Tag-Archiv | Beckenendlage

Gerücht oder Wahrheit

In den Antworten auf mein letztes Blogpost wurde mir mal wieder klar, dass es noch viele ungeklärte Dinge zwischen medizinisch tätigen Menschen und Schwangeren samt deren Umkreis gibt. UNGLAUBLICH viele Dinge! Hier der Versuch, ein wenig Licht in diese unendliche Diskussion zu bringen… :)

Gerücht: Frauen werden gezwungen, während der Geburt auf dem Rücken liegend zu entbinden!

Wahrheit: Die meisten Frauen landen früher oder später freiwillig auf dem Rücken! Und zwar völlig ohne Zwang durch Hebamme oder Geburtshelfer(in). Wenn ich für jedes Wort, dass ich gegeben habe, um eine Schwangere zum Entbinden in den Vierfüssler zu bekommen, oder auf den Hocker, oder wherever – einen Euro bekommen hätte, ehrlich, ich bräuchte nie wieder arbeiten gehen!

Gerücht: Alle Frauen bekommen aus lauter Bosheit/ Langeweile/ dümmlicher Bürokratie Blut abgenommen und Braunülen gelegt!

Wahrheit: Über das Blut kann man eventuell streiten, solange die Frauen tatsächlich eine komplett unkomplizierte Schwangerschaft hinter sich haben. Manchmal ist es jedoch gar nicht schlecht, auch bei solchen Frauen ein Vergleichslabor zu haben. Zum Beispiel bei vorzeitigem Blasensprung, um rechtzeitig eine aufsteigende Infektion abzuschätzen. Oder weil der Anästhesist zum Legen der PDA gerne noch mal auf die Gerinnung geschaut hätte. Was die Braunüle angeht – ja, die meisten Frauen brauchen sie nicht. Aber wer schon einmal bei einer Frau im akuten (Blutungs)schock, oder kurz vor Notsectio versucht hat, schnell-schnell eine Viggo (= venöser Zugang) zu legen, oder wer weiss, wie lange es dauern kann, dieses vermaledeite Ding drin zu haben, wenn sich die kindlichen Herztöne gerade im Sinkflug befinden und man leider keine Bolus-Wehenhemmung spritzen kann, der ist auch bei diesem Thema eher unumgänglich…

Gerücht: Alle Frauen können ohne PDA entbinden!

Wahrheit: Stimmt! Oder besser gesagt: alle Frauen könnten ohne PDA entbinden. Haben unsere Vorfahrinnen immerhin tausende von Jahren hindurch getan. Die Wahrheit ist: es gibt immer noch mehr als genug Schwangere, die partout NICHT ohne PDA entbinden WOLLEN! Die schon nach dem Anästhesisten brüllen, bevor sie überhaupt den Kreißsaal erreicht haben. Die weder in die Badewanne noch laufen noch hocken noch sonst etwas wollen – NUR Schmerzstillung. Denen kannst Du die Geschichte vom Pferd erzählen, oder dich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln – völlig egal! Die sind absolut unzugänglich für jedwede Zuwendung.

Gerücht: “Im Krankenhaus kann AUCH viel schief gehen!” (Bezug nehmend auf Hausgeburt vs. Krankenhausgeburt)

Wahrheit: Bei Geburten schlechthin kann IMMER etwas schief gehen. Es gibt keinerlei Garantie auf komplikationsloses Entbinden, egal, wie schön die Schwangerschaft davor war, wie groß oder klein das Kind, wie oft Mama schon geboren hat und wann und wie. Geburt ist wie spazieren gehen auf der Autobahn (DANKE für diesen Vergleich :)), aber wer im Krankenhaus entbindet, spaziert im von der Polizei abgesicherten Bereich. Selbstverständlich kann auch da jederzeit ein verrückter Raser oder ein schlafender Brummifahrer in einen hineinkrachen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es gut geht, liegt einfach deutlich höher!

WENN bei einer Geburt im Krankenhaus etwas schief geht, dann ist es meist menschliches Versagen – weil keiner gemerkt hat, wie schlecht es dem Kind geht. Weil zulange zugewartet wurde. Gefahrensituation nicht erkannt, etc. pp.

Wenn bei einer Hausgeburt etwas schief läuft, dann ist es oft Schicksal: Vorzeitige Lösung, Nachblutung, Kind passt nicht, Nabelschnurvorfälle – so etwas eben. Dinge, die für die hohe Säuglingssterblichkeit der vergangenen Jahrtausende verantwortlich waren. Ich habe schon etliche Geburten miterlebt, wo das Kind tatsächlich nur deshalb wohlbehalten zur Welt kam, weil man eben die Möglichkeit hatte, binnen Minuten einen Kaiserschnitt durchzuführen. Weil der Nabelschnurknoten sich zugezogen hatte. Oder der Mutterkuchen vorzeitig gelöst war. Oder die Nabelschnur vorgefallen. Undenkbar, wenn man in solch einer Situation erst mit der Frau in den Rettungswagen müsste, dann ins Krankenhaus, dann in den OP, dann Anästhesie….

Ich bin kein Gegner der Hausgeburt – wer es möchte, darf es gerne tun. Aber man muss sich einfach darüber im klaren sein, das ein größeres Restrisiko für Komplikationen besteht, als bei einer Krankenhausgeburt. Klar – wenn es gut geht, sind alle froh, aber wehe, es passiert etwas…

Gerücht: Ärzte machen gerne Kaiserschnitte.

Wahrheit: Jein. Ärzte operieren vielleicht gerne – aber mal ernsthaft: eine Sectio ist nach dem gefühlt zwanzigsten Mal nicht mehr so richtig spannend. Also – vom operativen Anspruch her. Okay – Anfänger finden das noch super, aber die finden es auch super, einen Eiterpickel so richtig mit örtlicher Betäubung und scharfen Löffel aus dem Hintern zu prockeln. Da wird alles, was nicht bei drei aus dem Haus ist, operiert. DIE dürfen aber noch garnicht alleine entscheiden, ob sectioniert werden soll und wenn ja, ob SIE auch operieren dürfen. Fakt ist: etliche Frauen kommen und WOLLEN eine Sectio. Wegen des schönen Geburtsdatums (6.6., 7.7., 8.8., usw), der Wetterlage, des Gatten Urlaub, des Sternzeichens, oder auch simpel weil “kein Bock mehr!”.

“Und wenn SIE das nicht machen, dann gehen wir eben ins Krankenhaus ans andere Ende der Stadt!” – Jawoll, ist recht! Sieht leider nicht jeder Chef so, denn…

Gerücht: …Sectiones bringen mehr Geld als Spontangeburten

Wahrheit: Stimmt! Aber wenn überhaupt, hat nur der Chef etwas von dieser Regelung. Und heutzutage eigentlich auch nicht mehr wirklich, denn die OPs werden über das Haus abgerechnet und beeinflussen das Chefgehalt nur in Bezug auf den Privatpatientenstatus. ICH zumindest habe noch nie einen Gehaltsscheck erhalten, auf dem “Zweitausend Euro Extra-Zahlung wegen zahlreich durchgeführter Kaiserschnitte” gestanden hätte…

Gerücht: Gynäkologen sind schnell mit der Sectio bei der Hand, wenn es was schwieriger wird.

Wahrheit: Das Showbiz ist ein gefährliches Pflaster. Und es gibt Situationen, in denen nicht klar ist, wie die ganze Nummer ausgeht. Beispiel: Kleine Frau, bisschen muckelig, erstes Kind, 4000 g geschätzt. Geburtswege eng. Jetzt ist nach langem hin und her der Muttermund vollständig, aber das Köpfchen noch SAUWEIT hoch. Dafür wird das CTG gerade seltsam, die PDA lässt nach und Frau schreit nach Entbindung. Was jetzt? Ziehen oder schneiden? Die Frau will spontan, allerdings JETZT und SCHNELL und am besten auch noch ganz schön schmerzfrei. Aber was, wenn die Glocke abreisst? Die Schulter stecken bleibt? Wenn das Köpfchen gar nicht tiefer kommt? Oder tiefer kommt, und man DOCH sectionieren muss? Wer schonmal ein Köpfchen von Beckenboden zurück auf Sectio-Höhe geschoben hat, der weiss, wie unangenehm das ist. Vor allem für das Kind…

Und wenn man dann doch von unten probiert und es geht schief und dem Kind passiert etwas? DANN wird geklagt. Weil man doch der Arzt ist. Und es besser hätte wissen müssen. Und die Frau unter Geburt sowieso völlig entscheidungsunfähig ist. SUPER ist das – und im Zweifel steht man mit einem Bein IMMER im Knast…

Gerücht: Einmal komplikationslos geboren – IMMER komplikationslos geboren!

Wahrheit: Ähm ja – einmal auf der Autobahn spazieren gegangen und beim zweiten Mal trotzdem überfahren worden…

Gerücht: Je mehr Kinder eine Frau geboren hat, desto unkomplizierter wird alles

Wahrheit: Leider nicht. Das Risiko einer steckenbleibenden Schulter oder schlimmen Nachblutung steigt tatsächlich mit der Anzahl der vorausgegangenen Geburten.

Gerücht: Es gibt keine geplanten Kaiserschnitte an Wochenenden und Feiertagen, außerdem auf gar keinen Fall nach 16 Uhr, weil Ärzte faule Arbeitsverweigerer sind.

Wahrheit: Jein! Es gibt diese geplanten Sectiones tatsächlich nicht innerhalb o.g. Zeiten. Was aber nichts mit ärztlicher Verweigerung zu tun hat (schließlich sectionieren wir ja auch ungeplant an Sonn- und Feiertagen) sondern damit, dass außerhalb der regulären OP-Zeiten eben nur die Notbesetzung da ist. Und zwar nicht nur bei uns, sondern auch im OP und bei der Anästhesie. Und die alle haben hin und wieder tatsächlich auch anderes zu tun – wie Unfallopfer operieren. Oder gestürzte Rentner. Platzende Blinddärme, Darmverschlüsse, Knochenbrüche. Ja, es gibt auch ein Leben ausserhalb des Kreißsaals!

Gerücht: Das Geburstpersonal in jeder beliebigen (deutschen) Klinik ist schlussendlich nur darauf aus, es den Schwangeren so unangenehm wie möglich zu machen! Hinterrücks überfallen wir die wehrlosen Frauen mit Nadeln und Zugängen, werfen sie aufs nächste Kreißsbett, wo sie in Rückenlage gefesselt und ans CTG gekettet werden. Nach spätestens zwei Stunden erfolgt die Überführung in den OP, wo schnellstmöglich ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. IMMER in Vollnarkose. Anschließend hauen wir unsere durch diese heimtückische Aktion unfair erworbenen Millionen in der Kneipe gegenüber auf den Kopf.

Wahrheit: Okay – ihr habt uns durchschaut… ;)

OH_MEIN_GOTT! Oder: man lernt doch niemals aus…

…frau auch nicht!

Gestern bin ich über DIESEN LINK *KLICK* gestolpert: ACHTUNG!!! Hier werden Bilder einer Wassergeburt gezeigt. Nicht, dass jemand jetzt versehentlich auf meiner Homepage gelandet ist und vielleicht kein Wasser sehen kann oder so… ;)

Aber zurück zum Link und oben genannter Seite – ich gebe zu, ich war ein bisschen baff. Und habe beim anschauen der Bilder gemerkt, wie sich mir in wohligem Grusel die Nackenhaare stellen. Nicht, weil ich das Gesehene nicht gut finde – DAS weiss ich noch gar nicht genau, wie ich es finde. Nein – weil ich mir vorstelle, wie es ist, bei solch einer Zwillings-Beckenendlagen-Geburt der verantwortliche Arzt zu sein. Verzeihung: Zwillings-Beckenendlagen-HAUSgeburt! Also zwei Babys, beide falsch herum, mit dem Po zuerst, und in der heimischen Badewanne.

OKAY – ich HABE es mir überlegt. Ich hätte Angst. Was sage ich da – Panik hätte ich! Panik in Großbuchstaben. Denn mir würden permanent Horrorfilme vor meinem inneren Auge herunterlaufen – Kopf von Baby 1 bleibt stecken. Kopf von Baby 2 bleibt stecken. Babys verhaken sich ineinander und keines wird geboren. Frau blutet. Nicht nur ein bisschen – Frau blutet viel. Uaaaaaaaah…. *InPanikWegrenn*

Versteht mich nicht falsch – ich finde es TOLL, die Bilder und wie sanft und schön alles aussieht. Und die gute Frau sitzt da ja jetzt auch nicht allein herum – eine Hebamme war dabei, eine Hebammen-Assistentin, eine Hebammenschülerin, eine Doula UND ein Arzt. In der Badewanne dann noch der Mann und hinter der Linse der Fotograf.

Aber wenn ich jetzt NOCH mal drüber nachdenke… *UAAAAAAAAH* – ich renn dann lieber. Solche Sachen sind nichts für konservativ erzogene, deutsche Gynäkologen-Schisshasen. Die meisten Chefs bekommen hierzulande ja schon Schnappatmung bei ganz normalen Einlings-Beckenendlagen-Entbindungen IM Krankenhaus. Aber zwei! daheim! in der Badewanne!!!…

Whatever. Was ich Euch damit sagen wollte?

Mein Name ist Josephine und ICH bin ein Schisshase :)

P.S.: Die Familie ist übrigens extra von Florida nach North Carolina gezogen, um diese Geburt so durchziehen zu können. Hat man auch selten, dass eine Schwangere so 1000% weiss, was sie will…!

VI. Im freien Fall…

————-SCHNIPP—————

Wir erinnern uns – es ist Null-Dreihundert in der Früh, und OHe-Bamme hat mich gerade zurück nach Kreißsaal 3 gepfiffen, wo kurz zuvor Frau 6 Uhr-Im-Kreißbett geboren hatte.

Somit stehe ich jetzt also – gerade mal zwei Sekunden nach Flurentbindung und mit ZWEI Geburten in EINER Minute (das ist fast Rekord!) wieder an o.g. Bett, hab ein wenig Kopfschmerzen und Magendruck, denn derart infernalisch schreien hab ich meine OberHebamme noch nie gehört.

Und kaum bin ich da, weiß ich auch schon was los ist – es blutet. Nein. Es sprudelt. NEIN! Es SPRITZT und SPRUDELT! Und das, obwohl OheBamme wohlweisslich Unmengen Vorlagen, Mullwindeln und Bettbezug von unten gegen drückt, gleichzeitig mit der anderen Hand von oben den Fundus der Gebärmutter hält, während Frau Drei auf Sechs Uhr zunehmend blasser um die Nase wird. Das Baby – schwarzhaarig und laut brüllend, hat sie – die Hebamme – wohl gerade noch im bereitstehenden Babybett zwischenparken können, bevor sie damit begann, Frau Drei am verbluten zu hindern. Und die junge Mutter ist – wie man am sekündlich heller werdenden Kolorit nur unschwer erkennen kann – offensichtlich wild entschlossen, abzutreten. Und zwar hier und heute!

Ich schwitze nicht mehr sehr oft im Dienst – vielleicht noch beim Halten zweier vaginaler Hysterektomien in Folge, oder wenn ich ein Baby an den Löffeln herausziehen muss. Körperliche Arbeit eben. Aber Schwitzen durch reinen Adrenalinüberschuss hab ich mir schon seit längerem abgewöhnt. Das ist nur lästig und hinterlässt unschöne Ränder unter den Armen.

JETZT gerade schwitze ich, während mir gleichzeitig ein bisschen das Blut in den Ohren rauscht. Instinkte sind eine vertrackte Kiste – denn kaum ist Gefahr in Verzug, schickt das olle Stammhirn nur noch ein einziges, grell-blinkend und laut hupendes Schlagwort in den NeoCortex:

LAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUUUUUUF!!!

Es dauert genau zwei Sekunden, dem akuten Fluchtinstinkt zu widerstehen, dann hab ich auch schon den roten Notfallknopf gedrückt und fühle mich, zumindest gedanklich, nicht mehr gänzlich allein auf weiter Flur. Denn: dieser rote Knopf ist genauso sagenhaft wie DocVapors kleines Notfalltelefon im Krankenhaus am Rande des Wahnsinns – nur ohne reden müssen! Und während ich nun schon dabei bin, Cytotec rektal und großlumige Zugänge zu verteilen, sorgt das Männeken am anderen Ende der Knopf-Leitung dafür, das keine 5 Minuten später das Notfall-Anästhesie-Team, die Freunde vom OP und – das Beste an diesem vermaledeiten Button überhaupt: mein HINTERGRUND zur Stelle ist, um mir notfallmässig die Hand zu halten. Stirn zu tupfen. Whatever!

Die erste Braunüle ist gerade noch so in der zeitgleich kollabierenden Armvene verschwunden, als auch schon die Kreißsaaltür auffliegt UND

GLORIAAA????  DU hierWo ist mein Oberarzt??? Die Gasmänner, das OP-Team? Ich hab doch aber den NOTFALLKNOPF gedrückt?!”

“Josephine, du mußt kommen, der Po ist da!”

“GV – es ist jetzt nicht die Zeit, derbe Späße zu machen. Schick den Oberarsch – ARZT rein, aber pronto!!!”

“Josephine – Frau ÖKO!!! Das Kind kommt gerade FALSCH HERUM!!! Mit dem Po zuerst!!!”

Frau Drei – immer noch auf sechs Uhr im Kreißbett liegend und mittlerweile von kalkweisser Farbe, blutet weiter unmotiviert vor sich hin, während der erste Plasmaexpander im Schuss einläuft und Ohe heldenhaft ihr Bestes gibt. Von unten haltend und von oben durch die Bauchdecke massierend versucht sie den fluffigen, sich nicht zusammenziehen wollenden Uterusmuskel doch noch zur Kooperation zu bringen. Mit mäßig bis kaum einem Erfolg, wie die sekündlich größer werdende Blutlache vorm Bett anschaulich dokumentiert.

Ich schwitze mehr!

Okay, Josie – was hast du gelernt? Prioritäten setzen! Hebammen entbinden, Ärzte machen den Rest. Das ist der Rest, also fängst du hiermit an. Irgendwie beruhigend, wenn man zumindest glaubt, einen Plan in der Tasche zu haben. Ich will Gloria also gerade zu ihrer vaginalen Beckenendlage zurückschicken, als sich erneut die Kreißsaaltür wie von Zauberhand öffnet…

“GOTT-SEI-DANK-SEID-IHR-DA!” brüllen wir im Chor (Gloria, Ohe und ich) – und starren in Solis verblüfftes Gesicht, die uns nun wiederum, mit wild vom Kopf abstehenden Kringellöckchen, böse anblitzt:

“Ich habe um Hilfe gerufen! Aber keiner ist gekommen!!!”

“ICH hab auch um Hilfe gerufen!” gebe ich empört zurück “und es sind nur noch mehr andere Hilferufe gekommen! Was willst DU denn noch?!”

“Bei Frau Vier gehen gerade die Herztöne in den Keller – aber sowas von! Ich hab schon einen Bolus Wehenhemmung drin, aber wir sind immer noch bei 80 Schlägen!”

Das ist alles ein böser Traum. In Wirklichkeit liege ich gerade am Waikiki-Beach und schlürfe MaiTais, die Wellen rollen malerisch an blütendweissen Sandstrand hin, alles ist gut und friedlich…”

“JOSEPHINE!!!!!!”

Gut und friedlich hört sich definitiv anders an! Als ich die Augen erneut öffne, glotzen mich zumindest nicht mehr nur meine drei Hebammen an, sondern obendrein – reichlich motiviert und erschreckend kompetent – die Jungs der Schlafmedizin!

“Kollege Sandmann!” bricht es fast ein bisschen glücklich aus mir heraus “mach der Frau mal bitte wieder Kreislauf, okay? Und weisste – ich liebe dich!”

“Geht klar, Josie!” brummt Sandmännchen freundlich und pfeift Frau Drei schon von der Tür aus den zweiten Zugang rein.

Bleiben nur noch zweieinhalb Probleme – die Blutung, die Beckenendlage und die Badewanne. Ich muss nachdenken – ganz kurz nur muss ich nachdenken…

—————————-Schnapp———————————

YouTube für Mediziner… – Achtung, nichts für schwache Nerven!

Guten Morgen!

Durch den Link einer Leserin bin ich heute auf DIESER SEITE gelandet – und habe das Staunen gelernt. Ächt jetzt, ich hab schon davon gehört, daß es so etwas gibt, und auch bei YouTube schwirrt ja das ein oder andere, medizinisch angehauchte Video durch den Orbit, aber HIER gibt es Sachen, die gibt es gar nicht… :-0

Ich halte mich ja im allgemeinen für sehr abgebrüht, aber die Entwicklung eines (angeblich spätabortierten, also bereits im Mutterleib verstorbenen) Kindes aus Beckenendlage mittels des Kephalothryptors hat mich doch mal Schlucken lassen. Nein, ich werde NICHT verlinken, wer mag darf gerne selbst suche, aber bitte bei Ansicht des Videos dafür sorgen, daß keine Kinder oder seelisch instabilen Menschen im Raum sind, daß ist schon ganz schön hart…

Aber sonst ist diese Seite wirklich super (okay, ich bin jetzt nur mal über die gynäkologischen Links geflogen) – man kann sich von korrekter Brustuntersuchung über die Erstversorgung einer Episiotomie (Dammschnitt) bis hin zur Sectio alles mögliche anschauen – nee, gefällt mir.

In diesem Sinne – danke für den Link, C. und euch allen ein wunderschönes Wochenenede!