack-still-cool-as-hell-Nicholson und dem schwarzen Ur-Gestein Morgan Freeman mache ich den Anfang und schreibe meine ganz persönliche “Liste-aller-Dinge-die-ich-noch-machen-will-bevor-ich-sterbe”.

Nein, ich habe selbstverständlich NICHT vor, in absehbarer Zeit abzutreten, aber Sinn und Zweck einer solchen To-Do-Liste ist ja schließlich auch, daß man noch ein wenig Zeit hat, all die Dinge darauf durchzuziehen und abzuhaken. Macht ihr mit?

Okay, – ich fange an. Wobei es der Ordnung halber eigentlich ZWEI Listen geben müßte – die, mit den realistischen To-Do´s, und die andere mit Dingen, die leider nicht mehr erfüllbar sind. Zum Beispiel werde ich

- nie mehr an einem Queen-Life-Konzert partizipieren können. SEHR TRAURIG DAS!!! Auch bei den

- Olympischen Spielen in Lillehammer (´94) oder – noch besser – Sidney (2000) dabei sein ist nicht mehr drin. Leitet direkt über zu meinem nächsten Punkt:

- olympisches Gold gewinnen!!! Z.B. im Schwimmen (hätte sogar mal Realität werden können – in meiner frühen Jugend, anno 1815 oder so, war ich tatsächlich Mitglied des Leistungskaders – und im Freistil hätte ich eventuell sogar eine Chance gehabt, zumindest ein Teilnahmeticket nach Olympia zu ziehen. Gold wäre hingegen wohl auch zu meinen besten Zeiten nicht wirklich drin gewesen…) – oder aber im Reitsport (völlig unrealistisch, träumt sich aber immer noch schön… :))

Okay, ich will euch hier nicht mit Traum-Schaum-Schlägereien langweilen, kommen wir zur echten, einzig wahren Liste. Also – veröffentlicht heute, 14. Februar 2010, 22.58 Uhr MEZ -

JOSEPHINE´S BUCKET LIST! Und lost gehts:

1. Ganz oben auf der Liste: Ein Buch schreiben!

Wenn ich ganz ehrlich bin – die ersten beiden Kapitel stehen schon – fehlt nur noch der Rest (so um die 450 Seiten… *hust*) . Und ich hätte auch gut Lust, es irgendwann mal fertig zu bekommen. Problem allein ist die mangelnde Zeit und das falsche Umfeld. Ich bin nämlich ein wenig Gaga – ich kann mich nicht einfach hinsetzen und schreiben, es muß auch passen! Also – fürs Bücherschreiben. Mein Blog kann ich einfach mal so runtertippen, gerne zwischen zwei Geburten im komplett überlaufenen Kreißsaal, alles kein Thema, aber diese langen Geschichten, da muß ich erst mal rein, und wenn ich drin bin, muß ich es fühlen. Ich muß es fühlen…- klingt völlig banane, ist schon klar. Josephine hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Deshalb wird es wohl auch nichts mehr werden, mit dem Buch. Denn – der geneigte Leser erinnert sich – ich bin ja Jungfrau, und die nehmen es nunmal ganz genau mit allem. Also ist meinem Ego selbstverständlich nicht damit geholfen, eben mal ein Buch zu schreiben (das kann mittlerweile ja – und man möge mir diese Aussage verzeihen – jeder, sogar gebunden und in beliebig hoher Auflagenzahl…) – es soll natürlich auch GUT SEIN!!! Nee, Pulitzer brauch ich keinen dafür, Nobelpreis für Literatur WILL ich gar nicht (ich bin nicht im entferntesten so vermessen, mein Geschreibsel für literarisch anspruchsvoll zu halten): ich will, daß die Leute das Ding kaufen, lesen – und es mögen!!! Sie sollen sich gut dabei fühlen, mehr davon lesen wollen, es soll ihnen gehen, wie mir mit meinen Lieblingsbüchern: wenn sie durch sind, muß ich fast heulen, WEIL sie durch sind!

Ich schweife ab… – kommen wir also zu Punkt

2. Olympische Spiele!!! WENN ich schon nicht daran teilnehmen kann, dann möchte ich zumindest zuschauen. Und zwar am allerliebsten 2012 in meiner Lieblingsstadt London. Das ist absehbar UND realisierbar, und ich halte euch auf dem laufenden, Leute!… :)

3. Ich muß ganz dringend noch folgende Städte besuchen, bevor die fette Lady singt: San Francisco, Sidney und Vancouver! In dieser Beziehung bin ich eigentlich recht pflegeleicht – ich steh gar nicht auf abgefahrene Ortsbesichtigungen a la “Mount Everest besteigen” oder “durch die Serengeti wandern”. Meinen größten Traum Hawaii habe ich mir bereits vor einigen Jahren zusammen mit meiner Familie gegönnt, und ich bin gottfroh, das diese wunderbare handvoll Inseln sich tatsächlich einer Bucket List als würdig erwiesen haben *häkchen gemacht*

4. Singen – ich singe leidenschaftlich gerne und auf einigermaßen stabilem Niveau, sprich: ich kann Melodien und Töne halten, habe eine Stimme, die weder Glas zum springen noch Zuhörer dazu bringt, die Flucht zu ergreifen – aber das war es dann auch. Nichts besonderes. Trotzdem würde ich unglaublich gerne mal professionell irgendwo singen. Muß noch nicht mal vor Publikum sein – meinetwegen auch nur ich und eine Kirche oder ich und ein Tonstudio. Mal schauen – so viel Zeit bleibt dazu nicht mehr, die menschliche Stimme leidet ja bekanntlich ab einem gewissen Alter…

5. Ganz wichtig: Ich möchte auf den Hochzeiten ALL meiner Kinder tanzen (im Sinne von: ich hätte sie bitte-danke-gerne mit einem netten Partner oder Partnerin vereint gesehen – ob das dann eine Hochzeit, ein Fruchtbarkeitsritual oder Bungee-Jumping von den Niagara-Fällen ist, völlig wurscht. Aber sie sollen jemanden fürs Leben finden, der sie liebt und den sie auch lieben. Und das bringt mich ohne Umschweife zu Punkt Nummero

6. Enkelkinder!!!!!!!!! Einen ganzen Stall voll – Geschlecht egal. Ich nehme alles :)

7. Damit die sportlichen Aktivitäten nicht ganz zu kurz kommen würde ich gerne mal an einem Triathlon teilnehmen (gehört eigentlich auf die Irreal-Liste, da ich laufen auf den Tod nicht ausstehen kann, und die Sache damit schon zum scheitern verurteilt ist…), …

8. …auf meine alten Tage nochmal an einem Reitturnier teilnehmen und …

9. …einen Surfkurs machen. Also nicht Wind- sondern Hawaii-Los Angeles-Californien-Surfen.

10. George Clooney die Hand schütteln und schauen, ob er in Natura genau so sympathisch ist, wie er in ER immer rüberkam (Für meinen lieben Mann: Schau nur – kommt erst an 10. Stelle!!! :)))

11. Einmal die Route 66 komplett von rechts oben nach links unten durchfahren, mit nichts im Gepäck als meinem Mann, meiner Kamera und 30 Terrabyte Speicherkarten!!! Danach dann ein Jahr Urlaub zum bearbeiten der Bilder…

12. Ich hätte gerne mal eine Ausstellung für meine Fotos – muß gar keine große Vernissage sein. Das Krankenhausfoyer würde mir schon reichen…

14. a propos Krankenhaus: Ich hab noch nie eine OP am offenen Herzen gesehen. Sollte man aber mal, finde ich. Zumindest als chirurgisch orientierter Mediziner…

15. Barbra Streisand einmal life hören – gerne in San Francisco, da könnte ich dann die Punkte 3 und 15 mit einer Klappe schlagen!

16. Auto(s) – wenn ich irgendwann mal, in vielen, vielen Jahren GELD unter einem großen Stein gefunden habe, und nach Abzug aller Ausgaben für Mann, Kinder, Tiere und sonstige Extras noch genügend übrig geblieben ist, DANN würde ich mir gerne ein Auto kaufen (ein ziemlich cooles Auto, versteht sich…): entweder ein 63er Porsche Speedster Cabrio in metallic-grün mit beigen Ledersitzen oder alternativ ein Jaguar E-Type-Cabrio – gerne selbiges Farbschema…*seufz* Das müsste allerdings schon ein ziemlich großer Stein mit jeder Menge Geld drunter sein. Und genau genommen bräuchte ich dafür dann auch eine “Zweigniederlassung” der Familie Josephine in – sagen wir mal – Kalifornien, denn was will man mit SO einem Traumwägelchen im Alptraumwetterland Germany?!……

Hm – lustig, irgendwie fällt mir gerade nicht mehr so viel ein…?! Ein paar ganz wichtige Dinge hab ich ja auch schon von meiner Liste streichen können: Die Liebe meines Lebens heiraten, Kinder bekommen, Haus bauen, Bäumchen pflanzen. Sogar Hund, Katze und (ein halbes) Pferd ist abgehakt. Ich habe Medizin studiert, einem Menschen das Leben gerettet (also einem ganz sicher – auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt….), am Tag des Mauerfalls mit dem Hammer auf eine Betonwand eingeschlagen (IN Berlin, jawohl!!!), eine beste Freundin gesucht und gefunden (und verloren) und einen besten Freund auch. Ich habe Klavier spielen gelernt – spät, nicht gut und auch wieder aufgehört – aber ich hab es gemacht!

Wenn mir noch mehr einfällt, schreib ich es euch – aber jetzt seid IHR dran: her mit euren Listen, gebt alles, macht mir Lust auf Verlängerung (16 Punkte brauchen nicht sooooo lange, um abgehakt zu werden… ;)) – ich bin gespannt!

Somewhere Over The Rainbow

Manchmal frage ich mich, wie es sein wird, das Sterben? So wie Schlafen? Vollnarkose? Ohnmacht? Werde ich denn Engel singen hören oder mich gar Horrorszenarien begleiten, auf dem Weg gen Hölle? Was ist mit diesem Licht? Wird es da sein? Vielleicht am Ende eines Tunnels (hat man alles schon gehört…)? Oder ist es schlußendlich doch nur Halluzination – das letzte, große Endorphin-Feuerwerk, körpergesteuert vor dem Gesamtausfall des Hauptmotors? Ein finales Aufbäumen der Synapsen, bevor das Hirn seine Arbeit einstellt?

Wenn ich denn schon sterben muß, dann aber bitte-danke Dr.-Marc-Greene-Emergency-Room-Like auf einer kleinen, hawaiianischen Insel, in einer netten, sonnendurchfluteten Strandvilla, wo der Pazifikwind sacht durch die Vorhänge streicht und vor dem Fenster die Palmen rauschen (können Palmen rauschen???…). Dort möchte ich dann – in ein Meer von Hibiskusblüten gebettet und sanft untermalt durch Israel Kamakawiwo’Ole`s “Somewhere over the Rainbow” das machen, was man so macht, wenn man stirbt: hollywoodlike und ästhetisch Abschied nehmen, milde lächeln, beruhigende Worte mit auf den Weg geben – ohne all den unnützen Schnickschnack wie Schnappatmung, Stöhnen und letztes Aufbäumen. Die Filmfabriken wissen, wie das geht! SO soll sterben sein. Basta! Und wenn ich denn gestorben bin, können meine Menschen sich ein bisschen am Strand dieser schönen, kleinen Hawaii-Insel versammeln, Cocktails schlürfen, surfen, Sonnenuntergang bewundern. So was eben. Denn ganz ehrlich – WENN es einem schon schei**e geht, dann doch wenigstens an einem schönen Ort mit schönem Wetter und schönem Ozean.

Zynisch? Nein, ich bin nicht zynisch. Traurig. Denn SO sollte sterben nicht sein: Nacht und Nebel mittig im Winter, ohne ein einziges Palmenrauschen weit und breit und kein bisschen Ozean – noch nicht mal ein klein wenig Musik… – SO NICHT!!!

Urlaub – Ende…

WAHNSINN!!! 2 Wochen weg, vorbei – wie nie gewesen!

Mein aktueller Erholungsfaktor bewegt sich um 4,5 – bei immer noch nach oben offener Skala. Ich weiß ja auch nicht – Urlaub ohne Meer und Strand ist per Definition eigentlich gar nicht möglich. Ich will Frauen in schlecht sitzenden Bikinis beim Luftmatratzen besteigen, Kinder beim Sandburgenbau und Kerlen beim Surfen zuschauen. Dabei ein kühles Bier genießen oder alternativ Star.Bucks-Cappucchino (mit Fett UND Koffein) zu einem gigantischen Walnuss-Muffin. Nachdem ich dann später am Tage das Abendbuffett abgegrast habe, liege ich – Buch rechts, eisgekühltes Getränk links, mp3 auffn Ohren – hübsch auf meiner Terrassenliege herum und frage mich immer wieder, warum die Jugend von heute eigentlich Beine bis zum Hals und makellose Haut hat, während wir uns damals doch alle mit klerasilresistenten Pickeln und schlecht sitzenden 80er Jahre Klamotten an unperfekten Körpern herum schlagen mußten!? Ist das FAIR??? Nee, isses nicht!!!

Ach ja – und WARUM hat der liebe Gott Abercrombie & Fitch eigentlich zuerst in USA angesiedelt? Ungerecht auch das…

Aber all das kann meiner Ferien-Gute-Laune keinerlei Abbruch tun, und so weht in meinem imaginären Traum-Urlaub eine warme Abendprise Aloha-Gesänge über den endlosen Pazifik…

Okay – könnt ihr euch vorstellen, WAS mein Mann erleiden muß, wenn ich KEINEN Meer-Urlaub bekomme? Diese ganze “ich-muß-dringend-in-den-Urlaub”-Leier kann ich nämlich in der Tat GANZJÄHRIG zum Besten geben. Rund um die Uhr! 365 Tage im Jahr. Und aus genau diesem Grund hat der arme Kerl dann doch noch eine Woche Griechenland aus dem Hut gezaubert. Ja, im Herbst, okay – aber BITTE: Meer!!! Großes Wasser an sandigem Strand, kreischende Möwen und gluckernde Wellen. Das reicht. Es muß ja nicht mal Pazifik oder Hawaii sein, ich geb mich gerne auch mit kleinen Meeren zufrieden. Hauptsache dieses “unendliche Weite”-Gefühl stellt sich ein. Dann wird alles gut.

Bis es soweit ist, muß ich aber erst noch 1 bis 15 Dienste ableisten – denn erste vorsichtige Erkundungen haben gezeigt, daß bis jetzt leider kein neues Personal eingestellt wurde, und wir somit weiterhin nur mit der halben Mannschaft arbeiten. Naja – ab demnächst ist sowieso Herbst befohlen, da kann man die Wochenenden auch wieder ohne Neid im Krankenhaus verbringen….

Am Donnerstag ist Dienst – da lesen wir uns wieder. Und bis dahin ist immer noch ein bisschen Sommer *sonnenbrilleaufsetz*….