Angelina Jolie lässt sich vorsorglich die Brustdrüsen entfernen…

“Angelina Jolie lässt sich aus Angst vor Krebs beide Brüste amputieren!”

Dieser Satz geistert aktuell durch die weltweite Presse und viele werden – das Bild dieser sagenhaft schönen Frau vor dem geistigen Auge – erst einmal reflektorisch die Luft anhalten. Wie jetzt – Angelina Jolie OHNE BRÜSTE?

Nein! Denn was die Presse erst im Kleingedruckten preisgibt: Mrs. Pitt wird mitnichten brustlos durchs weitere Leben schreiten. Und da ich davon ausgehe, dass ein nicht geringer Anteil des Brangelina-Vermögens in eben jene Operationen eingeflossen ist, wird wahrscheinlich weder Laie noch Fachmann auf Anhieb erkennen, das die neuen Brüste nicht mehr die alten sind.

Und hier liegt jetzt nämlich auch der Fehler zumindest der deutschen Presse-Leute: Amputiert heisst in der Regel: Abgeschnitten, weggeworfen. Tutti-kompletti – und hinterher fehlt da eben etwas. Bei einer “beidseitigen, subkutanen Mastektomie”, also Entfernung des Brustdrüsengewebes OHNE die darüberliegende Haut sieht man aber hinterher nur unwesentlich mehr (bzw. weniger), als nach einer normalen Brustvergrösserung: Im Bereich der unteren Brustfalte, der Achsel oder der Brustwarze (je nachdem, wer den Eingriff durchgeführt hat!) wird ein Einschnitt gemacht, durch den man das komplette Brustdrüsengewebe entfernt. Anschließend wird (oft mit Hilfe eines zusätzlichen Muskels, der zumeist aus dem Rückenbereich mobilisiert und nach vorne gebracht wird) das nun fehlende Volumen aufgefüllt. Zusätzlich kann noch ein Implantat eingesetzt werden, welches den Aufbau vervollständigt.

Ordentliche Wundheilung und einen guten Operateur vorausgesetzt (und ich bin mir sicher, dass Angelina einen der Besten hatte) wird man zumindest im bekleideten Zustand quasi nichts mehr von dieser Amputation sehen.

Was die Massen in den nächsten Wochen jedoch nicht davon abhalten wird, mal genau hinzuschauen – arme Angelina…

Weshalb nun dieser Artikel? Nun, weil mir folgendes doch ein wenig sauer aufstösst: Mrs. Jolie hat sich für diesen Schritt entschieden, da ihre Mutter nach zehnjährigem Kampf im Alter von 56 Jahren an einem Mamma-Ca verstorben ist. So steht es im Interview geschrieben. Woraufhin die Tochter sich auf eine bekannte, Brust- und Eierstockskrebs hervorrufende Genmutation (BRCA1 und -2) untersuchen liess, welche tatsächlich positiv ausfiel.

Wieviele Frauen werden sich jetzt brustlos durch die nächsten Jahrzehnte wandern sehen, weil auch sie eine nahe Verwandte an den Brustkrebs verloren haben? UN_GLAUB_LICH viele! Dabei macht diese Genmutation gerade mal 8,5 – 10 Prozent an der Gesamtbrustkrebsrate aus. D.h. nicht jeder Fall von Brustkrebs in der Familie ist automatisch genetisch bedingt.

Dennoch bin ich sicher, das unfassbar viele Frauen in den nächsten Monaten aufgelöst bei ihren Gynäkologen verstellig werden, mit der Frage nach Testung auf o.g. Gendefekt. Der nicht gerade günstig zu bekommen ist, wenn man eben NICHT zu besagtem Risikokollektiv gehört. Und auch nicht immer wirklich sinnvoll…

Und gerade deshalb fände ich persönlich es besser, mit einem solchen, sehr öffentlichen Fall vorsichtiger umzugehen. Den Frauen zu sagen, das EINE Frau über 31 Jahren im engeren Verwandtenkreis (Mutter, Großmütter, Geschwister, Tanten. Nicht Cousine fünften Grades oder die Schwägerin der Nachbarin) noch lange kein Anzeichen für ein erhöhtes Risiko darstellt. Und das Amputation nicht gleich Amputation heisst.

Aber dann wäre die Schlagzeile ja nur halb so tragisch und keiner wollte sie mehr lesen…

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66 Gedanken zu “Angelina Jolie lässt sich vorsorglich die Brustdrüsen entfernen…

  1. hm, so weit, so gut.
    was ist aber mit solchen wie mir, deren oma mütterlicherseits mamma-ca hatte und deren tante mütterlicherseits ein mamma-ca hatte? eine prädisposition ist also da, wenn ich das richtig sehe. test ist teuer, op ist u.a. peinvoll, unsicherheit ist hässlich, angst ist hässlich – und langsames sterben an einem ca ist auch hässlich.
    was nun?

    • Man kann sich beraten lassen, denn je nach dem welche Angehörige (1. oder 2. Grades), mütterlicher oder väterlicherseits, wie viele, wie alt erkrankt sind lässt sich daraus ein etwaiges Risiko berechnen, Trägerin zu sein. Und bei Hochrisikopatientinnen trägt meines Wissens die Kasse die Kosten der genetischen Abklärung. Außerdem ist die Total-OP gesunder Mutationsträgerinnen auch nicht unumstritten, da sie das GesamtÜBERLEBEN nur marginal beeinflusst. Du solltest in jedem Fall mit Deinem Gyn über das weitere Vorgehen sprechen, auch im Hinblick auf etwaige engmaschigere Untersuchungen! Alles Gute!

      • Nur für den Fall, dass es nicht bekannt ist: in Punkto “trägt die Kasse” bitte immer äußerste Vorsicht walten lassen.
        Z.B. ist eine Erhöhung der medianen Überlebenszeit von 14,6 Monaten auf bis zu über 33 Monate schon mal nicht zwingend ausreichend https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=149146
        Außerdem ist bei allem, was ggf. zu einem Streitfall mit der KK führen könnte zu beachten, dass eine Leistung völlig unabhängig davon, wie nötig oder sinnvoll sie ist, schon dann aus rein formalrechtlichen Gründen ausscheidet, wenn diese nicht 1) vor Beginn der Behandlung beantragt wurde und 2) vor Beginn der Behandlung der förmliche Bescheid der Krankenkasse abgewartet wurde. Ausnahmen nur bei Notfallbehandlung möglich. Zur Bescheidung hat die Krankenkasse mindestens 6 Monate Zeit. Auch ist für einen (rechtlichen) Laien schon nicht leicht zu erkennen, was genau ein förmlicher Bescheid ist, denn häufig “vergessen” Krankenkassen die Rechtsbehelfsbelehrung.
        Das Problem ist, dass man diese und viele andere Dinge bereits weit im Vorfeld beachten muss, also zu einem Zeitpunkt, wo noch niemand auf die Idee kommt, sich von einem Fachanwalt beraten zu lassen. Was versäumt wurde, wurde aber versäumt. Später kann da der beste Anwalt nichts mehr machen.

      • Inwiefern beeinflusst die OP das Gesamtüberleben nur marginal? Überlege mir auch schon länger, zu genetischen Beratung zu gehen (jede Frau in meiner Familie hatte Brustkrebs oder ist daran gestorben).

  2. Was ich schlimm finde sind zb die Kommentare auf GMX (und warscheinlich auch anderen “Nachrichtenseiten”). In Großbuchstaben wird da gewettert “was die für einen Vogel hat”, wie schlimm es ist sich gesunde Körperteile abschneiden zu lassen und das echte Brüste doch viel schöner sind. Und natürlich kennt sich jeder perfekt mit Brustkrebsrisiken aus.

    Danke für deinen klärenden Beitrag. Den sollten dort alle Kommentatoren lesen die die Weisheit heute mit dem Müsli gelöffelt haben;)

  3. Ich finde diese Genuntersuchungen sowieso immer ein zweischneidiges Schwert. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass man wirklich diese Genmutation hat, bedeutet das ja nicht, dass man zwangsläufig an Krebs erkrankt. Dafür schwebt die Sorge munter wie ein Damokles-Schwert die folgenden Jahrzehnte überm Scheitel. Muss ja nicht sein.
    Dann lieber auf den Test verzichten und das Leben einfach genießen. Solange man alle Vorsorgeuntersuchungen mitnimmt und ein wenig achtsam mit sich umgeht, wird man schon merken, dass etwas nicht stimmt, wenn es denn eintreten sollte.
    Diese Tests nehmen einem viel Unbeschwertheit, die gerade in diesem Kontext meiner Meinung nach aber sehr wichtig ist.
    Schöner Artikel!

    • In diesem Fall ist es ja nun eher so, dass der Verdacht aufgrund der Erkrankung der Mutter nahe lag. Es ist im Übrigen meines Wissens nicht so, dass die Vorsorgeuntersuchung eine besondere Sicherheit bringen, bzw. im Zweifelsfall zu spät kommen.

      Anders gesagt: Das Damokles-Schwert hing in diesem Fall sowieso schon, Gentest hin oder her. Das Leben genießen sagt sich dann so einfach, erst recht, wenn man nicht bereits die eigene Mutter an diese Krankheit verloren hat.

  4. Hmmm, ich bin da etwas zwiegespalten. Ihre Entscheidung finde ich vollkommen in Ordnung. Das mal als Erstes. Denn was man da teilweise im Internet an Kommentaren lesen kann, ist sowas von gehässig und dumm – einfach nur zum fremdschämen! Als würde diese Frau nur aus Brüsten bestehen *hmpf*.
    Dass dieser Fall wirklich so selten vorkommt konnte ich allerdings aus den Artikeln auch nicht herauslesen (also danke für die Aufklärung!). Nur, dass bei ihr wohl eine Wahrscheinlichkeit von fast 90 % festgestellt wurde. Da hätte ich auch gehandelt. Zumal mir klar war, dass sie sicher eine erstklassig Rekonstruktion machen lassen würde. Aber Du hast natürlich recht: das ist vielleicht auch nicht jedem klar.
    Zwiegespalten bin ich nun deshalb, weil ich denke, es ist schon wichtig, dass Frauen bekannt wird, dass es diese Genuntersuchung gibt. Ich glaube, das wissen vielleicht auch nicht viele. Und durch jemand so Bekanntes wie Angelina wird es spätestens morgen vermutlich jeder wissen.
    Wie freiwillig ihre Offenbarung war, wage ich jetzt nicht zu beurteilen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Presse davon Wind bekommen hat und sie einer unkontrollierten Veröffentlichung zuvor kommen und damit vielleicht noch was Gutes bewirken wollte. Keine Ahnung.
    Auf jeden Fall wäre es wichtig gewesen, ebenfalls darüber aufzuklären, wie selten dieser Fall auftritt. Da gebe ich Dir vollkommen recht und das finde ich echt schade.

  5. Hab’s gerade gelesen und ich denke, wer wie AJ im Scheinwerferlicht steht, muss wahrscheinlich eher “angreifen” (informieren), bevor irgendeine Lernschwester ihre Story verkauft. In der NY Times hat sie ja alles ausführlich erklärt, ich sehe da ehrlich gesagt keine Panikmache, sondern eher die Aufforderung, auf sich zu achten und sich zu informieren.
    Aber da ja Krebs nicht gerecht verteilt wird und jeder irgendwie und womöglich in der eigenen Familie damit zu tun hat (ich auch), kann man bei entsprechender Veranlagung ob dieser Zeitungsmeldung leicht in Panik geraten, da haste wohl Recht …. Alles Gute rundherum Dir Josephine und Deinen Lesern :)

    • Es geht mir auch nicht um das Interview in der NYT – da wurde gewohnt seriös informiert und sowohl OP-Technik als auch Bewegründe ausführlich erklärt. Leider ist nicht jeder der englischen Sprache mächtig und das, was ich an deutschen Artikeln heute kurz quer gelesen habe, war zu 95% nicht annähernd umfassend. Schwer gespannt bin ich schon auf die morgigen Schlagzeile der BILD… ;-/

  6. Danke für die Erklärungen. Da ich Fernsehen, Radio und Zeitschriften meide, wusste ich noch gar nichts davon. Habe aber selber bald eine genetische Beratung vor mir und habe durch den Beitrag jetzt wieder im Gedächtnis, dass alles mehrere Seiten hat und mehr oder weniger sinnvoll ist. Danke!

  7. Ich kann ihre Entscheidung total nachvollziehen und würde genauso handeln. Hoffentlich lassen sich dadurch mehr Frauen untersuchen und ggf. operieren, wenn ein hohes Risiko festgestellt wird

  8. Nachdem 2 Frauen in meiner Verwandtschaft (direkte weibliche Linie) an Brustkrebs erkrankt sind, habe ich mir durchaus auch so die eine oder andere Frage zu dem Thema gestellt. Allerdings sind beide erst nach dem 65. Lebensjahr erkrankt. Und: beide sind regelmäßig zum Screening gegangen, es wurde bei beiden frühzeitig entdeckt und beide haben es leidlich gut überstanden (und vor allem: überlebt). Ich weiß auch, dass das Thema Massenscreening umstritten ist, aber ich habe für mich entschlossen, dass strikte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen reichen, um meine Nerven zu beruhigen. Ich will keinen Gentest machen (müsste ich “noch” selbst bezahlen, ich glaube, erst ab 3 Fällen zahlt die Krankenkasse) und mich schon gar nicht vorsorglich unter ein Skalpell begeben. Meine ganz höchstpersönliche Entscheidung! Nur für mich gültig! Okay, vorerst steht eh erst in ca. 3 Monaten noch einmal das Thema “Stillen” an. :-)
    Wenn Frau Jolie festgestellt hat, dass ihr Leben von einer ständigen Angst bestimmt wurde, dann kann ich gut nachvollziehen, dass sie eine andere Entscheidung für sich getroffen hat.
    Bei einem so angstbehafteten Thema würde man sich nun von den Medien einen differenzierteren Umgang wünschen. Aber was ich mir nicht alles manchmal von den Medien wünschen würde… .

  9. angriff ist die beste verteidigung, und das ist mit sicherheit der grund dafür dass jolie mit der geschichte selber an die öffentlichkeit ging: kuckt ihr her (ihr kuckt ja sowieso, aus welchen gründen auch immer) und bevor ihr blöde sachen schreibt (die schreibt ihr aber sowieso), da erzähle ich euch gleich die ganze geschichte.

    dass vorherzusehen war dass die medien aus so einer geschichte bei so einer frau ganz was anderes machen, das war nicht zu verhindern (wäre es aber sowieso nicht gewesen).

    vielleicht hat sie die geschichte teuer verkauft und dann die einnahmen irgendeiner passenden stiftung gestiftet, wäre auch eine idee, bevor eine lernkrankenschwester ein kleines vermögen damit macht.

    so erspart sie sich zumindest eine menge blöder anfragen: presseaussendung “to whom it may concern”, und gut, bei anfragen: bitte lesen sie die aussendung vom xxx.

    insofern finde ich die sache sehr gut gelöst, denn wenn die medien zu spekulieren beginnen sind sehr viele frauen genauso verunsichert wie in diesem fall, vielleicht noch mehr. dass die mutter von jolie an brustkrebs starb ist übrigens nichts neuen, das kam immer wieder mal in irgendwelchen berichten, und wenn ich das weiss heisst das was, denn ich les’ sowas selten bis gar nicht.

    wenn frauen diesbezüglich verunsichert sind, dann sollten sie schleunigst zum gynäkologen gehen und sich aufklären lassen. bei diffusen, nicht ausräumbaren ängsten sollte eben der test gemacht werden, angst macht ja auch krank, da ist am ende der kostenfaktor wohl der gleiche, aber das wohlbefinden der patientinnen über die jahre sicher sehr verschieden.

    dass ein ordentlicher gynäkologe oder arzt welcher fachrichtung auch immer patientinnen und patienten vollumfassend und so, dass das klientel es auch versteht, aufklärt, ist allerdings ein frommes wunschdenken. ich hab schon sachen erlebt, die hätte ich nicht geglaubt wenn man sie mir erzählt hätte.

  10. Ich persönlich finde es gut, dass sie die Öffentlichkeit darüber informiert. Gerade wenn sie als “Sexsymbol” sagt, dass sie sich zu dieser OP entschieden habe, könnte es ein bisschen zum Nachdenken anregen, ob denn die Weiblichkeit nicht aus mehr als nur primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen besteht. Und das wiederum könnte Frauen nach einer prophylaktischen Mastektomie – oder einer Therapeutischen – Mut machen.
    Dass die Frau(en) auf eben diese äußerlichen Merkmale reduziert wird/werden zeigen wie bereits hier erwähnt die Kommentare auf den einschlägigen Nachrichtenportalen. Ich selbst war auf Spiegel Online unterwegs, das ist echt fürchterlich. Gefühlt ein Drittel Kommentatoren die es witzig finden, jetzt Brad Pitt zu bemitleiden weil der nichts mehr zum spielen hat oder dass sie ja jetzt ihr Gehirn prophylaktisch amputieren lassen. Ein zweites Drittel Kommentatoren die auf gesunde Ernährung als Allheilmittel gegen jede Krebsform pochen und “den Ärzten” vorwerfen, aus Geldgier derartige Diagnosen zu stellen (??? ja, frag mich nicht! Das schreiben die und das meinen die!!). Das letzte Drittel regt sich dann über die ersten zwei Drittel auf. Klassische SpOn-Diskussion also, ich konnte mich auch nicht zurücknehmen und habe kommentiert, auch wenn ich weiß dass es vergebene Liebesmüh ist.
    Schlussendlich: Das Bild was sich durch die Kommentare ergibt zeigt doch eindeutig, dass die Aufklärung bei diesem brisanten Thema extrem schlecht ist. Nicht weil die Leute nicht den Unterschied zwischen einem Eingriff bei einem Risikoträger und bei einem genetischen Normaltypus ist. Sondern weil Unmengen an Halb- bis Zehntelwahrheiten durch die Köpfe geistern und mancheiner von persönlichen Erfahrungen auf das große Gesamtbild zu schließen meint. Wenn jetzt also ein Promi den Schritt nach vorne macht und damit eine Diskussion angestoßen wird und sich vielleicht ein paar Leute informieren halte ich das für eine gute Sache.

    Ach ja, auf SpON habe ich auch Werbung für das Buch von Mukkherje gemacht “Der König aller Krankheiten – Krebs: eine Biographie”. Falls du das noch nicht kennst sei es dir ans Herz gelegt, spannend geschriebene Krebsgeschichte der letzten 4000 Jahre. Man bekommt fast Lust, in die Forschung zu gehen! ;-) Einen schönen Tag noch!

  11. Ich fand ihr Vorgehen sehr radikal, unabhängig davon, ob sie jetzt noch Brüste hat oder nicht.

    Sie hat doch offensichtlich auch ein sehr hohes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken – muss sie also nicht so oder so ständig zur Vorsorge? Es wäre sehr nett, wenn du vielleicht kurz erklären könntest, wie gut die Behandlungsmöglichkeiten bei beiden Krebsarten sind, wenn man das wirklich regelmäßig gründlich checken lässt und dann frühzeitig reagiert.

    Mein Opa hatte Hautkrebs, meine Oma Gebärmutterkrebs (beide haben es überlebt, nach der Entfernung der befallenen Teile kam nie wieder was, auch ohne Chemo. Bei meiner Oma fiel sogar erst bei der Hysterektomie auf, die sie wegen eines Gebärmuttervorfalls oder sowas machen ließ, dass die Gebärmutter voller Krebszellen war!). Meine Mutter und meine Tante hatten beide gutartige Tumore in der Brust. Mein Patenonkel (Cousin 1. Grades meiner Mutter) ist kürzlich mit noch nicht mal 50 Jahren an Krebs gestorben.
    Und da muss ich mich fragen: Warum kriegen Leute wie ich die Krebsvorsorge nicht bezahlt?

    • Hautkrebs und Gebärmutterkrebs sind in aller Regel nicht genetisch bedingt (Hautkrebs kann es sein, aber dann auch “richtig”, sprich: extrem viele Muttermale von denen dann eben einige entarten, das kann man kaum übersehen). gutartige Tumore sind gutartig und außerdem extrem Häufig. Cousin x. Grades über die und die Ecke ist kaum relevant für monogenetische Erbgänge. Insgesamt besteht also keinerlei Grund, sich auf irgendwas testen zu lassen, bzw. es ist nicht von einem erhöhten Riskio auszugehen.
      Man darf bei all den familiären Belastungen nicht die Statistik aus den Augen verlieren: Ca. ein Drittel der Europäer erkranken irgendwann in ihrem Leben an Krebs. Ca. jede 10. Frau an Brustkrebs. Je nachdem, wie viele Verwandte man also insgesamt hat, können sich da schon einige Diagnosen anhäufen ohne dass (monogene) Genetik eine Rolle spielt, man darf sich also auch nicht verrückt machen.

  12. ja, liebe Josephine, dies ist wieder einmal ein typisches Beispiel, wie hysterisch Menschen auf Statistiken reagieren.
    Ich will das Ganze nicht lächerlich machen, aber bei dem Geld, das sie in OP und “Plastiken” steckt, hätte Sie sicherlich bis zum seligen Ende eine first-class Vorsorge durchführen lassen können.
    Nur: das stünde dann nicht in den Gazetten.

    • First-class Vorsorge verhindert aber auch keinen Krebs. Dann hat man Jahre lang die Sorge (mit ja sehr hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann krank zu werden, sodass es eher ein “wann” als ein “ob” ist) und braucht trotzdem noch eine OP und – wahrscheinlich – Chemo und oder Radio-Therapie. Und dann hat man ja immer noch weiteres Drüsengewebe in dem sich im Grunde jederzeit wieder ein Tumor bilden kann.
      Hier zu Unterstellen, dass es in irgendeiner Art um eine PR-Aktion geht und sie als nicht-Star anders gehandelt hätte, finde ich schon extrem zynisch.

  13. Das mag ich an meinem Lokalradio .. da kam die Meldung auch, aber direkt danach das Gespräch mit einem Arzt, der nochmal genau erklärt hat, wann welches Risiko vorliegt, also wieviele nahe Angehörige betroffen sein müssen etc.
    Diese “Panikmache” find ich auch übelst daneben ..

  14. gerade kam es auch im TV und ich habe mal hingehört, was die so erzählt haben. Dort hieß es nämlich, dass sie beide Brüste hat entfernen lassen und dann eine Aufpolsterung gemacht wurde. Hatte deinen Beitrag hier schon gesehen und muss nun den Kopf darüber schütteln, weil mal wieder falsch berichtet wird, weil man aus dem Englischen falsch übersetzt hat…. Schade, dass den Frauen da mal wieder so viel Angst gemacht wird…

  15. Pingback: Angelina Jolie, die angeblich entfernten Brüste und wie es wirklich ist … | monstropolis

  16. Da ich selbst an Krebs erkrankt bin (zwar kein Brustkrebs aber Krebs ist Krebs) kann ich AJ nicht verstehen. Ich habe mich selbst 3 Jahre gegen eine Chemo gewehrt und ich würde nur wegen einer Genmutation die trotzallem nicht besagt das sie erkranken wird die Brüste nicht entfernen lassen. Ich kann mir auch nicht vorstellen das sich ein Chirurg so ohne weiteres dazu hergibt gesunde Brüste zu entfernen!
    Nicht desto trotz, es ist Ihre Entscheidung und damit wird sie leben müssen!

    • Ein positiver Gennachweis mit solch einer hoch berechneten Erkrankungswahrscheinlichkeit ist durchaus ein legitimer Grund für diesen Eingriff – den ausdrücklichen Wunsch der Patientin selbstverständlich voraus gesetzt. Eine andere Möglichkeit wäre die Entfernung der Eierstöcke gewesen, das Gesamtrisiko lässt sich hierbei jedoch lediglich um 50% reduzieren.

    • Seit 2010 gilt nach dem GenDiagnostikgesetz: keine prädiktive, also vorhersagende Diagnostik ohne eine entsprechende genetische Beratung. Die humangenetische Beratung ist eine ärztliche Leistung, die jeder in Anspruch nehmen kann, wenn er “für sich oder seine Angehörigen das Risiko einer genetisch bedingten Erkrankung befürchtet” und ist eine Kassenleistung. Im Rahmen der Beratung wird zunächst geklärt, z.B. an Daten der Familienanamnese, ob eine Analyse des BRCA1-oder BRCA2-Gens überhaupt sinnvoll wäre. Wenn eine Indikation besteht, ist die Analyse eine Kassenleistung. Eine Entscheidung kann dann auf der Basis der Informationen getroffen werden. Die eindeutigste Konstellation wäre die, dass bei einer betroffenen Frau eine Mutation gefunden wird und die Angehörigen I° (Kinder, Gerschwister etc.) die Mutation nichtg tragen. Ein unauffälliger Befund beim Gentest bedeutet leider nicht, dass die Frau kein Risiko mehr hat, an Brustkrebs zu erkranken. Das Risiko bewegt sich dann im Rahmen des Risikos in der Bevölkerung allgemein. Viele Ursachen von Krebserkrankungen sind leider immer noch nicht bekannt. Die beste “Therapie” ist daher die regelmäßige Vorsorge, egal in welchem Bereich der Medizin.

  17. Daaanke! Das ist jetzt mal sehr beruhigend, wenn es doch nur noch mehr so informative Seiten gäbe, dann hätte die unbegründete Furcht nicht annähernd so viele Opfer :-). Als ich die Nachricht heute das erste Mal las, kam mir kurz der Gedanke des “na und?”. Irgendwann im Laufe des Tages haben die ganzen “Schlagzeilen” dann doch ihre Wirkung gezeigt und die Rätselei begann. Jetzt habe ich Antworten auf die Fragen und komme mal wieder zu folgendem Schluss: das Internet ist eben Fluch und Segen, auf manches kann man getrost verzichten und manches wiederum entschädigt dann doppelt dafür ;-).

  18. Findest du als in der Medizin tätige es nicht sinnvoll, wenn mehr Frauen zur Brustkrebsvorsorge gehen? Und möglicherweise dann vom Gynäkologen die herausgefischt werden, bei denen eine Gentestung sinnvoll ist? Weil denen dann auch eine entsprechend hochfrequente Vorsorge oder gar die Mastektomie angeboten werden kann? Die Entscheidung, ob der Gentest gemacht werden sollte, ist immer noch eine ärztliche. Und es gibt klar definierte Regeln, wann ein entsprechendes Screening gemacht werden sollte. Hier sind die Leitlinien:
    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf
    Abschnitt 3.3.1.1.

  19. Hab das grad erst auch über ein paar andere Blogs reingespült bekommen: Was für eine unglaublich schwierige Entscheidung. Da hilft Star-Sein kein Stück, wenn es um solche lebensbedrohlichen Dinge geht. Und wie mutig, gerade als Sex-Symbol so offensiv damit umzugehen. Hut ab!

  20. so ein Blödsinn und alle hecheln hinterher, reine Mediengeilheit und die Rechtfertigung den Busen zu verschönern……………. mir tun nur die Frauen leid, die so etwas glauben.

  21. Zu dem Thema angemerkt:
    Es sind Früherkennungsuntersuchungen, keine Vorsorgen (wie es bei der Impfung der Fall wäre).
    Es geht darum, den Krebs in einer möglichst frühen Phase zu entdecken, da dies sich besser und erfolgreicher behandeln lässt (aufgrund verschiedener Mechanismen).
    Krebs ist auch nicht gleich Krebs. Es handelt sich i.d.R. um mutierte körpereigene Zellen – und die Mutationen können so verschieden sein, dass manche Krebse auf Chemotherapie anspringen, manche besser auf Bestrahlung, bestimmte auf antihormonelle Behandlungsmaßnahmen usw.
    und manche leider gar nicht.

    Die Entscheidung, Körpergewebe entfernen zu lassen, wird hier so kritisch gesehen [Was ist aber mit "komischen Leberflecken"?]. Mit Nachweis der Mutation ist eine so hohe Erkrankungswahrscheinlichkeit gegeben, dass die Risiken der OP viel viel geringer sind, als u.a. die Wahrscheinlichkeit, dass sechs Kinder innerhalb einer kurzen Zeit zu Halbwaisen werden.

  22. hier wurde nun so oft geschrieben, dass man die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen soll… Richtig! Aber ebenso wichtig finde ich, dass man selber auf seinen Körper achtet. Dazu gehört als Frau die Brust zu beobachten und 1x pro Monat selber abzutasten (ebenso Haut anschauen). Das ist einfach, kostet absolut nichts, wird aber leider viel zu wenig gemacht…

    Liebe Josephine, vielleicht ist das eins deiner nächsten Themen?

    Liebe Grüße

  23. Danke für deinen aufklärerischen Bericht. Aber wenn wir es nun schon genau nehmen, sollte vielleicht statt “Vorsorge” lieber “Früherkennungsuntersuchung” verwendet werden, oder?
    AJ´s Aktion kann man vielleicht als Vorsorge bezeichnen; die Mammographie-Screenings (und die PAP-Abstriche und was es sonst noch alles Schönes zur Krebsbekämpfung gibt) sind es ja eher nicht, sondern erkennen veränderte Zellen ja nur so frühzeitig, dass eine Therapie noch sehr gute Chancen hat.

  24. Ich habe auf einer österreichischen Webseite eines FA gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit an dieser Art von Brustkrebs zu erkranken bis zum 50. Lj. bei 50% liegt. Erst ab dann steigt die Wahrscheinlichkeit auf 87% an. Das würde bedeuten, momentan läge bei AJ die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, bei 50%. In der Presse wird aber panikmässig verbreitet, dass sie mit 87%er Wahrscheinlichkeit erkranken würde. (hört sich ja auch besser an, als “nur” 50%)

    Was mich interessieren würde, wenn man diesen radikalen Schritt nicht macht, sondern weiterhin regelmässig zur Vorsorge geht, kann dann der Krebs auch rechtzeitig erkannt werden und rechtzeitig (durchaus mit Brusterhaltenden Massnahmen) behandelt werden?

    • Nun ja – die Wahrscheinlichkeitsberechnung erfolgt nicht allein anhand der positiven Testung, sondern es spielt u.a. auch noch mit, ob und wenn ja wieviele Verwandte bereits an Brustkrebs erkrankt (und ggf. verstorben) sind. Insofern kann man o.g. nicht pauschal eins zu eins übernehmen, und genau aus diesem Grund ist eine solche Testung (zumindest in Deutschland) immer auch zwingend mit einer genetischen Beratung verbunden!
      Sicher kann man auch ausschließlich zur Krebsfrüherkennung gehen, muss aber wissen, dass der Krebs dadurch nicht verhindert, sondern lediglich so früh erkannt wird (bzw. erkannt werden soll – 100% gibt es nicht in der Medizin!) das man ihn gut und effizient behandeln kann. Das Gesamtüberleben (so heißt es statistisch) ist bei den Frauen mit Totaloperation nur “marginal” höher.

  25. Ich lass mir vorsorglich mal die Hoden entfernen. Und die Prostata. Und als Raucher den Kehlkopf und ein Bein. Eine Lunge müsste auch noch drin sein.
    Meine Ortskrankenkasse wird das sicherlich durchwinken.
    Und morgen wäre ich tod. Von der Leiter gefallen. Mit dem einem Bein war das ja auch riskant.
    Geniesst euer Leben. Alles wird/bleibt gut.

    • Ich glaube, Du hast da etwas nicht ganz richtig verstanden – DEINE Wahrscheinlichkeit, an einer der o.g. Krebsarten zu erkranken, liegt bei etwa 1% (Hoden-Ca), 26% (Prostata-Ca), 27% für Bronchial-Ca (bei rauchenden Menschen wird diese Wahrscheinlichkeit ein gutes Stück höher liegen).
      Ich lehn mich soweit aus dem Fenster, dass Du zumindest einmal ein paar Tage darüber nachdenken würdest, WAS man(n) tun könnte, wenn das persönliche Riskiko für eine der von Dir genannten Krebsarten ebenfalls bei 87% lägen…

  26. Was mir an dieser Diskussion etwas aufstößt, ist die Betonung auf BRRRRüste. Und zwar im ästhetischen Sinn. Daher auch das Horror-ohne-Brust-Szenario, das gerne befördert wird. Vielen Dank für die Erklärung, was hier chirurgisch genau passiert.

    Als ob Angelina Jolie lediglich aus “beiiideen BRRRRRüsten” bestehen würde. Für einen Mann muss “ohne beiiidee Brrrüüsste” etwa heißen “Sie ist tot, Jim.”

    Angelina hat sich dafür entschieden, weil ihr das subjektiv wichtiger war als Ästhetik, obwohl sie Schauspielerin ist. Man mag das übertrieben finden oder nicht. Ich finde es rückt die Verhältnisse doch ein wenig zurecht.

  27. Was für eine plumpe Medienkritik! Wie sollte die Schlagzeile denn lauten? Etwa “Angelina Jolie hat sich beide Brüste aus Angst vor Krebs entfernen lassen aber das ist nicht so schlimm, bevor Sie durchdrehen lesen Sie diesen Artikel bis zum Ende”?

    Ich habe gestern eine Experteninterview dazu geführt ( http://www.n-tv.de/wissen/Das-ist-die-Vermeidung-eines-Risikos-article10639491.html ), und es war nicht so leicht, jemanden ans Telefon zu bekommen, weil die Medien genau den richtigen Reflex hatten: Nicht rumspekulieren sondern Sachverstand hinzuziehen. Auch auf bild.de war schon am Morgen ein Erklärstück mit medizinischen Fakten und ohne Panikmache.

    Was ist es jetzt also genau, das Ihnen “sauer aufstößt”?

    • Nana, Herr Herwartz. Wieso so aufgebracht? Welches die beste Aufmache für eine Schlagzeile wäre, möchte ich gar nicht beurteilen – das ist dann doch eher Ihr Metier. Und was mir sauer aufstößt habe ich ja schon in meinem Eintrag geschrieben. Vielleicht hilft das Durchlesen der zahlreichen Kommentare ja bei weiterem Unverständnis? In jedem Fall finde ich den Aufmacher der Kollegen der BILD weder frei von Spekulation noch äußerst sachverständig “Hollywoodstar ließ sich aus Krebsangst beide Brüste abnehmen – Angelinas Vater erfuhr es aus dem Internet”…

      • Hä? Genau die Schlagzeile kritisieren Sie doch. Ihre ersten zwei Absätze enthalten eine Medienkritik, und nun schreiben Sie, dass Sie es gar nicht beurteilen möchten.

        Mich ärgert das tatsächlich sehr. Ständig wird in Blogs über “die Medien” hergezogen ohne einen klaren, konkreten Vorwurf zu machen. Was hängenbleibt ist eine diffuse, oft grundlose Skepsis. Nach dem Motto des ersten Kommentators: “Jaja, die lieben Medien”, als könnte man eine vernünftige Berichterstattung gar nicht mehr erwarten.

        Zum aktuellen Aufmacher bei bild.de: Was soll das heißen, dass Sie “finden”, er sei nicht frei von Spekulation? Wenn Sie eine Spekulation sehen, sagen Sie doch, worin diese besteht. Ich kann spontan keine sehen. Es ist halt eine People-Geschichte, keine wissenschaftliche Aufklärung. So what? Im Übrigen wird gleichzeitig sehr deutlich die Möglichkeit gegeben, einen Experten direkt zu befragen. Ist es nicht ganz genau das, was man als Konsequenz aus Ihrem Blogeintrag fordern müsste?

      • Ja, Verallgemeinerungen stören mich tatsächlich auch, und in der Tat gibt es vielerorts seriöse Berichterstattung, das gebe ich gerne zu. Die erste Nachricht, die ich gestern hörte war: “Angelina Jolie hat sich beide Brüste amputieren lasse”n.
        Was so einfach nicht stimmt. Wenn “ausser ein paar kleiner Narben”, wie sie es selbst im Interview sagt, nichts mehr von diesem Eingriff zurückgeblieben ist, dann hatte sie eine hautsparende, bzw. subkutane Mastektomie. Nippelsaving, wenn ich es richtig mitbekommen habe, d.h. die Brustwarzen wurden nicht entfernt. Jede Frau, die sich einer radikalen Mastektomie, welche gemeinhin als BrustAMPUTATION verstanden wird, unterziehen musste, wird Ihnen gerne versichern, dass zwischen dem einen bzw. anderen Eingriff ein himmelweiter Unterschied besteht.

        “Angelina Jolie hat sich einer beidseitigen Brust-Operation unterzogen” wäre ein neutralerer Aufmacher gewesen, dem man dann durchaus auch Expertenbefragungen und allen weiteren Schnick-Schnack hätte anschliessen können.

    • “Finden Sie es nicht grundsätzlich bedenklich, wenn Menschen ihre Körper immer weiter optimieren?”
      Eine ziemlich reißerische Suggestivfrage, damit würde ich mich hüten Werbung für guten Journalismus zu machen.

      • Vielen Dank für den Tipp. Aber in unserer Redaktion gab es Bedenken, ob solche präventiven Eingriffe generell sinnvoll sind. Mein Gesprächspartner hat sich dagegen sehr dafür ausgesprochen, darum habe ich ihn mit den Bedenken konfrontiert. Etwas reißerisches kann ich daran nicht erkennen.

      • Objektiv wäre gewesen zu fragen ob präventive Eingriffe generell sinnvoll sind, reißerisch ist es von “Optimierung” zu reden.

    • Mit der Formulierung, AJ habe sich “beide Brüste amputieren lassen”, wird suggeriert, sie laufe nun mit schlicht noch zwei Narben auf dem Brustkorb rum (siehe Erklärung von Josephine weiter unten), das ist schlicht Unsinn, sie hat sich aus den Brüsten das Brustdrüsengewebe entfernen lassen. Da Brüste aus mehr als “nur” dem Brustdrüsengewebe bestehen, ist der Aufmacher nicht nur sachlich unrichtig, sondern eben “reißerisch”, weil er nur darauf abzielt, mit der (bewußt?) fehlgeleiteten Phantasie der Leute Zeitungen/Nachrichten/wasweißich zu verkaufen.
      Sorry, das ist nunmal kein guter Stil.

  28. “Sie ist tot, Jim”.. Das ist nahe an der Genialität.
    Frauen aller Länder : Nein, die Männer lieben euch nicht wegen eurer Möpse. Sie lieben auch den Rest. Innen und aussen und überhaupt. Weil Ihr Frauen seid.
    “Jim, erschiess erst mein Pferd, dann mich”

  29. Galle weg, Stück Darm weg, Gebärmutter mit allem drumrum weg, Schilddrüse weg, von dem Routinezeug wie Blinddarm und Mandeln reden wir mal nicht. Auf meinem Grabstein wird irgendwann mal stehen “R.I.P.” – Rest in pieces.

    Bevor ich NOCH MEHR wegnehmen lasse – nä. Lieber früh sterben und dann noch so komplett wie möglich.

    Die Sicht auf die Dinge verändert sich tatsächlich, wenn man Stück für Stück ausgeräumt wird.

  30. Genau dasselbe wie du, liebe Josephine, dachte ich heute Nachmittag auch, als ich davon hörte. Wie viele Frauen werden nun zum Arzt gehen, um die genetische Untersuchung bitten und sich ggf. beide Brüste abnehmen lassen, nur weil Ms. Jolie es getan hat. Leider sind Promis ja in vielen Lebenslagen Vorbilder *seufz*
    Meine Mutter ist mit 43 Jahren an Brustkrebs erkrankt, an einer “vererbbaren” Sorte. Hat 21 Jahre lang gekämpft und dann doch verloren.
    Ich habe vor zig Jahren meine damalige Frauenärztin auf den damals gerade bekannt gewordenen Gentest angesprochen. Ihre Worte: “Wollen Sie wirklich wissen, ob sie das mutierte Gen in sich tragen und ob sie VIELLEICHT eines Tages an Brustkrebs erkranken KÖNNTEN – nicht zwingend müssen?!” Und ich sagte: “Ganz ehrlich? Wenn mir der Test sagen könnte, dass ich im Alter von x Jahren einen Tumor in meiner Brust finden werde, dann ja. Alles andere ist mir zu unsicher.”
    Ich habe mich gegen den Test entschieden, das Ergebnis hätte mich wohl noch ängstlicher werden lassen, als ich es eh schon bin. Ich gehe 2x im Jahr zur Vorsorge, ich taste meine Brüste ab, ich gehe alle 2 Jahre zur Mammographie. Mehr Zeit und Raum kann und will ich im Moment dieser Krankheit in meinem Leben nicht geben. Ich beschäftige mich damit, wenn ich daran erkranken sollte.
    Sollte ich je in meinem Leben an Brustkrebs erkranken, werde ich überlegen, den Gentest zu machen, um meiner Tochter im Falle eines positiven Ergebnisses die Möglichkeit zu geben, über einen ggf. Test bei ihr selbst nachzudenken.
    Ansonsten kann ich zu Ms. Jolie nur sagen: Sie hat mit dieser OP mitnichten ihr Brustkrebsrisiko verbannt. Sie hat es allenfalls minimiert.

  31. Sie hat 6 Kinder…wäre ich an ihrer Stelle, ich hätte genau das Gleiche getan. Da muss man gar nicht groß herumreden, es ist einfach medizinische Tatsache, dass sie ein sehr großes Risiko für Mamma-Ca hat(te). Warum das jetzt aber ein großes Medienthema sein soll erschließt sich mir dennoch nicht. Und von wegen “komplett sterben”: (@Tante Jay) DAS taten früher sehr sehr viele…oft vor dem 30sten LJ. Leute, seid doch froh um die moderne Medizin…da hat man noch Lebenszeit über, um die Gala zu lesen und sich über Brangelina zu unterhalten.

    LG Lee

  32. Mist, was mach ich jetzt? In meiner direkten Linie (also weder meine Mutter noch deren Mutter) hatten Krebs, aber ich hatte Brustkrebs. Ist auch nicht vererblich (habe ich blöderweise testen lassen, weil ja dann meine Tochter ab etwa dem 20. Lebensjahr alle 6 Monate zur Untersuchung muss; die 3 Monate bis zum Ergebnis waren Horror: tu ich das meiner Tochter an, wenn es vererblich wäre). Leider war bei mir nichts mit brusterhaltend. Meinen Aufbau habe ich ohne Muskeln durchführen lassen. Nur Haut und Fettgewebe.

    Zum Thema “sicherheitshalber entfernen lassen”: wenn der Krebs kommen möchte, kommt er. Ggf an einer anderen Stelle

  33. Als ich das erste mal die Schlagzeile gelsen habe, dachte ich mir auch “Naja okay, keine Brüste mehr, harter Schritt aber ein ZEichen. wird nu sicher Werbung machen für Brustkrebsvorsorge usw.”
    Und dann habe ich den ersten Bericht gesehen.
    Ich meine, ja mei, ne Brust OP.
    Ein chiruhischer Eingruff ist immer mit Gefahren verbunden, allerdings hat sie sich weder Das ganze Brustgewebe entfernen lassen, noch wäre davon etwas zu sehen, da sich die gute in einer finanziellen Situation befinet, die es ihr erlaubt die besten Spezialisten mit der Neugestaltung ihrer Brüste zu betrauen.
    Die sehen hinterher sicher besser aus als vorher.
    Aber natürlich, sie ist ja sooo Stolz und Mutig und Selbstsicher.
    Wenn ich mir überlge, was Menschen alle smit ihrem Körper anstellen, dann ist ds nur ne erweiterte Busen OP. Standart bei den Promis.

    Wenn die Dame nun glücklicher ist und sich besser fühl, bitte. Aber sie ist deswegen kein Heiland, kein Gott oder auch nur ein Positives Beispiel, denn das Zeichen was sie setzt ist nicht positiv. Es ist nicht “aus Angst vor dem Krebs lebe ich nu ohne die Bestätigung meiner weiblichkeit” sondern vielmehr “Ich aknn es mir Leisten ohne Diagnose meinen Körper zu verstümmeln und ihn danach nach neusten ästhetischen Vorstellungen zu rekosntruiren”.
    Schönheit über alles.

    • “[...] “aus Angst vor dem Krebs lebe ich nu ohne die Bestätigung meiner weiblichkeit”[...]”

      Woher haben Sie das denn? Hat sie Ihnen das in einem persönlichen Telefonat so mitgeteilt?

      Was ich aus Ihren Zeilen herauslese ist, ja was eigentlich?
      Missgunst?
      Neid?
      Hass?

  34. Pingback: Von “attraktivem Wandschmuck” und entfernten Brustdrüsen | Wissensküche

  35. Nun kommen auch noch die Eierstöcke raus. Vorsorglich natürlich… Die Frau, die übrig bleibt, zieht das Ding durch. Dafür Hut ab. Ich konnte mich monatelang noch nicht mal von einer Arschfistel trennen. Nun ist sie weg. Ich bereue es zwar nicht, interessiert hat es aber irgendwie auch keinen.
    “God Job,boy” hätte Angelina an mich geschrieben. Bestimmt.

  36. Pingback: Me doing whatever i want with all my free time. | doppelhorn.de

  37. Bei meiner Mutter wurde in beiden Genen eine Mutation festgestellt. Ich stehe nun vor der Entscheidung, ob ich mich testen lasse oder nicht. Und meine Gedanken kreisen darum, was ich im Falle einer Mutation tun würde. (Bei uns gab es aber auch deutlich mehr Krebsfälle, nicht nur einen oder zwei und der Verdacht eines Gendefektes stand sofort im Raum, als die Humangenetikerin den Stammbaum fertig hatte.)

    Dein Beitrag und die Diskussion in den Kommentaren haben mir auch ein Stück weit geholfen. Vor allem das Wissen, dass auch eine Entfernung der Brustdrüsen das Überleben nicht deutlich verbessert. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass man Krebs bekommt, ganz weg gibt es leider nicht. Ich würde mir vermutlich die Eierstöcke entfernen lassen, aber nur weil es keine geeignete Früherkennung dafür gibt. Vor Angelina Jolie und jeder Frau, die diesen Schritt gegangen ist ziehe ich meinen Hut, es ist eine extrem schwierige Entscheidung, die man nicht mal eben so trifft. Ich beschäftige mich damit seit einem guten Jahr und bin kaum einen Schritt weiter gekommen.

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