Tag-Archiv | Goldstück

Vom Gesetz der Serie…

Es sind immer drei. Drei Patienten, die dir im Dienst sterben, dreimal vaginaler Herpes (nachdem du jahrelang keinen einzigen zu Gesicht bekommen hast…), drei EUGs (= Extrauterin Graviditäten. Nicht in der Gebärmutter angesiedelte Schwangerschaften) und: drei völlig bekloppte Dienste! Dabei tat der Letzte bis kurz vor 21 Uhr völlig harmlos. Pah, plöder Dienst du!

Goldstück (GS) hat eine Erstgebärende im Orbit, 10 Tage über Termin, mit beginnender Wehentätigkeit. Eine ganz stille, bisschen einfach strukturierte Person, die die halbe Zeit wie Espenlaub zitternd in ihrem Bett liegt und irgendwie den Eindruck vermittelte, daß sie jetzt gerne irgendwo anders wäre. Irgendwo GANZ anders. Aber gut, sie hält sich, jammert nicht, lagert den nur mäßig gewölbten Bauch wie verlangt von rechts nach links und wieder zurück, watschelt zwischendurch mit großen Augen zur Toilette und ganz flott wieder  zurück, so als traue sie ihren Beinen nicht mehr, sie zuverlässig zu tragen.

Gegen 20 Uhr informiert mich GS übers Diensthandy, das sie PDA bestellt hat, um 20.05 Uhr erneuter Anruf: das mit der Anästhesie habe sich erledigt, nach spontantem Blasensprung hat die Frau zügig auf Vollständig eröffnet, Köpfchen bereits auf Beckenboden, ob ich mich auf den Weg machen wolle…?!

So ein braves Kind – kommt noch vor dem Abendessen, das hab ich gern. Und tatsächlich – kaum den Kreißsaal betreten, schon blitzt mir schwarzes Wuschelhaar aus 2-Fingerbreit geöffnetem Scheideneingang entgegen. Völlig entspannt sehe ich die folgenden Minuten dabei zu, wie die Mutter, hoch konzentriert und ohne einen Laut, in Zeitlupe Haaransatz, Stirn, kleine vorwitzige Nase und schließlich Mund und Kinn über weit gespannten Damm presst, grinse ein bisschen in mich hinein über das – wie von Zauberhand und ohne weiteres Zutun – zur Seite drehende Köpfchen – und atme zufrieden durch, als der kleine Wicht mit sanftem Schmatzgeräusch in die Arme der Hebamme rutscht.

Vorschriftsmäßig reißt er auch gleich erschrocken und mäßig angetan die Arme in die Höhe, holt tief Luft – und schreit seinen Unmut über die kalte, helle Welt in selbige hinaus. Willkommen im Leben!

Ich warte bis der frischgebackene Vater mit bleichem Gesicht und zitternden Fingern die Nabelschnur durchgesäbelt hat, schnapp mir dann die Blutröhrchen mit dem Nabelblut und tiger zu unserem Astrupgerät, welches im hinteren Anteil des Kreißsaals auf Arbeit wartet. Mit eben dieser Maschine wird der pH-Gehalt des kindlichen Blutes bestimmt, das Ergebnis zeigt dann, ob das Kind die vergangenen Stunden eher gestresst oder leidlich zufrieden durchgestanden hat, und stelle fest: Baby Neu liegt mit einem pH von 7,30, 7,38 und einem BaseExcess von -4 im oberen Durchschnittsbereich und darf den Stempel “sehr schön gemacht” mit nach Hause nehmen ;)

Dann zurück in den Kreißsaal – schauen, ob die Plazenta schon da ist, wenn ja, gratulieren (CAVE! NIEMALS gratulieren solange sich der Mutterkuchen noch IN der Mutter befindet! Bringt Unglück… :)) und nachsehen, ob genäht werden muß. Goldstück ist gerade damit beschäftigt, eine Infusion fertig zu machen und ruft mir über die Schulter nur “es blutet etwas verstärkt nach!” zu, also schnapp ich mir schonmal Handschuhe, laufe zum Fußende der Mutter – und *TATAAAAA* – so eine Schei**e….

Unter der Frau bildet sich gerade eine – aus kleinfingerdickem Strahl gespeiste – sekündlich größer werdende Blutlache. Na Bravo!!!

Ich packe auf den Uterus, welcher weich, aber nicht butterweich ist, und reibe vorsichtig ein bisschen den Fundus, in der Hoffnung, ihn dadurch zum kontrahieren (=zusammenziehen) bringen zu können. Gleichzeitig versuche ich den Scheideneingang so weit eingestellt zu bekommen, das ich einen Dammriß als Ursache der Blutung ein- oder ausschließen kann – was aber alleine nicht gelingt. Also Tücher rein und erst mal komprimieren, bis GS mit ihrer Infusion fertig ist, und mir zwei weitere Hände zur Verfügung stellt.

30 Sekunden später läuft das kontraktionsfördernde Medikament im Schuß in meine Frau hinein, wir haben Vater samt Baby an OsoleMia weiter gegeben, welche zufällig im Kreißsaal aufgeschlagen ist, und nach Umlagerung der Frau und mit Hilfe zweier Speculae (das sind die Dinger, mit denen Frau beim Gyn immer untersucht wird – nur in dreimal so groß für “direkt nach Geburt”) versuche ich erneut, mir ein Bild vom “Unten” dieser Frau zu machen. Ergebnis: Keine Chance! Sobald ich den ersten Spiegel eingeführt und mit dem zweiten nur minimal gespreizt habe, spritzt mir die Suppe quasi ins Gesicht. Das da geht gar nicht.

Plan B ist der Notfallplan – Hintergrund, Anästhesie, OP, SCHNELL!!!

Derweil wird weiter Uterus gehalten, die Schwester bringt eine Eisblase, die Anästhesie kommt und legt noch einen Zugang – und dann denke ich: CYTOTEC!!!

Cytotec ist ein Medikament, welches eigentlich zur Behandlung von Magen- und Darmgeschwüren benutzt wird, und irgendwann fiel irgendeinem cleveren Kopf auf, daß es obendrein Wehen macht. Cool! Und außerdem kann es den Uterus dazu bringen, sich zu kontrahieren, obwohl er das aktuell gar nicht vor hat! Doppelt Cool! Und man braucht noch nichtmal einen Zugang oder ähnliches – Tabletten (4 Stück an der Zahl) einfach rectal eingeführt (wie ein Zäpfchen in den Anus) und *TATAAAA* – Blutung steht.

So auch in diesem Fall. Keine 5 Minuten nach Gabe dieses Wundermittels kann man zusehen, wie die Blutung weniger wird und schließlich fast zum Stillstand kommt, der Chef betritt den Kreißsaal dann gerade noch rechtzeitig um die Situation abzunicken, freundlich zu grüßen und in Bundfaltenshorts und kurzärmeligen Hemd wieder zu verschwinden, und die Anästhesie bläst ihr Gefolge zum Rückzug.

1 1/2 Stunden später sitze ich in der Ambulanz vor meinem dritten Vaginal-Herpes in diesem Jahr und muß ein wenig den Kopf schütteln – über das Gesetz der Serie…

Erdanziehungskraft

16 Uhr, Dienstbeginn.

Im Kreißsaal ist OsoleMia aktuell mit einem Häs_Schen zu Gange, welches in Kürze vom ersten Kind entbunden werden soll. Die Kleine ist gerade mal süße 16 Jahre alt, gebaut wie Twiggy und vor lauter Angst jetzt schon völlig dekompensiert – während ihr Macker, Typ Extra-Cool-Und-Extra-Doof, Gameboy spielend auf dem Kreißbett rumlümmelt. Ich stelle mich vor, schüttel beiden die Hand, und nachdem Sunnyboy keinerlei Anstalten macht, seine Position zu wechseln und das Bett für die Mutter seines zu erwartenden Kindes frei zu machen, streif ich mir ein paar Handschuhe über und bau mich in voller Größe und Autorität vor ihm auf:

“So – dann mal Hosen runter!!!!”

Er: “…????????????????????…”

Ich: “Sie liegen auf dem Kreißbett, also sind sie schwanger, also werde ich sie jetzt vaginal untersuchen!”

DAS hat er verstanden, und keine 30 Sekunden später liegt Häs-Schen, statt seiner, schlotternd und bleichgesichtig vor mir, während ich meine üblichen Befunde erhebe. Und die sind für so ein kleines Persönchen gar nicht mal übel: 3 Zentimeter Muttermund, Cervix fast verstrichen, Kopf tief auf Beckeneingang, Fruchtblase steht. Das die Kleine dünn wie eine Zaunlatte ist, beunruhigt mich nur wenig, denn nach dem bisschen Bauch zu urteilen, den sie da vor sich her trägt, ist das Baby ähnlich zierlich geraten. Das passt schon…

Allerdings muß ich zusehen, das Schnucki ein bisschen ruhiger wird, sonst endet das Ganze früher oder später in einem Hysterie-bedingten Inkompatibilitäts-Kaiserschnitt. Und das will keiner. Deshalb tu ich, was ich sonst eher seltener mache: ich empfehle eine PDA. Aber sieh an – Rechnung ohne den Wirt gemacht, datt Häs-Schen hat ANGST vor der PDA. Das sie danach gelähmt sein könnte – oder so!

“Eye, datt is´ ächt voll Scheiße, du, wenn man nisch mehr laufen kann, eye! Da hat die Frau voll Schiss vor, eye!” Sunnyboy tätschelt seiner “Frau” beruhigend den Arm, zieht geräuschvoll die Nase hoch, und widmet sich wieder seinem Gameboy-Baller-Spiel. Danke auch, Kleiner, haste voll toll gemacht…

Ich erkläre lang und breit, daß die Risiken und Nebenwirkungen einer PDA wirklich verschwindend gering sind, ich in den Jahren meiner Tätigkeit noch nie einen Zwischenfall mit anhaltender Lähmung gesehen hätte, und mich noch nicht mal daran erinnern könnte, davon GEHÖRT zu haben. Häs-schen schaut weiterhin wie ein angeschossenes Kalb, während sich Sunny zwischen Grunz- und Stöhnlauten rezidivierend kommentierend einschaltet:

Die will datt nisch mit der Rücken-Dings-Bums. Datt geht abba auch so, sacht meine Olle…!”

Sehr schön, Schnucki, wenn du nicht gleich die Klappe hälst, führ ich dir datt Gameboy-Dingens anal ein, datt schwör ick dir…. *schnauf*

Wir kommen überein, Häs-Schen ein bisschen durch die Flure hoppeln zu lassen, und in ein bis zwei Stunden erneut beratend zusammen zu kommen. Ich brauch jetzt erst mal Abendessen – und ein wenig Abstand zu Sunny-Bunny.

21.45 Uhr

Soli ganz kleinlaut am Diensthandy, ob ich denn mal schnell kommen könnte? Ich spurte los, denn im Hintergrund hat man zweifellos ein völlig hysterisches Häs-Schen schreien hören. Was zum Geier ist denn nur passiert? Keine 30 Sekunden später steh ich schwer schnaufend und beinah reanimationspflichtig vor einem Häufchen PDA-Elend: Unser Anästhesie-Spezialist *HUST* hat wie immer alles gegeben und den unteren Körperteil des Mädels für die nächsten Stunden komplett Out-Of-Order gesetzt. Ich würd ihn gern ein wenig mit seinem Katheter-Set foltern, denn ganz davon abgesehen, daß die Lähmungs-Phobikerin gerade nicht mehr ansprechbar ist, macht es wenig bis gar keinen Spaß, zum Pressen anzuleiten, wenn die Schwangere unterhalb der Gürtellinie überhaupt GAR KEIN Gefühl mehr hat.

Aber damit nicht genug – zwei Stunden später erneutes Handy-Gebimmel, selbe Hebamme – ob ich nochmal schnell kommen könnte?

Im Kreißsaal erwartet mich eine rotgetränkte Vorlage – Soli hat gerade die Vorblase geöffnet, um dem Köpfchen die Möglichkeit zum Tiefertreten zu geben – und entgegen kamen ihr geschätzte zwei Liter blutiges Fruchtwasser. AAaaaaaaah – ich war doch immer ganz brav, was SOLL das denn alles heute??? Ein Blick zur völlig unauffälligen Herztonkurve auf grünkariertem CTG-Papier zeigt, daß wir es momentan (noch?) nicht mit einem akuten Notfall zu tun haben, trotzdem hätte ich gerne eine MBU um ganz sicher zu gehen, daß mit dem Baby alles in Ordnung ist. 20 Minuten später dann Gewissheit – egal woher es blutet, Mutter und Kind sind derzeit nicht gefährdet, wahrscheinlich ist nur ein Blutgefäß am Muttermund aufgegangen – daran läßt sich gerade mal nichts ändern und es sieht auch schlimmer aus, als es ist.

Sonst alles prima, Köpfchen kommt tiefer, Häs-Schen hat sich ein wenig beruhigt und jammert nur noch hin und wieder ein klein wenig, und Sunny hat es sogar geschafft, sich längerfristig von seinem Spielzeug los zu reißen!

0.30 Uhr – Im Kreißsaal nebenan ist Gloria-Victoria (= Lieblingshebamme! :)) mit einer Viertgebärenden eingezogen und das CTG des Häs-Schens vermeldet Pressphase. Schade, daß Häs-Schen selbst überhaupt gar nichts davon mitkriegt, die PDA sitzt immer noch bombenfest – ich würd gerne den Anästhesist aus dem Bett schütteln und an den Haaren zum Kreißbett schleifen, dort festbinden und nach jeder Wehe, die ich von oben mit kristellern muß, ein bisschen verhauen, nur damit er weiß, was er beim nächsten Mal auf GAR KEINEN FALL mehr machen darf! Im dritten Anlauf haben wir es dann aber doch geschafft und mit vereinten Kräften einen kleine, dürren Jungen auf die Welt gepresst. Es ist

1.30 Uhr als ich nach Dammriss-Nähen müde ins Bett falle und

2.15 Uhr als Goldstück mich zur nächsten Geburt telefoniert. Nein, ich jammer ja gar nicht. Ich liebe meinen Job…. *gäääääääähn*

Frau Klein-Mittermann, Anfang 30, Lehrerin ohne Chefarzt-Ambition und mit unglaublichem Organ, ist bereits im Treppenhaus deutlich zu hören – im Kreißsaal angekommen überlege ich kurz, mir irgendwo ein paar Ohrenstöpsel zu organisieren, denn in unmittelbarer Nähe zur Patientin scheint durchaus akute Schädigungsgefahr für die Sinneszellen des Innenohres zu bestehen! Weil: Frau Klein-Mittermann ist laut. Was sag ich – Die Frau ist eine Urgewalt im Luciano-Pavarotti-Ausmaß! Und in jeder Wehe, so scheint es, steigt das Crescendo ihres Wehklagens noch eine Oktave höher – während ein leicht verstört dreinblickendes Goldstück erfolglos versucht, gegen die stimmgewaltige Paukerin anzuschreien. Herr Klein – oder Mittermann, frau weiss es nicht – ein farbloser, unscheinbarer Kerl, Typ Finanzberater ,sitzt derweil irgendwie geistesabwesend daneben und tätschelt seiner Frau, nur monoton unverständliches Zeug brummend, die schweißnasse Stirn.

Nach der dritten durchgebrüllten Wehe wird es mir dann doch zu bunt, und da ich mit drei eigenen, redefreudigen und ebenfalls lautstark veranlagten Kindern in einer ganz anderen Liga spiele als die alleinstehende G-V, kann ich vom Lautstärkepegel her locker mit der Patientin mithalten:

Ich: “FRAU Klein-Mittermann – SCHLUSS JETZT MIT BRÜLLEN – PRESSSSSSSSSEN!!!!!! SOFORT!!!!!!!”

Siehe da – das Überraschungsmoment ist mein! Erschrocken und offensichtlich beeindruckt hält Frau K-M kurzfristig inne, um direkt anschließend – nur noch leise knurrend – all ihre Kraft von den Stimmbändern in die Bauchmuskeln zu verlagern. Und keine zwei Wehen später flutscht ein kleines, dickes Baby völlig komplikationslos in vorgewärmte Tücher. Meine Patientin schreit schon wieder ein bisschen – dieses Mal jedoch das hochfrequente Begrüßungskreischen, und ich frag mich noch, ob ihr Mann jetzt einfach komplett die Nerven verloren hat, oder weint, oder einfach nur keine Lust mehr auf Schreien hat und deshalb den Kopf auf die auf dem Kreißbett verschränkt liegenden Arme legt – als er auch schon mit einem tiefen Seufzer rittlings vom Hocker fällt und, weiß wie die Wand, hart auf dem Boden aufschlägt.

WHOW! DAS hatte ich auch schon ewig nicht mehr! Vater mit erhöhter Erdanziehungskraft! Glück, das es ihn erst jetzt überman(n)t (*harhar*) hat, denn kollabierte Männer in der Pressphase müssen leider unbeachtet liegen bleiben, bis das Kindelein draußen ist. So kann ich mich jedoch fast augenblicklich um ihn kümmern, und es dauert geschlagene 5 Minuten und OsoleMias zusätzliche Kräfte, den Kerl wieder einigermaßen auf die Füße zu bringen. Arme Socke, sobald sein Verstand wieder halbwegs zu funktionieren scheint, ist klar, daß ihm die Geschichte end-peinlich ist. Und daran ändert auch nichts, daß wir – nach kurzem Check, ob auch wirklich alles in Ordnung ist – gemeinschaftlich so tun, als wäre das gerade gar nicht passiert. Ist aber immer so – Männer fallen nunmal nicht so gern in Ohnmacht. Schon gar nicht allein unter lauter Frauen. Armer Kerl – ich hoffe, er hat keine bleibenden Schäden davon getragen… ;)

VollMon(d)Tag…

7.30 Uhr, ich komme schlecht geschlafen und genauso schlecht gelaunt zum Dienst – im Übergabezimmer absolutes Chaos:

Nachdem wir einige Tage lang ein absolutes Baby-Tief hatten, scheint sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt zu haben – zumindest, was die rückgängigen Geburtenzahlen angeht: Gleich drei Frauen befinden sich derzeit unter Geburt!

Frau S., 40-jährige erstgebärende Lehrerin (!!!) am Termin mit regelmäßiger Wehentätigkeit ohne Blasensprung in Kreißsaal 1 mit Hebamme GS (=Goldstück), dann

Frau M., 22-jährig Frau mit Wehentätigkeit am Termin, ebenfalls erstes Kind, im Kreißsaal 2 bei meiner Lieblingshebamme *HUST* Von Sinnen und – aller guten Dinge sind drei -

Frau K., 29 Jahre, auch hier erste Schwangerschaft, erste Geburt, mit Wehen seit dem vergangenen Abend und Blasensprung gegen 5 Uhr morgens, grünes Fruchtwasser, kein Geburtsfortschritt. Hebamme: OsoleMia :)

Unsere personelle Decke an diesem Montagmorgen ist so dünn, daß es mich friert – Schnegge im dienstfrei,Wilma im Urlaub, die Kleine mit OÄ Dr. O im OP, Malucci im Krankenschein,  - bleiben ich, Chef, Klitschko und die Studentin für den Rest. Ich krempel die Ärmel hoch und gehe systematisch die Kreißsäle ab, stelle mich vor, checke Geburtsbögen und Mutterpässe, untersuche Cervixlänge und Höhenstand des Kopfes – und frag mich zum wiederholten Male, WARUM Kinder immer nur gleichzeitig kommen, und dann auch nie schön unkompliziert, sondern nur auf die irre Art..

Frau S. in der 1 ist momentan die unauffälligste von allen Frauen – ihre Wehen lassen sich noch gut veratmen, und sie weist mich auch mehrfach darauf hin, daß sie nicht vor 11 Uhr entbinden könne, da ihr Mann Pilot einer nicht kleinen Fluggesellschaft sei und erst gegen 8.30 Uhr in XY lande. Da sie ihn aber unbedingt bei der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes dabei haben wolle, sei sie gewillt, notfalls auch solange zurück zu halten, bis er da sei. Nee, is´ klar, mach ma, Mädchen…

Bei Frau M. in der 2 wird es schon schwieriger. Der Muttermund ist mittlerweile bei 5 cm angekommen, Köpfchen kommt tiefer, aber die Herztöne sind immer mal wieder nicht so richtig schön. Gedanklich positioniere ich Frau M. an erster Stelle meiner internen Prioritätenliste und gehe fix weiter zu Frau K. in 3. Diese Schwangere ist eine ausgesprochen hübsche Person, außerdem suuuuuper nett, sehr bemüht niemandem auf die Nerven zu fallen oder irgendjemanden zu stören, und ihr Mann, ein kleiner, blonder Knabe, der mit seiner Nickelbrille aussieht wie “Pfeiffer mit drei “f”, gibt das männliche Pendant dazu. Bisschen problematisch: beide sind ungefähr gleich brutal ängstlich!!!

Herr K.s Gesicht hat laut Solis Auskunft schon seit etlichen Stunden die Farbe einer reifen Wassermelone (die Farbe der SCHALE wohlgemerkt…!!!), und seiner Partnerin steht die absolute Panik ins Gesicht geschrieben. Dabei sind wir noch nicht mal im entferntesten beim wirklich kniffligen Teil der Entbindung angekommen….! Ich erkläre beiden, daß ich nochmal gerne untersuchen würde, um dann zu entscheiden, wie wir weiter verfahren wollten. Das Ergebnis zeigt einen gleichbleibenden Befund seit mittlerweile 2 Stunden: Muttermund 5-6 cm, Köpfchen weit über Beckeneingang, kein Eintreten unter Wehentätigkeit. Das CTG ist zwar ganz schön, aber mit jeder Wehe kommt mir ein Schwall grünes Fruchtwassers entgegen – nur eine Frage der Zeit, bis die Frau explodiert.

Da die Wehen eigentlich sehr suffizient und regelmäßig sind, macht es auch wenig Sinn, einen Tropf anzuhängen, um NOCH mehr Druck zu erzeugen – da würde uns nur irgendwann das CTG aussteigen…. Somit ist die Entscheidung zur Sectio gefallen – und ich habe das Gefühl, daß Frau K. nicht wirklich unglücklich mit dieser Entscheidung ist. Ihr Mann hingegen wechselt gerade die Gesichtsfarbe Richtung Iglo-Rahmspinat…

Somit wird Frau K. also zur Sectio vorbereitet, während ich im zweier Kreißsaal noch fix eine MBU (=Mikroblutuntersuchung. Entnahme eines Blutstropfens vom kindlichen Kopf zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung) durchführe – Ergebnis: pH 7,38, also alles im grünen Bereich, wir können los.

Ich will gerade Richtung OP verschwinden, als Goldstück aufgeregt japsend hinter mir her gerannt kommt – Frau S., die Lehrerin hätte jetzt stärkere Wehentätigkeit und möchte bitte SOFORT sectioniert werden….!

Also auf dem Absatz kehrt und zurück in Kreißsaal 1, wo sich die Schwangere gerade laut stöhnend über einer Wehe krümmt, während sie dem Häs-schen (unserer kleinen Famula) mit solcher Kraft die Hand quetscht, daß ich Angst habe, wir müssen die Kleine postpartal den Handchirugen vorstellen…

Ich: “Frau S., sie wollten mich sprechen?”

Sie: “$%%$§*?%&!!§ß?” (=sie will eine Sectio STAT und der Rest ist zensiert!!!)

Ich: “Wir rufen den Anästhesisten, damit er die PDA nochmal hoch spritzt, und sobald wir den Kaiserschnitt der anderen Patientin beendet haben, sind sie dran!”

Sie: “&%$$?ß?§§§5%&$$§” (=sie geht nicht wirklich konform mit meinem Vorschlag)

Ich verabschiede mich schleunigst und werfe noch einen bedauernden Blick auf mein Goldstück und datt Häs-schen, die ich leider mit der wild tobenden Frau alleine lassen muß.

Kaum hab ich den OP betreten und mich eingewaschen, als Herr L., die OP-Oberschwester auf mich zugerannt kommt und mir ein barsches “Not-Sectio in Saal 3!” entgegenbrüllt – was ist geschehen? Frau M. (wir erinnern uns – die Patientin in der 2) hat gerade eine Mega-Badewanne hingelegt. Das heißt: die Herztöne des Kindes haben sich von normalen 110-150 Schlägen pro Minute auf gerade mal noch 60 Spm verlangsamt und auch nach Gabe von wehenhemmenden Medikamenten nicht mehr wirklich erholt.

JETZT heißt es rennen, denn offiziell hat man von dem Moment an, in dem die Not-Sectio ausgerufen wird, 10 Minuten Zeit, bis das Kind geboren sein sollte. Realistisch sind in der Regel 20 Minuten, aber heute morgen klappt alles wirklich wie am Schnürchen, und keine drei Minuten später steh ich mit Chef am Tisch und setze das Skalpell an. Die Patientin ist nicht wirklich zierlich gebaut, aber zum Glück ist es ihre erste Entbindung, so können wir (Grüße an Misgav-Ladach, den “sanften” Kaiserschnitt) flott stumpf bis auf den Uterus präparieren. 1 1/2 Minuten nach Schnitt hab ich einen erstaunlich fitten Knaben aus dem Uterus der Frau gefischt – als Ursache der abfallenden Herztöne zeigt sich dann auch ein echter Nabelschnurknoten! Whow – DAS kann mal so richtig in die Hose gehen… *schluck*

Nach weiteren 20 Minuten ist die Frau vernäht, verpflastert und zum Aufwachen in den Kreißsaal verbracht, ich will gerade meine OP diktieren, als Goldstück mich auf dem Handy anbimmelt – ich soll schnell kommen, ihre Schwangere sei jetzt nicht mehr Frau S. sondern Frau von Sinnen…

Ich hör sie schon im Eingangsbereich des OPs schreien, dabei ist der Kreißsaal nochmal durch zwei Türen von diesem Bereich getrennt. Und kaum habe ich meinen Kopf zur Tür herein gestreckt, fliegt auch schon eine graue Papp-Nierenschale Frisbee-gleich und nur wenige Zentimeter an meinem Kopf vorbei gegen die Wand. Goldstück und datt Häs-schen stehen fassungslos starrend zu Füßen der tobenden Furie, die dem tasmanischen Teufel aus “Bugs Bunny” ähnlich auf ihrem Kreißbett herumwütet.

Sie wolle JETZT sofort einen Kaiserschnitt, und es sei ihr VÖLLIG egal, wer oder was sonst noch alles im OP sei, und ihr Mann hätte UNGLAUBLICH viel Einfluss und kenne GANZ VIELE berühmte Menschen und sie würde uns AUGENBLICKLICH alle verklagen und es würde uns GANZ FURCHTBAR leid tun und außerdem wolle sie DIREKTAMENTE einen Krankenwagen in eine andere Klinik denn hier würde sie AUF GAR KEINEM FALL weiterhin entbinden wollen!!!!!!!

Ich bin sprachlos! Wir fassen zusammen: die Frau hat ein CTG wie aus dem Lehrbuch, der Muttermund war vor einer halben Stunde bei 8 cm, die PDA ist vor 10 Minuten aufgespritzt worden, es gibt überhaupt keinen GRUND, jetzt eilig einen Kaiserschnitt zu machen – und sie tobt hier wie der wilde Willie auf dem Bett herum….?! Ich versuche lautstark, mir Gehör zu verschaffen, was nur zur Folge hat, daß sie mich anbrüllt, ich solle gefälligst die Klappe halten, ich sei ja sowieso total unfähig und ob ich überhaupt Medizin studiert hätte…?! Äh – ja!

Frau K. wartet im OP auf ihren Kaiserschnitt und ich trete fix den Rückzug an – soll sich doch der Chef mit seiner privaten Lehrerin herum schlagen – wofür ist man schließlich privat versichert?

Die nächste Sectio geht nicht ganz so flott, aber genauso komplikationslos über die Bühne. Nach angemessener Zeit hole ich einen kleinen, weiblichen Sternengucker auf die Welt – kein Wunder, das das 3,8kg-Kind seinen Weg nicht durchs Becken seiner zierlichen Mutter gefunden hat! Highlight dieser OP war aber eindeutig HERR K! Nachdem seine Gesichtsfarbe nun chamäleongleich den Farbton der OP-Wand (=weiß) angenommen hatte, liefen die Wetten schon präoperativ auf Hochtouren, ob und wenn ja wie lange es dauern würde, bis er kollabiert. Der Anästhesist kennt seine Schäfchen in der Regel am besten und gewann mit 2 geschätzten Minuten souverän vor der Instrumentenschwester (5 Minuten) und mir (gar nicht kollabieren).

Gegen 10.30 Uhr verlasse ich den OP Richtung Kreißsaal und bin schwer erstaunt, gar kein Gebrüll mehr zu hören…?! Tatsächlich: Frau S. hat all ihre Wut und ihren hormoninduzierten Wahnsinn zusammen genommen, und mit nicht einmal zwei Presswehen ihr 2800g Kind von Beckeneingang auf Beckenausgang durchgepresst. Damm intakt – Mutter und Kind wohlauf.

Als ich kurz darauf vorsichtig meinen Kopf durch die Kreißsaaltür stecke (wer weiß, womit sie als nächstes wirft?!) liegt da eine völlig andere Person: strahlend nimmt sich mich in den Arm, drückt mich dann reanimationspflichtig eine halbe Stunde lang laut schluchzend an sich, um mir danach in nicht enden wollendem Sermon dafür zu danken, daß ich sie zur spontanen Entbindung geführt hätte… (hab ich?????). Außerdem entschuldigt sich sich reumütig für Nierenschale und Schimpforgie, während dat Häs-schen immer noch schwer traumatisiert mit erschrockenem Karnickelblick in der Kreißsaalecke steht, und “Geburtshilfe” gerade gedanklich von ihrer Berufswunschliste streicht…

Von Nikoläusen und Freizeitstress…

es ist Sonntag und ich habe Dienst. Soweit so untragisch – schließlich hat Frau von Sinnen zwei wundervolle Wochen lang Urlaub, was also soll bitteschön geschehen? Ja – was eigentlich? Alles mögliche. Angefangen damit, daß mir diverseste Frauen die Ambulanz einrennen, mit Situationen wie folgt: Junges Mädel, Anfang zwanzig, aufgehutzt und nicht ganz helle, am späten Sonntag-Vormittag, mit diesem Problem:

“I hoab mei Tag fei net b´kommen”

“Okay – könnten sie den Schwanger sein?”

“Jo – scho!”

“Gut, haben sie denn mal einen Test gemacht!?”

“Naa – wieso???” (Wo ist bitte meine portable Tischkante – by the way, sehr feine Idee das, liebe Sonja, jeder sollte jederzeit eine Tischkante dabei haben, um im Zweifel hineinbeißen zu können!) …

“Ja, WOLLEN sie denn schwanger werden?”

*entsetzterblick” “NAAAAA! Auf koanen Fall!!!”

“Haben sie denn dann irgendwie verhütet???”

“Naaaaa…..- warum?!?!” *kopf->tischkante* (wozu so eine Tischkante doch immer gut ist…)

Im Kreißsaal werkelt derweil meine absolute Ober-Lieblingshebamme (=Goldstück oder GS) mit einer Schwangeren der Frau von Sinnen herum. Goldstück ist von Sinnens offizielle Vertretung, was geradezu einer göttlichen Offenbarung gleich kommt, denn GS kann so schön entbinden, daß es einem ganz warm ums Herz wird. Und Frau T., Zweitgebärende am Termin, macht gerade alles richtig: weht richtig, eröffnet richtig, atmet richtig – und, am allerbesten: dezelleriert KEIN STÜCK! Alles könnte gut sein… – wenn nicht um 13.30 Uhr Frau R. im Kreißsaal aufgeschlagen wäre, 26jährige Erstgebärende mit Blasensprung und Wehentätigkeit, 8 Tage über Termin und eigentlich ganz nett. Was sie von vorneherein suspekt macht, ist ihr CTG: kurz zu beschreiben mit drei kleinen Wörtern: nicht wirklich schön!

Die Herztonkurve krakelt zwar vorschriftsmäßig bei 140 Schlägen pro Minute herum, aber da hört es dann auch schon direkt wieder auf, mit den guten Vorgaben: die Herztöne variieren nicht anständig, steigen niemals nicht an, und die Bandbreite macht mich auch nicht froh. Doch richtig garstig wird es erst, als sie um Schlag 14.15 Uhr ohne jegliche Vorwarnung WEG_SIND! Die Herztöne. Also – so richtig weg. Als Goldstück mich mit leicht gepresster Stimme anruft, bin ich schon am losspurten, denn das macht sie sonst nie – gepresst sprechen. GS ist IMMER gut drauf, immer locker, nie angespannt – aber WENN dann doch, ist rennen angesagt. Holland in Not! Als ich im Kreißsaal eintreffe, hat sie gerade einen Bolus Partusisten (Wehenhemmung) gespritzt, und die Herztöne klettern zögerlich von 95 über 110 auf 140 Schläge, wo sie die nächsten Minuten ,gebannt verfolgt, vor sich hin eiern. Wir schauen uns an, und runzeln die Stirn. NICHT SCHÖN! “Basistokolyse?!” schlage ich vor, und GS nickt. Seichte Wehenhemmung, um die Kontraktionen, die jetzt Schlag auf Schlag folgen, ein wenig abzubremsen und zu koordinieren. Goldstück will sich gerade zum Infusionsschrank herumdrehen, als Frau T., einen Kreißsaal weiter, laut und deutlich zu pressen anfängt. Großartiges Timing! Zum Glück ist der Hintergrund an diesem Wochenende im Haus – den lass ich jetzt mal eben schnell im Kreißsaal antreten, denn zu zweit kommen wir hier nicht wirklich weiter.

Noch während ich die Wehenhemmung vorbereite, entbindet die erste Frau wunderschön und bei intaktem Damm einen kleinen Nikolaus. Am Sonntag. Bilderbuchmäßig.

Kein bisschen bilderbuchmäßig ist dagegen immer noch das CTG von Frau R., und so fällt – just nach Vollendung von Geburt Nummero 1 – die Entscheidung zur Sectio bei Frau Nummer 2. Kurze Zeit später ist uns dann allen klar, warum dieses CTG gar nicht besser aussehen konnte: die kleine Nikoläusin hat ihre Nabelschnur zweimal feste um den Hals gewickelt, einmal um den Bauch und zum guten Abschluß noch rucksackartig über beide Schultern geschlungen. Ich komme mir vor, wie die große Hudini, als ich sie geschenkemäßig aus dem Gefäße-Wirr-Warr puhle. Aber – Mutter und Kind wohl auf! Strike!

Der Rest des Dienstes vergeht dann mit jeder Menge Klein- und Großkram: ein krampfendes Kind (chirurgisch, aber ich stand durch Zufall gerade daneben, als sie wie ein Stein mittig aufs Gesicht fiel… :(), mein inoperables Ovarial-Ca mit den katastrophalen Laborwerten und beginnender Subileus-Symptomatik, Fieber im Wochenbett und fraglich vaginale Blutung einer über 70-jährigen… – es ist 23.30 Uhr, als ich totmüde ins Bett falle und 23.45 Uhr, als mich Goldstück wieder aus selbigem heraus klingelt: Zwei (!!!!!) Schwangere mit Blasensprung… – na dann, gute Nacht!

Aber der Gott der Nachtruhe ist mir gnädig gestimmt –  erst um Punkt 6 Uhr früh weckt mich das stupide BUMM-BUMM-BUMM des gegen die Fußleisten knallenden Wischmops aus unruhigem Schlaf. Nur – ausgeschlafen ist irgendwie anders…

Auf dem Weg aus der Klinik läuft mir noch der Chef-OP-Pfleger über die Füße und grinst mir ein süffisantes “Na, dann ruhen sie sich mal schön aus” hinterher. Dieser Kerl denkt allen Ernstes, alle halbtags arbeitenden Frauen brächten die andere Hälfte der Woche damit zu, daß Geld ihrer Männer beim Dauer-Shopping auszugeben und gingen sowieso nur deshalb arbeiten, weil sie sich sonst JEDEN TAG langweilen müssten…

Nee, ist klar. Und SO langweile ICH mich heute:

Nach Chefvisite, Anordnungen und einer ambulanten Patientin verlasse ich die Klinik gegen 8.45 Uhr Richtung Stall, damit ich dort um 9.30 Uhr unser Pferd bewegen kann. Nachdem ich dieses 1 1/2 Stunden lang bearbeitet, geputzt und anschließend vorgeschriebenermaßen verpackt wieder in seinen Stall geparkt habe, verlasse ich gegen 11 Uhr den Schauplatz gen Heimat, wo ich mich in windeseile dusche und umziehe, um dann um 12.30 Uhr Kind ganz klein nebst bester Freundin von der Schule abzuholen. Von dort aus geht es schnurstracks weiter zum Gymnasium, altsprachlich, wo um 12.50 Uhr 2x Kind groß eingesammelt werden möchte. Um 13 Uhr habe ich dann die Freundin des kleinen Kindes bei sich Zuhause abgeladen und kann mich nun auf den Rückweg in unser trautes Heim begeben, wo ich die Kinder abfüttere, damit ich rechtzeitig um 14.30 Uhr mit Kind ganz klein beim Kinderarzt lande (welcher sich – selbstverständlich – am anderen Ende der Stadt befindet… *seufz*). Anschließend muß ich mich sputen, damit Kind mittel um 16 Uhr rechtzeitig zum Karatetraining kommt, und wenn ich selbiges eine Stunde später wieder dort abhole, kann ich gleichzeitig Kind groß zum Schwimmtraining fahren – welches um 17 Uhr beginnt. Dieser Nachkomme möchte dann bitte-danke um 18 Uhr wieder eingesammelt und heim gekarrt werden – wie gut, daß ich einen selbtändig arbeitenden  Mann habe, der zwischenzeitlich eingekauft und gekocht hat – sonst könnte ich mich damit auch noch lanweilen….

So viel zum Thema Freizeitstress – und schalten sie auch nächste Woche wieder ein, wenn sie Doc Josephine sagen hören wollen: “Ich bin zu alt für diesen Schei**….!!!” *seufz*