Das kann doch nicht euer Ernst sein?…

Ist es auch nicht – das ist unser Justin-Tiger *KLICK* ! Unser Lancelot. Tresor. Chaos! Ja, es gibt tatsächlich Eltern, die ihr Kind in 2012 Chaos getauft haben. Und ich schwöre bei allem, was mir heilig ist: ICH war es NICHT!

Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Ich weiss, über Geschmäcker lässt sich streiten und ich will mich ja auch nicht irgendwie aus Fenstern lehnen – aber Kasmiranda, Mercedes-Susann oder gar Pippilotti??? Ich meine – MUSS das wirklich sein?

Ich unterstelle jetzt mal frech, dass alle Eltern weltweit sich ausführliche Gedanken zur Namenswahl des eigenen Kindes machen. Doch wenn ich mir die Chantalismus-Homepage anschaue, hab ich das ungute Gefühl, das diese Gedanken so manches Mal einfach in die völlig verkehrte Richtung laufen. Und in der Klinik frage ich schon seit gefühlten Jahren keinesfalls mehr nach dem Namen des zu erwartenden Kindes, da es tatsächlich immer noch Kreationen gibt, die mein mühsam gehegtes und sorgfältig einstudiertes Pokerface binnen null Zeit total aus dem Gleichgewicht bringen können….

Was meint Ihr dazu? Lasst den Eltern freie Hand – Kind hat ja in der Regel ein Leben lang Zeit, sich selbst an den ungewöhnlichsten Namen zu gewöhnen? Woher kommt der Trend? Und wann geht er dorthin wieder zurück?

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69 Gedanken zu “Das kann doch nicht euer Ernst sein?…

  1. Bei manchen Namen kann man sich wirklich nur an den Kopf fassen. Eltern sollten auch immer den Nachnamen mit bedenken. Legolas als Vorname und Stein als Nachname führt dann wohl doch zu Gesichtsentgleisungen. Mal davon abgesehen das Legolas auch eher ein Fail ist. Aber immer noch besser als Kinder nach dem Zeugungsort zu benennen. Ikea-Parkdeck ist jetzt auch nicht so der Renner ;)

  2. Ich mache da mehrere Ursachen aus.

    1. Infantilismus. Die Eltern mögen volljährig sein – erwachsen sind sie deshalb noch lange nicht.

    2. “Mein Kind ist was besonderes“ und das muss sich im Namen widerspiegeln. Kommen dann noch fehlende Fremdsprachenkenntnisse hinzu hat man den Salat. Dann schreibt man den Namen, wie man ihn hört.

    3. Bildung

  3. Thorsten, Karsten, Hartmut, Herbert, Gisbert, Heinrich, Friedhelm, Eckhard, Helmut, Günther, Sieglinde, Annegret, Gertrude, Hannelore, Elvira, Else.
    Das aber doch auch nicht, oder????
    Ist halt nicht ganz einfach, einen Treffer beim kindlichen Namen zu landen.
    Dann gibt es halt die Luana-Marianne. Ist doch nicht schlimm. Hauptsache, es ist ein netter Mensch.

  4. Ich find’s echt übelst .. also okay, über Geschmäcker kann man ja bekanntlich streiten .. aber ich sollte zumindest ansatzweise im Hinterkopf haben, dass mein Kind mit diesem Namen leben muss. Wenn schon was exotisches – dann bitte höchstens als Anhängsel, das man zur Not auch unter’n Tisch fallen lassen kann.
    Wahlweise – gebt den werdenden Vätern keinen Alkohol. Mein Papa war dezent angeheitert, als er mir den Namen verpasst hat .. dummerweise nichtmal den, der vorher elterlich abgemacht war ….

  5. Um jetzt mal die Simpsons zu zitieren: “DENKT DEN NIEMAND AN DIE KINDER????” Aber im Ernst, nicht mehr lang und Matthias & co sind wieder beliebte Namen, weil sie selten sind.

    • Beides, je nach Namen, auch und gerade Menschen mit einem höheren Bildungsniveau neigen zu sehr kreativen Namen und dann die mit wenig Bildung, die auch sehr merkwürdige Namenskreationen auf den Tisch legen

  6. *g*
    An den oben bereits erwähnten Chantalisator musste ich auch beim Lesen denken^^

    Ich fürchte, die Frage, was die Eltern geritten hat, ihren Kindern derartige Namen zu geben, wirst du hier nicht wirklich beantwortet bekommen, weil die meisten Leser eher deiner Meinung sein werden…
    Ich finde es einfach nur rücksichtslos dem Kind gegenüber, wenn man einen megaausgefallenen Namen nimmt, den am besten noch keiner auf Anhieb schreiben und/ oder aussprechen kann. Oder wie in einem Lehrerforum mal jemand schrieb – Mama beschwert sich, dass keiner den Namen ihres Kindes richtig spreche, dabei sei doch eindeutig, dass “Amy” als “Ämee” gesprochen werde…
    Und wenn man unbedingt einen derartigen Namen braucht, dann fände ich es nett, wenn man einen “normaleren” Zweitnamen vergibt, so dass das Kind dann ggf. ohne größeren bürokratischen Aufwand entscheiden könnte, lieber den gewöhnlichen Namen zu verwenden.

    Da bin ich meinen Eltern dann doch dankbar, dass mein Name lediglich zu der Aussage “meine Oma heißt auch so” führt… hätte schlimmer kommen können :lol:.

  7. Ja, manche Namen grenzen an Körperverletzung. Schön auch der letzte Post bei “Chantalismus”: Der Name des Sprösslings in Spiegelschrift auf der Heckscheibe, damit andere ihn im Rückspiegel in Klarschrift lesen können. Wenn man gleichzeitig rückwärts aus gegenüber liegenden Parklücken herausfährt, kurz vor dem Crash? Ich sag’s doch, Chantal/Kevin sind keine Namen, es sind Diagnosen…

  8. …ob manche eltern sich das tatsächlich klar machen, dass der arme nachwuchs das ganze leben mit diesem namen rumlaufen muss? bzw. denselben in seinem leben evtl. tausendfach buchstabieren muss? oder von mitschülern/kollegen etc. gehänselt wird?

    ich denke mal nicht!!!

    mein geschmack ist es sicher nicht – da tun mir die kids eher ein bissel leid…!

    schönen abend,
    heike

    • Nur weil es nicht dein Geschmack ist heißt es nicht dass die Kinder ein schweres Leben haben werden – es sei denn DU machst es ihnen deshalb schwer. Ist nicht die Chantalismusseite selbt übelste Hänselei? Altersgenossen sind meiner Erfahrung nach viel aufgeschlossener für seltene Namen, weil es bei ihrem begrenzten Überblick gar kein falsch und richtig, häufig und selten gibt.
      Mein Opa hat sich sein Leben lang Peter genannt obwohl das keiner seiner drei (!) ziemlich normalen Vornamen war. Die haben ihm einfach alle nicht gefallen. Es gab schon immer Leute, die mit ihrem Namen unzufrieden waren, das kann aber auch mit stinknormalen Hitlistennamen passieren.

      • “Altersgenossen sind meiner Erfahrung nach viel aufgeschlossener für seltene Namen”
        Äääähm. Nein. NEIN. Ich wurde als Kind NUR von Altersgenossen gehänselt, Erwachsene haben da eher das Verständnis für ungewöhnliche Namen. Dabei ist mein Name, Gudula, nur eine seltenere Abwandlung von Gundula, Gudrun etc. Ich kann dir aber sagen, es steht mir gehörig bis zum Hals, mich alle naselang buchstabieren zu müssen, die Leute korrigieren zu müssen, trotzdem weiter Gudrun, Gudel oder sonstwas genannt zu werden, meinen Namen auf jeder Menge Dokumente und Papiere flasch geschrieben zu kriegen, und meistens, wenn ich jemanden neu kennenlerne, meinen Namen langsam und sorgfältig buchstabieren zu müssen. Nur, um dann als Antwort zu kriegen: “Aha, also Gundula, OK.”
        Und ja, ich werde meinen Kindern normale Namen geben, die jeder aussprechen, auf Anhieb verstehen und richtig schreiben kann.
        “Nur weil es nicht dein Geschmack ist heißt es nicht dass die Kinder ein schweres Leben haben werden” -> Ich bin 27 und kann das bis jetzt nicht bestätigen.

  9. Ja, manche Namen grenzen an Körperverletzung. Schön auch der letzte Post auf der Chantalismus-Seite: Babyname in Spiegelschrift auf der Heckscheibe, damit andere ihn im Rückspiegel in Klarschrift lesen können. Jau, beim gleichzeitigen rückwärts-Ausparken aus gegenüber liegenden Parkplätzen kurz vor dem Crash. Dabei hieß das Kind weder Chantal noch Kevin, von denen man sagt, es seien keine Namen, sondern eher Diagnosen!

    • Was soll denn an “Caroline” so schlimm sein? Die Eltern werden sich vielleicht nen Spaß daraus machen, dass viele den Namen falsch verstehen… ;)

  10. ach ja,…..eigentlich hätte ich wie meine Oma heißen sollen. Blöd nur das deren Tauf und Rufname Engel war. Ganz ehrlich, ich bin saufroh das meine Eltern mir damals, Anfang der 60er einen Modenamen gegeben haben. Einen recht harmlosen…..waren halt die 60er…..
    ;)

  11. Da wir uns immer über die Namen gestritten haben, haben wir beim ersten Kind, das Kind entscheiden lassen.
    Meine Frau lag beim Frauenarzt am Schreiber und ich habe Ihr aus einem Vornamenbuch vorgelesen.
    Als bei einem Namen plötzlich der Schreiber anschlug, wussten wir, das wir diesen Namen nehmen. Bei allen anderen Namen gab es nie eine Reaktion.

  12. Vielleicht sind manche Eltern durch Film/Fernsehen/Musik dem Klang deutscher Namen so entwöhnt, daß sie englische Namen bevorzugen. Manche lieben eine bestimmte Figur in irgendeiner Serie (wie wohl die Eltern des armen Dinozzo Pierré, dessen Name ich auf der Chantalismus-Seite las – ob es wohl einen zweiten “Pierré” auf dieser Welt gibt?)..

    Nur dumm, daß die Kinder sehr wahrscheinlich in Deutschland groß und irgendwann alt werden…

    Ich stelle mir vor, ich hätte mit 18 Jahren ein gemischtes Zwillingspärchen bekommen und die beiden Luke und Leia genannt. :) Ob die heute noch mit mir reden würden?

  13. Ich muss meinen Namen mein Leben lang buchstabieren (in Deutschland nicht sooo vertreten), mein Mann muss seinen Namen ein Leben lang buchstabieren (deutsche Version eines italienischen Namens) – und mein Sohn muss seinen Namen wahrscheinlich auch buchstabieren, da er im Norden durchaus stark vertreten ist, in Deutschland aber x verschiedene Versionen gibt (von denen wir aber bei der Namenswahl nichts wussten). Aber wenigstens hat Sohnemann einen einfachen Zweitnamen – notfalls kann er sich für den entscheiden und ihn nennen!

  14. Eieiei, da sind wir mit Josephin und Benedict ja völlig untrendy.

    Nein, ich verstehe auch nicht wirklich, wes Geistes Kind manche Eltern sind. Ich war sogar bei der Namensfindung unseres Hundes der Züchterin gegenüber sdtur, denn sie wollte sie Beauty of……nennen! Ich stell mich doch nicht aufs Feld und schreie BJJJJUUUUUTIIIIIII, ääh, gehts noch???!!! Der Tip, den Namen vorher mal über den Spielplatz zu rufen, ist gut! *grins*

  15. Puh, also, manche Namen bzw. Kombinationen sind ja wirklich heftig, aber bei der hier bin ich fast vom Sessel gefallen vor lauter Schreck:

    Dinozzo Pierré & Timo Jethro

    Um es in deinen Worte auszudrücken, Josephine: DAS KANN doch nicht WIRKLICH ihr Ernst sein, oder?! :O

    Noch dazu, wo Dinozzo ja ein NACHNAME ist…. Zumindest in besagter Serie… *kopfschüttel*

  16. Uh okay. Dann oute ich mich hier mal als Mutter deren Kinder vermutlich auch auf einer solchen Seite landen würden.
    Erstens finde ich, die Leute, die da Bilder hinschicken sind ein wenig, öhm, altbacken in ihrer Vorstellung wie ein Name zu sein hat. “Leon Noah” ist ja nun durchaus nichts exotisches mehr, wenn man sich mal die Hitlisten der letzten zehn Jahre ansieht. Wer sich darüber noch beömmelt tut mir eigentlich nur leid.
    Zweitens ist nicht jeder seltene Name auf einen geringen Bildungsstand der Eltern zurückzuführen. Ein Deutschlehrerpaar an meiner Schule hat seine Tochter Gesine genannt, weil eine Figur in einem Buch so hieß. Ist das schon verdammungswürdig? Und wenn nein, warum rollt man dann die Augen über eine Hermione, einen Legolas oder (Deckung!) eine Renesmee?
    Drittens: “Die armen Kinder!” Wenn Kinder in den Kindergarten kommen ist es ihnen völlig schnuppe ob es noch dreißigtausend andere Laras gibt oder ob ihre Freundin die einzige Kasmiranda auf der Welt ist. Wer die Nase rümpft, sind die anderen Eltern die in jeglicher Individualität ein potentielles Karrierehindernis ihrer Kinder befürchten. Vielleicht ist ja diese Intoleranz das eigentliche Problem, und nicht die Kinder, die Namen oder die wagemutigen Eltern?
    Zur Beruhigung: Der Chef meines Mannes heißt mit Vornamen Attila. Hat ihn nicht davon abgehalten eine Firma zu gründen.
    Viertens: “Aber man weiß doch gar nicht, wie man manche Namen aussprechen soll! die Kinder werden ständig die Aussprache korrigieren oder die Schreibweise buchstabieren müssen!” Ist das in einer Multikultigesellschaft wirklich noch ein Argument? Ich kenne einen türkischen Jungen namens Ugur (=türk. Glück). Wenn man sich mit türkischen Ausspracheregeln nicht auskennt weiß man vielleicht nicht, dass das wie “ur” ausgesprochen wird. Nach einmal nachfragen bzw korrigiert werden weiß man es aber, oder? Oder ein Mädchen namens Cenet (=Paradis). Spricht sich aus wie das englische “Janet”. Das arme Ding wird ihr Leben lang ihren Namen buchstabieren müssen, weil ihre Eltern sich erdreistet haben ihr einen stinknormalen türkischen Namen zu geben statt einem stinknormalen deutschen, obwohl sie doch hier leben! Ist es zu fassen. Als jemand, der sogar seinen stinknormalen urpreußischen Nachnamen regelmäßig buchstabieren muss leuchtet mir nicht wirklich ein, warum “buchstabieren müssen!” für manche so einen Leidensdruck bedeutet dass sie lieber auf einen schön klingenden Namen für ihr Kind verzichten als einen zu riskieren, der mehr als eine festzementierte Schreibweise zulässt.

    Ganz ehrlich, ich finde es schön, wenn Eltern über ihren Tellerrand hinaussehen und Namen wählen, die von jenseits des eigenen Dorfes, des eigenen Sprachraums und vielleicht sogar aus Geschichte, Fiktion oder (gasp!) der eigenen Fantasie entstammen. Die unsere Klassen ein bisschen bunter machen als die mit den drei Claudias (wusstet ihr, dass das “die Lahme” bedeutet? Da würd ich lieber Chaos heißen) und vier Stefans, mit denen ich zur Schule gegangen bin. Und vielleicht sollte sich mancher hochgebildete Erwachsene überlegen, dass wenn er krampfhaft einen Grund zum lästern braucht sich nicht unbedingt Kinder zum Ziel aussuchen sollte.

    • Im Grunde stimme ich dir zu, aber was auf der Seite an Namen steht ist nunmal zum großen Teil furchtbar.
      Mischelle Chantal? Agron? Mysio Pysio??
      Ich bin ein Fan von mehreren Vornamen, ich mag auch “exotischere” Namen, aber wenn ich auf dem Spielplatz jemand “Christoffa Jayden Matze, komm sofort her!” hab brüllen hören waren es nunmal meist Mamis die rauchend auf der Bank saßen und lautstark nebenbei per Handy die neuesten Gerüchte austauschten. “Ey, die Olle von nebenan hat schon widda nen Neuen. Und der is so geil ey, ich werd mal testen ob da nich was geht.”

      Mein Kind hat auch 2 Vornamen. Namen mit denen er zumindest im englischsprachigen Raum zurechtkommt, die Franzosen können ihn auch aussprechen.
      Dazu hat er einen Bezug zu seinem Urgroßvater und ist nicht so häufig das sich noch 10 weitere Jungs umdrehen wenn ich ihn rufe.
      Und obwohl sein Rufname wirklich kurz ist wird da auch oft nachgefragt wie man ihn schreibt. Ist halt so, die Franzosen schreibens mit i am Ende, die Engländer mit y.

      • Darf ich raten? Henri/y?
        Ich finde 80% der Namen auf der Seite eigentlich völlig in Ordnung. Zunächst mal sollte man nicht davon ausgehen, dass die Eltern ihre Kinder mit allen Namen rufen, meinen zweiten Vornamen kennt auch keine Sau. Und “Mysio” allein ist schon nicht mehr ganz so ein Köder für Hänseleien.
        “Mischelle” mag für einen frankophilen Menschen zunächst schmerzhaft aussehen, aber wie du selbst festgestellt hast, Namen passen sich mit der Zeit dem Sprachraum an. In Deutschland nennt man sein Kind Johannes, in Frankreich Jean, In England John, in Italien Giovanni etc. Namen wandern, Sprache verändert sich.
        Agron ist ein albanischer Name.
        Ich finds einfach ein bisschen erbärmlich wie die Leute die da Fotos hinposten sich dabei elitär fühlen und auf andere Menschen hinabsehen weil die einfach andere Kulturkreise, andere Freunde, Vorfahren, Idole, andere Lieblingsbücher und -serien oder schlicht einen anderen Geschmack haben. Es gibt durchaus Namen die ich nicht mag, und ich finde diese Autoaufkleber grässlich, egal was draufsteht, aber ich mache keine Website auf um mich darüber zu mockieren. Man muss sich doch nur mal die ersten paar Kommentare zu dem Thema hier durchlesen, da werden sofort die Schubladen ganz weit aufgerissen, ohne *irgendetwas* über die Leute zu wissen. Ich kenne einen Kevin, der promoviert hat. Ich kenne Leute mit gutbürgerlichen Namen und einem ellenlangen Strafregister. Ich habe viele Jahre in der Jugendarbeit Kinder aus allen Schichten mit allen möglichen Namen kennengelernt, und ich kann jetzt nicht behaupten dass der Name irgendwie einen Rückschluss auf den Charakter zulässt.

  17. @Jana: Sorry, mein Telefon (Not-So-Smartphone) hat rumgesponnen ;)

    3. Bildung – oder in vielen Fällen eher das Fehlen derselben. Wenn du dich nach außergewöhnlichem sehnst, dann ist das ungewöhnliche oder außergewöhnliche Benennen des Kindes die schnellste Möglichkeit, das zu realisieren. Doof nur, dass die Kinder dann echt drunter leiden müssen.

    Und zu “Ikea-Parkplatz” ist da eher nicht der Renner… da hats mich fast weggehauen.. diese Vorstellung:
    “Ikea-Parkdeck, Schulklo und Umkleidekabine Karstadt, kommt ihr wohl endlich von dem Klettergerüst runter?”

  18. Jedes Kind sollte mit seiner Volljährigkeit über seinen Vornamen entscheiden dürfen, meiner Meinung (schon lange) nach, denn sie müssen unter Umständen noch lange damit leben.
    Aber: wenn Aloha-Justine-Chayennè Grabowski und Pierrot-Tyson-Voldemort Meier-Hinrichs dann damit glücklich sind – dann, ja dann, soll es eben so sein…

    • Jedes deutsche Kind kann das seit 50 Jahren. Daher ist das Verpassen mehrerer Vornamen gar nicht von so großem Übel: das Kind kann sich später einen aussuchen und fertig ist die Sauce.

  19. Die Chantalismus-Seite ist immer wieder für einen gepflegten Facepalm gut :) Manche der Kreationen mögen ja als Kindernamen totaaaal niedlich klingen, aber wenn man sich mal eine 50- oder gar 80jährige “Peaches Jaden” vorzustellen versucht, wirds richtig absurd…

  20. Ich denke, in 30 Jahren werden die dann 30- bis 40-jährigen fast alle keine Namen haben, die wir heute als normal empfinden. Geht man mal auf einen Friedhof und schaut nach Namen, die vor 100 Jahren vergeben wurden, dann findet man auch jede Menge Namen, die für uns ungewohnt klingen. Ich finde es schade, dass solche Namen gelegentlich auch bei solchen Lästerseiten landen.

    Letztlich drückt sich in diesen Namen ja auch ein Lebensgefühl aus. Wenn man keinen Bezug zu Kirche oder Literatur hat, dann kann man mit Namen wie Barbara, Franziska, Sarah, Maria auch nix anfangen. Und Namen wie Wolfgang oder Friedrich oder Eberhard kann selbst ich mir bei einem Kind nur schwer vorstellen, weil ich vor meinem inneren Auge einen erwachsenen Mann sehe, keinen Jugendlichen, der vielleicht Skateboard fährt oder gepierct ist.

    Bei Hunden hat man ja den Vorteil, dass man einen Rufnamen haben kann, der nicht im Ausweis steht.

  21. Zumindest bei den Jungennamen kenne ich diverse Hunde mit gleichen Rufnamen XD

    Es ist komischerweise keine Bildungsfrage (dachte ich auch immer). Kenne genügend Eltern im Bekanntenkreis mit Hochschulabschlüssen und sechstelligen Gehältern die bei den Kindernamen auch Bullshitbingo gespielt haben

  22. Was haben die armen Neugeborenen (oder in manchen Faellen Nochungeborenen) verbrochen, dass sie mit solchen Namen bestraft werden muessen? In unserem Haushalt war die Kindernamensfindung etwas schwieriger, da Namen sowohl fuer die deutsche als auch die angelsaechsische Familie ohne grosses Trara auszusprechen sein muessen, aber selbst das hat ohne Chantalismuskandidaten geklappt.
    Wenn man/frau unbedingt die eigene Kreativitaet unter Beweis stellen muss, dann belegt doch einen Seidenmalkurs oder lasst euch ein neues Tattoo stechen (auf dem eigenen Koerper, nicht auf dem Kind, bevor jemand nervoes wird…). Oder wird man im Kloeppelkurs boese angeguckt, wenn die Kinder Matthias und Anna heissen und nicht Jackleen-Arietta und Lover-Hotzenplotz?

  23. Hallo,
    ich kenne die Seite auch und ja, die meisten Namen sind *hm*
    Ich kann mich auch aufregen über z.B. einen “Dillen” (also wenn, dann bitte Dylan)
    aber: ich kenne einen Mann, dessen Söhne Friedrich (gerufen Fritz), Franz, Karl und Hans heißen. Ist das besser ? Ich kenne eine Maja Lilli , eine Friederike Lieselotte Lilli und einen Matti Maximilian. Werden natürlich nur Maja, Friederike und Matti gerufen. Viele Namen auf der Chantalismus-Seite sind “verrückt” weil das Kind halt noch als Zweit- oder Drittnamen den Namen eines Großelternteils bekommen hat. Ich kenne auch eine 40jährige Chantal, die selbstverständlich “schontal” ausgesprochen wird und nicht “schantall(e)”. Man kann auch alles “verdoofen”.
    Was ist mit der Schwester des norwegischen Kronprinzen ? Deren Kinder heißen Maud Angelica, Leah Isadora und Emma Tallulah ? Bruce Willis’ Töchter heißen Rumer Glen, Scout LaRue und Tallulah Belle. Sind doch sicher alles gebildete Leute (und ich wette, die Kinder werden nur mit einem Namen angesprochen!) Oder die holländische Kronprinzessin, die heißt Catharina Amalia – den ersten Namen nennt niemand mehr ! (würden ihre Schwestern Christine Alexia und Corinne Ariane heißen wäre das wohl anders..)
    Ich muß aufhören ;-)

  24. (Vorweg: ich finde auch nicht alle Namen bei chantalismus schlimm. Leon Noah ist okay oder sowas in der Richtung. Aber manche Namen tun weh. Und um die geht es jetzt in meinem Beitrag.)

    Bei aller Liebe und jeder solls ja selber wissen und überhaupt und sowieso.
    Aber mal im Ernst: mit manchen Namen kann man einem Kind auch schaden. Ich meine das ernst!
    Ein Kind mit einem total blöden Vornamen wird von vornherein anders behandelt. Darüber kann man jetzt jammern und heulen und referieren. Es. Ist. So.
    Sowohl die Mitschüler, die einen piesacken (spätestens in der Pubertät), als auch Lehrer, die einem (unbewusst) schlechtere Noten geben, weil sie mit den Namen vielleicht was assoziieren, auf das ich weiter unten zu sprechen komme, werden nicht gerade für eine gesunde psychische Entwicklung von Vorteil sein. Klar, man sollte sein Kind natürlich dahingehend erziehen, dass es mit sowas umgehen kann. Aber muss man es ihnen wirklich so schwer machen? Haben sie nicht schon genug Probleme im normalen Aufwachsen? Etliche der Namen kann man sich noch nichtmal merken. Damit werden diese Kinder (auch im späteren Leben) beim Kennenlernen einfach als “der/die mit dem komischen Namen” abgespeichert, statt als Heidi/Henry/Karl/Leonie/weißdergeier und verlieren damit indirekt sogar ihren Subjektstatus. Man könnte noch mehr zur Sozialisation und der Bedeutung des Namens schreiben. Es ist ein semesterfüllendes Thema.
    Banken erstellen ein Profil sogar auch unter Berücksichtigung der Vornamen.

    Und es ist nunmal Fakt, dass bestimmte Namen aus bestimmten Milieus stammen. Es gibt ganze Studien dazu. Früher galt es mal als chic, Doppelnamen zu geben, um sich von der Unterschicht abzuheben. Heute sind anglizierte Doppelnamen hauptsächlich in armen, sogenannten bildungsfernen Milieus zu finden.
    Überhaupt muss doch mittlerweile echt jeder -JEDER!- mitbekommen haben, dass bestimmte Namen einen gewissen Ruf haben. Schantall, Kävinn, Schackeline. Man mag die Namen schön finden und das sind sie eigentlich auch. Aber in einer Zeit, in der man sie mit RTL-Sendungen verbindet, muss man nicht auch noch Salz in die Wunden streuen.

    Klar wandern Namen im Sprachgebrauch, aber langsam und in einem Prozess und nicht etwa durch eine Hauruck-Ichnenndichjetztso-Aktion. Deswegen sieht z.B. Mischell ja so schlimm für uns aus.

    Und bevor einer schimpft: ich meine das nicht abwertend. Aber man sollte sowas eben auch bei der Namenswahl berücksichtigen. Und ja, ich selber finde auch ein paar Namen auf der Seite völlig in Ordnung (sowas wie Leon Noah oder so). Aber bei einigen rollt es mir eben auch die Zehennägel hoch.
    Übrigens: ich finde ja, dass Vor- und Nachnamen auch einigermaßen zusammenpassen sollten.

    • Zu dem Wandern im Sprachgebrauch: Ich denke, dass es vielen (mich nicht ausgeschlossen) “zu schnell” vorkommt wie die Namen eingedeutscht und verändert werden liegt zum Großteil daran, dass heute dank Internet und Globalisierung viele solcher Prozesse viel schneller ablaufen als in vergangenen Zeiten. Da hat man einen Namen kaum zum ersten Mal gehört und schon explodiert die Menge der Schreibweisen und Bindestrichkombinationen mit denen man konfrontiert wird ins unermessliche. Das stört die Gewöhnung an einen Namen und verlängert die Zeit, bis man ihn als “normal” im eigenen Kulturkreis empfindet. Wäre Michelle seit Jahrhunderten in deutschland üblich, würde sich heute niemand an einer Mischelle stören, genauso wie beispielsweise das h bei Kat(h)arinas nicht wirklich vermisst wird.

      Das mit dem Merken mag bei jedem anders sein, ich merke mir “besondere” Namen eigentlich besser. Ich könnte dir heute kaum noch Vornamen meiner Professoren nennen, bis auf den einen der nach einer Figur aus der Zauberflöte benannt ist. Das hat so einen “huch? interessant!”-Effekt, und man überlegt, wie die Eltern zu dem Namen gekommen sind, und schon sind mehr Synapsen beschäftigt als bei den einmal-gehört-und-schon-wieder-vergessen – Namen.

      Tja, und “Millieunamen” sind offenbar eher ein Problem für Leute die dem Millieu nicht angehören. Ist es für die Zukunft der Kinder wirklich wichtiger sich vom eigenen Millieu abzugrenzen als überhaupt erstmal irgendwo “dazuzugehören”? Hat ein Christian aus einem Prekariatshaushalt wirklich so viel mehr Chancen im der Gesellschaft sozial aufzusteigen als sein Bruder Marvin? Vielleicht identifizieren manche sich lieber mit RTL Sendungen als mit den Menschen, die Internetseiten starten um über die eigenen Freunde und Nachbarn herzuziehen.

      • Kann oben ja nicht mehr antworten, also ja, Henry. Der Name lässt sich besonders gut zusammen mit dem Zweitnamen über den Spielplatz brüllen. ;)

        Michelle ist ein schöner Name, die Variante “Mischelle” lässt mich fragen: Ist das Absicht oder sind die Eltern einfach so schlecht in Rechtschreibung?
        Denn ja, oft genug wissen die Eltern nicht wie man den Namen eigentlich schreibt und schreiben ihn eben so wie sie ihn aussprechen.
        Außerdem stört mich das fehlende h bei Katarinas sehr, ebenso wie ich die Schreibweise Fillip einfach nur grausam finde…
        Aber ich bin ein Mensch der das geschriebene Wort liebt und darum lege ich auch sehr viel Wert auf Rechtschreibung. Diese vereinfachten und/oder eingedeutschten Namen lassen mich schaudern.
        Wenn ich doch mein Kind nach Alice aus dem Wunderland benenne (übrigens ein schöner Name) dann nenne ich es doch nicht “Alisse” weils angeblich besser klingt. Was ist denn so falsch an der originalen Schreibweise?

        Eine Bekannte hat ihre Tochter Carlotta genannt, ein wunderschöner Name! Die Cousine heißt Miabella Fabienne, ebenfalls sehr schön. Aber wenn dann die entfernte Verwandschaft meint man selber müsse nun “was Besonderes” sein und dann eine kleine “Jaquelinn Medusa Arianna-Bellinda” geboren wird finde ich das wirklich mehr als seltsam. Da wurde wirklich das eigene Geltungsbedürfnis erfüllt, vor allem weil Arianna-Bellinda der Rufname ist und natürlich dank Bindestrich auch exakt so gerufen wird. Die Kleine ist inzwischen 10 und wünscht sich jedes Weihnachten und jeden Geburtstag nur einen anderen Namen, was bei der Mutter regelmäßig Tobsuchtsanfälle auslöst…
        Ebenso das einfache “Ari” das Freunde und Familie benutzen, die Mutter besteht auf den Doppelnamen. Das ihre Tochter darunter leidet ist ihr wirklich völlig egal.
        Mit sowas im Hinterkopf kann man die Chantalismus Seite kaum noch betrachten, man fragt sich halt immer: Wurden die Namen gewählt weil sie selten und schön sind, oder nur weil die Eltern meinen “Wir sind so geil und so besonders und so kreativ” und es ihnen schnuppe ist das die Kinder später gehänselt werden.

        Übrigens durfte ich feststellen das man selbst so kurze Namen wie Henry “veralbern” kann, in der Grundschule rief ihn ein Mädchen beharrlich Henne…

      • @Cerise: Da sehe ich das Problem aber eher im Doppelnamenwahn der Mutter als am Namen selbst. An sich ist ja “Arianna” nicht schlechter als “Miabella”. Wenn man einem Kind schon mehrere Namen schenkt, dann sollte man ihm irgendwann auch die Wahl lassen wie es gerufen wird. Wenn Miabella ihren Namen doof fände, dürfte sie sich dann nicht auch einfach Fabienne nennen? Klar ist es für die Eltern vielleicht kränkend, wenn der Name den sie mit Liebe (oder Geltungswahn) ausgesucht haben nicht gut ankommt – was übrigens nicht nur bei exotischen Namen vorkommt. Aber letztendlich muss das Kind damit durchs Leben, und wenn es eine Kurzform findet die ihm mehr zusagt dann würde ich bestimmt nicht auch den vollständigen Namen bestehen. Ich hoffe, Ari kann sich eines Tages durchsetzten und den restlichen Ballast unter den Tisch kehren.
        Was die Schreibweisen angeht, da stimme ich dir eigentlich zu. Ich habs auch lieber original, so lange das Original nicht klingt wie Schluckauf (kannte mal jemanden mit einem Faible für “Gwenhywfar”, was ein original – wer hätts gedacht – walisischer Name ist. Da würden mit jetzt gleich ein dutzend schönere Schreibweisen einfallen). Aber Geschmäcker sind verschieden, und da man heute sowieso dauernd mit Namen konfrontiert wird bei denen man keine Ahnung hat wie man sie schreibt find ich es jetzt auch nicht weiter schlimm wenn Mischelle mir ihre Schreibweise diktiert. Ich denke, das wird für sie einfach zur Gewohnheit wenn sie den irgendwo angibt, genau wie es auch die Gewohnheit jedes Stefan ist, gleich mit anzugeben ob mit f oder ph.

  25. Noch was: mir fällt gerade ein, dass früher die Standesämter darauf bestanden haben, dass der Name als deutscher Vorname registriert ist. Ist das eigentlich nicht mehr so?
    Ich bin gestern einer Familie mit einem kleinen “Yannic” begegnet – wäre der Autoaufkleber nicht gewesen, ich hätte das fehlende k nicht herausgehört.
    Verwirrung kann man ja auch ganz gut, indem man Mädchen Jungennamen gibt oder umgekehrt. Ich kenne je eine und einen Eike, einen und eine Lilian (frz. Jungenname) sowie eine Liliane (auch aus dem frz. Sprachraum, also stummes e); als ich vor Jahren auf Helgoland war, fiel mir auf einer Stammbaumtafel der Name “Hjördis” für einen Mann ins Auge – sehr wahrscheinlich auch ein Fehler, steht doch die Endung -dis im Norwegischen/Isländischen für Frau oder Dame, genau wie -ko im Japanischen. Ich hab auch mal einen Beitrag über ein Mädchen namens Cameron gesehen – bei der Erinnerung daran graust es mir schon wieder. Und bevor ich’s vergesse: Esra ist ein jüdischer Jungenname, Ezra ein türkischer/arabischer Mädchenname. (Ich kenne einen in Deutschland aufgewachsenen Esra, natürlich gab’s in der Schule komische Sprüche wegen seines Namens …)

    • Den deutschen Standesämtern ist wichtig, dass der Name irgendwo belegt ist. Ob in einem anderen Land oder einem Science Fiction Roman ist eigentlich egal (zur Not schreib den Roman selber ;-)) Danach kann man je nach Wohlwollen des Beamten die Schreibweise abwandelt. Ein c statt ein k oder ein y statt ein i sind meistens kein Problem. Zum Schluss schaut der Beamte noch drauf dass der Name kein grober Unfug ist und dem Kind Häme einbringen könnte, deswegen kriegst du hierzulande einen Pumuckl eher nicht durch, aber auch das liegt im Ermessen des Standesamts. Offenbar sind die in den letzten Jahren auch lockerer geworden, oder die Leute kommen leichter an die o.g. Nachweise, denn in den USA ist zum Beispiel wirklich alles erlaubt, und sobald ein Name dort mal eingetragen ist ist er prinzipiell auch hier erlaubt.

  26. Das einzig Traurige an diesen Namen sind die kleinkarierten, gehässigen Erwachsenen, die offenbar nicht genug Selbstwert und eigene Erfolge haben um sich nicht dadurch aufzuwerten über den Geschmack anderer zu lachen. Die allermeisten Namen auf der Seite sind vollkommen normal, nicht urdeutsch, aber das waren die wenigsten “normalen” Namen immer. Wahrscheinlich spricht aus dem Hohn nur eine Angst vor böser Überfremdung, wenn in einer Klasse auf einmal mehr Justins als Stefans sitzen.

      • Aber nicht unwahr. Diese Gehässigkeit bekommt man auch direkt ins Gesicht geschlagen (*), per “Aha! Chantalismus!” von Eltern, die gute biedere Namen vergeben haben und sich gerade ungefragt und unangegriffen rechtfertigen, wieso sie die als Aufkleber am Auto haben.

        Da ist auch ein Gutteil Häme dabei, weil man ja die Kevin-Studie gelesen hat und überhaupt – wie in diesem Thread hier ebenfalls behauptet – bestimmte Namen ja nur aus dem ‘Milieu’ kämen. Von der maximilanschen Höhe herunterblicken, weil schon im Kleinkindalter das eigene Kind irgendwo besser sein muss.

        Klar gibt es Namenskombinationen, über die man schmunzelt oder manchmal auch den Kopf schüttelt. Ganz so, wie jeder seine Vorurteile im Privaten pflegt – das aber in einem Blog herausschreien kommt auf einen Pranger hinaus: ieh, guck mal, die Eltern sind anders. Mal ehrlich: an die Eindeutschungen und Verballhornungen sollte man sich seit den 80ern bereits gewöhnt haben, ich bin mit einem typisch ostdeutschen ‘Maik’ im Verwandtenkreis aufgewachsen,

        (*) Wir haben einen ungewöhnlichen und einen gewöhnlichen Vornamen gegeben, daher der Aufhänger. Unser Kind darf nach deutschem Recht gern feststellen, dass wir bekloppt waren und den gewöhnlichen Namen zum Rufnamen wählen. Kriegt es halt nur den Pflichtteil ;)

  27. wobei ja jeder in seiner art recht hat, irgendwie. dass es auch nicht lustig ist wenn in einer einzigen schulklasse mit 20 schülerinnen vier brigittes und zwei ingrids plus zwei inges sitzen, und das war vor fünfzig jahren. wir hatten auch noch zwei christinen, übrigens.

    heutzutage sind in einer klasse von 25 vier dominiks, zwei kevins, drei chantals und was weiss ich noch.

    was man den eltern ernsthaft verbieten sollte ist die bindestrich-schreibweise und das eintragen aller vornamen, weil nämlich eine unterschrift nur dann gültig ist, wenn alle vornamen ausgeschrieben werden. das kann mitunter zu problemen führen, wenn jemand einmal im berufsleben steht und dann ständig mit mischelle-kasimira-eugenia-ljubow-antonia urgelmurx unterschreiben muss – das ist einfach nicht schön, um es vorsichtig auszudrücken. und buchstabieren kann ein kind so was vermutlich erst nach der matura wirklich flüssig.

    in hinblick auf die eletronische datenverarbeitung ist diese art der namensgebung auch bedenklich: ein tippfehler, und der ganze mensch ist aus einem system draussen – auch nicht schön. die meisten menschen werden z.b.aus einer mischelle eine michelle machen, möglicherweise sogar ein entsprechend gefüttertes rechtschreibprogramm auf einem amt – da kann die chose dann schnell ins dampfen kommen, wenn die vermeintliche richtigstellung automatisch erfolgt.

    persönlich war ich ja das margarine-kind: meine grosseltern hatten einen sehr langen familiennamen, meine grossmutter wollte eine dorothea, die kurzform – und so wurde meine mutter auch getauft – war thea. als ich in die schule kam, wurde die thea-margarine gerade sehr beworben. aber 1922 war das einfach nicht vorauszusehen.

    die nachbarn hier, ganz reizende junge leute, kommen aus dem kosovo: er heisst samson, sie liri, die tochter eleonora. in polen heisst es marta statt martha, und ewa statt eva, und was im russischen eine jelena ist wird im deutschen entweder zu einer elena oder zu einer helena, je nachdem wie der übersetzer gerade drauf ist. das sollte man auch ein wenig berücksichtigen.

    und man sollte von staats wegen den menschen die möglichkeit einräumen ihre namen leichter zu ändern, wenn ein vernünftiger grund angegeben wird.

    • > weil nämlich eine unterschrift nur dann gültig ist, wenn alle vornamen ausgeschrieben werden

      Das stimmt für Deutschland nicht. Rechtsgültig ist die eigenhändige Unterschrift hier, wenn der Familienname ausgeschrieben ist und die Lesbarkeit in bestimmtem Rahmen stimmt. Sämtliche Vornamen sind optional und in Unterschriften dann doch eher wieder eine Angeberei mit ebendiesen, wenn es über den Rufnamen hinausgeht.

      • sorry, das war mir nicht bekannt. es gibt aber eine menge länder wie zum beispiel mein schönes österreich, in denen das sehr wohl so ist. wenn alle eingetragenen vornamen in einem amtlichen ausweis wie z.b. dem reisepass stehen, dann muss auch mit allen vornamen unterschrieben werden – meine tochter rügt mich ab und an, sie hat einen kurzen und einen langen vornamen, und hatte schon probleme wenn sie vom zweiten vornamen nur den anfangsbuchstaben mit einem punkt in der unterschrift hinschreibt. ebenso werden bei ausstellung eines weiteren ausweises die vornamen aus dem zur identifikation vorgelegten ausweis vollständig übernommen – reisepass -> personalausweis/führerschein/etc.. bei vier vornamen mit bindestrich dazwischen ginge da ja noch nicht einmal abkürzen.

  28. Hmmmm… schwierig.
    Ich bin Ende der 80iger geboren. In meiner Klasse gab es auch eine Chantal und ich fand den Namen total schön. Als Kind wollte ich immer gerne Jaqueline oder Jessica heißen. Das fand ich wunderschön und das war auch überhaupt nicht negativ belegt. Ich heiße Yvonne. Das ist ok. Ich fand es nie wirklich schön aber auch nicht schlimm. Irgendwann habe ich mich Yvi genannt und so vorgestellt und mittlerweile nennt mch fast keiner mehr Yvonne. Im Beruf teilweise, sonst selten. Viele wissen gar nicht, wie ich richtig heiße. Manche machen Eiwi draus oder Ipi. :D
    So schön ich Jaqueline und Chantal fand, so schrecklich fand ich (und der Rest der Klasse) Paula. Die arme wurde ziemlich ausgelacht. Mittlerweile finde ich Paula wunderschön und der Name ist auch in und häufig.
    Für uns Kinder waren auch Özlem und Gülsüm kein Problem. Die kamen eben aus der Türkei und keiner hat den Namen bewertet. Han Xiong (Eltern aus China) konnte auch erst keiner aussprechen. Ein paar mal üben und schon war das Problem gelöst.
    Würde ich in einem anderen Land wohnen würde ich auch einen deutschen Namen wählen. Ich könnte mich mit einem Urgur nicht so identifizieren. Daher finde ich das völlig normal, dass man Namen aus seiner Heimat wählt. In meiner Klasse gab es mal einen Chinesen der Herrmann hieß. Die Eltern kannten kaum deutsche Namen und dachten das wär ein klassisch deutscher Name der dem Kind wenig Probleme macht. Pustekuchen :D
    Zweit- und Drittnamen haben ja oft einen familiären Bezug, daher finde ich das ganz nett. Fand es immer ziemlich öde, dass ich nur einen Namen hatte. War irgendwie cool noch mehr Namen zu haben die keiner kannte.
    Meist wird doch nur ein Name als Rufname gewählt.
    Manche Kreationen wirken sehr gewollt, das finde ich unschön. Aber ansonsten bin ich da sehr tolerant.
    Würde ich jetzt Kinder bekommen würden sie vermutlich Friedrich oder Ludwig bzw. Luise oder Isabella heißen. Meine beste Freundin würde allerdings die selben Jungennamen wählen – mal sehen wer schneller ist oder ob sich doch noch alles ändert.

  29. Furchtbar. Wie soll man als Kind jemals ein halbwegs normales Leben führen, wenn du bei Eltern landest, die dich offenbar schon direkt nach der Geburt so wenig leiden können, dass sie dich mit so einem Namen handicapen? *seufz* Je älter ich werde, desto mehr liebe ich meinen Allerweltsnamen, den jede dritte Frau meines Jahrgangs trägt. Ehrlich wahr. ;)

  30. Ja, ich klicke auch manches mal auf die genannte Seite und schüttele den Kopf…, warum tut man das KIndern an? “Luke Skywalker”?! Wobei ich persönlich “Caesar Titus Jacobus” nun auch nicht besser finde. Ist halt nur das andere Extrem.
    Prinzipiell halte ich ja auch viel von persönlicher Freiheit, aber man sollte als Eltern sich schon mal über den Hänsel-Faktor der eigenen Auswahl Gedanken machen. Und nichts gegen Wilderei in anderen Kultur-/Sprachkreisen, wenn es aber bitte halbwegs zum Nachnamen passt. Ein noch so toller exotischer Vorname wirkt lächerlich, wenn dann ein Müller/Meier/Schmidt folgt.

  31. Der Trend kommt daher, dass wir Deutschen nicht mehr unter uns sind, der Trend geht dahin, dass Deutschland Namen exportiert und Namen importiert. Je mehr sich unsere Kulturen mischen, desto mehr wird das passieren.

    Ich finde den Trend nicht schlimm, weil einem die Merkwürdigkeit der Namen des Gegenüber ab einem bestimmten Alter ziemlich schnurz ist. Mit zwölf lacht man über ‘Ulf’, weil ‘ulfen’ ein Synonym für Rotzen ist, mit vierzehn gibt es da einen Kumpel namens ‘Ulf’.

    Spannend daran ist eigentlich nur, wie sehr man sich als Erwachsener an der Namensgebung aufhängen kann. Geht mir auch so: Bekannte haben ihr Kind wie (nicht nach) den Charakter eines berühmten Erzählung benannt, allerdings mit anderer Betonung (arabische Herkunft des Namens) und da wir sie selten treffen, muss ich dann immer stutzen.

    Lachhaft finde ich die Argumentation, dass man den Kindern mit der Schreibweise eine ach so schwere Mühlsteinaufgabe an den Hals hinge, müssten sie doch ihr Leben lang den Namen erklären. Ich habe mir schon lange, lange angewöhnt meinen absoluten Allerweltsfamiliennamen jedes Mal beim Angeben zu erläutern. Es ist nicht gerade Pfeiffer mit drei ‘f’, es ist einfach nur Becker mit ‘e’. Bitte alle ‘T(h)omas’, ‘Ste(ph/f)an’, ‘(Ch/K)ristian’, ‘Mar(k/c)us’, die Hand heben, danke. Hachja, die Apostelnamen waren im hebräischen Original einfach besser … :)

  32. Natürlich gibt es Namen, die in unserem Sprachgebrauch seltsam klingen und ich persönlich würde nie ein Kind Chaos oder Tresor nennen.
    Aber … Ihr alle da draußen, die so gerne über die Namensgebung bei Kindern anderer Leute lästert. Denkt ihr eigentlich daran, was IHR mit euren Vorurteilen und Lästereien diesen Kindern antut? Lästert ihr auch in Gegenwart eurer eigenen Kinder über Namen anderer, sodass die lieben Kleinen EURE Vorurteile schön in Kindergarten und Schule mitnehmen und weiter verbreiten?
    Es ist schlimm genug, dasss mittlerweile Namen wie Kevin oder Chantal mit Dummheit assoziert werden und die Kinder teilweise auch als Erwachsene drunter leiden müssen, dass sie als “wenig intelligent” angesehen werden.
    “Chantalismus” und “Kevinismus” sagt doch eigentlich schon alles über die Erwachsenen aus die diese “tollen” Wortschöpfungen erfunden haben, Kindern würden solche Bezeichnungen nie von sich aus einfallen.

    Denkt mal darüber nach und ändert vielleicht ein klein wenig eure Einstellung zu diesem Thema.
    Sorry Josephine, aber nach langem Überlegen war mir dieser Kommentar nun doch ein Bedürfnis
    lg Berti

  33. So lange es mit den Namen im Rahmen bleibt, ist ja nichts dagegen einzuwenden. Extrem finde ich es nur, wenn beliebig mit Akzent-Zeichen um sich geworfen wird oder Namen in ihrer Schreibweise “eingedeutscht” werden. Was ich tatsächlich in einer Grundschule gelesen habe (von der Lehrerin geschrieben, also nicht auf die Rechtschreibung des Kindes zurückzuführen): SCHAKLIN. Auch wenn der Name jetzt so oder so nicht meinem Geschmack entspricht, die Schreibweise ist die Härte!

    Natürlich hat jeder Mensch Vorurteile zu gewissen Namen, weil man eben gewisse Personen assoziiert. z.B. Niklas, Tanja, Katrin/Kathrin/Catrin/Cathrin -> gaaaaanz schlimm. Aber nur für mich. Und als künftige Lehrerin werde ich aufpassen…

    Aber auch die “Gegenbewegung” produziert lustige Namen. Das Kind meiner ehemaligen Musiklehrerin wurde GOTELIND-ROSWITHA genannt. Ur-deutsche Namen, aber ganz ehrlich, da hieße ich lieber Schakkeline ;-)

  34. Hallo Josephine,
    ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht: Je bildungsferner die Eltern, desto “ausgefallener” der Name. Und je klassischer der Name, desto betuchter oder eingebildeter die Eltern, oder desto mehr öko.
    Leider kann man hier bei vielen Kindern wirklich vom Namen auf die Herkunft schließen.
    Und dann gibts noch die Eltern, die auf Teufel komm raus was besonders cooles fürs Kind wollen, ohne zu bedenken, dass das Kind sein Leben lang mit dem Namen rumrennen muss.
    Ja und dann die Aussprache oder verkorkste Schreibweise… Ich kenne eine Schalin (Charleen) und eine Julienne (Juuliiiine gesprochen, mangels Französischkenntnisse der Eltern *zehennägelaufroll*)
    Ich stelle uns nicht über all die Leute, denn vermutlich wird unsere Namenswahl für unsere Kinder dem ein oder anderen auch nicht gefallen. Uns war wichtig, dass es zeitlose Namen sind, die zu Kindern und zu Erwachsenen passen, ohne in der jeweiligen Lebensphase lächerlich zu wirken. Und dass der Name dann auch noch mit unserem Familiennamen harmoniert, haben wir ganz gut hinbekommen – finden wir. :)

  35. Ich habe selbst Zwillinge und so mancher hat uns den Vorschlag gemacht, wir sollten sie doch, falls es denn ein Pärchen wird, Luke und Leia nennen. Ja und es gab wirklich Leute die diesen Vorschlag ERNST meinten. Es wurden zwei Mädchen, soviel zu dem Thema. Aber Dinozzo Pierre und Timo Jethro ist echt der Hit. Wobei ich Ryan und Ryanne auch echt geil fand. So einfallsreich muss man erstmal sein.
    Jeder sollte sein Kind so nennen wie er möchte, er muss dann nur damit klar kommen das manche Vornamen eben negativ besetzt sind.

  36. Von einer Lehrerin gehört:
    Vertretungsunterricht in unbekannter 5. Klasse, ein Sitzplan liegt auf dem Pult. Sie spricht eine Schülerin an.
    Lehrerin: “Oh, du hast aber einen schönen Namen!”
    Schülerin: “Äh, ja?”
    L: “Ja, Jaqueline, das kommt aus dem Französischen. Weißt du, ich bin Französischlehrerin und der Name gefällt mir sehr.”
    S: “Ich heiß’ nicht Jaqueline.”
    L: “Nicht? Habt ihr die Plätze getauscht? Das steht hier auf dem Plan…”
    S: “Nee, das ist mein Platz hier, aber ich heiß’ nicht “Schacklin”, ich heiße “Jakweline” !”

    Nichts gegen ungewöhnliche Namen, in meinem Abijahrgang waren unter anderem vier Florians und fünf Christians. Mein Vorname ist relativ häufig und verschiedene Schreibweisen gibt es auch. Dafür wird mein Nachname regelmäßig trotz Buchstabierung gruseligst verunstaltet, kann man nichts machen, der ist eben angeboren. Trotzdem liebe ich meinen seltenen Nachnamen und hoffe auf einen Mann, der ihn bei der Hochzeit annehmen würde.
    Dass die Träger “exotischer” Namen eher Erklärungsbedarf haben als die Annas, Lenas und Pauls leuchtet auch ein. Trotzdem war Arda im Studium ziemlich genervt wenn er mal wieder für eine Frau gehalten wurde und Mechthild bekam als Reaktion gern mal ein “Echt? So heißt meine Oma auch…” zu hören.
    Und wenn meine Freundin ihre Kinder nun nicht Rebekka und Benjamin genannt hätte sondern Honeybelle-Karma und Jayson-Tylor oder Kunigunde und Wilhelm – es wären immer noch liebe und süße Kinder, ohne Frage. Ich würde auch nie in Gegenwart der Eltern über den ausgewählten Namen lästern, aber eine hochgezogene Augenbraue könnte ich mir wohl nicht verkneifen…

  37. Leute, die in der Gyn arbeiten oder als Kinderarzt :-) , sehen täglich Hunderte von Vornamen an sich vorbeiziehen. Erzieherinnen schon weniger. Und das Vornamensfussvolk sieht ein paar Bäpper auf dem Auto.
    Und lasst Euch versichern: es gibt zum Glück genug Eltern, die ihren Kindern auch ganz normale, bekannte Namen geben können, und sich trotzdem drüber freuen (ohne dass es immer ein “deutscher” Name wäre, um Himmels Willen ). Aber es gibt noch Unterschiede zwischen “nicht üblich” und dämlich. Für mich persönlich beginnt das dämliche vor allem beim dritten Ypsilon im Namen oder der vierten Silbe (möglichst mit Bindestrich) und wenn einem Kind ein Diminutiv gegeben wird, ohne daran zu denken, dass der/die auch mal größer wird: Maiky, Alessandrino, Ryan-Rockino (Ohja!! Echt!), Cathrynia
    Und kommt mir weg mit dem Argument, man wolle nicht neben vier Lucas oder Kevins sitzen. Geschenkt. Die Auswahl unter den klassischen Namen ist groß genug.
    Howgh!

  38. Ob der Bub jetzt Justin oder Johannes und das Mädel Jacqueline oder Luise heißt, ist Geschmacksache. Man kann sich darüber wundern, ärgern oder aufregen, aber vor seinen (und anderen) Kindern sowie in der Öffentlichkeit sollte man sich zurück halten.

    Ich finde nur den Individualismus um jeden Preis schlimm. Wenn also aus einem Namen durch Hinzufügen oder Weglassen von Buchstaben oder durch abstrakte Schreibweise ein anderer werden soll.
    Wenn mir die viel zitierte Jacqueline zu häufig vorkommt, nenne ich mein Kind eben anders. Und nicht Schaklin. Namen werden öfter gerufen als geschrieben, was nützt mir also eine andere Schreibweise gegen zu häufige Verwendung?

    Auch sollte man wirklich bedenken, wie der Name im eigenen Umfeld ausgesprochen werden wird. Die berühmte “Aschtritt” im alemannischen Sprachraum ist da nur ein Beispiel.
    Aus diesen beiden Punkten stammt auch das Vorurteil, dass die Namenswahl im direkten Zusammenhang mit dem Intelligenzquotienten der Eltern steht.

    Die Kinder nach Jahreszeiten, Orten oder Gegenständen (und fiktiven Figuren) zu rufen, ist ein Trend, der mir völlig zuwieder ist. Aber man wird’s nicht vermeiden können, dass uns in Zukunft auch noch eine “Frühling” (wenn’s schon “Summer” gibt), ein “Amsterdam” (“Paris”) oder ein “Chewbacca” (“Legolas”) über den Weg läuft. Hauptsache, es wird dann richtig geschrieben, und nicht “Tschubagga”.

    Mir gefallen eher deutsche Namen, aber das spielt ja für Andere keine Rolle… (meine Frau war leider strikt gegen “Germania” ;-) und kann mich über aus meiner Sicht idiotische Namen herrlich aufregen. Daheim und unter Freunden. Aber nicht in der Öffentlichkeit (und dazu gehört auch das WWW).

  39. Ich ging in den 80er Jahren in Leipzig mit einem “Rigo” zur Schule und habe mich immer gefragt, ob der Standesbeamte einfach einen Fehler gemacht hat oder die Eltern den Wunsch, ihren Sohn “Rico” zu nennen, eventuell etwas zu sächsisch geäußert haben.

    In der Verwandtschaft gibt es inzwischen zwei Lennys, die wirklich nur Lenny heißen. Finde ich auch etwas irritierend – mit Blick auf die Zukunft und darauf, dass Kinder ja irgendwann erwachsen werden, hätte ich persönlich da Lennart oder Leonhard oder etwas ähnliches gewählt und Lenny als Kosenamen genutzt. Beide sind noch klein, aber wenn ich mir vorstelle, eines Tages ist ein Mann vielleicht 2 m groß und hat Türsteher-Maße, dann ist so eine Verniedlichungs-Form als offizieller Name irgendwie seltsam.

    Meine Tochter hat zwei ziemlich normale Namen (ohne Bindestrich!) – einer ist Rufname, der andere steht derzeit nur auf dem Papier – sollte sie eines Tages diesen als Rufname nutzen wollen, wäre das aber auch kein Problem.

    • Graugrüngelb: Sicher, dass er nicht Rigö gerufen wurde?! ;) Ich bin zwar nicht in Leipzig aufgewachsen, sondern in der Nähe von Berlin. Aber wir hatten in unserem Neubaublock eine Familie, wo die Mutter aus Sachsen kam. Die Söhne hießen Enrigö (Enrico) und Nigö (Nico). Wobei die Schreibweise tatsächlich richtig war, nur die Aussprache war eben typisch sägs’sch ;)

  40. In unserer Tageszeitung stand neulich ein Artikel über *verrückte* (Zitat) Vornamen. In Hamburg soll jetzt ein Kind “Don Armani Karl-Heinz” heißen — nachdem die Eltern mit Desperado abblitzten.

  41. Oh Gott, davon kann ich ein Liedchen singen. Bei uns im Kindergarten heisst ein Kind Pepe. Klingt wie ein Spitzname, ist es aber nicht. Der wird sich freuen, wenn er einer Tages mal ernstgenommen werden möchte. Ich schlag mich dieweil für meine Kinder Stefan und Robert mit dem schier unendlichen Schuhangebot herum. War das eigentlich auch schon so, als wir Kinder waren?

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