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Ich bin nicht “die Intellektuellen”…

“Warum bin ich eigentlich nicht “die Intellektuellen”?

“Bittäää?” Irritiert blickt Herr Chaos mich über die Frühstückszeitung hinweg an, als hätte ich gefragt, ob er gerne nackt durch den Garten laufen würde.

“IN_TEL_LEK_TU_ELL! Binnich nicht. Aber warum? Ich habe schließlich Abitur, einen ordentlichen Hochschulabschluss, bin promoviert – da sollte man doch meinen, dass ich auch ein kleines bisschen intellektuell sein könnte!”

Der Mann grunzt. Kein Wunder, 9 Uhr morgens und zwischen Kaffee und Wirtschaftsteil der Zeitung hängend ist die denkbar schlechteste Uhrzeit, Herrn Chaos Fragen zu Intellekt oder sagen wir: Weltfrieden zu stellen.

“Alles klar, Josephine? Vielleicht solltest du noch ein Nutella-Brötchen nehmen?”

“Pfft – du willst ja nur, dass ich vor lauter Schokocreme die Klappe halte. Was ist jetzt mit meinem Intellekt?”

“Herrjeh, Jo, mit deinem Intellekt ist alles völlig in Ordnung! Du hast studiert, promoviert, approbiert – was WILLST du eigentlich?”

Ja – was will ich eigentlich? “Die Intellektuellen” sind Menschen, die Kafka nicht nur lesen, weil der Lehrer im LK Deutsch 2 sie dazu zwingt, sondern weil sie schon immer mal in die Tiefe kafkaesken Schaffens abtauchen wollten. Die samstagabends nicht in die Kneipe um die Ecke gehen, sondern zum Tee trinken ins Literaturcafe. Und zu Studienzeiten stets mit Mohairschälchen (Männer) umher gelaufen sind, bzw. Socken strickend (Frauen) in Vorlesungen zum “Seinsbegriff des späten Schellings” sassen. Als Intellektueller liest du das Feuilleton der FAZ und nicht den “Sprockhöfeler Tagesboten”, die ersten 10 Programme des Fernsehers sind mit Sendern wie “ARTE”, “ZDF Kultur” und dem “Ersten” belegt und in ihren Bücherregalen (groß wie die New York Public Library) steht kein einziger Autor, der nicht mindestens den Nobelpreis gewonnen hat.

Versteht mich nicht falsch – das ist TOLL! ICH wäre auch gerne intellektuell – aber ich SCHAFFE es einfach nicht! Mein Lieblingsprogramm ist der Sender, auf dem in wunderbarer Regelmässigkeit “How I Met Your Mother” und “The Big Bang Theory” läuft, ich liebe Krimis von literarisch nicht wirklich erwähnenswerten Menschen und billige Klatschzeitschriften (die ich aber ausschließlich auf dem stillen Örtchen lese…).

Ich gehe lieber auf ein tolles Konzert als in die Oper und äusserst ungern ins Theater. Und wenn ich wissen will, was Kafka mir mit “Das Urteil” sagen wollte, muss ich es bei Wikipedia nachlesen. Müsste ich, was ich nicht will, da ich Kafka nicht wirklich leiden kann – frühkindliches LK-Deutsch-2-Trauma wahrscheinlich.

Kurz und gut – ich bin ein examinierter, promovierter, approbierter Kulturbanause, quasi der Prolet unter den Akademikern.

“Ich bin NICHT die Intellektuellen!” rufe ich dem Gatten meine Erkenntnis entgegen und spucke dabei enthusiastisch Nutella-Brötchen-Stücke über den Tisch.

Dieser schaut lediglich mit hochgezogener Augenbraue dem Flugbrot hinterher, dann mich an und meint trocken “Wen schert´s – ich lieb dich trotzdem” – bevor er wieder hinter dem Wirtschaftsteil der FAZ verschwindet…

Männer mit nachgemachten Wehen…- ein Experiment

Leute, eigentlich wollte ich heute die Geschichte “Josephine gegen Chaos” fertig erzählen, doch jetzt MUSS ich Euch erst dieses YouTube-Video zeigen (vielen Dank an M., die es im Kommentar auf mein letztes Post verlinkt hatte!).

Für alle nicht-holländischen Muttersprachler (mich zum Beispiel… ;)) – das Video kommt mit englischen Untertiteln. Für alle, die weder der englischen NOCH der holländischen Sprache mächtig sind, hier ein kurzer Abriss des Geschehens: zwei Kollegen des niederländischen Fernsehens haben sich wohl bereit erklärt, sich mithilfe eines muskelstimulierenden Gerätes wehenartige Schmerzen zufügen zu lassen, und zwar in zunehmender Intensität für die Dauer von 2 Stunden (was – Hand aufs Herz – schon fast einer Sturzgeburt entspricht. Die meisten Frauen haben deutlich länger zu tun, bis ihre Kinder geboren sind!).

Betreut werden die beiden durchaus sympathischen Jungs von zwei durchaus motivierten Hebammen, die das komplette Geburts-Unterstützungsprogramm abspulen (Lagerung, Fokussierung, Lachgas, Massage, Stellungswechsel), bis es nach 2 h endlich für einen der Jungs zur “Geburt” kommt.

Ich stelle das Video jetzt mal völlig wertfrei hier ein und bin auf Eure Reaktionen gespannt!

P.S.: Männer, die versucht sind, dieses Experiment an sich selbst durchführen zu lassen, sollten ggf. davon Abstand nehmen, sich diesen Film anzusehen… :)

IV. Im Auge des Sturmes…

…herrscht trügerische Stille!

Laut CTG-Überwachungsmonitor weht Frau Vier weiterhin vorbildlich und zunehmend hochfrequent vor sich hin, was das Kindelein im Mega-Bauch anscheinend nur wenig lustig findet und im Gegenzug mit beleidigtem, wiederholtem Herztonabfall quittiert. Als ich einem Blick auf meine kleine Frau mit dem großen Bauch werfe, sitzt diese gerade mit wild entschlossener Miene auf dunkelgrünem Petziball und höppelt Toc-Toc-Toc-Synchron auf und nieder, auf und nieder. Das Gesicht dunkelrot angelaufen und laut prustend veratmet sie so geradezu vorbildlich eine Wehe nach der anderen – wenn ich auch ein wenig in Sorge bin, sie könne jeden Moment hyperventilliert vom Gummiball fallen.

Ich: “Frau Vier – alles im grünen Bereich? Ich würde gerne mal schauen, ob es ein bisschen voran gegangen ist?!”

Frau Vier: “Ist – hüpf – gut – hüpf – ich – hüpf – muss – hüpf – nur – hüpf – noch – hüpf – diese – hüpf – Wehe – hüpf – veratmen – hüpf!”

Gesagt – getan. Der Befund, den ich kurz darauf erhebe, stimmt mich nur wenig euphorisch – okay, der Muttermund ist minimal weiter geöffnet als vorhin, allerdings führe ich das mehr auf die physikalische Gesetzmäßigkeit der Schwerkraft zurück (5 kg Kind mal Hüpfbeschleunigung – da gibt auch der stärkste Muttermund mal ein, zwei Zentimeter nach…!) denn auf natürlichen Geburtsfortschritt. Aber wenigstens schaut jetzt – nach 5 Minuten ohne wirres Gehüpfe – das CTG wieder leidlich manierlich aus. Ich lege Familie Vier also nahe, Ball gegen Badewanne zu tauschen und mach mich dann auf den Weg nach Kreißsaal 2, wo mein neuester Zugang in Form einer fraglichen Wehentätigkeit am Termin gelangweilt auf ihrem Handy herum klöppelt, während die ebenfalls schwangere Begleitung gerade am Sauerstoffventil der Babyeinheit herum schraubt. Beide Mädels scheinen nur unwesentlich älter aus als 12 Jahre alt, riechen drei Meilen gegen den Wind nach Zigarettenrauch und ihre kleinen, spitzen Babybäuche sind jeweils nur bis zur Hälfte durch eng anliegende T-Shirt-Fetzen bedeckt. Darunter blitzt eine ganze Batterie dunkelroter Schwangerschaftsstreifen auf Baby-weisser-Haut hervor.

Ich: “Okay, Ladies, wer von euch beiden Hübschen ist die Frau mit den Wehen?”

Es dauert eine ganze Weile, bevor Baby-1 den Blick vom Handy reißen kann und mich mit leicht geöffnetem Mund sinnentleert anstarrt. Ich meine fast, das Echo meiner Frage im Vakuum zwischen den Ohren der kleinen Kröte widerhallen zu hören, bevor sich ihr Mund tatsächlich stückchenweise weiter öffnet. Gebannt starre ich auf die im Zeitlupentempo ablaufende Mundmotorik und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, ehe Babys Großhirn Worte produziert: “Hääääääääääääh?????”

Okay – EIN Wort!

Ich: “Hast DU Wehen, Baby 1? Und wenn ja, seit wann? Geht Fruchtwasser ab? Wann warst du zuletzt beim Frauenarzt?”

Baby 1 glotzt mich stumpf an, wendet dann den Kopf  Baby 2 zu, die gerade begeistert kichernd die Reanimationsmaske vorhält und sich eine Portion Sauerstoff ins Gesicht blasen lässt – und meint nun gedehnt ihn ihre Richtung: “HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH???”

Au weia, das hier kann wohl was länger dauern. Ich mache mich auf die Suche nach einer Hebamme und finde Gloria-Victoria, seelenruhig an einem Riesen Stück Kuchen herumhauend, in der Kreißsaalküche sitzend.

Ich (jammernd): “Gloooria – du musst dich dieser Babies in der Zwei annehme – ich kann mich nicht um alles kümmern! Außerdem bin ich gerade Fancy-Nancy begegnet, die schön wie der junge Morgen mit ihrer logghorhoeischen Omma in meinem Untersuchungszimmer sitzt und mein Selbstwertgefühl komplett zum Teufel gejagt hat! Ich fühl mich hääääässlich….!”

GV: “Doc Josephin, Doc Josephin – DU bist die schönste im ganzen Land!”

Ich: “Jaja, und Fancy-Nancy, hinter den sieben OP-Türen, bei den bösen Chirurgen ist noch tausend Mal schöner als ihr! Ist schon klar! Magst du dich jetzt bitte-danke um meine schwangeren Riesen-Babies kümmern? Ich muss dringend auch so ein Stück fette Sahnetorte essen!”

GV: “Sicher doch, Josephine. Für dich mach ich alles!”

Ich: “Auch Frau Vier in die Badewanne packen?”

GV: “Aber ja doch – auch das!”

Und so sitze ich um – Uhrenvergleich – Elfhundertdreiundvierzig mit meinem Sahnetortenantidepressivum am Kreißsaalküchentisch und alles könnte ein bisschen schön sein, wenn nicht… RING-RING-RING

Ich: “Josephine, beim Essen, wer stört?”

Notfall (flüstert): “Ich bin´s – du musst schnell kommen. Nancy the Fancy hat die Kavallerie gerufen!”

Ich: “Häh??? Wie meinen?”

Notfall (lauter flüsternd): “ÜBERZWERG ist da!!!!”

Ich: “Nee – nä???”

Notfall: “Aber ja – beweg deinen Hintern hierher – stat!”

Zurück im Ambulanzzimmer 1 steht der chirurgische OberarschArzt Dr. Überzwerg, größter lebender Fan von Nancy-The-One-And-Only-Fancy und versucht gerade erfolglos, seinen Blick vom Kashmirverpackten Superbusen seiner Assistenzärztin zu reißen, während Oma Coco die Hintergrundbeschallung übernimmt.

Frau Coco: “…und dann war ich 1956 bei Herrn Prof. Zackig in Großkotzhausen, der hat mir dann die Gebärmutter ausgeschabt. Nein, warten sie, die Gebärmutter war 1963, im Jahr, nachdem meine zweite Tochter zur Welt kam. Die ist im übrigen mit Herrn von und zu Großkotz verheiratet, wissen sie, Herr Doktor Überzwerg? DER Großkotz! Nancy, Liebes, hast du deinem Oberarzt gesagt, dass Onkel Eduard schon mit Frau Merkel zusammen…”

Ich beschliesse, dem Theater an dieser Stelle ein Ende zu machen und schiebe mich zwischen Überzwerg und Nancy hindurch zu Frau Coco-Auf-Der-Liege, woraufhin der OberarschArzt – offensichtlich unverhofft aus schönem Tagtraum gerissen – beleidigt aufmuckt.

Überzwerg: “Frau Josephine – es ist unfassbar, dass die arme Frau nun schon geschlagene zwei Stunden hier herumliegt, ohne das auch nur eine Anamnese durchgeführt wurde. Ich werde mich Montag umgehend bei Ihrem Chefarzt über sie beschweren – nur, damit wir uns verstanden haben!” Beifallheischend blickt Übi zu seiner Angebeteten hinüber, mit einem Blick, der nichts weniger sagt als “Der hab ich es aber gegeben!”

Doch Überzwergs Cholerikermasche mag ja bei Bambis funktionieren, ich hingegen bin schon längst Teflon was verbal ausfällige Vorgesetzte angeht. Und so hab ich auch nicht mehr als nur ein müdes Schulterzucken für den keifenden Winzling über.

“Passeinmalauf” verkünde ich resolut und keine Spur eingeschüchtert – “Ich werde Frau Coco jetzt Blut abnehmen, dann mach ich ihr gerne einen Ultraschall – und anschließend möchte Kollegin Fancy ihre Großmutter ganz sicher mit auf die Chirurgische nehmen – dort hat sie sie gleich viel besser im Blick und kann alles anordnen, was sie wollen. Und wir kommen die Tage gerne nochmal zur Visite vorbei. Roger, Roger?”

Während Omma Fancy mich – ausnahmsweise wortlos – anstrahlt, schaut Nancy eher, als wolle sie mir gerne ein bisschen an die Gurgel hüpfen. Als Großmutter dann noch nebenbei bemerkt, sie bekäme das Blut viiiiiieeeeel lieber von der Enkelin abgezapft, verlasse ich doch lieber das Zimmer, bevor mich der rothaarigen Zorn gleich nieder streckt.

Dann läuft alles wie am Schnürchen und zwanzig Minuten später verlässt eine gynäkologisch einwandfreie Oma Coco am Arm ihrer immer noch missmutig dreinschauenden Nancy unsere Station – während Überzwerg brav Rollköfferchen und Handtasche hinterher trägt.

Notfall klatsch mich High-Five ab, und kehrt dann zu Pott Nummer sieben zurück, während ich mich erneut auf die Suche nach Essen begebe. Der Nachmittag vergeht mit mehr oder weniger nötigen Ambulanzzwischenfällen und es ist immerhin schon – Uhrenvergleich – Achtzehnhundert, als der Kreißsaalfunk mich zurück zu Frau Vier und dem Riesenbauch beordert…!!!

————–Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein….. ;) ———————————————–

She´s Lost That Loving Feeling…

Ärzte sind Akademiker. Gebildete Menschen. Freunde schöner Künste, anspruchsvoller Literatur und und schauen sich auch gerne mal kasachische schwarz-weiß-Filme mit usbekischen Untertiteln an. Wenn dem tatsächlich so ist, dann bin ich definitiv in der falschen Berufsgruppe gelandet.

ICH stehe auf gestandene, amerikanische Männer in blütenweißer Uniform. Eine ganze Bar voll junger, knackiger, Budweiser trinkender Kerle, die voll Imbrunst “She´s Lost That Loving Feeling” grölen.

Ja, gewaltverherrlichend, blabla. Werbefilm des US-Militärs – geschenkt! Dieser Film bietet bis heute eine der schönsten Anbagger-Szenen EVER (da kann sich mancher Kerl noch ne Scheibe abschneiden) sowie den weltbesten Soundtrack aller Zeiten. ICH liebe diesen Film. Top Gun FOREVER!!! Yeah!

Aus Liebe zum Spiel

Ich weiß nicht, ob ich es hier jemals irgendwo festgehalten habe, aber: Ich LIEBE Baseball. Nein, ich bin völlig verrückt nach Baseball. Und keiner weiß, warum, War schon immer so. Wenn die Jungs in ihren längsgestreiften, modisch völlig indiskutablen Pyjama-Karottenhosen aufs Spielfeld stapfen, den Schläger zwei, dreimal probeweisen durch die Luft ziehen um dann, mit völlig bewegungsloser Miene, einen Mundvoll Kautabak in den Sand zu rotzen. Wenn der Pitcher seinen einsamen Platz auf dem “Mount” bezieht, den Ball probeweise drei-, viermal in den ledernen Handschuh drischt, bevor er -mächtig Schwung holend – die Lederkugel mit gewaltigem Bums am Batter vorbei in den “Mitt” (=Handschuh des Fängers) oder auf den Schläger des Batters wirft, der sich dann wiederum auf seinen Weg über die einzelnen Bases macht – DANN, ja dann wird alles gut…!

Baseball hat etwas mit Ruhe zu tun, mit Konzentration und Können, um einen Ball von der Größe einer Apfelsine über 18m punktgenau in den Handschuh seines Catchers zu platzieren und das auch noch – wenn irgend möglich – auf der Höhe zwischen Knie und Brust des am Boden kauernden Fängers. Oder eben – von der anderen Seite betrachtet – dieses kleine runde Ding mit seinem Schläger so glücklich zu treffen, das es ihn weit hinaus ins FairField trägt, hin und wieder gar bis hinauf in die Ränge der tobenden Zuschauer, um dann in ruhigem Trab und mit stolz geschwellter Brust über die Bases nach Hause zu laufen. Home Run!

Wenn ich je die Möglichkeit gehabt hätte, professionelle Baseballspielerin zu werden, ich hätte ohne eine Sekunde zu zögern der Medizin den Rücken gekehrt, um mein Leben fortan – in modisch indiskutable Klamotten gepfercht – mit dem batten und pitchen kleiner Bälle zu verbringen, während mein Kiefer stundenlang monoton auf pinkfarbenem Kaugummi herummahlte.

Geburtshilfe ist ein bisschen wie Baseball: Während das Publikum um dich herum HotDogs und Bier auspackt und auf ein gutes Ende hofft, bist du auf dem Mount allein. Mit deiner Angst und einem wechselnden Schatz an Erfahrung. Deine Team sitzt wohl in greifbarer Nähe und schaut dem Treiben zu, aber wenn du da auf dem Feld einen Ball verhaust und das Spiel damit vergeigst, dann ist das einzig und allein deine Schuld, dann bekommst DU dafür die Hucke voll. Und obwohl du den Ball schon gefühlte eine Million Male geschlagen hast, kannst du dennoch nie mit letzter Sicherheit voraussagen, wo er hingehen wird und ob er dich am Ende auch tatsächlich nach Hause bringt…

Heißt im Klartext: eine Geburt ist immer Spiel auf Risiko. Denn egal, wie gut du vorbereitet bist, ob du viel trainiert hast, oder nicht – mal gewinnst du, mal verlieren die anderen. Was aussieht wie ein gemütliches Tächtemächtel zum Wochenanfang kann sich binnen Sekunden zum größten Debakel aller Zeiten entwickeln, und dabei hast du vielleicht nur ein wenig zu weit links gehalten, oder der Batter ist heute einfach nicht in Bestform. Du kommst in den Kreißsaal, und alles ist super: die PDA sitzt gut, das CTG vorbildlich, die Mutter kompatibel und ausgeruht, die Hebamme ruhig und erfahren. Punkt für Punkt zieht das Spiel an dir vorüber – Wehenbeginn, Eröffungsphase, Muttermund vollständig, Pressen, Kind kommt, Plazenta folgt – Apgar und pH o.B., alle Beteiligten super glücklich.

DAS ist das perfekte Spiel. Schicksal, Können und äußere Umstände haben dafür gesorgt, daß kein einziger Mann des gegnerischen Teams auch nur einen Fuß auf die Bases bekommen hat. Einen nach dem anderen hast du sie Out geworfen, das Publikum tobt, der Trainer ist zufrieden und alle gehen euphorisch nach Hause.

Aber wenn es eben NICHT perfekt läuft, das CTG schon schlecht ist, bevor die Nummer richtig begonnen hat, die Mutter erschöpft, Nabelschnurumschlingung, Blutung, Lösung, – WHATEVER! Dann stehst du da, auf dem Pitcher´s Mount, mutterseelenallein und machst dir die Hosen voll. Das Gefühl, wenn dir der Angstschweiß aus allen Poren tritt, den Rücken hinunter läuft, während du krampfhaft versuchst das Frühstück in deinem revoltierenden Magen unter Kontrolle zu halten… – das sind die Momente, in denen du dich zum tausendsten Mal fragst, wie zum Teufel du in dieser besch***enen Situation gelandet bist und warum du nicht einfach irgendetwas risikofreies, völlig entspanntes gelernt hast. Und wenn du ganz genau darüber nachdenkst, kann es am Ende nur eine einzige Antwort auf diese Frage geben:

Aus Liebe zum Spiel…!

Everything will be okay in the end…

…if it´s not okay, it´s not the End!!!

Mein Lebensmotto reduziert auf 15 kleine Worte: “Am Ende wird alles gut sein – wenn es nicht gut ist, ist es (noch) nicht das Ende!”

Heißt übersetzt für mich: auch wenn ich noch so tief in der Schei**e stecke, irgendwann wird die Sonne schon wieder scheinen, morgen ist ein neuer Tag, steh auf, und mach etwas aus deinem Leben. Oder so. Und nein, ich bin vom Schicksal bestimmt nicht immer auf Rosen gebettet worden, aber hey! – gestern war gestern und heute liegt es an mir, das Beste aus dem zu machen, was das Universum mir so vor die Füße wirft.

Was nutzt es über Dinge zu jammern, die einfach nicht zu ändern sind? Werden sie dadurch besser? Sicher nicht.

Mir gehen Menschen tierisch auf die Kante, die den lieben langen Tag darüber nachsinnieren, wann das Leben ihnen wo wie bös mitgespielt, wer sie alles ungerechtfertigt mies behandelt hat und warum überhaupt immer SIE alles abbekommen müssen. Dauer-Depressionisten, Ewig-Miesepeter, die leidige Ganzkörper-Schmerz-Fraktion und Üble-Laune-Verbreitende-Zyniker-Pessimisten.

Meine Lebensvorstellung ist Hawaii und Aloha – bist du positiv bekommst du es (irgendwie – irgendwann) schon wieder zurück. Und schlechte Laune führt auf Dauer nur dazu, daß wir in unserem nächsten Leben als Kakerlake wiedergeboren werden. Oder Kellerassel.

Nein, ich habe heute morgen weder getrunken noch geraucht, ich gestehe, ich bin im Zustand nach Dienst mit wenig Schlaf und drei Entbindungen, aber es war mir einfach mal ein Bedürfnis, das los zu werden :)

Und – wie sieht euer Lebensmotto so aus?

(Geburts)berichte vom Dienst gibt es dann, wenn ich ein bisschen geschlafen habe… :)

Ein bisschen Spaß muß sein…

Im Rahmen der Saure-Gurken-Zeit hier ein paar Aufheiterer, die ich schon vor längerer Zeit auf einem anderen Mediziner-Blog gefunden habe (leider Link vergessen – der betroffene Kollege darf sich gerne melden, dann verlinke ich selbstredend nachträglich!).

*NACHTRAG* Benedicta hat´s gefunden – somit schmeiß ich hier den LINK hinterher! :)

Viel Spaß beim Lachen – auch den Chirurgen unter den Lesern… ;)

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Ein Internist, ein Chirurg, ein Radiologe, ein Psychiater und ein Pathologe gehen zusammen auf Entenjagd. Eine Jagdlizenz für andere Tiere haben sie nicht und nur ein Gewehr, das zuerst der Psychiater mit sich herumträgt. Irgendwann kommen sie zu einer Stelle im SChilf, die allen Kollegen zusagt, und sie lassen sich nieder.
Mehrere Stunden vergehen, ohne das sich etwas tut -  keine einzige Ente zeigt sich.
Bis irgendwann in einiger Entfernung lautes Geschnatter zu hören ist und mehrere Vögel gen Himmel flattern.

Der Psychiater legt als erster an, zielt, schießt aber nicht sondern murmelt:  “Eine Ente, aber weiss sie, dass sie eine Ente ist…” und die Enten sind weg.

Der Chirurg nölt, der Internist runzelt die Stirn, der Radiologe übernimmt das Gewehr – und die Warterei beginnt von vorne. Endlich – nach einer gefühlten Ewigkeit lautes Geschnatter gefolgt von aufsteigendem Vogelvieh. Der Radiologe legt an, zielt – und beginnt zu Grübeln: “Von hier sieht’s aus wie ‘ne Ente, aber um es endgültig beurteilen zu können brauche ich noch eine zweite Ebene…?!” Chance vorbei, Enten weg! Geknickt reicht der Radiologe das Gewehr an den bereitstehenden Internisten weiter. Doch zuerst…

…sitzen alle wieder stundenlang im Schilf rum! Doch dann – wieder lautes Geschnatter, ganz in der Nähe. Nun legt also der Internist an, ist schussbereit aber fängt dann an zu denken: “Hmm, sind das wirklich Enten? Könnten auch Rebhühner sein. Oder Haubentaucher. Die Warscheinlich ist Enten>Rebhühner>Haubentaucher. In seltenen Fällen sehen aber auch…” “Schieß endlich! Schieß doch!” brüllt der Chirurg.
Leider sind die Vögel in diesem Moment ausserhalb der Schussweite, das Jagdglück bleibt den Dreien vorerst versagt.

Der völlig entnervte Chirurg reißt dem Internisten das Gewehr aus der Hand: “Ich zeig Dir jetzt, wie das geht!”
Anschließend hocken die Drei wieder mehrere Stunden im Schilf und warten….

Schließlich gibt es wieder Geschnatter und Vögel steigen auf. Der Chirurg schnappt sich die Flinte und ballert wie ein Verrückter in den Vogelschwarm, einige der Tiere fallen getroffen wieder zu Boden.
“Aber unsere Lizenz… nununur für Enten!” kommt als Einwand vom Internisten.
“Schnauze halten, Internist.” erwiedert der Chirurg, “Und Du, Pathologe geh da jetzt hin und guck nach, was wir da haben.”

Der Pathologe rudert zu den abgeschossenen Tieren, begutachtet sie kurz stirnrunzelnd, kommt zurück zu seinen Kollegen und meint nur lapidar: “Zu wenig Material…”

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EKG für Chirurgen:

Zacken nach oben – alles klar.

Zacken nach unten – Internisten fragen. Anschließend EKG umdrehen und zwar so, dass die Buchstaben und Zahlen in der Kopfzeile richtig rum sind.

Keine Zacken – gerade erst passiert: Anästhesisten holen.

Keine Zacken – schon länger da: Totenschein.

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Q: Was ist der Unterschied zwischen einem Chirurgen und Gott?
A: Gott weiß, daß er kein Chirurg ist…

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Zwei Ärzte finden einen Anästhesisten tot im Aufzug liegen. Sie schauen sich an und überlegen, was sie tun könnten. “Wir stecken ihm die Hände in die Kitteltaschen und sagen: “es war ein Arbeitsunfall”

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Wieviele Chirurgen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

Einen – und sehr viele Birnen!

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Ein Anästhesist fragt den chirurgischen Chefarzt während der OP:

“Wissen Sie eingentlich was der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist?”

Chefarzt:”Keine Ahnung?”

Anästhesist:”Richtig!”

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Auf einem Fußballfeld stehen in der einen Ecke ein schlechter Orthopäde, in der nächsten ein guter Orthopäde, in der nächsten ein Chirurg und in der letzten ein Radiologe. In der Mitte liegen 50.000.
Wer zuerst in der Mitte ist, kriegt das Geld. Wer ist der Glückliche?

Der schlechte Orthopäde.

Weil:
Gute Orthopäden gibts nicht, der Chirurg hat die Regeln nicht kapiert und der Radiologe rennt für 50000 erst gar nicht los.

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Wie begeht ein Chirurg Selbstmord?
Indem er sich von seinem Ego auf sein Niveau stürzt.

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Woran erkennt der Chirurg den Ureter?
Am sternförmigen Lumen…

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Treffen sich zwei Chirurgen-Assis im Magen vom Chef.
“Na, hat der Alte dich auch gefressen?”
“Nee, ich komm von unten.”

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Treffen sich ein paar Haie im Ozean und unterhalten sich.
Sagt der erste: “Mir gehts gar nicht so gut. Ich hab vor drei Tagen nen Kardiologen gefressen und ich hab immer noch Rhythmusstörungen.”
Antwortet der zweite: “Das ist doch gar nichts. Ich hab vor ner Woche nen Anästhesisten gefressen. Man, ich bin immer noch total breit und schlaf dauernd beim schwimmen ein.”
Antwortet der dritte: “Stellt euch nicht so an. Ich habe letzte Woche aus Versehen einen Psychiater verschluckt. Seitdem entschuldige mich bei jedem Fisch, den ich erschrecke.”
“Pah, ihr Angeber!” sagt der vierte. “Ich hab neulich nen Chirurgen gefressen. Der war so aufgeblasen, ich konnte drei Wochen nicht mehr tauchen.”

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Der Totenschein

“Sie müssen beim Ausfüllen des Totenscheines mehr Sorgfalt walten lassen,” mahnt der Chefarzt den jungen Assistenten.

“Sie haben schon wieder in der Spalte “Todesursache” ihren eigenen Namen eingetragen.”

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Was ist der Unterschied zwischen einem Internisten, einem Chirurgen, einem Pathologen und einem Gynäkologen?

Der Internist weiß alles, kann aber nichts,

der Chirurg kann alles, weiß aber nichts,

der Pathologe weiß alles, kann alles, kommt aber immer zu spät,

der Gynäkologe weiß nichts, kann nichts, sieht aber wenigstens gut aus… ;)