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Lassen sich mich Arzt – ich bin durch…!

“Ich warte im übrigen immer noch auf meine Malucci-liebt-Gloria-Exklusiv-Geschichte – nur, damit du bescheid weisst!”

Gelangweilt lümmel ich auf der Kreißsaal-Aquariums-Couch herum, stilecht im Chirurgenpyjama und allem drum-und-dran, während ich Gloria-Victoria dabei beobachte, wie sich sich gepflegt an ihrem Latte Macchiato  verschluckt.

“Sach ma – SPINNST DU, Josephine? Schau mal wie ich jetzt aussehe!?”

Fluchend wischt sich meine Lieblingshebamme den Kaffeeschaum vom Leibchen, während zartes Rot sich auf den sommersprossigen Bäckchen breit macht.

“Und was kann ICH dafür, dass du deinen Kaffee nur mit Sabberlatz trinken kannst, hm? Hey – HEY! LASS DAS!”

Noch während ich hinter der Couch Schutz vor Glorias Gummibärenbombardement suche, geht mein Handy los. Auf dem Display: Das Bambi!”

Ich: “Bambi? Was gibt´s?”

Bambi *whisper*: “(unverständliches Zeug)”

Ich: “Liebelein – sprich lauter!”

Bambi *WhispertUnwesendlichLauter*: “*******”

Ich: “BAMBI! SPRICH_LAUTER!”

Gloria (leidlich genervt): “Sie ist im Vierer-Kreißsaal. Vorzeitiger Blasensprung, Wehentätigkeit. Nur, falls es irgendjemanden interessiert!” Sprichts und schmeisst eine weitere Handvoll Gummigedöns nach mir.

Ich: “Okay! Bleib wo du bist – ich komme!” Und leg auf. Dann, an die Hebamme gewandt: “Sag – was ist da drin los?”

Gloria zuckt ratlos die Schultern: “Ich hab keine Ahnung – ist FrauVonSinnens Patientin. Mehrgebärende. Sind schon ein paar Stunden zu Gange.”

Ich rappel mich also hinter der Couch hervor und stiefel nach Kreißsaal IV (lindgrün). Kaum die Tür herein, bin ich auch schon mittendrin im Geschehen.

“ICH_BIN_ARZT!”

Verblüfft schüttel ich die Hand des Mannes, der sich aus dem Nichts heraus vor mir aufgebaut hat. Ein großer Kerl, Mitte Vierzig vielleicht, gepflegt und adrett gekleidet, mit Goldrandbrille und Charlie-Sheen-Frisur. Für letztere hat er hoffentlich seinen Friseur verklagt – geht gar nicht. Aber das ist gerade ein anderes Problem…

“Ich bin Arzt!” wiederholt er jetzt erneut, während er ausdauernd meine Hand schüttelt. Ich bin verwirrt – was WILL der bloss von mir?

“Das trifft sich gut,” antworte ich vage “ich bin nämlich auch Ärztin, wissen sie!”

Beruhigend lächel ich ihn an, was ihn nur veranlasst, stärker zu schütteln. Ich habe jetzt echte Sorge, er könnte mir den Arm auskugeln.

“Herr….- Kollege? Vielleicht könnten sie mich loslassen, dann sag ich ihrer Frau auch mal guten Tag?”

“Oh – ja…äh, sicher! Natürlich!” Folgsam lässt er die Hand endlich los und tritt einen Schritt beiseite. Dann beugt er sich noch einmal zu mir herüber und flüstert eindringlich “Ich.Bin.Arzt!”

Nee, is´ klar. JETZT hab ich es kapiert. Arzt! Super!

Der Kerl ist durch. Jetzt schon. Alter Schwede – das kann noch lustig werden. Gottlob macht Frau Arzt einen ganz zauberhaft normalen Eindruck. Laut schnaufend und prustend hängt sie gerade in das von der Decke baumelnde Tuch gekrallt, während der Wehenschreiber beeindruckende Berge aufs durchlaufende Papier krakelt.

Ich schaue mich suchend um – und da, in der hintersten Ecke des weitläufigen Raumes, zwischen Kreißbett und Badewanne versteckt, winkt Bambi verschüchtert zu mir herüber. Ich sage “Hallo” zu Frau Arzt, die mir zwischen zwei Wehen freundlich zunickt und gehe dann zu meiner Baby-Kollegin hinüber.

“Bambi? Was ist los? Wo ist Frau Von Sinnen? Und warum sprichst du nicht ins Telefon, wenn du schon anrufst?”

In Bambis großen Rehaugen herrscht Hochwasser und die Unterlippe zittert verdächtig. Das Rehlein ist offensichtlich am Ende mit den Nerven.

“Es…ist….weil…also, wegen…der Mann…Arzt…ich weiss nicht….!”

Unverständliches Zeug. Mein Gesicht ist ein einziges Fragezeichen, so viel ist mal klar!

“Bambi – grammatikalisch korrekte Sätze. Ich versteh gerade nur Hauptbahnhof!”

Die kleine Frau holt tief Luft und schluckt trocken. Ein Tränchen verlässt das linke Auge und rollt malerisch die Backe entlang bevor es auf Bambis Kinderdekollete klatscht. Frau Arzt schraubt sich gerade die Tonleiter entlang zum zweigestrichenen ‘C’ hinauf, während nun auch des Gatten Mantra von der Tür zunehmend lauter herüber schallt: “Ich bin Arzt! Wissen sie! ARZT! Ich bin AAAAHAAARZT”

“Whow – ich wette, der hat ein prätraumatisches Belastungssyndrom. Was ist der Kerl bloss? Dermatologe?”

Bambi schüttelt in atemberaubender Frequenz den Kopf. Wenn ich ehrlich bin, sieht sie gerade nicht weniger traumatisiert aus…

“Er ist…” flüstert sie kaum hörbar “RECHTSMEDIZINER….!”

……………????……………….

Das Fragezeichen auf meiner Stirn wird sekündlich größer. Wo ist denn die Pointe bei der ganzen Nummer? Versteh nur ich das nicht?

Das Bambi kollabiert jetzt gleich. Oder schaut es nur so grün aus, weil die Farbe der Wand sich im weiss der Gesichtsfarbe spiegelt? Herrjeh – egal! Ich nehm die Kleine bei den Schultern und schüttel ein bisschen:

“DU. BIST. AUCH. ARZT! Comprende? Verstanden? Alles klar?”

In dem Moment zupft mich jemand am Kittel

“Vielleicht kann mal jemand meiner Frau helfen?”

Unbemerkt im Treiben und Geschrei hat sich der Kollege von hinten angeschlichen und hängt mir nun ein wenig verstört am Kittelsaum, während seine Frau frenetisch brüllend von der Decke hängt. Also – irgendwie…

“Wo ist eigentlich Frau Von Sinnen?” suchend blicke ich mich nach der Hebamme um, die aber leider nirgendwo zu sehen ist.

“Kaffee holen” flüstert Bambi mir ins Ohr “Ich sollte so lange aufpassen. Aber er ist doch Aaaaarzt….!”

Ein zweites Tränchen kullert über die Backe. Ist aber gerade sowas von egal, denn jetzt steht Frau Arzt auch noch neben mir, packt mich am Arm und sagt – jedes einzelne Wort betonend: “ICH MUSS PRESSEN!”

Supi! Pressen muss sie. Nun denn!

“Bambi – geh Von Sinnen holen! STAT!”

Und zu meiner Patientin gewandt: “Sitzen? Stehen? Liegen?”

“STEEEEEEEEHEEEEEEEEEN!!!!!!” brüllt sie – und schmeisst sich zurück ans Seil, dass ich befürchte, sie könnte den Karabiner aus der Decke reissen.

Diese Frau ist der OberKracher! Ächt jetzt! Wie ein Sumoringer vor dem entscheidenden Angriff hängt sie in ihr Tuch geklammert, während sie presst, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich liege auf den Knien vor ihr und sehe den dunklen Schopf deutlich tiefer treten, tiefer, TIIIIIEEEEEFER….

“Wo ist die VERDAMMTE Hebamme???” – denk ich mir und kann mich gerade noch auf den Rücken vor die Frau schmeissen, als mir auch schon mit einem satten Platscher Baby-Arzt auf den Bauch klatscht. DAS nennt man dann wohl Sturzgeburt….

Frau Von Sinnen erscheint – herrlich nach Kaffee duftend – just in dem Moment, als Kollege Arzt die Gesichtsfarbe von dunkelrot nach weiss nach aschgrau wechselt und gepflegt vom Höckerchen fällt, auf das ich ihn kurz zuvor plaziert hatte, um der Frau ein wenig Halt beim Pressen zu geben…

Die Kopfwunde hat ihm Nancy The Fancy anschließend mit süffisantem Grinsen souverän vernäht, während Frau Arzt glücklich ihr FÜNFTES Baby abgenabelt, gewaschen und angezogen hat, um es anschließend – zusammen mit  ihrem lädierten Mann, ins Auto zu packen und nach Hause zu fahren.

Bambi hat sich immer noch nicht von ihrem “Ich-muss-eine-Kollegen-Gattin-entbinden”-Trauma erholt und muss frühzeitig nach Hause geschickt werden.

Und ich – ich muss dann nochmal genau nachfragen, WIE das jetzt ist – mit meiner Lieblingshebamme und dem kleinen Italiener… :)

Der Pate – Teil I

Schon mit dem Öffnen der Doppel-Schnappschloss-Tür schlägt mir der wunderbar heimelige Duft von frisch gebrühtem Kaffee entgegen.
Ein kurzer Blick ins ‘Aquarium’, unserem futuristisch anmutenden Zentral-Überwachungsraum, zeigt lediglich ein einziges, lehrbuchgerecht vor sich hin tuckerndes CTG ohne die kleinste Pathologie.

Ich trotte weiter zur Küche, wo Gloria-Victoria gerade, zeitgleich in einem riesigen Pott Kaffee herum rührend, wie festgenagelt auf ihr Handy starrt. Ihre sommersprossigen Bäckchen glühen zart roséfarben und ein zufriedenes Lächeln umspielt ihre Lippen.

Als sie meiner Ansichtig wird, weiten die seegrünen Augen sich vor Schreck auf doppelte Größe:
“Josephine – um Gottes Willen, du siehst furchtbar aus!”

Dieser Tag fängt ja mal ganz großartig an…

“Oh, ja, danke, liebe Ex-Freundin, ich freu mich auch wie Schnitzel, dich zu sehen!”
Glorias freundliche Hebammenbäckchen stehen nun in flammendem Rot während sie hektisch Kaffee in meine Lieblingstasse schüttet.
“Es tut mir alles so leid!” jammert sie durchaus glaubhaft beschämt und schiebt mir den liebevoll angerichteten Kaffee zu. “Konntest du ein bisschen schlafen heute Nacht – armes Ding du?”

Jetzt tut sie mir doch wieder leid in ihrer offensichtlichen Not und großmütig entschließe ich mich, sie nicht länger hinzuhalten.
GEORGE ist gestern Abend gestorben!”
“Ach sooooo!” erleichtert bläst GV sich eine blonde Ponysträhne aus dem Auge “Gekocht oder Chinesisch?”
“Chinesisch!”
“Fussmassage?”
“Jepp!”
“Du Glückliche!”
“Hah – glücklich aber abgemahnt sowie arbeits- und OP-los! Und obendrein muss ich die nächsten Wochen permanent aufpassen, dass mich Napoli nicht doch noch mit einem hübschen Betonklotz an den Füssen im See versenken lässt….!”

“OH MEIN GOTT! Glaubst du wirklich, Napoli hat Kontakte zur Mafia?!” Mit schneeweißem Gesichtchen, die Kaffeepad-großen, schwarzen Augen im krassen Kontrast dazu, steht mit einem Mal Bambi im Raum, das ‘Mafia’ nur noch ein zartes, atemloses Hauchen.
Still und unauffällig wie immer hat sie sich in die Szenerie geschlichen und gerade noch die letzten Fetzen der Unterhaltung aufgeschnappt. Eines Tages wird sie mit dieser Nummer noch jemanden zu Tode erschrecken!

“Ja, klar doch. ‘Der Pate’ wurde nach dem Vorbild von Napolis Großvater gedreht!”
ECHT jetzt?”
Bambi sieht aus als würde es gleich der Schlag treffen. Wie um alles in der Welt ist dieses Baby nur lebensfähig?!”
“Josephine!” streng pufft Gloria mir in die Seite “Mach ihr keine Angst – sie glaubt doch immer alles!”
“Aber wie geht das, bitte? Glaubt sie etwa auch noch an den Weihnachtsmann? Klapperstorch?” ich bin ernsthaft kurz vor verzweifelt. Die Frau ist erwachsen! UND hat studiert! Wie kann man da noch alles glauben, was einem erzählt wird? Selbst Chaos-Kind-Klein hätte mir diese Nummer mit dem Paten nicht mehr abgekauft!

Die Diskussion endet so abrupt wie sie begonnen hat mit dem Erscheinen des fraglichen Mafiosi-Sprösslings und Bambi zieht es vor, sich auf den am weitesten entfernten Platz nieder zu lassen. Sicher ist sicher.
Wenn man ehrlich ist – bei dem Riesen-Berg Unwetterwolken, die sich schwarz und bedrohlich über Napolis Kopf türmen, bin selbst ich mir nicht mehr ganz sicher, ob da nicht doch ein Funke Mordlust im Mienenspiel des kleinen Italieners zu sehen war.

Den Rest des Tages verbringe ich fast ausschliesslich mit langweiliger Stationsarbeit und damit, meinem Oberarzt aus dem Weg zu gehen. Was schwierig werden könnte, da wir zusammen Dienst schieben müssen.

Doch erst einmal funktioniert alles ganz prima. Ich nehme Patienten auf, gehe mit Bambi, Luigi und dem Sandmann gemütlich Mittag essen, und absolviere drei Kurzsprints zum Kreissaal: 33jährige Erstgebärende, Einleitung bei Terminüberschreitung. Schätzgewicht 3300 g, gut eingestellter Schwangerschaftsdiabetes.
Der Anruf zum ersten Sprint erfolgt 20 Minuten nach Einleitung – riiiiiiiieeeesen Badewanne auf dem CTG. Als ich keuchend und schnaufend im Kreissaal eintreffe, befinden wir uns Herztonmässig immer noch weit unterhalb von ‘schön’
“Bolus ist drin” nickt Gloria mit kurz zu. ‘Bolus’ bedeutet umgangssprachlich Wehenhemmer direkt in die Vene. Und tatsächlich – der Bauch der Schwangeren tastet sich bretthart. Den sogenannten “Wehensturm” gibt es bei Einleitungen immer mal wieder. Meist bekommt man das Drama mit einer ordentlichen Portion Wehenhemmer zügig wieder in den Griff. Manchmal nicht.

“Mehr Bolus?” Gloria schaut mich an, die Spritze im Ansatz

“Ja, hau rein!” Die Herztonkurve wackelt immer noch bedenklich tief übers Grünkariert, mir deucht jedoch, ich hätte da gerade einen minikleinen Anstieg ausgemacht.

“Ist drin!”

Die Hände auf dem brettharten Bauch meiner Patientin stiere ich wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf den CTG-Streifen, während mir das “TockTock” des Wehenschreibers dumpf in den Ohren tönt. Ich muss da eigentlich gar nicht drauf schauen – anhand des Rhythmus ist völlig klar, dass wir uns immer noch weit entfernt von schön und gut befinden.

“Wie lange?”

“5 Minuten!”

“Wieviel Bolus?”

“6ml”

Okay – der Worte sind genug gewechselt, jetzt machen wir mal ein bisschen hinne…

“Frau Wanne – das ist leider ein bisschen viel Wehe für das Baby, wir gehen jetzt mal eben in den OP und holen den Knirps raus, okay? Alles wird gut!”

Frau Wanne sieht eher nach “mir wird schlecht” aus, was ich super nachempfinden kann, während Herr Wanne wiederum, ebenfalls kaninchengleich, auf den länger werdenden CTG-Streifen starrt. Dann, von jetzt auf gleich…

Tock…….Tock……Tock…..Tock….Tock…Tock..TockTockTockTockTockTock

Whow – sofortige CTG-normalisierung unter angedrohter Notsectio! Was für ein unglaublich kooperatives Kind! Und so clever!

“Yeah – Baby hat scheinbar keine Lust auf Kaiserschnitt!” Gloria strahlt euphorisch. Mit angehaltenem Atem schauen wir alle dabei zu, wie der Herzschlag sich auf gesunde und rhythmisch wohltönende 140 Schläge pro Minute einpendelt. Der Bauch unter meinen Händen tastet sich jetzt wieder prall und elastisch und ein Hauch Wangenrot kehrt ins Gesicht meiner Patientin zurück.

“Okay – dann hau mal ein bisschen die Bremse rein. So eine Nummer möchte ich heute nicht noch einmal haben! Ich schau dann später wieder vorbei!”

Mit “später” meine ich irgendwann gegen Abend und am allerliebsten mit solch hübschen Begleitkriterien wie “Muttermund vollständig” und Kopf auf Beckenausgang. Das wäre toll! Tatsächlich sind beim nächsten Notruf aus dem Kreißsaal gerade mal 40 Minuten vergangen, wobei die Badewanne freundlicherweise schon wieder am abklingen ist, als ich schwer keuchend und heftig transpirierend vorm Kreißbett stehe. Ich bin offensichtlich ein wenig aus dem Training – was sich schleunigst ändern muss, sonst bekomme ich nächstens vom Spurt zum Patientenbett noch einen Herzinfarkt.

“GLORIA! Was SOLL das? Ich sagte doch SPÄTER!”

“Ich WEISS!”

“Hast du die Wehenhemmung drin?”

“Klar!” Gloria blitzt mich beleidigt an. “Ich mache IMMER, was du mir sagst!”

“Naja – bis auf die Nummer mit Malucci…!”

Gloria zieht Luft durch die Nase – böse Retourkutsche! Aber die Diskussion über den italienischen Loverboy muss jetzt erst einmal warten, bis wir die Badewannen-Nummer im Griff haben.

“Frau Wanne, sie sollten mal ein ernstes Wörtchen mit ihrem Nachwuchs reden – das hier ist kein schöner Zug von ihm! Das muss es unbedingt abstellen, sonst landen wir heute wirklich noch irgendwann im OP. Ächt jetzt!”

;

….To Be Continued…</em

Bambi, sag: Poppen!

“NEIN!!! Das glaub ich nicht!” Bambi hält sich entsetzt die Hand vor den Mund,die rehbraunen Augen so weit aufgerissen, dass ich ernsthaft Sorge habe, sie könnten mir gleich aus den Höhlen heraus entgegen fallen.
“Wilma UND Fred?!”
Das kleine Waldtier bekommt sich gar nicht mehr ein. FrauVonSinnen, die gerade am Übergabezimmer vorbei läuft, streckt neugierig den Kopf zur Tür herein.
“Was ist denn mit Wilma und Fred?” die Augen hinter ihrer Eulenbrille blinzeln
heftig interessiert.
“Josephine hat Fred und Wilma beim…ähm, also beide zusammen…hm- kompromittierend, verstehst du..!”
“Nee – wenn ich ehrlich bin, kein Wort!”
Bambi schnappt verzweifelt nach Luft, die Ohren tiefrot in die Ferne leuchtend.
“Ich habe die beiden heute Morgen auf frischer Tat beim Poppen erwischt!” fahre ich kurzerhand dazwischen. “Bambi – sag POPPEN!”
“Ich kaaaaann nicht!” quietscht es zurück
“Du bist GYNÄKOLOGIN! Also nenn die Dinge gefälligst auch beim Namen: sag Poppen!”
“Ich möchte da aber nicht so gerne drüber reden…!” Das Rehlein gleicht jetzt eher einer Fuchsstute, denn hellrot leuchten ihre Bäckchen durchs morgendliche Dämmerlicht.
“Lass das arme Ding in Ruhe” rügt FvS und setzt sich resolut auf die Übergabezimmercouch “Was ist jetzt mit Wilma und Fred, um Himmels Willen!”
“Die Zwei treiben es wie die Karnickel, das weiß doch mittlerweile sogar die Küchenhilfe! Guten Morgen!”
In einer Duftwolke aus teurem Parfüm und jeder Menge Haarspray stolziert Jeannie auf nagelneuen 12cm-Leoparden-Highheels zur Tür herein. Ich bekomme allein vom Anblick der Schuhe Arthrose ins Sprunggelenk, doch Jeannie könnte in diesen Dingern wahrscheinlich sogar den ersten Platz beim New York Marathon belegen.
“Sag, Jeannie – kannst du in den Schuhen joggen?!” sinniere ich laut vor mich hin?
“Josephine – hast du getrunken?” Frau von Sinnen schüttelt erstaunt den Kopf, während Miss SuperHighheels nur wissend grinst “wer weiß…?!”
“Okay, Leute, wir kommen jetzt mal alle zur Ruhe und gehen kurz in uns. Und dann erzählt ihr der lieben Frau von Sinnen ALLES, was ihr über Freds und Wilmas Krankenhaus-Sexualleben berichten könnt! – Und? Warum glotzt ihr mich alle so an?”
Verzweifelt versuche ich noch die redselige Hebamme durch versteckte Zeichen zum Schweigen zu bringen, da ist es schon geschehen!
“Diese Geschichte würde mich jetzt aber auch mal brennend interessieren!”
Sanft wie immer brummt des Chefs tiefe Stimme von der Tür her durch den kleinen Raum, doch über seiner Stirn ziehen eindeutig die ersten Gewitterwolken heran…

She Drives Me Cra-ha-ha-zy….

Es gibt Tage, da steppt der Bär, dass man vor lauter Arbeit kein Land mehr sieht. Und ausgerechnet heute ist genau solch ein Tag: Fred im Dienstfrei, Wilma und Blondie im Urlaub, der OP-Plan voll bis zum St. Nimmerleinstag und 25 Frauen von Harnwegsinfekt bis vorzeitige Wehentätigkeit in meiner Ambulanz. Im Kreißsaal tummeln sich 4 Schwangere, mehr oder weniger unter Geburt und der Stapel der noch zu schreibenden Entlassbriefe im Arztzimmer reicht mittlerweile bis unter die Decke. Während nun Chef und Oberärzte bis auf unbestimmte Zeit im OP verschollen sind, versuche ich die übrige Arbeit auf den Rest der Mannschaft zu verteilen: Bambi und mich! Das geht eigentlich ganz schnell, denn die Kleine darf aufgrund ihres Welpenstatus alleine noch keine Ambulanz fahren, also bleibt für sie erst einmal der undankbare Job der Visite, während ich mir die erste Notfallpatientin zur Brust nehme.

Ich schaue die elegant gekleidete Mittfünfzigerin ein wenig irritiert an, denn derart hergerichtet würde ich höchstens zur Verleihung der Oscars auftauchen, aber gut, vielleicht kommt sie ja sonst nicht oft vor die Tür. Gerade will ich fragen , wo denn das Problem im allgemeinen Befinden liegt (denn die Frau sieht aus wie das blühende Leben…!) als mein Handy klingelt und Bambi am anderen Ende der Leitung ankündigt.

Ich: “Ja?”

Bambi *whisper*: “Kann ich dich mal was fragen?”

Ich: “Klar – schiess los! Aber schiess schnell, hier wartet jede Menge Arbeit!”

Banbi: “Frau Weber-Müller-Hauptmann möchte gerne nach Hause…!”

………………….Pause………………..

Ich *aufmunternd*: “Ja – UND???”

Banbi: “Ja – darf sie denn gehen?!”

Ich: “Keine Ahnung – darf sie?!” Wo sind wir hier? Rate mal mit Rosenthal?

Bambi: “Also, Frau Weber-Müller-Hauptmann hat vor 4 Tagen spontan entbunden, Damm intakt, dem Kind geht es gut, die Rückbildung ist vorbildlich, Patientin kreislaufstabil…!”

“Bambi, was willst du von mir? Ist doch alles in Ordnung – schick die Frau heim, um Himmels willen!”

“Ja, prima! Dann mach ich das!” Spricht’s und legt hörbar erleichtert auf, während ich, reichlich verdattert, mein Telefon anglotze. Was bitte war DAS denn gerade???

Immer noch leicht abwesend wende ich mich wieder Frau Oscar zu, die mich mit hochgezogenen Augenbrauen missbilligend ansieht.

“Vielleicht könnten sie sich jetzt endlich einmal mir widmen…?!”

Bitte sehr, bitte gleich. Was denn wohl das Problem ist, frage ich die Patientin. Nun, teilt sie mir ganz unverfroren mit, sie hätte bitte-danke-gerne einen Komplett-Check!

“Wie jetzt – Komplett-Check?!” Hallo? Wir sind schließlich keine KFZ-Werkstatt!

Frau Oscar, sichtlich entnervt ob meiner fehlenden Einsicht, will offensichtlich gerade zum verbalen Gegenschlag ausholen, als – oh Wunder – das Handy läutet und via Display-Erkennung das rehäugige Waldtier ankündigt.

Ich nur marginal genervt:”JAA?!?!?!…”

Ich höre es am anderen Ende der Leitung trocken schlucken, und da ich ja ein weiches Mutterherz habe, lege ich etwas milder nach: “Bambi! Sprich schnell, oder schweige für immer!” Ehrlich gesagt habe ich ein wenig Sorge um mein Leben, denn Frau Oscar zieht jetzt hörbar Luft durch die Nase, während sich das dunkle Rot ihrer Wangenknochen zügig über das komplette Gesicht verteilt.

Bambi: “Es ist wegen Frau Bommel.” – Kennichnich
Ich: “Kenn ich nicht! Was ist mit ihr?!”
Bambi: “Frau Bommel ist eine Schwangere in der 28sten Woche mit Harnwegsinfekt. Zweite Schwangerschft. Hat vor drei Jahren spontan entbunden. Der Verlauf der ersten Schwangerschaft war völlig normal…”

Die roten Flecken in Frau Oscars Gesicht haben nun die Perlenhalskette-Grenze erreicht und breiten sich weiter gen Norden aus, während ihre brilliantenbesetzte rechte Hand Staccato auf meinem Schreibtisch trommelt.

“…erste Vorstellung beim Frauenarzt in der 5+2 Schwangerschaftswoch. Sie hatte eine Nackenfaltentranzparenzmessung in 12+3…”

Ich: “BAMBI! Komm zum Punkt!”
Bambi mit einem leichten Schluchzen in der Stimme: “Keine Beschwerden mehr, Labor und Urin normal, Ultraschall zeitentsprechend – Darf die Patientin nach Hause?!”

Ich: “Nein, sie sollte vorsichtshalber bis zum Entbindungstermin stationär bleiben!” ACHTUNG-IRONIE-ALARM

Bambi haucht:”Ahhhhhhh – okay! Ich sag es ihr!” und legt auf!

*Kopf->Tischkante*

Bis ich Bambi zurückgerufen und sie angewiesen habe, die arme Frau Bommel selbstverständlich umgehend nach Hause zu entlassen, hat meine Patientin Gesichtsfarbentechnisch von Kaminrot nach Dunkelblau gewechselt und steht nun kurz vor der Schnappatmung. Doch bevor es soweit kommt, will ich wenigstens noch wissen, was sie heute und hier von MIR will!

Frau Oscar schwer schnaufend und mit eisiger Stimme: “Ich fliege morgen für 3 Monate zu meinem Sohn nach Fort Lauderdale und möchte, das sie mich heute noch komplett durchchecken! Abstrich, Ultraschall – von den Eierstöcken und hierführt kreisende Bewegungen über ihrem wohl dekorierten Décolleté aus…und dann hätte ich gerne noch eine Mammographie! Die letzte liegt schon wieder Moooonate zurück!”

Mit einer wegwerfenden Handbewegung unterstreicht sie nachdrücklich ihre letzte Bemerkung und blickt mich weiterhin missbilligend an, so als sei sie sich nicht ganz sicher, ob ich überhaupt je Medizin studiert habe.

Ich bin erst einmal völlig sprachlos und komme nur verwirrt stotternd auf den Punkt: “Äh, Frau Oscar, das hier ist eine NOTFALL-Ambulanz. Wir machen hier keine Routine-Vorsorgen. Dafür müssen sie zu ihrem Frauenarzt gehen!”

Mit zusammengezogenen Augenbrauen und eiskaltem Blick beugt Frau Oscar sich zu mir herüber, sodass ich die Spur ihrer roten Hektikflecken bis weit unterhalb der Perlenkette-Grenze verfolgen kann. Und während ich noch fieberhaft darüber nachdenke, ob man ältere Damen im Affekt zurückschlagen darf, faucht sie langsam, jedes Wort einzeln betonend, als spräche sie mit einem kompletten Vollidioten: “Fräuleinchen! Lassen sie das mal schön meine Sorge sein!”

Beinahe hätte ich mich an frischer Luft verschluckt – FRÄULEINCHEN ist absolut indiskutabel! Das geht GAR NICHT!

Ich hole tief Luft und will gerade mächtig Wind machen, als – man ahnt es schon – das Telefon…

Ich *brüll*: “BAMBI! Schlack-noch-eins, entlass die Frau! Entlass ALLE Frauen. Gleich, später, morgen, mach, was du willst, aber nerv mich nicht!!!!

Fünf Sekunden Stille am anderen Ende der Leitung und ich befürchte ernsthaft, ich habe das Rehlein soeben erlegt, als des Chefs sanfter Bass über die Leitung an meinen Hörnerv prallt: “Dr. Josephine – ich glaube meine Schwiegermutter ist versehentlich bei ihnen gelandet?! Vielleicht können sie sie eben zu mir rüber schicken…?!”

Herzlichen Glückwunsch! Ich geh mir dann mal einen schönen Strick kaufen…!

BAMBI – formerly known as “Rehlein”…

Ganz echt jetzt? Da hätte ich auch mal selbst drauf kommen können: BAMBI ist DER Name für meine “Alle-sollen-mich-liebhaben”Kollegin. Perfekt! Wie gemacht! Danke an Mechthilda, die mich mit ihrem Kommentar zu Umbenennung meiner Protagonistin gebracht hat :)

Bambi also hatte diese Woche wieder eine schlimme Begegnung mit der Realität. Genauer gesagt mit der schlimmstmöglichen Realtitätsform ever: Dem OberÄrschÄrztlichen Allgemeinchirurg! In jeder anständigen Klinik hat es einen Chirurgen, dessen einziger und ausschließlicher Lebensinhalt darin besteht, andere Leute nieder zu machen. Am allerliebsten Studenten mit großen Wissenslücken oder Assistenzärzte mit kleinem Ego. Und Bambi wurde quasi vom Schicksal auf die Stirn tätowiert: “MACH MICH FERDDISCH!”

Die Geschichte um die es heute geht, ist so alt wie die Fehde zwischen Chirurgen und Gynäkologen: Der Chirurg will immer nur eines – im OP stehen und den Dicken geben. Aufschneiden, reingucken, rumwühlen, hier ein bisschen wegmetzeln dort ein bisschen ansäbeln, zutackern – FERTIG! Was er nie und auf gar keinen Fall braucht ist das Patientengespräch. Jetzt ist es aber so, dass die Hälfte aller Patienten nicht einfach per Blickdiagnose in den OP befördert werden können – man muß vorher wenigstens ein Minimum an Einsatz zeigen: Anamnese, körperliche Untersuchung, Ultraschall – oder so.

Das wiederum ist jedoch alles nichts als Zeitverschwendung für den Aufschneider – dem wäre nämlich am liebsten, der Patient kommt morgens fertig indiziert, prämediziert und auch gleich anästhesiert auf einem schönen Fließband zum OP herein gefahren und er (=Chirurg) muß nur noch herzhaft reinschneiden. Harhar!

Weil das so aber nicht geht, hat die Chirurgie sich eine List einfallen lassen, den unbedingt notwendigen Patientenkontakt auf ein Minimum zu reduzieren: das Geheimnis lautet KONSILIARISCHE VORSTELLUNG! Der Chirurg stellt sich hierbei erstmal dumm und deshalb alle Patienten unmittelbar nach Vorstellung (und in jedem Fall VOR der eigenen Untersuchung) bei irgendeinem Kollegen einer doofen anderen Fachrichtung vor. Hierbei werden Frauen am liebsten zum Gynnie geschickt und die Männer in die Innere. Und während Gyn und Internist nun brav Anamnese erheben, Bäuche betasten und Organe schallen, anschließend seitenweise Konsiliarbögen ausfüllen, muß der Chirurg nach Rückführung des Patienten in seine Abteilung nur noch machen, was übrig bleibt: OPERIEREN!

Clever, die Jungs. Man könnte fast ein wenig neidisch werden.

Nach all dem Vorgeplänkel jetzt aber zurück zu Bambi – was war geschehen? Nun – Bambi hatte schlicht den konsiliarischen Einsatz übertrieben. Quasi über´s Ziel hinaus geschossen. Aber sowas von!!!! Au weia…!

Das Drama begann gegen 18.30 Uhr am Abend zuvor, als eine Patientin mittleren Alters mit eindeutigen Gallenbeschwerden (Oberbauch, rechts, kolikartig)in der Ambulanz des diensthabenden Chirurgen aufschlug. Dieser – das Rundum-Sorglos-Konsiliar-System aus dem FF beherrschend – turfte die Patientin ohne Umwege weiter in die Gyn (wo Bambi gerade Dienst schob), informierte aber zeitgleich seinen Hintergrund, dass es wohl demnächst noch eine hübsche LSK (= Laparoskopie/ Bauchspiegelung) zu machen gäbe. OberArschArzt Dr. Überzwerg, ein ewig miesgelaunter, hypertropher kleiner Choleriker, beschloss infolgedessen, den Feierabend zugunsten einer flotten Gute-Nacht-OP ein wenig zu verschieben und blieb im Haus.

Hier nun nimmt das Drama seinen Lauf, denn Bambi will nicht nur von allen Menschen geliebt werden, nein, sie möchte obendrein in jedem Fall und unbedingt immer alles RICHTIG machen. Prinzipiell sehr löblich, gerade in der Medizin – kann aber auch dazu führen, dass man sich in seinem Arbeitsablauf ein wenig – ähm – verheddert.

Bambi hat also erstmal eine ordentlich Anamnese erhoben. Sehr ordentlich. Und unglaublich ausführlich.

“Die Schwiegermutter ihres Cousins 3. Grades hatte mal einen offenen Fuß? Das ist ja sehr interessant…!”

Es dauerte somit auch geschlagene 55 Minuten, ehe sie sich überhaupt mal zum Beginn der körperlichen Untersuchung vorgearbeitet hatte.

Die Chirurgen indes waren zwischenzeitlich ein wenig ungeduldig ob des langen Fernbleibens ihrer Patientin geworden und hatten gefühlte 20 Mal auf Bambis Handy angerufen. Das sie dabei verbal nicht ausschließlich mit Wattebäuschen geworfen hatten, beschleunigte das weitere Procedere nicht wirklich, sondern führte lediglich dazu, dass Bambi nun Panik-P in den Augen und fette Schweißperlen auf der Stirn hatte.

Dennoch schloß sie ihrer Anamnese eine mehr als ausführliche, gynäkologische Untersuchung an, in deren Verlauf ca. 1549 Ultraschallbilder geschossen sowie diverseste Abstriche aus allen nur vorhandenen Körperöffnungen entnommen wurden.“Viel hilft viel!” versus “Wer schreibt bleibt!” als oberster Grundsatz! Unnötig zu sagen, dass die Chirurgen ihren Telefonterror ob der fortgeschrittenen Stunde noch intensivierten – allein: Bambi blieb standhaft!

Der vorläufige Höhepunkt dieses wirklich unterhaltsamen Ereignisses war gegen 23.15 erreicht, als Bambi nach einstündigem Brustultraschall ernsthaft gewillt war, in der Radiologie um eine Mammographie anzufragen, um die Gutartigkeit eines von ihr erhobenen Befundes per Zweitmeinung abzusichern.

Gerüchten zufolge meinte die – gottlob extrem kompatible Patientin – zu diesem Zeitpunkt, die Gallensteine hätten ihren Weg aus dem Ductus zurück in den Beutel alleine geschafft und müßten heute nicht mehr zwingend entfernt werden – sie (= die Patientin) würde jetzt lieber wieder nach Hause gehen, statt weiter am Untersuchungsmarathon zu partizipieren. Bambi telefonierte daraufhin erstmal IHREN Hintergrund an, um die Entlassung der Patientin auf eigene Verantwortung in jedem Fall absichern zu lassen. Der Hintergrund wiederum bestand aber darauf, sich die Frau erst noch schnell selbst anzuschauen – traue nie einem Assistenten im ersten Jahr – was dann gegen 23.55 der Fall war!

Frau Galle verließ das Haus mit wehenden Fahnen um Punkt 0.23 Uhr und wart – ebenfalls Gerüchten zu folge – nie mehr gesehen!

Die Chirurgen kapierten erst gegen 0.55 Uhr, dass ihnen diese LSK dummerweise durch die Lappen gegangen war – was oben bereits angedeuteten, ausführlichen Tobsuchtsanfall samt OberÄrschÄrztlichem Anschissfür Bambi zufolge hatte – die nun wiederum schmerzlich akzeptieren muß, dass Dr. Überzwerg sie in diesem Leben ganz bestimmt NICHT mehr lieb haben wird….!!! :-D